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In "Hallo Geschwisterkind" kommen 56 Familien zu Wort. Sie alle haben dieselben Fragen zur Zeit rund um die Ankunft eines weiteren Kindes beantwortet. Ihre vielfältigen Antworten, welche alle in diesem Buch abgedruckt wurden, dokumentieren die unterschiedlichsten Familiensituationen und Geschwisterkonstellationen. Sie beschreiben herzerwärmend und ehrlich die emotionale Phase, in der ein neues Mitglied zur Familie stösst. Sie beleuchten Höhenflüge und Herausforderungen, Glücksgefühle und Sorgen, Freude und Leid auf dem Weg als wachsende Familie. Entstanden ist dabei ein grosser Schatz an authentischen Erfahrungsberichten, welche viele wertvolle Inputs für Eltern transportieren. Es sind alles Familien- und Geschwistergeschichten aus dem echten Leben, die von Karin Handschin gesammelt wurden und darauf warten, andere zu inspirieren und zu ermutigen. Eine bunte Sammlung zum Blättern und Stöbern!
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Seitenzahl: 292
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Gewidmet den 56 Familien, ohne deren ehrliches Erzählen es dieses Buch nicht gäbe.
Karin Handschin lebt mit ihrem Mann und ihren vier Söhnen in der Schweiz. Ihren Beruf als Primarlehrerin hat sie an den Nagel gehängt, um in der Erwachsenbildung Eltern rund um Schwangerschaft, Geburt und im Einleben als (vergrösserte) Familie zu unterstützen. 2015 hat sie «Getragensein» ins Leben gerufen und leitet Geburtsvorbereitung für Paare und Kurse für werdende Geschwister. In Beratungen begleitet sie werdende Eltern und Familien mit Babys und Kleinkindern ganz individuell zu ausgewählten Themen.
Mehr Informationen zu ihrer Arbeit sowie Literatur für Eltern und Kinder rund um das Thema «Geschwister werden» finden sich auf ihrer Homepage:
www.getragensein.ch
www.geschwistersein.ch
Vorwort
Einleitung
Familien mit zwei Kindern
Familien mit drei Kindern
Familien mit vier Kindern
Familien mit fünf Kindern
Glossar
Dank
Vor drei Jahren hatte die Idee in meinem Kopf Form angenommen, ein Buchprojekt zu lancieren, welches sich mit der Vergrösserung einer Familie und der Ankunft von Geschwistern beschäftigt.
Ich erlebte in meiner Tätigkeit als Kursleiterin für Geburtsvorbereitung und auch in meinem privaten Umfeld immer wieder, wie sehr dieses Thema Eltern beschäftigt und Fragen aufwirft. Werde ich das zweite Kind ebenso lieben können, wie das erste? Werde ich allen Kindern genug Aufmerksamkeit schenken können? Wie bereite ich das grössere Kind auf das Geschwister vor? Wie gehe ich mit Eifersucht um? Wie organisieren wir uns als Familie neu und wie findet jedes Mitglied seinen Platz? Fachliteratur zu diesem Thema gibt es auf dem Markt genügend. Es sind wertvolle Ratgeber, die Eltern viel Input an die Hand geben, um sich auf die neue Situation vorzubereiten. Ein weiterer Ratgeber sollte mein Buch also auf keinen Fall werden. Meine Idee war eine ganz andere: Die Eltern selbst sollten zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen rund um das Thema berichten. Diesen grossen Erfahrungsschatz wollte ich möglichst unverändert sammeln und anderen Menschen zugänglich machen.
Um dieses Wissen bereitstellen zu können, brauchte ich natürlich Eltern, die offen und ehrlich aus ihrem Leben erzählen. Und ich wurde fündig! Ohne sie hätte dieses Buchprojekt nicht zustande kommen können, denn selbst wenn ich als vierfache Mutter viele persönliche Erfahrungen in diesem Bereich gemacht habe, wäre es niemals eine solche Vielfalt an unterschiedlichen Erlebnissen geworden, wie sie in diesem Buch zu finden sind. Dank der mitwirkenden Familien ist das Buch zu dem geworden, was es ist. Ihre unterschiedlichsten Geschichten haben mich nicht nur berührt, sondern mir auch viele wertvolle Informationen für meine Arbeit mit werdenden Geschwistern und ihren Eltern geliefert. Mögen andere Familien durch diese Geschichten, welche Emotionen in allen Facetten spiegeln, Erkenntnisse, Inspiration und Ermutigung für ihren eigenen Weg finden!
