Hambuich - einz un jetz - Jörn Scheer - E-Book

Hambuich - einz un jetz E-Book

Jörn Scheer

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Beschreibung

Wie sich eine Stadt im Laufe der Zeit verändert, wird besonders deutlich, wenn man nach jahrzehntelanger Abwesenheit zurückkehrt. Jörn Scheer beschreibt in gut zweihundert Mini-Reportagen, wie sich ihm seine Heimatstadt "einz un jetz" darstellt - verfaßt im heimischen Tonfall, dem Missingsch, das Tucholsky einmal den Versuch des Plattdeutschen genannt hat, Hochdeutsch zu sprechen. Vieles von dem Berichteten wird auch den Eingeborenen neu sein und kann als Anregung für eigene Erkundungen dienen.

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Seitenzahl: 483

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Wie sich eine Stadt im Laufe der Zeit verändert, wird besonders deutlich, wenn man nach jahrzehntelanger Abwesenheit zurückkehrt. Jörn Scheer beschreibt in gut zweihundert Mini-Reportagen, wie sich ihm seine Heimatstadt „einz un jetz“ darstellt – verfaßt im heimischen Tonfall, dem Missingsch, das Tucholsky einmal den Versuch des Plattdeutschen genannt hat, Hochdeutsch zu sprechen. Vieles von dem Berichteten wird auch den Eingeborenen neu sein und kann als Anregung für eigene Erkundungen dienen.

Jörn Scheer, geb. 1941 in Hamburg, war bis 2001 Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Gießen und lebt jetzt wieder in seiner Vater- und Mutterstadt, wo er sich neben literarischen und (jazz-)musikalischen Aktivitäten für George Kelly‘s Psychologie der persönlichen Konstrukte engagiert.

Inhalt

Fornewech

Foawort

Wittmunk

Anmerkung für Hochdeutsche

WODAKANT

Im Hahfn

Hahfmruntfaht

Hahfnzitti

Kontena

Hahfnmusejum

Hahfngeboaztach

Auswandara

Affi

Bietsch

Stoamflut

Moses

Alda Elptunnl

Musejumshahfn

Hahfnbasah

Kaffeklabbe

Schiffe

Backassn

Kapsandijego

Schlebbakriech

Schlebba „Jörn“

Krießmarine

Ark Roiel

Kwien Merri

Mississippi Kwien

Windjamma

Rosita

U-Boot 434

Schiffstaufe

Buddlschipps

Sampauli

Dom

Fischmahk

Reepabahn

Große Freiheit

Panoptikum

Tiwoli

Hahfnstraße

Anna Elbe

Elbewandawehch

Wattwandan

Schatzgreba

Strantgut

Loichtöame

Elpfetiefunk

Elpvoa’orte

Öwlgönne

Augustinum

Ottnsn

Ohtmaaschn

Ebschossee

Blankenese

Elp'appwääz

Finknwerda

Noinfelde

Toiflsbrügge

Schulau

Wedela Maasch

Stadeh

Glüxtatt

Neuwääk

Helgoland

Elp'aufwääz

Oba'elbe

Doofe Elbe

Noingamme

STATT UN LANT

Stattmidde

Wallrink

Rathaus

Rathausmahk

Deichstraße

Schilehaus

Zeh-Zeh-Hah

Geboide

Wolknkratza

Gengevittl

Nörtlich

Alzakwelle

Langnhorn

Fuhlsbüddl

Ohzdorf

Eimbüddl

Schanze

Süütwääz

Hahbuich

Hasselbrack

Kardlstein

Lünebuich

Im Ostn

Meindorf

Schüberch

Wanzbeek

Bäägedorf

Saxnwalt

NATUA

Grüne Lunge

Plantn-un-Plünn

Jenischpahk

Botahnschn Gahtn

Dahljen-Gahtn

Römischa Gahtn

Mahler-Park

Eppmdorfa Moa

Wittmoa

Abboretum

Natuakunde

Hagnbeek

Austanfischa

Schwene

Nabu

Wedda

Winta

Boime

KULTUA

Musik

Laeiszhalle

Schtaatsopa

Opa hintn

Brahms

Kamma-Opa

Blasmusik

Musikantn

Elpfilamoni

Löwnkönich

Tüdlbant

Jazz

Teata

Schauspielhaus

Ohnsojch-Teata

Schilla-Opa

Lali

Kunz

Kunzmeile

Kunzhalle

Kunzungewääbe

Grifflkunz

Denkmale

Schlumper

Graffiddies

Stumfkunz

Wassakunz

Liebermann

Voss-Bilder

Gesampkunzwääk

Wolkn

Wissnschaff

Uniwäsitet

Desi

Planitarium

Wörta

Schprache

Plattdüütsch

Büchahalln

Druggarei

Hinzunkunz

Heine-Pahk

Klopschtock

Schmidt-Platz

Gotteshoisa

Michl

Petrikeache

Jakobi

Kaddarien

Nikolai

Broder Hinrick

Anglikana

Seemanzkeachn

Holstnwalla

Jüdischa Frietohf

Offne Moscheh

Außa Fegangnheit

Hambuich-Musejum

Ahbeizmusejum

Pubbmmusejum

Seeheldnbrücke

Störtebeker

Bismarckdenkmal

Pottugalehsa

LEHM UN TREIM

Schopping

Hansevittl

Meckado

Aldi

Haspa

Mahlzeit

Gutn Appetit

Großmahkhalle

Gewöazmusejum

Fischbratküche

Eiskella

Spetlese

Alzawassa

Fekea

Hahfnfean

Alzadamfa

Noia Elptunnl

Bahnohf Aldona

Hochbahn

Zopp

Ehrbuss

Fluchhafn

Fesslballong

Leibisübungn

Maratonn

Jockn

Rattfahn

Ratt-Tuan

Sportfe‘ein

Fußball

Aldona 93

Politik

Eaßn Mai

Noijahsemfank

Wahlkamf

Grünkohl

Mutmachn

Nevermann-Platz

Thälmann-Platz

Modäänes Lehm

Fümfzigajahre

Nachlehm

Ewakuierunk

Oppdachlohs

Toleddn

Polizei

Foiawea

Wassafall

Alza-Kraffwääk

Abfall

Elpsehchla

Waxnde Statt

ANHANG

Bücher

Die Bilder zum Buch

In eigener Sache

Fornewech

Foawort

Hamborch – wo hast du di verennat! ruft so manchn aus, der oder die nach lange Zeit inni Heimat zurückkeat. Soll ja woll! Nach 35 Jahn, in mein Fall. Da liegn denn ja die 70er Jahre dazwüschn, die 80er und sogah die 90er. Kein Wunda, daß die Statt in manche Hinsich kaum wieder zu ekenn iss. Die Ess-Bahn fuhr damahlz nich üba Landunksbrückn, der Hochbahn-Rink war nochn Rink und das Straßnbahn-Depoh am Bahnhohf Aldona war noch kein Rewe-Mark. Und so weiter. Aba Hamburch hat ja noch nie Wert auf „Altertum“ geleecht. Nich eerß der Bombmkriech hat die alte Bausubschtanz beseiticht, und nich eerß der große Brant von 1842, und auch die „audogerechte Statt“ innehn 60er Jahn. In unse Statt hat man schon imma Altes abgerissn, wennas was Noin im Weech wah. Kunzhalln-Direktoa Alfred Lichtwark hat schunn vor üba hundat Jahn auf die „Freie und Abrißstadt“ geschümft.

Trotzdem, als Wiedagenga rejistriert man doch manche Verändarungn schmääzlich, un nich nur, wall Ältare grundsezzlich findn, dassas „früa bessa“ wah. Wahs nemmich meißnteils nich. Sondan wall wir uns ungään an was Noies gewöhnn. Ich bin zwah seit mein Gang ins Exil zwüschnduich öftas hier gewesn, aber um die „Wieda-Aneichnunk“ muß man sich doch bemühn – in viele kleine Schridde. Davon handln die klein Geschichtn in diesm Buch. Darum issas ne pesönliche Heimatkunde – un die Auswahl der Teem iss auch pesönlich un nich eschöpfnd. Fallzu was femisst, dassu gään gelesn heddes.

