Green Parenting - Kate Blincoe - E-Book

Green Parenting E-Book

Kate Blincoe

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Beschreibung

Wie wird Einkaufen zum Erlebnis? Wie macht man aus Stubenhockern Outdoorfreaks? Wie gestaltet man Schmetterlingsgärten? Welche Köstlichkeiten lassen sich aus Klee, Löwenzahn & Co. zaubern? Und machen Geburtstagsfeiern ohne Müllberge auch Spaß? Kate Blincoe hat ihre Alltagserfahrungen in einem liebevoll gestalteten Buch zusammengetragen und gibt praxistaugliche Antworten auf diese und viele andere Fragen. Für die Mutter zweier Kinder 'geht es geht nicht darum, perfekt zu sein; es geht darum, Dinge auszuprobieren und zu spüren, wie gut es tut, die Welt ein klein bisschen besser zu machen'.

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Kate Blincoe
GreenParenting
Wie man Kinder großzieht,die Welt rettet unddabei nicht verrückt wird
Aus dem Englischenvon Sonja Schuhmacherund Barbara Steckhan(Kollektiv Druck-Reif)
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Deutsche ErstausgabeThis translation of »The No Nonsense Guide to Green Parenting«, first edition,© 2016 UIT Cambridge, is published by arrangement with UIT Cambridge Ltd., www.uit.co.uk.Copyright der deutschen Übersetzung:© 2016 oekom verlag MünchenGesellschaft für ökologische Kommunikation mbH,Waltherstraße 29, 80337 München
Lektorat: Sebastian Hofmann & Dr. Manuel SchneiderKorrektorat: Katrin Horvat
Designkonzept & Layout: Mad-i-Creative, www.mad-i-creative.co.ukSatz: Ines Swoboda, oekom verlag
Umschlaggestaltung: www. buero-jorge-schmidt.de Umschlagabbildung: © Phil Barnes, www.philbarnes-commercialphotograpy.co.uk Lektorat der Übersetzung: Christoph Hirsch, Laura Kohlrausch, beide oekom verlagRedaktionelle Bearbeitung: Christoph Hirsch, Laura Kohlrausch, beide oekom verlag; Barbara Steckhan, Sonja Schuhmacher, beide Kollektiv Druck-Reif
Bildnachweis: James Williamson, www.norfolknaturesafari.co.uk: Schwalben, Edelkastanien, Hagebutten, Weißdorn, Kardendistel, Amphibien, Mohnblume, Kohlmeisen, Fuchs, Eulen, Honigbiene, Schlauchzitterpilz, Strand, Robbe, Spinnweben, Eule, Rotkehlchen; Kate Blincoe: Riesenbovist; Michael Lane: Igel; Stephanie Laurence: alle Zeichnungen; fotolia: Waschnüsse – TwilightArtPictures, Eltern – Halfpoint, Storch – mashiro2004, Rothirsch, Hirsche – schaef, Pflanzen – LianeM, Feldhase – Soru Epotok, Lesen – likstudio, Spielzeug – unikat, Gemüse – Johanna Mühlbauer; Phil Barnes, www.philbarnes-commercialphotography.co.uk: alle übrigen
E-Book: SEUME Publishing Services GmbH, Erfurt
Alle Rechte vorbehaltenISBN 978-3-86581-997-0
Inhalt
Über die Autorin
Einleitung
Kapitel 1 – Natürlich lernen und spielen**
Kapitel 2 – Ihr grünes Nest
Kapitel 3 – Kann ich das essen?
Kapitel 4 – Jäger und Sammler
Kapitel 5 – Körpersprache
Kapitel 6 – Kleine grüne Daumen
Kapitel 7 – Wie die Natur uns gut tut
Kapitel 8 – Grüne Feste
Anmerkungen
Dank
Serviceteil
Rezepte, nicht nur für die Küche
Klapperrasseln für Babys
Weiche Knete für Vorschulkinder
Leucht-Smoothies
Löwenzahn-Pfannkuchen
Wildkräuter-Auflauf
Bärlauchbrot
Nessel-Muffins
Rotkleelimonade
Holundersirup
Riesenbovist-Pizza
Holunder-Apfel-Crumble
Omas Weihnachtsfüllung
Hagebuttensirup
Rezept für einen gut gewickelten Babypopo
Rezept für einen natürlichen Badezusatz
Natürliches Insektenspray
Biosonnencreme
Meisenknödel selbst gemacht
Selbst gemachte Käsecracker
Top 5/10-Tipps & Tricks …
… wie Sie Ihr Kind nicht verwöhnen
… für elterliche Zurückhaltung
… Pflanzen für gute Raumluft
… für umwelt-freundliche Kleidung
… für fröhliches Kompostieren
… im Haushalt Energie zu sparen
… für umweltfreundliches Fläschchenfüttern
… für den Öko-Einkauf im Supermarkt
… für einen Besuch auf dem Bauernmarkt
… Kuchen mit Gemüse
… zur Verwendung von Brombeeren
… für eine natürliche Schwangerschaft
… für Stoffwindeln
… gemeinsam Achtung zu üben
… Sinnesfreuden im Garten
… für Erfolg im Schrebergarten
… denen man lieber aus dem Weg geht
… wie Sie dem Natur-Defizit-Syndrom vorbeugen
… für gelungenes Zelten
… wie Sie Ihr Kind bei jedem Wetter nach draußen locken
… die Natur zu feiern
… für gesunde und ökologische Partysnacks
… umweltfreundlichen Dekoartikel
… für tolle Kinderfotos in der Natur
Für Sam und Annie
Einleitung
Wenn Sie sich von diesem Text eine Anleitung erwarten, wie Sie eine Schafladung Naturwolle spinnen, ehe Sie mit der gesamten Familie – das jüngste Mitglied eingeschlossen – 30 Kilometer zu Ihrem Schrebergarten radeln, haben Sie wohl nicht das richtige Buch erwischt. Dieses Buch ist für uns, für Menschen wie Sie und ich. Für all jene, die zwar geschafft von der Arbeit heimkommen, denen aber trotzdem etwas an unserer Umwelt liegt. Für Menschen, die früher grundsätzlich mit dem Rad unterwegs waren, seit der Geburt der Kinder aber einen Familienvan fahren.
