Grundkurs Obstbaumschnitt - Uwe Jakubik - E-Book

Grundkurs Obstbaumschnitt E-Book

Uwe Jakubik

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Beschreibung

A Basic Course on Pruning Fruit Trees Pruning correctly from A–Z Fruit tastes best when it’s from your own garden – freshly picked and crisp. But what can you do to ensure that fruit trees and berry shrubs will grow well in your garden and bear good fruit? In this book, you’ll find the basic knowledge you need for planting, pruning and maintenance. For every fruit tree from A to Z, the initial pruning followed by the associated training measures are described in detail. Numerous photographs and drawings show you what you need to do, step by step. Plus: - Rejuvenation measures for older fruit trees - Troubleshooting: recognising and remedying pruning mistakes - A small compendium of varieties with easily maintained fruit for the table - Illustrated descriptions of the most important diseases

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Seitenzahl: 154

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Uwe Jakubik

Grundkurs Obstbaumschnitt

von Apfel bis Zwetsche – so schneiden Sie gut ab!

Inhalt

365 Tage knackiges Obst?

Wunderwerk Obstbaum

Der Baum-Baukasten

Eine gute Wahl – die Unterlage

Geeignete Kronenformen

Obstgehölze pflanzen

Den Boden vorbereiten

Pflanzen leicht gemacht

Schutz des Obstbaumes

Richtiges Pflanzen eines Obstbaums

Schneiden und pflegen

Mehr Früchte durch richtigen Schnitt

Das richtige Werkzeug

Verschiedene Schnitt-Techniken

Lebensphasen eines Obstbaums

Schnitt bei Kernobst

Schnitt bei Steinobst

Schnitt bei Beerenobst

Schnitt bei Wildobst

Probleme erkennen und beheben

Fehlerkompass

Wohin mit dem Schnittholz?

Gesunde Obstbäume im Garten

Schäden erkennen

Kleine Helfer

Abwehrmaßnahmen

Obst aus dem Garten lagern und verwerten

Säfte, Gelees, Dörrfrüchte und Co.

Obstsorten für Ihren Garten

Ausgewählte Tafelobst-Sorten Obst-Besonderheiten

Service

365 Tage knackiges Obst?

Obst spielt seit Menschengedenken eine bedeutende Rolle in unserer Ernährung. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass unsere Vorfahren bereits tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung beispielsweise die Mostbirne als Nahrungsmittel schätzten. Trockenbirnen, getrocknete Äpfel und Beeren waren wichtige Vitamin- und Mineralienlieferanten während der Wintermonate.

Heute können wir das ganze Jahr über leckeres und frisches Obst kaufen. Die ersten heimischen Frühäpfel und Himbeeren gibt es aber erst ab Mitte Juli.

Lagerfähige Apfelsorten halten sich im eigenen kühlen Keller in aller Regel höchstens bis Januar oder Februar. Bodensee-Äpfel und andere europäische Äpfel, meist in Südtirol oder in Frankreich geerntet, werden über Monate hinweg in Kühllagern unter streng kontrollierten Bedingungen gelagert. Aufgrund der hohen Energiekosten lohnt sich das Betreiben dieser Lager allerdings höchstens bis Ende April. Das heißt, dass in der so entstandenen Angebotslücke zwischen Frühjahr und Hochsommer der Apfel aus fernen Ländern kommt – Chile, Argentinien, Südafrika oder Neuseeland beliefern den europäischen Markt. Paradoxerweise wird also verderbliche und relativ schwere Ware buchstäblich um den halben Globus transportiert, um bestimmte Ansprüche zu erfüllen.

Heimisches im Trend

Glücklicherweise zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab: Heimisches Obst, wie auch natürliche Säfte – allen voran der Apfelsaft – steigen wieder in der Verbrauchergunst. Die Sensibilität für den Gesundheitswert von Obst wächst. Zudem ist eine Rückbesinnung zu naturbelassenem Obst spürbar. Lokaler Apfelsaft sowie Obst aus der Region werden wieder mehr nachgefragt. Und auch die landschaftsprägenden Obstbaumwiesen, wie in Baden-Württemberg oder im „Alten Land“, werden wieder durch Neupflanzungen verjüngt.