Der Lesa un die Leserin könn sich wull denkn, dassich die noie Rechschreibunk nich mach. Iss weder konsekwent noch inkonsekwent, unt stimp vorn und hinten nich. Aba die alde wah auch nich fihl bessa. Und wallass ja um Hambuich geeht, haltich mich lieba an Dirks Paulun: schreibe widu schprichs. Da kompsu zwah auch majchma in Toifls Küche, wall jeda nu ma annas schnackt. Aba inzgesamt finnich dasn brauchbahn Kompromiß zwüschn Echheit un Festendlichkeit. Unt auf Konsekwenz kompass auch nich so an. Sprichs ja auch ma so un ma annass. Gehp aba gern zu, daß man sich da auch an gewöhnn muß unt annare Ansich üba habm kann. Am liepstn heddich auf Platt geschriem, aba das festeht leida keina mea. Wassu hia ließ, iss also sozusahgn mein pesöhnliche Aht von Missingsch. Alladinks mit weniga Fehla.. Wennu sonz ma was in Missingsch ließ, strozzas oft von falsches Doitsch, damiddas orntlich prolletarisch aussieht – das finnich denn doch übatriebm.

Nochn klein Tipp: wemmannas nich gewohnt iss, gehdas fleich bessa, wemman die Geschichtn laut ließ –mussu eimfach mah ausprobian. Aba biddeschön st unt sp, wie mannas schreip, und nich scht un schp! Kanzi dia natüllich auch foalesn lassn.

Unnochwas: das giep keine emfohlne Reinfolge. Kannz eimfach irnkwo anfangn! Un nich zuviel aufmal; sonz krissu sie womöchlich zu schnell üba.

Ich hedde gääne noch mea Bilda mit reingenomm, aba denn wea das Buch zu dick (un zu toia) gewordn. Darum habe ich die aufne Webseide ins Intanet gestellt. Hia finzu sie: www.edition.ardetta.com/hamburg/heimatkunde.

Wittmunk

Missingsch habm die Loide in Hambuich femutlich schunn seit Jahhundatn geschnack. Di Muddasprache wah natüllich Platt, aba manchmal mußtn die Loide auch hochdoitsch schnackn, zum Beispiel aufm Amt oda beim Militea, un denn höate sich das nich so an wie in Martin Luther seine Bibel (oppwohl, wenn du die mal in Original ließ, klink das auch ziemich aldatühmlich). Aba wenn das um höare Liddaratua gink, dann wah die auch in Norddoitschland in richtign Hochdoitsch oda seit den noinzinntn Jahundat auch ma op Plattdüütsch, wie bei Fritz Reuter oder Klaus Groth.

Wer Missinksch aba übahaupt eaß salongfejch gemach hat, das wah Dirks Paulun. Der hat koaze Sachn füdas Ahmblatt fefass, aba auch Bücha mit koaze Stücke un Gedichte geschriebm, wie Ehmuntehm oda Hömmazuh oda Wommasehn unt Is doch gediegen – das Schtandadwäak üba Missingsch as Sprache. Da happich manches von abgekuck, beziunksweise Anrehgungn von gekrich.

Aba ich happ auch sebs gehöat, wien eltaren Hään 1966, wi die Miniröcke aufkahm, aufa Dammtoastraße mah gesaach hat: Ehmuntehm gehdas noch! Oda beim Becka: Gehmsi mia doch mahn Matzipahnstraifn! Oda wie mein schottischn Froint Felix ma ne Mudda in Gedrenge aufm Wochnmaak in Flottbek zu ian Kleinn sahgn gehöat hat: Passauf Ääwihn, die Loide wolln fobei! Deswehgn wolln wia diese Schtorris man Dirks Paulun wittmen, auch wenna all lang doot is: noinzinn-secksundsiepzich, un wah Jahgank nulldrei.

Aba wia wolln auch Vera Möller (1911-1998) nich fegessn – ihre Klein-Erna-Geschichtn sint wia praktisch mit aufgewaxn unt kennich hoide noch viele von auswendich.

Un zugudalezz: Missingsch sprechn di Loide natüch nich nua in Hambuich. Unt so sei auch den aufrechtn Sozahlmokrahtn Jochen Steffen (1922-1987) gedach, der mit sein Kuddl Schnööf das Kieler Missingsch unstääblich gemach hat (auch wenn ich sein Ottografi n büschn übatriem fint). Und dann gahps noch Ada Halenza (1900-1990) in Bremen mit ire Putzfraun Madda un Kede. Un tatsechlich hat auch Fritz Reuter (1810-1874) sein Entspekter Bräsig in Meckelbörger Missingsch schnackn lassn.

Vorbemerkung für Hochdeutsche

In diesen kurzen Geschichten beschreibe ich die „Wiederaneignung“ meiner Heimatstadt nach jahrzehntelanger – wenn auch gelegentlich unterbrochener – Abwesenheit.

Ich fand es angemessen, sie im heimischen Tonfall festzuhalten – nicht auf Plattdeutsch (das sprechen und verstehen auch hier nur noch wenige), sondern auf „Missingsch“, nach Tucholsky das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher Hochdeutsch sprechen will. Das war vielleicht früher einmal so, als für die meisten Einheimischen Hochdeutsch Erste Fremdsprache war; heute ist es einfach – meistens ohne die typischen grammatikalischen Fehler, die der Übergang vom Platt- zum Hochdeutschen nahelegt – die hiesige Umgangssprache: die norddeutsche Mundart des Hochdeutschen, die allerdings in Phonetik und Wortstellung oft durch das Plattdeutsche geprägt ist.

Meine persönliche Variante, die sich mehr an der Volkssprache orientiert als an der der Gebildeten, ist hier phonetisch wiedergegeben. Das ist sicher gewöhnungsbedürftig; und da die Geschichten eher an mündliche Rede angelehnt sind, versteht man sie vielleicht am besten, wenn man sie laut liest, gerne mit dem scharfen s-t und s-p, auch wenn diese heute weitgehend ausgestorben sind. Wie alle Sammlungen von kurzen Stücken sollte man auch diese nicht von vorn bis hinten lesen, sondern hier und da hineinschnuppern, und nicht zuviele „auf Mal“, damit man sie „nich über krich“.

Das Buch wird begleitet von einer Website mit Bildern, die den Rahmen des Buches gesprengt hätten: www.edition.ardetta.com/hamburg/heimatkunde.

WODAKANT

Blick elbabwärts vom ehemaligen Fesselballon am Deichtor

Im Hahfm

„Kyoto Express“ am Container Terminal Altenwerder

Hahfmruntfaht

Hahfmruntfaht kanz ja eintlich nich mea machn, so alz Einheimischn mank die Turistn. Was solln denn die Loide denkn! Un is auch nich mea das: In modään Hahfn siehßu nemmich kein Mensch mea, der ein zurufn könnde: He lücht! Früa wah im Hahfm imma schwea was lohs: Werftn mit riesige „Helgen“ – Stahlgerüss-Toare üba der Helling: Blohmunvoss, Deutsche Wääf, Stülcken un-un-un. Die Luff volla Hammaschlehge un Lääm, wenn Eisn auf Eisn trifft. Die Nietnwerma werm die Nietn, die Ketelkloppers kloppn den Rost vonnehn Kessln. Jede Menge Hahfnbeckn, lange Kaie mit Lagaschuppm un Krene nochunnoch. Schiffe soweit das Auge reicht: Frachta, Tanka, Schleppa, Barkassn, Schuhtn, Prehme, Binnschiffe, Fean. Zehntausnde Matrohsn un Schaualoide! Allns vobi. Fegangne Häälichkeit! Ware weat nich mea in Segge un as Stückgut geliefat, wie früa: Banahnstaudn un Feffasegge un Weizn as Schüttgut. Nua noch Soja und Eisnschrott, alles andre komp in Kontenas. Un dafüa gieps schpezeelle Törminels un die grohßn Pödde bleim untahalp von Landunksbrüggn. Speicher wern nich mea gebrauch un in Hahfnzitti umgewandlt. Nua noch kleine Osseeschiffe un Kroizfahdamfa un Audotransporta füa die Dridde Welt un aussa annan Richtunk die flachn Binnschiffe komm in altn Hahfn. Trotzdehm buhmt der ganze Hahfn wieda, wassas Zeuch helt: liecht an Schinahandl un Oss’oropa, un ehm die Kontenas.

