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Jesus selbst ist das Wort Gottes - und in Ihm sollen wir bleiben. Wenn wir in Ihm bleiben, werden wir die Wahrheit erkennen. Es ist die Wahrheit, dass Gott der Eine ist - das Alpha und das Omega -, dass wir Seine geliebte Schöpfung sind, dass Er uns liebt und uns durch den Tod Seines Sohnes freigekauft hat von der Macht der Sünde. Wenn wir Jesus unser Leben anvertrauen, sind wir frei. Er hat uns durch Seine Gnade erlöst. Durch dieses lebensspendende Geschenk erkennen wir: Kein Mensch muss mehr unter der Macht Satans leben - denn Satan kann der Kraft des Kreuzes nicht widerstehen. Die 25 Predigten von Pastor Michael Kaizik wollen dich ermutigen, befreit in Gottes Wahrheit zu leben und in Seiner Autorität deinen Alltag zu gestalten.
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Seitenzahl: 407
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Vorwort
Einleitung
Prüft alles und das Gute behaltet!
- befreit, um zu leben -
In Gottes Erwählung leben - Das Beispiel von Saul und David
- befreit, um richtig zu wählen -
Vom Input zum Output
- befreit, um zu bezeugen -
Besiege deine Berge
- befreit, um zu siegen -
Durch Gottes Gnade ein Leben in Fülle und Großzügigkeit Teil 1
- befreit, um zu geben -
Durch Gottes Gnade ein Leben in Fülle und Großzügigkeit Teil 2
- befreit, um zu geben -
Das Gleichnis vom Fischnetz
- befreit, um zu ernten -
Die kraftvolle Wirkung des Abendmahls
- befreit zur Gemeinschaft -
Gottes Plan für dein Leben Glaube und Dienst
- befreit, um in deiner Berufung zu leben -
Das Ende des Verklägers – Teil 1
- befreit, um zu segnen -
Das Ende des Verklägers – Teil 2
- befreit, um zu segnen -
Leben und dienen in der Kraft des Heiligen Geistes
- befreit, um zu dienen -
Lege die Lüge ab und rede die Wahrheit!
- befreit, um die Wahrheit zu sprechen -
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
- befreit, um sich zu bergen -
Die Versuchung überwinden.
- befreit, um zu überwinden -
Drei starke Typen im Reich Gottes
- befreit, um zu vergeben -
In Lobpreis und Anbetung leben
- befreit, um anzubeten -
Das Seufzen, das alles verändert.
- befreit, um zu hoffen -
Jona - Eine Botschaft der Gnade Gottes
- befreit, um zu gehen -
Gottes Verheißungen und ihre Erfüllung
- befreit, um zu glauben -
Die sichtbare und unsichtbare Welt
- befreit, um zu herrschen -
Die Freude am Herrn ist deine Stärke
- befreit zur Freude -
Sein Name heißt "Friedefürst"
- befreit, um Frieden zu schenken -
Der in dir geboren ist
- befreit, um zu vertrauen -
Jona – Eine Botschaft der Liebe Gottes
- Gottes Liebe befreit -
Nachwort
Danksagung
Vorwort von Bernd Kollmann
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ - wenn es möglich wäre, dieses Sprichwort um-zukehren, dann wäre das eine naheliegende Kategorie für Michael Kaizik, wie ich ihn seit einigen Jahrzehnten kenne: vergleichsweise wenig Imponiergehabe, Glanz, Schein und Glamour. Hinter der eher unspektakulären Fassade verbirgt sich jedoch eine besondere Lebensweise, die zutiefst geprägt ist vom Evangelium und einem gesunden Hunger danach, mehr von Gottes Herrlichkeit zu erleben. Und das ist nicht alles: Dieser Lebens- und Dienststil von Michael Kaizik hat den Test des Alltags in unserer Welt bestanden; beruflich und familiär. Wenn mich im nördlichsten Bundesland jemand nach einer Empfehlung für eine Kirchengemeinde fragen würde, käme mir die Gemeinde unter seiner Leitung zuerst in den Sinn:
ein sicherer Platz für alle
unaufgeregte und solide pastorale Fürsorge
verbunden mit einer gesunden Sehnsucht für das, was der Heilige Geist gerade nach vorne bringen möchte
ohne ängstliche Engführung
ausgelegt auf Weitherzigkeit und Großzügigkeit
Dafür hat Michael Kaizik als Gemeindepastor eine Form geschaffen - auch durch seine Verkündigung. Und an dieser Stelle kommt das vorliegende Buch ins Spiel. Meine Empfehlung: Genieße es als einen wahren und bewährten Schatz der Gnade und Wahrheit durch Geist und Persönlichkeit für unsere Zeit. Der Inhalt ist geeignet, einen Platz ziemlich unten in deinem persönlichen Glaubensfundament zu bekommen - für einen tragfähigen Glauben an einen genialen Gott, der auch in schweren Zeiten wie diesen durchträgt und weiterbringt.
Bernd Kollmann, Pastor, Baptistenkirche Rendsburg.
Vorwort von Anika Schiestl
Was zeichnet einen Helden aus?
Wohl am Ehesten eine Person, die bereit ist alles zu geben, für eine innere Überzeugung. Eine Person, die seine Liebsten mit dem eigenen Leben beschützt. Ein Mensch, der die Wahrheit vertritt und diese hoffnungsvoll verbreitet, auch auf die Gefahr hin, denunziert zu werden.
Helden überzeugen bestenfalls durch Weisheit und Klugheit, sie agieren besonnen und weise und überzeugen durch körperliche oder emotionale Stärke. Ihr guter Ruf eilt ihnen voraus.
Ich durfte in meinem Leben einigen Helden begegnen.
Michael Kaizik, mein Vater und Pastor, ist ein besonderer Held meines Lebens. Es ist ein Vorrecht, dass Gott mir einen Vater geschenkt hat, der mich gelehrt und mir vorgelebt hat, in der Gnade Gottes zu leben. Er ist ein Mensch, der verstanden hat, dass er nicht aus sich heraus lebt, sondern aus der Gnade und Güte des einzig wahren und treuen Gottes.
Michael Kaizik wurde und wird selbst von der Gnade und Güte Gottes „verfolgt“ und hat erkannt, welchen Schatz er in sich trägt, sodass er nicht anders könnte, als dieses Herzensanliegen Gottes weiterzutragen.
Aus Gnade darf er seit vielen Jahren als Geistlicher im vollzeitlichen Dienst stehen und Ansprechpartner für viele sein. Aus Gottes Gnade heraus füllt er seine Rollen als Pastor, Leiter, Vertrauter, Lehrer, Vater, Großvater und Freund mit Leben und Liebe.
In den nachfolgenden Seiten führt Pastor Michael Kaizik tief in die Thematik des Geschenks der Gnade hinein und zeigt auf, welche Lebensveränderung damit einhergeht, wenn Menschen erkennen, was Gnade in ihnen bewirken kann.
