Grand Prix - Will Buxton - E-Book

Grand Prix E-Book

Will Buxton

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Beschreibung

In ihrer über 70-jährigen Geschichte hat sich die Formel 1 von einer Nischenrennsportart mit nur wenigen Veranstaltungen pro Saison zu einem weltweiten Phänomen entwickelt, das von mehr als einer Milliarde Fans verfolgt wird. Mit nur 20 Fahrern, die mit Geschwindigkeiten von über 350 Stundenkilometern auf mehr als 20 der glamourösesten und anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt gegeneinander antreten, ist die Formel 1 der ultimative Test für Maschine und Mensch. Ein Champion zu werden bedeutet, zu einem der exklusivsten Kreise von Profiathleten zu gehören, die die Welt je gesehen hat. Als Hauptkommentator der Netflix-Erfolgsserie Formula 1: Drive to Survive ist Will Buxton zum prominentesten Journalisten geworden, der den Sport für die neue Generation von Fans aufbereitet. Grand Prix beschreibt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Formel 1 unterhaltsam und leicht verständlich. Die Leser lernen historische Helden kennen wie den allerersten Weltmeister der Formel 1, Giuseppe Farina, und durchlaufen jedes Jahrzehnt und jeden Champion des Sports, einschließlich des legendären Lewis Hamilton und des amtierenden Champions Max Verstappen. Sie begegnen den Fahrern, mit denen die Sieger gekämpft haben, entdecken die Teams, für die sie gefahren sind, und die Strecken, die sie gemeistert haben. Diese bewegende Sammlung von Porträts der Legenden der Formel 1 ist vollgepackt mit unglaublichen Geschichten und epischen Rennen und behandelt viele spannende Aspekte des heutigen Sports: wie moderne Teams arbeiten – von der Fabrik bis zur Garage am Rennwochenende, Fahrzeugdesign, die Entwicklung des Sports durch die Linse der automobilen Evolution, Sicherheitsaspekte, die Kunst des Boxenstopps und die Zukunft des Motorsports. Gefüllt mit fesselnden Informationen und Illustrationen, die so dynamisch und eindrucksvoll sind wie der Sport selbst, ist Grand Prix die ultimative Einführung in den schnellsten Sport der Welt.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Buchvorderseite

GRAND PRIX

Titelseite

EINE ILLUSTRIERTE GESCHICHTE DER FORMEL 1

GRAND PRIX

WILL BUXTON

ILLUSTRATIONEN VON DAVI AUGUSTOVORWORT VON STEFANO DOMENICALI

INHALT

VORWORT VON STEFANO DOMENICALI
WAS IST DIE FORMEL 1?
DIE1950er
DIE1960er
DIE1970er
DIE1980er
DIE1990er
DIE2000er
DIE2010er
DIE2020er
DIE ZUKUNFT
Danksagung///Über den Autor

Vorwort

Ich bin in der Stadt Imola geboren. Das ist eine recht kleine und normalerweise ruhige Stadt im Norden Italiens. Aber in ihrem Herzen befindet sich eine Rennstrecke. Eine der besten der Welt. Zu meinen frühesten Erinnerungen gehören die Geräusche von Rennwagen. Beim Spiel in der Schule stellten wir uns vor, wir seien unsere Rennfahrerhelden. Wir versuchten, über die Mauer der Rennstrecke und durch die Bäume einen Blick auf die Autos zu erhaschen.

Wie Sie sehen, liegt mir das Rennen im Blut. Bei fast jedem Italiener ist das etwas, das uns ab Geburt mitgegeben wird, nicht zuletzt dank des Geistes von Ferrari, dem berühmtesten und erfolgreichsten Team in der Geschichte der Königsklasse der Autorennen, der Formel 1.

Mein alleiniger Traum war, für Ferrari zu arbeiten. Und mit immenser Dankbarkeit begann ich dort kurz nach meinem Abschluss an der Universität meine Karriere. Ich habe viele Jahre in Maranello verbracht, und zu meinem größten Vergnügen wurde ich nicht nur für die Arbeit im Formel-1-Rennteam, der Scuderia Ferrari, eingeteilt, sondern auch zu ihrem Teamchef berufen.

Heute bin ich der CEO der Formel 1. Das ist etwas, was ich immer noch kaum glauben kann – dass ein Junge aus Imola eines Tages solch einen gewichtigen Teil zur Entwicklung und zum Wachstum des Sports beitragen kann, den er schon sein ganzes Leben lang geliebt hat. Das ist die größte Ehre.

Ich sage dies, um Ihnen verständlich zu machen, was der Motorsport und vor allem die Formel 1 für mich bedeuten.

Es erfüllt mich mit großem Stolz, zu sehen, wie sich dieser Sport in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wie stark und international beliebt er geworden ist. Er war zwar stets ein globaler Sport, der in aller Welt Anhänger fand, doch er hat noch nie so viel Aufmerksamkeit und Leidenschaft erfahren wie heute. Für viele von uns ist der Motorsport Teil unserer DNA, aber für manche ist die Welt der Formel 1 auch jetzt noch etwas völlig Neues.

Ich bin sicher, dass den meisten von Ihnen Will Buxton durch seine Arbeit für Formula 1: Drive to Survive und für unseren Sender F1 TV bekannt ist. Ich bin ihm zum ersten Mal vor zwanzig Jahren begegnet, als er gerade als junger Journalist begann. Er war sehr, wie soll ich sagen, leidenschaftlich. Recht intensiv. Und ich freue mich sagen zu können, dass er sich in all den Jahren kaum verändert hat. Seine Liebe zur Formel 1 ist nie vergangen. Und genauso groß wie diese Passion sind sein umfassendes Wissen und sein brennendes Interesse für die Geschichte der Formel 1. Im Laufe der Jahre ist er zu einem fantastischen Erzähler geworden, der alten und neuen Fans einen einzigartigen Einblick in den Motorsport gewährt.

