Hallo Alex - Bianca Pferrer - E-Book

Hallo Alex E-Book

Bianca Pferrer

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Beschreibung

Mit 17 Jahren begann ihre Liebe zu Alex‘s und 8 Jahre später wurde sie seine Frau, doch nur 4 Wochen nach der Hochzeit hatte Alex einen tödlichen Autounfall, und alles was ihr von Alex blieb, waren die Erinnerungen und die Flamingovorhänge, die Alex nicht mochte und über die sie immer diskutierten. Savannah Baker 26 Jahre, Witwe, wollte einen Neuanfang in einer anderen Stadt, also beschloss sie nach Atlanta/Georgia zu ziehen, mit diesen Flamingovorhängen, die sie an Alex erinnerten. Dort lernt sie nicht nur ihre neue beste Freundin Riley Thompson kennen, sondern auch Lucas Daniels, der an der Highschool Deutsch unterrichtete und nicht nur Savannah den Kopf verdreht ... Auch die Sportlehrerin Libby Masterson hegt Gefühle für Lucas und macht es Savannah nicht leicht. Doch nichts bleibt für die Ewigkeit ...

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Seitenzahl: 165

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Das einzig Wichtige im Leben sind die

Spuren

von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.

---- Albert Schweizer -----

Hallo liebe Leseratte...

Mein Name ist Bianca Pferrer und ich bin zarte 37 Jahre jung.

Ich bin gebürtige Badnerin. Geboren 1980 in Karlsruhe, aufgewachsen in Karlsruhe, wohnhaft in Karlsruhe.

Mit 12 Jahren lernte ich meine große Liebe Markus kennen. Mit 18 Jahren lernten wir uns Lieben, und im Jahr 2000 kam unser Sohn Justin zur Welt.

Hallo Alex...!! ist mein Erstlingswerk.

Weitere Bücher von mir, findet ihr unter dem Titel:

Kalea und Keahi

Wiedergeboren im Zeitalter des Mondzirkel

Ich widme dieses Buch, dem Schauspieler

Lucas Daniel Till

Dessen Person mich zu der männlichen Hauptfigur

inspirierte

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 1

Ich stehe vor dem Spiegel und schaue in ein Gesicht das meins sein soll. Doch diese Frau bin ich nicht. Diese Frau im Spiegel hat strähnige Haare, blasse Haut und tiefe Augenringe.

Ich seufze, und fange an mir die Zähne zu putzen.

2 Wochen, auf den Tag genau, ist es her, 14 tage seit ich mich hier in unserem neuen Haus verschanzt habe, 2 Wochen seit du nicht mehr da bist, nicht mehr neben mir schläfst, ich deine Stimme nicht mehr höre, dein Lächeln nicht mehr sehe, deine Berührung ich nicht mehr spüre...

Nein, ich spüre sie immer noch, schwach, aber ich spüre sie...

Haltet mich für verrückt, aber ich habe manchmal das Gefühl als würde mich Alex noch berühren, als würde er noch da sein und auf mich aufpassen, so wie er es immer getan hat. Doch das ist er nicht mehr, seit 2 Wochen, seit diesem Unfall, seit dieser LKW von der Spur abkam und ihn im Auto zerquetschte.

Wir kannten uns seit der Schule, waren Nachbarn, spielten als Kinder im Garten, gingen zusammen auf Partys, passten auf einander auf. Im letzten Highscooljahr, kurz vor dem Abschluss, hat er mir dann gesagt das er in mich verliebt ist, und ich war hin und weg. Ich konnte es nicht fassen, Alex Baker, der Star der Highscool, mein bester Freund seit meiner Kindheit, will mein fester Freund sein. Seither waren wir unzertrennlich.

8 Jahre später machte er mir einen Antrag. Vor 6 Wochen haben wir geheiratet. Vor 4 Wochen zogen wir in das Haus ein, das Alex`s Eltern uns zur Hochzeit geschenkt hatten.

Vor 3 Wochen stritten wir uns noch über die hässlichen Vorhänge, wie Alex sie nannte; ich muss schmunzeln bei dem Gedanken daran, wie er das Wort Hässlich aussprach, leise aber doch ernst mit quitschiger Stimme, und der Gesichtsausdruck...

