Goldschmieden als Hobby - Ingeborg Bartsch - E-Book

Goldschmieden als Hobby E-Book

Ingeborg Bartsch

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Beschreibung

Probieren Sie doch einmal mit Hilfe dieses Buches aus, ob Sie genug Geschick für Arbeiten mit Blech aus Edelmetallen (Gold, Silber, Kupfer) haben! Bei diesen Metallen sind die Atome auf gleiche Art (anders als bei anderen Metallen) angeordnet und sie können deshalb (mit kleinen Einschränkungen) auf die gleiche Art bearbeitet werden. Die Anweisungen beschreiben die Arbeiten mit Silber. Es ist nicht so teuer wie Gold, und es wird an der Luft nicht so schnell schwarz wie Kupfer. (Sie können für die ersten Lernschritte auch Kupfer benutzen, wenn sie die dabei entstandenen Stücke vor Oxidation schützen), und Sie können das, was sie für Silber gelernt haben, auf Arbeiten mit Gold anwenden. Dazu brauchen Sie am Anfang nur sehr wenig Werkzeug und ein kleines Stück Silberblech zu kaufen und können damit zuerst einmal ein sehr einfaches Schmuckstück herstellen. Die Anweisungen dazu sind genau beschrieben und durch Bilder unterstützt. Danach können sie - entweder die neu erlernte Technik nutzen, um ein selbst entworfenes Stück herzustellen, - oder gleich zum nächsten Abschnitt (neues Werkzeug, neue Techniken) übergehen, - oder (falls Sie merken,dass solche Arbeiten nicht das Richtige für sie sind), einfach aufhören. Dann ist der Verlust nicht allzu groß. Wenn Sie weitermachen wollen, lernen Sie In jedem der folgenden Abschnitte eine neue Technik für die Schmuckherstellung kennen und können sie auf (nach und nach immer schwierigere ) selbst entworfene Stücke anwenden, bis Sie sich schließlich - im Anschluss an Kapitel 6 auch solche anspruchsvollen Stücke, wie auf dem Deckblatt gezeigt (alles Arbeiten meiner Kursteilnehmer) entwerfen und anfertigen können.

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Seitenzahl: 59

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Ingeborg Bartsch

Goldschmieden als Hobby

Vom ersten Sägeschnitt bis zum eigenen Schmuckstück

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Einführung

Übersicht

1. Sägen, Feilen, Schleifen

2. Bögen sägen und Löcher bohren

3: Das Silberblech verformen

4. Drahtarbeiten

5. Löten vorbereiten

6. Löten

Nachwort

Impressum neobooks

Einführung

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Schmuck aus Gold oder Silber selbst herzustellen? Dieses Buch soll Ihnen Mut dazu machen, denn Sie können darin alles, was man dazu braucht, Schritt für Schritt lernen. Fremde Hilfe brauchen Sie dabei nicht.

Das Buch besteht aus 6 Kapiteln und jedes Kapitel aus mehreren Abschnitten (siehe Übersicht auf der folgenden Seite). In jedem Abschnitt wird durch Bild und Text angegeben, wie man ein vorgegebenes Übungsstück herstellen kann, und welches Werkzeug man dazu braucht. Während Sie daran arbeiten, lernen sie etwas Neues für die Schmuckherstellung. Anschließend können Sie das, was sie gelernt haben, auf eigene Entwürfe anwenden. Dabei dürfen Sie sich von Kapitel zu Kapitel mehr zutrauen.

Beim Lesen des Buches werden Sie feststellen, dass fast nur Arbeiten aus Silber vorgestellt werden, obwohl von „Goldschmieden“ die Rede ist. Das hängt mit dem Berufsbild von Gold- und Silberschmied zusammen: Goldschmiede stellen Schmuck aus Gold, Silber und anderen Edelmetallen her, Silberschmiede dagegen Bestecke, Serviettenringe und andere Gebrauchsgegenstände.