Seine Idee war es, mit diesem ganz besonderen Buch einen für jeden zugänglichen Guide zu den Fahrern und Teams im Zentrum unseres Sports zu erstellen. Ich hoffe, dass Sie viel Freude daran haben werden, über all jene zu lesen, die uns vorausgingen und die Schöpfer dessen sind, was wir heute als die Formel 1 kennen. Während wir auf mehr als siebzig Jahre und mehr als eintausend Rennen zurückblicken, erfüllt mich große Spannung anlässlich all der Erlebnisse, die noch bevorstehen.

—­STEFANO DOMENICALIPräsident und CEO der Formel 1

Was ist dieFormel 1?

Seit mehr als siebzig Jahren ist die Formel 1 die Krönung des globalen Motorsports, die ultimative Prüfung von Mensch und Maschine. Mit jährlich mehr als zwanzig Rennen auf einigen der herausforderndsten Rennstrecken, die jemals gebaut wurden, an den schillerndsten Orten der Welt, wird der Wettkampf auf diesem Niveau als der Zenit der Karriere jedes Rennfahrers betrachtet. Ein Sieg in der Formel 1 ist eine beinahe unmögliche, jedenfalls sehr schwierige Aufgabe. Genügend Erfolge einzufahren, um als Meister gekrönt zu werden, bedeutet, seinen Namen neben jenen der Größten stehen zu sehen, die es je in diesem Sport gegeben hat.

Bei Formel-1-Rennen geht es um hohes Tempo und hohen Einsatz. Fahrer tragen ihre Kämpfe bei mehr als 300 km/h aus, nur wenige Millimeter voneinander getrennt, nur Augenblicke von der Katastrophe entfernt. Sie verknüpfen unglaubliche Fähigkeiten mit Ehrfurcht gebietendem Mut im alleinigen Bestreben, zu beweisen, dass sie an diesem Tag und in diesem Spiel die Besten sind. Ihre Reise zum Gipfel des Rennsports beginnt in der Kindheit, ihr Talent entwickelt sich über Go-Karts und die Juniorenklassen mit Open-Wheel-Monopostos bis zur Spitze des Sports. Mit zunehmendem Wettbewerbsinstinkt werden ihr Verlangen und ihr Hunger nach Siegen wider alle Erwartungen und vor allen Herausforderern ein intrinsischer Bestandteil ihres Charakters. Schließlich, dank einer Kombination aus Fähigkeit, Erfahrung von Verlust und Sieg, Durchhaltevermögen und Können, haben sie nur noch ein Ziel: der ultimative Fahrer zu werden.

Ihrem Kommando unterstehen die schnellsten und fortschrittlichsten Open-Wheel-Rennwagen aller Zeiten. Diese Raketen auf Rädern bestehen aus Tausenden einzigartiger Teile, speziell für den Renneinsatz in Teams von Tausenden Menschen entwickelt und gefertigt, deren eigene Fachkenntnis ebenso entscheidend für den Rennsieg ist wie die Kunst des Fahrers am Steuer. Für das Streben nach Ehre werden Hunderte Millionen Dollar ausgegeben. Entscheidungen im Rennverlauf werden in winzigen Augenblicken gefällt: vom Fahrer in der Hitze des Gefechts, vom Strategen, der die Siegchancen kalkuliert, von der Boxencrew, die die Autos wartet und binnen Sekunden wieder auf ihren Weg entsendet. Die Erfolgreichen wissen, dass an ihrem Tag und in ihrem Moment kein Auto so schnell, kein Team so gewissenhaft, kein Fahrer so gut war wie sie.

Die Herausforderung ist stets, zu gewinnen. Und weiter zu gewinnen. Und wenn nicht, zu kämpfen, aufzuholen, zu überholen und dann eine eigene Ära der Dominanz zu beginnen. Es gilt, die zwei größten Preise im Motorsport einzufahren: den Fahrertitel der Formel-1-Weltmeisterschaft und den Konstrukteurstitel der Formel-1-Weltmeisterschaft. Aber was braucht es, um der Beste zu sein? Wer waren die Größten aller Zeiten? Wie ist dieser Sport zu dem aktuellen weltweiten Phänomen geworden, und was hält die Zukunft für ihn bereit?

In diesem Buch entdecken Sie alles, was die Formel 1 heute ist, und alles, was zuvor geschah – von der Geschichte dieser unglaublichen Meisterschaft bis zu den Teams, die die großartigsten Autos ihrer Generation entwickelt haben. Auf der in Jahrzehnte untergliederten Reise lesen Sie über jeden Champion, der in dieser Sportart gekrönt wurde. Liebend gern hätte ich über alle je gestarteten Fahrer geschrieben, aber Zeit und Raum ließen einen solchen Luxus leider nicht zu. Stattdessen stelle ich Ihnen für jedes Jahrzehnt einen besonderen Rennfahrer vor, der meiner Ansicht nach die nötigen Fähigkeiten besaß, aber nie die Meisterschaft gewann, dazu eine Handvoll bemerkenswerter Fahrer jeder Generation. Bei unserem Blick in die Vergangenheit lassen wir außerdem einige der spektakulärsten Rennen, die der Sport je gesehen hat, wieder aufleben.

Hier trifft technisches Genie auf sportliche Überlegenheit. Hier werden Träumer zu Helden, und in der glühenden Hitze des puren Konkurrenzkampfes werden Ikonen geschmiedet. Das ist die Krönung des Motorsports. Das ist die Formel 1.

Ikonische Formel-1-Rennstrecken

Es hat mehr Grand-Prix-Austragungsorte gegeben als Jahre, die die Meisterschaft existiert. Jeder Rennkurs nimmt eine einzigartige Rolle in der Geschichte der Formel 1 ein, doch manche besitzen den besonderen Status einer ikonischen Rennstrecke, deren Kurven und Kehren fest mit dem Sport verbunden sind.

