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Lebendig, behutsam sowie interessant nimmt Sie dieses Buch auf eine ungewöhnliche und sehr persönliche Reise mit. Authentisch, mit vielen Informationen, schildert die Autorin Meggi Erwig ihren Weg vom einstigen Existenzkampf in die Glückseligkeit eines fantastischen Lebens. Ob Sie es glauben oder nicht, alles geschieht aus Liebe, behauptet die Autorin und ist davon überzeugt, dass Sie alles haben und sein dürfen, was Sie sich (liebevoll) wünschen. Praktisch und lebensnah konfrontiert der Inhalt seinen Leser mit Themen zum physischen sowie universellen Dasein und erläutert mit vielen Beispielen, wie sich unter anderem Emotionen als eine Art Navigationsgerät nutzen lassen. Die wahrheitsgetreuen Erkenntnisse eines intensiven Lebens machen diese Literatur zu einem ausgereiften, praktischen Ratgeber auf dem Weg in ein traumhaftes Glück.
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Seitenzahl: 233
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Vorwort
Danke
Hinweise zum Thema »Glauben« und dem religiösen Begriff »Gott«
So ist das Leben
Jeder physische Anfang hat ein physisches Ende
Mein Körper, meine Seele und ich
Die Sache mit dem universellen Geist
Das Navigationsgerät des Lebens heißt Emotion
Verstand und Vernunft sind die Werkzeuge
Eine Marionette menschlicher Konditionierung
Konkurrenzdenken und Schuldzuweisung trennen den Menschen vom Hier und Jetzt
Die vier universellen Gesetze
Das unendliche liebevolle Universum
Wiederkehrende Informationen führen zum Glauben, der Berge versetzt.
Mein Dasein liegt in meiner Verantwortung
Versöhnung mit dem eigenen Leben führt zur Harmonie
Der Fokus richtet sich auf das eigene Leben
Magie umgibt dich, wo immer Du bist
Nachwort
Literatur
»Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.«
Albert Einstein
(1879–1955)
Dem Ego wird es weder mit Verstand, noch Vernunft gelingen, alles SEIN im Universum als Einheit zu erkennen, geschweige denn, die Einheit zu begreifen.
Aber das Herz weist den Weg zur überströmenden Liebe, Glückseligkeit und Vollkommenheit.
Widmung
Dieses Buch widme ich allen Menschen, die zwischen Zweifeln und Glauben die Urkraft ihrer Seele spüren und nach Antworten suchen.
Wir Menschen sollten lernen, in unserer dreidimensionalen körperlichen Welt die uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge, Gedanken, Verstand und Emotionen korrekt einzusetzen.
Dieses physische Studium mag uns vielleicht zu materiellem Reichtum, körperlicher Gesundheit und seelischem Wohlbefinden führen, doch die wachsende Verbindung zum universellen Geist transformiert uns zu einer unendliche Liebe.
Wir werden ankommen, sobald wir begreifen, dass alles aus Liebe geschieht.
Meggi Erwig
»Die Welt gehört dem, der in ihr mit Heiterkeit und nach hohen Zielen wandert.«
Emerson
(1803–1882)
Bevor ich zu schreiben beginne, möchte ich mich aus tiefstem Herzen bedanken. Allein die Tatsache, in dieser Welt dabei sein zu dürfen, beweist mir, vom universellen Geist gewollt und angenommen zu sein. Dieses intensive Gefühl der Dankbarkeit möchte ich allen Zeitgenossen weitergeben.
Vielleicht ist es für Sie völlig normal, morgens ihr Geld einzustecken, zum Bäcker zu fahren, um dort ihre Brötchen zu kaufen. Die Verkäuferin packt sie Ihnen ein, rechnet ab, und Sie sagen vielleicht »danke«.
Spüren Sie wirklich den Dank? Spüren Sie den Dank dafür, dass ein Mensch für Sie gesät und geerntet hat, dass ein Mensch für Sie das Korn gemahlen hat, dass ein Mensch für Sie das Mehl zu Brötchen verarbeitet hat, dass ein Mensch die Brötchen für Sie in Ihre Nähe transportiert hat und dass die nette Verkäuferin vor Ihnen sich die Zeit nimmt, um Ihnen die Brötchen zu verkaufen? Rechnen Sie mal die Arbeitsleistung zusammen, die Sie für die Münzen oder Scheine, die Sie geben, erhalten.
Wenn Sie an innerem Reichtum gewinnen möchten, der sich im Äußeren zeigen soll, lernen Sie großzügig zu werden. Verschwenden Sie Ihren inneren Reichtum an Anerkennung und Liebe. Das ist das Gesetz des Gebens und Nehmens.