Wir alle wissen eine ganze Menge über Umweltschutz und Nachhaltigkeit, doch wenn wir ehrlich sind, haben wir mit der Umsetzung Probleme, seit die Kinder da sind. Die Waschmaschine läuft bedeutend häufiger als zuvor, und immer wieder müssen wir die Kleinen zu diversen Vereinen und zu ihren Spielkameraden fahren. Außerdem mögen wir es im Winter vielleicht auch ein bisschen wärmer im Haus und achten darauf, dass Gemüse auf den Tisch kommt, ohne zu überlegen, ob es gerade draußen wächst oder aus Übersee kommt. Zu allem Überfluss greifen wir auch noch auf den Fernseher als Babysitter zurück, wenn wir müde und erschöpft sind.
Doch so gestresst wir sein mögen, wir verurteilen die Käfighaltung – bei Hühnern wie bei Kindern. Wir möchten, dass sie draußen spielen, sich schmutzig machen und den kleinen Zaunkönig entdecken, ehe er sich wieder ins Dickicht zurückzieht. Wir wollen sicher sein, dass wir trotz allem unser Bestes getan haben – dass sie uns als Teenager nicht vorwerfen werden, wir hätten ihnen neben der krummen Nase/dem dünnen Haar/der Angst vor Spinnen auch noch einen heruntergewirtschafteten Planeten hinterlassen.
Wenn Sie im Interesse der Umwelt handeln, handeln Sie mit Sicherheit auch im Interesse Ihrer Kinder. Denn sie sind weit enger mit der Welt verbunden, als uns bewusst ist – von der Luft, die sie atmen, über die Lebensmittel, die sie essen, bis zur Natur, die ihnen Anregungen gibt. Natürlich geht es darum, unsere Kohlendioxidemissionen herunterzufahren, doch das ist nur eine der Komponenten, die es für umweltbewusste Eltern zu beachten gilt. Im Zentrum sollten die Natur und die Welt vor der Haustür stehen, denn sie haben entscheidenden Einfluss auf unser aller seelisches Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Fitness.
Wenn die nächste Generation kein Verständnis und Gefühl für die Welt der Natur entwickelt, kann sie nicht lernen, sich engagiert für sie einzusetzen. Außerdem wird ihr das Wissen fehlen, um sachkundige Entscheidungen zu treffen. Wir sollten sie aber auf die wichtigen Aufgaben der Zukunft vorbereiten.
Dieses Buch möchte vergnüglich bleiben, Realistisches ermöglichen und es Ihnen erleichtern, Ihre inneren Werte mit dem turbulenten Familienalltag zu vereinbaren. Es gibt kein fertiges Ökokonzept für alle. Schauen Sie also selbst, was Ihnen gefallen könnte, lachen Sie über Ihre Fehlschläge, und unternehmen Sie einen neuen Anlauf.
1
Natürlich lernen und spielen
Raum und Zeit zum Entdecken
Meine kleinen Hände greifen nach der rauen Baumrinde und tasten nach Halt. Meine Füße schmiegen sich in die Astgabel auf der Suche nach einer sicheren Position. Ich blicke nach oben, auf den Zweig, der gerade außerhalb meiner Reichweite liegt. Ist es zu schaffen? Oder könnte ich abrutschen …? Ich recke mich kurz, und dann habe ich ihn! Ich kann mich hochziehen, und voller Stolz stelle ich fest, dass ich jetzt sogar auf Papas Kopf herunterschauen kann. Ich fühle mich sicher hier in meinem Baum.
Konzentration, Entschlusskraft, Mut, Risikoeinstufung, der abgestimmte Einsatz von Grob- und Feinmotorik und die Fähigkeit, den eigenen Körper einzuschätzen – all dies hat das Kind gerade eben gelernt. Und all das kostenlos, einfach beim Klettern auf einen Baum. Das wäre jetzt, zu diesem Zeitpunkt, auch in Ihrer Nähe möglich.
Kinder müssen viel lernen, um auf die Schule vorbereitet zu sein – nicht etwa das Alphabet oder die Buchstaben ihres Namens, sondern die Kontrolle von Körper und Gefühlen, den Umgang mit anderen und die Einschätzung von Gefahren.
Zum Glück gibt es unzählige Unternehmungen, bei denen sie diese Fähigkeiten spielerisch erwerben können: Kochen, Gartenarbeit, gemeinsames Lesen und Toben im Freien. Es sind schlichte, altmodische Freuden, die in unserer technologiebestimmten Welt leicht in Vergessenheit geraten. Dabei ist längst bewiesen, dass Spielen die Kinder klüger und zu besseren Schülern macht.1
Spielen gilt oft als triviale Beschäftigung ohne jeden Sinn, mit dem sich ein Kind die Zeit vertreibt, bis es zu einem »nützlichen« Bürger geworden ist. Doch aus einem Kind, das nie gespielt hat, kann kein reifer Erwachsener werden.
Durch die neuen Technologien haben sich Spielen und Freizeitgestaltung in den letzten 30 Jahren von Grund auf verändert. Wir brauchen nicht mehr Woche für Woche unsere Lieblingssendung im Fernsehen herbeizufiebern, weil wir sie nach Wunsch herunterladen können. Und angesichts der allgegenwärtigen Handys, Tablets und Computerspiele wird klar, dass wir auf sofortige Erfüllung unserer Bedürfnisse getrimmt sind. Abgesehen davon, stehen unsere Kinder unter dem ständigen Einfluss von Werbung, in der allzu oft geschlechtsspezifische Spielzeuge und Verhaltensweisen angepriesen werden.
Entscheiden Sie sich für Spielsachen aus Holz.
In diesem Kapitel geht es um die Abkehr von Technologien und Konsumwünschen, mit denen wir der Umwelt nur schaden. Stattdessen zeigen wir kreative Beschäftigungen, durch die Kinder auf die bestmögliche Weise lernen – spielerisch und oft ganz nebenbei.

