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Dieses Buch ist eine Einladung zur Erinnerung. Eine Erinnerung daran, wer du bist, wenn du aufhörst, dich anzupassen, zu funktionieren und dich selbst zu übergehen. Es richtet sich an Frauen, die im Außen ihr Leben meistern, Verantwortung tragen und oft sogar erfolgreich sind – und die dennoch spüren, dass etwas fehlt. Nicht, weil sie zu wenig haben, sondern weil sie sich selbst unterwegs verloren haben. „Gönn dir das Leben“ ist kein klassischer Ratgeber und kein spirituelles Lehrbuch. Es geht nicht um Techniken, Konzepte oder Selbstoptimierung. Dieses Buch führt tiefer. Es zeigt, warum sich bestimmte Muster in Beziehungen, im Beruf, im Umgang mit Geld oder mit dem eigenen Wert immer wiederholen – und warum echte Veränderung nicht im Außen beginnt, sondern im inneren Erkennen. Es macht deutlich, dass Leere kein Mangel ist, sondern ein Ruf. Ein Ruf der Seele, wieder in die eigene Würde, Wahrheit und Selbstverantwortung zurückzukehren. Anhand persönlicher Geschichten, klarer Beobachtungen und bewusster Spiegelung lädt die Autorin dazu ein, alte Prägungen zu hinterfragen, Gefühle wirklich zuzulassen und Verantwortung für das eigene Innenleben zu übernehmen. Sie zeigt, dass Heilung nicht im Vermeiden von Schmerz liegt, sondern im mutigen Hinsehen. Dass Fülle nicht durch mehr Leistung entsteht, sondern durch innere Erfüllung. Und dass das Leben beginnt, sich zu verändern, wenn eine Frau aufhört, sich selbst zu verraten, und beginnt, sich zu ehren. Dieses Buch erinnert daran, dass du mehr bist als deine Geschichte, deine Rollen oder deine Vergangenheit. Dass du eine Seele bist, die Erfahrungen macht – und dass du jederzeit wählen kannst, dein Leben neu zu gestalten. Würdevoll, bewusst und aus deiner inneren Wahrheit heraus. „Gönn dir das Leben“ ist eine Einladung, nicht länger am Rand des eigenen Lebens zu stehen, sondern es ganz zu betreten. Jetzt.
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Seitenzahl: 361
Veröffentlichungsjahr: 2025
Gönn dir das Leben!
Gönn dir das Leben!
WIE DU DICH VON ALTEN MUSTERN LÖST UND DEINE WAHRE FÜLLE LEBST
STEFFI CHRISTIAN
© 2025 Steffi Christian
Verlagslabel: Expertition, www.expertition.de
Verlag: Expertition - Druck und Distribution im Auftrag des Verlags: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland – und andere
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Verlags, zu erreichen unter: Expertition, An der Alster 6, 20099 Hamburg, Germany.
Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung:
ISBN Softcover: 978-3-910236-45-5
ISBN E-Book: 978-3-910236-46-2
Es wird darauf verwiesen, dass alle Angaben in diesem Werk trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung der Autorin ausgeschlossen ist. Ebenso sind Haftungsansprüche gegen die Autorin für Schäden jeglicher Art, die durch die Nichtnutzung oder Nutzung der Informationen, Anleitungen und Übungen beziehungsweise durch die Nutzung fehlerhafter und/oder unvollständiger Informationen verursacht wurden, ausgeschlossen. Folglich sind auch Rechts- und Schadenersatzansprüche ausgeschlossen.
Der Inhalt des Buches darf zudem nicht mit medizinischer oder psychologischer Hilfe verwechselt werden.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.
Über die Autorin
Steffi Christian ist Mentorin für gelebte Spiritualität und Wohlstand – eine Frau, die den Weg vom inneren Überleben zur bewussten Selbstermächtigung selbst gegangen ist. Sie kennt den äußeren Erfolg ebenso wie die tiefe Leere, die entsteht, wenn das Herz unterwegs verloren geht.
Geboren 1966 in Leipzig, aufgewachsen in einem Umfeld geprägt von Mangel und Unsicherheit, lernte sie früh, stark zu sein und sich anzupassen. Als erfolgreiche Unternehmerin führte sie über viele Jahre mehrere Praxen und begleitete tausende Menschen – bis sie erkannte, dass wahre Erfüllung nicht im Tun, sondern im Sein entsteht.
Ein persönlicher Wendepunkt führte sie zurück zu ihrer Seele und ließ sie erkennen: Unsere Geschichte ist nicht unsere Last, sondern unsere Kraft. Heute begleitet sie Menschen, die bereit sind, sich selbst ehrlich zu begegnen, alte Muster zu lösen und Erfolg neu zu definieren – von innen nach außen.
Steffi verbindet spirituelle Tiefe mit klarer Präsenz, Herz mit Bewusstsein und Führung mit Würde. Sie steht für einen neuen Weg von Erfolg: kraftvoll, bewusst und getragen von innerer Wahrheit.
www.steffichristian.com
Cover
Halbe Titelseite
Titelblatt
Urheberrechte
Über die Autorin
Vorwort
Du bist die Antwort
Was ist die Seele?
Erinnern, wer du bist
Was hat das mit mir zu tun?
Seelenanteile zurückholen
Du bist nicht allein.
Persönlichkeit ist so viel mehr als nur Attitüde …
Hilfe zum Aufwachen
Alles real – oder was?
Kanal auf Empfang
Das Ego erkennen
Wenn die Seele ruft
Gefangen im Hamsterrad?
Erinnere dich, wer du bist
Woraus besteht unsere Persönlichkeit?
Wähle, wer du bist.
Das Leben ist dein Spiegel
Vorwärts immer, rückwärts nimmer
Das Leben Lässt dich hinsehen
Was kann ich tun, damit …?
Reiz. Reaktion. Erkenntnis.
Prägungen
Wunden in Weisheit wandeln
Gewählte Armut, oder was?
Reflexion: Was geschieht mir immer wieder?
An der Wurzel beginnen
Frieden beginnt in dir
Übung zum Nachspüren
Fesseln & Freilassen
Loslassen ist kein Verzicht
Nicht nur du Lässt los
Heilung durch Gefühle
Gefühle wirklich fühlen
Energie herbeirufen
Sterben und so weiter …
Liebe bleibt
Vergebung macht dich frei
Wer bist du in Wirklichkeit?