Im Zuge dieser Rückbesinnung hegen viele Garten- und Grundstücksbesitzer den Wunsch, eigenes Obst zu ernten. Die wesentlichen Voraussetzungen dafür sind jedoch:

> geeignete Umgebungsbedingungen,

> die Wahl der richtigen Sorten,

>Grundwissen über die erforderlichen Pflegehandgriffe,

>Grundwissen über geeignete Pflanzenschutzmaßnahmen.

In dieser Hinsicht hat sich im Vergleich zu unseren Vorfahren nicht viel geändert. Im Grunde sind die Techniken der Baumerziehung, also das Pflanzen, Schneiden und Pflegen dieselben geblieben. Nur liefert uns heute die gartenbauwissenschaftliche Forschung die genaue Begründung für das richtige Handeln.

Obst aus dem eigenen Garten – das schmeckt lecker und ist gesund.

Viele alte Sorten, die nicht nur süß, sondern vor allem aromatisch schmecken, und robuste Neuzüchtungen wurden in den vergangenen Jahren wieder vermehrt in den Hausgärten angepflanzt. Für den Gartenbesitzer bedeuten Obstgehölze und Beerensträucher preisgünstige und nutzbringende Gestaltungselemente, die ein Anwesen in seiner Lebensqualität entscheidend prägen können. Schon das Gestalten eines Gartens allein bringt Befriedigung und die Früchte sind im wahrsten Sinne der Lohn für den Einsatz.

Wunderwerk Obstbaum

Der Baum-Baukasten

Ein Baum besteht, einfach betrachtet, aus Blättern, Zweigen, Ästen, Stamm und Wurzeln. Der Obstbaum lässt sich in die drei Hauptbereiche

>Krone,

> Stamm,

> und Wurzeln untergliedern.

Die einzelnen Zeichnungen oder Fotos verdeutlichen die Bereiche, zusätzlich sind die wichtigsten Einzelbereiche näher beschrieben.

Blick ins Innere eines Baumes.

Der Stamm – Gerüst, Stabilität, Versorgung

Die Rinde bzw. Borke bildet den äußeren Abschluss bzw. die Schutzschicht des Baumes. An Hand der Rindenstruktur kann auch der Laie eine schnelle Eingruppierung der Baumart durchführen. So weisen Kirschbäume eine charakteristische „Ringelborke“, Birnen eine stark von Quer- und Längsrillen durchzogene „Rechteck- oder Würfelborke“ auf, Apfelbäume eine am Anfang hellgraue und glatte, später ein deutlich ausgeprägte Rechteckborke auf.

Im Bastteil oder Phloem werden die in den Blättern gewonnenen Nährstoffe von oben nach unten transportiert. Zusätzlich werden hier auch, wie in den Wurzeln, die Nährstoffe eingelagert bzw. gespeichert. Etwaige Verletzungen in diesem Bereich durch Wildverbiss oder Mähwerkzeuge wirken sich besonders negativ auf die Nährstoffversorgung des Baumes aus, weil die Nährstoffversorgung unterbrochen wird. Der Baum bildet in der Folge wenig Jungholz und Blütenansätze und kann kümmern. Eine Verbesserung stellt sich in aller Regel erst in den Folgejahren ein.

Das Kambium bewirkt das Dickenwachstum des Baumes. Es scheidet nach außen Bast ab, nach innen die Holzzellen, für uns später als Jahresringe sichtbar. Bitte achten Sie darauf, dass kein Draht (z. B. durch Etiketten) eng um den Stamm gewickelt ist. Nach ein oder zwei Jahren ist der Draht eingewachsen, das Kambium wird eingeschnürt, der Nährstofftransport ist gestört. Diese Störungen der Nährstoffversorgung erhöhen die Anfälligkeit für Pilz- und Virusinfektionen und können im ungünstigsten Fall zum Verlust des Baumes führen.

Kronenaufbau im Jugendstadium.1 Stammverlängerung, 2 Konkurrenztrieb, 3 Leittrieb, 4 Langtrieb länger 30 cm, 5 Kurztrieb bis 30 cm.