Die Entstehung dieses Buchprojekts in Zusammenarbeit mit vielen Familien steht schon fast sinnbildlich für das Einleben als (vergrösserte) Familie. Es braucht Zeit. Zeit, die sich im Voraus schwer abschätzen lässt, da verschiedene Menschen am Prozess beteiligt sind.
So war es auch bei diesem Buch, dessen Fertigstellung deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als ich dachte. Es war für mich ein grosses Abenteuer mit Stolpersteinen und Hürden. Zu sehen, wie meine Idee nun Gestalt angenommen hat und bald physisch in meinen Händen liegen wird, macht mich sehr glücklich.
Da die Thematik in diesem Buch zeitlose Aktualität hat, werden die Geschichten darin bestimmt auch später als geplant auf Interesse stossen und andere Familien inspirieren und ermutigen.
Nun wünsche ich allen viel Freude beim Stöbern in dieser kunterbunten Sammlung. Ich selber entdecke auch nach mehrmaligem Durchlesen immer wieder interessante Details und Besonderheiten.
Karin Handschin, August 2019
Ursprünglich hatte ich mir vorgestellt, neben den persönlichen Erlebnissen der Familien einleitend auch einen fachlichen Teil in dieses Buch zu packen. Doch noch während dem Überarbeiten der Texte habe ich diese Idee verworfen. Ich war überwältigt von den Geschichten, die so viele wertvolle Aussagen transportieren, dass ich mich entschieden habe, die Texte der Familien für sich alleine sprechen zu lassen. Jede Geschichte ist einzigartig und enthält ihre besondere Quintessenz. Gleichzeitig lassen sich auch immer wieder Parallelen entdecken. Das macht das Projekt so spannend.
Ich füge hier ausschliesslich ein paar einleitende Erklärungen an:
In diesem Buch kommen 56 Familien zu Wort. Sie alle haben dieselben Fragen beantwortet. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern kamen ein paar wenige zusätzliche Fragen dazu. Ich habe die Form des Fragebogens im Buch bewusst beibehalten. Die Antworten sind bis auf wenige Ausnahmen ungekürzt, weil es fast unmöglich war, die interessanten Aussagen und Erzählungen zu «beschneiden». Deshalb sind die Texte auch so unterschiedlich lang geworden.
Die Familiengrössen gliedern sich in unterschiedliche Kapitel. Am Anfang jedes Kapitels gibt es eine Übersicht der Geschlechterzusammensetzung der Kinder in den einzelnen Familien. So kannst du dich nach Lust und Laune da vertiefen, wo das Bild, die Kinderzahl oder die Geschlechterverteilung dein Interesse weckt und dich anspricht.
Aus Gründen der Privatsphäre wurden die Nachnamen weggelassen. Einige Familien haben auch ihre Vornamen geändert und bei manchen wurde bei der Übersicht der Familienmitglieder ein besonderer Umstand (z. B. eine Behinderung) vermerkt.
Am Schluss des Buches befindet sich ein Glossar mit Worterklärungen. Die entsprechenden Begriffe sind im Text fett gedruckt.
Übrigens habe ich von etlichen an diesem Buchprojekt beteiligten Familien in der Zwischenzeit die Nachricht erhalten, dass erneut ein Baby zu ihnen gestossen sei. Das freut mich ausserordentlich und ich gratuliere auf diesem Weg allen nochmals ganz herzlich! Es wäre natürlich sehr spannend, diese Familien den Fragebogen erneut ausfüllen zu lassen. Einige Antworten wären vermutlich ähnlich, andere bestimmt komplett anders. Geschichten, die das Leben schreibt, wiederholen sich bekanntlich nie genau gleich.
Eine Literaturliste mit Fachbüchern und Kinderbüchern zum Thema «Geschwister werden» finden sich unter www.getragensein.ch oder www.geschwistersein.ch.