Aba nu hahbm wia doch noch mah ne Hahfmruntfaht gemach, aba ne „alternative“, un schpezeell mit Ahbeizwelt ass Hintagrunt, wahn nemmich middi Verdi-Senioan unnawegns. Unsn Führa wah Gerd. N Bulle von Kerdl, aba er sahch, er ist nua noch die Helfde von früa. Un er wah Schonnsteinmaura, iss praktisch keine Esse im Hahfn, wo er nicht mitgemauat hat, aba voa allm bei der Affi. Un damit wara außa Aht geschlahgn, er komp nemmich ausne Familje, wo sie alle die Fehle füa die Dückdalbm inn Grund gerammt hahbm: Grotvadda – Ramma, Vadda – Ramma, Bruda – Ramma. Un wenn die Fraun geheirat hahbm, musstn die Menna ian Beruhf wexln un was werdn? Ramma!

Los ginx am Moisetoam. Wusstich auch nich: an Kajen wa im Middlalda die hößde Stelle inna Alstatt, un bei Stoamflut hahbm sich da denn di Moise fesammlt. Haddn das anschließnt nich weit bis nach den Kornspeichan…

Inna Backasse Hansa III ginkas dann eimah um die Speichastatt, vobei an ejemalign Ahbeitaklo un jetzign Kaffeh nahms Fleetschlösschen, un denn lohs: eaßma im altn Hahfnteil: Hansahahfn. Leo Leader issn Audotransporta un bringt Schrottaudos inni Dridde Welt, wo sie denn wieda aufgemöblt werdn. Hesslichn Kastn un ziemich trohßlose Gehgnt, runnagekommne Schubbn un Miniwerfdn, un so lanksam komm die Sant‘inseln wieda raus, wie das voa hunnatfümfzich Jahn ausgesehn hat.

Wia wolltn nach Hahbuich, aba wehgn Niedrichwassa konntn wia nich duichn Reiastiech un musstn außn um Willemsbuich rum, das heiß üba die Norda‘elbe. Unta dehn Elpbrüggn duich, vobei an Peute un Kaltehofe, un denn tuckatn wia da so lenks, appunzu kahm n Binnschiff vobei mit grohße Buchwelle, denn wahn da mah Schafe an Deich, Kommorane un Reia, richtich lentliche Gehgnt, der Fluß fließ breit foa sich hin, konnzia foakomm wie an Mississippi! Unt denn kam die Bunthaus-Spizze mitn historischn Loichtoam. Da spalded sich die Elbe in Norda un Süda, unt wia fuan nu aufa Süda’Elbe nach Hahbuich. Gerd vetellt uns imma, wie das früa wah, wie er den Genossn Senatoa gesahch hat, so gehdas nich, unt wennas so weida geht, tridda aufa Stelle aus. Un Voscherau hadde auch nich den Duichblick, aba das kahm eaß spehda. Gerd machd die aldernative Hahfntua nemmich schunn seit noinzinnachzich. Unt links issas Haus, wo Inge Meysel gelehp hat. Mit dehn rundn Dachfenstan, in Bullnhausn. Kam mia voa wi in Holliwutt bei der Fehmstah-Hoisatua...

Aba nu kahm eaßma Middach: Picknick an Bort! Die Kollehgn vonna Senioanleidung haddn nemmich ne Pladde mit Frekandellen voabereided, mit Seebafolje drüba, zwei Stück pro Nase. Un Katofflsalat un amikahnschn Krauzalat (was da amikahnisch an wah, happich nich kapiat) un als Nachtisch n Jokuat. Un Kaffe un Bia wa eins-zehn. Kanz nix von sahgn! Denn hahbm wia unz aufm Anlehga von Hahbuich die Beine fetretn, un denn ginx zurück.

Das heiß weida. Un nu kam der richdige Hahfn von hoide. Duich di Süda’elbe, Köhlbrant. Hansaport links mit den eaßn Kontenapöddn. Unta der Hochbrügge duich. Die Höe wexlt ja, jenachdehm, ob Ebbe oda Flut iss, und damit die Schippa das wissn, stehtas ohm anna Brügge angezeicht. Im Moment wahnas grade fiunfuffzich-seksunachzich. Denn links in Rugnbergena Hahfn, duichas Ellerholz-Lock, in Waldashofa Hahfn. Eurokai, Burchardkai. Kannz direck eaföachdich werdn, wennu an sona Bortwant fobaituckass un fümmunfitzich Mehda hoch kux. Un son Jonni iss dreiunhalp Fussballfelda lank! Und hahbm denn meiss achtausnd Toi an Bort, wie Gerd sahch – soll TEU heißn oda “Twenty-foot Equivalent Unit”. Wall son Kontena sex Meda lank iss.

Denn ummas Athabaska-Höft rum, unt wia sint wieda aufa breitn Norderelbe, entlank anna Perlnkedde gehgnüba, was die noin Bürohoisa anna Elpstraße sint, unt balt wieda zuhause am Moisetoam. Unt zum Schluss noch schnell zum Dankgoddesdienz inni Flussschiffakeache nehm'an! Aba keine Anx – wah nua Spaß … Aba die Tua sebs hat auch Spaß gemachd, un die fümf Stundn sind „wie im Fluge“ fegangn.

Hahfnzitti

Wennu mit Fehre 62 von Noimühln oda Landunksbrückn nacha Hahfnzitti feaß, kommßu am Sandtorhöft fobei. Da fink in den altn Zeitn der Hahfn an, un wo jetz Speichastatt iss, wahn noch mea oda wehniga Santbenke, midda Richstette aufm Grasbrook, wo Störtebeka geköpf wordn iss unt er jetzn Denkmahl gekrich hat. Unt wenni Seglschiffe hia fobeikahm, froitn sie sich schon aufi Wiedakea! Darum heißas auch Kehrwiederspitze – issdoch oißast passnt füa jehmand wie mich, der nach fümmundreißich Jahn wiedagekeat is!

1887 woade hia denn die Speichastatt angelehch, füa all die Wahn, die hia ankahm: Weizn un Kaffe un Banahn un Gewöaze un Salpehta un weißnichwas füa Kossbahkeitn aus alla Herrn (un Dahm) Lenda. Unt das Besondre wah, dassas hia zollmehßich noch Auslant wah: ehm Freihahfn, unt Schmuggl wah natüch gank un gebe, wenni Schaualoide nach getahne Ahbeit nach Hause gegang sint. Un denn woadn nehman noch mea Kai’anlahgn angelehch: Santtoakai un Brooktoakai un Machdeburga Kai un Kaisa Willem-Kai un Dahlmannkai un Strantkai un alles, einschließlich Bahnanschluß. Aba so ab noinunsechzich woade denn scha alles auf Kontena umgestellt un Törminells auf Waltashof gebaut, wall die Schiffe zu groß wahn füa die Hahfnbeckn hia. Ganze Gehgnd wah denn auf eimah übaflüssich, un was massu denn? Eaßma alles an Orienttebbiche femieten. Da sint offmbah noinzich Protzent vonnehn Speichan voll mit.

Denn hadde Herr Böagameista Voscherau plötzlich ne Escheinunk oda Wisiohn, die hieß Waxnde Statt, unnu soll die Stadt inn Hahfn reinwaxn: eaßma Kaischuppm abreißn un denn alles noi baun. Haupsechlich Geschefte un Bürohs, aba auch Wohnungn –wie in den Docklents in London un Amstadam un Melbörn un übaall aufa Welt, wosi die Hahfnanlahgn nich mea brauchn: Wohnn am Wassa iss Trent, undas Ganze heiß ehm Hahfnzitti. Aba nich nua Wohn: ne noie Musiekhalle hahbm sie jezz auch, die alde genühchde wull nich mea! Un zwah inn altn Kaispeicha reingebaut. Zua Eöffnunk heddn sie man Händel sien Wassamusiek spieln solln. Richtich: die Elpfilamoni.

Aba wassas Wohnn anbetrifft: glaup nich, dassu da eimfach hinziehn kannz – das könn Loide wie du un ich gahnich bezahln. Brauß denn schließlich auch nochn Boot füan Liegeplatz anna Marina. Aba iss sowiso noch lange nich fettich, hass noch genuhch Zeit, um im Loddo zu gewinn! Immahin muß ich zugehm, dassi sich Müe gebn, dassas nich alles gleich aussieht.

Un fallzu dich frahchs, ob hier früa auch Menschn gewohnt hahbm: das wah tatsechlich so. Wehgn der Speichastatt woadn damahlz zwanzichtausnd Loide umgesiedlt, haupsechlich nach Bahmbek un Hamm – und das Keachspiel von Sank Kaddarien hatte plötzlich keine Gemeinde mea.