Der Holzteil oder das Xylem übernimmt den Wassertransport von den Wurzeln in die Baumkrone. Der Splint sind die jüngeren Holzschichten, die auch noch Speicherfunktionen übernehmen. Nur in diesem Bereich findet Wassertransport statt. Das reife Holz des Baumes enthält keine lebenden Zellen mehr. Es dient nur noch zur Festigung des Stammes. Im sogenannten Kernholz wird zur Verstärkung des Holzkörpers zusätzliche Füllmasse zur Festigung eingelagert. Daher rührt die oft dunklere Färbung.

Ein Obstbaumzweig mit Blatt-, Blüten- und Terminalknospe.

Knospen – Start der Fruchtentwicklung

Knospe ist nicht gleich Knospe, selbst im Ruhezustand lassen sie sich unterscheiden:

>Die Terminalknospe befindet sich am Ende der langen, kräftig ausgebildeten einjährigen Langtriebe. Die Terminalknospe kann Blatt- oder Blütenknospe sein.

>Aus der Achsel- oder Blattknospe bilden sich die Blätter. Die Knospe ist relativ klein und schmal.

>Die Blütenknospen sind rundlicher und dicker als die Blattknospen.

>Unter einer schlafenden Knospe oder einem schlafenden Auge versteht man eine in Ruhestellung (noch nicht ausgereifte) befindliche Knospe. Der Austrieb findet nur dann statt, wenn sich eine besondere Situation eingestellt hat (z. B. Astbruch oder starker Schnitt).

Blüte zur rechten Zeit

Der Zeitpunkt der Blüte spielt vor allem in spätfrostgefährdeten Gebieten eine Rolle. Um sicher zu gehen, sollte man gerade bei Kirsche, Pfirsich und Aprikose auf spät blühende Sorten ausweichen, und auch der Kälteverträglichkeit der Apfel- und Walnussblüte sind Grenzen gesetzt. Sollte der Frost einmal so streng gewesen sein, dass sich die Blüten braun verfärben, so werden sich wohl keine Früchte mehr bilden. Das genaue Ausmaß des Frostschadens bei der Apfelblüte kann man nach etwa einer, maximal nach zwei Wochen feststellen, dann ist der Stempel der Blüte in aller Regel schwarz geworden und eine Fruchtbildung ist nicht mehr möglich.

Von der Blüte zur Frucht

Wir unterscheiden bei den Obstgehölzen (Apfel, Birne, Kirsche, Walnuss usw.) zwischen selbst fruchtbaren und selbst unfruchtbaren Obstgehölze.

Selbst fruchtbar sind Pfirsich, Aprikose, frühe Zwetsche, Mirabelle, Walnuss, Sauerkirsche, nicht aber die Süßkirsche. Nur wenige neue Süßkirschensorten, die jetzt auf dem Markt angeboten werden, sind selbstfruchtbar.

Selbst unfruchtbar sind alle Apfel-, Birnen- und Süßkirschensorten.

Beim Kauf von selbst unfruchtbaren Obstgehölzen sollten Sie Folgendes beachten: Kaufen Sie mindestens zwei unterschiedliche Sorten der gleichen Art (z. B. Süßkirsche: ‘Burlat’ + Bestäubersorte, oder Apfel: ‘Goldparmäne’ + Bestäubersorte), nur so ist eine gute bzw. ausreichende Befruchtung durch Wind und Insekten gewährleistet.

Eine Befruchtung durch Bienen und Insekten ist stets effektiver als eine reine Windbefruchtung! Durch Aufstellen eines Insektenhauses oder Kontakt zu einem Imker, der ein Bienenvolk in der Nähe aufstellt, schaffen Sie gute Voraussetzungen für eine gute Befruchtung in Ihrer Obstkultur. Haben Sie aber nur Platz für ein, zwei oder drei Obstbäume, so wäre der Aufwand unverhältnismäßig. Aber auch die wenigen Bäume ziehen eine genügende Zahl von Insekten (z. B. Hummeln) an, die für eine ausreichende Befruchtung sorgen.