Jetzt stehe ich Savannah Baker, 26 Jahre, Witwe, verzweifelt, alleine, voll Kummer und Trauer vor diesen hässlichen Vorhängen und habe beschlossen die Kartons die ich vor 4 Wochen angefangen habe auszupacken, wieder einzuräumen.

Ich kann nicht in diesem Haus bleiben, nicht in dieser Stadt, in der Stadt in der wir zusammen aufgewachsen sind, in der Stadt in der wir leben wollten mit unseren Kindern die wir geplant hatten. Ich hatte 2 Wochen Zeit darüber nachzudenken und ich hatte mich entschieden. Ich werde nach Atlanta gehen.

Ich werde dort in der hiesigen Juniorhigh unterrichten.

Ich habe immer gerne unterrichtet, bis vor 2 Wochen, bis sich mein Leben für immer ändern sollte.

Ich stehe wieder vor diesen hässlichen Vorhängen doch diesmal hängen sie nicht in unserem Haus, sondern in dem kleinen Apartment in Atlanta, das ich mir gemietet habe, voll möbliert, somit musste ich keine Möbel mitnehmen , was mir den Umzug erleichterte. Meine Kartons stehen ordentlich aufgereiht an der Wand im Wohnzimmer, ich setzte mich auf den Boden und trinke Wein aus einem Plastikbecher, weil ich nicht weiß in welchem Karton die Gläser sind, ich habe bisher nur diese Vorhänge gefunden. Warum ich sie mitgenommen habe? Nennt mich sentimental, aber sie erinnern mich an Alex.

Eigentlich ist es Zeit schlafen zu gehen. Morgen soll ich mich in der Juniorhigh melden, gleich morgens um 7 Uhr, doch ich kann nicht schlafen. Zuviel Gedanken schwirren mir im Kopf herum, bin ich schon so weit? War es richtig alles hinter mir zu lassen? Was hätte Alex gemacht an meiner Stelle? Ich habe am Tag meiner Abreise die Schlüssel für das Haus Cybill, Alex`s Mom, in den Briefkasten geworfen weil ich sie eigentlich nicht sehen wollte, doch wie als wüsste sie es, stand sie auf einmal vor mir, umarmte mich und wünschte mir viel Glück und sagte dass das Haus immer mir gehören würde. Doch will ich das Haus überhaupt behalten? Naja das würde mir die Option offen halten, zurück zu kommen, wenn ich das will. Und genau das ist Cybill`s Plan.

Ich sitze im Auto vor der Juniorhigh und beobachte die Eltern wie sie ihre Kinder zur Schule bringen, die Kinder die ich zum Teil unterrichten soll, die Kinder die mich von meinem Kummer ablenken sollen. Ich sollte mich auch auf den Weg hinein machen, schließlich soll ich mich vorher noch im Sekretariat melden.

Ich weiß noch als ich Alex das erste mal sah, wir waren gerade nach Texas gezogen und meine Mutter meldete mich im Sekretariat an. Alex saß im Warteraum mit einer geplatzten, blutigen Lippe, auf seine Eltern. Ich sah ihn erschrocken an und er lächelte stolz: „du solltest mal den anderen sehen!“

Der Rektor Mr Porter erklärte mir kurz den Tagesablauf der Lehrer und wies mich meiner Klasse zu. Die Kinder waren sehr freundlich und haben mich herzlich aufgenommen. Es ist bereits Mittag und ich sollte die Pause nutzen um etwas zu essen und die anderen Lehrer kennen zu lernen. Also begebe ich mich in den Pausenraum für Lehrer.

Ich fühle mich wie damals als ich das erste mal in der neuen Schule in Texas war.

Im großen Pausenraum, alle starrten mich an und tuschelten, ich fühlte mich hundeelend als ich mir mit meinem Tablett ein Sitzplatz suchte. Alex winkte mir zu, seine Lippe sah nicht mehr ganz so schlimm aus, „setz dich doch zu mir hier ist noch Platz.“

Sofort fühlte ich mich besser.