Beziehungen
Männer und Frauen
Kollektive Heilung
Vertrauen
Abendritual für Schutz und inneren Frieden
Frequenz & Fülle
Anker für dein Leben
Fülle beginnt im Kopf
Unbewusst und trotzdem wirksam
Werte – Spiegel deiner Geschichte
Was willst du wirklich?
Nicht so geheime Kräfte
Reichtum? Brauch ich nicht, oder doch?
Frequenzen – Der Weg zurück in deine Gestaltungskraft
Zahlencodes
Im Einklang mit höheren Mächten
Heilung ist nicht immer witzig
Freude
Freude durch Schmerz
Annehmen, was ist
Ich gehe vor
Gönn dir.
Wie dein Körper mit dir spricht
Mehr als nur Fleisch und Knochen.
Das Körperorakel
Allein und ganz bei dir
Worte und Wirkung
Worte verändern Welten
Affirmationen und Visionen
Frieden beginnt in dir
Glaubenssätze bearbeiten
Schöpferkraft und Selbstermächtigung
Wie du dich nährst
Deinen Körper nähren
Sex
Alltagsspiritualität trotz Wäscheberg
Dein täglicher Anker unter dem Kopfkissen
Würdevoll leben
Erlaubnis zum Genießen
Das Ende?
Cover
Titelblatt
Urheberrechte
Über die Autorin
Würdevoll leben
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Vorwort
Gönn dir das Leben.
Nicht das Leben, das andere für dich vorgesehen haben. Nicht das Leben, das du aus Pflicht, Gewohnheit oder Angst lebst. Sondern dein Leben. Dein ganz eigenes, wildes, weiches, kraftvolles Leben. Gönn dir dein Leben – genau darum geht es in diesem Buch.
Vielleicht hat dir bisher noch nie jemand gesagt, dass du dir das Leben gönnen darfst. Vielleicht hast du gelernt, dich kleinzumachen, dich anzupassen, brav zu sein. Vielleicht bist du heute eine Meisterin darin, alles für alle zu tun und hast dabei vergessen, dass du selbst existierst. Genauso wie ich, viele Jahre lang.
Dieses Buch ist kein weiterer Ratgeber, der dir sagt, wie du funktionieren sollst. Es ist eine Einladung. Eine Erinnerung. Ein Weckruf mit vielen Geschichten von mir. Denn „Gönn dir das Leben“ bedeutet: Hör auf zu warten. Hör auf, dich am Rand deines eigenen Lebens aufzuhalten. Hör auf, in alten Mustern stecken zu bleiben. Fang an, dich zu ehren, zu fühlen und zu leben. Dazu möchte ich dich mit diesem Buch inspirieren.
Mal ganz ehrlich: Fühlt sich dein Leben gerade glücklich oder eher wie ein einziger, sich wiederholender Tag an? So wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“? Alles läuft, du läufst – irgendwie. Und doch fehlt der Sinn.
Vielleicht lebst du seit Jahren in derselben Partnerschaft oder bist längst getrennt und fühlst dich trotzdem leer, unzufrieden und unverbunden. Dann bist du nicht allein.
Oder du bist erfolgreich im Außen, vielleicht sogar selbständig tätig oder Unternehmerin, engagiert, mitten im Leben – und trotzdem fühlst du dich innerlich leer. Irgendetwas fehlt. Du funktionierst, du leistest, du gibst, aber du spürst dich selbst dabei kaum noch.
Vielleicht fühlst du dich sogar irgendwie klein oder weniger wertvoll als andere. Immer wieder fragst du dich: „Bin ich gut genug? Habe ich mehr verdient als das, was mein Leben mir gerade gibt?“ Und irgendwo in dir drin spürst du, dass es Zeit ist, etwas zu verändern, aber du weißt nicht, wie.
Ich kenne dieses Gefühl gut.
Die Leere, die du spürst, ist ein Ruf.
Ein Ruf deiner Seele, endlich nach Hause zu kommen. Zu dir selbst.
Genau für dich ist dieses Buch geschrieben.
Mit meinen Worten möchte ich dich weder belehren noch zu irgendetwas drängen. Vielmehr möchte ich daran erinnern, wer du in Wahrheit bist. Denn viele Frauen, mit denen ich arbeite, haben sich selbst in ihrem Alltag verloren. Unterwegs im Leben, aufgerieben zwischen Frau und Ehefrau sein, Familie und Job. Sie glauben, sie müssten noch mehr leisten, noch besser sein, um endlich „gut genug“ zu sein. Doch gut genug – was bedeutet das überhaupt? Und gut genug wofür?
Du musst keine spirituellen Bücher gelesen haben, um meine Worte zu verstehen. Du brauchst keine Vorkenntnisse, musst nicht täglich meditieren oder Mantras rezitieren. Es reicht für den Anfang völlig aus, wenn du dich selbst fragst, warum sich manche Dinge, die du eigentlich so gar nicht haben möchtest, in deinem Leben wiederholen. Warum du das Gefühl hast, im Kreis zu laufen. Warum du dich trotz Erfolg nicht erfüllt fühlst.
Auch ich war an diesem Punkt. Ich fühlte mich seltsam leer, obwohl ich im Außen vieles hatte, was andere Frauen sich wünschen. Eines Nachmittags sprach ich mit einer Freundin darüber, dass mein Leben sich nicht mehr nach mir anfühlte. Sie sagte dann zu mir: „Leg dich mal auf die Wiese.“ Ich sah sie an und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Ich konnte mich doch nicht jetzt, hier, am helllichten Tag einfach auf eine Wiese legen! Ich hatte zu tun, ich musste arbeiten, für meine Tochter da sein, Geld verdienen. Und dann war da noch die Wäsche …
Und dann habe ich es trotzdem gemacht. Ich legte mich in das weiche Gras, schaute hoch in den Himmel und es passierte – nichts. Niemand kam und sagte, ich sollte wieder aufstehen. Niemand verurteilte mich dafür, dass ich mitten am Tag einfach so im Gras lag. Ich spürte mich, meinen Körper, auf dem Boden, meinen Atem, wie er langsam immer ruhiger wurde, wie ich ein Teil der Natur war. Und plötzlich tat sich folgende Frage in meinem Kopf auf:
Wo hört das Universum eigentlich auf?