Blühverhalten der verschiedenen Obstgehölze

Apfel

Blütezeit je nach Sorte von Anfang April bis Mitte Mai. Auswahl der Sorte nach den örtlichen Klimabedingungen (z. B. Hochlagen, raues Klima beachten).

Birne

Blütezeiten ab Anfang April. Bevor Sie Ihre Kaufentscheidung treffen, sind regions- bzw. gebietsbedingte Klimafaktoren zu berücksichtigen. Eine relativ robuste Sorte ist zum Beispiel ‘Alexander Lucas’; sie trägt auch an ungünstigen Standorten (z. B. Ostausrichtung, Talsenken).

Süßkirsche

Die Kirschenblüten sind spätfrostempfindlich, Pflanzung nur in geschützten Lagen (z. B. Südhänge, in der Nähe von Mauern, etc. keine Bach- oder Flusslagen). Süßkirschen brauchen i. d. R. Fremdbestäubung.

Sauerkirsche

Widerstandsfähiger als die Süßkirsche.

Nussbaum

Spätfrostempfindlich und auf Windbestäubung angewiesen.

Unter Befruchtersorten versteht man gute Pollenspender der gleichen Fruchtgattung. Folgende Befruchtersorten zeichnen sich durch ihre Robustheit und Fruchtbeständigkeit aus: ‘Alkmene’, ‘Idared’, ‘Gloster’, ‘Remo’, Pinova, Florina, ‘Goldparmäne’. Sie können aber auch einen Zierapfel in die Nähe pflanzen.

Auch die Pflanzung von Wildapfel- oder Zierapfelsorten hat sich bewährt. Je nach Größe des Gartens oder Wiese können Sie ein oder mehrere Pollenspender einstreuen. Pflanzungen am Rand sind weniger zu empfehlen.

Die Bildung von Fruchtholz innerhalb eines Baumes variiert. Die einzelnen Äste einer Krone verhalten sich in Bezug auf ihre Blühwilligkeit nicht gleichwertig. Die Fruchtbarkeit nimmt von den äußeren jüngeren Baumpartien zu den älteren inneren hin ab. Junge, erstmals blühende Sprosse tragen nicht nur viele, sondern auch vollwertige Blüten mit hoher Tendenz zur Fruchtbildung. In älteren Kronenpartien kann die Blühwilligkeit schlechter sein (teilweise abhängig von der Sorte) und es entstehen nur minderwertige kleine Früchte (z. B. ‘Goldparmäne’). Abhilfe dagegen ist nur durch die ständige Trieberneuerung (Auslichtungsschnitt) möglich. Durch die Jungholzbildung wird das allmähliche Verkahlen des Kronenzentrums verhindert, der Baum kann physiologisch jung gehalten werden.

Die Verkahlung ist bei diesem Baum bereits weit fortgeschritten.

Deshalb ist es wichtig, im Früh- und Ertragsstadium die Bäume regelmäßig jedes Jahr oder spätestens alle zwei Jahre zu schneiden. Wird das vernachlässigt und nur jedes dritte oder vierte Jahr geschnitten, so:

> sinkt der Ertrag,

> die Qualität nimmt ab,

> der Baum verkahlt,

> bildet weniger Fruchtholz

> und beginnt zu verwildern.

Die Abbildung verdeutlicht den Verkahlungseffekt, der sich am Baum im Laufe der Zeit einstellen kann, wenn nicht pflegend eingegriffen wird.

Alternanz

Wenn in einem Jahr der Baum viele Früchte trägt und im Folgejahr kaum oder gar nicht, so spricht man landläufig von Alternanz. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet es, dass in aller Regel nach einem guten ein schwaches Ertragsjahr folgt. Einige Obstsorten sind dafür anfällig z. B. Glockenapfel, Mauzenapfel oder Welschisner.

Zonen der Fruchtbildung an ein- bis vierjährigen Zweigen verschiedener Obstarten.

Die Ursache liegt im Wuchsstoff-Hemmstoff-Haushalt des Baumes selbst.

