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Girolamo Savonarola Durch die Kombination und anschaulich lesbare Beschreibung des wechselvollen Lebens von Savonarola und seinem Wirken in Prosa und Lyrik unterscheidet sich dieses Druckwerk vermutlich von bisherigen Publikationen über historische Ereignisse und Protagonisten jener Zeit. Den vertiefenden Prosatexten schließt sich ein poetischer Streifzug an, der in kurzweiligen Versen die dramatischen Geschehnisse um Savonarola Revue passieren lässt.
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Seitenzahl: 58
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Die Bodenplatte auf der Piazza della Signoria in Florenz erinnert an das Ende der tragischen Figur Savonarola. Bis zu seinem gewaltsamen Tod am 23. Mai 1498 war das Leben des Predigers von dramatischen Höhen und Tiefen geprägt. Vieles davon muss man aus jenem Zeitabschnitt der Geschichte heraus verstehen, der gleichermaßen von tiefer Religiosität und brutaler Gewaltbereitschaft geprägt war. Als Häretiker gebrandmarkt, ist Savonarola nach anfänglichen Erfolgen mit seinen radikalen religiösen Reformen verhängnisvoll gescheitert.
Foto: Nikolaus Meyer
Inschrift: „Qui dove con suoi confratelli Fra Domenico Buonvicini e Fra Silvestro Maruffi il XXIII Maggio del MCCCCXCVIII per iniqua sentenza fu impiccato ed arso Fra Girolamo Savonarola dopo quattro secoli fu collocata questa memoria”
Auf Deutsch: Hier, wo Girolamo Savonarola mit seinen Brüdern Fra Domenico und Fra Silvester am 23. Mai 1498 nach ungerechtem Urteil gehängt und verbrannt wurde, wurde nach vier Jahrhunderten diese Gedenktafel angebracht.
Einführung
Prägende Jugendjahre in Ferrara
Entscheidung für ein Leben im Glauben
Vom Mönch in Bologna zum Lektor von San Marco
Fremdkörper unter Schöngeistern
Erste traumatische Offenbarungen
Berufung zum Prior von San Marco
Hoffnungsträger der Bedürftigen
Wachsende Konfliktbereitschaft
Furchterregende Weissagungen
Tod und Naturkatastrophe als Strafen Gottes
Das Schwert des Glaubens: Die französische Invasion
Die Vertreibung der Medici
König Karl VIII: Gesandter Gottes oder ungeliebter Gast
Geistlicher Führer und politischer Ratgeber
Die Inspiration Gottes
Der Widerstand formiert sich
Skrupelloser Gegner aus Rom
Orgien im Allerheiligsten
Die Heilige Liga kontra Karl VIII.
Intoleranz schürt Feuer des Glaubens
Kontroverse mit dem Papst spitzt sich zu
Feldzug gegen Gotteslästerer, Huren und Homosexuelle
Gescheiterter Bestechungsversuch
Kinder als Baumeister einer Stadt Gottes
Scheiterhaufen der Eitelkeiten als Sinnbild der Erneuerung
Eine Stadt verlernt das Lachen
Der Papst droht mit dem Kirchenbann
Blutige Warnung zu nächtlicher Stunde
Fehlgeschlagene Anschläge
Ausgrenzung durch Exkommunikation
Letzte Schonfrist
Neuwahlen läuten das Ende ein
Gottesurteil besiegelt Schicksal
„Geständnis“ unter der Folter
Entwürdigende Hinrichtung
Schicksal in Versen Girolamo Savonarola
Literaturhinweise
Diese Broschüre über den Bußprediger Girolamo Savonarola bildet nach derzeitigem Sachstand den Auftakt zu einer Reihe über herausragende Persönlichkeiten der Renaissance, wobei stets ein enger Bezug zu Florenz vorausgesetzt wird. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den umstrittenen Bankier und Politiker Lorenzo de‘ Medici und den genialen Maler, Bildhauer und Baumeister Michelangelo Buonarroti, dem die nächste Ausgabe gewidmet wird.
Was dieses Druckwerk vermutlich von bisherigen Publikationen über historische Ereignisse und Protagonisten jener Zeit unterscheidet, ist die Beschreibung des wechselvollen Lebens in Prosa und Lyrik von Savonarola und seinem Wirken. Den vertiefenden Prosatexten schließt sich ein poetischer Streifzug an, der in kurzweiligen Versen die dramatischen Geschehnisse um Savonarola Revue passieren lässt. Mit dieser Kombination sollen Literaturfreunde angesprochen werden, die ein Faible für historische Ereignisse haben und Wert auf eine ungewöhnliche Form der Vermittlung legen.
