Haltung gut, alles gut - Dr. med. Michael Lehnert - E-Book

Haltung gut, alles gut E-Book

Dr. med. Michael Lehnert

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Beschreibung

Schluss mit Schmerzen! Handy in der Hand, stundenlanges Sitzen im Büro, ständig unter Strom – unser moderner Lebensstil überfordert den Körper. Die Folge: Schmerzen, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen. Wie wir heute leben, macht uns krank. Dr. med. Michael Lehnert, renommierter Orthopäde und SPIEGEL-Bestsellerautor, zeigt, wie Sie die Warnsignale Ihres Körpers frühzeitig erkennen – und gezielt gegensteuern, ohne in die Steinzeit zurückzufallen. Droht ein Handynacken? Steckt hinter den Schmerzen ein Bandscheibenvorfall – oder doch das sogenannte Birnenmuskel-Syndrom? Und was verrät die Atmung über Ihren Gesundheitszustand? Mit zahlreichen Selbsttests und den besten Übungen zur Selbsthilfe – für Gesundheit und Schmerzfreiheit bis ins hohe Alter. Lindern Sie Beschwerden. Schützen Sie Muskeln, Sehnen und Gelenke. Holen Sie sich Ihre Beweglichkeit zurück.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 153

Veröffentlichungsjahr: 2025

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IMPRESSUM

 

eBook: © 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Grillparzerstraße 8, 81675 München

 

GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG (»Text und Data Mining«) zu gewinnen, ist untersagt.

 

www.gu.de/kontakt | [email protected]

 

ISBN 978-3-8338-9859-4

1. Auflage 2025

 

GuU 8-9859 07_2025_01

 

DIE BÜCHERMENSCHEN HINTER »HALTUNG GUT, ALLES GUT«

Verlagsleitung: Eva Dotterweich

Projektleitung: Stella Schossow

Lektorat: Ulrike Geist

Covergestaltung: zero-media.net, München

eBook-Herstellung: Teresa Klocker

 

BILDNACHWEIS

Illustrationen: GU/Pia Bublies

Fotos: GU/Tom Wagner

Syndication: Bildagentur Image Professionals GmbH, Tumblingerstr. 32, 80337 München, www.imageprofessionals.com

 

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WARUM UNS DAS BUCH BEGEISTERT

Smartphone & Co. dürfen bleiben, der Schmerz geht – und das funktioniert! Wir selbst haben es in der Hand.

Eva Dotterweich, Verlagsleitung

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

 

wie wunderbar, dass du dich für ein Buch von GU entschieden hast! In unserem Verlag dreht sich alles darum, dir mit gutem Rat dein Leben schöner, erfüllter und einfacher zu machen. Unsere Autorinnen und Autoren sind echte Expertinnen und Experten auf ihren Gebieten, die ihr Wissen mit viel Leidenschaft mit dir teilen. Und unsere erfahrenen Redakteurinnen und Redakteure stecken viel Liebe und Sorgfalt in jedes Buch, um dir ein Leseerlebnis zu bieten, das wirklich besonders ist. Qualität steht bei uns schon seit jeher an erster Stelle – jedes Buch ist von Büchermenschen für Buchbegeisterte gemacht, mit dem Ziel, dein neues Lieblingsbuch zu werden. Deine Meinung ist uns wichtig, und wir freuen uns sehr über dein Feedback und deine Empfehlungen – sei es im Freundeskreis oder online. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken! P.S. Hier noch mehr GU-Bücher entdecken: www.gu.de

Zum Autor

Dr. Michael Lehnert ist Facharzt für Orthopädie mit den Schwerpunkten Handchirurgie und Sportmedizin. Er arbeitet als niedergelassener Orthopäde in Berlin. Mit seinem Wissen, seiner Erfahrung und innovativen Behandlungsmethoden gelingt es Dr. Lehnert immer wieder, seinen Patienten und Patientinnen mehr Lebensqualität zu verschaffen.

 

Weitere Bücher des Autors:

Hände gut, alles gut

 

Besuchen Sie Dr. Michael Lehnert auf:

@drlehnert

WICHTIGER HINWEIS

Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbstverantwortlich. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

» DIE GUTE NACHRICHT GLEICH VORWEG:

Fast alle Beschwerden, über die wir in diesem Buch

sprechen, lassen sich lindern – viele sogar ganz vermeiden!

.Ich zeige Ihnen, wie Sie mit Smartphone & Co

wirklich smart umgehen – ohne dass Muskeln

und Sehnen leiden.