Bei starker Fruchtbildung verhindert der Baum durch Hemmstoffe die Bildung von Blütenknospen für das nächste Jahr, damit sind zwangsläufig verbunden: weniger Blüten, weniger Befruchtung, weniger Früchte. Diesen Selbstschutz wendet der Baum an, um nicht all seine Nährstoffe und Reserven in die Fruchtbildung einzubringen. Aber es gibt wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Alternanz:

>Das rechtzeitige Herausschneiden (bis Mitte Juni) und Ausdünnen des Fruchtbehangs von Hand oder mit der Schere. Reduzieren auf maximal drei Früchte pro Blütenbüschel unter Berücksichtigung des Gesamtblütenvolumens. Damit wird erreicht, dass die zukünftige Blütenbildung nicht eingeschränkt wird und der Baum sich nicht „überträgt“.

>Das Entfernen von altem Holz. Damit wird die Jungholzbildung angeregt.

>Hemmung des Astwachstums durch das Herunterbinden des Triebes in einen flacheren Verlauf. Am flachen Ast werden mehr Blütenknospen gebildet als am steil aufsteigenden Ast.

>Ausgewogene Mineralstoffversorgung, d. h. maßvolles Umgehen mit Stickstoffdünger. Zu hohe Stickstoffgaben wirken der Blütenknospenbildung entgegen.

Eine gute Wahl – die Unterlage

Möchten Sie sich einen Obstbaum für Ihren Garten kaufen, so haben Sie grundsätzlich andere Entscheidungskriterien für den Kauf als im Erwerbsobstbau. Die für den Erwerbsobstbau wichtigen Merkmale lauten:

> schneller Ertrag,

> hohe Qualität, guter Geschmack, Fruchtgröße und gute Ausfärbung,

> geringer Pflegeaufwand,

> für maschinelle Pflege und Bearbeitung geeignet.

Diese treffen für Sie kaum zu. Für Sie sind andere Kriterien für die Wahl einer Obstsorte entscheidend:

> guter Geschmack,

> pflegeleicht,

> Bekanntheitsgrad der Sorte,

> Standortverträglichkeit,

> Wuchsstärke.

Auf der Seite 16 sind die handelsüblichen Baumgrößen und Unterlagenbezeichnungen aufgeführt. Sie erleichtern Ihnen die Kaufentscheidung in Bezug auf Unterlage, Baumhöhe und Standfestigkeit des Baumes.

Folgendes sollten Sie in die Kaufentscheidung mit einbeziehen: Je schwächer die Unterlage, desto höher sind die Ansprüche an die Bodenqualität. Alle Baumschulen beraten Sie gerne, damit Sie für Ihren Garten die richtige Entscheidung treffen.

Ein paar Beispiele: Hoch-, Halb- und Viertelstammbäume können relativ problemlos auf Ackerflächen gepflanzt werden. Busch- und Spindelbäume erfordern gute Bodenbedingungen.

Wuchsstärken verschiedener Apfelbaum-Qualitäten je nach Unterlage.

Geeignete Kronenformen

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Methoden, das Astgerüst zu erziehen. Man spricht dabei von Kronenaufbauten. Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Kronenformen:

> Pyramidenkrone

> schlanke Spindel

> Rundkrone

> Dreiasthecke (heute nicht mehr so üblich)

Nachfolgend wird schwerpunktmäßig der Kronenaufbau von der Pyramidenkrone und der schlanken Spindel beschrieben. Wir werden uns auch im Kapitel „Schneiden und pflegen“ vorwiegend mit diesen Kronenformen beschäftigen. Die anderen Kronenformen sind heute nicht mehr so üblich oder finden hauptsächlich im Erwerbsobstbau ihren Einsatz.

Die Pyramidenkrone kommt den in der Natur vorkommenden Kronenformen am nächsten.

Der Aufbau der Krone basiert im Wesentlichen auf folgenden Hauptkomponenten:

> Stamm,

> drei, maximal vier Leitäste,

> Seitenäste,

> Fruchtäste.