Wenn wir bereit sind, die nachfolgende Ausarbeitung mit dem Heiligen Geist zu erforschen, so bin ich überzeugt, dass dieses Buch die Möglichkeit zu tiefgründigen und lebensverändernden Offenbarungserkenntnissen bietet. Offenbarungen, die Gott uns durch Seinen Heiligen Geist schenken möchte und die wir alle dringend benötigen.
Gott möchte uns anhand dieses Buches Sein Herzensanliegen mitteilen:
Durch Gnade wurden wir erlöst. Durch Gnade teuer erkauft. Durch Gnade entfesselt. Befreit aus dem Machtbereich Satans. Versetzt in das Reich Gottes. Es ist Sein Liebeswerk, für dich, für mich, für uns.
A. Schiestl, ACC-akkreditierte chr. Beraterin, DeGPT&FVT zertifizierte Traumapädagogin und traumazentrierte Fachberaterin, LiFe Coach, Psychoedukatorin, 1.Vorsitzende des „Freiheits-Stil“ e.V.
www.freiheitsstil.de
Alles begann mit einem Telefonanruf bei einem Gemeindeältesten aus der Freien Christengemeinde in der Peterstraße. Eine Freundin hatte mich ermutigt, mit dieser Gemeinde Kontakt aufzunehmen. Wir selbst waren zum damaligen Zeitpunkt als Familie Mitglieder der evangelischen Landeskirche. Gemeinsam mit zwei Freundinnen hatte ich dort einen Kindergarten gegründet. Doch wir merkten recht schnell, dass unser Herz auch für die Kinder und Eltern außerhalb unserer Gemeinde schlug. So traten wir an den Kirchenvorstand mit der Bitte heran, den Kindergarten, dem wir den Namen „Pusteblume“ gegeben hatten, auch für Menschen außerhalb unserer Komfortzone zu öffnen. Leider stieß dies auf Widerstand, denn der damalige Kirchenvorstand fürchtete um die Sauberkeit und Ordnung des Gemeindehauses.
So beteten wir und suchten nach einer Alternative. Da kam der Zuspruch meiner Freundin, deren Kinder auch unseren Kindergarten besuchten, gerade recht.
Das Telefonat war so offen, herzlich und einladend, dass wir nur kurze Zeit später begannen, den Gottesdienst in der Peterstraße zu besuchen. Dies war möglich, weil der Gottesdienst in unserer damaligen Gemeinde abends stattfand. In der Freien Christengemeinde versammelte man sich um 9:30 Uhr am Sonntagmorgen.
Nach ausgiebigem Austausch und einer privaten Einladung bei dem Gemeindeleiter Michael Kaizik und seiner Frau Karin zog der Kindergarten 1995 von der Anscharkirche in die Peterstraße um. Man hatte uns so herzlich und weit die Türen geöffnet, dass wir es als Reden Gottes für uns verstanden. Hier hatten wir einen Ort gefunden, wo dem Geist Gottes so viel Raum gegeben wurde, wie wir es uns immer ersehnt hatten. So wechselten wir auch als Familie die Gemeinde. Wir taten es in Dankbarkeit gegenüber unserem bisherigen Pastor, der mittlerweile neunzig Jahre alt ist und zu dem wir immer noch einen guten Kontakt haben. In der Anscharkirche durften wir unter seiner guten Anleitung und Fürsorge unsere ersten Schritte als Christen tun.
Tatsächlich wechselten mit uns einige gute Freunde von der Landeskirche in die Freie Christengemeinde. Wir betraten verheißungsvolles Neuland, ließen uns auf unseren Glauben hin taufen, lernten die Gaben des Heiligen Geistes besser kennen und erlebten, was es heißt, die biblische Lehre vom Geben des Zehnten zu leben. Wir hatten schon einige Zeit vorher den Impuls gehabt, die Bibelstelle in Maleachi 3,10 ernst zu nehmen: „Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!“
Das taten wir, indem wir das damalige Projekt von Reinhard Bonnke „Vom Minus zum Plus“ mit unserem Zehnten unterstützten. Er ließ in den achtziger Jahren eine Broschüre drucken mit der Botschaft von Jesus Christus, der am Kreuz das menschliche „Minus“ in Gottes mächtiges „Plus" verwandelte, und die an jeden Haushalt in Deutschland verschickt wurde. Wir hatten das Gefühl, Teil von etwas Großem und Bedeutendem zu sein und wurden, so wie Gott es versprochen hat, sehr reich gesegnet. Es öffnete unsere geistlichen Augen für mehr.
Die Gemeinde in der Peterstraße war zum damaligen Zeitpunkt noch recht klein. Wir trafen uns in einem Gebäude, welches Jahrzehnte zuvor mit dem Namen „Zur Quelle“ als Gaststätte und Kegelbahn gedient hatte. Und dieser Ort ist bisher tatsächlich für viele, viele Menschen zu einer Quelle des Lebens geworden. Sonntags besuchten wir wöchentlich den Gottesdienst, teilweise trafen wir uns zu den so genannten „Mehr-Gottesdiensten“ auch zusätzlich noch sonntagabends und in der Woche kam man zu den Hauskreisen zusammen. Es war alles sehr überschaubar und familiär mit den circa fünfzig Mitgliedern. Und doch war da immer ein Beten und Sehnen nach mehr von Gottes Reden und seiner Herrlichkeit. Nur drei Jahre später konnte der kleine Gemeindesaal die vielen Besucher nicht mehr fassen und es entstand 1998 auf dem Hinterhof ein großer Saal, den wir heute noch für unsere Gottesdienste, die mittlerweile von mehr als zweihundert Gästen besucht werden, nutzen. Unter dem Saal wurde eine große Kids Area ausgebaut für die Kindergottesdienste.
Wir waren also angekommen und ich sitze mit meiner Familie auch heute noch, dreißig Jahre später, an fast jedem Sonntag im Gottesdienst und lausche den erbauenden, Horizont erweiternden, seelsorgerischen, ermahnenden und prophetischen Predigten. Hier ist unser geistliches Zuhause, von wo aus wir in unser Umfeld wirken dürfen. Hier fühlen wir uns sicher und lassen uns ermutigen für den Dienst an den Menschen. Es ist ein Ort des Lebens, der Freude und der Gegenwart Gottes. Unsere Gemeindevision lautet: „Wir erleben Gott, lieben Menschen, folgen Jesus und bringen ihn in die Gesellschaft“, woraus sich folgender Slogan für das „Christus Centrum Neumünster“ ergibt: „gemeinsam-lebendigunterwegs“.
Hier sind unsere Kinder groß geworden und dienen heute, teilweise mit ihren Ehepartnern, als freudige Mitarbeiter und Leiter. Unsere Enkelkinder besuchen hier die Kinderkirche, die Royal Rangers und andere Veranstaltungen. Sie dürfen als geliebte, wertgeschätzte und glaubensstarke Menschen heranwachsen.
Das macht mich sehr dankbar und froh. Gott wohnt bei den Menschen und wir dürfen ihn erleben.
Nachdem Michael Kaizik viele Jahre als Gemeindeleiter dieser freien Gemeinde, die später ihren Namen in das „Christus Centrum Neumünster“ umwandelte, vorstand, absolvierte er von 1998 bis 2002 die Ausbildung am Theologischen Seminar Erzhausen und wurde am 02.05.2003 ordiniert.