Newa & Paul
Sofia Luna & Julian Timo
Frederik & Teresa
Matteo & Elisa
Yannick & Sophie
Sofia & Aaron
Liam & Lea
Neil & Silas
Lavinia & Hermès
Miro & Darian
Seraphin & Aniko
Sophia & Svea
Matilda & Ronja
Mika & Finja
Yannick & Nils
Marino Achille & Valerio Johannes
Lena Jenny & Nelio
Moritz & Yari
Leonie & Melissa
Emma & Milla
Daja Amelie & Amy Sophia
Theo & Henri
Rosa Zaira & Matou Chasper
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Nachdem wir Newa erklärt haben, was es bedeutet (Teilen des Zimmers, Spielkameraden bekommen, grosse Schwester sein) hat sie sich vor allem gefreut.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Newa hat sich neben der Schwangerschaft vor allem für das Mamisein interessiert. Sie spielte während der Schwangerschaft vermehrt mit ihrer Puppe Leila, umsorgte sie, war mit ihr schwanger und gebar sie auch einige Male.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Gegen Ende der Schwangerschaft haben wir öfter mit Newa zusammen den Bauch berührt, für das Baby Lieder gesungen und mit ihm gesprochen. Newa hat mir auch beim Einrichten des Babybettchens geholfen. Das Thema «grosse Schwester sein» haben wir mit Hilfe von zwei Büchern (u. a. «Ich will auch Geschwister haben» von Astrid Lindgren) mit ihr angesprochen.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Am Ende der Schwangerschaft hat Newa begonnen, oft in und um unser Bett herum zu spielen. Es war, als würde sie spüren, dass dieses Bett eine wichtige Rolle einnehmen würde. Das Bett war für sie ein Schiff, auf welchem sich immer wieder neue Geschichten abspielten.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Der Gedanke, einen Menschen ganz nahe begleiten und auch beeinflussen zu dürfen, löst in mir eine unbeschreibliche Mischung aus extremer Freude, Neugierde, Ehrfurcht und Respekt aus. Diese Gefühle waren vor der Geburt unseres zweiten Kindes sehr präsent. Ich konnte mir nicht vorstellen, meine grosse Liebe zu Newa plötzlich zu teilen, bzw. noch einmal im gleichen Ausmass zu spüren. Wir Eltern – insbesondere David – brauchen viel Raum für uns. Daher hatten wir beide Respekt davor, noch mehr eingebunden zu sein und um Freiräume kämpfen zu müssen.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Newa wäre zu ihrer Grossmutter gegangen, welche neben uns ihre nächste Vertrauensperson ist. Das Schicksal wollte es jedoch, dass sie bei den anderen Grosseltern übernachtete, als es bei mir losging, da wir an diesem Abend an ein Fest eingeladen waren.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Paul wurde für mich unter den bestmöglichen Umständen geboren. Der Frühling hatte Einzug gehalten und ich fühlte mich, gemäss meinem Eintrag im Tagebuch, «wie die Natur, völlig bereit zum Empfangen». Am Tag zuvor hatte eine gute Freundin von mir eine Art Vorgeburtsritual mit mir und meinen Freundinnen durchgeführt, ich war also tiefenentspannt. David und ich waren an diesem Tag abends zu einem Fest eingeladen und verbrachten glückliche Stunden als Paar. Newa war aus diesem Grund bei ihren Grosseltern. Am Fest fingen die Wehen an. Gegen Mitternacht fuhren wir ins Geburtshaus in Bäretswil, wo ich mit sehr behutsamer Begleitung der Hebamme am nächsten Morgen um 6 Uhr eine natürliche Geburt im Wasser erleben durfte.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Newa kam am Tag der Geburt am Nachmittag zusammen mit der Grossmutter ins Geburtshaus. Ich kann mich nur daran erinnern, dass sie sehr behutsam, beinahe ehrfürchtig mit Paul umging und dass sie ein Geschenk, welches sie eigens eingepackt hatte, für ihn mitbrachte. Am dritten Tag holten mich David und Newa vom Geburtshaus ab und Newa platzte in diesen ersten Tagen fast vor Stolz als grosse Schwester.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie in den ersten Wochen?
Meine grösste Herausforderung in den ersten Wochen war eine Art Liebeskummer. Das Akzeptieren, dass ich Newa wieder ein Stück mehr loslassen musste. Zu absorbiert war ich mit dem Stillen, als dass ich noch meinen Ansprüchen ihr gegenüber hätte gerecht werden können. Der Kummer war wohl eher einseitig. Newa genoss die Aufmerksamkeit der vielen Freunde um uns herum und gewisse neu gewonnenen Freiheiten von meiner Seite. Sie vermisste mich wohl weniger.
In den ersten Monaten?