Kontena

Kontena is Engelsch un heiß „Behälter“. Aba nu stemma voa, das heiß „Behältafrachta“ – klink doch zuu komisch! Bleim wia doch bessa bei Kontenafrachta un Kontenatörminel: das iss, wo die anlehgn un umgelahdn werdn. Da gieps im Hahfn mehre von. Kontena sint meiß sex Mehta lank, das sint zwanzich Fuß. Manche sint dopplt so grohß, aba die Schtandartgröhße bleip „twenti“. Und darum rechnen sie in „Twenti-fuht-ekwiwalent“. Abgeköazt: TEU. Gesprochn: TOI. Nu weiß Bescheit!

Früa kam die Wahn aus Übasee in Secke oda Kistn. Die woadn in große Netze oda auf Paleddn gepackt unt mitn Kran ausn Laderaum gehohbm un aufn Kai gestellt. Und viele Frachda hattn denn selbs Ladeboime an Deck, füa wenn di Krehne an Lant mah nich ausreichtn. Unt die weltberühmde „Hamboaga Kai-Aufteilunk“ heiß, daß die Eisnbahnschien direck anna Kande liegn, denn komm die Lagaschuppm un denn die Lasswahgn, damit die sich nich inni Kwehre komm. Das hadduns der Führa ezehlt, alz wia noich ne Schpezeal-Runtfaht zu den Törminels gemach hahbm. Dafüa woadn denn Tausnde von Schaualoide gebrauch. Ich weiß noch, wie das im Radio nach den Nachrichtn hieß: Morgn früh wern zusezzlich zweitausnd Ahbeizkrefde füa Entladeahbeitn benöticht. Meldunk um fümf Ua beim Ahbeizamt Apmiralitehzstraße. Iss nu gah nich mea! Und die meißn Kai-Anlahgn werrn auch nich mea gebraucht un werdn abgebaut. Hoide komp alles in Kontena rein, und der weat schon irnkwo andas gepackt unt auch irnkwo andas wieda ausgepackt, und darum braußu auch keine Lagahoisa mea, nua Plezze wo die Kontenas vorübagehnt gestahplt werdn. Unt Ladeboime brauchn die Schüffe auch nich mea, wall das alles die Kontenabrückn un Laufkatzn machen. Iss alles fuichbah praktisch un geht viel schnella: eine Minude pro Stück, und darum sint die klein Schiffe nua pah Stundn im Hahfn un die ganz grohßn makzimal 36: da iss gah keine Zeit mea füa Reepabahn un leichde Meechens un die Hoia duichbringn un hintaher inne Seemanskeache beroin! Ringlnatz sein Kuddl Daddeldu wöade hoide soweso filipinisch sprechen (das heiß spanisch) oder malaisisch oda schinees.

Das loif so seit Ende Sechzigajahre. Un seit der Kommunismus wech iss un Oss-Orropa wieda von Hambuich fesorch weat un Schina un Korea un Japan alles hia anliefan, da buhmt unsan Hahfn. Undi Schiffe wern imma größa. Die gröhßtn sind jetschun viahundat Mehta lank, das heiß vier Fußballfelda! Und fümfzich Mehda breit. Unt fassn sechzin-tausnd Toi, un demnehst sogah zwanzichtausnd. Wennu am Ufa stehß, denksu, da featn zehnstöckign Hoisablock fobei. Richtige Monsta sindas. Unt solln noch größa werdn, aber denn reichn die Kontenabrückn ihre Ahme nich mea rüba – brauchn sie ehm auch noie füa. Unt die komm auch aus Schina. Noilich kahm n Spezeal-Transport mit fümf noie an. Unt die wahn schon fettich aufgebaut, wie sie aufm Schiff kahm: achzich Mehda hoch – da sah die Zhen Hua 20 direck aus wie son altn Windjamma, wie sie da die Elbe hochgesehglt kahm…

Also wia sint denn eaß üba die Köhlbrantbrügge nachn Törminel Burchardkai gefahn, am Waltashofa Hahfn: heiß CTB. Da kompsu nich eimfach so rein, nua mit Ausweiskontrolle und Sichaheizfahzoich vornewech. Iss auch festentlich: stemmavoa, jemant platziat ne Bombe inn Kontena un die geht in Panamakanal oda Suetz hoch: denn iss die Weltweatschaff füa pah Monahde lahmgelehchd. Un da sint denn die riesign Lahgaplezze, un am Kai die Kontenabrückn, unt die Laufkatzn, die imma ein Kontena zwüschn die Beine nehm, und ganz ohbm issn klein Glaskastn, da sitzt der Fahra drin. Un nun mussu dia foastelln, die Kästn müssn ja inne bestimpde Reinfolge rein, wall sie an feschiedene Orte unnawehks wieda rausmüssn, kannz denn ja nich umroim, wenn ein schon in London wieda raus soll! Iss alles kompudagestoiat unt jehdn Kastn hatne pesöhnliche Numma, un der Kompuhta weiß imma, wo inna gewaltign Halde eina liecht und denn spehda, wo er auf dehn Siebm Mean grade rumschippat! Aba der Kollege ohbm in sein Glaskastn hat noch n dickes Buch mit Din-A-4 Bledda, wo er sich nach richtn muss, wenn er Kontena Numma Sounso runtasetz.

Denn kahm noch der Törminel Altnwerda am Köhlbrant, oda CTA, wo sie extra n ganzes Dorf füa plattgemachd un umgesiedlt hahbm. Nua der Keachtoam steht noch, da wolltn sie wull kein Streit mit höare Mechde riskian! Unt da denksu denn, du biss in Zweiunzwanzichstn Jahhundat. Da fahn nemmich aufm Gelende Laßwahgn rum, die bestehn nua aus ne flache Ladepritsche: kein Fürahaus un nix. Fäängestoiat, wie von Geistahand, fahn die rum un holn sich die Kontena un bringn die zum Schiff. Unt darum stehn da übaall Sendemastn rum, denn die Singnale müssn ja rübagebracht werdn.

Nach pah Stundn solltn wia denn üba die Köhlbrantbrügge zurück zum Baumwall. Aba denn kam das dicke Ende: die wah gespäärt. Unt warum? Wehgn Rattfahran! Nommahl döafn die nich üba die Brügge, aba wah Stäänfaht nachn Dammtoa aus alle Himmlzrichtungn. Gehgn Fekea unt füa die Rattfahra unt füa Klima unt gehgn Kohlnstoff. Unt gehgn globahl, aba füa fean Handl, unt was sonz nich alles. Binnich ja auch füa im Prinzip. Aba wenn dann sogah der Elptunnl zu iss! Gotzeidank ginkas nach na halbm Stunde weida. Da wah die Welt denn wieda in Ortnunk.

Hahfmmusejum

Zwah weat seit fümfzich Jahn fast alle Ladunk in Kontenas vesteckt, aba im Hahfnmuseum kannzu noch sehn, wie die Knochn’ahbeit füa die krissliche Seefaht im Hahfn früa ausgesehn hat. Das iss am Hansahahfn, Auschtraliastraße im ejemalign Freihhahfn. Die Helfte von Schuppm 50 is noch in Betriep. Die annare Helfde is Depoh füas Musejum un Ausstellunk mit Hahfnmotiwe un Gerete ausn Ahbeizlehm, und ne „Kaffeklabbe“, wo du Kaffe un Knackwuss kriegn kanz. Und zwei junge Dahm spleißen Drahttrossn füa den altn Windjamma Peking, die inna klein Wäaft in Wewlsfleet foazeichbah gemacht weat. Dassiss echt Schwea’ahbeit wie das meiste im Hahfn.

Aba das Intressanteste is außn am Kai, wo sie nachunnach alde Schiffe ansammln un wieda auf Zack bringn. Alles ean’amtlich von pangsioniate Injeniöre, Schlossa un andre fewandte Berufe. Mein Vedda Harro hadda auch mitgeweakt. Den altn Schwimmkrahn Saatsee von Musejumshahfn Neumühln hahbm sie schon rübageschaffd. Von außn siessu gahnich, dass inn drin die Mannschaft unnagebracht wah, und unta was füa schwierige Umstende die da geahbeidet hahbm. Denn liegn da pah Hahfnfazoige, die man noch nich ankuckn kann. Un das Glanzstück is die Bleichen die zwüschnduich Old Lady hieß un im Schwahzen Meer Schrott gefahn hat. Die is n Stückgutfrachda, Baujah 1958, 94 Mehda lank. So roh, wie die noch aussieht, kamman gahnich glaubm, dassie wieda im Hahfn rumfeat. Tuzi aba, un du kannz sogah mitfahn.