Pastor Michael Kaizik ist seit 2003 Pastor des CCN. Er ist verheiratet mit Karin und Vater von fünf Kindern sowie Großvater von elf Enkelkindern. Gemeinsam mit der Leiterschaft der Gemeinde setzt er sich für ein vom Heiligen Geist erfülltes Leben ein. Seine Arbeit ist geprägt durch das Streben nach Einheit, die Verkündigung eines kraftvollen christlichen Lebens und das Erleben der biblischen Wahrheiten in den Gottesdiensten und Kleingruppen der Gemeinde.
Michael ist mit 18 Jahren in Wuppertal zum Glauben an Jesus gekommen. Später hat er dann sein Lebensmittelpunkt in Neumünster gefunden.
Hier begann dann eine Sehnsucht in ihm zu reifen, Erweckung im Norden Deutschlands zu erleben und die Christen und Gemeinden in dieser Hinsicht zu ermutigen. Michael glaubt, dass der Herr hier im Norden ein großes Volk hat, das diese Sehnsucht teilt und teilen wird und in Einheit Erweckung erleben wird.
Michael sieht in seinem Dienst auch einen apostolischen Auftrag, Gemeinden zu gründen, Netzwerke zu schaffen und Beziehungen zu knüpfen. Er betont immer wieder, dass das Reich Gottes in Beziehungen besteht.
Es gibt viele Geist begabte Prediger in unserer Gemeinde und doch inspirieren mich die Predigten unseres Pastors ganz besonders. Hinzu kommt, dass ich ihm nun seit neun Jahren in unserem Büro als seine Sekretärin gegenüber sitze, die Power Point Präsentationen für seine Predigten erstelle und viele seiner Predigtskripte gelesen habe. So entstand der Gedanke, sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ich persönlich empfinde es als sehr hilfreich, die Predigten nicht nur zu hören, sondern auch zu lesen und mich in das jeweilige Thema hineindenken zu können.
Teil jeder seiner Predigten ist die Botschaft, dass Jesus durch Seinen Sieg am Kreuz die Mächte der Finsternis entmachtet hat, dass Er uns ausgestattet hat mit der Kraft Seines Heiligen Geistes und wir damit Autorität haben, über diese Mächte zu herrschen, und dass wir von Ihm ausgesandt sind, diese gute Botschaft zu den Menschen weiterzutragen. Das soll auch Sinn und Zweck dieses Buches sein.
Jesus sagte zu den Juden, die an ihn glaubten: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ Johannes 8,31-32
Jesus selbst ist das Wort Gottes und in Ihm sollen wir bleiben. Wenn wir in Ihm bleiben, werden wir die Wahrheit erkennen. Es ist die Wahrheit, dass Gott der Eine ist, das Alpha und das Omega, dass wir Seine Schöpfung sind, dass Er uns liebt und durch den Tod Seines Sohnes freigekauft hat von der Macht der Sünde. Wenn wir Jesus unser Leben anvertrauen, sind wir frei. Es muss kein Mensch mehr unter der Macht Satans leben, denn Satan kann der Macht des Kreuzes nicht widerstehen.
Doch wir sind nicht nur befreit von Sünde und Tod, sondern wir sind auch befreit, um die guten Werke zu tun, die Christus für uns vorbereitet hat.
„Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat.“ Epheser 2,10
Wir sind befreit, um zu leben, zu siegen, zu geben, zu bezeugen, zu ernten, zu segnen, zu dienen, zu überwinden, zu vergeben, zu glauben, zu herrschen, zu gehen, zu hoffen, anzubeten…. Lies es selbst auf den folgenden Seiten und lass dich inspirieren und ermutigen von den Predigten von Pastor Michael Kaizik.
„Prüft alles, das Gute behaltet!“ 1. Thessalonicher 5,21
Dieser Vers aus dem Brief an die Thessalonicher ist der Leitvers für das Jahr 2025. Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) wählt für jedes Jahr unter Gebet einen Bibelvers als Jahreslosung aus.
Was ist eine Jahreslosung? Es ist ein Wort für dich heute!
Ist es einfach ein gutes und richtiges Wort, oder sollten wir das prophetisch deuten und davon ausgehen, dass Dinge auf uns zukommen werden, die ein richtiges Prüfen sehr wichtig werden lassen?
Prüft alles!
Immer wieder prasseln viele Inputs, Anfragen, Informationen auf uns ein.
Paul Donders, ein niederländischer Autor, hat in seinem Buch über Leiterschaft vor circa zwanzig Jahren nach einer durchgeführten Studie geschrieben, dass ein durchschnittlicher Mensch, der im Mittelalter irgendwo in einem Dorf gelebt hat, in seinem gesamten Leben so viele Informationen bekommen hat, wie du bekommst, wenn du die Frankfurter Allgemeine liest. (Quelle: Paul Donders – „Kreative Lebensplanung“)
Wie ist es heute? Wir sehen uns heute konfrontiert oder beeinflusst durch Facebook, Instagram, Telegramm, WhatsApp, SMS, Fernsehen mit unzähligen Programmen, Youtube, TikTok, …
Täglich bekommen wir so viele Informationen. Wie soll man das bewältigen? Bei zu viel Information besteht auch die Gefahr gleichgültig zu werden.
Oft müssen wir Entscheidungen treffen. Die Medien sagen uns – meist indirekt – wie wir zu denken oder zu leben haben. Sie lassen sich instrumentalisieren, um zum Beispiel öffentlich gegen eine Person oder Institution Stellung zu beziehen, deren Handlungen oder Meinungen als nicht richtig empfunden werden (Cancel Culture). Es gibt viele Gedanken, die „herumschwirren“. Viel Neues, noch nicht zeitlich Bewährtes, wird uns vorgestellt und wir müssen entscheiden. Ist das jetzt gut? Ist das richtig? Wie machen wir das? Gerade Neues muss erst einmal geprüft und nicht sofort abgelehnt werden. Sogar prophetische Worte müssen geprüft werden.
Ja, sogar Gott selbst will geprüft werden. Gott fordert sein Volk auf, ihn zu prüfen!
„Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!“ Maleachi 3,10
Stell dir vor: Gott will, dass du ihn prüfst! So ist also das Prüfen etwas absolut Positives! Prüfen hat nicht unbedingt mit negativer Kritik zu tun. Prüfen ist etwas Gutes, nichts Schlechtes.
Also schauen wir uns einmal an, wie und was wir prüfen sollen und der erste Punkt ist ganz wichtig.
Prüft, ob ihr im Glauben seid!
Dazu können unter anderem folgende drei Bibelstellen genannt werden.
„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wärt!“ 2. Korinther 13,5
Wir sollen uns selbst prüfen.