Wobei die Liebe des Autors zur Toskana im Allgemeinen und dem herausragenden Zeitabschnitt der Renaissance mit ihren prägenden Persönlichkeiten im Besonderen in einem ersten Urlaubsaufenthalt Anfang der 60er Jahre gründet. Wurde die Fahrt mit einem Lloyd Alexander 600 über den Gotthardpass seinerzeit bereits als Abenteuer empfunden, haben erste Eindrücke von Landschaft, Städten und Kunstwerken der mittelitalienischen Region mit ihrer Hauptstadt Florenz einen bis heute nachwirkenden Eindruck hinterlassen.
Literaturstudien, zahlreiche Aufenthalte und eine umfangreiche Notizsammlung vertieften das Wissen über das Kernland der Renaissance und die dort Geschichte schreibenden Protagonisten. Davon legt auch eine 2008 in einer Speyerer Tageszeitung publizierte Sonderseite ein beeindruckendes Zeugnis ab. Unmittelbar nach einem Aufenthalt verfasst, blendet der Autor in seiner überwiegend positiven Berichterstattung die Einflüsse und Folgen eines überbordenden Massentourismus nicht aus.
Dass die Stadt heute als Gesamtkunstwerk empfunden wird, geht maßgeblich auf die Zeit der Renaissance mit prägenden Figuren aus den Bereichen Architektur, Kunst, Literatur, Politik und Wissenschaft zurück. Dazu zählen Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio, Filippo Brunelleschi, Michelangelo Buonarotti, Galileo Galilei, Giotto, Lorenzo de‘ Medici, Leonardo da Vinci und Giorgio Vasari, um nur einige zu nennen.
Speyer, November 2021
Nikolaus Meyer
Statuen prägender Persönlichkeiten vor den Uffizien. Michelangelo Buonarotti, Galileo Galilei, Dante Alighieri (von links) Fotos: Nikolaus Meyer
1942 in Trier an der Mosel mit seiner bedeutenden römischen Vergangenheit geboren, wurde Nikolaus Meyer die Liebe zu geschichtlichen Ereignissen förmlich in die Wiege gelegt. Das historische Interesse des früheren Berufssoldaten, zeitweiligen Galeristen und seit 1993 als freier Journalist tätigen Autors schlägt sich neben zahlreichen Berichten über Kunst und kulturelle Ereignisse auch in seinem 2006 erschienenen Buch „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“ nieder. Inzwischen vergriffen, nimmt das Werk über bedeutsame zeitgeschichtliche Höhen und Tiefen seiner Wahlheimatstadt mit nunmehr zwei UNESCO-Welterbe-Stätten in der deutschen Literatur vermutlich eine Sonderstellung ein. Mit der wissenschaftlich fundierten Kombination aus Prosa und Lyrik hat Meyer seinerzeit für beachtliches Aufsehen gesorgt.
Ein Antlitz, das durchaus als Spiegelbild des apokalyptischen Gedankengutes interpretiert werden kann. Foto: Depositphotos.com
Girolamo Savonarola gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Renaissance. Menschen, die ein Faible für diesen Abschnitt der italienischen Geschichte haben, ist der strenggläubige Bußprediger vor allem als unerbittlicher Bekämpfer eines dekadenten Papsttums bekannt. Wie andere charismatische Persönlichkeiten der Zeitgeschichte elektrisierte er über Jahre hinweg die Massen. Von Enthusiasmus zu sprechen, wäre jedoch weit gefehlt. Der eher negativ besetzte Begriff der Hysterie kommt den Tatsachen schon wesentlich näher, denn mit seinen Visionen verbreitete der egozentrische Dominikanermönch oftmals Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Seine scharfen Zurechtweisungen galten in erster Linie den einflussreichen Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, deren Verruchtheit er von der Kanzel herab ohne Unterlass anprangerte. Savonarolas verbale Ausfälle gipfelten in den Vorwürfen, die Erde werde von den Mächtigen als Tummelplatz von Willkür, Genuss- und Lustsucht missbraucht.
Es handelte sich damals tatsächlich um einen Zeitabschnitt, in dem es die Menschen mit der Moral nicht allzu genau nahmen und sexuelle Ausschweifungen sowie unvorstellbare Grausamkeiten an der Tagesordnung waren. Bis ins Mark korrupte Päpste wie die drei unmittelbar aufeinander folgenden „Stellvertreter Christi“ Sixtus IV. (1471-1484), Innozenz VIII. (1484-1492) und Alexander VI. (1492-1503) waren in betrügerische, nicht selten tödliche Machenschaften verwickelt. Sie feierten im Vatikan wilde Orgien und zeugten unzählige Kinder. Den rapiden Verfall der Sitten in den Fürstenhäusern und am päpstlichen Hof beanstandete Savonarola mit selbstmörderischer Kühnheit. Unvergessen ist sein im Glauben begründeter Feldzug gegen die autokratischen Medici und den als besonders lasterhaft geltenden Papst Alexander VI.