Besondas intrissant fantich aba Sauger IV. Das issn „Schutendampfsauger“ von 1909. Schute heiß, dassi kein eichnen Antriep hat, sonnan am Bestimmunxort geschlepp weat. Früa hahbm die Eimerbagga den Sant ausn Elpgrunt gebaggat un in Schutn gefüllt. Die woadn denn nachn Aufspülgelende geschlepp, und da wahtete denn schon der Sauger. Hat ein Rüssl in die Schute gesteckt un die annan aufm Spülfeld gehenkt un los. Hat bis noinunachzich noch Dienz getan, mit ihre Damfpumpn. Jezz kann sie wieda, aba nua alz Voafürunk. Hadde bis 13 Mann Besazzunk, un untn siedas aus wie inne Schlossawääkstatt. Falz ma bei der Ahbeit was kaputtgeht.

Hahfngeboaztach

Hahfngeboaztach klink wi Kindageboaztach mit Kaukau un Topfschlagn. Pass doch eintlich nich füa ne seriöse Feanstaltunk! Hat nemmich mah alz „Übaseetach“ angefang. Den gieps auch noch, aba mea als Auftack in fein Zwean. Weat feanstaldet von Fe‘ein Hamburga Expottöre, beziunksweise von Übaseeklubb. Seit 1922, wahne Idee von Bankjeh Warburg zoa Flege der internatzjonahln Bitziungn im Intresse von Handl un Wandl. Issne tradizionelle Fessfeanstaltunk in Amsinck-Paleh, won nomahln Böhrga nich reinkann. Is auch gut so: solln die Feantwottlichn sich man gehgnseitich ihre wehchweisnde Redn haltn, steht sowiso nehstn Tach im Ahmblatt unt in Intanett. Da könn wir denn von Böagameista Voscherau (Gott habbihn seelich) was lern üba Weltoffenheit, Toleranz und nüchterne praktische Tüchtigkeit der Stadt Hamburg, ihr ehrbares Gewinnstreben und ihr unverkrampftes Verhältnis zu internationalem Wettbewerb. So kammanz auch sahgn! Wusstn wia schunn, seit Kaisa Barbarossa uns bestehticht hat, dass wir zollfrei im- un expottian döafn unt keina uns bei stöan dahf. Angehplich siebten Mai elfhundat noinunachzich. Di Uakunde wah zwah speta gefelscht, güldet aba trotzdem, wall die eaße angehplich inni Grabbl gekomm wah.

Aba nu iss richtich Folxfest – Dom dreimah im Jah und Schlagamuhf un Hahli-Dehs un Kruhs-Dehs un alles iss wull nich genuhch! „Größtes Hafenfest der Welt“ – na'unt? Nommahle Ewaxene gehn da sowiso nich hin: iss mea für Turistn, Saufköbbe, Juhntliche un Famijen mit klein Kindan. Iss ehbm doch ne Aht Kindageboaztach! Nagut – gehpja zu, dassich die grohßn Sehchla imma gään seh, die denn mah bei ihre Kusine Rickmer Rickmers fobeikuckn, die in Hahfn aufn Altnteil sitz. Un da werfn wia denn fleich doch mahn Blick auf. Indem wir eimfach mal Fehre 62 von Noimühln bis Elbfi nehm un ganz zufellich die Kruzenshtern, die Mir un die Sedov fobeipassian... Un da nehm wia denn auch gään zua Kenntnis, dassi Staazmacht auch nich schlehf un Wassaschutzpullizei un Grennschutz un Küstnwache un Krießmariene imma opn Kiwief sint! Undi schmucke weiße Senatsbackasse Scharhörn dahf auf ihre altn Tage auch nochn büschn die Luff fepestn!

Auswandara

Cap San Diego, die am Baumwall liech, kennzu bestimp. Iss nich nuan Schiff, dassu von ohm aufa Brügge bis tief untn im Maschienraum besichtign kannz, sondan enthält achtan auch ne besondre Austellunk: „Ein Koffer voller Hoffnung“. Das geht um die fümf Milljohn Auswandara, die üba Hambuich ausgewandat sint – mit nix alzn Koffa. Unt wiech mah Besuch aus Auschtraljen hadde, wahdas ne gude Gelehgnheit. Mein Juhntfroint Karl-Heinrich iss nemmich foa üba fümfzich Jahn selba aus Hambuich ausgewandat unt sein Irene noch lenga her. Aba sein Froint Kerry iss nich pesöhnlich ausgewandat (sondan seine Grohßeltan) unt auch nich aus Doitschland (sondan aus Irland) un Janice iss aus Noiseelant ausgewandat, aba nua ehm rüba nach Sydney – nua zweitausend Kilomehta: ischa gahnix im Fegleich. Unt Karl-Heinrich pä Fluchzeuch, aba Irene mitn Schiff. Aba nich aus Hambuich, sondan aus Litaun gleich nachn Kriech, un denn duich Doitschlant un denn von Neapl ab pah Monahte auf See. Alles fuichbah komplezeat, aba so wah das ehm mit den Auswandraschicksahln. Unt foa hunnatfümfzich Jahn wah das nich annas. Da kahm sie aus Schwedn un Denemark un Finnlant un Pohln un Russlant un Rumenien un Ungahn un Schechoslowahkei (wah damahls noch Östareich) un natüch aus Doitschlant, undi meistn gingn nach Amerika.

Und manche wahn fefojcht – alz Demokrahtn, alzas 1848 midda frietlichn Rewoluhtschohn nich geklapp hadde, oda alz Juhdn, wenn die Russn oda Pohln mah wieda was gehgn sie haddn. Oda eimfach wehgn Not un Elent un Ahmut un Hunga. Wöade man hoide Weatschaffsflüchlinge zu sahgn, un vieln Dank, brauchn wia nich, kannz nua rein, wennu ne Bescheinigunk haß, dassu n staatlich anekanntn Staatsfeint biss un wehnsts n pah Narbn foazeign kannz.

Un in Laderaum vonna CapSan haddn sie denn Bilda un Dokumente un Figuan-Arrangjemangs vonnehn Zustendn in ihre Heimahtn unt denn an Bort in Zwüschndeck ausgestellt: das roch richtich muffelich, wall sie da Holzwende eingezohgn haddn. In Hambuich innehn Lagan foa der Appfaht ginkas ja noch fass, da woadn sie büschn bessa behandlt, wah ja auchn Gescheff füa die Beteilichtn. Un woade direck füa geworbm: kommsie doch unt wandan Sie biddeschön üba Hambuich aus (un nich üba Bremahahfn)!

Unt wennsi denn entlich nach Wochn im Zwüschndeck drühbm ankahm – das happ ich mir auch ma angekuck, alzich zufech in Nujork wah. Da kahm die meistn eaßma nach Ellis Island, wosi denn wehnzns schummahn Blick aufas Gelohpte Lant hattn. Da woadn sie denn eaßma übaprühft: opp si auch genuch Gelt haddn un nich geschlesskrank wahn oda ferrückt unt keine Kommunistn. Unt manche haddn nich genuhch Gelt oda wahn tatsech geschlesskrank oda ferrückt oda fleich sogah Kommunistn, und die hahbm sie denn auch gleich mitn nehstn Schiff wida zurückgeschickt. Hoide issas n Musejum, wo das alles ekleat weat. Feaß mit ne Fehre hin, fobei anna Freiheizschtatue. Die Besucha sint empweda Turistn oda Amrikana, die ma sehn wolln, wo iare Foafahn ian eaßtn Fuhß an Lant gesezz hahbm.

Un diese Amis und Aussies und Kanader wolln wia jezz auch anlockn. Die wolln doch bestimp auch wissn, wo ire Foafahn in See gestochn sint! Dafüa haddi Stadt nu auch aufa Veddel, wo die Untakümfte wahn, n richtiges Auswandaramusejum gebaut. Heiß Ballinstadt, nach dehn Direkta vonna HAPAG, die das mah als Kwatia gebaut hat, wosi denn auf die Hapag-Damfa gewahdet habm. Iss aba nix von nach gewehsn, darum hahbm sie n pah Geboide wieda aufgebaut. Aba wer weiß: Fleich mussi Stadt in hundat Jahn denn auch mah wie auf Ellis Island n Einwandaramusejum baun! Füa unsre eichnen Einwandara. Die heißn jetz aba Flüchtlinge oder Geflüchtete oder noiadinx Zuwandara.