Im folgenden Vers geht es um eine große Katastrophe zur Zeit des Propheten Jeremia, die auf das Volk Gottes kam. Nachdem das Volk jahrzehntelang ermahnt worden war, wurde es aus seinem Land nach Babylon weggeführt. Jerusalem und der Tempel wurden zerstört und da sagte der Prophet:
„Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen und umkehren zum Herrn!“ Klagelieder 3,40
Und in Bezug auf das Abendmahl schreibt der Apostel Paulus:
„Deshalb solltet ihr euch prüfen, bevor ihr das Brot esst und aus dem Kelch trinkt.“ 1. Korinther 11,28
Bevor wir andere prüfen, ruft uns das Wort Gottes auf, uns selbst zu prüfen. Prüfe dich mal selbst! Was sagt der Herr über dich?
Es ist wichtig, über diese Frage nicht in Selbstverdammnis zu kommen. Sei dir bewusst, dass, wenn du an Jesus glaubst, du ein Kind und ein (e) Geliebte (r) Gottes bist!
Mach mal einen Check deines geistlichen Lebens. Gib dem Heiligen Geist Gelegenheit, dir Dinge über dein Leben zu offenbaren:
Stehst du noch im Glauben?
Lebst du ein Glaubensleben? Vertraust du dem Herrn?
Lebst du dein Leben mit und vor Ihm?
Genauso, wie du regelmäßig einen Gesundheitscheck machst, fordert die Bibel dich heraus, einen Check deines geistlichen Lebens zu machen. Das ist nichts Schlimmes, sondern absolut gut. Frage dich:
Wie steht es mit meinem Gebetsleben?
Wie steht es mit meiner Liebe zum Herrn und zu den Mitmenschen?
(„Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ Offenbarung 2,4)
Wie sieht es aus mit meinem Reden?
Bin ich bequem geworden und lebe nur noch in meiner Komfortzone?
Besuche ich noch regelmäßig die Gottesdienste?
Welche Bilder und Gedanken lasse ich in mein Leben hinein?
Wie sieht es aus mit meiner beständigen persönlichen Gemeinschaft mit dem Herrn?
Glaube ich von Herzen an Jesus? Diese Frage ist sehr wichtig! Bin ich wiedergeboren? Habe ich das neue Leben aus Gott?
Wenn nicht, dann ist heute der richtige Zeitpunkt, den Herrn darum zu bitten, und er wird es dir geben.
Prüft, was der Wille Gottes ist
„Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eurer Denkweise, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ Römer 12,2
„Und um das bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und allem Urteilvermögen, damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodass ihr lauter und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus.“ Philipper 1,9-10
Wir sollen prüfen, was der Wille Gottes ist. Jesus lehrt uns im „Vaterunser“ zu beten: „Dein Wille geschehe“ (Matthäus 6,10).
Gott hat gute, wohlgefällige und vollkommene Pläne für dich. Er möchte, dass wir als verwandelte Menschen mit einer neuen Denkweise unser Leben führen. Er will das Beste für dich.
Dies darfst du wissen: Gott ist vollkommen gut! Weil er das Beste für uns will, dürfen wir unser Leben Ihm ganz hingeben. Um den Willen Gottes zu sehen und um zu prüfen, was der Wille Gottes ist, müssen wir eine neue Denkweise einüben. Unser Denken wird gespeist aus dem Wort Gottes. Der Maßstab für unser Denken kommt nicht aus den Medien, sondern aus dem Wort Gottes.
Auch heute gibt es einen starken Druck, sich in das Schema dieser Welt einzufügen und auf vielen verschiedenen Ebenen in ihre Schablone gedrückt zu werden.
Grundsätzlich sind wir alle verführbar! Wer denkt, dass er nicht verführbar wäre, der lebt schon in der Verführung!
Das soll uns keine Angst machen, aber wir müssen uns und manches andere prüfen.
Das Wichtigste an unserem erneuerten Denken besteht darin, zu wissen, dass Gott immer gut ist.
Johannes sagt: „Gott ist Licht und in ihm ist gar keine Finsternis.“ 1. Johannes 1,5
Gott ist gut und Sein Wort ist wahr. Der Heilige Geist hilft uns, Sein Wort zu verstehen und in unserem Leben anzuwenden.
Gottes Wille für dich ist gut und du kannst ihn nicht verbessern.
Maria, die Mutter Jesu, sagte: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Lukas 1,38
An dem Beispiel von Maria, der Mutter Jesu, sehen wir, dass der Wille Gottes immer das Beste für uns ist, aber nicht unbedingt das Einfachste. Maria sagte: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Lukas 1,38
Es war für Maria nicht immer einfach, die Mutter des verheißenen Messias zu sein, aber das Beste für sie und für die gesamte Menschheit. Es fing an mit Joseph, ihrem Verlobten. Wie sollte sie ihm glaubhaft erklären, von wem sie schwanger ist? Doch Gott kümmerte sich darum. Wenn wir uns ganz dem Herrn und Seinem Willen hingeben, dann wird der Herr sich auch um alles Weitere kümmern.
Prüft die Geister!
Das sagt auch Johannes: „Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.“
„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen.“ 1. Johannes 4,1
„Die Einwohner Beröas waren edler gesinnt als die Leute in Thessalonich und hörten die Botschaft Gottes mit Interesse an. Tag für Tag forschten sie in den Schriften nach, um zu prüfen, ob Paulus und Silas tatsächlich die Wahrheit lehrten.“ Apostelgeschichte 17,11
„Ich weiß alles, was du tust. Ich habe dein Bemühen und dein geduldiges Warten gesehen. Ich weiß, dass du böse Menschen nicht ertragen kannst. Du hast jene geprüft, die sich als Apostel ausgeben, es aber nicht sind, und sie als Lügner entlarvt.“ Offenbarung 2,2
Geister zu unterscheiden, ist keine Gabe der Kritik. Hinter falscher Lehre stehen in der Regel dämonische Geister.
Deshalb hat Gott uns die Gabe der Geisterunterscheidung gegeben. Es ist die Gabe, um zu unterscheiden aus welchem Geist etwas geschieht.
„Manchen ist es gegeben, Wunder zu wirken. Einige sprechen in Gottes Auftrag prophetisch; andere sind fähig zu unterscheiden, was vom Geist Gottes kommt und was nicht. Einige reden in unbekannten Sprachen, und manche schließlich können das Gesagte für die Gemeinde übersetzen.“ 1. Korinther 12,10
Die Unterscheidung der Geister ist sehr wichtig, denn Paulus schreibt hier von Menschen, die aufgetreten sind und falsche Dinge gesagt haben. Er lehrt uns: „Denn sie sind falsche Apostel, Betrüger, die lediglich behaupten, sie seien Apostel von Christus. Aber das ist nicht weiter verwunderlich! Gibt sich nicht sogar der Satan als Engel des Lichts aus? Kein Wunder, wenn auch seine Helfer im Namen der Gerechtigkeit auftreten! Doch sie werden ihr verdientes Ende finden.“ 2. Korinther 11,13-15
Es gibt also falsche Geister.
Prüft die Dienste!
Wir sind tatsächlich aufgefordert, und besonders die Leiter unter uns, Dienste zu prüfen. Da heißt es im 1. Timotheusbrief:
„Im Übrigen sollen auch sie zuerst einer Prüfung unterzogen werden, und nur wenn nichts an ihnen auszusetzen ist, dürfen sie zum Dienst in der Gemeinde zugelassen werden.“ 1. Timotheus 3,10
Es besteht immer die Gefahr, stolz zu werden. So ermahnt Paulus Timotheus in seinem Brief, die Mitarbeiter in der Gemeinde vor ihrem Dienst zu prüfen, dass sie untadelig sind, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren, gütig und nicht geldgierig, streitsüchtig und nicht neubekehrt.