Nach Newas erster leichten Enttäuschung in Paul keinen Spielkameraden zu haben, hat sie sich in den ersten Monaten nur sehr selten mit ihm beschäftigt. Erst nach ca. fünf Monaten fing die Annäherung dieser zwei in langsamen Schritten an und ihre Verbundenheit wächst immer noch mit jedem Tag.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Ihre Mutterspiele mit der Puppe Leila hat Newa mit der Geburt noch intensiviert. Sie trug Leila im Tuch, stillte Leila während ich Paul stillte, wickelte sie etc. Zudem blieb unser Bett unser Mittelpunkt: Ich stillte hauptsächlich dort und für Newa blieb das Bett ein Schiff, auf dem sie ihre Rollenspiele spielte und gleichzeitig auch noch Paul in der Hängematte schaukeln konnte. Bis heute kommt ihr beim Thema Stillen das Bett als Schiff in den Sinn.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Für Newa ging der Alltag so ähnlich wie möglich weiter (Spielgruppe, Nachmittag bei der Grossmutter, Abendritual). Am Morgen wurde neu mein Bett zu unserem Treffpunkt und Kuscheln zu zweit, zu dritt oder zu viert stand auf dem Programm. Diese Stunden sind meine schönsten Erinnerungen an die erste Zeit zu viert. Wir nahmen uns generell viel Zeit und schmiedeten wenig Pläne.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Eifersucht war anfänglich kein grosses Thema. Obwohl Newa einmal sagte, sie würde Paul gerne verkaufen und sich eine grössere Schwester kaufen.
Erst als Paul mit zehn Monaten mobil und dadurch aktiv wurde und begann Newa direkt zu konkurrenzieren, kamen Momente der Eifersucht auf. Vor allem wenn Besuch da war, musste Paul nichts tun und war trotzdem süss. Newa fing an um jeden Preis um Aufmerksamkeit zu kämpfen und überschritt dabei oft die Grenzen ihres Gegenübers, indem sie körperlich grob und aufdringlich wurde.
Wir haben als Eltern angefangen, Newa bewusst Zeit alleine mit uns zu geben, bis hin zu Ausflügen, die ihrem Alter entsprechen. Besuchende Freunde haben wir sensibilisiert und sie angehalten, Newa klar ihre persönlichen Grenzen aufzuzeigen. Mit Newas Eintritt in den Kindergarten hat sich die Situation sehr gebessert.
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Sofia hat dies noch nicht so richtig realisiert, da sie erst knapp 1 ½ Jahre alt war.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Der wachsende Bauch war spannend für Sofia. Sie hat ihn auch mal gestreichelt oder eingecremt, wie es der Papi oft gemacht hat. Gegen Ende der Schwangerschaft bekam der Bauch auch mal einen Kuss.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben sehr viel davon gesprochen, dass da ein Geschwisterchen unterwegs ist und bald bei uns sein wird. Wir haben ihr mit einem Buch veranschaulicht, wie das Baby im Bauch wohnt und dann zur Welt kommt. Wir haben Sofia in möglichst viele Vorbereitungen mit einbezogen. Wir haben mit ihr das gemeinsame Kinderzimmer für das Geschwister vorbereitet und zwei Bodys bemalt. Wir haben ihr auch immer wieder erklärt, dass es in unseren Herzen ganz viel Platz für sie und ein weiteres Geschwister hat.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Sofia hatte einige sehr fordernde Phasen (mehr Trotzanfälle). Ob dies jedoch auf die Schwangerschaft zurückzuführen ist oder auf die Entwicklung können wir nicht beantworten. Wahrscheinlch war es eine Mischung aus beidem.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Wir hatten etwas Respekt davor, Sofia weiterhin genügend Aufmerksamkeit schenken zu können. Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dieses Wunder eines Kindes nochmals erleben zu dürfen und dass Sofia grosse Schwester werden darf.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Wir wohnen im selben Haus wie die Eltern von Patrick. Die Eltern kamen in unsere Wohnung und Sofia konnte weiterschlafen.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Julian wurde im Paracelsus Spital in Richterswil spontan geboren.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Sofia kam mit Papi Patrick als erste Besucherin ins Krankenhaus. Ich habe Sofia auf dem Gang abgeholt und wir sind dann zusammen ins Zimmer gegangen. Sie durfte sich dann zu Julian aufs Bett setzen und ihn halten. Sie hat ihn geküsst und sich sehr gefreut.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie in den ersten Wochen?
Das abendliche Zu-Bett-bringen war anfangs sehr anstrengend. Sofia war sehr auf Mami bezogen und brauchte sehr viel Nähe und Einschlafbegleitung. Dies war mit dem Stillen und der eigenen Müdigkeit oftmals etwas schwierig.
In den ersten Monaten?
Kurze Zeitfenster zu finden, in denen man sich als Paar wahrnimmt und sich unterhält.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Sofia durfte bei allen möglichen Dingen mithelfen. Beim Baden, später das erste Mal «Schöppelen» mit Papi, Kinderwagenschieben, Wickeln.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Mit Mami und/oder Papi vor dem zu Bett gehen das Bilderbuch ansehen, anschliessend zusammen singen und beten.