Affi

Als Kint happich mich majchma gewundat, wennich was von „raffiniatn Zugga“ gelesen happ. Soll aba nua „gereinicht un weißgemachd“ heißn, un das machn sie ehm inna Raffinarie. Aba was is denn dann nu wieda ne Affinerie? Das wollten wia denn mit den Senioan vonna Gewääkschaff Verdi rausfindn unt sint zur Affi gefahn, was eintlich Norddoitsche Affinarie heiß. Die iss aufa Peute-Elp’insl un kommsu üba Veddel hin. Also, die Affi iss ganz eimfach ne Kupfa-Hüdde. Hüdde ischunn wieda son Wort, das nich paßt: iss nemmich ne riesige Febrik-Anlage von ein Kwadratkilomeda Fleche! Am Müggenburger Kanal. Kannz auch an sehn, dass Hambuich nich nua Handl un Wandl un Dienzleisdung iss, sondan auch die größde doitsche Induschtriestadt. Unni Affi hat üba zweihunnat Jahre Tradizjohn – und deswegn auch ne Tradizjohnsfahne.

Eaß mußtn wia uns n langn Foatrach anhöan, wie erfojchreich die Fehma iss un Numma zwei in Orropa un wie umweltfrointlich, un sie bildn massnweise Lealinge aus, und foa alln auch viele ausn Migrantnbereich. Un denn gings runt, eaß mitn Bus un denn zufuß. Also Affinarie heiß, Metall weat von andre Materialijen appgetrennt. Originalzustant iss ne Mischung aus Kupfa, Eisn un Schwehfl – 30-30-30, un büschn was dazu. Das heiß Kondensat un is sechzich Pozent vonna Ausganxmasse un komp haupsechlich aus Sütamerika, besondas aus Schile. Das weat hoide schun in Bruhnsbüddl umgelahdn un dann in Schuhtn heagebrachd – die Schuhp-Febende fahn runt um die Ua, damit das kein Lealauf giep. Da werdn denn eaßma Pladdn aus gemacht von viahundatzwanzich Kilo, Größe ungefea ein Meta mahln Meta. Die heißn Anoden, unt wennu in Füsiek aufgepassd haß, denn ahnzu schun, was komp: die werdn inn Wassabad gehenkd, Strom duichgeleided, un nach drei Wochn kannzu das reine Kupfa appkratzn, mit 99-Komma-995 Pozent – nachn altn doitschn Reinheizgebot. Das sint dann die Katodn. Unt untn iss der Anodnschlamm, und da iss denn büschn Golt und Silba un Platin drin, un dass iss denn hübschn klein Nehmfedienz. Das Ganze heiß Elektrolüse. Un ein Haus weida iss die Gießwalzdrahtpresse. Da wird das Kupfa nochma gekocht und in Draht von acht Millimeta gezohgn. Un denn noch die Stranggußpresse für andre Formate, was ehm der Kunde so will. Zum Beispiel wenn der Michl n noies Dach braucht.

Fitzich Pozent is Kupfaschrott un weat gerizeiklt. Also nix wechschmeißn! Weat alles gebrauchd – Kupfa steck praktisch üba’all drin, fümmunzwanzich Kilo allein in jedn Audo, un erßma in Elektronik un alles! Unt natüch in jedn Kahbl, wall Kupfa so gut Strom unt Wääme leidet – iss ehm n intelligentes Metall, meint die Affi. Weiß ich aba auch nich, was das heißn soll. Die Schrotthendla komm da gah nich nach mitn Bedahf, und denn komm noch die Schinesn un die Inda mit ihre waxnde Induschtrie un kaufm alles auf. Also Kupfa iss inn, un die Preise ziehn an, und wia solln alle n pah Axien kaufm, die bringn mea als jedes Spahbuch! Gut füa den Nachschuhp wah, dass der Oiro gekomm iss: auch wenn in dehn altn Fennign haupsechlich Eisn wah, aba die Lire aus Italien, üba die alle imma gelachd hahbn: reines Kupfa! Un die Affi hat zwanzichtausn Tonn gekaufd, fallzich das richtich festandn happ.

Das Ganze koss natüch Strom, unt wenni Strompreise steign, ergat sich der eine Kabbitalist üba den andan – das sint denn so die berühmtn Widasprüche im Kabbitalismus! Un Doktor Marnette vonna Affi nimp da kein Blatt foan Munt unt geht auch schummah zum Grünkohlessn vonna SPD, wenn Münte komp. Happich seps gesehn. Unt deswegn baut die Affi sich jetz ia eichnes Kraffwääk un kaufd alles ausn Gelbn Sack auf, was man nich rizeikln kann un febrennt das als Müllkraffwääk. Fint der Nabu zwah auch nich gut, aba sint auch wieda Ahbeizplezze, auch wenn wia alz Verdi da nich füa zustendich sint. Sondan IG Chemie, oppwohl das ja um Metalle geht. Das soll einn nu festehn. Fotografian doaftn wia leida nich, ich nehm an wehgn Schpionajegefah – die Schinesn schlahfn nich! Nua beida Hummel-Figua aus reinn Kupfa (die is in fümfzinn Jahn femutlich grün) haddn sie nix dagehgn, und auch nich bei dehn schinesischn Drachn, dehn die Leawerkstatt gebaut hat: dehn kenn die Brüda nemmich schunn vonnehn Schinesischn Wochn lezzes Jah …

PS

Wennu nu die Affi suchn gehß, denn weaßu entoischd. Die finzu gahnich; heiß jezz nemmich annas. Un zwah Aurubis, das soll rodes Golt heißen. Hat aba weniga mit Po‘isie zu tun, as wie mit gescheffliche Feheltnisse: Nachdem sie ne belgische Feama geschluck hahbm, mußte n noin Dachnahm her. Wie bein Schokoriegl: „Raider heiß jetz Twix...“

Bietsch

Strant hahbm wir ja einign anna Elbe. Von Noimühln an appwääts bis Schulau, außa wo Böschungn mit Steine und Schlaggn außa Affi aufgeschüddet sint. Dann die Elpsände, wodu nua mitn Boot hinkomms, un früa auch die Insln in jetzign Hahfngebiet. Daschunn lange hea, abba jetz komm Strant wieda zuhn Foaschein, wo Hahfnanlahgn abgebaut sint wie die ejemahlige Doitsche Wääf gehgnüba von Landunksbrückn. Intrissant zu sehn, wie da büschn Stück Netua sich unta de Wääf festeck hadde un sich nu auf eimah wieda ans Lich traut.

Aba jetz hahbm wir auch Bietsch. Bietsch iss nich gleich Strant: Strant is ja, wo Welln an leckn un denn auch Ebbe un Fluht ia Spielchen treibm. Bietsch is, wohman unta Palm sitz un Keipiranja trink oda Wolliball spielt. Bietsch is eimfach pah Tonn Sant hingeschüddet, pah Liegestühle aufgestellt, Plastikpalmm inni Ääde gerammt, Sonnscheame, Tehke, un fettich is dä Bietschklupp. Sowas hahbm wia nu sechs Stück am Hahfnrant, von Aldona bis Hammabrook. Da iss Heileif mit Parti un Dröhnunk un Techno un Hipphopp un Hause un Fank, was die jungn Loide von der Spaßgeneratzjohn unt ihre Partizehne ehm so auf stehn. Aba offm iss nua im Somma (Strand Pauli noiadinx auch in Wintamantel statt Bikini). Spehta, wenn Stoamfluhtn komm, mussa Sant wech sein, sonz gieps Erga. Stelldirvoa, dass weat alles inni Elbe gespüült: Muß ja stendich der Bagga ran, damit die Kontenaschiffe kein Gruntberührunk hahbm. Guht dassi Palmn gehgnüba von Blohm-un-Voss aus Plaste sint. Müsstn sonz ja inz Wintakwahtia, damit si nich efrian.

Wennu mich fraachs: allns Kramf. Aba hat auch sein Guhtiss: Denn gehn wehniga anni Strende von Öhwlgönne bis Wittnbergn. Unt wia hahbm büschn mea Rue voa Grillduft, Koffaradio un Biergesenge. Wenn si aba denn wieda pah Tonn Sant aufn Rathausmahk schüddn unt um n Bietschwolliball-Kapp baggan, dann fint ich, sie solln die Bannmeile scherfa anwendn. Ischa ne schlimmare Belestigunk vonna pallamentarischn Dimmokrati alz ne Bauwahgndehmo von Bambulefeein.