„Er soll nicht erst vor kurzem Christ geworden sein; er könnte sonst schnell überheblich werden, und so hätte der Teufel ihn dahin gebracht, dass Gott sein Urteil über ihn sprechen muss. „1. Timotheus 3,6
Ein Leiter darf nicht „geistlich alt werden.“ Er muss “Up to Date” bleiben. Ein Hindernis für Erweckung sind Leiter, die irgendwann stehengeblieben sind und denken: „So muss es sein und nicht anders!“ Dies ist ein Hindernis für das Wirken des Heiligen Geistes.
In der größten Pfingstbewegung der USA, „Assemblies of God“, müssen sich tatsächliche die ordinierten Pastoren alle fünf Jahre einer Prüfung unterziehen, ob sie noch geistlich fit sind für ihren Dienst; ein sogenannter „Pastoren TÜV“.
Der Dienst eines Leiters ist eine große Herausforderung und beinhaltet eine große Verantwortung.
Prüft die Prophetien!
Paulus ermahnt die Thessalonicher in seinem Brief an sie, die prophetische Rede nicht zu verachten. Im Kontext dazu steht der Vers der Jahreslosung: „Prüft alles und das Gute behaltet!“
„Wenn jemand unter euch in Gottes Auftrag prophetisch redet, dann geht damit nicht geringschätzig um.“ 1. Thessalonicher 5,20
Das griechische Wort „propheteia“ heißt, wenn man es genau übersetzt: „für jemand anderen reden“. Wenn ich prophetisch rede, ist es nicht meine persönliche Meinung, sondern für uns bedeutet das: „für Gott reden; wir reden an Gottes Stelle zu einem oder mehreren Menschen“. Das prophetische Reden versteht sich selbst als das Reden Gottes. Warum müssen wir es denn prüfen?
Gerade deshalb, weil der Anspruch so hoch ist, muss geprüft werden, ob Gott wirklich geredet hat, oder ob es meine eigenen Gedanken sind, oder ob es im schlimmsten Fall sogar dämonischen Ursprungs ist.
Wie prüft man die prophetischen Worte?
Zuerst, und das trifft auf alles Prüfen zu, durch das Wort Gottes! Das Allerwichtigste ist, dass wir die Bibel kennen. Gottes Wort ist immer der Maßstab.
Paulus nennt vier Kennzeichen einer nutzbringenden Prophetie:
Die Erbauung; sie baut den Schwachen auf.
Die Ermahnung oder Ermunterung; sie rüttelt den müde gewordenen auf.
Die Tröstung; sie muntert den innerlich Verletzten auf.
Die Überführung; sie deckt die geheimen Regungen des Herzens auf.
Paulus sagt: „Wenn ihr jedoch alle prophetisch redet und irgendein Ungläubiger oder Fremder kommt herein, dann wird er von seiner Schuld überzeugt und durch das, was ihr sagt, überführt.“ 1. Korinther 14,24
Entscheidend ist unsere Haltung!
„Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an. 2. Thessalonicher 5,19-21
Wir sollen das Gute, das Schöne, das Harmonische behalten. Wie anders ist dies oft, auch in der Gemeinde, unter Christen. Man beurteilt Dinge, was grundsätzlich richtig ist. Aber dann wird über all das Negative so stark geredet, dass von dem vielen Positiven nichts mehr bleibt. Wir sollen aber nicht das Negative festhalten, sondern das Gute.
Es wird so viel negativ geredet, besonders in der Politik, und somit auch in den Medien, dass man denken könnte, negativ zu reden, sei eine Tugend – ist es aber nicht.
Auf Meckern liegt keine Verheißung. Wir sollen auch nicht über die Politiker schimpfen, sondern wir haben den Auftrag, für sie zu beten. Selbst wenn wir mit einigen Dingen nicht einverstanden sind, darf man sie beurteilen, aber nicht meckern. Wie kann ich für unsere Regierung beten, wenn ich vorher zwanzig Minuten über sie gemeckert habe? Das ist erscheint mir, schwierig zu sein.
Wenn Menschen in unsere Gemeinde kommen, wollen sie nicht dasselbe Gerede hören, wie sonst überall, sondern wir sollen durch den „entgegengesetzten Geist“ den Menschen dienen.
„So wie mein Mund gute Speise erkennt, so prüft mein Ohr die Worte, die es hört.“ Hiob 12,11
Wir sollen prüfen, was wir hören. Wir müssen nicht jeden Dreck in unser Herz aufnehmen. Kannst du dich an dem Schönen und Harmonischen in der Gemeinde, in der Schöpfung, in unserer Gesellschaft freuen, oder siehst du nur das Negative und Schlechte?
Das „Gute“ ist das, was das Wort Gottes aussagt. Das Wort Gottes ist immer unser Maßstab.
Was macht es nun mit uns, wenn wir gehört haben, was und wie wir prüfen sollen? Der Psalmist schreibt folgendes dazu:
„Ich habe über mein Leben nachgedacht und kehrte wieder um zu deinen Weisungen.“ Psalm 119,59
Er hat sich selbst überprüft und sein Leben Gott untergeordnet.
Sich selbst zu prüfen, soll zu einer Entscheidung führen.
Wollen wir beten, dass Gottes Wort uns zu einer Entscheidung führt! Und die Entscheidung ist, noch mehr nach Gottes Wort zu leben.
Saul und David waren beide erwählte Könige Israels.
In ihren Geschichten liegen geistliche Prinzipien, die auch für uns und unseren Dienst sehr wichtig sind.
Die Wege dieser beiden, von Gott berufenen Männer, kreuzten sich. Doch der eine scheiterte und der andere lebte nach dem Willen Gottes und erfüllte seine Bestimmung.
Woran kann das liegen? Sie hatten beide gute Voraussetzungen. Eigentlich hatte Saul sogar bessere Voraussetzungen als David. Die Umstände und Bedingungen von David waren gar nicht so gut und dennoch heißt es von ihm: „Er diente seiner Generation nach dem Wille Gottes.“ Apostelgeschichte 13,36
Woran kann es also heute liegen, in deinem und meinem Leben, wenn der eine erfolgreich lebt und der andere von Niederlage zu Niederlage geht und schließlich scheitert?
Schauen wir einmal am Beispiel von Saul, was wichtig ist, um die eigene Bestimmung zu erfüllen und was sie zum Scheitern bringen kann.
Wenn man in der Bibel über König Saul liest, könnte man denken: „Naja, da hat sich Gott wohl vertan. Da hat er den Falschen erwählt.“ Und wenn man dann noch an einer Stelle liest, dass es Gott reute, dass er Saul zum König gemacht hatte (1. Samuel 15,11), dann scheint es klar, dass es ein Fehler war.
Doch wenn es lautet, dass es Gott reute, bedeutet es vielmehr, dass Gott traurig war über die Entwicklung, die Saul genommen hatte.