„Ich kenne dich, du bist das Mädchen das gestern neben uns einzog? Ich heiße Alex Baker.“

„Ich bin Savannah Benneth, wie geht’s deiner Lippe?“

„Naja solang ich nicht esse, trinke oder spreche sollte es gehen.“

Das war denke ich der Beginn unserer Freundschaft.

Doch ich bin keine 10 mehr, und Alex ist nicht hier.

Tief Luft holen Savannah. Ich öffne die Tür zum Pausenraum und gehe hinein. 5 oder 6 Lehrer befinden sich dort, hören auf zu essen und starren mich an.

Na toll, fehlt nur noch das sie tuscheln.

„Hi ich bin Savannah Baker, die neue Kunstlehrerin,“ sage ich.

Nach und nach kommen sie auf mich zu und stellen sich vor.

Da war Tom Greene, der Sportlehrer, Denise Miller, Mathe und Englisch, Rebecca Holden, Geschichte, Riley Thompson, spanisch, Lucas Daniels, Deutsch und eine sehr arrogante Libby Masterson, Sport Mädchen.

Man sollte ja nicht an ersten Tag über seine Kollegen urteilen, aber diese Libby hatte diesen abfälligen, musternden Blick als sie sich vorstellte. Vielleicht bilde ich mir das ja nur ein.

Ich nehme mir einen Kaffee und setze mich neben Riley und esse mein Sandwich dazu.

„Sie scheint dich ja direkt zu mögen“ sagt Riley.

„Wer?“ antworte ich überrascht.

„Na Libby!“ meint Riley.

„Echt?“

Ich schaue sie total erstaunt an.

„Ja immerhin gab sie dir die Hand, ich bekam nur ein knappes Ms. Masterson, Sport von ihr zu hören.“

Ich starre Riley mit offenem Mund an, und sie muss laut los lachen,

„wird schon schief gehen, halte dich an mich, wenn du was brauchst.“

„Danke,“ antworte ich erleichtert.

Riley bringt ihren Abfall zum Eimer und verabschiedet sich.

„Bis später dann Savannah.“

„Bis später“ gebe ich zurück. Ich bin erleichtert,

War doch gar nicht so schlimm, denke ich und mustere die anderen Lehrer.

Es waren nicht mehr viele da.

Hinten in der Ecke sitzt Lucas der Deutschlehrer erst jetzt bemerke ich wie attraktiv er aus schaut, groß, sportlich, blonde Haare, blaue Augen. Ich ertappe mich wie ich ihn anstarre und werde sofort rot. Das hat wohl auch Libby bemerkt, sie wirft einen scharfen Blick in meine Richtung und geht auf Lucas zu.

Während sie seine Schultern massiert, starrt sie mich Zynisch an, als wolle sie sagen -das ist meiner, Finger weg-.

Ist ja schon komisch wie die an ihm herumkrabbelt.

Jetzt hat auch Lucas bemerkt das ich ihn anstarre und lächelt in meine Richtung. Peinlich berührt springe ich auf und renne nach draußen. Auf dem Weg schmeiße ich fast den Mülleimer um,

„Tschuligung!“

„Was für ein Trampel,“ höre ich Libby noch sagen bevor sich die Tür schließt.

Oh Gott wie peinlich.

Mit knallrotem Kopf gehe ich zurück in meine Klasse und hoffe das der Tag schnell vorbei geht.

Auf dem nach Hause weg hole ich mir noch etwas beim Chinesen, den ich schon entdeckt habe als ich hier einzog.

Mit meiner Ente Süß-Sauer mache ich es mir auf meinem Sofa bequem und entschloss mir zum 1000ten mal meinen Lieblingsfilm anzuschauen. Dirty Dancing. Ich weiß nicht warum ich diesen Film so liebte, aber ich weiß noch wann ich ihn zum ersten mal anschaute, ich war 13 und meine Eltern hatten Datenight, mir war langweilig und so beschloss ich die DVD-Sammlung meiner Mutter zu durchstöbern. Ich fand sofort das dies ein toller Film ist, ich wollte auch so tanzen lernen und zwang Alex mit mir auf dem Baumstamm hinterm Haus zu tanzen, genau so wie Johnny und Baby es getan haben. Er ließ sich alles gefallen, bis ich die Hebefigur testen wollte.