Das Tragen. Sofia durfte weiterhin zu Mami und Papi auf den Rücken. Sie konnte sich jeweils sehr gut bei einem von uns auf dem Rücken beruhigen oder herunterfahren oder einfach eine kurze Kuschelzeit geniessen.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Bei uns war dies überhaupt kein grosses Thema. Wir waren überrascht, wie wenig Eifersucht Sofia zeigte. Zweimal hat sie Julian gebissen. Da war Julian jedoch bereits ca. 4 Monate alt. In beiden Situationen waren wir als Familie gestresst und Sofia sehr müde. Im ersten Moment haben wir sehr verärgert reagiert (wir sind sehr erschrocken). Danach habe wir ihr ruhig erklärt, weshalb sie Julian nicht beissen darf.
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Er war noch zu klein (1,5 Jahre), als wir es ihm erzählt haben. Unterstützend haben wir 2–3 Bilderbücher geguckt, aber wirklich verstanden hat er es erst, als sie auf der Welt war. Jetzt im Nachhinein schaut er manchmal ganz gerne die Bücher an und fragt Dinge dazu.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Nein, nicht sonderlich, ausser vielleicht die Situation mit dem dicken Bauch. Der war interessant für ihn.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben ihm viel davon erzählt, die Bilderbücher geschaut, ihn natürlich den Bauch fühlen lassen. Er durfte ein kleines Geschenk für seine Schwester zur Geburt aussuchen und hat selbst von ihr ein kleines Geschenk erhalten.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Nein, jedenfalls nicht bewusst. Vielleicht wollte er am Ende etwas häufiger wieder auf den Arm und getragen werden, was natürlich sehr anstrengend war und was ich auch nicht immer leisten konnte.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Gefreut haben wir uns vor allem auf das Baby, welches ja wieder ganz neu und anders als das erste Kind sein wird. Und dass der Grosse jetzt ein Geschwister bekommt und später mal nicht alleine im Leben dastehen wird.
Wir hatten besondere Angst auf die Reaktion des Grossen auf sein Geschwisterchen, vor allem in Bezug auf die Rivalität/Eifersucht und wie sich das Familiengefüge neu zusammensetzen wird.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Er durfte zu Oma und Opa, die fast nebenan wohnen und ist dort auch die Nächte geblieben, bis ich aus dem Krankenhaus kam.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Im Krankenhaus als Spontangeburt, recht unkompliziert.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Er durfte am Tag mit Papa zusammen zu Besuch kommen. Erst hat er nur geschaut, dann durfte er sie natürlich auch in den Arm nehmen und halten. Insgesamt waren es kurze Besuche und Momente des Haltens, jedoch tägliche. Er wusste wohl nicht wirklich, was er mit ihr anfangen soll, wenn ich so rückblickend die Fotos betrachte ...
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie in den ersten Wochen?
Wir sind 1 Monat vor der Geburt in unser neues Haus gezogen, d.h. wir mussten uns erst einmal alle akklimatisieren und neu finden. Die ersten Wochen waren anstrengend und sind rasend schnell verflogen. Insgesamt habe ich mich sehr viel besser gefühlt nach dieser Geburt als nach der ersten und man muss ja auch funktionieren, da ja immer noch jemand da ist, der die Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht. Außerdem war mein Mann ziemlich viel geschäftlich unterwegs und ich musste das meiste alleine stemmen.
Zunächst ging es prinzipiell ganz gut, wenn Frederik auch zwischenzeitlich stark auf seine Schwester reagiert hat, mit allen Facetten die es so gibt. Er hat sie beispielsweise mit dem Laufstall auf die Müllkippe fahren wollen, oder in den Keller bringen oder «tot machen». Bei Letzterem bin ich auf viel Unverständnis und Entsetzen von unserer Umgebung gestossen, was ich sehr traurig fand. War es doch ein normaler, wenn auch krasser Ausdruck seiner Gefühle. Das war schon schwierig. Ich habe aber so gut es ging versucht, seine Gefühle zu spiegeln und für ihn zu artikulieren.
In den ersten Monaten?