Und in mir ergaben sich Antworten, von denen ich dir im Verlaufe dieses Buches berichten werde. Und ich möchte, dass du erkennst, dass die meisten Antworten, die du suchst, bereits in dir sind.
Ich konnte damals nicht begreifen, was ich fühlte. Mein Kopf war überfordert. Mein Geist auch. Aber irgendetwas in mir war tief berührt.
Denn ich hatte erkannt – nein, gespürt – dass das Universum und ich eins sind.
Mit diesem Buch möchte ich dich genau daran erinnern, dass auch du Teil dieses „einen“ bist. Ich möchte dich an deine Tiefe, an deine Verbindung, an das, was größer ist als du selbst und trotzdem in dir lebt, erinnern.
Bisher kannst du dieses Wissen vielleicht noch nicht greifen, aber da ist etwas in dir, das sich nach Ausdruck sehnt und weiß, dass das, was du fühlst, die Wahrheit ist. Dieses Gefühl, dass mehr in dir steckt, als du bisher lebst. Tief in dir weißt du: Irgendetwas ist anders an mir. Irgendetwas in mir ist besonders.
Vertraue deinem Gefühl. Auch wenn du noch nicht weißt, wo es genau hinführt. Wisse, dass du Teil des universellen Bewusstseins bist und als Seele in einem Körper hier auf die Erde gekommen bist, um Erfahrungen zu machen.
Ich lade dich mit diesem Buch dazu ein, dich an deine Seelenkraft zu erinnern und sie endlich zu leben.
Mir geht es in diesem Buch nicht um Konzepte oder Schönwetter-Coaching. Es geht mir um Bewusstsein. Um echtes, tiefes Bewusstsein. Um die Erinnerung daran, dass du Schöpferin deines Lebens bist. Dass niemand außer dir selbst für dein Glück, deinen Schmerz und deinen Mangel verantwortlich ist. Nicht dein Chef, nicht dein Partner, nicht dein Kontostand. Alles, was im Außen sichtbar wird, ist ein Echo deines Innenlebens.
Deshalb werde ich dir in diesem Buch eine Menge Geschichten von mir erzählen. Ich will dir nicht tausend theoretische Konzepte mitgeben, die du dann doch nicht anwendest. Ich möchte, dass du liest, spürst und erkennst, was meine Geschichten mit dir zu tun haben könnten. Ich möchte, dass du fühlst, dass meine Geschichten auch deine Geschichten sein könnten.
Denn wir sind alle eins. Das, was ich erlebe, spiegelt auf einer tieferen Ebene immer auch etwas von dir. Und umgekehrt. Vielleicht erkennst du dich in meinen Worten wieder, vielleicht auch nicht sofort – doch die Muster, die uns prägen, sind oft erstaunlich ähnlich. Genau deshalb tauchen bei vielen Frauen dieselben Sätze auf, wenn sie mit mir sprechen:
„Ich habe zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Liebe …“ diese Sätze höre ich täglich von Frauen, die sich bei mir melden und ich sage ihnen dann immer: All das beginnt nicht dort draußen, sondern in dir.
Wenn du ehrlich bist, spürst du es: Jammern wird dich nicht weiterbringen. Stattdessen darfst du beginnen, hinzuspüren. Wer bist du wirklich? Was sind deine Qualitäten? Warum lebst du so, wie du lebst? Was hast du als Kind über Fülle gelernt? Über deinen Wert? Über das, was du vom Leben erwarten darfst? Wie oft hast du versucht, es allen recht zu machen, nur um dich dann selbst zu verlieren?
Jede von uns wurde geprägt – durch Worte, durch Blicke, durch das, was nicht gesagt wurde. Wir alle wurden hineingeboren in ein bestimmtes emotionales System. Und solange du diesen inneren Rahmen nicht erkennst, wirst du dich immer nur innerhalb seiner Begrenzung bewegen. Nicht, weil du unfähig bist – sondern weil du nie etwas anderes gelernt hast.
Wenn du mit Russisch aufgewachsen bist, sprichst du nicht plötzlich Chinesisch. So einfach ist das. Und genauso funktioniert dein Denken über Geld, über Erfolg, über dich selbst. 95 Prozent davon laufen unbewusst. Und wenn du mehr willst – mehr Fülle, mehr Freiheit, mehr Freude – dann darfst du deinen inneren Rahmen sprengen.
Du darfst dich über die Begrenzungen erheben, die dir andere einst auferlegt haben. Du darfst dich neu erkennen. In deiner Tiefe, Kraft und Wahrheit.
Gerade, als ich diese Worte schreibe, muss ich selbst ein bisschen schmunzeln. Denn es gab eine Zeit, in der hätte ich mich niemals getraut, so klar zu sprechen oder zu schreiben, wie ich es heute tue. Doch heute sind diese Worte meine Wahrheit. Weil ich mich erinnere. Weil ich weiß, wer ich bin. Und weil ich gelernt habe, mich nicht länger zu verraten – sondern mich zu ehren.
Deshalb verwende ich in diesem Buch auch gelegentlich transformatorisches Vokabular und eine – von außen gesehen – rüde Sprache. Das mache ich nur, um dich wachzurütteln, alte Muster zu unterbrechen und dich mit Klarheit in die Tiefe zu führen.
Fülle entsteht nicht durch mehr Leistung. Fülle entsteht durch Erfüllung. Und Erfüllung kommt nicht von außen – sie wächst aus deiner Seele, aus der Leere, die du irgendwann zu spüren begonnen hast.
Ich selbst war viele Jahre nicht erfüllt. Ich wusste gar nicht, was ich hier, auf dieser Erde, eigentlich soll. Ich war angepasst, funktionierend, immer beschäftigt. Erfolgreich im Außen und doch so leer im Innen. Damals wusste ich nur eins: Ich bin anders. Und ich fühlte: Mich will hier eigentlich niemand so, wie ich bin. Genau aus dieser Verwirrung ist mein Weg entstanden. Denn irgendwann habe ich verstanden, worum es mir wirklich geht: um Würde. Um die Würde des Menschen. Um meine eigene Würde. Und darum, dass niemand das Recht hat, mich kleinzumachen.