„Nein, niemals, nicht mit mir! Aber du kannst die Wassermelonen für mich tragen.“

Er kugelte sich vor lachen.

Ich fand das gar nicht witzig, zumal ich auch nie verstanden habe was an dieser Szene so toll war. Warum hat Baby das gesagt? Was hatte sie dazu veranlasst? Selbst heute bei dieser Szene muss ich nur den Kopf schütteln.

Ach Alex du fehlst mir so

Heute ist Samstag, das erste Wochenende in der neuen Stadt, von Riley habe ich gehört das heute ein Tanzfest im Zentrum stattfindet und fast alle Lehrer dort sind. Sie meinte das wäre die Gelegenheit für mich mal alle etwas Privat kennen zu lernen.

„Lucas kommt übrigens auch,“ ließ sie beiläufig fallen und zwinkerte mir zu.

Mein peinlicher Auftritt im Pausenraum hat sich wohl herumgesprochen.

„Das ist ja interessant, aber warum sagst du mir das?“

antworte ich mit hoher Stimme.

„Ich dachte das interessiert dich vielleicht. Dann kannst du dich etwas mit ihm unterhalten.“

Ihr grinsen breitet sich über das ganze Gesicht aus.

„Hört sich ja nett an,“ „aber?“ unterbricht sie mich, „aber Libby hat bestimmt was dagegen wenn ich mich mit ihrem Freund nett unterhalte?“gebe ich fragend zurück.

„Libby? Ihrem Freund?“

Ihr Lachen hallte durch den ganzen Schulflur. Röte stieg wieder in mir auf.

„Das hätte sie wohl gerne?“sagte Riley nach dem sie vor lauter lachen endlich wieder zu Atem kam, „sie hat ihn schon mehrmals gefragt ob er mit ihr ausgehen will, aber er verneint jedes mal. Anfänglich hatte er immer eine Ausrede, aber mittlerweile sagt er einfach nur Nein oder Gar nichts, also mach dir darüber keinen Kopf und komm mit, ich hole dich um 18 Uhr ab, Ok?“

Ich nickte und grinste vor mich hin.

Jetzt stehe ich vor dem Spiegel und weiß nicht was ich anziehen soll. Enttäuscht lasse ich mich aufs Bett fallen und frage mich ob ich das überhaupt darf. Darf ich mich nach nur knapp 3 Monaten nach dem mein Mann tödlich verunglückte, darauf freuen mich mit einem anderen Mann zu treffen?

Sollte ich ein schlechtes Gewissen Alex gegenüber haben?

Ich greife zum Telefon und rufe Riley an um ihr abzusagen.

Lasse mir so was lahmes wie, ich hätte mir wohl den Magen verdorben einfallen, ziehe mir mein Pyjama an und schaue mir zum 1001. mal Dirty Dancing an. Es klingelt an der Tür.

Riley steht unten mit einer Plastikschüssel in der Hand.

Ich drücke den Türknopf.

„Hi, was für ein Zufall, als du angerufen hast, hatte ich gerade eine Hühnersuppe gekocht und da du jetzt krank bist, bring ich dir ein Teller vorbei,“ ruft sie beim hoch laufen, drückt sich an mir vorbei und wirft mir ein ungläubigen Blick zu. Heute trägt sie die Haare offen und ein kurzes Sommerkleid. Ich kenne sie so gar nicht, im Moment sieht sie aus wie eine rassige Spanierin. Dunkler Teint, schwarze, lockige Haare, dunkle Augen. In der Schule trägt sie die Haare meist streng nach hinten gebunden und schlichte Kleidung.

„Deinem Blick zumute nehme ich an, du magst keine Hühnersuppe?“ sagt sie als sie in der Küche angekommen ist.

Ich hasse Hühnersuppe,

„um ehrlich zu sein, Riley, ich habe geflunkert,“ muss ich gestehen.

„Ja das dachte ich mir schon, ich weiß zwar nicht warum, aber ich denke du hast deine Gründe.“

Aus ihrer Tasche kramt sie eine Flasche Prosecco heraus.