Ein Berg von Spielzeug

Aller Wahrscheinlichkeit nach haben Sie einen Berg an Spielzeug zu Hause. Ob er nun die Höhe des Mount Everest erreicht oder nur die des Kilimandscharo, ob er sich auf ein Zimmer beschränkt (was ich Ihnen wünsche) oder sich im ganzen Haus ausgebreitet hat – für die Umwelt zählt, woraus er besteht und wie Sie damit umgehen.
Das Ausgangsmaterial
Wenn es um ökologisches Spielzeug geht, ist Holzspielzeug bekanntlich nicht zu schlagen, denn Plastik enthält auf Rohöl basierende petrochemische Stoffe und verrottet nicht. Meist gibt es eine hölzerne Entsprechung zu Spielsteinen, Bauklötzen, Baggern und Werkzeug aus Plastik. Holz fasst sich gut an, hält länger und sieht zweifelsfrei besser aus. Außerdem besteht es auch dann noch den »Vererbungstest«, wenn Spielzeug aus Kunststoff schon lange aufgegeben hat. Es kostet zwar mehr, ist aber wegen seiner Haltbarkeit auch oft gebraucht zu haben.
Halten Sie Ausschau nach Spielzeug aus erneuerbaren Materialien wie Naturkautschuk, Biobaumwolle, Wolle und Biokunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Ganz wird man Plastik nicht vermeiden können, wählen Sie deshalb stabile und haltbare Objekte – wie Lego, das praktisch unzerstörbar ist. Und achten Sie auf die Zusammensetzung des Kunststoffs. Er sollte nur wenige schädliche Chemikalien enthalten, wie Polyethylen (mit PE Code 2 oder 4 gekennzeichnet) oder Polypropylen, PP (Code 5), und frei von der Industriechemikalie Bisphenol A sein. Es gibt auch Spielzeug aus recyceltem Plastik, etwa aus gebrauchten Milchkartons.
Und noch etwas: Viele der heutigen Spielsachen funktionieren nur mit Batterien. Leisten Sie sich also ein Ladegerät – oder entscheiden Sie sich für Spielzeug zum Aufziehen oder mit Spiralfeder.
Selbst eine getragene alte Socke kann mit Fantasie und ein paar Stichen zu einem guten Freund werden!
Der Herstellungsort
In Europa verkauftes Spielzeug sollte strenge Sicherheitsbestimmungen erfüllen, doch es gab schon Fälle, in denen importierte Spielsachen zurückgerufen werden mussten. Suchen Sie Hersteller aus Deutschland, um die Umweltbelastung durch den Transport zu verringern und für einwandfreie Arbeitsbedingungen zu sorgen. Achten Sie bei Waren aus dem Ausland auf Spielzeug aus fairem Handel.
Importiertes Spielzeug kann unter Umständen mit Blei belastet sein, das der Farbe oder im Plastik beigefügt wurde, um sie geschmeidiger zu machen. Selbst geringe Mengen von Blei im Blut von Kindern haben nachweisbar Auswirkungen auf ihre Intelligenz, ihr Konzentrationsvermögen und ihre schulischen Leistungen.2
Aus zweiter Hand
Gebrauchtes hat den Vorteil, dass man der Umwelt damit einige Belastungen erspart. Stöbern Sie bei eBay, in örtlichen Kleinanzeigen, in Secondhand-Geschäften, Umsonstläden oder in den Gebrauchtwarengeschäften gemeinnütziger Vereine.
Sie können damit außerdem Zeit sparen: Ein Spielzeughaus oder ein Etagenbett liegen nicht in hundert Einzelteilen in einer flachen Verpackung vor Ihnen, sondern müssen für den Transport nur geringfügig auseinandergenommen werden.
Klapperrasseln für Babys
von sechs Monaten aufwärts
Mit Alltagsdingen gefüllte transparente Wasserflaschen können Krabbelkinder stundenlang begeistern. Am wirkungsvollsten sind abwechslungsreiche Zusamenstellungen von Klängen und Farben.
Sie brauchen:
4 transparente Wasserflaschen aus Plastik (die kleinen mit 250 oder 330 ml Inhalt passen am besten in Babyhände)
