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Vier Monate lang reiste der Fotograf Alexander Tempel durch die Alpen, um Glück und Zufriedenheit zu fotografieren. Dabei begegnete er Almwirten, Ziegenbauern, Hoteliers, Rangern, Farmern, Fotografen, Lebenskünstlern ... und führte tiefgründige Gespräche mit ihnen. Alle Protagonisten eint: Sie haben eine oder mehrere Krisen durchlebt, bewältigt und schließlich das Glück gefunden. Eine Inspiration zur Veränderung, ein Wegweiser zum Glück!
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Seitenzahl: 140
Veröffentlichungsjahr: 2022
Zustieg mit Glücksumwegen
Von Knödeln und der inneren Mitte
Lebenselixier Naturverbundenheit
Pizza, Pasta und die Kunst des guten Lebens
Die Kunst, sich selbst zu lieben
Vom Gleitschirmflieger zum Ziegenbauer
Der Mann, der mit den Bäumen spricht
Die türkisblaue Mitte der Hohen Tauern und eine Berufung
Lass dir bloß nicht die Flügel stutzen!
Auf Umwegen zum Wilden Kaiser
Vom Glück des Draußenseins und der Stille der Berge
Vom Glück einer mutigen Entscheidung
Der perfekte Flow
Sich öfter wie ein Kind fühlen
Einfach machen!
Ein Leben on the Road
Ankunft mit Glücksgarantie
Danke
Weiterlesen, weitergucken
In den letzten beiden Jahrzehnten bin ich privat und beruflich als Fotograf und Filmemacher um die ganze Welt gereist. Ich habe einige Jahre in Australien gelebt und viele wundervolle, oft ferne Naturparadiese gesehen. Im April 2020 saß ich zu Hause in meiner Wohnung in Hamburg und blickte auf die noch kahlen Bäume unter einem strahlend blauen Himmel. Draußen war kaum jemand unterwegs, soziales Leben und Arbeit waren im ersten Lockdown der Corona-Pandemie auf ein Minimum heruntergefahren. Ich bekam schon seit Wochen drei Fragen nicht mehr aus dem Kopf: Was macht mich eigentlich glücklich? Bin ich mit meinem Leben zufrieden oder fehlt da vielleicht etwas? Und wenn ja, wo würde ich am ehesten darauf hoffen, es zu finden?
Ein Zustieg mit pandemiebedingten Glücksumwegen führte mich in den folgenden Monaten dann immer wieder tief in die Bergwelt der Alpen. Die atemberaubende Landschaft aus schroffen Bergen, teils unberührter Natur, grünen Wiesen und der großen Weite, die man vom Berggipfel aus erfährt, wenn der Blick über das Alpenpanorama schweifen kann, all das hat mir schon in der Vergangenheit geholfen, über wichtige Dinge und Entscheidungen in meinem Leben nachzudenken. Ich liebe das Gefühl, frühmorgens zu einer Wanderung aufzubrechen, in der Stille einen Fuß vor den anderen zu setzen und dabei nur meine Schritte zu hören. Ich kann dabei die reine Luft förmlich in meinen Lungen spüren und finde es wunderbar, mich in einem klaren Gebirgsbach zu erfrischen oder Waldbeeren am Wegesrand zu pflücken. Die Ruhe und Einsamkeit in den Alpen und der damit verbundene Kontrast zum Alltag in der Stadt tun meinem Körper und meiner Seele gut. Um zu erklären, warum ich so viel über das Thema Zufriedenheit nachgedacht habe, muss ich das Rad der Zeit jedoch für einen Moment zurückdrehen.
Die Ruhe und Einsamkeit in den Alpen tun meinem Körper und meiner Seele gut.