„Der hatte einen Sohn namens Saul, stattlich und schön, sodass keiner schöner war unter den Söhnen Israels; um Haupteslänge überragte er alles Volk.“ 1. Samuel 9,2
Diesen stattlich schönen Mann wollte Gott als König über sein Volk setzen; den Besten. Und so sieht Gott heute auch dich, nachdem Gott alles in dich hineingelegt hat. Du bist sein Bestes! Ist es nicht so, wenn Eltern ein Baby bekommen? Sie sagen, dass es das Schönste auf der ganzen Welt ist. Das eigene Kind ist immer das hübscheste. So sieht Gott dich, denn Gott hat nur Lieblingskinder. Gott hat so viel in jeden einzelnen von uns hineingelegt. Hier geht es auch um Berufung.
Es mag sein, dass du dich selbst gar nicht so siehst. Aber Gott sieht dich so. So möchte er dich haben und er hilft dir in deinem Dienst, so zu sein. Er rüstet dich aus und hat einen Plan für dein Leben.
Gott hat einen Plan für jedes Leben, egal ob du an Jesus glaubst oder nicht. Wenn du anfängst, an Jesus zu glauben, entfaltet sich der Plan, den Gott schon immer für dich hatte.
Vielleicht hast du Niederlagen erlitten. Vielleicht gibt es sogar Sünde in deinem Leben, vielleicht Enttäuschung und Resignation. Doch Gottes Gnade ist immer noch da und sie möchte dir neuen Mut schenken.
Paulus selbst spricht über seine eigene Schwäche und Gottes Zuspruch zu ihm.
„Doch er sagte zu mir: » Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft ist gerade in den Schwachen mächtig. « Jetzt bin ich sogar stolz auf meine Schwachheit, weil so die Kraft von Christus auf mir ruht.“ 2. Korinther 12,9
Ich muss sagen, dass ich manchmal gar nicht stolz auf meine Schwachheit bin. Wie kommt es, dass Paulus so etwas sagt? Ein Kapitel vorher, in Kapitel elf, zählt er alle Widrigkeiten in seinem Leben auf.
„Ich habe härter gearbeitet, wurde öfter ins Gefängnis geworfen, mehr geschlagen und war immer wieder in Lebensgefahr. Fünfmal haben die Juden mir neununddreißig Hiebe verabreicht. Dreimal wurde ich ausgepeitscht. Einmal wurde ich gesteinigt. Ich habe drei Schiffbrüche überlebt. Einmal verbrachte ich eine ganze Nacht und einen Tag auf dem Meer treibend. Ich habe viele beschwerliche Reisen unternommen und war unzählige Male in großer Gefahr: ob durch Flüsse oder durch Räuber, ob durch mein eigenes jüdisches Volk oder durch Nichtjuden, ob in Städten, in der Einöde oder auf stürmischer See oder durch Leute, die sich als Anhänger von Christus ausgaben, es aber nicht waren. Ich habe Erschöpfung und Schmerzen und schlaflose Nächte kennengelernt. Oft litt ich Hunger und Durst und habe gefastet. Oft habe ich vor Kälte gezittert und hatte nichts, um mich warm zu halten.“ 2. Korinther 11,23-27
Er sagt sogar, dass es ein Engel Satans ist, der ihn mit Fäusten schlägt. Ich denke, dies bezieht sich nicht auf eine Krankheit, die manch ein Bibelausleger ihm andichten möchte. Denn diese Aussage steht in dem Kontext, was er alles erleidet, um Jesu Willen. Paulus sagt: „Dreimal habe ich darum gefleht, dass dieser Engel von mir ablassen möge, aber Er hat gesagt…“ und dann kommt dieses Wort aus 2. Korinther 12,9: „Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.“
Da merken wir, dass diese Gnade eine Kraft ist. Gott hat es anders getan als Paulus es sich dachte. Er hat indirekt Paulus´ Gebet erhört. Er hat diese Widrigkeiten nicht einfach weggenommen, aber Er hat ihm Kraft gegeben. Und dann sagt Paulus, dass er nun sogar stolz auf seine Schwachheit ist.
Gnade ist nicht nur ein schönes frommes Wort, sondern Gnade ist eine Kraft, die in uns wirkt.
Die Gnade, die Gott uns schenkt, und die uns zu einer Neuschöpfung in Jesus Christus und zu Gottes Kindern macht, ist nicht einfach nur ein passiver Status, den wir von nun an besitzen. Sie wird in uns, in den Gläubigen, wirksam. Sie ist ein Geschenk.
„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.“ 1. Korinther 15,10
Ich habe selbst oft erlebt, dass Gott mir Dienste auftrug, von denen ich dachte, sie wären zu groß für mich und ich wäre nicht kompetent genug. Aber ich war gehorsam, habe sie ausgefüllt und mit dem Dienst kam die Salbung. Gott fing an zu wirken. Das ist die Gnade Gottes.
Wenn der Auftrag also von Gott ist, dann schau nicht darauf, was du kannst, oder nicht kannst. Sei gehorsam!
Darum geht es hier: um Gehorsam.
Das war das Problem. Er hatte eine gute Ausgangsposition. Das ganze Volk stand hinter ihm. Ganz anders war es bei David, der zu Beginn um sein Leben fürchtete und vor Saul wegrennen musste. Sein Leben hing manchmal nur noch an einem seidenen Faden. Zum Beispiel stellte er sich vor dem Philisterkönig wahnsinnig, um nicht umgebracht zu werden. (1. Samuel 21,11-16) Der absolute Tiefpunkt!
Doch Saul, mit seinen hervorragenden Möglichkeiten, wollte den Menschen gefallen. Wir sehen in der Bibel, dass seine Herrschaft in zwei Phasen aufgeteilt werden kann: die ersten Jahre, in denen er sich auf Gott verließ und danach die Jahre, in denen er Gott untreu war. Diese Untreue passierte nicht schlagartig, sondern es war ein schleichender Prozess. Saul hatte Gottes Gnade, doch durch seinen Ungehorsam wurde die Gnade in seinem Leben blockiert.
So ist es auch in unserem Leben. Wenn Gott uns gnädig ist, wenn die Gnade wirkt und wir lenken seine Gnade in die falsche Richtung, um selbst großartig dazustehen, wird die Gnade blockiert und kann nicht weiter fließen. Dann merken wir, dass wir in eigener Kraft arbeiten und aus unseren eigenen Ressourcen schöpfen.
So war es bei Saul. Er lebte aus seinen eigenen Ressourcen, weil er den Menschen gefallen wollte.
„Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben.“ Matthäus 6,32
Dieses Wort sagt Jesus selbst im Kontext von materieller Versorgung, aber wir können es auf alles anwenden – auf unser ganzes Leben.
Doch wie war es bei Saul? Er gehorchte Gott an entscheidender Stelle nicht. An Sauls Leben kann man sehen, wie Menschen an entscheidender Stelle vom Kurs abkommen können: hier ein Kompromiss, eine falsche Entscheidung, ein Nachlassen in der Gemeinschaft mit Gott, ein Nachgeben in der Versuchung. So etwas geschieht langsam.