Und auch dich darf niemand klein machen. Niemand darf sich über dich erheben. Niemand darf dich demütigen, ohne dass du es zulässt.
Und obwohl ich das heute ganz klar weiß, habe ich genau das lange mit mir machen lassen. Ich erinnere mich an meinen früheren Mentor. Ich habe sein Unternehmen mitgeführt, von Montag bis Sonntag, mit ganzem Herzen. Ich habe alles gegeben. Und trotzdem wurde ich angeschrien. Erniedrigt. Klein gemacht. Ich habe das damals ausgehalten. Weil ich dachte, ich müsste. Weil ich dachte, das sei Loyalität.
Mal Hand aufs Herz: Wo lässt du dir einiges gefallen, weil du denkst, du müsstest loyal sein?
Ich habe lange gebraucht, zu erkennen, dass ich mir selbst gegenüber respektlos war. Denn ich habe nicht auf den Ruf meiner Seele gehört. Stattdessen habe ich mich in alten Wunden und Begrenzungen verloren.
Solange du deine alten Wunden nicht heilst, holst du dir immer wieder dieselben Geschichten ins Leben. Unbewusst. Immer wieder. Das Leben wiederholt sich – bis du hinschaust. Bis du bereit bist, zu fühlen, was du so lange nicht fühlen wolltest. Angst. Wut. Ohnmacht. Scham. Wenn du diese Gefühle nicht fühlst, kommt die nächste Situation. Und die nächste. Und wieder eine. Denn das Außen ist nur ein Spiegel deiner Innenwelt.
Wenn du das erkennst, beginnt etwas Neues. Du beginnst, dich zu verstehen. Du beginnst, dir selbst zu begegnen. Und du hörst auf, dich ständig im Außen zu verlieren. Denn du bist hier, um dich zu vervollkommnen. Als Seele. Als Mensch. Als Frau. Du bist hier, um dich zu erinnern. Und um dich nicht länger zu verraten – sondern zu ehren. Mit deiner ganzen Würde. Mit allem, was du bist.
Wenn du an diesen Punkt kommst, geschieht etwas Entscheidendes: Du spürst, dass es nicht mehr reicht, alles zu verstehen. Du willst es erleben. Du willst dich verändern. Du willst deine Wahrheit leben – und nicht länger nur darüber lesen. Genau dort beginnt deine Reise zu dir selbst.
Auch bei mir gab es diesen Moment. Einen Punkt, an dem ich nicht mehr so weitermachen konnte wie bisher. An dem mir klar wurde: So geht es nicht weiter. Von diesem Moment und vielen weiteren Momenten in meinem Leben will ich dir in den folgenden Kapiteln berichten. Ich werde dich triggern, dir Worte um die Ohren hauen und dich sprachlos machen. Ich werde dich aufrütteln, dir zeigen, wer du wirklich bist. Und ich werde dich ermutigen, dir dein Leben zurückzuholen, mit allem, was dazu gehört. Denn ich möchte, dass du dir dein Leben gönnst. Ab sofort. Also lass uns loslegen.
Du bist die Antwort
2004 war meine Tochter vier Jahre alt. Und ich wollte nicht mehr leben.
Damals habe ich mich gefühlt wie eine völlige Versagerin. Ich konnte mein Leben nicht mehr ertragen. Jedes Wochenende trank ich Rotwein, um überhaupt irgendwie auszuhalten, was in mir los war. Ich fühlte mich hässlich und wertlos. Zum Rotwein gesellten sich Zigaretten, zwei, drei Schachteln am Tag. Und, ganz ehrlich, heute, wo ich diese Zeilen schreibe, kann ich es selbst kaum glauben, wie mies es mir ging.
Damals arbeitete ich als Physiotherapeutin. Ich wusste, was ich tat, über 35 Jahre lang hatte ich schon in diesem Beruf gearbeitet. Und ich war immer für andere da gewesen. Immer fröhlich. Immer stark. Immer helfend. Doch tief in mir brodelte eine Wahrheit, die ich nicht aussprechen konnte: Das war nicht mein Leben! So wollte ich nicht sein!
Trotzdem machte ich weiter. Ich tat das, was von mir erwartet wurde. Weil ich früh gelernt hatte, dass mein Überleben davon abhängt.
Ich war damals noch völlig unbewusst – was ich täglich mit mir selbst und mit meinem Körper machte, möchtest du gar nicht wissen. Ich funktionierte nur noch. Tagein, tagaus. Ging zu meiner Arbeit, kümmerte mich mechanisch um alles, was anstand. Ich lief wir ein Zombie durch die Gegend. Eines Tages kam der Zusammenbruch. Burnout. Ich schleppte mich von meinem Bett auf die Couch und lag einfach nur noch herum. Mir war klar, dass ich so nicht mehr weiterleben wollte und gab einfach auf. Ich beschloss einfach, nicht mehr weiterzuleben. Und mein Körper und mein Geist reagierten. Ich sah helles Licht, das berühmte weiße Licht am Ende des Tunnels. In diesem Moment starb ich – innerlich.
Das, wovor ich mein Leben lang die größte Angst hatte, nämlich dem Tod, trat damals ein. Doch meine Seele war anscheinend noch nicht fertig mit diesem Leben, denn ich kam zurück und fand mich auf besagtem Sofa wieder. Aber ich war nicht mehr dieselbe wie vorher. Es war, als hätte ich durch mein Ende ein Update bekommen, als wäre mein Lebenssystem neu gestartet worden. Plötzlich war ich nicht mehr nur wach, sondern erwacht. Ich konnte erkennen, dass unser Leben einen Sinn ergibt und wie ähnlich wir uns alle sind. Dass es keine Unterschiede gibt und wir alle gut sind – jeder auf seine Weise.
Die Angst vor dem Tod begleitete mich bereits mein gesamtes Leben. So wie meine Tochter 2004 war ich damals vier Jahre alt, als mein Vater versucht hat, meine Mutter umzubringen. Ich bekam mit, dass da irgendwas nicht stimmen konnte und auch wenn ich nicht genau verstand, was passierte, wusste ich: Ich muss überleben! Was muss ich dafür tun?