Im Januar 2020 reiste ich überstürzt aus Nazaré in Portugal ab, wo ich mit einigen lokalen Surfern eine Filmdokumentation über Big Mama machen wollte, eine gigantische Welle, die sich direkt vor der Küste des Fischerortes bricht. In 39 Stunden fuhr ich mit meinem Camping-Produktionsfahrzeug fast Nonstop nach Norddeutschland zurück. Es folgten Tage voller Hoffen und Bangen im Krankenhaus. Eigentlich war ich überzeugt, dass meine Mutter wieder aufwachen würde, ich träumte in einer Nacht sogar davon, doch es sollte nicht sein. Glück, Zufriedenheit und das Freiheitsgefühl, das mich in den Tagen zuvor noch erfüllte, waren von einer Sekunde zur anderen von Schock und Trauer abgelöst. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten musste.
Deshalb habe ich mich in den folgenden Wochen und Monaten so oft gefragt, was wir dafür tun können, um glücklich und zufrieden zu sein. In dieser Zeit entstand die Idee zu diesem Buch. Im Sommer 2020 bin ich dann mit dieser Frage im Gepäck in die Alpen gereist. Ohne einer vorab geplanten Reiseroute zu folgen, habe ich mich vier Monate lang kreuz und quer durch die Berge treiben lassen, immer auf der Suche nach Menschen, deren Lebensgeschichten im besten Fall exemplarisch zeigen, wie ein glückliches, ein zufriedenes, ein erfülltes Leben aussehen kann. Dabei habe ich mich der Herausforderung gestellt, die innere Haltung dieser Menschen zu fotografieren und ihr Glück in Bildern festzuhalten. Begleitet hat mich meine Frau Ilka, die mich bei diesem Projekt auf allen Ebenen unterstützte.
Unabhängig von meiner persönlichen Motivation wollte ich Geschichten einfangen, die auch anderen als Inspirationsquelle dienen können. Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen aktuelle gesellschaftliche Normen, wie zum Beispiel den Sinn der eigenen Arbeit, in Frage stellen und nach Veränderungen streben. Heutzutage geht es oft nur um Effizienz, Produktivität und Optimierung. Das gilt in der Arbeitswelt, aber auch im Privatleben. Alles muss geplant, optimiert und verbessert werden, mit dem Versprechen oder der Hoffnung, die vorhandene Lebenszeit möglichst effektiv zu nutzen. Dieses Buch will ausdrücklich kein Ratgeber auf dem Weg in ein erfüllteres Leben sein, sondern zeigen, wie Höhen und Tiefen ineinander greifen und sich sogar bedingen.
So unterschiedlich die hier versammelten Lebensgeschichten sind, eines haben sie gemeinsam: Veränderung, auch wenn sie nur in der Bereitschaft besteht, offen für Neues zu bleiben, ist der Schlüssel zu Glück und innerer Zufriedenheit. In vermutlich keiner anderen Region Europas zeigt sich das so exemplarisch wie in den Alpen. Hier treffen ein ganz besonderer Mix aus Tradition und Moderne, aus erhabener Natur und jahrhundertealter Kulturlandschaft aufeinander.
Für vier Monate kreuz und quer durch die Alpen, ohne Reiseroute und im Pick-up mit Wohnkabine immer völlig autark.
Mein Weg führt im paradiesischen Wandergebiet bei Meran von Hafling Dorf aus hinauf auf 1707 Meter. Mein Ziel ist die Wurzer Alm. Über weite Strecken wandere ich im Wald bergauf. Der Weg ist mit Baumwurzeln übersät. Rot leuchtende Walderdbeeren laden zu einer kleinen Rast ein, bevor ich nach knapp einer Stunde eine weite Lichtung erreiche, die den Blick auf ein grandioses Panorama freigibt. In der Ferne zeigt sich im weichen Nachmittagslicht die Bergwelt von der Ortlergruppe bis in die Ötztaler Alpen. Auf einer weitläufigen, mit einem Holzzaun eingefassten Bergwiese grasen zwei Pferde, und auf dem Zaun sitzt ganz in der Nähe ein Pfau. Noch bevor ich auf einer der Holzbänke vor der Alm Platz genommen habe, schlägt mir der herrliche Duft von Kaiserschmarrn entgegen. Aus der Küche hört man Geschirrklappern und ein fröhliches Lachen. Das Lachen gehört zu Ulli, der Hüttenwirtin der Wurzer Alm. Wow, denke ich ganz spontan, als ich sie zum ersten Mal sehe, sie strahlt mit jeder Faser eine unglaublich einnehmende innere Zufriedenheit aus, ich will unbedingt mehr von ihr erfahren.