Vielleicht denken Sie, jeder Landwirt, Bäcker, Verkäufer hätten es für sich selber getan, um Geld zu verdienen. Das mag so sein. Da beginnt die Wechselwirkung im Geben und Nehmen. Ein Bäcker, der nicht dankbar für seine Kunden ist, wird bald keine Kunden mehr haben. Und Kunden, die nicht dankbar für all die Leistungen sind, die sie erhalten, werden bald kaum noch das Geld haben, um kaufen zu können.
Wenn Sie Ihr Leben verändern möchten, beginnen Sie, dankbar zu sein, denn nichts, was Sie umgibt, ist selbstverständlich. Wenn Sie ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit entwickeln, wird sich Ihr Leben auf wirklich magische Weise verändern.
Natürlich weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schnell man über das Thema Dankbarkeit hinwegschaut. Jahrelang habe ich nichts anderes getan, als das Leben, mein Heim, meine Familie, mein Geld für selbstverständlich zu halten. Dass man sich natürlich regelmäßig für dieses oder jenes bedankt, wusste ich allein durch meine – gute – Kinderstube.
Entsprechend habe ich mich auch stets für alles und jedes bedankt. Nur empfunden, wirklich empfunden habe ich Dankbarkeit so gut wie nie. Wissen Sie, wie sich tief empfundene Dankbarkeit anfühlt? Wie Liebe. Wirkliche Dankbarkeit ist so stark, dass Sie gar nichts anderes beginnen können, als zuvor dankbar zu sein für alles, was Sie beginnen.
Tausendmal habe ich überlegt, meine Danksagungen an den Schluss des Buches zu stellen. Aber mein Herz hat sich geweigert. Ich konnte nicht zu schreiben beginnen, ohne zuvor meine tief empfundene Dankbarkeit auszudrücken gegenüber all jenen lieben Menschen, die mich durch mein Leben begleitet haben.
Meine heutige Sichtweise auf das Leben ist eine Faszination, die unbeschreiblich ist. Denn diese tief empfundene Liebe zum Leben, die ich erfahren durfte, wünsche ich allen Menschen. Aus diesem Grunde schreibe ich und teile einige Episoden meines Lebens mit Ihnen als Beispiel, wie verwirrend unser dreidimensionales Leben sein kann. Würden wir Menschen mit dem Universellen im Einklang leben, könnten wir alles haben, was wir begehren. Dennoch verschließen wir uns der leitenden Kraft immer wieder.
Wenn wir begreifen, dass wir nicht das egozentrische Ich sind, welches wir spüren, sondern Werkzeug einer unendlichen Macht, erfüllt sich das Leben mit unendlicher Liebe, Vertrauen und Zuversicht. Wir dürfen wirklich alles haben, was wir uns wünschen. Warum begreifen wir das einfach nicht und kämpfen ständig gegen das Universelle an?
Begleiten Sie mich durch einige Stationen und Erkenntnisse meines Lebens. Vielleicht kann mein Weg eine von vielen Inspirationen für Sie sein, mit dem Universellen in absolute Harmonie zu kommen, um ihm jeden Morgen freudestrahlend zuzurufen: »Hallo, Universum, hier bin ich!«
Essenz:
Danke ist nicht nur ein Wort. Dankbarkeit ist ein Gefühl der Liebe
Es ist nicht selbstverständlich, in dieser Welt dabei sein zu dürfen.
Dankbarkeit für das, was bereits vorhanden ist, ist der Wegbereiter zum ultimativen Glück.
Das dreidimensionale Leben ist verwirrend und erfordert Aufmerksamkeit.
Im Schatten des Konsums verliert sich der Blick für das Wesentliche im Geben und Nehmen.
Anerkennung und Dankbarkeit großzügig zu verschenken, ist der sicherste Weg zu innerem und äußerem Reichtum.
Im Einklang mit der universellen Kraft erhalten wir alles, was wir uns wünschen.
Menschen sind die Werkzeuge einer großen, universellen, schöpferisch-liebevollen Macht.
Kernaussage
Wahrhafte Dankbarkeit ist ein tiefgründiges Glücksempfinden, in dieser Welt dabei sein zu dürfen. Die Erkenntnis, das Geben und Nehmen in gegenseitiger Anerkennung die Seelen zu einem Ganzen verbindet, bildet die Basis. Aus diesem »Geben und Nehmen« erwächst eine vertrauensbildende Verbundenheit zwischen dem individuellen Menschen mit dem universellen Schöpfergeist.