Nach 2–3 Monaten war es dann vorbei, kommt jedoch selten immer mal wieder vor, vor allem wenn Teresa viel weint und meine Aufmerksamkeit braucht. Allerdings kann Frederik jetzt schon gut äussern, was er möchte und was ihn stört. Dann sprechen wir darüber und ich versuche mehr Zeit für ihn zu generieren.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Frederik durfte immer helfen, sie zu wickeln, später auch zu füttern oder sie umzuziehen bzw. mit ihr zu spielen.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Ich kann nicht sagen, dass wir grossartig etwas geändert haben. Das Einzige vielleicht, dass mein Mann den Grossen jetzt immer ins Bett bringt, wenn er zu Hause ist (das war aber schon vorher der Fall) und ich mich halt um die Kleine kümmere, da sie auch noch gestillt wird.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form und hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Ja, Eifersucht war und ist immer noch das Thema Nr. 1. Wie oben schon beschrieben, möchte er sie wieder zurückschicken oder machen, dass sie wieder geht. Jetzt ärgert er sich häufig, wenn ich mich um sie kümmern muss und fordert genau in diesen Situationen etwas ein, was ich für ihn machen soll. Also insbesondere, wenn ich sie stille oder beim Zubettbringen, wenn mein Mann nicht da ist. Aber auch, wenn ich sie in der Trage hatte und ihn von der Kita abgeholt habe. Ich habe bemerkt, dass es besser ist, sie im Autositz oder Kinderwagen dorthin zu bringen, damit sie nicht so an mir «klebt» und ich sie auch erst mal beiseitestellen kann, um mich ganz ihm zu widmen. Er ist mittlerweile so verständig, dass er abends in seinem Bett abwartet, bis sie schläft und dann gehe ich zu ihm. Wenn das alles nicht funktioniert, dann gehen wir halt alle gemeinsam ins Familienbett. Wir schauen je nach Situation.
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Matteo hat sich sehr auf seinen Bruder gefreut. Er war überzeugt, einen Bruder zu bekommen. Heute freut er sich sehr über seine Schwester.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Matteo hat immer wieder gefragt wie gross das Baby jetzt sei. Er hat immer wieder meinen Bauch gestreichelt und gesagt, dass der Bauch nun immer grösser werde. Das hat ihn sehr beeindruckt.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben viel mit Matteo über die erste Zeit nach der Geburt gesprochen. Dass wir dann etwas weniger Zeit für ihn haben werden, dass Mama für ein paar Tage nicht da sein werde und er auch mal alleine ein Büchlein anschauen könne.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Nein, das hat sich nicht verändert.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Gefreut haben wir uns auf das kleine Wesen im Mamabauch. Wir konnten es kaum erwarten, zu sehen wie sie aussieht. Die Unsicherheit bei mir (Nina) war gross. Ich hatte Angst, keine Zeit mehr für Matteo zu haben.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Ninas Eltern haben Matteo am Tag der Geburt betreut. Danach war sein Papa für ihn da.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Elisa ist im Kantonsspital Schaffhausen per geplantem Kaiserschnitt zur Welt gekommen.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Matteo durfte am Tag der Geburt ins Spital kommen und durfte die schlafende Elisa bestaunen. Es war sehr schön. Wir alleine zu viert.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie mit einem neuen Mitglied in den ersten Wochen?
In den ersten Wochen war für uns die lange Dauer des Stillens eine grosse Herausforderung.
In den ersten Monaten?
In den ersten Monaten war es eine Herausforderung, dass jeder wieder sein Plätzchen innerhalb der Familie finden musste.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Während dem Stillen habe ich Matteo Büchlein vorgelesen, er hat beim Wickeln geholfen und wir gingen viel mit ihm spazieren.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Das Zubettgehen hat sich nicht verändert. Das Ritual mit der Gute-Nacht-Geschichte blieb bestehen.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form und hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Nein, bis heute ist Eifersucht kein Thema bei unseren Kindern.