Dinge wie Knöpfe, Kiesel, getrocknete Bohnen, rohe Reiskörner, Alufolie, Wasser, Lebensmittelfarbe, Geschirrspülmittel, Babyöl, Zuckersirup, Pfeifenreiniger, aufgeschnittene Strohhalme, Sand
selbstklebendes Gewebeband
Befüllen Sie die Flaschen mit einer bunten Mischung wie Kugeln aus Alufolie, Wasser und blauer Lebensmittelfarbe in einer, Pfeifenreiniger und Trockenbohnen in der zweiten, Babyöl, Sirup, Wasser und roter Lebensmittelfarbe in der nächsten. Lassen Sie am besten ein Drittel der Flasche frei, sodass der Inhalt darin bewegt werden kann. Schrauben Sie sie sorgfältig zu, und sichern Sie den Verschluss mit Gewebeband.
Selber machen
Selbst gemachtes Spielzeug klingt ein bisschen nach den 1950er-Jahren, doch gerade wenn Ihr Kind beim Basteln geholfen hat, wird das neue Objekt seine Fantasie beflügeln. Mit vielem, was im Haushalt nicht mehr gebraucht wird, kann man einen wunderbaren Nachmittag verbringen – etwa mit Raketen aus Wasserflaschen, Masken aus Müslischachteln, mit mit Bohnen gefüllten Rasseln sowie Autos oder Lokomotiven aus Pappkartons. Und wenn die Dinge ihren Reiz verlieren, können sie recycelt werden.
Weiche Knete für Vorschulkinder
Diese Knetmasse enthält nur natürliche Lebensmittel. Darüber hinaus riecht sie gut, und über den Typ der Götterspeise können Sie die Farbe beeinflussen. (Ältere Kinder interessiert vielleicht, dass man den folgenden Vorgang »Kettenpolymerisation« nennt, weil dabei kleinere Moleküle zu längeren zusammengefügt werden. Kommt vielleicht einmal bei einer Chemieprüfung vor.)
Sie brauchen:
125ml heißes Wasser
2 EL Öl
100g Salz
200g Mehl
1 Päckchen Götterspeise
1 Päckchen Sahnesteif
Dies ergibt eine eigroße Kugel Knetmasse, also genug für ein Kind. Sie können die Angaben im Rezept aber auch einfach verdoppeln oder verdreifachen, wenn Sie mehr brauchen. Zunächst Salz, Mehl, Götterspeise, Sahnesteif in der Schüssel vermengen. Anschließend das Öl hinzugeben. Das gerade gekochte Wasser dazugießen, aber Vorsicht, heiß! Jetzt alles mit einem Stab umrühren und verkneten.
Gut verschlossen, hält sich dieses Plastilin im Kühlschrank einige Monate. Wenn Sie beim Spielen Pergamentpapier als Unterlage verwenden, ist das Saubermachen hinterher leichter.
Spielzeugtausch
Ihr Kind findet seine Spielsachen langweilig? Kein Grund, ihm neue zu kaufen. Manchmal wirkt es Wunder, wenn Sie ein paar Teile heraussuchen, die es für vielleicht eine Woche mit seinen Freunden tauschen kann. Wichtig ist, dass Ihr Kind gut darauf vorbereitet wird. Erzwungener Tausch führt nur zum Festhalten.
Viele Büchereien haben eine Spielzeugecke, wo man sich für einen kleinen Beitrag etwas zum Mitnehmen nach Hause ausleihen kann. Achten Sie aber auch auf Spielzeugbörsen, wie sie oft in Städten und Gemeinden organisiert werden und wo man von Lauflernhilfen bis zum Spielzeugbagger alles finden kann.
Was Ihrem Kind gar nicht mehr gefällt, können Sie auf dem Flohmarkt oder bei eBay verkaufen. Vielleicht interessieren sich auch die Spielgruppe oder der Kindergarten am Ort für gut Erhaltenes aus Ihrem Bestand.
Gegen den Konsumrausch
Nach Weihnachten oder einem Geburtstag zeigt sich ein Kind oft von einer anderen Seite. Zu viele Spielsachen und ein unverhülltes Anspruchsdenken führen zu dem Glauben, der Strom von Geschenken sei ein Dauerzustand und nicht etwas Besonderes zweimal im Jahr.