»Nur freie Menschen sind einander wahrhaft dankbar.«
Spinoza (1632–1677)
Aus vorgenannten Gründen sage ich Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin, meinen tief empfundenen Dank, weil Sie diesem Buch eine Chance geben, Sie zu inspirieren.
Danke sage ich meiner Mutter Mathilde, die mich nicht nur geboren, sondern ein langes Leben liebevoll begleitet hat. Ihre Liebe, aber auch ihre Sorgen und Ängste waren für mich die größte Herausforderung und das größte Studium meines Lebens. Besonderen Respekt zolle ich ihr für ihren Mut, sich dem Leben zu stellen – bis ins höchste Alter.
Danke sage ich meinem Vater August, der mir in seinem kurzen Leben immer ein guter Freund, Kumpel, Vertrauter und liebender Vater war. Sein Humor, seine Liebe zum Leben, sein Singen, sein Spaß und die freie Zeit mit ihm waren für mein Bewusstsein prägend. Sein größtes Geschenk und Erbe an mich, war der Blick für die Schönheit der Welt und die Freude, in ihr leben zu dürfen.
Danke sage ich meinem Bruder Arnold, der mir während unserer Kindheit durch sein Beispiel schon früh gezeigt hat, welche Hürden ich im Leben zu meistern haben werde. Danke sage ich auch für seine brüderliche Liebe, die er für mich empfunden und in Zeiten der Not bewiesen hat.
Danke sage ich Wolfgang, der mich, so glaube ich, aus Liebe geheiratet hat und mit dem mich vier wundervolle Kinder verbinden, auf die wir beide stolz sein können. Auch wenn sich unsere Wege trennten, war die gemeinsame Zeit für jeden von uns wichtig.
Danke sage ich meiner erstgeborenen Tochter Julia, die mir mit ihrer sensiblen Art liebevoll gezeigt hat, wie gut sich Kinder schon im jüngsten Alter selbst erkennen. Ihre wundervolle Fähigkeit, die Welt ebenso emotional wie absolut sachlich zu analysieren, erstaunt mich jedes Mal aufs Neue.
Danke sage ich meinem zweitgeborenen Kind, meinem ersten Sohn Tobias, der mich mit seiner tiefen Liebe und Ehrlichkeit immer wieder erstaunte und der mein Leben auf seine ganz besondere Art bereichert hat. Sein Lebensmut erinnert mich an die Kraft, die jeder in sich spüren sollte.
Danke sage ich meinem drittgeborenen Kind, meiner Tochter Veronika, die mit ihrem ganzen Wesen und unserem gemeinsamen Erbe – dem Humor – jeden Tag lebendig werden lässt. Ihre spirituelle Kraft schenkt mir viel Zuversicht für ein Wachstum in unserer Familie.
Danke sage ich meinem viertgeborenen Kind, meinem Sohn Dominik, der mich mit seiner tiefen Liebe, seinem klaren Verstand und seiner Hingabe an die familiäre Verbundenheit oft stützt und aufrechterhält. Sein Bestreben auf dem Weg zur Wahrheit lässt mich Gottes Nähe erkennen.
Danke sage ich meinen Enkeln Jonas, Sara-Jolie und Noah, dass sie als Hoffnungsträger für die Zukunft mit Humor, Liebe und klugem Denkvermögen angetreten sind, die geistig-seelische Entwicklung dieser Welt zu unterstützen.
Danke sage ich Manfred, unserem besten Freund, der mir und meiner Familie tief verbunden ist. Sein Vertrauen, seine Hilfe sind unbeschreibliche Stützen in schwersten Zeiten gewesen und ich bin dankbar, diesen wertvollen Menschen Freund nennen zu dürfen.
Danke sage ich meiner Freundin Andrea, die schon viele Jahre die interessantesten Debatten mit mir durchgefochten hat. Gemeinsam auf einem gleichen Weg zu sein, ist nicht nur schön, sondern verbindend.
Danke sage ich Frau Clara W., die mir seit vielen Jahren beratend zur Seite steht. Ihre Freundlichkeit, sowie Ihre umsichtigen, fachlichen und menschlichen Kompetenzen, weiß ich sehr zu schätzen.
Es mag sein, dass Ihnen einige meiner nachfolgenden Ausführungen recht suspekt vorkommen, denn mein Weltbild hatte sich im Laufe der Jahre stark verändert. Von dem (Kinder-)Glauben einer mir innewohnenden Seele gelangte ich zu der Überzeugung, ein geistiges Wesen zu sein, dessen Spiegelbild sich verselbstständigt hatte. Und erst mit diesem Werdegang begriff ich, warum wir alles haben dürfen, was wir uns in unserem tiefsten Inneren wünschen. Ich erwarte nicht, dass es Ihnen leichtfällt, von sich zu glauben, ein geistiges Wesen zu sein, dem ein Körper zur Verfügung steht. Noch viel weniger würde ich derzeit den Glauben von Ihnen verlangen, dass jeder Mensch Werkzeug eines universellen Geistes ist. Damit wäre unsere gefühlte Personalität aufgehoben.