So driftete Saul ab. Als David König wurde, war es fast das erste Anliegen, welches David hatte, – und hier sehen wir den Unterschied in der Haltung zu Saul – die Lade Gottes nach Jerusalem zurückzuholen, die Jahre zuvor von den Philistern geraubt worden war. David rief seine Berater und Minister zusammen und sagte:
„Dann wollen wir die Lade unseres Gottes zu uns zurückholen; denn in den Tagen Sauls haben wir nicht nach ihr gefragt.“ 1. Chronik 13,3
Saul hatte nicht diese Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott. Das ist der entscheidende Punkt. Er empfand die Gegenwart Gottes als nicht so wichtig; seine eigene Ehre war ihm wichtiger.
Und nun ist die Frage an uns: Wie ist es bei uns? Ist es uns wichtig, dass die Gegenwart Gottes in der Gemeinde, oder wo wir uns bewegen, stärker sichtbar wird, oder geht es uns um unser eigenes Ansehen, um unser Recht und um unsere Meinung? In den folgenden Bibelstellen geht es um einige Hauptpassagen aus dem Leben Sauls, die sehr charakteristisch für seinen Abfall sind.
„Er wartete dort sieben Tage auf Samuel, …“ 1. Samuel, 13,8
Saul wartete auf Samuel, den von Gott gesalbten Propheten in jener Zeit. Dieser war einer der mächtigsten Männer Gottes der gesamten Bibel, welcher Maßstäbe setzte und auf Gottes Geheiß Saul zum König eingesetzt hatte. Er sagte Saul, dass dieser nichts unternehmen sollte, bis er kommen würde. Er sollte einfach nur warten.
Und dann verzögerte sich Samuels Kommen. Ist es nicht auch so, dass sich manchmal Gottes Eingreifen in unserem Leben verzögert? Wir denken: „Wann greift er denn endlich ein? Ich habe doch gebetet und habe die Verheißungen gelesen. Und jetzt kommt die Erhörung meiner Gebete nicht sofort.“ Deswegen redet die Bibel vom Ausharren, vom Dranbleiben, vom Nichtaufgeben.
„… wie dieser ihn zuvor angewiesen hatte, aber Samuel kam nicht nach Gilgal. Als Saul merkte, dass seine Krieger anfingen, ihm davonzulaufen, verlangte er: »Bringt mir das Brandopfer und die Friedensopfer!« Und er selbst brachte das Brandopfer dar.“ 1. Samuel, 13,8-9
Als Sauls Leute wegliefen, fing er an, irgendetwas zu unternehmen und in eigener Kraft zu agieren. Er brauchte das Ansehen und die Akzeptanz seiner Krieger und des Volkes.
Dies ist besonders ein Wort an Menschen, die in Leiterschaft stehen. Gerade wenn du ein Leiter bist, darfst du niemals versuchen, die Akzeptanz der Menschen in eigener Kraft zu erreichen, sondern Gott muss sie dir geben. Sonst hast du keine Chance. Natürlich brauchst du sie, aber nicht aus dir selbst heraus, sondern aus Gott.
Saul fing an anmaßend zu werden. Er brachte selbst das Brandopfer dar, was nur den Priestern vorbehalten ist. Das hätte er auf keinen Fall tun dürfen, doch ihm war jedes Mittel recht, um die Akzeptanz seiner Krieger zu erlangen.
„Kaum hatte er die Opferhandlung vollzogen, traf Samuel ein. Saul ging ihm entgegen und begrüßte ihn, aber Samuel sagte: »Was hast du getan?« Saul antwortete: »Ich musste mitansehen, wie mir die Männer davonliefen, und du bist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erschienen, während die Philister schon in Michmas bereitstanden.“ 1. Samuel, 13,10-11Hier erkennt man, dass Saul ein Mann war, der die Schuld gern auf andere schob und sie nicht bei sich selbst suchte: „…du bist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erschienen“
Er beschuldigte Samuel, doch der Ungehorsam war auf Sauls Seite, denn er hatte nicht gewartet und beschwerte sich nun bei dem Propheten. „Schuld sind immer die anderen!“
Ein guter Leiter übernimmt Verantwortung für sein Tun – so wie David es tat. Er tat Buße, wenn er konfrontiert wurde und schob nie die Schuld auf andere.
Natürlich war Saul in einer schwierigen Situation. Er stand in einem Kampf. Auch wir stehen in einem Kampf, der gekämpft werden muss. Aber wir müssen ihn in Gottes Weise kämpfen.
„Da habe ich mir gesagt: » Die Philister wollen mich in Gilgal angreifen, und ich habe noch nicht einmal den Herrn um Hilfe gebeten! « So sah ich mich gezwungen, das Brandopfer selbst darzubringen.“ 1. Samuel, 13,12
Saul stellte das Geschehen jetzt auf eine religiöse Ebene. Dabei war die eigentliche Motivation nicht die Hilfe Gottes, sondern das Ansehen bei den Menschen.
»Wie dumm von dir!«, rief Samuel zu Saul. »Du hast das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir gegeben hat, nicht befolgt. Hättest du das getan, hätte der Herr dein Königtum über Israel für immer bestehen lassen. So aber wird deine Herrschaft nicht von Dauer sein, denn der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht. Er hat ihn bereits zum Anführer seines Volkes bestimmt, weil du dem Herrn nicht gehorcht hast.« 1. Samuel 13,13-14
Saul kämpfte um seine eigene Ehre. Doch das ist ein Kampf, den Gott uns nicht geboten hat. Wir sollen, so steht es im 1. Timotheusbrief Kapitel 6,12, „den guten Kampf des Glaubens kämpfen.“ Dieser wird uns nicht erspart und wir sollen ihn kämpfen. Unser Kampf, so sagt der Apostel Paulus im Epheserbrief 6,12, „ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.“
Doch Saul kämpfte um seine eigene Ehre.
Als Leiter hast du eine Wahl. Du kannst dich darauf konzentrieren, gemocht zu werden oder Menschen zu leiten. Sicherlich möchte jeder beliebt sein, aber das darf nicht die Triebfeder unseres Handelns und unserer Entscheidungen sein. Willst du beliebt sein, wirst du instinktiv versuchen, die Menschen zufrieden zu stellen. Wenn du das tust, wirst du auf Dauer keinen Erfolg haben.
Es ist auch einfach, allem und jedem die Schuld für deinen mangelnden Fortschritt als Leiter zuzuschreiben. Ein mir bekannter Leiter sagte einmal: „Wenn du weiterhin keine Fortschritte machen willst, dann gib weiterhin den anderen die Schuld dafür. Das Gegenteil von Schuldzuweisung ist Verantwortung. Die Leiter, die du am meisten bewunderst, sind wahrscheinlich die verantwortungsvollsten Leiter, die du kennst.“
Wir leben als Gläubige, als Diener Gottes, nach einem vollkommen anderen Wertesystem, so wie es Paulus beschreibt.