Wir leben nun einmal in einer materialistischen Welt, und vieles macht uns auch Freude. Mit ein bisschen behutsamer Führung können Sie Ihren Kindern zeigen, in welch bevorzugter Situation sie aufwachsen. Wenn Sie mehr über die Auswirkungen des Konsums auf die Umwelt und auf unser Befinden erfahren möchte, hilft Ihnen vielleicht das Buch von Susanne Gaschke: Die verkaufte Kindheit. Wie Kinderwünsche vermarktet werden.
10Tricks … wie Sie Ihr Kind nicht verwöhnen
Wenn Ihr Kind großzügig beschenkt worden ist, bitten Sie es um drei alte Spielsachen, von denen es sich trennen kann.
Ermahnen Sie Großeltern und nahe Verwandte, sich Geschenke für besondere Gelegenheiten aufzusparen. Ihre Kinder können sie sich auch verdienen, beispielsweise durch Müll Rausbringen oder Blumengießen.
Zeichnen Sie die Lieblingssendungen Ihrer Kinder auf, und überspringen Sie die Werbung.
Bestehen Sie auf handgeschriebenen Dankesbriefen (oder, bei den Kleinen, auf einer Dankeskarte mit selbst gemaltem Bild).
Geben Sie ihnen gelegentlich (und ohne Anlass) Geschenke, die nichts kosten – einen Schuhkarton mit überzähligen Fotos oder einen schönen Stein, den Sie am Strand gefunden haben – als Spiegel des typischen Verhaltens von Vorschulkindern, die Ihnen ein Gänseblümchen oder einen angebissenen Keks wie einen Goldschatz überreichen. Erzählen Sie die Geschichte des Geschenks, warum es etwas Besonderes ist. Bei mehreren Kindern braucht es nicht dasselbe zu sein – suchen Sie etwas, was jedem Einzelnen besonders gefallen könnte.
Wickeln Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Spielsachen in gebrauchtes Geschenkpapier, Zeitungen oder festes, recycelbares Packpapier, und feiern Sie ein gespieltes Fest, bei dem Freunde, Geschwister oder auch die Teddys mit Geschenken bedacht werden. Wichtig ist hier das Rollenspiel des Schenkens – heben Sie hervor, dass die Kinder ihre Schätze nicht wirklich fortgeben, sondern nur eine Zeit lang mit anderen teilen. Oder packen Sie gemeinsam mit dem Kind seine Lieblingsspielsachen als Geschenk für sich selbst ein. Dies zeigt ihm, wie kostbar seine Besitztümer sind.
Vermitteln Sie Ihren Kindern den Wert des Geldes. Alle Kinder sollten im Haushalt helfen, doch jenseits von Bettenmachen und Tischdecken gibt es Aufgaben, die mit einem oder zwei Euro belohnt werden können. Dinge, die den Fähigkeiten der Kinder entsprechen und Ihnen auch wirklich helfen, wie Wäschesortieren oder Unkrautjäten im Blumenbeet. Wenn ein Kind versteht, dass wir für unser Geld arbeiten müssen, kann es dessen Wert besser einschätzen. Den hart verdienten Lohn sollte es ganz nach eigenem Geschmack ausgeben können; verweisen Sie aber ruhig auf die Möglichkeit, es für einen größeren Wunsch zu sparen.
Bleiben Sie fest im Supermarkt, sonst werden Süßigkeiten oder Zeitschriften als Recht angesehen. Wenn Sie auf Ihrem Nein beharren, wird der Kreislauf durchbrochen. Stattdessen dürfen sich Kinder als Belohnung für die Hilfe beim Einkaufen etwas Obst oder Gemüse aussuchen, das Sie sonst nicht mitnehmen würden. Oder Sie planen gemeinsam ein besonderes Rezept zum Kochen.
Vermeiden Sie großzügige und impulsive Spontankäufe, wenn Sie in Begleitung der Kinder etwas für sich selbst besorgen.
Zeigen Sie ihnen, wie man sich behelfen und Kleider oder Spielzeug flicken oder reparieren kann, anstatt Zerbrochenes oder Zerrissenes einfach in den Müll zu werfen.