Aber ich biete Ihnen an, meinen Weg zu absolutem Glück und Wohlergehen zu verfolgen. Das Leben zu genießen, es zu lieben, ist das höchste Glücksgefühl, das ich jemals erlebt habe. Alle Türen stehen Ihnen offen, wenn Sie diesen Zustand erreichen. Sie spüren in dem Moment die unendlich große Verbundenheit mit dem universellen Geist. Und Sie werden von einer Dankbarkeit erfüllt, die Ihnen die Augen für unsere faszinierende Welt öffnet. Laut Markus 11,24 (Bibel) hat Jesus von Nazaret bereits vor mehr als 2.000 Jahren gesagt:
»Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.«
Diese große Lehre und Lebensweisheit, die einige Naturwissenschaftler ebenfalls, mit anderen Worten, propagieren, hätten viele Generationen von Menschen bereits nutzen können. Doch wir sind von unserer dreidimensionalen Welt und unserem Ego-gesteuerten ICH derart überzeugt, dass wir glauben, alles besser zu wissen. Wir verwechseln die Zivilisation, die Sozialisation, das kognitive Denken und unsere eingeschränkten menschlichen Vorstellungen mit den Idealen des universellen Geistes. Dass wir uns durch unsere Vorstellungen vom universellen Geist immer mehr entfernen, scheint uns nicht in den Sinn zu kommen. Im Gegenteil ist unser »vernünftig-erwachsenes« Weltbild derart festgefahren, dass wir unseren Kindern ihre angeborene geistige Macht nehmen, um sie unserer dreidimensionalen, klein-geistigen physischen Welt anzupassen. Wie ist es möglich, dass sich der Mensch vom universellen Schöpfergeist so weit entfernt hat.
Um diese Frage beantworten zu können, werden wir uns in den nächsten Kapiteln mit einigen Themen beschäftigen, die in meinem Leben von Bedeutung waren. Erst als ich verstanden hatte, wie sehr unsere Emotionen durch das Denken beeinflusst werden und dass Verstand und Vernunft ihre ursprünglichen Aufgaben verleugnen, wurde es mir möglich, mein Leben nach meinen Wünschen auszurichten. Emotionen, Gefühle und Gedanken, die ich gerne als eine Art »Navigation« beschreibe, stiften inzwischen reichlich Verwirrung. Der Mensch hat unabhängig der universellen Vorstellung durch verschiedene Sozialisationen und Konditionierungen begonnen, ein Eigenleben zu entwickeln. Dadurch begründet sich, warum Emotionen, Wahrnehmung, Denken und Glauben ihren eigentlichen Nutzwert verloren haben. Bevor wir jedoch all diese Themen beispielhaft durch Episoden meines Lebens zu erhellen versuchen, möchte ich zu dem Thema »Glauben« folgendes klären:
Beim Glauben handelt es sich zum einen um die persönlichen Überzeugungen, auf die wir später noch zu sprechen kommen. Zum anderen dreht es sich um die Fragen nach einer religiösen Einstellung. Besonders die letztgenannte Bedeutung bietet eine gewisse Brisanz, und ich möchte dem Komplex zwei mögliche Zündstoffe entziehen.
Nummer eins betrifft die Tatsache, dass die verschiedenen Religionen sich argwöhnisch mit der Frage beäugen, wer die »richtige« Religion vertrete. Zündstoff Nummer zwei wendet sich an meinen persönlichen Umgang mit dem Begriff »Gott«.
Zu der ersten Frage, welche Religion die richtige sei, möchte ich auf folgendes aufmerksam machen:
Unsere Vorfahren versuchten unter großen Mühen, als Einzelperson oder Kollektiv im Einklang mit der Natur und dem unbeschreiblich Göttlichen zu leben. Viele Menschen studierten die Mythen jahrtausendalter Kulturen, um die Weisheiten der Nachwelt zu erhalten, zu übersetzen und zu lehren. Heute wird Afrika als Wiege der Menschheit, China als Wiege der Weisheit und Ägypten als Wiege der Zivilisation bezeichnet. Die fünf großen, bekannten Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum haben viele alte Überlieferungen, nach sorgfältiger Prüfung aller Vorzeichen, in ihren Schriften niedergelegt und gelehrt. Ob die Lehren immer exakt weitergegeben werden konnten, wie sie im Ursprung gemeint waren oder ob sie über Generationen korrekt ausgelegt wurden, ist ein anderes Thema. Aber ohne diese Überlieferungen könnten wir heute auf nichts zurückgreifen. Sicherlich hat die Historie oft bewiesen, dass die unterschiedlichen religiösen Überzeugungen zu Kriegen und Machtkämpfen führten. Wie fragwürdig die Mittel und Wege dabei waren, sei dahingestellt.