.Wir werfen einen genauen Blick auf das Zwerchfell – ein unterschätzter Muskel, der unter Stress zum

echten Gesundheitsproblem werden kann.

.Sie erfahren, wie Sie Ihre Gelenke nicht nur entlasten, sondern mit minimalem Aufwand gezielt stärken.

.Wir sprechen über die Risiken, die nicht nur falsches Sitzen, sondern auch falsches Gehen und Laufen mit sich bringen – und warum übertriebener Ehrgeiz beim Sport oft mehr schadet als nützt.

.Ich helfe Ihnen, Ihren Bewegungsradius spürbar zu erweitern – mit einfachen, effektiven Übungen,

die sich mühelos in den Alltag integrieren lassen.

.Und wir reden über Longevity – denn ein langes, gesundes Leben beginnt mit einem belastbaren,

starken Körper.

All das – und vieles mehr – erfahren Sie in diesem Buch. «

DR. MED. MICHAEL LEHNERT

EIN WORT VORAB

Den modernen Menschen, das haben Forscher vor einiger Zeit herausgefunden, gibt es seit rund 230 000 Jahren. Ob wir angesichts dieses stattlichen Alters wirklich den Begriff »modern« verwenden sollten, sei hier erst einmal dahingestellt.

Eines der ältesten entdeckten Zeugnisse des Homo sapiens, wenn Sie also so wollen, einer unserer direkten Vorfahren, ist Kibish Omo I. Seine Überreste wurden 1967 in Äthiopien gefunden. Allerdings waren sich die Wissenschaftler bei der Taxierung des genauen Alters von Kibish Omo I. uneinig und gehen deshalb, was seinen Geburtstag betrifft, von einer Fehlerquote von rund 22 000 Jahren aus.

Für uns Menschen sind 22 000 Jahre gemäß der heutigen durchschnittlichen Lebenserwartung von grob 80 Jahren (bei Männern liegt sie etwas darunter, bei Frauen etwas darüber) immerhin 275 aufeinanderfolgende Leben. Aber was sind vor dem Hintergrund der Evolution, vor dem Hintergrund, dass der moderne Mensch seit rund 230 000 Jahren diese Erde bevölkert, schon 22 000 Jahre …?

Anpassung braucht Zeit

Warum erzähle ich Ihnen das? Ich bin schließlich kein Mathematiker und auch kein Archäologe, sondern Arzt. Meine Patienten zerfallen nicht zu Staub und sind auch nur in Ausnahmefällen mumiengleich. Der Gedanke, der mich für dieses Buch umtreibt, ist folgender: Der Mensch hatte, und das zeigen die archäologischen Forschungen, sehr viel Zeit, um sich an das heutige Leben zu gewöhnen. Wann immer sich die Umstände wandelten, passte er sich seiner Umgebung an, um weiterhin möglichst sorgen- und schadenfrei, also gesund, durch den Alltag zu kommen und somit möglichst lange zu überleben – als Individuum und als Spezies.

Doch die vergangenen 25 Jahre haben (nicht nur aus orthopädischer Sicht) für den Menschen in kürzester Zeit zahlreiche tiefgreifende Veränderungen mit sich gebracht. Und diese waren für uns nicht immer zum Besten. Sie werden mir die Dramatik hoffentlich verzeihen: Aber die technischen Errungenschaften und der Fortschritt des vergangenen Vierteljahrhunderts haben unser Leben um so viel ungesünder und, ja, wenn Sie so wollen, auch gefährlicher gemacht, wie kaum ein anderer Zeitraum dieser Länge zuvor. Kriege, Pandemien und Naturkatastrophen lassen wir an dieser Stelle einmal bewusst außen vor.

Für dieses Leben sind wir nicht gemacht

Tatsache ist, dass wir, zumindest, was unsere körperlichen Fähigkeiten, unsere Ausstattung, unsere »Hardware« betrifft, für vieles, das der Zeitgeist mit sich bringt, nicht bereit sind:

Wir sitzen zu viel.

Wir bewegen uns zu wenig und wenn, dann leider oft falsch.

Wir ernähren uns ungesund.

Wir stehen permanent unter Druck und Stress und schaffen den Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung immer seltener.

Wir atmen schlecht.

Die Folge ist, dass wir immer häufiger erkranken und oft gar nicht wissen, woran und warum. Willkommen in der heutigen Zeit!