Die schlanke Spindel entspricht keiner natürlichen Wuchsform des Baumes. Sie wurde hauptsächlich in den Obstbauregionen, z. B. am Bodensee, im Alten Land, in Südtirol, als schnell fruchttragendes Obstgehölz eingeführt. Tatsächlich können Sie bei einer Frühjahrspflanzung schon im gleichen Jahr wenige voll entwickelte Früchte ernten. Der Aufbau gliedert sich wie folgt:

> Stammmitte (oder Hauptachse)

> drei bis fünf Seitenäste

> Fruchtäste.

Je nach Schnittmaßnahmen nimmt die schlanke Spindel im Endstadium eine Höhe von etwa 2,5 m (bis 3,0 m) und einen Kronendurchmesser von bis zu 2 m (beim Hobbygärtner) ein. Interessant ist diese Kronenform für den Hobbygärtner, der gerne ein oder zwei Apfelbäume in seinem Hausgarten anpflanzen möchte, und für stärker wachsende Bäume aber nicht genügend Platz zur Verfügung hat.

Die Rundkrone zeichnet sich dadurch aus, dass die Ausladung der Seiten- oder Leitäste etwa genauso groß ist wie die Höhe des Baumes. Die Krone erscheint fast rund. Sie findet überwiegend bei den stärker wachsenden Apfelbäumen (Viertel-, Halb- und Hochstamm) Anwendung. In Reihen auf der Wiese oder als Solitär auf einem geeigneten Platz gepflanzt, ist das Blütenmeer im Frühjahr ein wahrer Genuss für die Augen und zur Erntezeit für Gaumen und Magen. Die Rundkrone ist für die Birne / Zwetsche nicht geeignet, diese wachsen relativ schlank und hoch, deshalb müssen die Leitäste schon sehr früh, am besten im 1. / 2. Standjahr, in einen flachen Verlauf gebracht werden.

Obstgehölze pflanzen

Den Boden vorbereiten

Vor einer jeden Pflanzung ist die Bodenvorbereitung besonders wichtig. Sie entscheidet im Wesentlichen darüber, ob die Pflanzware gut anwächst oder nicht. Es ist dabei besonders wichtig, dass Sie für gut gelockerten, feinkrümeligen (keine großen Klumpen) und nährstoffreichen Boden sorgen.

Bodenprobe – Ja oder Nein?

In der Literatur wird viel über die Notwendigkeit von Bodenproben geschrieben. Im Erwerbsobstbau ist eine Bodenanalyse gängige Praxis, im Hobbybereich eher nicht. Speziell im Hobbybereich ist aber eine genaue Kenntnis über die Bodenbeschaffenheit wichtig. Eingeebnete Gemüsegärten, auf denen jetzt Obstbäume gepflanzt werden sollen, strotzen zum Teil vor Überdüngung aus vergangenen Jahren.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen für eine Bodenanalyse. Über die genaue Vorgehensweise sowie Adressen der Institute, die Bodenanalysen durchführen, informierten die Landrats-, Landwirtschaftsämter in den verschiedenen Landkreisen oder Ländern. Für eine einfache Ersteinstufung des Bodens reicht der pH-Wert. Hier werden Tinkturen oder Bodenmessgeräte, die einfach in den Boden gesteckt werden, im Handel oder Internet angeboten.

In der Regel entnimmt man dem Boden feinkrümelige Erde und gibt sie mit einer bestimmten Menge Wasser in ein Glasgefäß. Hinzu kommt dann die Indikatorflüssigkeit, alles wird gut gemischt. Nach einigen Minuten verfärbt sich die Flüssigkeit; an der Tönung kann man mit Hilfe einer Farbtabelle den zugehörigen pH-Wert feststellen.

Der Boden sollte einen ausgewogenen Humusanteil enthalten (etwa 30 % Humus oder handelsübliches Substrate). Wenn Sie einen Baum oder Strauch in eine schlecht vorbereitete Pflanzgrube pflanzen (große Klumpen, nährstoffarme oder tote Erde), so bedeutet dies einen lange kümmernden Wuchs, verstärkte Krankheitsanfälligkeit und einen nur spärlichen Fruchtbehang. Damit es nicht so weit kommt, folgen ein paar Hinweise und Tipps, die – richtig umgesetzt – mit einem gut wachsenden Baum oder Strauch belohnen.