Freuen Sie sich in Dankbarkeit, dass Sie über diese vielen Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Historie verfügen, ohne diese selber durchleben zu müssen. Versuchen Sie die verschiedenen Handlungs- und Auslegungsmotivationen aus der Vogelperspektive zu verstehen. Damit dürften Sie in der Lage sein, die jeweiligen, sozialisationsbedingten Denk- und Auslegungsweisen lang vergangener Zeiten urteilsfrei zu erkennen. Es geht dabei auf keinen Fall um das »Warum« bestimmte Textpassagen auf die eine oder andere Art ausgelegt worden sind, sondern nur um deren überlieferten Inhalt.
Kommunikationsprobleme sind auch in heutiger Zeit nicht unbekannt, denn schon die Doppeldeutigkeit einiger Worte erschwert das Verstehen. (Fliege, Birne, Schlange usw.) Ist es nicht grundsätzlich schwer, Texte, die einem bestimmten (möglicherweise unbekannten) Kontext entnommen wurden, korrekt zu deuten? Viele Sachverständige setzen sich heute mit der Bibel (Jesus), dem Koran (Mohammed) und der Thora (Moses) auseinander, um die Überlieferungen urteilsfrei von der eigenen Sozialisation zu verstehen. Insofern möchte ich davon ausgehen, dass es weder eine richtige, noch falsche Glaubens-Religion gibt. Die Auslegungen vieler Überlieferungen bleibt letztendlich dem Individuum vorbehalten. Denn auf der Suche nach dem persönlichen Lebensglück kann nur das persönliche Verstehen, Erkennen und Begreifen von Bedeutungen sein.
Zum zweiten Thema, wie ich persönlich mit dem Begriff »Gott« umgehe, möchte ich folgendes klären:
Grundlegend können Sie davon ausgehen, dass ich religionsneutral denke, selbst wenn ich, geprägt durch meinen Lebenslauf auf biblische Zitate zurückgreife. Wenn ich im Folgenden den universellen Geist auch Gott nenne, vertrete ich damit keine religiöse Überzeugung. Sollte Sie dieser Ausdruck »Gott« stören, ersetzen Sie ihn durch eine ihnen näherliegende Bezeichnung.
Ich bin mit der katholischen Religion aufgewachsen. Je älter ich wurde, umso mehr setzte ich mich mit den Überlieferungen auseinander. Ich fragte mich, woher wir wissen können, dass die Überlieferungen jeder einzelnen Religion stimmen. Angesichts meiner katholischen Ausrichtung überlegte ich natürlich, ob der katholische Kirchenvater und Gelehrte Hieronymus (347–420) sich nicht in einem Zwiespalt befunden haben könnte, als er die erste Bibel verfasste. Diskussionen um Briefe zwischen Hieronymus und Pabst Damasus I. (366-384) sollen belegen, dass Hieronymus stets auf Differenzen der vorliegenden hebräischen und griechischen Evangelien (Heilsbotschaft) hingewiesen habe.
Insofern bestätigt sich, dass die historischen Texte, Überlieferungen und Übersetzungen ganz sicher keiner Leichtfertigkeit, sondern zeitgemäßen Überzeugungen unterlagen. Die Tatsache, dass Martin Luther (1483-1546) die Kirche durch seine Reformation spaltete, verweist ebenfalls auf die Schwierigkeit, Geschichte ursprungsgemäß durch Worte und Begriffe zu überliefern.
Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass es über die Antike hinaus eine Prähistorie gegeben hat, aus der keine Schriften hinterlassen worden sind. Wissenschaftler haben Unmengen an Forschungen, Zeit, Geld und Beobachtungen geleistet, um uns ein Bild lange vergangener Zeiten zu übermitteln. So scheint es glaubhaft zu sein, dass sich die Menschheit seit mehr als 300.000 Jahren entwickelt hat.
Wie konnte dann ein Physiker wie Albert Einstein (1879-1955) mit seiner Relativitätstheorie die »Zeit« infrage stellen? Zeit scheinen wir doch täglich zu durchleben – und nun behaupten einige moderne Wissenschaftler der Quanten- und Spin-Theorien, dass es Zeit gar nicht gebe.