Ulli ist seit 25 Jahren Hüttenwirtin. »Was du tust, das musst du mit Leidenschaft machen, dann gelingt es«, sagt sie. Ulli hat ihre innere Mitte gefunden, sie weiß genau, was sie will und was ihr wichtig ist. »Ich brauche kein goldenes Schloss und keinen Ferrari. Gesundheit, gute Freunde, Natur, Ruhe, Zeit für mich – das sind die Dinge, die wirklich zählen. Geld macht nicht glücklich.« Ulli hat die Wurzer Alm gemeinsam mit ihrem Partner Markus übernommen, mit dem sie die Alm bis heute betreibt. Damals war sie 24 Jahre alt und musste sich noch daran gewöhnen, Chefin zu sein. Nach und nach hat sie gelernt, nicht nur die Abläufe auf der Alm zu planen, sondern auch das besondere Image aufzubauen und die Atmosphäre zu schaffen, die von den Gästen so geschätzt wird. Vor allem am Anfang war der Druck riesig, oft fühlte sie sich überfordert und unsicher.
Der Wendepunkt in ihrem Leben ist ein trauriges Ereignis. Als ihr Vater völlig unerwartet auf der Wurzer Alm stirbt, ist sie so überwältigt von Trauer, dass sie monatelang nachts keinen Schlaf findet. »Es war die Hölle auf Erden für mich«, erzählt Ulli. Sie sucht Hilfe in der Meditation, um den schweren Schicksalsschlag zu bewältigen. »Dadurch habe ich mich selber besser kennengelernt, mich besser verstanden und so den Weg zu meiner Mitte gefunden.« In einer geführten Trauermeditation sieht sie ihren Vater noch einmal vor sich, kann sich bei ihm bedanken, ihn gehen lassen und sich verabschieden. »Das hat mir nicht nur geholfen, seinen Tod zu verarbeiten. Die Mediation, das Zu-mir-kommen und die Verabschiedung von meinem Vater waren eine große Befreiung für mich, die bei mir Zufriedenheit hervorgerufen hat und die ich dann für mich für jeden Tag mitgenommen habe.«
Heute ist sie dankbar für all die Erfahrungen, positive wie negative, die sie im Leben machen durfte. »Von negativen Ereignissen kann man so viel lernen und sie machen dich stärker. Jeder Moment ist für mich toll, weil ich im Jetzt lebe und positiv denke.« Das Positive für sich aus einer Situation zu ziehen, diese Philosophie lebt Ulli in jeder Lebenslage. Als ich mit ihr unterwegs bin, gerät sie beim Klettern am Fels in ein Erdwespennest und wird mehrmals gestochen. Sie flüchtet so schnell wie möglich nach unten und versorgt die Stiche. Anstatt zu jammern und sich zu ärgern, ist sie dankbar und davon überzeugt, dass sie die Wespen vor einer noch schlimmeren Situation bewahrt haben. »Wer weiß, wofür es gut war, womöglich wäre oben am Fels etwas Schlimmeres passiert.« Es ist eine Haltung, die mich fasziniert und die ich mir seitdem immer wieder ins Gedächtnis rufe, wenn ich mit negativen Ereignissen konfrontiert bin.
Die Wurzer Alm ist eine wundervoll gemütliche Almhütte und bietet einen grandiosen Ausblick auf die Bergwelt Südtirols.
Dankbarkeit ist dabei die erste und die letzte Aufgabe eines jeden Tages für Ulli.