Gold ist sehr teuer und deshalb für Arbeiten von Anfängern nicht empfehlenswert. Silber und Kupfer lassen sich mit den gleichen Techniken wie Gold bearbeiten. Kupfer läuft an der Luft an und wird schwarz und ist damit für die Herstellung von Schmuck ungeeignet. Wir arbeiten deshalb mit Silber. Wenn Sie wollen, können Sie das, was Sie mit Silber gelernt haben, jederzeit auf Gold anwenden. 

Reines Silber und reines Gold sind sehr weich. Schmuckstücke daraus würden sich im Alltag bald verbiegen. Deshalb wird Silberschmuck aus einer Legierung hergestellt. 1000 g dieser Legierung enthalten 925 g Silber und 75 g Kupfer. Man nennt sie „Silber-925“ oder auch „Sterlingsilber“ (Silber-925 war das Münzmaterial der frühen englischen Silberpennies, der sogenannten „Sterlinge“). Der Kupferanteil bewirkt, dass das Material etwas anlaufen kann, wenn es zu lange der Luft ausgesetzt ist. Deshalb bewahren wir alles, was aus Sterlingsilber besteht, in Plastiktüten auf.

Für Ihre ersten Arbeiten brauchen Sie ein Stück Blech aus Silber-925, Stärke 0,7 oder 0,8 mm, von dem Sie das Material für Ihre Schmuckstücke absägen können. Wie groß dieses Stück sein soll, müssen Sie selbst entscheiden: Je größer das Stück ist, desto geringer der Anteil an Nebenkosten beim Kauf, je kleiner es ist, desto geringer der Verlust, falls Sie vorzeitig aufgeben wollen. Mein Vorschlag: für den Anfang 10 cm x 10 cm oder 10 cm x 20 cm.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und viel Freude bei der Arbeit.

Ingeborg Bartsch

*)Falls Sie bei der Materialbeschaffung, bei der Werkzeugbestellung oder auch bei der Arbeit einmal Rat oder Hilfe brauchen, erreichen Sie mich unter der Anschrift:[email protected]

Übersicht

1. Sägen, Feilen, Schleifen

1.1. Werkzeug

1.2. einfache Sägeschnitte

1.3. Feilen

1.4. Schleifen

2. Bögen sägen und Löcher bohren

2.1. Werkzeug

2.2. Ecken, Bögen und Einschnitte

2.3. Bohrlöcher

2.4. Durchbrüche

2.5. Ergänzungen

3. Das Silberblech verformen

3.1. Werkzeug

3.2. eine Wendel biegen

3.3. ein offener Fingerring

... und ein Armreif

3.4. Schmieden

3.5. Treiben

4. Drahtarbeiten

4.1. Werkzeug und Steinperlen

4.2. ein Kettenglied

4.3. Halsketten, Armbänder, Ohrhänger

4.4. Furnituren

5. Löten vorbereiten

5.1. der Arbeitsplatz

5.2. der Mikrobrenner

5.3. ein Probestück erhitzen

5.4. die Beize

5.5. beizen

5.6. Ergänzungen

6. Löten

6.1. Werkzeug

6.2. Mehr zum Lot

6.3. das Flussmittel

6.4. Auflötungen

6.5. Fugen schließen

6.6. Schmucksteine fassen

1. Sägen, Feilen, Schleifen

[ein einfacher Kettenanhänger]

Ihr erstes selbst gestaltetes Schmuckstück soll solch ein Kettenanhänger werden. Während Sie ihn herstellen, benutzen Sie Werkzeuge und erlernen Techniken, die Sie bei fast allen späteren Arbeiten anwenden müssen.

In Abschnitt 1.1. sehen Sie, welche Werkzeugstücke Sie in diesem Kapitel brauchen werden. („Werkzeug zum Sägen“)

In Abschnitt 1.2. übertragen Sie die geplante Form auf das Blech und sägen sie aus. („Einfache Sägeschnitte“)

InAbschnitt 1.3.glätten Sie die Sägeflächen. („Feilen“)

InAbschnitt 1.4.glätten Sie die Oberfläche. („Schleifen“)

1.1. Werkzeug zum Sägen

[das erste Werkzeug]