Diese Frage entwickelte sich zu meiner primären Lebensfrage und steuerte fortan mein ganzes Leben. Und ich schaffte es: Ich überlebte, indem ich allen alles recht gemacht habe. Ich funktionierte. Wenn meine Eltern sich stritten, rief ich die Polizei und versuchte, zu vermitteln, alle zu decken. Später in der Arbeit tat ich alles, damit meine Chefin zufrieden war – egal, was sie von mir verlangte.
Und ja, das war nicht alles schlecht. Vieles davon, insbesondere in meinem Job, hat mir auch Spaß gemacht. Ich lachte viel, war beliebt und engagiert. Doch das war nur im Außen. Im Inneren war ich erschöpft, aufgearbeitet und leer. Irgendwann kam der Burnout. Dann ein Tumor. Und dann ein Geisterfahrer, der mich nur knapp verfehlte. Drei massive Warnsignale meines Lebens, dass ich nicht mehr wegschauen sollte. Und ich verstand – endlich war ich wach. Ich konnte nicht mehr weggucken.
Mir wurde klar: Irgendetwas in mir zieht diese Situationen an. Die unbewusste Frequenz der Frage Was muss ich tun, um zu überleben? hatte mein Leben gesteuert.
Durch die Arbeit mit einem meiner Mentoren konnte ich das erkennen – und damit kam der Wendepunkt.
Ich stellte mir eine neue Frage:
Was muss ich tun, um extrem glücklich zu sein?
Und ab diesem Moment veränderte ich mein Leben. Radikal.
Ich verkaufte mein Haus in Taucha, gab meine beiden Praxen auf und begann, meinem inneren Ruf zu folgen. Ich zog nach Gifhorn, gab Workshops und nach einiger Zeit war ich jedes zweite Wochenende auf der Bühne, um Menschen zu begleiten, in ihr eigenes Glück zu finden.
Das war eine erfüllende Zeit – bis zu dem Punkt, an dem alles irgendwie zu groß und zu unpersönlich wurde. Ich fühlte mich nicht mehr gesehen als Mensch, erfuhr nicht mehr die Wertschätzung, die ich mir wünschte. Und obwohl ich damals richtig viel Geld verdiente – ich war nicht glücklich. Um Geld ging es mir nie. Viele Menschen in der spirituellen Szene sagen das und ich war keine Ausnahme. Doch mit dieser Aussage schob ich die Fülle anscheinend auch von mir weg.
Was ich aber weiß ist, dass ich mehr und mehr anfing, bewusste Entscheidungen für mich, mein Leben und mein Glück zu treffen.
Damals erkannte ich ebenfalls, wie viel Kraft in der Annahme steckt, in einem Leben ohne Bewertung. Denn solange wir Menschen unbewusst sind, bewerten wir. Wir zeigen mit dem Finger auf andere, statt uns selbst zu begegnen. Wir führen Kriege, beschuldigen andere, anstatt friedlich miteinander umzugehen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber tief in mir trage ich den Wunsch nach Frieden, es fühlt sich fast an wie ein heiliger Auftrag. Denn viele Jahre hatte ich nicht nur Angst vor dem Tod, sondern auch vor Krieg. Keine diffuse Angst, sondern eine sehr reale.
Als Kind lebte ich direkt am Bahnhof in Taucha. Ich sah dort häufig, wie Panzer verladen wurden. Und dann wurde im Unterricht über die Neutronenbombe gesprochen, ich erinnere mich noch genau, es war in der dritten Klasse. Stell dir vor du bist ein Kind, und man erzählt dir, dass vielleicht bald alles vorbei sein könnte – die Welt, wie du sie kennst, alle tot, die du liebst. Ich hatte damals große Angst. Eine lähmende Todesangst, die sich tief in mir eingegraben hatte. Frieden erschien mir wie ein schöner, jedoch weit entfernter Ort.
Heute weiß ich: Der einzige Ort, an dem echter Frieden beginnt, ist in mir. Und wenn du Frieden in dir trägst, musst du ihn nicht mehr im Außen suchen.
Viele Menschen haben diesen inneren Ort noch nicht gefunden. Sie laufen im Autopiloten, im Unbewussten, ferngesteuert durch den Tag. Und das ist erst einmal nicht bedenklich, denn es ist der Weg der Seele auf Erden, sich wieder zu erkennen. Ich habe das irgendwann verstanden und möchte dich mit diesem Buch dazu inspirieren, das auch zu entdecken. Ich wünsche mir, dass du aufwachst und dich an deine Kraft und ja, auch an deine Göttlichkeit, erinnerst. Göttlichkeit? Ja, tatsächlich, deine Göttlichkeit. Mehr darüber erklärte ich dir noch im Laufe dieses Buches.
Dieses Buch ist dein Weg, zu entdecken, wer du wirklich bist, zu spüren „jetzt ist meine Zeit“. Jetzt beginne ich, mich zu erinnern. Jetzt erkenne ich meine Schöpferkraft und lebe sie. Jetzt erkenne ich, dass ich eine unendliche Seele bin, die auf dieser Erde eine Erfahrung machen darf.
Und genau da beginnt die große Frage, die uns alle bewegt – auch wenn wir sie selten laut aussprechen: Wenn ich mehr bin als mein Alltag, mehr als meine Rollen und Muster – was genau ist dann dieses „Mehr“? Was ist das, was in mir schwingt, was mich trägt, was mich ruft?
Was ist die Seele?
Dieser Frage haben sich schon unzählige Philosophen gestellt. Und wenn du auf die Straße gehst und zehn Menschen fragst, erhältst du vermutlich mindestens zehn verschiedene Antworten dazu, was die Seele genau ist.
Für mich ist die Seele ein Teil des großen Ganzen. Ein Teil des Über-Ichs. Ein Ausdruck des Göttlichen. Wir alle kommen aus dem großen Ganzen und die Seele inkarniert in einen menschlichen Körper, um sich auf der Erde zu erfahren. Wenn ich an die Seele denke, dann höre ich leise Musik in mir. Keine Worte. Keine Sprache. Nur feine Schwingung. Reine Energie. Die Seele spricht nicht – sie ist. Sie schwebt. Sie wirkt. Sie hat ein Bewusstsein. Und sie kann erschaffen. Alles. Ich glaube, dass sie sich immer wieder entscheidet, in einen Körper zu inkarnieren – manchmal vollständig, manchmal nur in Teilen. Es muss nicht immer das ganze Seelenpotenzial inkarniert sein. Manchmal kommt nur ein Anteil, weil die Erfahrung genau das verlangt.