Der richtige Boden für Ihr Obstgehölz

Apfel

Als Flachwurzler erwartet der Apfelbaum einen feuchten, humosen (ca. 20 % Humusanteil), aber wasserdurchlässigen Boden. Wählen Sie keine Standorte, die längere Trockenzeiten oder schweren, tonigen Boden aufweisen, diese Bodenarten führen früher oder später zu Krankheiten am Baum und zu Qualitätsverlusten bei den Früchten. Pflanzen Sie den Apfelbaum nicht in Bereiche, die Staunässe oder sehr feuchten Boden (wie beispielsweise in Bachnähe) aufweisen – der Baum kümmert, Krankheiten und geringe Qualität sind die Folge.

Birne

Die Standortansprüche variieren je nach Birnensorte. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass Birnenbäume stets mehr Wärme benötigen als Apfelbäume. Die Birne bevorzugt einen eher trockenen als feuchten Boden. Optimal ist ein lehmiger Sandboden. Ein Boden, der ständig von Nässe betroffen ist, z. B. in Bachnähe, oder in geringer Tiefe eine wasserundurchlässige Schicht führt, ist für die Birne ungeeignet.

Zwetsche

Die Ansprüche der Zwetsche sind deutlich geringer als die von Apfel und Birne. Die Zwetsche verträgt feuchte Böden, etwas Staunässe schadet ihr nicht. Zwetschen können noch in Bereiche von Bachläufen gepflanzt werden, allerdings sollte der Standort nicht zu feucht oder zu schattig sein. Es können sich Pilze ansiedeln oder die Früchte reifen nicht vollständig aus.

Kirsche, Mirabelle

Die Kirsche gedeiht sehr gut auf leichtem, gut durchlässigem Boden. Sandige Böden sowie Kiesböden sind auch noch akzeptabel. Mirabelle und Pflaume sind etwas toleranter, sie können auch noch auf leicht tonigen Böden gepflanzt werden. Die Mirabelle bereitet wenige Probleme, sie akzeptiert auch noch Standorte, bei denen ab und zu Staunässe vorkommt. Was aber alle diese Obstgehölze benötigen, ist ein sonniger Platz, dann können süße und aromatische Früchte geerntet werden.

In einem humusreichen Boden gedeiht Ihr Apfelbaum am besten.

Geeignete Boden-pH-Werte

Obstart

pH-Wert (Orientierung)

Apfel, Birne

6 – 7

Kirsche, Mirabelle, Zwetsche, Pflaume

6 – 7

Himbeere, Brombeere

4, 5 – 6

Heidelbeere

4 – 5

Beerenobst

Himbeeren und Brombeeren sind von ihrem Ursprung her Waldrandgewächse und benötigen deshalb saure Bodenverhältnisse (pH-Wert unter 6). Der Boden sollte einen guten Humusanteil besitzen – Waldboden ist sehr humusreich. Bei der Pflanzung sollte der Torfanteil mindestens ein Drittel betragen. Es darf in keinem Fall gekalkt werden, das führt unweigerlich zu Chlorose (Gelbwerden der Blätter). Als Standort für Himbeeren oder Brombeeren muss kein Sonnenplatz ausgesucht werden, es eignen sich auch halbschattige oder schattige Plätze.

Johannisbeeren gedeihen auf fast jedem Boden, sie bevorzugen Schattenplätze (z. B. Nordseite). Wichtig für die Pflanzung ist, dass der Boden einen guten Humusanteil besitzt: Wie bei der Himbeere gilt auch für die Johannisbeere, dass ein hoher Humusanteil im Boden für eine gute Entwicklung der Pflanze wichtig ist. Am besten arbeiten Sie gut verrotteten Kompost reichlich in die Pflanzgrube ein.

Bei der Stachelbeere verhält es sich ähnlich wie bei der Johannisbeere, sie wächst auf fast jedem Boden und die Angaben bei der Johannisbeere können direkt übernommen werden.

Tipps für die Pflanzung im Hausgarten