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Das Leben ist viel zu wertvoll!
"Nach der Essstörung hat sich mein Leben extrem verändert: Ich habe gelernt, stärker auf mich und meinen Körper zu achten und negative Gedanken nicht mehr zu ignorieren. Vor allem habe ich aber verstanden, wie wertvoll das Leben selbst ist."
Nadine Eckmann war drei Jahre magersüchtig. Ihr Essverhalten wurde von Zwängen und Kontrollen bestimmt. Essen war nicht lust-, sondern qualvoll. Erst nach einem Klinikaufenthalt schaffte sie es, langsam wieder in die Normalität zurückzufinden. Dieser Weg war mühsam und nicht frei von Rückschlägen. Doch heute ist Nadine wieder voller Lebensmut.
"Während eines Aufenthaltes in Irland habe ich das Kochen für mich entdeckt. Kochen wurde für mich zum Ausdruck für das Leben selbst - es gibt mir Kraft und macht mich glücklich."
Mit ihren über 120 Rezepten, eigenen Erfahrungen und Denkanstößen hat Nadine ein sehr persönliches Buch geschrieben, mit dem sie Betroffenen Mut machen möchte, das Essen und damit auch das Leben wieder zu genießen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 161
Veröffentlichungsjahr: 2018
Goodbye Magersucht
Mein Kochbuch für ein neues Leben
Nadine Eckmann
1. Auflage
70 Abbildungen
Für alle Betroffenen – möge dieses Buch ihnen Hoffnung und Lebensfreude schenken.
Hier findest du ein paar kleine Eindrücke aus meinem alltäglichen Leben, das ich neben meinem Doktorstudium und dem »Autorendasein« sehr genieße !
Die Auswahl der richtigen Zutaten und frischen Gewürze ist mir für meine Rezepte in diesem Buch ein großes Anliegen.
Die Küche ist für mich mittlerweile zu einem Ort des Lebens geworden und ich verbringe gerne viel Zeit dort.
Spaß haben am Essen und Kochen? Vor fünf Jahren noch wäre das für mich undenkbar gewesen, denn damals erkrankte ich an Magersucht. Heute, nachdem ich die Krankheit überwunden habe, liebe ich das Leben und das Kochen und ich möchte dir von meinen Erfahrungen der letzten Jahre erzählen. Mit diesem Buch möchte ich dir Mut machen, wieder Freude am Leben und am Essen zu finden. Ich werde keine traurige Geschichte erzählen, sondern zeigen, wie sich aus meiner Krankheit und ihrer Überwindung letztlich etwas Positives entwickeln konnte. Und darum geht es in diesem zugegeben etwas ungewöhnlichen Kochbuch.
Als ehemals Magersüchtige ein Kochbuch schreiben? Ja, das geht! Obwohl ich als Betroffene meine Erfahrungen immer wieder an Menschen weitergebe, die gerade mit der Krankheit kämpfen, habe ich lange gezögert, mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Was würde wohl mein Umfeld darüber denken? Wie würden Freunde, Familie und Bekannte reagieren? Gleichzeitig war mir bewusst, dass schon so viele autobiografische Bücher über Magersucht existieren. Warum sollte ich dann noch eines schreiben? Ich wollte, wenn möglich, in einer positiven Art und Weise über die Krankheit sprechen. Doch wie sollte das überhaupt gehen? Genau drei Jahre und viele Gedankengänge später habe ich all meinen Mut zusammengenommen und die Idee war geboren: Ich wollte meine neu gewonnene Leidenschaft zu kochen mit anderen teilen und ein Kochbuch schreiben, das gleichzeitig ein kleiner Ratgeber für (ehemals) Betroffene sein sollte.