Monaco

Bereits seit 1929 werden auf den Straßen von Monte Carlo Große Preise ausgetragen. Die von Bergen zur einen und dem wie ein Kristall funkelnden azurblauen Mittelmeer zur anderen Seite eingerahmte Strecke von Monaco wird von vielen als ultimativer Straßenkurs und eines der glamourösesten Rennen der Welt betrachtetet. Würde heute jemand einen Großen Preis von Monaco vorschlagen, würde man ihn unter schallendem Gelächter aus dem Raum schicken – die Geschwindigkeiten sind zu hoch, die Strecke ist zu klein, und allein der Gedanke, den größten Teil des Straßennetzes des kleinen Fürstentums sperren zu müssen, um ein Autorennen austragen zu können, würde als grenzwertiger Wahnsinn abgetan werden. Und dennoch verbleibt dieses Rennen als glänzendes Juwel der Formel-1-Krone im Kalender erhalten. Keine andere Strecke stellt eine derart große Herausforderung dar, ist so anspruchsvoll und so gnadenlos. Eingezwängt zwischen Stahlleitplanken besteht der 3,3 km lange Rundkurs aus 19 Kurven und wird bei vollem Qualifying-Tempo in rund einer Minute und zehn Sekunden absolviert. Fahrer beschreiben das Rennen dort als nahezu hypnotisch und tranceähnlich, da sich ihre Sinne an die Bewältigung der engen Straßen anpassen. Ein kleiner Konzentrationsverlust, ein winziger Fehler, und das Rennen ist vorbei. Es gibt keine zweiten Chancen. Nirgends ist größeres Können gefordert. Kein Sieg bedeutet so viel. So ist es immer gewesen, und so wird es immer bleiben.

Suzuka

In den späten 1950er-Jahren traf Soichiro Honda die Entscheidung, nahe seiner neuen Automobilfabrik im japanischen Suzuka eine permanente Rennstrecke zu bauen. Zwei Jahre nach der Eröffnung der Fabrik im Jahr 1960 wurde seine Rennstrecke Realität. Es sollte 25 weitere Jahre dauern, bis Suzuka die Formel 1 willkommen heißen durfte, aber als das geschah, wurde es zur bevorzugten Heimat des Großen Preises von Japan und eine der meistverehrten Strecken im Kalender. Suzuka ist in der Formel 1 einmalig, da es die einzige als eine Acht angelegte Rennstrecke aufweist. Ihre Kombination aus schnellen, sanften Richtungswechseln, Off-Camber-Kurven und Hügeln macht sie für Auto und Fahrer gleichermaßen zu einer markanten Herausforderung. Jede ihrer Kurven stellt eine enorme Schwierigkeit dar, vom Degner-Doppelacht-Komplex über die Linkskurve »Spoon« bis hin zur notorisch schnellen 130R. Werfen wir noch den häufig auftretenden Regen in die Mischung, dann erweist sich die Kombination als episches Spektakel. Nur wenige Strecken werden von allen Formel-1-Fahrern so einhellig geliebt wie Suzuka, denn die Beherrschung ihrer komplexen Herausforderungen ist ein echter Gradmesser für den Rennfahrer am Steuer.

Interlagos

Die 1940 gebaute Rennstrecke in Interlagos war in den 1970er- und 1980er-Jahren des Öfteren Schauplatz des Großen Preises von Brasilien. Seit 1990 steht sie nun jährlich im Formel-1-Kalender. In ihrer ursprünglichen Form war sie fast 8 km lang, beginnend mit zwei Vollgas-Linkskurven, wo heute die Tribünen stehen. Von dort führte sie zurück und die Curva do Sol hinauf – die heute auch noch durchfahren wird, allerdings in der Gegenrichtung –, bevor es auf die verbleibende Hälfte der uns aus der modernen Zeit bekannten Rennstrecke zurück ging. Sie erhielt ihre gegenwärtige Gestalt 1990 und ist seitdem relativ unverändert. So lieferte sie den Hintergrund für eine Reihe klassischer Rennen, die Grand-Prix-Saisons und Meisterschaftserfolge bestimmten. Die Rennstrecke ist für ihre riesigen Höhenunterschiede bekannt – insbesondere der steile Anstieg aus der Junção heraus, der die Fahrer zur Start- und Ziellinie zurückführt – und auch für ihren fließenden Verlauf, der sich ideal für enge Zweikämpfe und spannende Action anbietet. Sie ist seit Langem ein Favorit der Fahrer, und die Atmosphäre an der Rennstrecke ist dank der großen Leidenschaft der Fans, die zur Rennstrecke strömen und die Tribünen füllen, ­elektrisierend.

Indianapolis

Eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt, der Indianapolis Motor Speedway, existierte in der Zeit als Formel-1-Kurs in zwei markanten Formen. Im ersten Jahrzehnt der Weltmeisterschaft zählten die Indy 500 als Lauf der Formel-1-Weltmeisterschaft, obwohl kein Formel-1-Auto jemals an einem Rennen teilnahm. Der einzigartige Wettkampf über 200 Runden und 500 Meilen (rund 800 km) auf dem ovalen Super Speedway bot sich daher für Statistiker seit jeher als Anomalie dar. Obwohl die Sieger der Indy 500 zwischen 1950 und 1960 nicht als Grand-Prix-Gewinner betrachtet werden können, da das Rennen nicht dem F1-Reglement entsprach, waren sie dennoch Sieger eines Laufs der Formel-1-Weltmeisterschaft. Die Indy 500 wurden ab 1960 nicht mehr gezählt, aber von 2000 bis 2007 kehrte die Formel 1 wieder zur Indy als Heimat des Großen Preises der USA zurück. Dafür wurde ein spezieller, im Innenbereich angelegter Kurs genutzt, der rund ein Drittel des berühmten Ovals in der Gegenrichtung einbezog und heute von IndyCar für den Indy Grand Prix befahren wird, der Eröffnung der Mai-Feierlichkeiten und Renn-Action rund um die Indy 500.