Für mich ist die Seele außerdem etwas, das sich vervollkommnen will. Sie will sich erfahren. Im Hier. Im Jetzt. In diesem Leben. Das ist meine Wahrheit. Ob das eine allgemeingültige Definition ist? Nein. Muss es auch nicht sein. Aber es ist mein inneres Erleben.
Ich glaube zudem, dass Gott sich durch uns ausdrückt. Ich bin ein göttliches Wesen, genau wie du. Und Gott wirkt durch mich und auch dich, durch uns alle. Das ist nicht überheblich gemeint – im Gegenteil. Es ist eine tiefe, demütige Erkenntnis.
Wir sind nicht getrennt vom Göttlichen. Ich bin ein Teil davon. Und du auch. Ich trage eine Schöpferkraft in mir. Und ich habe die Möglichkeit, mich in jedem Moment selbst zu erfahren. Ich bekomme oft Bilder zu dieser Erkenntnis, die das bestätigen. Manchmal ist es fast so, als würde ich mein eigenes Universum sehen. Alles, was ich denke, liegt darin: das Haus, in dem ich lebe, meine Tochter, dieses Buch, alles, was mir begegnet. Und gleichzeitig weiß ich auch, dass das, was ich sehe, eine Illusion ist. Ich kreiere mir diese Welt – nicht um mich zu täuschen, sondern um mich selbst zu erkennen.
Meine Seele spielt. Sie erschafft Erfahrungen, damit ich spüre, wer ich wirklich bin. Ich weiß, dass das, was ich dir hier beschreibe, für den Kopf nicht immer nachvollziehbar ist. Aber im Herzen spürst du vielleicht genau, was ich meine. Ja, ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir alle jederzeit am großen Ganzen mitwirken können. Deshalb heißt mein Unternehmen auch Schmetterlingseffekt. Denn selbst kleinste Veränderungen können alles in Bewegung bringen.
Stell dir das wie eine Tischdecke vor: Wenn du an einer Ecke ziehst, bewegt sich auf der anderen Seite der Decke etwas mit. Alles ist verbunden. Alles hat Wirkung. Oder nimm die Blume des Lebens – sie hängt bei mir zuhause und im Büro an einigen Wänden. Sie ist ein uraltes Symbol für die tiefe Verbundenheit von allem, was ist. Wir sind Teil dieses Netzes. Teil des Ganzen. Und auch wenn wir das oft vergessen – wir waren niemals getrennt.
Wir sind aus der Einheit in die Trennung gegangen, um zu erkennen, dass wir eins sind. In diesem Moment, in dem ich das hier aufschreibe, bekomme ich Gänsehaut. Genau darum geht es in diesem Leben: Dieses Menschsein – in diesem „Erdenkleid“, wie manche sagen – ist kein Zufall. Für mich ist es wie die Reise der Raupe zum Schmetterling.
Ich bin Transformationstherapeutin. Ich habe vieles gelernt, vieles erlebt. Und einer meiner Herzenssätze ist: Du bist nicht geboren, um als Raupe zu sterben, sondern um als Schmetterling das Fliegen zu lernen. Du bist hier, um dich zu entfalten. Um dich zu erinnern. Um dein Licht leuchten zu lassen.
Schaffen das alle Menschen? Wahrscheinlich nicht. Denn wir alle haben den freien Willen bekommen. Und manche wählen – bewusst oder unbewusst – den Weg des Opfers. Sie gehen, ohne sich zu erinnern. Und kommen in einer anderen Runde, in einem nächsten Leben, wieder. Es gibt immer eine nächste Runde. Die Seele hat Zeit. Wir wissen nie, welchen Seelenplan jemand mitgebracht hat.
Ich glaube, wenn unsere Aufgabe hier auf Erden erfüllt ist, dann geht die Seele. Dann kehrt sie zurück – ins All-Eins-Bewusstsein, in das große Ganze, das Göttliche. Und wenn sie Lust hat, kommt sie wieder. Mit einer neuen Aufgabe. Mit einer neuen Erfahrung.
Doch bevor wir zurückkehren, dürfen wir hier erkennen, warum wir gekommen sind. Denn kein Leben geschieht zufällig, kein Weg ist willkürlich. Alles folgt einem größeren Plan – auch wenn wir ihn oft erst im Rückblick begreifen.
Erinnern, wer du bist
Ich glaube fest daran, dass wir als Seelen vor unserer Geburt wählen, wohin wir gehen, was wir erleben möchten und wen wir treffen. Ich glaube, dass wir nicht zufällig irgendwo auf dieser Erde und in genau dem Körper, in dem wir leben, landen, sondern dass es eine tiefe innere Entscheidung unserer Seele dafür gibt: Ich will wachsen. Ich will erinnern. Ich will erfahren.
Du kommst also nicht einfach in irgendeine Familie. Du suchst sie dir aus, weil genau diese Konstellation dir hilft, dich zu erinnern. Du wählst nicht nur Licht – du wählst auch Schatten. Als Seele bist du Liebe. Und dann begibst du dich hierher – auf diesen Erfahrungsplaneten. Du ziehst dir sozusagen deine „Schuluniform“ an, inkarnierst in einen Körper, tauchst ein in diese dichte, manchmal schmerzhafte, Erdfrequenz – und beginnst zu vergessen, wer du wirklich bist.
Aber genau darin liegt der Sinn. Du gehst vom Licht in die Dunkelheit, um irgendwann wieder zurückzufinden. Von der Raupe zum Schmetterling. Vom Vergessen ins Erinnern. Von der Trennung zurück zur Einheit. Jeder Mensch, der dich verletzt, triggert oder herausfordert, spielt eine Rolle in diesem Plan. Nicht, um dich zu bestrafen, sondern um dir einen Spiegel hinzuhalten. Damit du erkennst, wo du noch in alten Mustern hängst. Damit du irgendwann sagen kannst: Stopp. So nicht mehr. Ich bin mehr als meine Wut, mein Ärger, meine Genervtheit, als dieser Körper.