FACT Der Steinzeitmensch in uns

Führen Sie sich Folgendes einmal kurz vor Augen: Wissenschaftler gehen davon aus, dass Menschen heute bei ihrer Geburt mehr oder weniger auf dem gleichen körperlichen Entwicklungsstand sind wie vor 10 000 oder sogar vor 100 000 Jahren. Unser Bauplan ist auf dem Niveau der Steinzeit. Oder, falls das für Sie sympathischer klingt: Wir sind heute noch so, wie wir immer waren.

Ich bin überzeugt, dass wir Menschen immer noch in der Lage wären, als Jäger und Sammler zu leben. Und ich bin mir ebenfalls sicher, dass wir – würde man uns von heute auf morgen im Wald aussetzen – überleben könnten, weil die Kenntnisse, beispielsweise ein Reh zu jagen, tief in uns verankert sind. Der Mensch hat das Leben in der Natur über Jahrtausende erlernt. Um sich in einer von Hightech geprägten Welt zurechtzufinden, hatte er bisher nur wenige Jahrzehnte Zeit.

Wäre der Mensch ein Telefon, er wäre ganz sicher kein Smartphone, sondern immer noch ein sehr frühes Modell mit Wählscheibe und langem Kabel. Man könnte auch sagen: Die Evolution, die Entwicklung des Menschen, hinkt der Zivilisation und dem technischen Fortschritt deutlich hinterher. Unser Leben ist für uns zu schnell. Und das heißt im Umkehrschluss: Wir Menschen sind für unser heutiges Leben eigentlich zu langsam. Zumindest sind wir nicht geschaffen für ein immer höheres Tempo.

Wenn der Alltag krank macht

Die Art und Weise, wie der Zeitgeist unseren Körper herausfordert, ist aus orthopädischer Sicht – und vor allem aus dieser Perspektive möchte ich in diesem Buch sprechen – nicht selten gesundheitsgefährdend. Um das zu erkennen, muss man kein Arzt sein. Wann immer ich in meiner Heimatstadt Berlin mit dem Bus oder mit der U-Bahn fahre, sehe ich fast nur noch Menschen, die auf ihr Smartphone starren, teilweise merkwürdige Bewegungen machen, nicht gerade gesunde Haltungen einnehmen und fast immer dabei verkrampfen (siehe >).

Manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich mir die Hände der Menschen ansehe und Rückschlüsse darauf ziehe, wie groß ihr Handy wohl sein mag. Denn je größer das Handy, desto gefährlicher wird es für unsere Hände. Im Kapitel über den Handynacken werde ich Ihnen diesen Zusammenhang erläutern. Manche Geräte sind zudem schwerer als das Eigengewicht der Hand. Kann das auf Dauer gesund sein? Nein! Stellen Sie sich vor, Sie würden permanent einen Rucksack tragen, der schwerer ist als Sie selbst. Dann verstehen Sie die Antwort.

Wirksam gegensteuern

Doch wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift. Und das Gegengift haben wir oft selbst in der Hand – wir müssen es nur kennen. Das Gegengift in der Orthopädie ist die Prävention. Denn: Prävention ist auch die beste Medikation! Egal, in welchem Alter, egal, in welchem Zustand.

Und genau darum geht es mir in diesem Buch: Nicht alle, aber doch sehr viele Krankheitsbilder, die unser moderner, von Stress, mangelnder Bewegung, manchmal mangelndem Wissen und häufig dem übermäßigen Einsatz von Technik geprägter Alltag mit sich bringt, lassen sich durch gezieltes Training und ein bewussteres Leben beeinflussen und aufhalten. Oder sie entstehen gar nicht erst.

Ich stelle Ihnen in den folgenden Kapiteln Symptome und Krankheitsbilder vor, die in den vergangenen 25 Jahren verstärkt aufgekommen sind und die Sie alle entweder selbst kennen, oder von denen Sie aus Ihrer Familie, Ihrem Freundeskreis oder dem Kollegium schon gehört haben. Die gute Nachricht an dieser Stelle lautet: Fast alle Probleme, über die wir in diesem Buch sprechen, lassen sich verbessern oder sogar ganz verhindern!

Ich werde Ihnen aufzeigen, wie Sie mit Ihrem Smartphone oder vergleichbarer Technik wirklich smart umgehen können – ohne dass Sehnen und Muskeln leiden.

Wir werden uns ausgiebig mit dem Zwerchfell beschäftigen, das – wenn Sie unter Stress stehen – zum Stressfaktor für den gesamten Körper werden kann.

Wir werden über Schuhe sprechen, die Ihren Bewegungsapparat gefährden.