Ulli sagt, dass sie Energiefresser, also Menschen, die ständig jammern, die an allem rumnörgeln und sich über alles beklagen, nicht an sich heranlässt. Sie kosten nur Kraft, stehlen unsere Energie und bringen uns damit aus dem seelischen Gleichgewicht. Wenn Ulli solchen Menschen begegnet, bleibt sie freundlich, lässt sich aber die positive Einstellung nicht rauben. »Das funktioniert auch mit den eigenen negativen Stimmen im Kopf«, sagt sie. »Du musst den inneren Schweinehund minimal halten. Wenn er hochkommt, musst du ihn abschalten und positiv denken.« Ist Glück wirklich planbar? Ulli ist fest davon überzeugt: »Du solltest deine Ziele klar vor Augen haben und die eigenen Gedanken in diese Richtung lenken. Das Universum wird dir dann die richtigen Menschen, Ideen und Lösungen präsentieren. Alles hat seine Zeit, du musst fest an dich glauben und davon überzeugt sein, dass das Leben es gut mit dir meint.« Ulli spielt alle Situationen, die in ihrem Leben passieren könnten, gedanklich durch. »Durch diese geistige Kraft treten dann die Dinge in meinem Leben so ein, wie ich sie mir wünsche.« Eine große Bedeutung hat für sie dabei das gesprochene Wort: »Du musst deine Wünsche laut aussprechen, das gibt ihnen viel mehr Bedeutung als wenn sie ungesagt bleiben, und lässt sie auch wahr werden.«
Das Hängebauchschwein Kaminwurz ruft Ulli zwischendurch gern mal laut zu sich. Es ist zusammen mit Pferden, Ziegen, Katzen und Kaninchen auf der Alm zu Hause.
Mit meiner Reise habe ich mich selbst auch auf die Suche gemacht, mir Menschen gewünscht, die mich inspirieren, von denen ich etwas über Glück und ihre Zufriedenheit im Leben lernen kann. Ist nicht Ulli genau die Person, die mir all das vermittelt? Ganz sicher kann man sich nicht einfach so einen Lottogewinn vorstellen, den Wunsch laut aussprechen und schon wird er wahr. Dennoch kennen wir alle Situationen, in denen ein Gedanke plötzlich Realität wird. Wir denken an einen Freund, den wir schon lange nicht mehr gesprochen haben, und nur ein paar Tage später läuft er uns plötzlich über den Weg.
Es gibt keinen Tag in ihrem Leben, an dem Ulli nicht gern aufsteht und das, obwohl sie sechs bis sieben Tage in der Woche von morgens bis abends auf der Alm arbeitet.
Ist Glück wirklich planbar? Ulli ist fest davon überzeugt, dass das Universum ihr die richtigen Menschen, Ideen und Lösungen präsentieren wird.
Ulli ist ein positiver und geselliger Mensch. Trotzdem braucht sie auch Zeit für sich. Es ist die Meditation, die sie immer wieder erdet, sie zu ihrer Mitte führt und sie rundum glücklich macht. Dankbarkeit ist dabei die erste und die letzte Aufgabe eines jeden Tages für Ulli. Dankbarkeit dafür, wie sich ihr Leben entwickelt hat, für ihre Gesundheit, die Menschen in ihrem Umfeld, die Natur und all die kleinen Dinge, die sie liebt. Das Schwimmen in einem Teich in der Nähe der Wurzer Alm, Ausflüge mit ihrem alten Bulli, oder einfach nur das Lächeln eines Gastes, wenn er sich über das köstliche Essen auf der Alm freut. Es gibt keinen Tag in ihrem Leben, an dem Ulli nicht gern aufsteht und das, obwohl sie sechs bis sieben Tage in der Woche von morgens bis abends auf der Alm arbeitet. Sie hat dort eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen: Es ist ein bis ins letzte Detail liebevoll gestalteter und belebter Ort, angefangen bei den vielen Blumen über den selbstgemachten Sirup bis zu all den Tieren – das Hängebauchschwein Kaminwurz ruft Ulli zwischendurch gern mal laut zu sich. Auch das Pferd Blacky schaut ab und zu nach dem Rechten und läuft zwischen den Sitzbänken der Gäste hindurch zur Veranda, um sich ein Leckerli abzuholen, bevor es sich wieder zum Grasen auf die Wiese begibt.
Kein Wunder, dass die Wurzer Alm 2014 zur schönsten Alm Südtirols gekürt wurde. Ich verstehe sofort, warum so viele Gäste immer wieder kommen, und auch alle Mitarbeiter mit so viel Elan und Freude bei der Arbeit sind. Ulli strahlt eine ansteckende Lebensfreude aus. Und sie weiß, dass sich ihre Erfülltheit auf andere Menschen überträgt.