Solange andere Menschen deine Knöpfe drücken, dich kleinmachen oder übergehen können, ist da noch etwas in dir, das nicht erkannt hat, wie wertvoll du bist. Und genau deshalb sind alle Begegnungen auf dieser Erde so kostbar. Sie zeigen dir, wo du stehst, was du über dich glaubst und warum du dir gewisse Dinge immer wieder gefallen lässt. Sie holen das Unbewusste nach oben. Und genau das sind die Momente, in denen Heilung möglich wird.
Ich sehe heute meine Aufgabe genau dort: Menschen zu begleiten, diese Muster zu erkennen und zu transformieren. Nicht mit Druck oder irgendwelchen Konzepten. Sondern mit einem tiefen, klaren Blick auf das, was wirklich wirkt.
Ich erinnere mich an eine Frau, die mich tief berührt hat. Früher hätte ich vielleicht gezweifelt, ob sie in meine Ausbildung passt. Sie war so still, so angepasst, so leise, dass man fast über sie hinwegsehen konnte. Sie ließ alles mit sich machen, war enorm leidensfähig. Und doch spürte ich: Da ist etwas in ihr, etwas, das gesehen werden will.
Ich schaute sie also auf einem meiner Seminare an und sagte: „Du, Petra (Name geändert) … die Menschen haben dich bestimmt oft unterschätzt, oder?“ Sie sah mich an, zögerte, schluckte und sagte leise: „Ja.“ Mehr nicht. In diesem Wort war alles drin, der ganze Schmerz, die ganze Verzweiflung und auch unterdrückte Wut. In der nächsten Session gingen wir gemeinsam dorthin, wo dieser Schmerz entstanden war. In ihre frühe Kindheit. Sie war vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Ihre Mutter war abwesend, kühl, in sich selbst gefangen und Petra wurde mehr und mehr zur Mutter ihrer Mutter. Sie wurde unsichtbar und sie blieb es – viele Jahrzehnte lang.
In unserer gemeinsamen Arbeit haben wir dieses Muster an der Wurzel berührt und aufgelöst. Wir haben nicht nur den Schmerz gefühlt, den die kleine Petra gespürt hatte, sondern auch das Licht dahinter gesehen. Ihr Wert wurde spürbar. Nicht als diffuse Idee, sondern als Wahrheit. Und was dann geschah, hat mich selbst tief bewegt: Petra, damals fast 70 Jahre alt, hat sich für meine Ausbildung angemeldet.
Heute sitzt sie in meinen Zoomcalls. Aufrecht. Sichtbar. Lebendig. Früher sah man in der Kamera nur ihre Stirn. Heute sieht man ihr Strahlen. Wenn sie technische Hilfe braucht, holt sie ihren Sohn dazu. Sie richtet die Kamera aus. Sie ist da. Voll und ganz. Sie zeigt sich. Und ich könnte vor Dankbarkeit weinen, wenn ich das sehe.
Was sie gebraucht hat, war nichts Kompliziertes. Sie brauchte keinen langen Prozess oder irgendein ausgeklügeltes System. Petra brauchte nur jemanden, der an sie glaubt.
Und ist das nicht genau das, was wir alle brauchen? Einen Menschen, der an uns glaubt. Der uns sieht. Der sagt: „Ich weiß, wer du bist – auch wenn du es gerade vergessen hast.“
Vielleicht sind genau das die echten Seelenverträge: die Momente des Erinnerns. Die Momente, wenn zwei Seelen sich begegnen. Und eine sagt zur anderen: Ich halte das Licht, bis du deins wieder findest. Denn alles hat mit uns zu tun. Nichts geschieht zufällig.
Und genau hier wird es spannend: Wenn nichts zufällig geschieht und jede Begegnung eine Bedeutung trägt – was heißt das dann für dich ganz konkret in deinem Alltag? Welche Rolle spielst du in diesem großen Geflecht aus Spiegelungen und Erinnerungen?
Was hat das mit mir zu tun?
Vielleicht hast du das auch schon gehört: „Alles, was im Außen passiert, hat mit dir zu tun.“ Und dann direkt die Gegenstimme in deinem Kopf: „Bullshit. Ich bin doch nicht verantwortlich für den Idioten da draußen.“
Verantwortlich vielleicht nicht, doch alles, was du im Außen wahrnimmst, hat etwas mit dir zu tun. Immer.
Weißt du, du erlebst die Welt durch deinen eigenen Filter. Deshalb kannst du in anderen nur sehen, was in dir selbst ist. Dein Erleben, deine Geschichte, deine Prägung – all das wirkt wie ein Projektor, der deine innere Welt nach außen wirft. Wenn du sagst: „Der oder die ist so und so“, dann kommt diese Bewertung aus deinem eigenen System. Du sprichst über dich – auch wenn du denkst, du sprichst über den anderen.
Ich erinnere mich sehr gut an eine Klientin, die mir sagte, dass sie Vagabunden nicht ausstehen konnte. „Ich hasse das, wenn die da vor dem Supermarkt so rumlungern!“, sagte sie eines Tages zu mir. Ich wurde natürlich sofort hellhörig und habe sie gefragt: „Was hat das mit dir zu tun? Warum magst du es nicht, wenn Menschen herumlungern?“ – „Gar nichts hat das mit mir zu tun. Die nerven einfach“, meinte sie. Doch natürlich hatte es was mit ihr zu tun. Also sind wir gemeinsam tiefer gegangen, haben geforscht, woher diese Abneigung kam. Und dann kam die Wahrheit hoch: In einem früheren Leben war sie selbst obdachlos, Alkoholikerin und am Rand der Gesellschaft gewesen. Und sie hatte in diesem Leben beschlossen: „So will ich nie wieder sein.“ Anstatt Frieden damit zu machen, was ihre Seele schon wusste, hat sie diesen Anteil von sich abgespalten und verurteilt.
Und vielleicht kennst du solche Gefühle auch? Du lehnst Menschen oder Situationen ab, ohne genau zu wissen, warum?