Stoamflut

Alzich voa pah Jahn inni Elpneje gezoghn bin, dachtn meine süddoitschn Froinde, ich steh balt unta Wassa. Die haddn noch das Elbehochwassa von 98 im Kopp, das damahlz die Regierunk geredded hat, wehgn Tatkraff un Böaganeje un Platzek in Gummistiebln aufm Odadeich. Aba eaßns kahm das von ohbm außa Schechei un hatzich bis hia untn lenks innehn Wiesn felaufn. Un zweitnz is das Elpuhfa hia, wojch wohn, fast vitzich Mehta hohch, un außadehm pah hundat Mehda lanteinwääz. Unt Stoamfluht komp ja von untn die Elbe hohch un kann schummah pah Mehta üba Nommal-Hohchwassa sein. Aba gieps natüch nich alle Tage.

Un nich bei alle kompass zune Flutkaddastrofe wie zweiunsechzich, wo üba dreijundat Loide ums Lehm gekomm sint. Damahlz habm wia in unse Schtudentnbuhde fümfhunnat Kilomehta emfäänt annehn Lautsprechan gehock un das Drama mitfefojcht. Danach hahbm sie denn ja Hochwassaschutzmauan gemauat un die Deiche höa gemacht un Spääwääke an den Nehmflüssn. Un was komp dabei raus: Fluhtn steign noch höa, wall sie sich nich mea inni Wiesn felaufn könn. Inna Statt weat aba weniga übaschwemmt, un Rathausmaakt steht denn auch nich mea gleich unta Wassa. Secksunsiebzich wah fastn Mehta höa als Zweiunsechzich, aba iss nich mea viel passiat. Kannz in Toiflsbrügge noch sehn, wo sie an son Fahl beide Markn angebrach hahbm.

Aba jehdn Herps un Früjah komm reglmeßich Warnungn übas Radijo: Hoide weat das Morgnhochwassa anna doitschn Nortseeküste un das Nachmittachshochwassa in Brehm un Hambuich zwei Mehta üban nommahln Hochwassa eintrehtn. Un denn gehn wia majchmah hin unt kuckn zu. Fleich loif ja doch mahn Kella voll, un denn könn wia n gutes Werk tun! Aba nee, und wenn denn iss die Foiawea soweso schnella. Wissn ja auch schon fohea Bescheit! Schlimmssnfalz müssn denn in Noimühln unt aufm Sampauli Fischmahk pah Audos ausm Wassa gezohgn werdn, wo die Loide ahms keine Nachrichtn gehöat hahbm.

Aba noilich wahs denn doch mah soweit. Hoide weat das Morgnhochwassa – un denn binnich hin zuhn Fischmahk. Da haddn sie mitn grohßn Eisentoa den ganzn Fischmahk appgerieglt, dassas Wassa nicht nach inn loif. Aba die ejemalige Fischauzionshalle stant natüch dreivittlmehdahoch unna Wassa, aba di kenn das schunn, un in den Bürohaus anna Elpstraße haddn Schott nich richich geschlossn: Wassa in Kella un Pahkett fesaut. Fäänsehn wa natüch auch da: Reporta mit Gummistiefl in Wassa, dassas büschn nach was aussieht: hedda genauso gut am Ufa machen könn! Pah Audos musstn sie noch rausziehn – die haddn wull nich aufgepass! Aba sonz iss nich viel passiat – hahbm ja schunn Übunk dadrin! Wah zwei-meda-achunsechzich üban mittlaren Hochwassa.

Moses

Alz Junge haddichn Buch (das heiß, ich happas hoide noch), ne Oginahlausgabe von 1911: Was ein Schiffsjungentagebuch erzählt. Von ein gewissn Hans Bötticher. Da ezehlt er, wie er 1901 von Saxn nach Hambuich gekomm iss und denn in Hambuich aufa Dreimass-Bahk Elli angeheuat hat un denn alz Moses n Törn nach Middlamerika mitgemach hat. Moses? Moses is der Schiffsjunge, sozusahn der Lealink an Bort. Iss füa alles un nix zustendich, wie das bei Azubis ehm so is. Und damahz aufn Sehglschiff wah das natüch eaß rech kein Zuckaschleckn, ganz untn inna Hiraschie und Haue gahps gratieß. Darum wollde er in Belize in Middlamerika auch apphaun, aba denn hahbm sie ihn geschnapp un er mußte wieda an Bort. Unt wenna nich in Liverpool abgemustat hedde, denn wea er femutlich Leichmatrose gewordn, denn Vollmatrose, und mit Glück und Wellnschlach fleich auch eankwann mah Kaptein. Aba er hadde eaßma genuch vonna krisslichn Seefaht; un denn issa doch „als Mariner im Kriech“ gefahn, vitzinn-achzinn. Unt da hadda auchn Buch üba geschriem – unta ehm den Tietl, un da nannte er sich Gustav Hester...

Warum der Schiffsjunge Moses heiß, da giepas feschiedene Ansichtn üba. Manche mein, das komp von Spanischn, da heiß nemmich „mozo“ Boasche. Andere mein, das komp, wall Moses außa Biebl der jünkste Schiffer aller Zeitn wah. Woso? Walla doch als Soichlink inn Schehfkörpchen aufn Nil rumgeschippat is, bis Farajohs Tochta ihn gefundn hat! Hoide wea das kein geflochdenen Körpchen mea, sondan ischa allnz aus Plastik. Un tatsech happich noich ma am Elpufa sone blaue Bebi-Badewanne gefundn! Da happich mich denn gefrahch, op da fleich auchn zukümftign Moses dringelegen hat, der denn fleich aufn Kontenaschiff als Schiffsjunge angehoiat hat. Oda sich in Laderaum fekrochn, als blindn Passajia. Aba kannz ma sehn: nommahl hedde sein Mudda ihn hoide inne Bebiklabbe abgelehcht, unt er hedde gah keine Schangs gehabt, Moses zu werdn, unt hia anna Elbe lassn sie ihn denn gleich paddln! Könntoch sein und wia höan eines Tages von ein, der mit noie Schrifftahfln ankomp un pah noie Gebohde fekündet: Du soss die Elbe nich fetiefn (ohne Riesndamfa gehtas auch) oda du sossi Volksbefragung ärnz nehm (unnas undimmokratische Wahlrech ändan) oda du soss aufi Richda höan (unni Finga von Rohsngahtn lassen – ohne Eabuss-Frachwäsion-Landebahn-Felengarunk gehtas auch)...

Hans Bötticher is ühprinx spehta denn noch ganz bekannt gewordn. Aba da hadda denn anders geheißn: Joachim Ringelnatz.

Alda Elptunnl

Möchsma mittn in Hambuich sein un in fümf Minuhtn im Auslant? Unt im Audo sitzn un Fahstuhl fahn? Un denn unta der Elbe duichfahn? Kannzu alles hahbm. Muß blohß bei den Landunksbrückn zuhn Altn Elptunnl fahn, zwei Oiro zahln (Fußgenga un Radfahra umsonz), un das geht lohs. Wie voa hundat Jahn: wahjane Sensatzjohn alza Elbtunnl 1911 direck in Freihahfn gink. Alladinks, Audos gahpas da nich viel. Wah mea füa Werfahbeita un Schaualoide un Ferdewahgn.

So wah das bis 2013. Denn hoide is drühm gah kein Ausland mea. Den Freihafn hahbm sie nemmich nach 124 Jahn aufgelöst, wallas inna EU kein Zoll mea giep.

Von außn könnde das auch ne Aht Eanhalle sein: Santsteinblöcke un griechischn Portikuss un grüne Kubbl wi beim Pantion in Rom (is aba zuzeit braun von frischgemachtn Kupfa). Drei Fahstühle, jehdn füa zwei Audos. Fuhßgenga hahbm n eichnen Fahstuhl, könn aba auch auf ne Trebbe runtagehn. Un denn viahundatsecksunzwanzich Mehta unna die Elbe duich. Üba dia hassu nua secks Mehta Erde un dann kommti Elpsohle un denn dreizinn Mehta Wassa. Hahbm si orntlich hüpsch gemach damahlz: annehn Wändn glasiate Kachln mit Hahfn- un Seemotiewe: Fische un Schahlntiare un Delfine un - - - un Rattn die in olln Stiebl rumkriechn! Eine Röhre hin, eine zurück. Unt wennu drühbm ankomps, feaß wieda hoch un denn waßu früa ehm zollmehßich schunn inn Auslant – aba da iss gah nix. Hass ja nix zu verdeklarean un auch nich umgekeat: nich so wie früa wodi Schauerloide in ian Zamplbüdl Kaffebohn haddn, als „Kanicklfudda“. Und wenn der Grüne denn frahchte: das soll Kanicklfudda sein, sahch Hein: wenn se dat nich möhcht – wat anners kreegt se nich. Die Gegnt sieht hoide ziemich leer aus – keine Werftn mea, un Fracht geht allns üba die Kontenatörminells. Un da kommsu leichta hin, wennu den noin Elptunnl in Ohtmarschn nimms unt übadi Köhlbrantbrügge feaß. Undi Fean fahn ja auch noch.