Silverstone

Das erste Rennen der ersten Weltmeisterschaft wurde 1950 auf der Umfassungsstraße eines Flugfelds aus dem Zweiten Weltkrieg im Herzen des Vereinigten Königreichs ausgetragen. Silverstone war ursprünglich ein schneller, fließender Kurs mit nur acht Kurven, und er wurde schnell zum Favoriten der Fahrer. Der Rundkurs ist für den größten Teil der Rennsportgeschichte im Formel-1-Kalender verblieben, erfuhr aber während seines Bestehens zahlreiche Änderungen. Die umfassendste Neugestaltung erfolgte in den frühen 1990er-Jahren, als die inzwischen berühmt-berüchtigten Maggots- und Becketts-Kurven eingeführt wurden, eine extrem knifflige Abfolge sehr schnell durchfahrener Links- und Rechtskurven über eine nicht einsehbare Kuppe. Die Änderungen setzten sich bis 2010 fort, als eine Verlegung der Boxengasse und der Startlinie stattfand. Außerdem wurde eine völlig neue Abfolge von Kurven im Innenfeld hinzugefügt, was die Länge der Strecke von ursprünglich 4,6 auf nun 5,8 km erhöhte. Heute vereint das unter Fahrern noch immer zu den beliebtesten Rennstrecken gehörende Silverstone eine Reihe von Stellen, die sich für Überholversuche eignen, sowie lange, schnelle, fließende Abschnitte, die von langsameren, zum Herunterschalten zwingenden Punkten unterbrochen werden. Und egal, ob das britische Wetter sich für strahlenden Sommersonnenschein oder das Überschwemmen der Strecke mit Regenwasser entscheidet, stets ist ein verbissener Wettkampf das Markenzeichen des Kurses und seiner Rennen. Dies, im Verbund mit den ergebenen Fans, die seit dem ersten Großen Preis in Scharen herbeiströmen, macht Silverstone zu einem klassischen Austragungsort der Formel 1.

Nürburgring

Nur wenige Rennstrecken dieser Erde sind so mystisch und furchterregend wie der Nürburgring. Der 1927 gebaute und als Gesamtstrecke bezeichnete ursprüngliche Rundkurs bestand aus mehr als 187 Kurven, verteilt über 28 km gewundenen Wahnsinns durch die Wälder der Eifel. Als der Nürburgring 1951 zum ersten Mal für die Formel 1 genutzt wurde, war der Kurs eben auf die heute legendäre Nordschleife gekürzt worden, mit geradezu bescheidenen 160 Kurven auf 22 km. Er war notorisch heimtückisch, und es war so gut wie unmöglich, sicher zu fahren – so kam er zu seinem Spitznamen »Grüne Hölle«. Selbst die Einführung von Leitplanken über die gesamte Länge sowie Umbauten zum Beseitigen der berühmten Sprünge konnten die Gefahren nicht aufheben. Die Strecke war schlicht so riesig, dass es bei einem Unfall zu lange dauerte, bis Hilfe zur Stelle war. In den späten 1970er-Jahren wurde sie schließlich aus der Weltmeisterschaft gestrichen. In den 1980er-Jahren wurde südlich der berüchtigten Nordschleife eine neue Strecke für den Großen Preis gebaut. Die GP-Strecke war mit 4,5 km viel gemächlicher und entsprach mehr den modernen Trends, während ihre Höhenunterschiede wenigstens ein kleines Element des Vorgängers beibehielten. Insgesamt wurden hier auf der Nordschleife 22 und auf der GP-Strecke 19 Rennen ausgetragen, aber als der Kalender sich über Europa hinaus ausweitete, brachen die Finanzen der Strecke zusammen, und in den 2010er-Jahren fiel sie aus dem Vollzeitkalender. Doch die Aura der Rennstrecke und die furchteinflößende Herausforderung ihrer ursprünglichen Auslegung sichern ihr einen Platz als einer der beeindruckendsten Kurse, auf denen die Formel 1 je unterwegs war.

Spa-­Francorchamps

Im Jahr 1920 empfanden zwei Freunde so viel Fahrspaß auf den Landstraßen rund um die belgischen Orte Francorchamps, Malmedy und Stavelot, dass sie eine Strecke absteckten und einen Rennkurs schufen. Damit war Spa-Francorchamps geboren. Mit knapp 15 km war es eine mächtige Herausforderung mit erheblichen Höhenunterschieden und langen Sprints durch die Landschaft. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die Gegend zum Synonym für die Ardennenoffensive, Deutschlands letztes Aufbäumen und die größte Schlacht, in die die Vereinigten Staaten in diesem Konflikt verwickelt waren. Als die Austragung Großer Preise nach dem Krieg wieder anlief, war der Kurs auf 14 km gekürzt worden. Er wurde als einer der schwierigsten im neuen Kalender der Weltmeisterschaft angesehen. Insbesondere die furchteinflößende »Masta Kink« wurde als eine der härtesten Kurven der Welt betrachtet. Die Strecke wurde aufgrund zunehmender Geschwindigkeiten so gefährlich, dass das Rennen 1969 boykottiert wurde. Ein Jahrzehnt später verkürzte man den Kurs auf die gegenwärtige Konfiguration mit 7 km Länge. Statt weiter in die Landschaft hinein zu verlaufen, bog die Strecke bei Malmedy nach rechts ab, wand sich den Hang hinunter und nahm am Fuße des Berges die Spur des alten Kurses für den Anstieg zur Startlinie wieder auf. Spa-Francorchamps ist nach wie vor eine der längsten Rennstrecken in der Formel 1 und stellt eine ihrer größten Herausforderungen dar.