Du fragst dich: Warum triggert mich diese Situation gerade so? Warum nervt mich dieser Mensch? Warum berührt mich genau diese Geschichte, die mir jemand erzählt? Wenn du dann ehrlich hinschaust, wirst du merken, dass die Situation, Person oder auch Geschichte immer etwas mit dir zu tun hat.
Wenn mir heute jemand etwas erzählt, das mich triggert, dann frage ich mich innerlich: Warum erzählt sie mir das gerade? Was hat das mit mir zu tun? Ich gehe dann bewusst in die Verbindung mit meiner Seele und sage mir innerlich oder auch laut: „Ich rufe jetzt alle Anteile meiner Seele zurück, die ich in diesem und in anderen Leben abgegeben habe – egal ob durch Schmerz, Schuld, Angst oder eigene Entscheidungen. Ich bin bereit, mich wieder vollständig zu fühlen.“
Und genau das kannst du auch. Du brauchst kein riesiges Ritual, keine „perfekte Spiritualität“. Du brauchst nur die Bereitschaft, dich dir selbst zuzuwenden. Liebevoll, mutig und offen für das, was sich zeigen will.
Manche Menschen begleite ich über Monate oder sogar Jahre – und jedes Mal, wenn wir uns sehen oder miteinander arbeiten, holen wir ein neues Puzzlestück zurück. Wichtig ist, dass es kein „Muss“ ist, diese Seelenanteile zurückzuholen. Wenn ich merke, dass mein Gegenüber noch nicht so weit ist, dann sage ich gerne: „Ein Teil von dir hängt vielleicht noch irgendwo im Mittelalter. Wenn du willst, holen wir es gemeinsam zurück. Wenn nicht, liebe ich dich trotzdem weiter.“
Du darfst immer entscheiden, ob du tiefer gehen willst. Ob du bereit bist, bewusster, lebendiger und damit irgendwie „ganzer“ zu werden.
Vor Kurzem hatte ich eine Klientin, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt. Immer, wenn ihre Partnerin mit ihr über etwas unangenehmes sprechen wollte, fiel es ihr schwer, sich abzugrenzen. Sie konnte einfach nicht für ihre eigene Meinung einstehen, stattdessen redete sie ihrer Partnerin nach dem Mund, gab ihr recht und hatte Angst, zu widersprechen. Sie konnte gar nicht fühlen, was sie selbst wollte, aus Angst, abgelehnt zu werden. In jeder dieser Situationen fühlte sie sich einfach nur eingeengt. Anstatt die Situation allerdings zu verlassen, kurz durchzuatmen und dann wieder in den Dialog zu gehen, blieb sie in der Situation sitzen, fühlte sich unwohl und „unfrei“, wie sie sagte.
Sie wollte diese Angst auflösen, also sind wir in die Situation reingegangen und ich habe sie gefragt: „Was genau fühlst du da in solchen Momenten?“ Ihre Antwort kam schnell: Ohnmacht und Unfreiheit.
Dann lud ich sie ein, sich innerlich führen zu lassen, zurück zum Ursprung dieses Gefühls. Ich führte sie mit ruhiger Atmung und sanften Worten zurück in die Situation, in der sie das erste Mal dieses Gefühl von Unfreiheit gefühlt hatte. Sofort kam bei ihr ein starkes Bild: Sie war vier Jahre alt, als sie beobachtete, wie ihr behinderter Bruder von ihrem Onkel festgeschnallt wurde, weil er mit den Füßen gezuckt hatte. Dieses Zucken oder Zappeln hatte ihren Onkel irgendwann so gestört, dass er ihn fixierte. Meine Klientin war dabei gewesen und spürte, dass das, was der Onkel gemacht hatte, nicht richtig war. Aber sie war damals eben nur vier Jahre alt und konnte nichts tun.
Als Kinder haben wir einen sehr starken Überlebensimpuls. Da sagen wir unserem Onkel nicht: „Was machst du da? Lass ihn los, das ist unmenschlich!“ Wir schweigen – und damit verschließen wir unser Herz und spalten innerlich einen Teil unserer Seele ab, um uns zu schützen. Diese Seelenanteile können wir uns jederzeit zurückholen. Vielleicht fragst du dich jetzt, wann du das tun solltest? Deine Seele wird dir mitteilen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Du wirst es spüren.
Im Coaching durfte meine Klientin diese alte Situation neu erleben. Sie stellte sich symbolisch vor ihren Onkel, rief sich die Situation nochmal genau in Erinnerung und sagte ihm genau das, was sie ihm damals nicht sagen konnte. Und plötzlich war klar: Die Unfreiheit, genau dieses Gefühl, trägt sie bis heute in sich. Deshalb konnte sie ihrer Partnerin nicht entgegentreten, denn das hätte Gefahr bedeutet. Wir lösten die Situation auf und heute kann sie diskutieren, ohne Angst davor, abgelehnt zu werden.
Solche Situationen zeigen, wie die Seele arbeitet. Wenn du heute also irgendwo in deinem Leben feststeckst, dann deshalb, weil deine Seele dich an etwas erinnern will: eine frühere Erfahrung, ein abgespaltener Anteil – oft aus der Kindheit, manchmal auch aus einem früheren Leben.
Eine andere Klientin hatte große Schwierigkeiten, sich auszudrücken. In Meetings hielt sie lieber den Mund und auch, wenn sie in ihrer Familie etwas störte, sagte sie nichts. Wir gingen in die Energie hinein, warum sie nicht sprechen wollte, und sie erhielt ein klares Bild, wie ihr in einem früheren Leben etwas passiert war, was ihr das Sprechen förmlich unmöglich gemacht hatte. Deshalb fiel es ihr noch immer schwer, sich auszudrücken.
Solche inneren Reisen sind kein „Zurück in die Vergangenheit“ aus Neugier. Sie sind ein gezielter Weg zur Heilung. Zurück zum Ursprung, dorthin, wo sich etwas abgespalten hat. Unsere Seele erinnert sich daran, dass wir in einem anderen Leben etwas abgespalten haben. Diesen Anteil können wir uns zurückholen, wenn unser System uns dorthin bringt. In meiner Arbeit bitte ich immer explizit darum, dass die innere Führung der Person, mit der ich arbeite, uns direkt zum Ursprung der Herausforderung zurückführt.