Es stellt sich doch die Frage, ob alle Informationen immer nur falsch sind. Nein, das glaube ich weder in der Wissenschaft noch in der Religion. Jede Epoche enthüllt Informationen, die in der Summe aller zurückliegenden Informationen plötzlich einen anderen Sinn ergeben, als zu ihrer Zeit. Insofern führt der Informationskomplex, der sich ergänzt und logisch erscheint zu einem glaubhaften Ganzen, selbst wenn gefühlte »Realität« (Zeit) nach neuesten Informationen gar nicht vorhanden ist. Das Zusammenspiel aller Informationen mit dem persönlichen Erfahrungshintergrund ist natürlich von Bedeutung und bringt angesichts sich gleichender Inhalte, unterschiedliche Begriffe hervor (universeller Geist/Gott/Allah …).
Ein jeglicher Erfahrungshintergrund ist vertraut und so ist mir der Begriff »Gott« in dem Zusammenhang mit der universellen Schöpferkraft vertraut. Dennoch liegt es mir fern, durch den Begriff Gott eine Kirche (Gebäude/Organisation) oder Religion (Geschichte) zu favorisieren. Vielleicht hat die Menschheit die Informationen zur Erklärung der universellen, göttlichen Geisteskraft zu sehr mit der Wahrnehmung der eigenen physisch-fühlbaren Welt verwechselt. Dadurch mag sich die Verständigungskluft zwischen Individuum und Universum begründen.
Abschließend möchte ich hierzu noch etwas infrage stellen: Wenn Gott, der universelle Geist, »allem was ist«, nicht nur eine Daseinsberechtigung zugesteht, sondern »alles was ist« sogar durchflutet, muss er allwissend und unipräsent sein. Wie kann der Mensch aus seiner dreidimensionalen Sicht die Welt und alles Geschehen in Gut und Böse teilen und beurteilen. Ist es angemessen, diesen »alles durchflutenden Geist«, angesichts anderer Menschen zu verurteilen? Eine alte Indianerweisheit sagt:
»Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast.«
Diesen Satz habe ich verinnerlicht und stelle regelmäßig fest, dass mich das Leben des anderen nichts anzugehen hat, solange dieser mich nicht in sein Leben einlädt. Es ist interessant, sich auszutauschen, Erfahrungen zu sammeln, im Leben gemeinsam Spaß und Freude zu erfahren. Mit anderen zusammen zu sein kann im gegenseitigen Respekt wunderbar funktionieren. Wer jedoch nicht bereit ist, in den Schuhen des anderen zu laufen, verfügt über keine Kompetenz, ihn zu beurteilen. Sich über das Anderssein zu wundern, ist legitim und verlangt zeitgleich den Respekt vor dem anderen Leben und damit vor den fremden Erfahrungen.
Jeder Mensch IST, vielleicht, weil ihn jemand braucht, wie er ist – ansonsten gäbe es ihn nicht.
Essenz
Die Historie hat uns viele Informationen und Erfahrungen überliefert. Dafür können wir dankbar sein.
Menschen verwechseln oft das zivilisiert-sozialisierte Leben mit dem universellen Dasein.
Gott, der alles durchflutende Geist, gesteht »allem was ist« eine Daseinsberechtigung zu.
Nur im gegenseitigen Respekt kann ein harmonisches Zusammenleben gelingen
Es gibt Tage, Wochen, Monate oder Jahre im Leben, an denen alles so gut läuft, dass Gedanken an Veränderungen gar nicht erst aufkommen können. Doch plötzlich gibt es Phasen, in denen man glaubt, die ganze Welt habe sich einem entgegengestellt oder gar verschworen. Immer sind es die negativ erlebten Zeiten und Umstände, die dazu führen, Veränderungen herbeizusehnen. Schließlich möchte niemand mit negativen Gefühlen durch Sorgen, Ängste und Leid belastet sein. Das Erstaunliche am Leben ist, dass sich bestimmte Themen schleichend wiederholen. Da ist zum Beispiel der nette junge Mann von nebenan, der ständig von seinen Partnerinnen hintergangen und betrogen wird, oder der hilfsbereite Freund, der selber kaum zu Geld kommt. Die universelle Aussage, die hinter den wiederkehrenden, »schicksalhaften« Schiffbrüchen steht, ist: »Warum willst Du Mensch immer etwas anderes, als der universelle Geist?« In meinem Fall habe ich während meines gesamten Lebens jeden Anderen mehr geschätzt als mich selber. Womit ich nicht sagen will, man möge sich für wertvoller halten als andere. Aber dieser Bibelspruch, der besagt, »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst«, spricht deutlich von der Einheit des alles durchflutenden Geistes. Das zu begreifen, wirbelt das menschliche Leben und Denken ziemlich durcheinander.