Gute Bücher

Bücher sind etwas Wunderbares (auch wenn man sie schon tausendmal gelesen hat, diese verflixte Raupe Nimmersatt). Und (abgesehen von Toben im Freien und Ihrer Aufmerksamkeit) sind sie das Einzige, von dem Ihr Kind nie zu viel haben kann.
Hier nachfolgend einige Empfehlungen, um bei Ihren Kindern zweierlei zu fördern: Liebe zur Natur und Achtung vor unserem wundervollen Planeten. Sife sind perfekt dazu geeignet, um im Schatten einer Linde vor sich hinzuträumen (oder während Sie an einem düsteren Flughafen auf Ihren verspäteten Flug warten – in der Hoffnung zu vergessen, dass Sie gerade Ihren ökologischen Rucksack kräftig auffüllen).
Bücher für jüngere Kinder
Empfohlen von der Stiftung Lesen ist die Reihe LESEMAUS. Für Naturliebhaber sind die Bände Von der Raupe zum Schmetterling und Von der Kaulquappe zum Frosch eine Inspiration. Anne Möllers Die weite Reise der Mauersegler erzählt von den erstaunlichen Fähigkeiten wandern der Tiere. In dieselbe Richtung geht natürlich auch Selma Lagerlöffs Klassiker Die wunderbare Reise des Nils Holgersson mit den Wildgänsen, den es in vielen Varianten für verschiedene Altersgruppen gibt.
À propos Klassiker: Unerreicht sind immer noch die Bücher von Eric Carle. Er ist Schöpfer der bereits erwähnten Raupe Nimmersatt oder vom kleinen Käfer Immerfrech. Fürs Kennenlernen der Natur besonders geeignet ist Nur ein kleines Samenkorn. Es zeigt, welche Herausforderungen die Natur bereithält – und animiert dazu, gleich in den Garten zu gehen und auszusäen.
Ein Augenschmaus für Kinder und Erwachsene sind Bücher wie Mein erstes großes Buch von der Natur von Nicola Davies sowie Susanne Rihas Schlaft gut, bis der Frühling kommt! oder Komm mit hinaus! Die Natur im Jahreslauf.
Der Lorax von Dr.Seuss setzt sich entschlossen gegen die Zerstörung einer unberührten Natur ein. Er kämpft um klare Luft für die singenden Schwippschwäne, um reines Wasser für die summenden Fische. Auch Plastian, der kleine Fisch von Nicole Intemann bringt den Kleinsten das Thema Umweltschutz näher: Er ist die Hauptfigur in einem Abenteuer rund um die Plastikflut im Meer.
Wenn Ihr Kind schon Märchen verschlungen hat, sind Fabeln sicher genau das Richtige: Von eitlen Raben und schlauen Füchsen. Die schönsten Tierfabeln von Sabine Tauber und Eleanor Sommer ist nur eine Empfehlung aus diesem Genre.
Last, not least lohnt auch das zu 98 Prozent aus Recycling-Material produzierte Buch von Christina Braun und Karin Planting: Das grüne Buch. Johnny Grashüpfer und die Wiesen-Gang ist eine Einladung darüber zu sprechen, dass selbst etwas so Wunderbares wie Bücher nicht (ganz) ohne Naturverbrauch zu haben ist.
Bücher für ältere Kinder
Für Kinder von 8 bis 12 ist Alarm im Polarmeer. Das Klima-Mitmach-Buch für Kinder von Kerstin Landwehr geeignet, für dieselbe Altersgruppe Karolin Küntzels Wo kommt das her? Vom Rohstoff zu T-Shirt, Apfelsaft und Co.
Hilft Ihr Kind gerne in der Küche, vor allem beim Backen und Kochen? Dann gehört Der kleine Koch. Lieblingsrezepte für Kinder ins (Küchen)Bücherregal – so zaubern Sie im Handumdrehen gemeinsam Ihr Abendessen.
Schulkinder freuen sich über tolle Naturführer. Hier sei Wolfgang Hensels Mein Natur-Erlebnisbuch. Entdecke und erlebe die Natur empfohlen, Bärbel Oftrings Das Becherlupen-Forscherbuch. Aktiv die Natur entdecken! oder National Geographic KiDS: Das riesengroße Insekten-Lexikon, ein neueres Werk für Insektenfreaks.
Im Trend liegen derzeit großformatige Entdeckeratlanten, etwa Das Museum der Tiere. Eintritt frei! von Jenny Broom und Katie Scott. Da staunen nicht nur Kinder, sondern auch Eltern und Großeltern – genauso wie mit der Schatzkammer Natur. Von der Vielfalt heimischer Arten, die liebevolle Aquarelle mit profunden Sachtexten verbindet.
Weitere Bücher für Kinder und Eltern finden Sie im Servicesteil.
Lesen kann man praktisch überall, und immer gelangt man dabei an einen anderen Ort ... ohne der Umwelt zu schaden.

»Grünes« Basteln und Malen

Besonders umweltfreundlich sind Objekte, die aus wiederverwendeten Haushaltsartikeln, Lebensmitteln oder in der Natur Gesammeltem entstehen. Das können Ketten aus Nudeln sein, Drucke mit Blättern, Baumrindenreliefs, Kollagen aus Geburtstagskarten und Genähtes aus zu klein gewordenen Kleidungsstücken.
Um all die Kunstwerke anzufertigen und zu dekorieren, benötigen Sie natürlich auch einige gekaufte Zutaten: Knetbienenwachs, lufttrocknenden Modellierton, Naturfarben mit Lebensmittelfarbstoff oder biologischen Farbpigmenten, Holzperlen, pflanzengefärbten Filz, Küchenrollen aus Altpapier und Buntstifte mit Bienenwachs (gewöhnlich mit Zusatz von Paraffin/Lanolin). Außerdem gibt es kindersicheren Öko-Bastelkleber: Achten Sie auf natürliche Inhaltsstoffe wie Benzoesäure und Reismehl.

