Grüner Putzen - Inés Hermann - E-Book

Grüner Putzen E-Book

Inés Hermann

0,0

  • Herausgeber: Freya
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2018
Beschreibung

Die Rezepte sind so formuliert, dass ihre ­Wirkungsweise genau beschrieben wird. Durch den Einsatz von mineralischen ­Scheuermitteln, natürlichen Säuren, pflanz­lichen Tensiden, ätherischen Ölen und Kräutern ergibt sich eine Vielzahl von ökologischen Reinigungs­mitteln, die leicht selbst her­zu­stellen sind. So können Sie konventionelle Reiniger schrittweise gegen selbst gemachte austauschen, die nicht nur umweltfreundlich, preiswert und ­gesundheitsschonend, sondern auch vegan sind. Ersetzen Sie in Ihrem Putzschrank nach und nach die vielen bunten Plastikflaschen durch Ihre eigenen Produkte.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 68

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



eISBN 978-3-99025-351-9

© 2017 Freya Verlag GmbH

Alle Rechte vorbehalten

Layout: freya_art, Christina Diwold

Lektorat: Dorothea Forster

Fotos: Dr. Marc Hermann, Christina Diwold

weitere siehe Seite 128

printed in EU

Anmerkung: Alle in diesem Text enthaltenen Anregungen, Beschreibungen, Tipps und Rezepte wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt und getestet. Dennoch kann aufgrund unterschiedlicher Rohstoffe, Ausgangsbedingungen und individueller Fähigkeiten nicht garantiert werden, dass die Informationen auf Ihre Situation zutreffen. Daher kann keinerlei Haftung für etwaige Verletzungen, Verluste oder andere Schäden übernommen werden, die aus der Verwendung der in diesem Text angebotenen Informationen resultieren.

Inés Hermann

GrünerPutzen

NATÜRLICHE REINIGUNGSMITTEL

SELBST GEMACHT

Inhalt

Einleitung

Alternative Putzmittel

Alternative Putzhelfer

Rezepte

Basisrezepturen

01

Badezimmer

02

Küche

03

Möbelpflege

04

Schädlinge bekämpfen

05

Fenster und Spiegel

06

Wäsche

07

Lederpflege

08

Staubwischen

09

Raumduft

Anhang/Quellen/Autorin

Über dieses Buch

Als ich mich daranmachte, meine Rezepte aufzuschreiben, war es meine Absicht, den LeserInnen umweltschonende und natürliche Alternativen zu industriell gefertigten Reinigern vorzustellen. Viele Jahre habe ich mich intensiv mit dieser Thematik befasst, nun galt es, meine bewährten Rezepte auszuformulieren und auch die Wirkungsweise genau aufzuzeigen. Nach weiterer eingehender Recherche arbeitete ich meine Rezepturen noch detailreicher aus und stellte fest, dass diese letztendlich nicht nur umweltfreundlich, preiswert und gesundheitsschonend, sondern auch vegan sind.

GRÜNER PUTZEN LOHNT SICH!

Selbst hergestellte Reiniger schonen nicht nur die Umwelt, sie sind auch preiswert und reinigen zuverlässig. Das Wohnklima verbessert sich, allergische Reaktionen und Hautschädigungen beim Putzen werden gemildert.

GRÜNER PUTZEN IST NACHHALTIGER!

Aufwändige, umweltschädliche Verpackungen lassen sich vermeiden und durch schönere, wiederverwendbare Behältnisse ersetzen. Scharfe Gerüche werden gegen angenehme Düfte ätherischer Öle ausgetauscht. Selbst gefertigte Putztücher aus Naturmaterial ersetzen minderwertige Kunststofftücher, die schnell weggeworfen werden.

GRÜNER PUTZEN MACHT MEHR SPASS!

Schon das Sammeln der pflanzlichen Zutaten bereitet mehr Freude als der Griff ins Supermarktregal. Sogar Kinder können mit einbezogen werden, denn Geschirrspülen mit pflanzlichen Tensiden schadet selbst der zarten Kinderhaut nicht, wohingegen unsere Kleinen nicht einmal in die Nähe konventioneller Reiniger kommen sollten.

PUTZEN – KRAFTSCHÖPFENDE FITNESS!