Seit ungefähr vier Jahren bin ich Vegetarierin. Das war eine bewusste Entscheidung, die ich nach der Überwindung meiner Magersucht getroffen habe. Nach meinem Klinikaufenthalt habe ich mein Leben komplett umgestellt. Ich hatte das Gefühl, dass ich ein neues Leben gewonnen hatte. Und ich wollte anders leben als zuvor. Wollte glücklicher sein, viel mehr unternehmen und das Leben genießen. Ich hatte den starken Wunsch, die Dinge nachzuholen, die ich während der Krankheit verpasst hatte oder nicht zulassen konnte. In diesem Zusammenhang beschäftigte ich mich immer mehr mit meiner Ernährungsweise. Vielleicht hat auch das Bedürfnis eine Rolle gespielt, mich gesund zu ernähren, um mir und meinem Körper etwas Gutes zu tun. Ich merkte, dass die vegetarische Ernährung viel zu meinem wachsenden Wohlbefinden beitrug, ich hatte mehr Kraft, Energie und Lebensfreude. Na ja, trotz der überwiegend vegetarischen Ernährung landet ab und zu dann doch auch einmal Fisch auf meinem Teller – den liebe ich, neben guten Gewürzen und frischen pflanzlichen Produkten, nämlich sehr. Zum ersten Mal gab mein Körper mir positive Signale, dass ihm das, was ich aß, guttat. Das bestätigte mich in meiner Entscheidung, mich überwiegend vegetarisch zu ernähren – und genau so esse ich auch noch heute. Gut, sagst du jetzt vielleicht, das ist alles schön, aber deswegen ein Kochbuch schreiben? Da fehlt doch noch ein anderer wichtiger Impuls, oder?
Ja, das ist richtig. Erst seit ungefähr zwei Jahren koche und backe ich selbst unglaublich gerne. Die Küche war für mich nun nicht mehr, wie zu Beginn meiner Krankheit, mein Feind, sondern wurde zu einem lebendigen Ort der Begegnung und des Austauschs mit Freunden und der Familie. Diese Erfahrung machte ich insbesondere während meines Auslandsjahrs, das ich in Irland verbrachte. In Dublin absolvierte ich einen Europäischen Freiwilligendienst und kümmerte mich um alte Menschen. Dieses eine Jahr im Ausland war für mich zunächst eine große Herausforderung, gleichzeitig habe ich aber auch viel gelernt und die Zeit sehr genossen. Und vor allem: Ich habe mich selbst noch einmal ganz neu wahrnehmen und kennenlernen können.
In Irland fing ich dann an, mich noch intensiver mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise, mit innovativen Rezeptideen und den neuesten Food-Trends zu beschäftigen. Ich hatte Lust, mich diesem Interessensgebiet zuzuwenden, zumal Irland zu dem Zeitpunkt als neue »Hochburg der Trend-Foods« immer mehr an Bedeutung gewann. Kochschulen schossen aus dem Boden, irische Starköche wurden international bekannt. Kochbücher in deutscher und englischer Sprache begannen sich in meinen Regalen zu stapeln und damit wurde die Küche für mich zu einem Experimentierlabor und gleichzeitig zu einer kleinen Privatbibliothek.
Ich fing an Fortbildungen und Kochkurse zu besuchen, in denen ich neue Einblicke in die aufregende und bunte Welt der Lebensmittelvielfalt gewann. Ich entdeckte meine Leidenschaft für gesunde und frische Produkte und den Spaß, auf Märkten Neues zu entdecken. So entwickelte ich im Lauf der Zeit immer mehr neue Rezepte und eigene Kreationen, lernte, wieder mit Lebensmitteln zu hantieren und die unterschiedlichsten Gerichte auszuprobieren. Ich konnte wieder spontan sein und genießen. Und ich stellte fest, dass ich wegwollte von all den Fertigprodukten und industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Frische Lebensmittel wurden für mich zu einem zentralen Begriff. Mit dem Selbstkochen motivierte ich mich, wieder besser auf mich zu achten und damit mein bisheriges Verständnis von Essen jetzt, so viele Jahre nach meiner Magersucht, komplett zu verändern. In gewisser Weise gab ich mir und meiner Beziehung zum Essen eine zweite Chance. Und schon nach kurzer Zeit merkte ich, wie mich diese neu gewonnene Ernährungs- und Sichtweise wieder strahlen ließ – von innen und von außen. Das merkte auch mein persönliches Umfeld. Meine Laune verbesserte sich. Ich lachte mehr und war mit mir selbst zufriedener. Und genau zu diesem Zeitpunkt, während meines Freiwilligendienstes, kam mir die passende Buchidee.