Überflüssig und nutzlos

Smoothies aus dem Supermarkt
Sie sind voller Zucker und oft viel zu teuer. Stellen Sie eigene mit einem versteckten Gemüseanteil her, oder bleiben Sie bei Wasser.
Buggy Board
Buggy Boards fördern die Faulheit. Nehmen Sie sich einfach mehr Zeit, um mit Ihrem Kind ans Ziel zu gelangen. Mit drei Jahren sollte es einen halben Kilometer hin und zurück laufen oder rollern können.
Leucht-Smoothies
Für 3 bis 4 Kinder
Diese orangefarbenen Smoothies enthalten jede Menge Betakarotin für gesunde Augen.
Sie brauchen:
350ml Mandelmilch (oder Kuhmilch)
2 geschälte und geraspelte Karotten
180g frische Mango in Spalten
1 gefrorene Banane
Verquirlen Sie die Zutaten mit dem Zauberstab. Fügen Sie noch etwas Milch hinzu, wenn das Getränk zu dickflüssig ist. Wenn Sie nicht zum Einfrieren der Banane gekommen sind, geben Sie ein paar Eiswürfel in die Mischung.
Spielzeug in rosa und blau
Viele Hersteller produzieren von ihren Erfolgsmodellen farblich passende Versionen für Jungen und Mädchen. Wir alle wissen aber, dass Jungen auch gerne Koch spielen und das viele Mädchen Bauklötze lieben. Entscheiden Sie sich also für Regenbogenfarben, um Geld zu sparen und Streit zu vermeiden.
Wasser mit Geschmackszusatz
Verwenden Sie lieber Mehrwegflaschen und Wasser aus dem Wasserhahn. Flaschenwasser enthält ohnehin oft weit mehr Mineralien, als für kleine Kinder gut ist.

Nicht in Watte packen

Helikopter-Eltern haben die Neigung, über ihren Kindern zu schweben und bei jeder Regung, dem kleinsten Zucken einzugreifen, damit sie bloß nicht stolpern. Gewöhnlich entscheiden sie für das Kind, ob eine Beschäftigung ungefährlich ist oder nicht.
Praktizieren Sie das Gegenteil, und verzichten Sie darauf, Ihr Kind »in Watte zu packen«. Geben Sie ihm einen altersgemäßen (emotionalen wie körperlichen) Freiraum, um die Welt zu entdecken und Gefahren selbst einzuschätzen. Für seine Abenteuer braucht es ein sicheres Umfeld im Freien, doch ob Garten oder Park, beide bieten ihm Gelegenheit, eigene Entscheidungen und Lösungen zu entwickeln, während Sie im Hintergrund bleiben und aufpassen.
Diese Zurückhaltung lässt sich allerdings nicht immer leicht umsetzen. Allzu gern möchte man eingreifen, wenn eine Beule droht oder wenn sich ein Streit zwischen Freunden oder Geschwistern anbahnt. Überbehütete Kinder werden anfangs vielleicht ein bisschen klammern, ehe sie lernen, eigene Entscheidungen zu treffen und Fehler zu riskieren. Durch diese Entwicklung aber erfahren sie viel über Gefahren, Unabhängigkeit, ihre Umgebung und die Auseinandersetzung mit anderen.
Geben Sie Ihrem Kind möglichst oft die Freiheit, sich körperlich und emotional auszudrücken.
5Tipps … für elterliche Zurückhaltung
Geben Sie Ihren Kindern eine Aufgabe, für die eine Belohnung winkt. Wenn sie den höchsten Legotum der Welt bauen, verdienen sie sich 20 Minuten Fernsehen; wenn sie im Garten ein Lebewesen entdecken, eine zehn Minuten längere Bettgeschichte. Größere Kinder können für einen Schokokeks auf einen Baum klettern. Dann lassen Sie die Kleinen alleine. So lernen Kinder Zielstrebigkeit sowie eigenständiges Denken und Teamfähigkeit.
Seien Sie unsichtbar, aber aufmerksam. Spähen Sie aus dem Küchenfenster, oder lauschen Sie durch den Türspalt, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Die Kinder sollen sich unbeobachtet fühlen.
Ignorieren Sie Schmutzflecken und laufende Nasen. Kommen Sie nicht mit dem Taschentuch angelaufen, wenn Kinder gerade glücklich spielen.
Lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen sammeln, anstatt vor einer Stufe oder einer zu hohen Bank zu warnen.
Verzichten Sie auf Kritik, wenn sich Ihr Kind wehgetan hat. Es hat eine neue Erfahrung gesammelt und möchte wahrscheinlich viel lieber in den Arm genommen werden. Und machen Sie sich keine Vorwürfe.

Besondere Bedürfnisse

Die Natur ist die ideale Umgebung für Kinder mit autistischen Tendenzen, Verhaltensstörungen oder körperlichen Schwierigkeiten. Wie andere junge Menschen leben auch sie auf, wenn sie im Freien und an der frischen Luft sind. Sie bewegen sich mehr und können Spannungen abbauen. Kinder mit ADHS, die öfter im Grünen spielen, zeigen mildere Symptome als Altersgenossen, die nur »versiegelte« Landschaften oder die Wohnung kennen.3
Beim Spielen im Freien sieht man oft neue Seiten von ihrer Persönlichkeit. Sie schließen Freundschaften und üben ihre sozialen Fähigkeiten.4 Kinder mit besonderen Bedürfnissen lernen am besten bei praktischen Beschäftigungen, und das ist etwas, was sich draußen gut umsetzen lässt.5 Oft ist mir bei Kursen im Freien aufgefallen, wie vertieft ein Kind beim Käschern im Teich oder beim Bestimmen kleiner Tiere war, die es gefunden hatte. Von Lehrern oder Eltern des Kindes aber hörte ich dann, dass es sich im Unterricht kaum eine Minute konzentrieren könne.
Sie brauchen keinen Ausflug in die Natur zu organisieren, um von diesen Vorzügen zu profitieren: auch einfaches Buddeln im Garten hat großen Nutzen (siehe Kapitel 6).