„Und falls du mir deine Gründe erläutern willst, habe ich uns was zu trinken mitgebracht.“

Ich gehe zum Schrank, hole 2 Gläser heraus und laufe zum Sofa. Riley folgt mir.

Ich fange an zu erzählen, ich erzähle ihr von Alex, von seinem Unfall, von meiner Hochzeit, meinem Umzug und meinem Entschluss sie heute anzuflunkern.

„Wow das ist ja eine starke Hausnummer. Jetzt verstehe ich einiges und es tut mir leid das ich versucht habe dir Lucas schmackhaft zu machen,“ sagt sie als ich fertig bin.

„Das ist doch ok, du konntest das doch nicht wissen, und wenn ich nicht jedes mal rot anlaufen würde wenn ich ihn sehe, wärst du nie auf die Idee gekommen.“

„Das ist wahr, aber ich finde so sehr wie du diesen Alex auch geliebt hast oder liebst, das Leben geht weiter und du hast eine 2. Chance verdient glücklich zu sein.“

Sie hat recht, ich schenke mir noch etwas Prosecco ein und entschließe mich doch auf das Tanzfest mit zukommen, sehr zur Freude von Riley.

Auf dem Fest angekommen sind natürlich schon alle da, Riley begrüßt den einen und anderen und ich schaue mich um.

Hinten in der Ecke entdecke ich ihn, Lucas, er hat sein Haar leicht zurück gegelt, trägt eine helle Hose und ein blaues Hemd. Lucas scheint sich zu amüsieren, denn er ist pausenlos am lachen. Er hat ein schönes Lachen, mit 2 kleinen Grübchen auf den Seiten.

2 Grübchen auf den Seiten? Seit wann achte ich den auf so was?

Gerade als ich auf ihn zu gehen wollte, sehe ich Libby mit 2 Bier in der Hand in seine Richtung laufen. Sie drückt ihm ein Bier in die Hand und setzt sich auf seinen Schoß. Lucas legt seine Hand um ihre Hüfte und sie ihren Arm um seine Schultern.

Soviel dazu das er sie abblitzen lässt.

Ich ertappe mich bei ein bisschen Eifersucht!

Er sieht mich, doch ohne von Libby abzuwenden, schaut er mir in die Augen und trinkt ein Schluck aus seiner Flasche.

Libby sieht mich ebenfalls und als hätte Lucas` Reaktion nicht gereicht, küsst sie, mit Blick auf mich gerichtet, seinen Hals.

Riley steht hinter mir,

„tut mir leid, scheinbar hat sie ihn weich gekocht,“ versucht sie mich zu trösten.

„Schon gut, ich bin ja nicht wegen Lucas hier.“

Eine Lüge

Die darauf folgende Nacht, ist die erste Nacht, seit Alex`s Beerdigung, wo ich mich in den Schlaf weine...

Kapitel 2

Ich weiß nicht was du an diesen Vorhängen so toll findest?

Alex? Bist du das?

Du hättest alles aus dem Haus mitnehmen können das dich an mich erinnert, aber du musstest ausgerechnet diese Vorhänge mitnehmen?!

Alex? Bist du das wirklich? Oh Alex, ich hab dich so vermisst?

Sind das Vögel auf den Vorhängen?

Es sind Flamingo´s Alex..

Ja Vögel sag ich doch, Flamingo´s sind hässliche Vögel!

Sind sie nicht, Alex, sie sind wunderschön.

Sie sind Pink, und ich hasse Pink, also sind sie hässlich.

Alex bist du etwa hier um mit mir über die Vorhänge zu streiten?

Ich stehe direkt hinter Alex doch ich habe das Gefühl als wäre er meilenweit von mir entfernt...

Alex sieh mich an! Ich strecke die Hand nach ihm aus. Alex?

Er sieht mich an, sein Blick ist leer und traurig, er lächelt.

Wie ich das lächeln vermisst habe.

Ich muss gehen, Savannah, ich habe noch einen wichtigen Termin.

NEIN, NICHT GEHEN...

Wenn ich wieder komme, dann bring ich dir Ente Süß-Sauer mit und wir schauen uns einen Film an, Ok?