Aber da war auch noch etwas: In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, sich in dem Dschungel der Ernährungsphilosophien und Food-Trends zurechtzufinden. Mittlerweile wechseln die Ratschläge zu einer »gesunden Ernährung« täglich – und man weiß überhaupt nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Ich habe gelernt, dass es ebenso viele unterschiedliche Essvorlieben wie Menschen gibt. Jeder von uns hat andere Bedürfnisse, Neigungen oder Gewohnheiten – auch was das Essen angeht. Dem einen tut diese, dem anderen jene Ernährungsweise gut.
Und genauso gibt es viele unterschiedliche Gründe, an Magersucht zu erkranken, und zahlreiche Arten, wie diese sich äußert. Deswegen gibt es für mich nicht »die eine« richtige oder gesunde Ernährungsform.
Mit diesem Buch möchte ich dir hierfür eine kleine Hilfestellung geben und von meinen ganz persönlichen Erfahrungen berichten. Ich koche für mein Leben gerne – und das meine ich wortwörtlich. Umso mehr freue ich mich, wenn dir meine Geschichte, meine Tipps und Tricks und auch meine Rezepte weiterhelfen und auch dir Spaß beim Ausprobieren machen.
Als Magersüchtige kocht man unglaublich gern – für andere. Jetzt ist es Zeit, dass du an dich denkst. Das Essen zu genießen bedeutet auch, das Leben wieder zu genießen. In Gesellschaft zu sein. Freunde zu treffen. Es ist Zeit zu leben. Es ist Zeit, ein (Über-)Lebensgourmet zu werden. Wie genau das geht? Das erfährst du in diesem Buch. Auf den nun folgenden Seiten möchte ich dich an die Hand nehmen und dich mit hineinnehmen in meine Rezeptwelt und damit auch in mein Leben. Also: Einfach anfangen!
Der Umgang mit diesem Buch ist denkbar einfach: Leg einfach los und schwinge den Kochlöffel. Wie bitte? Einfach loslegen? Ja, genau. Trau dich! Dazu ist dieses Kochbuch da. In den verschiedenen Kapiteln findest du abwechslungsreiche Rezepte, gepaart mit Ratschlägen, die dir dabei helfen können, einen Weg aus der Krankheit zu finden und die Freude am Essen wiederzuerlangen. Ich hoffe sehr, dass du das ein oder andere der Gefühle wieder neu entdecken kannst, nach denen ich die einzelnen Kapitel eingeteilt habe. Der einzige Weg aus der Krankheit ist, selbst zu handeln, aktiv etwas zu tun und bereit zu sein, etwas zu ändern. Und genau dazu möchte mein Buch dich bewegen: Das aktive Kochen soll dir helfen, das Essen und den Genuss daran wieder intensiv zu erleben – genauso, wie es mir geholfen hat.
Und wie sehen die Vorbereitungen aus, fragst du dich vielleicht? Wie sind die Rezepte aufgebaut und brauche ich spezielle Zutaten oder Küchengeräte? Zunächst einmal habe ich bewusst auf sämtliche Grammangaben oder andere Maßeinheiten verzichtet. Die sind in den meisten Fällen für Magersüchtige eher kontraproduktiv und hindern daran, nach Gefühl zu kochen und einfach Spaß zu haben an dem, was man tut. Mit meinem Kochbuch zu arbeiten bedeutet, wieder bewusst zu erleben, zu fühlen und sich auf das Erlebnis Kochen einzulassen. Alle Rezepte sind einfach nachzukochen und erfordern keine speziellen Kenntnisse oder ausgefallenen Küchengeräte. Ich habe viel Zeit in der Küche verbracht und ausprobiert, die sonst so üblichen Grammangaben in meine eigenen Maßeinheiten zu übersetzen. Es hat lange gedauert, aber es hat funktioniert.
Beim Kochen geht es auch um Gefühl. Nicht nur um genaues Abwiegen. Es geht darum, zu experimentieren und von neuen Aromen und Geschmackserlebnissen überrascht zu werden. Jeder von uns hat Vorlieben oder Abneigungen, die auf diese Weise berücksichtigt werden können.