Monza

Der Königliche Park von Monza nahe der italienischen Modehauptstadt Mailand ist mit einer Ausnahme, 1980, für jeden Großen Preis der Weltmeisterschaft Gastgeber gewesen. Als Heimat der Tifosi, der Ferrari-Fans, herrscht in Monza eine Atmosphäre, die unter den Austragungsorten der Großen Preise ihresgleichen sucht, denn die italienischen Getreuen erklimmen Häuser und Bäume auf dem Gelände, um den besten Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Die 1922 gebaute Strecke war ursprünglich 10 km lang und bestand aus einem 5,5 km langen Straßenabschnitt sowie einem 4,5 km langen Oval. Der Straßenabschnitt ist seitdem weitgehend unverändert geblieben. Er hat fast ausschließlich Rechtskurven, bis auf die Linkskurven, die die Fahrer auf die Gegengerade leiten. Die vollen 10 km der Strecke wurden nur in den 1960er-Jahren ein paar Mal für Grand-Prix-Rennen genutzt. Damals brachten die Fahrer erst den Straßenabschnitt hinter sich, bevor sie das Oval umrundeten und wieder auf die Straße fuhren, wobei sie eine aufgeteilte Start-Ziel-Gerade nutzten. 1971 wurde der Straßenabschnitt letztmalig in seiner puren Form als High-Speed-Herausforderung im Rennen befahren. Danach wurden mehrere Schikanen eingefügt, um das Tempo auf den mächtigen Geraden zu reduzieren. Dennoch bleibt Monza eine der schnellsten Rennstrecken, und die Gesamtzeit des Rennens ist wegen der enormen gefahrenen Geschwindigkeiten fast immer die kürzeste. Von allen geliebt, ist Monza von einem Zauber umgeben, der sich kaum einfangen lässt. Die Erzählungen aus der Geschichte werden vom Wind im Flüsterton durch die Bäume getragen, die hier seit Jahrhunderten stehen und jeden meisterhaften Fahrer gesehen haben, den der Sport gekannt hat.

Grundlagen der Formel 1

Für den Erfolg in der Formel 1 reicht es nicht, ein großartiger Fahrer zu sein. Wer gewinnen will, muss für das beste Team und mit dem besten Auto unterwegs sein. Obwohl die Fahrer als die Helden angesehen werden, ist die Formel 1 ein Teamsport. Heute besteht sie aus zehn Teams – auch als Konstrukteure bezeichnet, denn gemäß Reglement muss jedes Team ein eigenes, einzigartiges Auto entwickeln und anfertigen, von dem bei jedem Weltmeisterschaftsrennen zwei Exemplare an den Start gehen. Während in der Vergangenheit den Teams Teilnehmer-Startnummern zugewiesen wurden, wählen die Fahrer heute ihre persönlichen Startnummern. Der Champion darf die »1« wählen.

In jedem Jahr finden maximal 24 Rennen in aller Welt statt, bei denen die Teams jeweils zwei Fahrer aufstellen. Ihre Positionen beim Zieleinlauf werden mit Punkten belohnt, die zu gleichen Teilen dem Fahrer und seinem Team zufließen. Am Ende der Saison wird der Fahrer mit den meisten Punkten zum Fahrer-Weltmeister ernannt, und das Team, dessen Fahrer die meisten Punkte eingefahren haben, wird zum Konstrukteurs-Weltmeister gekürt. Es ist eine komplizierte Besonderheit der Formel 1, dass Teamgefährten zusammen Rennen fahren, um ihrem Team Erfolg zu bescheren, und gleichzeitig einen Kampf gegeneinander ausfechten, um zu beweisen, dass sie die Besten sind und ihre eigenen Titel gewinnen.

Ferrari ist das älteste und erfolgreichste Team dieses Sports. Es hat als einziges in jeder Saison der Formel-1-Geschichte teilgenommen und führt mit sechzehn Konstrukteurs-Titeln die Meisterschaft mit großem Vorsprung an. Williams hat neun Konstrukteurs-Titel, McLaren und Mercedes haben jeweils acht. Ferrari verhalf fünfzehn Mal einem Fahrer zum Weltmeistertitel, McLaren zwölf Mal, Mercedes neun Mal. Von den Fahrern liegen Sir Lewis Hamilton und Michael Schumacher mit je sieben Weltmeistertiteln gleichauf, vor Juan Manuel Fangio mit fünf.

Die Fahrer werden von ihren Teams bezahlt. Ihre Verträge umfassen in Bezug auf Punkte, Podiumsplätze, Siege und Meisterschaftserfolge komplizierte Bonusstrukturen. Die Teams selbst werden von der Formel-1-Organisation bezahlt, indem sie einen Anteil vom Gewinn der Vermarktung des Sports erhalten, dazu einen festgelegten Geldpreis am Ende jeder Saison, abhängig vom erzielten Platz in der Meisterschaft, sowie diverse andere Zahlungen, die durch Leistung und Erfolgsgeschichte bestimmt sind. Teams erwirtschaften auch Gelder durch individuelle Sponsorenverträge.

Diese Sponsorenverträge beeinflussen häufig die Farben der Autos. Während manche Teams traditionelle Rennfarben verwenden (Ferrari tritt beispielsweise immer in Rosso Corsa an, also in Rennsport-Rot), ändern andere Teams jedes Jahr ihr Farbschema, ihren Sponsoren entsprechend. Das Reglement schreibt vor, dass beide Autos des Teams das gleiche Farbkleid aufweisen müssen, damit sie leicht erkennbar sind. Die Teams dürfen aber für einzelne Rennen beide Autos in einer besonderen Lackierung fahren, wie beispielsweise für Jubiläen oder bei der Einführung neuer Sponsoren.

In der Geschichte der Formel 1 sind mehr als 170 Teams angetreten. Heute liegt das Limit für die Anzahl von Teams, die an einem Rennen teilnehmen dürfen, bei zwölf. Jedes neue Team, das an der Formel 1 teilnehmen möchte, muss einen langwierigen, komplexen Antragsvorgang durchlaufen und eine Eintrittsgebühr von mehreren Hundert Millionen Dollar zahlen. Dann wird eine Lizenz zur Teilnahme am Sport erteilt. Neue Teilnehmer können diese Hürde umgehen, indem sie ein existierendes Team erwerben. Das ist im Laufe der Zeit des Öfteren geschehen.