Sie werden sehen, wie Sie Ihre Gelenke nicht nur schonen, sondern mit wenig Zeitaufwand stärken können.

Wir werden darüber sprechen, wie Sie aktiv und somit möglichst lange gesund bleiben können, weil Sie es wollen und weil Sie selbst etwas dafür tun.

Wir werden über Risiken und Gefahren sprechen, die nicht nur das Sitzen, sondern auch falsches Gehen, Laufen und falscher Ehrgeiz mit sich bringen.

Wir werden versuchen, Ihren Bewegungsradius wieder zu erweitern. Denn in jedem Kapitel werden Sie einfache, aber effektive Übungen finden, die Sie praktisch und ohne großen Aufwand in Ihren Alltag integrieren können.

Und schließlich werden wir auch einen Blick auf das Trendthema Longevity werfen.

Vertrauen in den eigenen Körper

Ich werde Ihnen in diesem Buch, so gut ich kann, Einblicke in meine Erfahrungen aus rund drei Jahrzehnten in der Orthopädie und Sportmedizin geben. Ich teile mit Ihnen aber auch meine Erkenntnisse, die ich außerhalb meiner Praxis gewonnen habe: als leidenschaftlicher Sportler und Mannschaftsarzt zahlreicher Top-Teams wie zum Beispiel der Frauen-Fußballmannschaft des VFL Wolfsburg. Die Fähigkeiten des menschlichen Körpers haben mich dabei immer wieder überrascht. Ich bin immer noch und immer wieder fasziniert davon, wozu der Körper in der Lage ist. Welche Kräfte er entwickeln kann und auch, dass und wie er heilen kann – oftmals ganz ohne die Hilfe der Medizin.

Gesund und beweglich altern

Von einigen dieser Erlebnisse möchte ich Ihnen erzählen. Denn ich möchte Ihnen nicht erst begegnen, wenn Sie Patientin oder Patient sind. Nein, ich möchte Ihnen idealerweise an einem Punkt in Ihrem Leben begegnen, an dem wir noch gemeinsam beeinflussen können, ob Sie einmal Patientin oder Patient werden und, falls doch, wann der Praxisbesuch für Sie nötig wird – nämlich möglichst spät.

Die moderne Medizin sollte nicht nur als Leistung verstanden werden, die man im Ernstfall abrufen kann. Nein, sie sollte immer auch als begleitender Bestandteil des Lebens gesehen werden, als Partner auf Augenhöhe, mit dem man die tiefsten Tiefen vermeiden oder umgehen kann.

Natürlich kann kein Arzt das Leben unendlich verlängern oder den Tod besiegen. Aber wir können den Körper und die Gesundheit bestmöglich stärken.

Mir ist bewusst, dass Longevity, also die möglichst gesunde Langlebigkeit, ein Hype in Forschung und Medizin ist. Und auch ich kann es als Mensch, als Vater und als Arzt kaum erwarten, dass große Krankheiten wie Krebs, Parkinson, Alzheimer und viele andere vielleicht schon in wenigen Jahren für immer besiegt oder zumindest in Schach gehalten werden könnten. Doch als Orthopäde sage ich zum Thema Longevity auch sehr deutlich: Was hilft es uns, wenn wir hundert Jahre oder älter werden, aber uns nicht mehr richtig bewegen können?

Was Longevity aus der orthopädischen Perspektive bedeutet, werde ich am Ende dieses Buches beleuchten und der Frage nachgehen, wie Sie das Alter Ihres Körpers bestimmen und gegebenenfalls verändern können.

Manchmal werde ich Ihnen in diesem Buch Dinge sagen, die Sie vielleicht nicht so gerne hören möchten. Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, dass ich ein Freund der klaren Worte bin. Es ist zum Wohle der Gesundheit.

Die Sprache des Körpers verstehen

Die Erkenntnis, dass unser Körper uns auf so viele Probleme selbst hinweist, wenn wir ihn nur verstehen oder ihm gut genug zuhören, finde ich extrem ermutigend. Ebenso ermutigend sollte es für Sie sein, dass nicht nur wir Ärzte die Sprache Ihres Körpers beherrschen, sondern dass auch Sie selbst diese Sprache erlernen können.

Manche Ärzte werden Ihnen vielleicht sagen, dass Sie kein medizinischer Notfall sind, wenn Sie mit dem einen oder anderen vermeintlich kleinen Anliegen eine orthopädische oder sportmedizinische Praxis aufsuchen. Viele werden Ihnen aber auch dankbar sein, weil Sie mit Weitsicht durchs Leben gehen – und so selbst dazu beitragen, schwerwiegende Probleme vielleicht ganz zu vermeiden.