Und wie mache ich das nun mit den Größenangaben, wenn ich für mehrere kochen will, fragst du dich? Nun, mit diesem Kochbuch sollst du zuallererst einmal selbst kochen und genussvoll essen lernen. Die allermeisten Rezepte sind nur für dich gedacht und daher nur für eine Person portioniert. Und darum funktionieren diese ungewöhnlichen Maßeinheiten auch, weil du dein eigener Verkoster sein darfst! Du kannst dennoch ausprobieren, in Gesellschaft zu kochen, sobald du dich traust – auch dafür sind meine Rezepte geeignet. Statt Küchenwaage oder Messbecher verwendest du beim Kochen ganz simple Einheiten, die dir dein Körper, das heißt deine Hände, zur Verfügung stellen:
»Eine Handvoll«: Mache es nach Gefühl, zähle nicht genau ab und spüre wieder bewusst das Essen in deiner Hand.
»Ein Schuss«: Ob der Schuss Milch klein oder groß sein soll, das entscheidest du. Fühle in dich hinein!
»Eine Prise«: Es versteht sich fast von selbst, dass es sich hierbei um eine kleine Mengenangabe handelt. Was verstehst du selbst unter »einer Prise«? Probiere es aus und gewinne wieder ein Gefühl für die richtigen Portionsgrößen.
»Ein wenig«: Hier sollst du lernen, Mengenangaben wieder selbst einzuschätzen. Für den Geschmack der in diesem Buch aufgelisteten Rezepte macht es dann keinen Unterschied, wie viel oder wie wenig du von einer bestimmten Zutat verwendest.
Keine Angst, meine Rezepte gelingen dir mit meinen Angaben ganz bestimmt! Allerdings kann es sein, dass du manchmal etwas mehr oder weniger von den Zutaten benötigst, da meine Angaben nun einmal keine exakten Mengenangaben enthalten – und genau das ist auch gut so! Zugegeben, das Ausprobieren am Anfang ist gar nicht so einfach, aber gib nicht auf. Du wirst sehen, dass du mit der Zeit immer mehr Routine gewinnen wirst. Und vielleicht traust du dich dann schon bald, Gerichte abzuwandeln und selbst zu experimentieren! Denn auch hier gilt: Jeder Mensch ist anders. Mit diesem Buch sollst du also im besten Fall selbst herausfinden können, was die richtige Menge ist und was dir guttut. Ich möchte dir kleine Denkanstöße geben. Nicht mehr und nicht weniger.
Wie du bereits erfahren hast, ernähre ich mich überwiegend vegetarisch. Und das macht sich auch in meinen Rezepten bemerkbar. Doch alle meine Kreationen können nach Belieben, je nach Geschmack, von dir variiert werden. So kannst du auch als Fleischliebhaberin mit meinem Buch kochen oder als Veganer verschiedene rein pflanzliche Variationen ausprobieren. Was für dich persönlich gut ist, musst du am Ende selbst entscheiden.
Und hier sind noch ein paar kleine persönliche Anregungen für dich, die mir sehr wichtig sind:
Was mich am Kochen so fasziniert und was ich dir auf jeden Fall im Umgang mit diesem Buch raten möchte: Probiere einfach aus, experimentiere mit den Zutaten, du kannst dabei nichts falsch machen. Wenn ich koche, versuche ich Gerichte so simpel wie möglich zu kreieren. Doch was bei mir auf keinen Fall zu kurz kommen darf, sind Gewürze. Sie geben den verschiedensten Rezepten den nötigen »Pfiff«. Ihr besonderes Aroma, ihr Geruch und die unendliche Vielfalt machen Gewürze wie Zimt, Nelken, Curry, Kreuzkümmel oder Kurkuma zu einem absoluten Muss in meiner Küche. Was wären eine Gemüsepfanne ohne Paprika, ein Apfelkuchen ohne Zimt oder Weihnachtsgebäck ohne Sternanis? Nichts, denn Gewürze bringen den unverwechselbaren Geschmack in unsere Speisen und damit für mich auch Würze in unser Leben. Ich habe dem Thema »Gewürze« sogar auch ein eigenes ▶ Kapitel gewidmet.