Wer sich selbst nicht schätzt, kann nicht erwarten, von anderen geschätzt zu werden und trennt sich dadurch selber vom universellen Geist. Im Endergebnis werden wir Menschen wiederholt regelmäßig und konsequent vor unsere eigenen Hürden gestellt.
Diese lauten: »Ich, der universelle Geist, möchte mit Dir das Paradies erleben – aber wenn Du erst noch einmal fallen möchtest, falle. Vielleicht kommst Du nach dem nächsten Fall mit ins Paradies.« Dieses Fallen hat sehr viele Gesichter und reicht vom betrogen und belogen werden über Diskriminierung bis hin zur Vereinsamung. Irgendwann fragen sich Betroffene, warum ihnen ständig das Gleiche passiert. Dabei stellen sie zunächst nicht fest, dass der gleiche Fall, belogen, betrogen oder diskriminiert zu werden, von Situation zu Situation immer heftiger wird. Erst wenn die erste Leidensgrenze erreicht ist, folgt die Erklärung: »Das passiert mir ständig, aber diesmal war es wirklich der Höhepunkt.« Infolge dieser Erkenntnis nimmt man sich vor, sein Leben grundlegend zu verändern. Möglicherweise erfolgen therapeutische Maßnahmen, in denen alte Gefühle aufgerollt und neu durchlebt werden. Die Absicht ist, diese Gefühle in Wut zu verwandeln, um sie anschließend für immer eliminieren zu können. In dem Glauben einer perfekt gelungenen Gefühlsbearbeitung erlebt der eine oder andere vielleicht einige Erfolge und freut sich über das vermeintlich neue Leben. Die eigene Lebenszeit wird neu strukturiert, um neben der Arbeit seine Freizeit effektiv zu erleben. Freundschaften werden aufgefrischt, und man berichtet aller Welt von dem endlich erreichten eigenen.
Doch das Universum lässt sich nicht betrügen und eliminiert keine (Gefühls-)Energie. Während der Mensch unbewusst und leicht zerknirscht die tiefe Enttäuschung fühlt »schade, warum nicht heute«, zwingt er sich zum positiven Denken und spricht: »Wenn nicht heute, dann morgen«. Aber der universelle Geist hat das Knirschen im Untergrund schon längst erkannt und antwortet: »So positiv kannst Du gar nicht denken, dass ich Dein Knirschen nicht finde.« Plötzlich stellen sich andere Situationen ein, in denen sich der Betroffene betrogen, belogen, hintergangen oder minderwertig fühlt. Der Reigen misslicher Umstände beginnt, trotz positiven Denkens langsam, aber sicher von neuem, bis man glaubt, einem bestimmten »SO BIN ICH EBEN« nicht entrinnen zu können.
Die Frage nach dem »Warum bin ich so« verleitet zur Suche nach einem Schuldigen, denn angesichts seiner Geburt als unschuldiges Kind muss es einen Schuldigen geben. Und wenn sich niemand findet, müssen spätestens die Eltern, Verwandten oder Lehrer als Schuldträger für das verkorkste Leben herhalten, wenn nicht gar ein mögliches schweres Vorleben. Aber welche Eltern würden ihrem hilfsbereiten Kind wünschen, im Erwachsenenleben nur ausgenutzt zu werden? Können sich Eltern hochbegabter Schüler vorstellen, dass diese später vor immer gleichen emotionalen Eheproblemen stehen? Sind Eltern wirklich in der Lage, ihre Kinder bewusst zu diskriminieren, mit dem Wunsch, sie klein zu kriegen?
Diese Beispiele bedeuten nun nicht, dass hilfsbereite Kinder immer ausgenutzt würden und Hochbegabte emotionale Schwierigkeiten hätten. Ebenso wenig entspringen Minderwertigkeitsgefühle nicht grundsätzlich der Erziehung. Die menschliche Seele ist seit Jahrtausenden bemüht, sich von einer Ur-Angst zu befreien. Das Leben ist viel zu facettenreich, um es auf einen so kurzen Nenner bringen zu können. Alle in diesem Buch aufgeführten Beispiele, darauf möchte ich explizit hinweisen, entstammen einem breiten Spektrum an Möglichkeiten und sollten niemals als das Nonplusultra gesehen werden. Immerhin gibt es ebenso Menschen, die sich cool und gelassen fühlen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und ohne Gefühlschaos ihren Weg gehen. Doch auch ein solcher Lebensweg verläuft nicht immer glatt. Möglicherweise stellt sich in einem solchen Leben die wiederkehrende Frage, warum man es andauernd nur mit Idioten zu tun hat. Interessant wäre, jeden einzelnen Fall individuell zu betrachten. Wahrscheinlich würden die Betroffenen feststellen, dass sich die bekämpft geglaubten Probleme in ihrer Heftigkeit zunehmend steigern.