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Yannick hat zuerst gar nicht reagiert, als wir ihm erzählten, dass wir ein Geschwisterchen erhalten. Erst mit wachsendem Bauch und zunehmendem Alter realisierte er es. Aber ich glaube, einordnen, was da passiert, konnte er noch nicht. Dafür war er noch zu klein.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Yannick wollte mir abends jeweils helfen, den wachsenden Bauch einzucremen. Auch hat er ab und zu den Bauch geküsst.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben Yannick einfach immer wieder erzählt, dass er bald ein Geschwisterchen bekommt, dass es aber jetzt noch in Mamas Bauch wohnt.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Yannick war schon immer ein Papi-Kind und mir scheint, dies wurde es in der Schwangerschaft immer stärker. Gerade als mein Mann über Weihnachten/Neujahr zuhause und Yannick krank war merkte man es extrem. Er fragte ständig nach seinem Papa und wollte nur ihn.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Besonders gefreut habe ich mich auf die erste magische Zeit mit unserem neuen Baby. Mein Mann hat sich vier Wochen Urlaub genommen. Das war Gold wert, damit wir uns als nun vierköpfige Familie einleben und dass sich alles einpendeln konnte. Ich hatte eine sehr grosse Angst vor der Eifersucht von unserem Grossen und wie ich alles mit zwei kleinen Kindern meistern werde.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Das Gotti (Patentante) von Yannick war auf Abruf. Wäre sie nicht erreichbar gewesen, hätten wir noch ein paar weitere Personen auf Reserve gehabt.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Sophie wurde im Spital in Begleitung einer Beleghebamme spontan geboren.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Einen Tag nach der Geburt hütete meine Mutter unseren Grossen und kam mit ihm vorbei. Leider hat das Timing nicht gut geklappt und ich war unter der Dusche. Yannick hatte jedoch grosse Freude an seinem Bebe und wollte es umarmen und streicheln.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie mit einem neuen Mitglied in den ersten Wochen?
Den Alltag zu viert meistern, Haushalt, stillen, Mittagschlaf von Jannick unter einen Hut zu bekommen.
In den ersten Monaten?
Sophie von der grossen Liebe von ihrem Bruder Yannick zu beschützen. Es kam oft vor, dass Yannick die kleine Schwester biss, haute, sie an den Haaren zog oder sich auf sie drauflegte. Als sie nach etwa drei Monaten anfing sich gerne auf dem Boden oder in der Baby-Wippe aufzuhalten und nicht mehr nur auf meinem Rücken wohnen wollte, wurde dies zu einer grossen Herausforderung.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Wir fragen ihn oft, ob er beim Anziehen, Windelwechsel etc. dabei sein möchte. Auch hat er eine Puppentragehilfe bekommen, damit er seine Puppe ebenfalls tragen kann.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Er wird immer noch in den Schlaf begleitet. Es uns sehr wichtig, dass er dies noch bekommt, solange er es braucht. Auch haben wir versucht seinen Rhythmus beizubehalten.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form und hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Eifersucht ist ein grosses Thema bei Yannick. Vorallem wenn er zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Wir versuchen dann jeweils bewusst mit ihm zu spielen und mit Sophie nur nebenher zu spielen. Auch haut und beisst er sie oft oder legt sich auf sie. Wir versuchen ihn jeweils aus der Situation zu nehmen.
Als Sophie noch sehr klein war, war Eifersucht noch weniger Thema. Je älter sie wird, umso grösser wird das Thema.
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Das wissen wir gar nicht mehr so richtig. Vermutlich, weil Sofia gar nicht reagiert hat, bzw. es nicht verstanden hat. Erst mit der Zeit hat sie gesagt, dass sie grosse Schwester wird, aber vermutlich, weil sie das x-mal gehört hat.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Zu Beginn war kein Interesse da. Erst gegen Ende, hat Sofia den Bauch manchmal gestreichelt. Einmal durfte sie mit der Hebamme die Herztöne abhören, das war für sie der Hit.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben ganz oft zusammen das Buch «Hallo, kleiner Bruder» angeschaut. Sofia durfte beim Einrichten der Babysachen mithelfen. Wir haben von Anfang an ein Kinderbett zu Sofia ins Zimmer gestellt und sie hat sich sehr gefreut, ihr Zimmer mit ihrem Bruder teilen zu dürfen.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Das Interesse hat zugenommen. Sie wurde auch aufgeregter, weil sie unsere Aufregung spürte.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Wir haben uns eigentlich fast nur gefreut. Ängste waren ein paar da betreffend Alltagorganisation und Schlafmangel. Und da es nun schon 3 Jahre her ist, haben wir vermutlich auch viele Sorgen vergessen.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Für uns war von Anfang an klar, dass es wenn immer möglich eine ambulante Geburt gibt. Für die Zeit der Geburt war die Oma einsatzbereit.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Aaron wurde ambulant im Spital durch eine natürliche Geburt geboren.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwisters mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Sofia durfte ihren Bruder im Spital abholen kommen. Sie hat ihm einen Nuggi als Geschenk mitgebracht. Er hat den Nuggi sofort genommen und Sofia durfte Aaron schon im Spital ganz lange halten.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie mit einem neuen Mitglied in den ersten Wochen?