Und dann gibt es da noch einen zweiten Tipp, den ich dir mit auf den Weg geben möchte. Versuche möglichst immer mit frischen Zutaten zu kochen. Sie enthalten nicht nur mehr Vitamine und Mineralstoffe als ihre »Artgenossen« aus der Dose oder dem Gefrierfach, sondern überzeugen vor allem auch durch ihre prächtigen Farben und ihren viel aromatischeren Geschmack. Wochenmärkte sind für mich, neben meinem Zuhause und Irland, sozusagen schon zu meiner »dritten Heimat« geworden. Ich könnte stundenlang auf ihnen verweilen und mich inspirieren lassen. Die Faszination Kochen und das Überwinden der Magersucht beginnt für mich deshalb genau hier: beim Einkauf guter Lebensmittel.
Du erfährst in meinem Buch nicht nur von meinen liebsten Rezepten, sondern auch davon, wie ich meine Magersucht überwinden konnte. In jedem Kapitel, die ich bewusst mit verschiedenen positiven Lebensgefühlen und Mutmachern überschrieben habe, eröffne ich dir einen kleinen Ausschnitt aus meinem Leben und erzähle, wie ich die Krankheit überwinden konnte. Ich greife verschiedenste Themen auf, die mir auf meinem Weg besonders wichtig sind oder waren. Mit diesen kleinen Auszügen aus meiner ganz persönlichen Geschichte möchte ich dir Mut machen, Ideen schenken und Tipps geben, worauf du auf dem Weg zu deiner Genesung achten kannst. Dieses Buch soll dich nicht zu einem Meisterkoch machen, sondern dir zeigen, wie du ein (Über-)Lebensgourmet werden kannst. Ich wünsche mir, dass ich dir mit meinem Buch helfen kann, wieder neuen Lebensmut zu gewinnen.
Ach ja, da wäre noch etwas: Bitte wirf das Buch nicht gleich frustriert in die Ecke, wenn einmal nicht klappt, was du dir vorgenommen hast. Glaub mir, das ist ganz normal. Schenk dir selber die nötige Zeit und Ausdauer – es lohnt sich.