Erst stolpert man über einen Gedanken, dann über ein Wort, anschließend über einen Stein, später über einen Findling, um schließlich vor einem Berg zu stehen. Die Situationen, vom Stein bis zum Berg, mögen sich ändern, doch das Stolpern bleibt. Irgendwann stellt sich die Frage, wie man der grundsätzlichen Problematik »Stolpern« entkommen könne. Nachdem jede mögliche Therapie oder das klare Erkennen und Abwehren von »Idioten« erfolglos geblieben ist, steht man ohne Rezept da.
Spätestens ab der zweiten Leidensgrenze reduziert sich der Fokus auf die Betrachtung des eigenen Lebens und der eigenen Person – mit dem Ziel, die Welt um sich herum mit Lebensqualität und Glück zu erfüllen. Manch einem wird es gelingen, die innere Ruhe zu erreichen. Wie in einem Rausch schwelgt er oder sie in einem spirituellen Glückszustand, ohne weitere Wünsche zu empfinden. Tauchen dennoch unerreichbar erscheinende Wünsche auf, wird der Rettungsanker vernunftbezogenen Denkens gezogen.
Es erscheint in diesem Moment sinnvoller, sich auf die eigene, wertvollere Spiritualität zu konzentrieren, anstatt auf die vielen materiellen (unerreichbaren) Wünsche des irdischen Lebens. In der festen Überzeugung, die eine oder andere Wunscherfüllung doch nicht zu bekommen, taucht die Erkenntnis auf: »Wozu braucht der Mensch den schnöden Mammut Geld?« Und so bestellt man sich vernunftbegabt lieber einen Heiligenschein, anstatt dem universellen Impuls irdischer Freuden zu frönen. Doch alles hat zwei Seiten. Deshalb stellt sich andererseits bei einigen Menschen die berechtigte Frage, warum der Nachbar in Wohlstand lebt, während das eigene Leben begrenzt ist. Auf dieser Suche nach dem Lebensglück entscheidet sich der eine für die Börsenspekulation, während der andere – sich suchend – in Meditationsübungen, Yoga oder andere Künste aufgeht. Egal, wie man es macht und welche der vielen berechtigten Techniken angewandt werden: Die Suche nach dem Lebensglück treibt jeden Menschen an. Noch während der Mensch sein persönliches Lebensglück sucht, bleibt der universelle Geist völlig unbeeindruckt konsequent und schickt weiterhin die altbekannten Probleme in Form von Beziehungs-, Wohnungs-, Arbeits-, Gesundheits- oder Finanzstress. Selbst wenn in einem fast perfekt erscheinenden Leben keine Stressfaktoren zu nennen sind, gibt es immer irgendwelche Probleme, die zu negativen Gefühlen führen. Sei es nun der verlorene Zehn-Euro-Schein, die kurzfristige Absage der Freundin zum Tanzabend, die Versetzung in eine absolut unangenehme Abteilung, die unverschämte E-Mail oder die 5 in Mathe, die der Sohn nach Hause gebracht hat.
Neben diversen kleinen oder großen Konkurrenzstreitigkeiten bleibt die Suche nach dem Glück und einem erfüllten Leben lebendig, denn es ist kein Geheimnis, dass Glücksgefühle das Leben bereichern und Angst die Kehle zuschnürt. Mit diesem Denken sind wir Menschen mit dem Universellen d`accord. Und während der universelle Geist tief in uns nach unbegrenzten Glücksgefühlen forscht, die er am liebsten dreifach beantworten möchte, erklärt der Mensch hingebungsvoll begrenzend: »Ich freue mich, dass ich zufrieden sein kann.« Die tragische begrenzende Emotion im Untergrund, diese ängstliche Furcht, das Glück könne vergehen, erkennt der Mensch nicht. Macht ja nichts. Das Universum wird uns immer und immer wieder darauf aufmerksam machen, wie begrenzt wir leben. Bis wir es gelernt haben, dankbar und glücklich unsere tiefgreifenden, unbegrenzten Wünsche zu erkennen, zu träumen und zu leben. In der Zwischenzeit verteilt das Universum das Ticket »Spaß am Leben« an alle diejenigen, die aus tiefstem, freudestrahlenden Herzen rufen: »Hallo Universum, hier bin ich!«.