Unserem Körper ist es egal, ob wir Sport treiben oder putzen. Ausreichend Bewegung ist wichtig, sie regt den Stoffwechsel an, verbrennt Kalorien und hält uns fit. Selbstverständlich müssen die richtigen Bewegungsabläufe eingehalten werden. Für zusätzlichen Schwung sorgt die richtige Musik.

PUTZEN – EINE WISSENSCHAFT FÜR SICH!

Für meine Recherchen las ich mehrere Bücher über Hauswirtschaft. Darin fand ich immer wieder den Begriff „Sinner’scher Kreis“. Benannt ist dieser nach dem Chemiker Dr. Herbert Sinner. Putzen ist tatsächlich ein Thema, dem sich dieser Wissenschaftler im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit für die Waschmittelindustrie gewidmet hat.

Der Sinner’sche Kreis besagt, dass ein Reinigungsergebnis von den Faktoren Mechanik, Temperatur, Reinigungsmittel und Zeit abhängt. Wird einer der Faktoren verringert, muss mindestens ein anderer vergrößert werden. Möchte man zum Beispiel weniger Reinigungsmittel benutzen, dann muss die Mechanik verbessert oder die Temperatur erhöht werden. Der Sinner’sche Kreis ist also die Basis für eine erfolgreiche Reinigung. Dann liegt es an uns, wie wir die einzelnen Segmente zugunsten der Umwelt verteilen!

PUTZEN – EIN NOTWENDIGES ÜBEL?

Ich ging der Frage nach, warum putzen überhaupt so unbeliebt ist. Je intensiver ich mich damit beschäftigte, desto tiefer tauchte ich in die Problematik der Ungleichbehandlung von Mann und Frau ein. Jahrhundertelang war die häusliche Reinigung allein die Aufgabe der Frauen. Eine eintönige, Kräfte zehrende Arbeit, die sich ständig wiederholte. Wie selbstverständlich hatte die Frau dafür zu sorgen, dass das Haus sauber und in Ordnung war. Doch dafür gab es keinen Lohn, sondern ihre Arbeit wurde und wird immer noch gering geschätzt. Schon die sprachlichen Begriffe sagen viel über die Wertung der Hausarbeit aus: Die Hausfrau putzt, wäscht und kocht für den Hausherrn, der für den Lebensunterhalt sorgt. Die männliche Sprachvariante findet sich nur in der „Hausmannskost“. Das Thema ist offensichtlich stark von der traditionellen Rollenverteilung geprägt. An dieser Stelle möchte ich an den im Bürgerlichen Gesetzbuch als „Gehorsamsparagraph“ bezeichneten § 1354, erinnern. Erst am 18. Juni 1957 wurde der Paragraph, der dem Mann in einer Ehe das Recht zur Entscheidung aller das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zusprach, abgeschafft. Unsere Mütter und Großmütter konnten sich nur emanzipieren, wenn sie ein eigenes Einkommen erzielten. Um die zusätzlich anfallende Hausarbeit zu bewältigen, mussten zeitsparende, effiziente Haushaltsmaschinen her. Die Industrie stellte sich schnell auf die Bedürfnisse ein. Mit neuen, kraftvolleren Reinigern unterstützten sie die Hausfrauen. Ein behagliches, sauberes Heim trotz Erwerbstätigkeit war das Ziel. Die Segmente des Sinner’schen Kreises wurden nun neu verteilt.

Heute ist Putzen Partnersache. Bis in die 80er-Jahre waren putzende Männer Gegenstand schlechter Witze. Heute gilt das Modell der gleichberechtigten Partnerschaft und der Haushalt wird inzwischen sehr oft gemeinsam bewältigt.

Mein Weg zum ökologischen Putzen

Für mich ist die Herstellung von Putzmitteln kein Hobby, sondern ein Teil meiner Lebensführung. Als kritischer Verbraucher versuche ich unseren Haushalt von ungesunden und überflüssigen Produkten freizuhalten.