So trat Mercedes in den 1950er-Jahren in den Sport ein, zog sich aber schon kurz darauf zurück. Jahrzehnte später konnte der Automobilhersteller nicht einfach wieder mitmachen, sondern musste einen existierenden Teilnehmer kaufen. Der moderne Status des Mercedes-Teams beginnt daher mit dem Rennstall von Ken Tyrrell, der 1970 in die Formel 1 eintrat und seinen Platz 1999 an British American Racing (BAR) veräußerte. BAR wurde 2006 von Honda aufgekauft, das dann den Platz einnahm. Honda zog sich Ende 2008 aus der Formel 1 zurück, und der Platz wurde für 2009 von Brawn GP erworben. Mercedes-AMG kaufte Brawns Platz und nimmt seit 2010 an der F1 teil.

Als BAR das Tyrrell-Team und dessen F1-Platz in den späten 1990er-Jahren kaufte, erfolgte dies für rund 50 Millionen Dollar. Heute liegt der Mindestkaufpreis für ein F1-Team und dessen Platz im Starterfeld schätzungsweise bei mehr als 1 Milliarde Dollar.

Format des Rennwochenendes

Ein Grand-Prix-Wochenende findet von Freitag bis Sonntag statt und besteht aus einer Vielzahl von Sessions auf der Rennstrecke, vom Training bis zum eigentlichen Rennen.

Normalerweise nehmen Teams und Fahrer an drei einstündigen Trainings teil. Sie dürfen dabei Änderungen an ihren Autos vornehmen, damit sie den Anforderungen der Strecke bestmöglich angepasst sind, bevor das Konkurrenzfeld betreten wird. Viele Teams nutzen diese Trainings zum Testen neu entwickelter Teile und prüfen, ob sie das Auto verbessern. Sie perfektionieren auch den Grad des Abtriebs sowie die Einstellungen der Autos, damit sich die Fahrer wohlfühlen und natürlich die Runde so schnell wie möglich durchfahren können.

Nach Abschluss des Trainings ermitteln die Fahrer bei einem dreiteiligen Qualifying am Samstag, wer am schnellsten eine einzelne Runde zurücklegt. Die Langsamsten werden schrittweise aus dem Wettbewerb um die ersten zehn Plätze in der Startaufstellung herausgenommen. Unter den zwanzig Fahrern bestimmt die Reihenfolge vom Schnellsten zum Langsamsten die Startreihenfolge des eigentlichen Rennens am Sonntag. Die Fahrer wollen natürlich so weit vorn wie möglich starten, damit sie eine bessere Chance haben, Punkte zu erzielen oder um den Sieg zu kämpfen. Einige der spannendsten Rennen ergeben sich jedoch, wenn ein guter Fahrer in einem schnellen Auto ein schlechtes Qualifying hatte und sich im Großen Preis seinen Weg durch das Feld nach vorn bahnen muss.

Für die Zeitnahme ist die Rennstrecke in drei imaginäre Abschnitte unterteilt, die als Sektor 1, Sektor 2 und Sektor 3 bezeichnet werden. Jedes Auto verfügt über einen Sensor, der an jeder Schnittstelle entlang des Kurses einen Zeitmessstrahl auslöst, um anzuzeigen, wie der Fahrer sich auf der Runde schlägt. Eine grüne Sektorzeit kennzeichnet eine persönliche Bestzeit, eine violette Sektorzeit markiert eine absolute Bestzeit. Die Zeitnahme erfolgt bis zu drei Nachkommastellen, was einer Tausendstelsekunde entspricht.

Teams und Fahrer können während des gesamten Trainings Aerodynamik und Einstellungen verändern, aber ab dem Qualifying sind Änderungen untersagt. Die Autos werden quasi mit ihren Einstellungen für das Qualifying und das Rennen selbst verriegelt. Jede danach vorgenommene Änderung kann sich zum Nachteil des Fahrers auswirken, indem er eine Strafe kassiert und vom Ende der Startaufstellung oder gar aus der Boxengasse heraus starten muss.

Das Rennen ist als Grand Prix (französisch für »Großer Preis«) bekannt und wird über eine Distanz von rund 300 km ausgetragen. Jeder Fahrer verfügt über die gleiche Zuteilung von Reifen, die er im Verlauf des Wochenendes nutzen darf. 2023 bestand diese aus acht Sätzen weicher Reifen, drei Sätzen mit mittlerer Auslegung sowie zwei Sätzen harter Reifen. Darüber hinaus gab es vier Sätze mit Intermediate-Reifen für die Fahrt bei mäßiger Feuchtigkeit sowie drei mit Regenreifen für sehr nasse Strecken. Je weicher ein Reifen ist, desto schneller ist er, nutzt aber auch schneller ab. Je härter ein Reifen ist, desto länger hält er, ist aber auch langsamer. Die Fahrer können ihre Reifen nach Belieben einsetzen, müssen aber im Verlauf eines Rennens mindestens zwei verschiedene Sorten Trockenwetterreifen verwenden. Normalerweise versuchen die Teams, nur einen Boxenstopp zu machen, damit sie so viel Zeit wie möglich im Rennen und so wenig wie nötig mit Langsamfahrt in der Boxengasse verbringen. Wird ein Rennen zum Regenrennen erklärt, ist die Zwei-Komponenten-Regel aufgehoben und Fahrer können jede beliebige Anzahl an Regen- oder Trockenwetterreifen verwenden. Während des Rennens ist kein Nachtanken gestattet.

Die ersten zehn Fahrer, die beim Grand Prix ins Ziel einlaufen, erhalten Punkte: Fünfundzwanzig gehen an den Sieger, dann achtzehn, fünfzehn, zwölf, zehn, acht, sechs, vier, zwei Punkte und ein Punkt an die weiteren neun Fahrer.

Manche Rennwochenenden werden im »Sprint-Format« abgehalten. Damit soll die Zahl der Wettkämpfe gesteigert werden.

Fahrer und Teams bekommen dieselbe Punkteanzahl. Wenn ein Fahrer während der Saison das Team wechselt, behalten beide ihre Punkte, also auch das Team, mit dem er sie erzielt hat. Teampunkte bleiben beim Team und werden nicht mit dem Fahrer übertragen.