Eigentlich hatten wir einen sehr entspannten Start. Aaron hat aber nicht so zugenommen wie er sollte, und es war herausfordernd, auf das Bauchgefühl zu hören und sich nicht von den Fachpersonen verunsichern zu lassen. Ausserdem erkrankte Aaron nach drei Wochen schwer und musste für drei Wochen hospitalisiert werden. Der Spagat zwischen den beiden Kindern verbunden mit den grossen Ängsten war sehr herausfordernd.
In den ersten Monaten?
Als Aaron wieder Zuhause war, durften wir uns als Familie erneut einleben. Sofia hat das sehr gut gemacht und war erneut sehr fürsorglich mit Aaron. Sie hat vermutlich unsere Sorgen gespürt und hat sehr gut mit uns kooperiert. Die grösste Herausforderung war der Umgang mit der Angst. Sobald sich Aaron auch nur ein bisschen anders verhielt als in meinen Augen normal, wurde ich sofort nervös und das steckte die ganze Familie an. Zum Glück ist mit der Zeit das Vertrauen und das Bauchgefühl wieder zurück gekommen. In der Zeit haben wir dann versucht, viel Zeit für Sofia einzuplanen, damit auch sie wieder auftanken konnte.
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Sofia durfte immer bei allem mithelfen. Wickeln, Schoppen zubereiten und geben etc. Sie hat ihn auch ganz oft gehalten.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Eigentlich fast alles. Wir haben von Anfang an versucht, Aaron überall miteinzubeziehen, so dass es für Sofia keine grossen Veränderungen gab.
War Eifersucht bei euch ein grosses Thema? Zu welchem Zeitpunkt, in welchen Situationen und in welcher Form und hat sie sich gezeigt? Wie habt ihr darauf reagiert?
Eifersucht war eigentlich nie ein Thema. Selbst dann nicht, als Sofia immer wieder auf Mama oder Papa verzichten musste, weil sie im Spital bei Aaron waren. Wir haben aber auch immer akzeptiert, wenn Sofia ihren Bruder mal blöd oder anstrengend fand.
Wie hat sich die Geschwisterbeziehung in den letzten Jahren entwickelt?
Sie haben ein ganz wunderbares Verhältnis mit normalem Geschwisterstreit, aber viel gegenseitigem Vertrauen und Unterstützung. Sie sagen beide selber: wir sind ein gutes Team.
Namen geändert
Wohnland: Schweiz
Wie hat euer Kind reagiert, als ihr ihm erzählt habt, dass ein Geschwister unterwegs ist?
Er hat sich sehr gefreut.
Hat das Kind Interesse an der Schwangerschaft gezeigt?
Ja, immer wieder hat er den Bauch geküsst und gestreichelt.
Auf welche Weise habt ihr euer Kind auf die Ankunft des Babys vorbereitet?
Wir haben Geburtsvideos in Youtube geschaut, da eine Hausgeburt geplant war und haben das super Buch «Ein Baby in unserer Mitte» immer wieder angeschaut.
Hat sich das Verhalten des Kindes im Laufe der Schwangerschaft verändert?
Nein.
Worauf habt ihr Eltern euch während der Schwangerschaft im Hinblick auf die Vergrösserung der Familie besonders gefreut? Welches waren eure Ängste?
Nur Freude, dass die Familie grösser wird. Keine Ängste.
Wie habt ihr die Betreuungssituation des grossen Geschwisters während der Geburt organisiert?
Er war per Zufall bei den Grosseltern in dieser Nacht.
Wo und unter welchen Umständen wurde das jüngere Kind geboren?
Bei uns zu Hause mit einer Hebamme, jedoch komplett selbstbestimmt.
Wie habt ihr die erste Begegnung des älteren Geschwister mit dem Baby gestaltet? Wie hat das ältere Geschwister reagiert?
Er kam rein und hat sich so gefreut. Er hat sie geküsst, gehalten, gestreichelt.
Welches waren eure grössten Herausforderungen als Familie mit einem neuen Mitglied in den ersten Wochen?
Für mich war es herausfordernd, das Baby anzunehmen, da es die Zeit mit meinem Grossen «geklaut» hat. Dies hat mich lange begleitet und ich hatte Mühe.
In den ersten Monaten?
Gleiches Thema bis ca. 6 Monate
Wie habt ihr das ältere Geschwister in den veränderten Alltag mit einem Baby einbezogen?
Er durfte überall und alles helfen was er wollte.
Welche Rituale habt ihr beibehalten?
Einschlafbegleitung, Mama-Zeit, Mutter-Kind-Turnen