NEIN, es ist nicht ok, du darfst jetzt nicht fahren, denn du wirst nicht wieder kommen. Bis später, ich liebe dich, Savannah!

NEIN ALEX, NICHT GEHEN, BLEIB BITTE, NICHT GEHEN, ALEX, ALEX, ALEX

ALEX...

Ich sitze auf dem Bett und weine.

Jetzt bin ich wach, dann kann ich auch gleich joggen gehen, dann bekomme ich auch gleich den Kopf frei. Es war nur ein Traum, aber er war so echt, das ich immer noch Gänsehaut habe.

Die Dusche tut mir gut, ich lasse das Wasser über meinen Kopf laufen und halte etwas inne. 8 Km habe ich geschafft, das ist wenig. Damals als ich noch mit Alex joggen ging haben wir locker das doppelte geschafft.

Jetzt habe ich Hunger, also beschließe ich etwas frühstücken zu gehen. Im Ort gibt es ein kleines Café das sehr nett ausschaut, dort werde ich etwas zu essen finden.

Beim hinaus laufen schaue ich kurz zu den Vorhängen, mit einem leisen Seufzer schließe ich die Tür.

Das Café ist wirklich sehr hübsch, ein bisschen auf 50er Jahre gemacht, aber trotzdem gemütlich. Ich mag solche Cafés, irgendwie fühle ich mich dann wie auf einer Zeitreise.

Ich bestelle mir ein doppelten Mokka-Latte und einen Bananenmuffin. Während ich an meinem Muffin herum knabbere und auf meinen Mokka-Latte warte, bemerke ich das jemand hinter mir steht.

„Guten Morgen Savannah, wie geht es dir heute? Du warst gestern ja so schnell wieder weg.“

Ein kalter Schauer läuft mir den Rücken runter. Ich drehe mich um, „Lucas, Guten Morgen, du auch hier? Was für eine Überraschung.“

„Ja ich bin jeden Sonntag hier frühstücken, ich liebe dieses Café, erinnert mich irgendwie an eine Zeitreise.“ sagt er euphorisch.

mmh, Zeitreise, ja.

„Schade das du gestern so schnell weg warst, ich hätte mich gerne mit dir unterhalten.“

„So, wirklich? Ich hatte den Eindruck du warst mit Libby genug beschäftigt, und von daher wollte ich euch natürlich nicht stören,“ winke ich ihm mit der Hand das Wort ab.

„Ja, ich kann dir das erklären,“ versucht er sich rechtfertigen.

„Nein du musst mir nichts erklären, ihr seit doch beide erwachsen und das geht mich sowieso nichts an.“

Ich nehme meinen Latte und setze mich an einen freien Tisch.

„Weißt du,“ Lucas folgt mir und setzt sich gegenüber,

„wir haben da so ein Ding!“

so ein Ding, aha,

„sie spendiert mir das erste Bier am Abend und dafür darf sie..“

„An dir rum Lecken!“ unterbreche ich ihn. Er grinst mich an.

„Nein nicht so direkt, eher einmal meine Hand halten oder so.“

Er sieht mich von unten nach oben an wie ein eingeschüchterter Welpe und es sieht so aus als ob er auf eine Reaktion von mir wartet. Ich schaue ihm direkt in die Augen und sage gar nichts, was ihn scheinbar etwas nervös macht, er fängt an mit seinem Kaffeebecher zu spielen.

„Also du prostituierst dich für eine Flasche Bier?“

unterbreche ich das Schweigen, „ prostituieren würde ich das jetzt nicht nennen, ich schlafe ja nicht mit ihr,“ protestiert er.

„Na dann warten wir mal bis sie dir ein Abend essen spendieren wird. Dann wird auch gleich ein Frühstück daraus,“ ich lache laut auf,

„ich werde es ja dann sehen wenn ihr beide hier frühstücken seit.“

Er setzt sich nach hinten und lehnt sich an der Rückbank an.

Wieder dieser Welpe-Blick.

Genüsslich beiße ich in meinen Muffin.

1:0 für Mich

Es ist ein sonniger Tag heute auf dem nach Hause Weg überlege ich mir was ich heute noch so anstellen könnte.