Eine große Portion Kraft und viel Freude mit diesem Buch wünscht dirdeine Nadine
Widmung
Vorwort
Wie meine Idee entstand
Wir alle haben eigene Essvorlieben – und das ist auch gut so
Hinweise zu den Rezepten
Gewürze sind die Stars in jeder Küche
Frische Zutaten schmecken am besten
Teil I Rezepte
1 Halte das Gedankenkarussell an
1.1 Sei dir bewusst: Magersucht entsteht im Kopf
1.1.1 Wenn sich die Gedanken nur noch ums Essen drehen
1.1.2 Was hilft: Ablenkung und die richtige Selbsteinschätzung
1.1.3 Mein Tipp
2 Fühle Schmetterlinge im Bauch
2.1 Überwinde Unsicherheit
2.1.1 Bewusstes Erleben setzt positive Energien frei
2.1.2 Kochen für ein wohliges Gefühl im Bauch!
2.1.3 Mein Tipp
3 Stille deinen Wissensdurst
3.1 Nimm Hilfe an und lerne von anderen
3.1.1 Wichtig sind Menschen, die zu dir halten
3.1.2 Mein Tipp
4 Sprühe vor Lebensenergie
4.1 Akzeptiere das Essen als Kraftquelle für Körper und Seele
4.1.1 Energie tanken durch neue Erfahrungen
4.1.2 Sei neugierig!
4.1.3 Mein Tipp
5 Mache Luftsprünge!
5.1 Feiere kleine und große Erfolge auf dem Weg deiner Genesung
5.1.1 Lass Freude wieder zu!
5.1.2 Sei immer ehrlich mit dir
5.1.3 Mein Tipp
6 Höre auf deinen Magen
6.1 Lerne Hunger und Appetit wieder zu schätzen
6.1.1 Essen in Gemeinschaft mit anderen macht glücklich
6.1.2 Mein Tipp
7 Geh hinaus und tanze!
7.1 Finde die richtige Balance beim Sport wieder
7.1.1 Wenn der Körper von den Reserven zehrt
7.1.2 Durchbrich den Teufelskreis
7.1.3 Mein Tipp
8 Fordere deine Sinne heraus
8.1 Nimm das Essen wieder ganz bewusst wahr
8.1.1 Ein Fest für die Sinne – der Wochenmarkt
8.1.2 Gewürze bringen Farbe und neue Aromen in die Küche
8.1.3 Entdecke die Welt neu
8.1.4 Mein Tipp
9 Spüre dein Herz klopfen
9.1 Finde dein ganz persönliches Glück
9.1.1 Das Leben wagen!
9.1.2 Mein Tipp
10 Werde ein (Über-)Lebensgourmet
10.1 Überwinde die Magersucht
10.1.1 Achtsamkeit hilft
10.2 Danksagung
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
1 Halte das Gedankenkarussell an
2 Fühle Schmetterlinge im Bauch
3 Stille deinen Wissensdurst
4 Sprühe vor Lebensenergie
5 Mache Luftsprünge!
6 Höre auf deinen Magen
7 Geh hinaus und tanze!
8 Fordere deine Sinne heraus
9 Spüre dein Herz klopfen
10 Werde ein (Über-)Lebensgourmet
Mit diesen Rezepten möchte ich dir helfen, das Essen und das Leben wieder zu genießen, und dir gleichzeitig einen kleinen Einblick in meine Welt geben. Schwinge den Kochlöffel und los gehtʼs!
Der größte Feind bei der Magersucht sind die eigenen Gedanken, die sich immer nur um eines drehen: perfekt zu sein und alles zu kontrollieren, vor allem die Kalorienzahl. Dagegen anzugehen erfordert viel positive Energie.
Magersucht. Zu perfekt, um gesund zu sein. Ich habe lange nach einem passenden Satz gesucht, um diese Krankheit zu beschreiben. Und ich denke, dass es dieser hier ziemlich gut trifft. Zwänge und Kontrolle beherrschen den Alltag und das Leben von Magersüchtigen. Es ist eine psychosomatische Erkrankung, das heißt, sie spielt sich intensiv in Gedanken und Gefühlen ab, äußert sich aber über den Körper und die Folgen des Untergewichts.
Magersucht entsteht also im Kopf: Da ist der Zwang, sich zu bewegen. Der Zwang, nicht zu essen, und wenn man etwas isst, dann nur zu fest vorgeschriebenen Zeiten. Der Zwang, sich unter Kontrolle zu haben, und der Zwang, in gewisser Weise das Leben zu verneinen. Das alles habe ich während des Krankseins erlebt. Mein größter Feind: meine eigenen Gedanken. Wie ich lernte, mein Gedankenkarussell zu stoppen, das möchte ich dir in diesem Kapitel erzählen.
Jeden Tag war da nur die eine Frage: essen oder nicht essen? Morgens, direkt nach dem Aufstehen, startete das Gedankenkarussell – zunächst ganz zaghaft. Das war auch der Teil des Tages, an dem ich mich am besten konzentrieren konnte. Über den Tag verteilt wurden meine ständigen Gedanken um das Essen immer dominanter und wollten gar nicht mehr aufhören. Als ich zu Bett ging, war ich so erschöpft, dass meine Gedanken sich weiter im Kreis drehten – als wenn jemand vergessen hätte, den Schalter auszumachen. Das war vor allem eines: unglaublich anstrengend. Jeden Tag wollte ich perfekt sein. Alles richtig machen. Besser sein als alle anderen. Der Drang nach Perfektion und Kontrolle stieg, mein Wohlbefinden nahm ab. Doch bis ich das realisierte, brauchte es ein ganzes Jahr.
Und auch nach der Erkrankung möchte ich noch immer alles möglichst fehlerfrei erledigen. Diesen Charakterzug konnte ich bis heute noch nicht ganz ablegen. Oft erwische ich mich selbst dabei, wie ich jeden einzelnen Schritt in meinem Kopf plane und versuche, alle Eventualitäten zu überdenken – damit auch nichts überraschend kommt und ich so gut wie möglich vorbereitet bin. Und das ist auch gar nicht schlimm, denn mittlerweile verstehe ich das Wort »Perfektionismus« ganz anders. Ich verstehe es als eine Art Motivation, als Unterstützung, nicht mehr als Feind. Es ist nicht möglich, tagtäglich, über Jahre immer nur fehlerfreie Höchstleistungen zu erbringen. Das macht kein gesunder Körper mit – und erst recht kein kranker. Ein gewisser Grad von Kontrolle und Ambition ist gut, solange er das eigene Handeln und das positive Lebensgefühl nicht einschränkt.