Ein Sägebrettchen mit Zwingen (1) wird, nachdem Sie es an eine Tischplatte angeschraubt haben, Ihr Arbeitsplatz. Kontrollieren Sie vor dem Kauf, ob die Zwingen die richtige Größe für Ihre Tischplatte haben. Wir sägen fast nur am Rand des Sägebrettchens; den Einschnitt, der für Arbeiten mit Sperrholz vorgesehen ist, benutzen wir nur selten. Laubsägeblätter (2) gibt es in verschiedenen Zahnungen; die richtige Zahnung für Ihre Arbeit ist 3/0. Es werden mehrere Sorten angeboten („Antilope“, „Herkules“, „Goldschnecke“, ...), ohne dass uns ein Unterschied zwischen ihnen aufgefallen ist. Vermutlich sind sie alle gut. Wir arbeiten mit der Sorte „Antilope“ und sind damit zufrieden. Als kleinste Menge gibt es oft nur „1 Gros“ (12 Dutzend, 144 Stück). Die Sägeblätter 3/0 sind sehr dünn und brechen leicht, gelegentlich sogar bei geübten Goldschmieden. Deshalb lohnt es sich, einen Vorrat davon anzuschaffen.

Sägebügel (3) werden mit verschiedenen Bügeltiefen angeboten. Eine mittlere Bügeltiefe (10 oder 12 cm) ist für Ihre Arbeiten am besten geeignet. Größere Bügel sind unhandlich, kleinere Bügel erlauben nur sehr kurze Sägeschnitte. Die Schraube am Bügel erlaubt es, das Sägeblatt nach dem Einspannen noch etwas fester anzuziehen:

Mit Feilen (4) werden Sägeschnitte geglättet. Sie bestehen aus dem Feilblatt (Metall), das die Arbeit tut, und dem Heft (Holz oder Kunststoff), das das Feilblatt hält. Für Ihre ersten Arbeiten reicht eine flache Handfeile Hieb 3, Hieblänge 150 cm. Das Feilblatt kann leicht beschädigt werden. Deshalb soll es nur zum Gebrauch aus der Tüte, in der die Feile verschickt wurde, herausgenommen und danach wieder hineingesteckt werden.

Schleifschwämme (5) sind im Fachhandel für Farben und Tapeten oder im Internet erhältlich. Sie haben zwei verschiedene Arbeitsflächen. Wählen Sie einen mit einer feinen und einer mittleren Körnung aus.

1.2. Einfache Sägeschnitte

Fast jede Goldschmiedearbeit fängt damit an, dass ein Stück aus dem Vorratsblech ausgesägt wird. So können Sie dabei vorgehen:

[die Vorlage aufkleben]

Ein Bild von dem geplanten Stück mit einem gut gespitzten Bleistift auf Millimeterpapier zeichnen. Das umgebende Rechteck ausschneiden und rechts unten (Linkshänder: links unten) mit einem wasserlöslichen Kleber auf die Schutzfolie des Vorratsblech kleben.

[die Säge vorbereiten]

Ein Sägeblatt in richtiger Stellung in der oberen Backe des Sägebogens befestigen. Es muss dabei mit seinem freien Ende auf die zweite Backe zielen, und die Zacken müssen nach außen und nach unten gerichtet sein.

[die Säge gebrauchsfertig machen]

Die beiden Schenkel des Sägebogens fest aneinander drücken und das freie Ende des Sägeblattes in der unteren Backe befestigen. Es muss unter Spannung stehen und beim Anzupfen einen hellen Ton geben, denn ein schlaffes Sägeblatt lässt sich schlecht führen und bricht leicht.

[den Rohling aussägen]

Das große Vorratsblech ist für die Feinarbeit zu unhandlich. Deshalb wird zuerst ein „Rohling“ ausgesägt. In diesem Fall ist der Rohling ein Rechteck, das das geplante Stück umschließt.

Beim Sägen kann man viele Fehler machen, durch die die dünnen Sägeblätter brechen können. Hier ein paar Regeln, durch die Sie die meisten von ihnen vermeiden können:

Zur Vorbereitung das Vorratsblech so auf das Sägebrett legen, dass der größere Teil des Bleches gestütz