Die Rolle der Schule

In einer perfekten Welt würde sich die Schule darum kümmern, unsere Kinder mit der Natur vertraut zu machen, doch in der Praxis ist das nicht immer der Fall. Oft scheitert es daran, dass den Lehrern das Thema nicht vertraut ist oder dass es an Grün in der Umgebung fehlt. Letztlich zielen Schulen darauf ab, die Kinder zu Abschlüssen zu führen, und Unterricht in der freien Natur gehört nicht immer zu ihrem Angebot.
Dies stellt umweltbewusste Eltern vor ein Problem. Wählen Sie die Schule am Ort, die, umweltfreundlich, nur einen Fußweg entfernt in Ihrer Gemeinde eingebettet ist und Ihnen Möglichkeiten zu Ausflügen in die Natur bietet, oder fahren Sie die Strecke zu einer Schule mit einem Naturgarten und viel Platz auf dem Schulgelände? Auf jeden Fall können Sie das Umweltbewusstsein Ihrer Schule fördern durch …
Organisation einer Spendaktion zur Anlage (und, wichtig, Pflege) eines Naturgartens auf dem Schulgelände.
Mitarbeit im Elternbeirat, um sich für Unterrichtsstunden in der Natur einzusetzen.
Gespräche mit dem Klassenlehrer über das Konzept der Waldschule.
Lobbyarbeit bei Ihrem Landtagsabgeordneten zur verbindlichen Aufnahme des Themas Klimawandel in den Lehrplan.
den Vorschlag, Ausflüge in Naturparks in der Umgebung zu unternehmen. Viele haben Angebote für Schulklassen, die den Lernzielen der Schulen entsprechen, zugleich aber einen aufregenden Tag im Freien bieten. Schauen Sie sich auf der Seite der »Nationalen Naturlandschaften« um.
Zu Fuß zur Schule
Nach offiziellen Zahlen befindet sich eines von fünf Autos in der Hauptverkehrszeit auf dem Weg von oder zur Schule. Wären es nur die Hälfte, könnte ein ansehnlicher Teil des CO2-Ausstoßes und der Luftverschmutzung vermieden werden. Außerdem kostet es Geld. Wussten Sie, dass die Fahrten zur Schule im Privatauto jährlich mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen? 6
Wenn Sie zu Fuß gehen, können Sie sich wunderbar mit Ihrem Kind unterhalten. Beobachten Sie den Wechsel der Jahreszeiten, und suchen Sie (auch in der Großstadt) nach Hinweisen auf ungezähmte Natur. Durch den Fußweg entwickelt Ihr Kind mehr Unabhängigkeit, lernt, auf den Verkehr zu achten, und übt seine sozialen Fähigkeiten.
Schlagen Sie an der Schule die Werbetrommel für den Fußweg. Machen Sie sich außerdem bei der örtlichen Verwaltung für Tempo-30-Zonen und Zebrastreifen stark, sofern noch nicht vorhanden.
Ist der Weg zu weit, parken Sie in sicherer Entfernung zum Verkehrschaos an der Schulpforte, und genießen Sie den restlichen Weg.

Im Vorbeigehen

Überall, wo Sie sind – im Zug, im Auto, bei einer Fahrt aufs Land oder beim Einkaufsbummel –, kann Ihr Kind etwas Neues beobachten und mehr über die Welt rundum lernen.
Grüne Herausforderung #1
Beim Abfallsammeln kann ein Kind viel über unseren Umgang mit der Natur erfahren. Außerdem ergibt sich dabei leicht ein Gespräch über Verpackungen, wie man sie vermeidet und wie man sie wiederverwertet.
Unerlässlich sind bei dieser Aufgabe die Beaufsichtigung durch Erwachsene sowie Handschuhe und die Warnung vor scharfen Gegenständen. Greifzangen gibt es auch für Kinder. Sie können sich an einer organisierten Aktion Ihrer Gemeinde oder am Ufer von Flüssen, Bächen und Seen beteiligen.
»Ich sehe was, was du nicht siehst«
Für jede Entdeckung gibt es einen Punkt. Wer als Erster fünf Punkte hat, ist Sieger!
Entdecke ...
einen Singvogel, von denen es viele verschiedene Arten gibt (wie Meise, Rotkehlchen, Amsel und so weiter)
eine Taube (schildern Sie, wie gut sie sich an das Stadtleben angepasst hat, warum es Tauben gelungen ist und anderen Tieren nicht)
eine Windkraftanlage (weiß Ihr Kind, wie sie funktioniert?)
ein Fahrzeug mit Elektroantrieb (einen Bus oder PKW mit Hybridmotor)
ein Geschäft, bei dem trotz kalten Wetters die Tür offen steht (Energieverschwendung – gehen Sie hin, und geben Sie den Leuten Bescheid!)
einen Verkehrsstau (überlegen Sie gemeinsam, wie es kommt, dass die Straße verstopft ist)
einen Traktor (fragen Sie Ihr Kind, warum er so viel langsamer ist als ein Auto)
ein Säugetier (woran kann man ein Säugetier erkennen?)
irgendeinen Abfall (was Sie auf das Thema des Recyclings und seine Bedeutung bringt)
eine Eiche (was ist das Besondere an einer Eiche, und warum ist sie für viele Länder ein Nationalsymbol?)
Fotosafari