Ulli macht alles in ihrem Leben mit Leidenschaft. Ein gutes Beispiel dafür sind die Knödelkurse, die sie seit einigen Jahren gibt. Ich beobachte sie, wie sie sorgfältig die Kräuter aus dem hauseigenen Kräutergarten schneidet, Zutaten zusammenmischt, und die Knödel mit den Händen in die richtige Form bringt. Sie strahlt über das ganze Gesicht, während sie den Teilnehmenden des Kurses jeden Schritt der Zubereitung erklärt. »Wenn ich die Kurse nicht mit Leidenschaft machen würde, dann würden die Leute das doch sofort merken. Der Funken muss überspringen, alles kommt dann viel besser in den Fluss.«
Ulli ist ein positiver und geselliger Mensch. Trotzdem braucht sie auch Zeit für sich. Es ist die Meditation, die sie immer wieder erdet und zu ihrer Mitte führt.
Zu einem zufriedenen Leben gehören aber auch Veränderungen. Für Ulli wird deshalb nach der Saison 2020 Schluss sein, sie will sich in Zukunft anderen Leidenschaften widmen. Ein Schritt, der ihr nicht leicht fällt, schließlich hat sie viele Jahre lang all ihre Energie und Liebe für die Alm aufgewendet. Aber sie will loslassen und sich weiterentwickeln. Soll man nicht aufhören, wenn es am schönsten ist?
Ein wilder Lockenkopf mit einem strahlenden Lächeln – das ist Elisabeth. Ihre Energie, Lebensfreude und Leichtigkeit springen allen sofort entgegen, die ihr begegnen. Die junge Bäuerin führt den Eichernhof in Vöran. Dabei sah ihr Lebensplan einmal ganz anders aus.
Mit 16 Jahren träumt sie von einer Karriere als Köchin im Ausland und beginnt nach der Schule eine Ausbildung bei einer Sterneköchin. Das heimatverbundene Leben einer Bäuerin erscheint ihr altmodisch, für sich selber kann sie sich das nicht vorstellen. Doch obwohl ihr das Kochen viel Spaß macht, erlebt sie bald auch die Kehrseiten des Berufes. Der Druck ist groß, das Arbeitsklima belastend. »Wenn der Chefin etwas nicht passte, dann hat sie dich fertig gemacht. In dem Alter traust du dich aber auch nicht, etwas zu sagen oder dagegen anzugehen.« Elisabeth merkt schnell, dass dieses Umfeld und die fehlende Menschlichkeit ihr nicht guttun, dass sie so nicht ihr Leben lang arbeiten will. Ihr Traum von einer Karriere als Köchin weicht schon bald der ernüchternden Realität.
Gerade als sie ihre Ausbildung zur Köchin zu Ende gebracht hat, wollen ihre Eltern den Familienbetrieb in jüngere Hände übergeben. Und plötzlich erscheint es Elisabeth doch attraktiv, den elterlichen Hof zu übernehmen. Sie würde ihr eigener Chef sein, im Einklang mit der Natur leben und Hand in Hand mit der ganzen Familie arbeiten können. »Als Köchin war ich nicht glücklich, und etwas anderes musste her. Ich habe mir dann gedacht, dass ich auf dem Hof für meine zukünftigen Kinder da sein kann und sie immer um mich herum haben könnte. Das hat mir sehr geholfen, mich für das Leben auf und mit dem Hof zu entscheiden«, erzählt Elisabeth. Die Vorstellung, dass jemand anderes den Hof übernehmen könnte, konnte sie zudem nicht ertragen. Ihr Lebensplan war damit klar: »Ich bleibe in der Heimat und werde Bäuerin!« Mit 19 Jahren beginnt sie ihre landwirtschaftliche Ausbildung und übernimmt schon kurz darauf mit gerade mal 21 Jahren den Hof. »Es war ein richtig tolles Gefühl. Ich wusste, ich kann auf dem Hof voll durchstarten.«