Reglement für moderne Autos

Formel-1-Teams werden als Konstrukteure bezeichnet, was der Definition nach heißt, dass sie eigene Autos konstruieren müssen. Während die Teams Motoren, Getriebe und bestimmte weitere Teile einkaufen dürfen, müssen sie ihre Autos individuell entwerfen und entwickeln. Jedes besteht aus Tausenden Komponenten, von der Karosserie bis zu den verborgenen inneren Teilen. Jedes ist maßgefertigt, also allein bei diesem Team vorhanden.

Moderne Formel-1-Autos sind die größten in der Geschichte dieses Sports, wobei das Reglement vorschreibt, dass sie nicht breiter als 200 cm und nicht höher als 95 cm sein dürfen. Obwohl es für die Länge kein bestimmtes Limit gibt, ist der maximale Abstand zwischen Vorder- und Hinterrädern auf 360 cm begrenzt, und daher variiert die Länge der Autos kaum.

Das Auto darf nur vier Räder haben – das klingt naheliegend, doch in der Vergangenheit gab es F1-Autos mit sechs Rädern! Außerdem dürfen nur die Hinterräder angetrieben sein, die Vorderräder sind ausschließlich für die Lenkung da. Allradantrieb ist somit nicht zulässig.

Das Chassis des Autos muss eine Überlebenszelle umfassen. Darin sitzt der Fahrer in einem herausnehmbaren, auf seinen Körper zugeschnittenen Sitz, gesichert mit einem Sechspunktgurt. Vorgeschrieben sind auch ein Überrollbügel und ein Halo-Cockpitschutz. Der Motor ist an der Rückseite der Überlebenszelle montiert, gekoppelt an ein Getriebe mit acht Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang.

Formel-1-Rennautos waren jahrzehntelang durch den Einsatz von Flügeln und komplexer Aerodynamik gekennzeichnet, also der Kunst, das Auto durch den Luftstrom auf die Straße zu drücken und so für Haftung zu sorgen. Seit 2022 ist der Einsatz von Flügeln beschränkt. Bei einem heutigen F1-Auto schafft man auch durch Tunnel am Fahrzeugboden Unterdruckbereiche, die es abwärts saugen und Haftung erzeugen. Die über das Auto strömende, sogenannte schmutzige Luft erfährt so weniger Verwirbelungen, und das folgende Auto kann dicht hinterherfahren. Alle Autos haben ein Drag Reduction System (DRS, deutsch: System zur Reduzierung des Luftwiderstands), das im Heckflügel eine Klappe öffnet, um den Widerstand zu senken und das Tempo auf der Geraden zu steigern. Das erleichtert das Überholen, wenn beide Autos weniger als eine Sekunde auseinanderliegen.

Moderne Formel-1-Motoren sind 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybrid-Einheiten, die auf 15 000 Umdrehungen pro Minute (U/min) begrenzt sind. Sie geben eine Leistung von rund 750 bis 1000 Pferdestärken ab. Die Kraftstoffeinspritzung ist auf 500 bar limitiert, Kraftstoff ist auf 110 kg je Rennen und der Kraftstofffluss oberhalb von 10 500 U/min auf 100 kg/h begrenzt.

Moderne Turbo-Hybrid-Antriebseinheiten bestehen aus mehr als nur dem Motor. Umfassen müssen Sie auch einen Turbolader, ein kinetisches Energierückgewinnungssystem (MGU-K, das Energie beim Bremsen gewinnt), ein die Wärme nutzendes Energierückgewinnungssystem (MGU-H, das Energie wie die Wärme des Auspuffs nutzt), einen Energiespeicher wie eine Batterie (die regenerierte Energie speichert) sowie eine elektronische Steuereinheit (für den Betrieb des gesamten Systems). Fahrer können pro Saison maximal je vier von diesen Bestandteilen sowie acht von jedem der vier Teile, die ein Auspuffsystem bilden, nutzen. Wenn sie darüber hinausgehen, werden nach dem Qualifying für das Rennen, bei dem sie das Limit überschritten haben, Startplatzstrafen verhängt.

Auto und Fahrer müssen zusammen mindestens 800 kg auf die Waage bringen. Funktionäre prüfen zu Beginn jedes Rennwochenendes, ob ein Auto das Reglement erfüllt, indem sie es in Bezug auf korrekte Abmessungen und Gewicht auf einer speziellen Brückenwaage inspizieren. Sie können es zu jedem beliebigen Zeitpunkt während des Rennwochenendes auf die Waage zurückbeordern. Nach dem Rennen wird es erneut gewogen und auf Rechtmäßigkeit geprüft.

Das Nachtanken ist in der Formel 1 seit mehr als einem Jahrzehnt untersagt, daher müssen die 110 kg für den normalen Straßenverkehr zugelassener Kraftstoff für eine gesamte Grand-Prix-Distanz reichen. Nach Ende des Rennens wird dem Auto eine Kraftstoffprobe entnommen, um die Regel-Einhaltung zu überprüfen.

Formel-1-Felgen müssen mit den 18 Zoll großen P-Zero-Formel-1-Reifen von Pirelli bezogen sein, die einen Gesamtdurchmesser von 28,3 Zoll (knapp 72 cm) haben. Die Hinterreifen sind breiter als die Vorderreifen, um mehr Haftung auf der angetriebenen Hinterachse des Autos zu bieten.

Sicherheitsausstattung

In den letzten siebzig Jahren haben Innovation und Reglement bleibenden Einfluss auf die Sicherheit der Formel-1-Autos ausgeübt. Obwohl Autorennen wegen der hohen Geschwindigkeiten nie zu 100 Prozent sicher sein können, gibt es in modernen F1-Autos Einrichtungen, die den Fahrer im Falle eines Unfalls schützen.