„Wie ihr seht, geht es mir nicht darum, Menschen zu gefallen! Nein, ich versuche, Gott zu gefallen. Wollte ich noch Menschen gefallen, wäre ich kein Diener von Christus.“ Galater 1,10
Das ist der Todesstoß für jeden geistlichen Dienst. Menschgefälligkeit und Stolz gehen Hand in Hand.
Doch Samuel, der große Prophet und Richter, ging auf zu Saul. Er wollte Saul weiter in die richtige Richtung lenken und ihn, den er liebte, noch nicht aufgegeben.
„Und Samuel machte sich früh auf, um Saul am Morgen zu begegnen. Und es wurde dem Samuel berichtet: Saul ist nach Karmel gekommen, und siehe, er hat sich ein Denkmal aufgerichtet; danach hat er eine Schwenkung gemacht, ist hinübergezogen und nach Gilgal hinabgestiegen. Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom Herrn! Ich habe das Wort des Herrn erfüllt!“ 1. Samuel 15,12-13
Hier lügt Saul, denn das hatte er nicht getan. Er führte einen Kampf gegen die Amalekiter, die für den Satan selbst stehen, oder auch für den alten Menschen, den von Satan inspirierten Menschen. David versetzte später Amalek den Todesstoß, was Saul nicht schaffte.
Nun hatte Samuel zu Saul gesagt, dass alles, sogar die Schafe und Rinder, getötet werden sollten. Und Saul sagt: „Ich habe alles erfüllt.“ Gott wollte ihm einen hundertprozentigen Sieg geben, doch Saul hielt sich nicht an seine Weisung.
„Samuel aber antwortete: Und was ist das für ein Blöken von Schafen in meinen Ohren, und Brüllen von Rindern, das ich da höre? Und Saul sprach: Man hat sie von den Amalekitern hergebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie dem Herrn, deinem Gott, zu opfern; an dem Übrigen haben wir den Bann vollstreckt!“ 1. Samuel 15,14-15
Also hatte Saul nicht alles erfüllt. Nicht „man“, sondern Saul selbst hatte befohlen, das Vieh zu verschonen. Wie man liest, bringt Saul immer alles auf eine falsche, religiöse Ebene. Er lebt weder Beziehung noch Gehorsam.
„Samuel aber antwortete dem Saul: Halte still, und ich will dir sagen, was der Herr diese Nacht zu mir geredet hat! Da sprach er zu ihm: Rede! Und Samuel sprach: Ist es nicht so, als du klein warst in deinen Augen, wurdest du das Haupt der Stämme Israels, und der Herr salbte dich zum König über Israel?“ 1. Samuel 15,16-17
Als Saul demütig war, wurde er das Haupt des Volkes Israel, so wie der Weg nach oben erst einmal nach unten führt.
Das hatte Saul erlebt, doch jetzt war es umgekehrt.
Der Vers 23 in 1. Samuel 15 sagt: „Auflehnung ist so schlimm wie die Sünde der Zauberei und Eigensinn so schlimm wie Götzendienst.“ Im Grundtext heißt es sogar: „Auflehnung ist Zauberei und Eigensinn ist Götzendienst.“ Vom Gesetz her sind dieses todeswürdige Verbrechen im alttestamentlichen Kontext.
„Er aber sprach: Ich habe gesündigt; nun aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, damit ich den Herrn, deinen Gott, anbete!“ 1. Samuel 17,30
Dies war keine echte Buße von Saul. Ihm ging es vorrangig um seine Ehre.
Wie konsequent verfolgen wir in der Gemeinde unsere Ehre und unser Ansehen?
„Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall.“ Sprüche16,18
Dieser Vers ist ein alttestamentliches Wort, welches zweimal im Neuen Testament sinngemäß zitiert wird.
„Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.“ 1. Petrus 5,5
„Umso reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.“ Jakobus 4,6
Das beste abschreckende Beispiel für Hochmut ist Satan selbst. Stolz kommt direkt aus der Hölle und ist besonders gegen unseren Dienst gerichtet.
Es gibt zwei verborgene Prophetien im Alten Testament, in denen zwei Propheten gegen finstere Mächte sprechen. Wir merken beim Lesen, dass der Satan selbst angesprochen wurde. Da heißt es in Jesaja 14,12-15: „Wie bist du doch vom Himmel herabgestürzt, du strahlender Stern, Sohn des Morgens! Du wurdest jäh auf die Erde geschleudert, du Völkerbezwinger! Denn du dachtest dir: ›Ich werde zum Himmel aufsteigen und mir einen Thron über den Sternen Gottes machen. Ich werde weit im Norden auf dem Berg der Versammlung sitzen. Ich werde in die Wolken aufsteigen und mich dem Höchsten gleichmachen.‹ Aber du wirst ins Totenreich hinabgestoßen werden, in das entfernteste Schlammloch.“
Die Sterne stehen für Engel, über die er sich stellen und sich Gott gleichmachen wollte. Satan wollte hoch hinaus und ist ganz tief gestürzt.
In Hesekiel 28,14-15 wird ein Fürst geschildert, zu dem Gott sagt: „Du warst ein gesalbter, schützender Cherub, ja, ich hatte dich dazu eingesetzt; du warst auf dem heiligen Berg Gottes, und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde.“
Das war sein Ende.
Wenn wir für Gott leben wollen, müssen wir demütig sein. Jesus ist unser absolutes Vorbild. Der Fall Satans war ein abschreckendes Vorbild, aber Jesus ist unser positives, von dem wir so viel in der Bibel lesen.
Wenn du Satan den Zutritt zu deinem Leben verschließen und stattdessen Wachstum, Gedeihen und den Segen Gottes in deinem Leben erleben möchtest, dann musst du in Demut vor Gott leben. So hat es David getan. Manchmal hat er auf ganzer Linie versagt, zum Beispiel als er Ehebruch mit Batseba beging und Gott den Propheten Nathan zu ihm schickte. (2. Samuel 12,1 ff)
Aber wenn er dafür zur Rechenschaft gezogen wurde, dann versuchte er niemals einem anderen die Schuld zuzuschieben. Er nahm die Schuld auf sich, tat Buße und lebte vor dem Herrn. Er war dazu bereit und das ist der entscheidende Unterschied.
Demut bedeutet nicht, dass man alles richtig macht und nicht mehr sündigt. Demut bedeutet, ein Herz zu haben, welches für Gott sensibel ist.
„Deshalb beugt euch demütig unter die Hand Gottes, dann wird er euch ehren, wenn die Zeit dafür gekommen ist.“ 1. Petrus 5,6
So wie Stolz nach unten führt, führt Demut nach oben.
Was bewirkt Stolz? Stolz bewirkt Unsicherheit, denn du kämpfst immer um deine eigene Ehre. Das ganze Buch der Prediger spricht davon und beginnt mit dem Satz: „Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.“ Prediger 1,2
Er sieht hier die Menschen, wie sie sind. Sie kämpfen um ihre eigene Stellung.
Stolz führt zu Argwohn. Wie war es bei Saul? David kämpfte gegen Goliath und gewann diesen Kampf, wodurch das Volk Philister geschlagen werden konnte. Da sangen die Frauen, so heißt es, auf den Straßen Israels folgendes Lied: