Großeltern sind einfach großartig - Silke Schröckert - E-Book

Großeltern sind einfach großartig E-Book

Silke Schröckert

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Beschreibung

Die gebrechliche Großmutter im Schaukelstuhl gibt es nur noch im Märchenbuch: Großeltern sind heute aktiver denn je und werden immer wichtiger für ihre Enkelkinder! Jede Anekdote in diesem Buch ist eine Lobeshymne an diejenigen Familienmitglieder, ohne die in den Familien heute vieles nicht funktionieren würde – und von deren Erfahrung, Gelassenheit und bedingungsloser Liebe Eltern und Enkelkinder gleichermaßen profitieren. Die Autorin erzählt Geschichten aus dem echten Leben, in denen Oma und Opa den Alltag retten. Hinzu kommen Gastbeiträge von prominenten Großeltern, Generationenforschern und glücklichen Enkelkindern sowie konkrete Tipps und Tricks, um die Zeit mit dem Enkelkind noch wundervoller zu gestalten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2024

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IMPRESSUM

1. Auflage, 2024

© Junior Medien GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Straße 51, 20457 Hamburg

Tel. 040/357 29 19-0 , Fax 040/357 29 19-29

[email protected]

IDEE, KONZEPT & TEXT: Silke Schröckert

PROJEKTKOORDINATION & LEKTORAT: Nina Schnackenbeck

ART-DIREKTION: Anja Jung

MIT GEDANKEN UND TEXTEN VON: Benjamin Bhatti, Andrea Wurz, Daniel Wöbke, Jürgen Busch, Claudia Hillmann, Frauke Poolman, Eva Gardé, Sue Legahn, Heiner Bäck, Corinna Bäck, Dr. Rüdiger Maas

KORREKTORAT: Lektornet (lektornet.de) / Gabriele Binder

FOTOS DER GASTAUTORINNEN UND -AUTOREN: bhatti.pro, privat, Lea Franke, Maas Beratungsgesellschaft mbH, Studioline

ILLUSTRATIONEN: ArdeaA, Angelina Bambina, Mary Long, UnitoneVector, zuperia, cottidie, id-work, sabelskaya, Malte Müller, MariamArsaliaa, SiberianArt, cottidie, MariamArsaliaa, ONYXprj, Tetiana Lazunova, mubai, Andrii Sheshel invincible_bulldog, Alfadanz, gmast3r, lioputra, TopVectors, Sofia Vlasiuk, pijama61, Anastasiya Kandalintseva, Cristian Lungu, myillo, Golden Sikorka, pijama61, blueringmedia, Si-Gal, Anna Bergbauer, Anastasia Molotkova, Kateryna Firsova, zuperia, Creative#, bsd studio, lemono, Tungalag Balzhirova, CrazyStripes, bsd studio, SpicyTruffel, Elena Kutuzova, sabelskaya, Abscent84, ma_rish, aleksey-martynyuk, Aleutie, Mary Long, Annika McFarlane, Nataliia Zhydchenko, merovingian, Seja-aka-Lita, Magnilion, Allika, Nadezhda Kurbatova, Rudzhan Nagiev, girafchik123, calvindexter

ePub-Konvertierung: Datagrafix GmbH Berlin

Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved.

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

eISBN: 978-3-910509-13-9

leben-und-erziehen.de

Inhalt

Eine kleine Einleitung

Kapitel 1Großeltern sind unverzichtbar

„Unsere Familie würde nicht funktionieren ohne Großeltern“

Wie Großeltern die Wirtschaft aufrechterhalten

Geld spielt (k) eine Rolle

Kapitel 2Großeltern sind wichtig für Enkelkinder

„Ich frag lieber Oma!“

Wie Großeltern die Entwicklung ihrer Enkelkinder fördern

Wie man eine gute Bindung aufbaut

Kapitel 3Großeltern können (fast) alles

„Das soll Opa sich mal angucken“

Wie Großeltern ihren Enkelkindern vergessene Dinge beibringen können

Was Enkelkinder von Großeltern lernen können

Kapitel 4Großeltern können Geschichten erzählen

„Oma liest nicht nur ein Kapitel!“

Wie Großeltern ihren Enkelkindern neue Welten eröffnen

„Die ganze Welt ist voller Märchen“

Kapitel 5Großeltern sind verschieden

„Oma zockt, voll cool!“

Wie Großeltern einander ergänzen können (ganz ohne Eifersucht)

Vom großen Glück, dass Großeltern nie gleich sind

Kapitel 6Großeltern bleiben ruhig

„Sie schläft nicht ohne ihr Tragetuch!“

Wie Großeltern (und ihre Enkelkinder) von der Lebenserfahrung profitieren

„Älter werden heißt auch ruhiger werden“

Kapitel 7Großeltern lieben bedingungslos

„Das Wunder hat sich wiederholt“

Wie Großeltern die bedingungslose Liebe noch einmal erleben

„Das größte Geschenk!“

Nachwort

Danke

Quellennachweise

Eine kleine Einleitung

„Warum schreibst du einen Ratgeber für Großeltern? Du bist doch noch gar keine Oma!“ Im Entstehungsprozess des Buches, das Sie gerade in den Händen halten, habe ich diese Frage sehr häufig beantwortet. Nicht nur den Verantwortlichen des Verlages, der es herausgebracht hat – sondern auch Freundinnen, Kollegen und sogar wildfremden Menschen im Internet, die auf meine Social-Media-Postings reagiert haben. Und ich verstehe die Verwirrung. Man schenkt einem Elternratgeber ja auch mehr Vertrauen, wenn er von einem Elternteil verfasst wurde und nicht von einer Person, die nur in der Theorie erahnen kann, wie es sich wohl anfühlt, einen kindlichen Wutanfall auszuhalten oder siebenmal am Tag Windeln zu wechseln. Auch bei einem Ratgeber für Gartenpflege würde man wohl erwarten, dass eine passionierte Gärtnerin die Autorin ist. Und selbst ein Werk über die schönsten Dampflokomotiven aus aller Welt ist deutlich glaubwürdiger, wenn es von einem echten Lokführer verfasst wurde.

Dieses Buch ist anders. Eben weil es nicht aus der Sicht derjenigen Personen geschrieben ist, um die es auf jeder Seite geht – den Großeltern –, sondern aus Sicht einer Mutter: aus meiner Sicht. In der wundervollen Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern nehme ich eine ganz besonders dankbare Position zwischen den beiden Generationen ein. Ich bleibe mal bei dem eben genannten Vergleich mit dem Ratgeber für Gartenpflege. In dieser Allegorie ist meine Mutter, also die Oma, die Gärtnerin. Und meine Kinder, ihre Enkelkinder, sind die Blumen. Und ich? Ich bin Beobachterin und beschreibe meinen Blick in den wunderschönen Garten. Ich schaue den Blumen beim Wachsen und Gedeihen zu und erfreue mich an jedem noch so kleinen Entwicklungsschritt. Und ich sehe gleichzeitig das Glück im Gesicht der Gärtnerin, die sich über das Erblühen mindestens so sehr freut wie ich.

Natürlich bin ich in der Regel selbst für den Garten und das Wässern der wunderschönen Blumen verantwortlich, schließlich ist es mein Garten. Aber es ist mir ein Bedürfnis, einmal festzuhalten, wie sehr ich es genießen kann und wie dankbar ich dafür bin, wenn sich jemand mit mehr Erfahrung und genauso viel Liebe und Herzblut um meine Blumen kümmert. Denn dadurch kann ich andere Dinge erledigen. Oder einfach in Ruhe einen Kaffee trinken. Während ich immer mal wieder in den Garten blicke und mich an den bunten Farben der Blumen erfreue.

Ich weiß, ich weiß, das Bild mit dem Garten und den Blumen ist noch nicht ganz rund. Der Opa fehlt in diesem Bild und auch der Papa, meine Schwiegermutter und sowieso die Tatsache, dass die Betreuung von Enkelkindern nicht immer ein einziges fröhliches Blumengießen ist, sondern auch tatsächliche Care-Arbeit darstellt. Um all das wird es auf den kommenden Seiten gehen. Hier aber möchte ich mithilfe des stark vereinfachten Garten-Vergleiches die Antwort auf die Frage geben, warum ich einen Ratgeber für Großeltern schreibe. Die einfache Erklärung lautet: Ich schreibe dieses Buch, weil ich noch keine Oma bin. Weil ich als Mutter von zwei Kindern immer wieder beobachten kann, wie unglaublich wertvoll es ist, wenn Enkelkinder liebende Großeltern haben. Weil ich laut sagen kann: „Großeltern sind einfach großartig“, und es sogar auf ein Buchcover drucken lassen kann, ohne dass es wie Eigenlob aussieht. Was ist eine Lobeshymne wert, die man auf sich selbst hält? Dieses Buch ist, wie der Untertitel schon sagt, eine Liebeserklärung an alle Omas und Opas. Ein großes Dankeschön dafür, dass sie das Leben von so vielen Familien bereichern, dass sie heutzutage so fit und engagiert sind wie noch keine Großeltern-Generation vor ihnen und dass sie dadurch eine immer wichtiger werdende Rolle im Leben ihrer Enkelkinder spielen.

Meine Eltern haben diese Rolle von der ersten Sekunde an mit viel Hingabe angenommen. Schon als ich ihnen von meinem positiven Schwangerschaftstest erzählte, wechselte vor allem meine Mutter in den „Oma-Modus“. Sie streichelte meinen (wohlgemerkt noch vollkommen flachen) Bauch, fragte mich unendlich viele Fragen, deren Antworten ich selbst noch nicht kannte, und begann eine angeregte Diskussion mit sich selbst darüber, ob ihr erstes Enkelkind sie später „Omi Inna“ oder lieber „Oma Inna“ nennen sollte, denn „Omi“ sei zwar schöner, aber die beiden aufeinanderfolgenden I sicher schwer auszusprechen. Nur wenige Tage später rief sie mich entrüstet an: Sie habe nun sämtliche Kioske und Supermärkte in der Umgebung abgesucht, nirgends gebe es eine Zeitschrift, die sich an Großeltern richtet! (Das schöne Magazin Meine Enkel & ich, das mittlerweile erhältlich ist, gab es leider noch nicht, als ich das erste Mal schwanger war.) Wie, bitte schön, solle sie sich denn nun bestmöglich auf ihre neue Rolle vorbereiten, fragte meine Mutter. Es habe sich ja sicher einiges geändert in Sachen Babypflege und Erziehung, und auf keinen Fall wolle sie eine rückständige Oma werden, die überholte Weisheiten von vor 30 Jahren rezitiert. Schade sei das, wirklich, wirklich schade, dass sich kein Verlag dieser Themen annehmen würde und dass man da doch wirklich mal etwas machen müsse, das könne doch nicht sein, dass eine so große Zielgruppe auf dem Zeitschriftenmarkt derart vernachlässigt würde!

Ich gebe es zu, ihre Empörung erfreute mich. Und das aus zwei Gründen: Zum einen war ich gerührt von der Tatsache, dass sie sich als Oma auf den neuesten Stand bringen wollte. Denn natürlich hatte sie recht: Es hat sich im Bereich der Kindererziehung und -pflege – wie in vermutlich jedem Lebensbereich – einiges geändert in den vergangenen Jahrzehnten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und verschiedene Erziehungsansätze sind hinzukommen, und so gilt einiges, was früher gang und gäbe war, heute als überholt. In manchen Familien prallen dann Meinungen aufeinander, obwohl sich im Grunde doch alle, Eltern und Großeltern, einig sind: Sie wollen das Beste fürs Kind. Ein Beispiel: Die heutigen Omas haben früher gelernt, dass die Seitenlage die beste fürs Baby sei. Die heutigen Mütter sollen entsprechend neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen jedoch die Rückenlage bevorzugen. Dahinter steht der Wunsch aller, die sicherste Liegeposition fürs Baby zu kennen. Und ich gebe meiner Mutter absolut recht: Ein regelmäßig erscheinendes Magazin, das (werdende) Großeltern in dieser Hinsicht auf dem neuesten Stand hält, kann vielen Familien nervenzehrende Diskussionen im Wochenbett ersparen. Und das bringt mich zu dem zweiten Punkt, über den ich mich bei dem empörten Anruf meiner Mutter freute: Die Aussage, dass „man“ da doch dringend etwas machen müsse. Denn ich wusste genau, wen sie mit „man“ meinte: mich!

Als ich mit ihrem ersten Enkelkind schwanger war, hatte ich bereits mehrere Zeitschriften-Konzepte entwickelt und als Chefredakteurin betreut. Gut, die richteten sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche und nicht an eine erwachsene Zielgruppe. Aber umso mehr reizte mich der Gedanke, die Lücke auf dem Magazinmarkt zu füllen, die meine Mutter so in Aufruhr brachte. Wenn auch vielleicht nicht in gedruckter Form (denn ein solches Projekt bedarf eines gewissen Eigenkapitals und birgt damit auch ein finanzielles Risiko, das ich als selbstständig arbeitende frischgebackene Mutter ungern eingehen wollte), dann zumindest in einer Online-Variante, die alle interessierten Omis und Opis kostenfrei lesen könnten. Am Osterwochenende 2018 war es dann so weit: Mein Großelternportal Enkelkind.de ging online. Ich rechnete mit einer Handvoll Leserinnen und Lesern – und verzeichnete stattdessen bereits im ersten Monat vierstellige Aufrufzahlen für die Website. Mittlerweile erzielt die Seite bis zu 40 000 Zugriffe monatlich und ist damit nur ein weiterer Beleg dafür, wie sehr die heutigen Omas und Opas daran interessiert sind, eine gute Beziehung zu ihren Enkelkindern aktiv mitzugestalten.

In dieses Buch fließen daher neben meiner persönlichen Erfahrung als (na klar!) Enkelkind und mittlerweile zweifache Mutter auch alle Erkenntnisse ein, die ich in den bislang sechs Jahren als Gründerin von und Autorin für das Großelternportal Enkelkind.de sammeln durfte. (Zum Beispiel die, dass die Oma- und Opaliebe für Großeltern genauso unmöglich in Worte zu fassen ist wie die Vater- oder Mutterliebe für uns Eltern – mehr dazu im Kapitel Großeltern lieben bedingungslos.) Und ich habe mir Unterstützung geholt für die Texte auf den folgenden Seiten. Expertinnen und Experten aus der Pädagogik, der Generationenforschung, der Familienberatung und aus vielen weiteren Bereichen haben mit mir über zahlreiche Fragen gesprochen, die vielleicht auch Sie sich schon einmal gestellt haben. Und natürlich kommen auch immer wieder die wahren Spezialisten und Spezialistinnen in Sachen Großelternschaft zu Wort: echte Omas und Opas, die das Leben mit ihren Enkelkindern in vollen Zügen genießen.

Ich wünsche Ihnen mit diesem Buch eine wunderbare Zeit und hoffe, es zaubert Ihnen immer wieder ein kleines (oder auch mal großes) Lächeln ins Gesicht. Und falls es Ihnen beim Lesen so viel Freude bereitet wie mir beim Schreiben, dann lassen Sie es mich sehr gern wissen! Ich freue mich über Ihre Nachricht auf facebook.com/Enkelkind.de oder per E-Mail an [email protected].

Nun aber erst einmal: Viel Vergnügen mit Großeltern sind einfach großartig!

„Unsere Familie würde nicht funktionieren ohne Großeltern“

„Mamaaa, wann fahr’n wir looos?“ Mein zu diesem Zeitpunkt zweijähriger Sohn kann es kaum erwarten. Er will sich endlich auf den Weg zum Bus und somit zum Hamburger Dammtor-Bahnhof machen. Von da fährt die Regionalbahn Richtung Kiel, und am Kieler Hauptbahnhof, das weiß er, steht immer schon Opa mit dem Auto bereit, um ihn abzuholen. Dann sind es nur noch ein paar Minuten Fahrt, bis er von Oma bereits mit offener Haustür, frisch gebackenen Muffins und weit aufgerissenen Armen in Empfang genommen wird. Ich hingegen bleibe am Bahnhof und nehme den nächsten Zug zurück nach Hamburg: Die Wochenenden bei Oma und Opa sind elternfreie Zone.

Seinen Koffer für den Ausflug – ein Hartschalen-Modell in Grüffelo-Optik, die beliebte Kinderbuch-Figur – hat mein Sohn zu meiner Überraschung auf die Schnelle selbst gepackt. Darin liegen: ein weißer Plüschhase, ein hellbrauner Plüschhase, ein Plüsch-SpongeBob, ein Plüsch-Droide aus der Star Wars-Welt und ein Plüsch-Mammut mit Kirschkern-Wärmekissen-Funktion. Zwischen den Stofffreunden lugen zwei in diesem Kontext nahezu lächerlich seriös wirkende Paar Socken heraus. Die hatte ich schon hineingelegt, bevor mein Sohn damit begann, den Koffer nach seinen eigenen Vorstellungen fertig zu packen. „Zumachen!“, bittet er – und strahlt mich an. Der Koffer-Inhalt ist perfekt so, und wir sind abfahrbereit, findet er.

Unzählige Male bin ich mit meinem Sohn und später auch gemeinsam mit seiner kleinen Schwester aufgebrochen Richtung Kiel zu Oma und Opa, mit dem Bus und dem Zug oder, als wir ein eigenes Auto hatten, auch damit. Diese eine spezielle Aufbruchssituation im April 2016 aber hat sich von allen am stärksten bei mir eingeprägt, weil es ein Foto davon gibt. Unter Tränen lachend habe ich ein Bild des plüschtierbepackten Grüffelo-Koffers geknipst, den mein Sohn mir präsentierte mit dem beeindruckenden Selbstbewusstsein eines erfahrenen Experten, der sich des Ergebnisses seiner Arbeit uneingeschränkt sicher ist: Da, schau hin, so macht man das, braucht niemand mehr zu prüfen, das gehört so!

Ich liebe dieses Foto. Es zeigt so viel mehr als einen Koffer voller Stofftiere. Es symbolisiert die Vorfreude, die in meinem Sohn tobte: die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Oma und Opa. Und es zeigt den unbedingten inneren Drang, jetzt wirklich ganz, ganz schnell und bitte endlich aufzubrechen. Keine Zeit, die Zahnbürste aus dem Bad zu holen – zwei, drei Handgriffe ins gut gefüllte Kinderbett mussten reichen; die eher willkürlich gewählten Stofftiere, die er dabei erwischte, füllen den Koffer ohnehin viel schneller als einzelne Unterhosen oder Wechsel-T-Shirts. Zack, schon war der Koffer voll! Bloß keine wertvollen Minuten verlieren, die man auch bei Oma und Opa verbringen kann!

Und unsere Kinder verbringen viele Minuten, Stunden und Tage bei ihren Großeltern. Wie so oft im Leben wird einem das erst dann bewusst, wenn man auf die gewohnten Umstände verzichten muss. Während der Corona-Pandemie zum Beispiel. Oder als meine Mutter mit einer hartnäckigen Lungenentzündung zu kämpfen hatte und mehrere Monate lang zu krank war, um die Enkel-Bespaßung zu übernehmen. Nicht nur, dass sie die Kinder und die Kinder sie vermissten und sich alle Sorgen um ihren Gesundheitszustand machten – wir Eltern bekamen in dieser Zeit sehr konkret vor Augen geführt, wie selbstverständlich die Unterstützung durch Oma und Opa bislang für uns war und was für ein Geschenk für alle drei Generationen es ist, wenn Enkelkinder und Großeltern gern Zeit miteinander verbringen. So gern, dass ein Zweijähriger in Windeseile ganz allein seinen Koffer packt.

Auch während ich diese Zeilen schreibe, sind unsere beiden Kinder bei meinen Eltern. Dieses Buch könnte es gar nicht geben, wenn es in unserer Familie keine Betreuungsunterstützung durch die Großeltern gäbe. Ganz grundsätzlich könnten mein Mann und ich ohne meine Eltern und seine Mutter vielen unserer beruflichen Tätigkeiten nicht in der Form nachgehen, in der wir es tun. Und auch zahlreiche Privatvergnügen und Zeit zu zweit würden wegfallen.