Design, Entwicklung und Test

In der heutigen Formel 1 bleibt fast nichts dem Zufall überlassen. Jedes Leistungselement eines Autos wird in Echtzeit überwacht und analysiert, sowohl auf der Rennstrecke als auch im Werk des Teams. Jedes Auto hat rund 300 Sensoren, die am Rennwochenende mehr als ein Terabyte leistungsbasierte Daten liefern. Pro Saison erfasst ein Team über 10 Milliarden Datenpunkte. Jeder einzelne wird untersucht, um einen Vorteil zu finden, ein Problem zu lösen und das ultimative F-1-Auto zu kreieren.

Die Autos werden entworfen mittels CAD (Computer-Aided Design, deutsch: computergestütztes Design), das vor vielen Jahrzehnten die Handzeichnungen ersetzte. Die Aerodynamik der digital geschaffenen virtuellen Autos wird getestet per CFD (Computational Fluid Dynamics, deutsch: computergestützte Fluiddynamik), die Strömungen um ein Objekt mathematisch-wissenschaftlich vorhersagt. Das Design der Autos wird zugleich mit einem Modell im Maßstab 1 : 1,6 im Windkanal getestet, um die reale Luftströmung zu analysieren.

Das reale Auto kann nach dem Bau im Werk auf einem 7-Säulen-Prüfstand getestet werden. Die Kräfte, denen das Auto in der Realität ausgesetzt sein wird, gibt er wieder, indem die auf einer bestimmten Rennstrecke auftretenden Veränderungen der Seiten- und Längskräfte imitiert werden. Der auch als Shaker bezeichnete Prüfstand simuliert beispielsweise die an den verschiedenen Rennstrecken eingesetzten Randsteine, die Unebenheiten auf den Rennstrecken sowie die vielen Richtungskräfte, denen die Federung im Wettkampf und bei Vollgas ausgesetzt sein wird.

So werden Formel-1-Autos und ihre in Entwicklung befindlichen Teile entworfen und getestet. Entsprechend dem umfassenden Reglement des Sports ist die Zeit, die die Teams für die Tests ihrer Entwürfe im Windkanal oder per CFD nutzen können, begrenzt. Je weiter unten sich ein Team auf der Meisterschaftsleiter befindet, desto mehr Zeit hat es zur Verfügung. Die Weltmeister haben somit weniger Zeit als alle anderen, um die Dinge zu richten.

Aber egal wie genial die Designer eines Teams sind oder wie gut ein Auto in der virtuellen Welt aussieht, es ist keine Garantie, dass das Auto und dessen in Entwicklung befindliche Teile wie vorgesehen funktionieren, sobald es auf die Rennstrecke geht. Die wahre Prüfung erfolgt erst, wenn die Autos an echten Rennen teilnehmen. Und auch hier ist die zum Testen neuer Teile verfügbare Zeit begrenzt.

Neue Autos werden traditionell im Januar oder Februar vorgestellt, und das erste Rennen der Saison findet meist im März statt. Es gibt zuvor nur einen dreitägigen Test, in dem sich Teams und Fahrer an ihre neuen Schöpfungen gewöhnen dürfen. Beim Vorsaison-Test kommen alle an einer Rennstrecke zusammen, um ihre neuen Autos zu fahren. Es darf nur ein Auto je Team eingesetzt werden, sodass die Fahrer die Zeit unter sich aufteilen müssen, aber im Verlauf der drei Tage haben sie insgesamt rund 25 Stunden Streckenzeit, die sie nach Bedarf nutzen können.

Sobald die Saison beginnt, können die Teams nur an Grand-Prix-Wochenenden ihre aktuellen Autos fahren und Neuentwicklungen testen. Weitere Tests sind nur den Reifenpartnern des Sports für die Entwicklung ihrer Reifen gestattet, nicht den Teams für die Entwicklung ihrer Autos. Das soll Kosten sparen und dafür sorgen, dass große Teams durch häufigere Tests keine Vorteile gegenüber ihren kleineren Rivalen erzielen können. Allerdings dürfen Teams mehr als zwei Jahre alte Autos so oft fahren, wie sie wollen, da das Entwicklungstempo in der Formel 1 so rasant ist, dass ein zwei Jahre altes Auto wettkampfmäßig als überholt gilt.

Die Fahrer können aber Zeit im Simulator verbringen, um sich an Teile zu gewöhnen, die sich in der Entwicklung befinden. Die modernsten Geräte kosten viele Millionen Dollar und haben sich zum bestgehüteten Geheimnis des Sports entwickelt, da sie die Leistungsänderungen eines Autos, die durch eine einzelne Entwicklung bewirkt werden, präzise nachbilden können. Sie sind auch ein hervorragendes Trainingstool, mit dem Fahrer außerhalb der Rennwochenenden fahren können.

Da Tests unter realen Bedingungen so eingeschränkt sind, ist die Bedeutung von Daten für die heutige Formel 1 entscheidend. Teams müssen das, was sie in der virtuellen Welt mit CFD, in ihren Windkanälen und in den Simulatoren sehen, mit der Realität auf der Rennstrecke abgleichen, um sicherzustellen, dass ein Formel-1-Auto im Saisonverlauf effizient entwickelt wird.

Flaggen und SafetY-Cars

Im Motorsport ist die schnellste Art und Weise, den Fahrern eine Nachricht zukommen zu lassen, der Einsatz von Flaggen am Streckenrand. Den Fahrern wird schon in ihren allerersten Renntagen beigebracht, stets ein wachsames Auge auf die Flaggen zu haben, und obwohl Warnungen heutzutage über Nachrichten auf ihren Lenkrädern und auf LED-Tafeln entlang der Strecke übermittelt werden, nehmen die physischen Flaggen immer noch eine Vorrangstellung ein als das offizielle Benachrichtigungssystem. Der einzige Moment, in dem Leuchten Vorrang haben, ist beim Start des Rennens, wenn die Signalbrücke über der Startlinie den Fahrern signalisiert, dass das Rennen beginnt. Fünf Lampen leuchten auf, und wenn sie verlöschen, beginnt das Rennen.