Wir Ärzte haben einen alten Spruch: Wer heilt, hat recht. Ich sage heute: Wer gar nicht erst heilen muss, ist der bessere Arzt!

»Es ist nie zu spät, dem Körper etwas Gutes zu tun. Er wird es uns mit langer Gesundheit danken.«

»Handys bringen für unseren Körper gleich mehrere Probleme mit sich: Sie sind häufig zu groß, sie sind zu schwer, und wir benutzen sie zu oft.«

HANDYS MACHEN KRANK

Ich weiß, Sie könnten schon jetzt das Gegenteil von mir denken. Aber ich versichere Ihnen: Ich bin kein Handy-Gegner. Ich besitze ein Smartphone, ich benutze es regelmäßig. Ich telefoniere mit meinen Patientinnen und Patienten, ich schreibe E-Mails, ich mache Fotos von meinem Hund. Das Handy hilft mir beim Sport, ich nutze die App eNastics meiner Söhne (siehe >), die einfache Übungen zur körperlichen Fitness bereithält, und ich bin auch in den sozialen Medien vertreten – folgen Sie mir gerne. Was ich sagen will: Ich mache alles mit meinem Smartphone, was man so machen kann. Und ich bin das Gegenteil eines Technik-Skeptikers oder Zeitgeist-Verweigerers.

Aber auch für den mir manchmal unheimlichen Zeitgeist gilt nach Johann Wolfgang von Goethes »Zauberlehrling«: »Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.« Das trifft bisweilen auch auf uns zu. Aus orthopädischer Sicht sage ich Ihnen: Handys schaden der Gesundheit. Daran gibt es keinen Zweifel. Smartphones sind schädlich für die Augen, die Gelenke, die Muskeln, die Sehnen, die Bewegungsfähigkeit und für die Psyche. Und doch wollen oder können wir nicht ohne sie sein, so scheint es.

Hauptleidtragender: der Nacken

Wir konzentrieren uns in diesem Kapitel vor allem auf die vermutlich häufigste Erkrankung, die eindeutig auf unsere mobilen Telefone zurückzuführen ist: den Handynacken, der sich nicht selten bis zur Lendenwirbelsäule bemerkbar macht.

Zu einem Handynacken kommt es, weil wir unser Telefon in der Regel nicht auf Augenhöhe vor uns halten, wie es für unseren Nacken eigentlich ideal wäre. Wir blicken stattdessen mit gesenktem Kopf auf das Display, da wir unser Smartphone mit ziemlich langen Armen in der Region des Bauchnabels positionieren.

Die Sache mit dem Nackenband

Rein anatomisch betrachtet müssten wir nicht an einem Handynacken erkranken. Denn wir Menschen haben immer noch den siebten Halswirbel, den Vertebra prominens, der auch »prominent hervorstehender Nackenwirbel« genannt wird.

Sie können ihn sehr leicht erfühlen: Wenn Sie an Ihrem Hals vom Hinterkopf aus starten und mit den Fingern nach unten an der Wirbelsäule entlanggehen, gibt es eine Stelle, die etwas weiter hervorsteht – das ist der siebte Halswirbel. Hier ist zwischen dem Hinterkopf und der Wirbelsäule das sogenannte Nackenband, das Ligamentum nuchae, aufgespannt. Dieses Nackenband war früher sehr stark ausgeprägt und kräftig, weil wir einst viel Kraft aufwenden mussten, um den Kopf zu heben und nach vorn zu blicken. Ich spreche von einer Zeit, in der wir noch keine Zweibeiner waren, sondern uns auf allen vieren fortbewegt haben.

Durch den aufrechten Gang ist das Nackenband bei uns Menschen dann immer schwächer geworden, sodass wir heute unsere Köpfe vor allem mithilfe der Muskulatur oben halten.

Verspannungen sind vorprogrammiert

Und nun kommen wir zurück zum Handy: Wenn wir den Kopf übermäßig oft nach unten neigen, weil wir tippen, lesen oder was auch immer mit unserem Smartphone tun, passiert Folgendes: Die vordere Halsmuskulatur, insbesondere der Musculus sternocleidomastoideus (auch als »Kopfnicker« bekannt), den sie deutlich an den Seiten Ihres Halses sehen und auch fühlen können, verspannt und verkürzt sich. Zeitgleich werden die hintere Nackenmuskulatur und das Nackenband einer ständigen Dehnung unterzogen.