Doch aller Anfang war schwer. Als ich 1982 meinen eigenen Haushalt gründete, war vor allem kraftvolle Hygiene gefragt. Chemische Keulen, die ohne großen Aufwand nicht nur den Schmutz, sondern auch Bakterien und hartnäckige Verkrustungen bekämpften. Mit Chlor und Phenol als Inhaltsstoffen sorgten sie nicht nur für porentiefe Sauberkeit, sondern auch für spektakuläre Haushaltsunfälle. Das achtlose Mischen der Reiniger ließ im Eifer des Gefechts gegen Krankheitskeime Kampfgas aus den Toiletten strömen. Die Wäsche war weißer als weiß und nicht nur sauber, sondern rein. Wer keinen Weichspüler verwendete, dem wurde von der Werbung ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Da stand ich ganz schön verlassen da mit meinem Eimer Schmierseife und einer Flasche Essigessenz. Dabei wollte ich doch nur die unglaublich verschmutzten Gewässer entlasten. Durch meine Heimatstadt Aalen floss eine stinkende Kloake, weil sowohl Industrie- als auch Haushaltsabwässer ungeklärt in die Flüsse geleitet wurden.

Parallel dazu entwickelte sich ein weiteres Problem: Der steigende Konsum ließ die Müllberge anwachsen. Wertvolle Rohstoffe wurden mit viel Energie zu Wegwerfartikeln oder Verpackungen verarbeitet. Leider hält diese Entwicklung immer noch an, darüber kann auch das Recycling nicht hinwegtäuschen. Um meinen Beitrag zur Müllvermeidung zu leisten, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mein eigenes Kaufverhalten immer wieder kritisch zu überdenken.

Ich musste meine Verweigerungshaltung gegenüber dem gängigen Konsumverhalten immer wieder begründen. Es war mühselig zu erklären, dass der Ursprung meiner sparsamen Lebensführung weder Geiz noch Armut war. Immer wieder musste ich mir anhören, dass meine Bemühungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. „Was willst du schon ausrichten? – Du änderst die Welt doch auch nicht!“

Am 26. April 1986 ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Dieses furchtbare Ereignis rückte den Umweltschutz in ein breiteres Bewusstsein. Die Ökologiebewegung gewann an Bedeutung und meine subkulturelle Lebensweise war nun nicht mehr so unpopulär.

In den Jahren um 1990 widmete die „Hobbythek“ einige Sendungen dem Thema „Ökologischer Hausputz und natürliches Wäschewaschen“. Nun konnte ich weitere konventionelle Haushaltsreiniger durch milde eigene ersetzen und das Thema gewann ein breiteres Publikum.

Heute ist Umweltschutz „in“, Bio-Produkte sind gefragt und so bedient die Industrie die Bedürfnisse der Verbraucher. Dennoch möchte ich die angebotenen Reinigungsmittel nicht ungeprüft kaufen. Die Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln werben seit einigen Jahren mit der Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte durch verschiedene Hinweise auf den Verpackungen. Mit fantasievollen Symbolen soll die Umweltverträglichkeit des Produkts gekennzeichnet werden. Doch zeigt zum Beispiel des Öfteren ein Blick auf die Inhaltsstoffe eines „Lavendelreinigers“, dass sich der namensgebende Lavendel keineswegs unter den Inhaltsstoffen befindet. Und man stellt schnell fest, dass synthetisches Parfüm den angenehm frischen Lavendelduft hinterlässt und nicht etwa das natürliche ätherische Lavendelöl.

Heimische Putzmittelherstellung ist also längst kein preiswerter Ersatz mehr, sondern die gesündere, umweltfreundlichere Alternative.

Alternative Putzmittel: Sand – Soda – Seife

SAND – NATÜRLICHES SCHEUERMITTEL

Anhaftender Schmutz wird durch mechanischen Abrieb entfernt. Natürliche, feine Gesteinsmehle scheuern die krustigen Verschmutzungen weg und polieren die Oberflächen. Zusätzlich wird die Schmutzkruste aufgeraut, dann kann die Feuchtigkeit besser an den Dreck heran und ihn aufweichen.

SCHLÄMMKREIDE

(Calciumcarbonat, Kreide)

Schlämmkreide ist ein feines, mikrokristallines Sedimentgestein, das durch Ablagerung entstanden ist. Das Ausgangsgestein, die weiße oder hellgraue Kreide, entstand hauptsächlich in der geologischen Periode der Oberkreide. Das in Steinbrüchen abgebaute Gestein wird durch mechanische Trennverfahren von Verunreinigungen gesäubert – einer Schlämmung unterzogen.

Vor allem glatte, empfindliche Oberflächen können mit Schlämmkreide sanft und effektiv gesäubert werden. Badkeramik, sämtliche Metalle, Glas und das Cerankochfeld werden mit dem natürlichen Scheuermittel optimal gesäubert.

BIMSSTEINMEHL