Musejumshahfn

Hambuich hat ja imma vonna Schiffaht gelehp. Unt meiße Zeit wahnas Sehglschiffe. Mussia foahstelln: monahdelank ünnawehgns, denn komp entlich dä Loichtoam von Noiwääk in Sich, un denn braußu imma noch pah Tahge, bissu di hundatzwanzich Kilomehta nach Hambuich hinna dich gebrach haß. Auch wenni Fluht hilf: bei Osswint kroiz man doch gut un gään drei Tahge gehgn an. Määkwöadich, Dampfschiffe giepas nu seit zweihundat Jahn, aba Sehglschiffe woadn noch bis in Zwanzichstn Jahhundat gebaut. Un ich mein Ahbeitschiffe, nich blohß Jachtn, zum Beispihl die Grohßsehchla vonna Fleiing Pi-Lein oda Fischkudda inna Nortsee un Ehwa aufa Elbe. Hoide kannzu nua abbunzu mahn Ehwa aufa Elbe foa Finknwerda fischn sehn. Alz wir klein wahn, kannde mein Vadda n Ehwaführa, der aufa Elbe sein Rewia hadde. Unt einmal sint wir denn mitgefahn, von Aldonah Fischareihahfn bis Glückstatt. Wolltich imma mah wieda machn, aba dass geht nu nich mea, höhstns ma mitn Musejums-Ewa.

Denn wennu hoide n Ehwa aussa Nehe sehn wiss, mussu nachn Musejumshahfn von Öwlgönne gehn. Da hahmsi siebzinn Schiffe un ein Eisbrecha. Un wenn Tach dä Offnen Luhke iss, das heiß Lange Nach der Musehn, denn güldet das auch füan Musejumhahfn, un denn kannzu die Schiffe besichtign unt mit einige auch mah pah Minuhtn fahn, aba dascha denn nich das. Wir sint denn ahms nacha Keache ma hin – aba nich wassu denks, wia wahn nich zuhn Goddesdienz: wah Konzäät mit Tedejum alz Noie Musiek. Und das auf nüchtan Mahgn.

Un da laach denn zum Beispihl Ehwa Elfriede, die gehöat den Altona‘a Musejum. Hundat Jahre alt, aba schunn ganz aus Eisn, mit ein Mass un Seitnschwerta un flachn Bohdn. Issn Foateil, wennu inni klein Elphehfn wiss: wehgn künzliche Elpfetiefunk feschlickn die imma mea, un mitn Kielboot kommssu da kaum noch rein. Hoide issas ne Kru von vier Mann beziunksweise Frau, die den alz Freizeit fleech un sehglt. Unt Laderaum iss nu Aufnthalzraum. Aba kannz noch sehn, dassas mahn Ahbeitschiff wah un keine Lucksusjacht.

Eine Stuhfe üba Ewa iss Kudda. Da liechtn guhtn altn Finkwarda Kudda, heiß deshalp denn auch HF 294. Hat aba auch nochn böagalichn Nahm: Präsident Freiherr von Maltzahn. Das ischunn richtign Schiff, mit zwei Mastn un dreiunzwanzich Mehta lank un dreihundatzwanzich Mehta Sehglfleche. Elfriede hat nua zweiunsiebzich und iss fümfzinn Mehta lank. Laderaum iss jetz für Loide statt Fische eingerichdet, das heiß Kojen un Sitzegge un Pentri un Nawigazjohnskamma. Aba da iss hoide auch nich mea alles wie früa: füa Sextant braußu jahn Horizont unt Ge-Pe-Ess funzoniat auch in Nehbl. Kannzja hoide nich mea feantwortn, dassu dich fefeast, un denn geht fleich noch Kuntschaff üba Bort! Kannz nemmich auch mietn füa Betrihpsfeste oda silbane Hochzeit. Der Kudda ischun richtich sehgengich, unni Nortsee macht ihn gahnix. Dehn hett auch Klaus Mewes genomm, wenn Gojch Fock mah wieda "Seefaht is Noht" geruhfn hat un he dat Öltüüch antreckn mutt.

Un denn sinna noch nosstalgische Damfschiffe: Hahfnschlebba, Backassn, Foiaschiff Elbe Drei. Aba wia habm unz Eisbrecha Stettin angekuck, schwaaz, mit rundn Rumf, dassas Eis ihn nicks tuhn kann. Zweiunfümfzich Mehta lank un zweitausnd zweihundat Pe-Ess unna die Haube. Iss eaß seit einunachzich in Pangsiohn un macht noch Hobbifahtn. Baujah dreiundreißich, unt weat imma noch mit Kohle befoiat. Die kommp ganz stielech aus Obaschlehsien. Weat hoide allns eanamplich duichgefüat, undi die Hobbimatrosn müssn denn auch imma ran un Kohln schibbn. Entschprechnt mussu aufpassn, wennu dehn Maschihnraum besichtichst, sonz mussu hintahea Toledde suchn zuhn Hendewaschn. Gotzeidank giepas hoide auchn Dahmkloh: früa galti eisanne Rehgl: Frau an Bord brinkt Unglück. Un denn brauchte man ja nicks füa kleine Mehtchen. Ganz ohm iss Brücke, allns soliede in Holz geahbeidet, mit manuelln Maschientelegrahf unt alles, Kahtnraum füan Singnalgass, un freie Sich aufi Eisbääge... Aba wia sint ein Stock tiefa nach Fiete sein Reich: kleine Bah, wohdu Bia trinken kannz oda Köhm, un dazu kaltn Schweinebrahtn mit Broht. Umsonz, aba klein Spende weaht nich appgewiesn. Unt wennu Aptiet auf Katofflsupp haß, geht Fiete nach untn nacha Kombühse un holt ne Terrine.

Un so binnich doch noch zu mein Ahmbroht gekomm. Aba das wah denn schunn nach Middanacht.

Achso, inna Hahfnzitti giep das jetz auch nochn Tradizionsschiffhahfn, im Santoahahfn. Da iss auch imma mal „Open Ship“, wennu mah büschn Tradizion spüan wiss. Un Harrys Hahfnbasah iss da auch.

Hahfnbasah

Diese Geschichde fenk trauriga an, alzi aufhöat, denn Karin Rosenberg is mittleweile auch gestorbm und ihr junge Tochta konnde das nich weitafüan un Dokta Boos, der das dann gemacht hat, is auch junk gestorbm. Aba Caro mit ian gemeinnützign Froindeskreis haddas nu in historischn Schwimmkran „Greif“ im Musejumshafn am Santoa-Kai unnagebracht.

Aber nu eaßma, wie das wah! Herbatstraße auf Sampauli kennt jeda, wo an beide Endn graue Stahlwende vor sint, damit keine Juhntlichn sich dahin fe’ehrn un fleich fedorbn werdn (oda Fraun, die fleich Konkorenz machn wolln). Aba da giepas auch noch Straßn, die heißn nach andre Nahm: Friedrich un Balduin un Erich – die sint ea unaufellich, außa Ecke Erich un Balduin: da iss nemmich Harrys Hafenbasah! Ekennt man schunn annehn Giraffn di voa der Tüa stehn, wenn auf iss.

Innehn altn Zeitn, wenni Seeloide nach Monahtn auf See nach Hambuich kahm, wahn die eaßn Schridde imma nacha Bernhard-Nocht-Straße in Sampauli. Da hahbm sie denn fekauf, wassi in alla Herrn Lenda aufgetriehbm haddn. Brauchtn ja viel Gelt auf Sampauli, un das krichtn sie denn von Harry Rosenberg. Hoide komm nich mea soviel, denn auf son Kontenariesn ahbeitn ja grade ma zehn Mann, un die komm gahnich mea nach Sampauli. Un Harrys Gescheff geht denn auch nich mea so guht. Iss auch gah nich mea Harrys, sondan sein Tochta Karins. Und denn mußte sie auch noch pahmah umziehn, wall die Mietn imma toira woadn. Da hahbm denn pah Loide von eingeschriebenen Froindeskreis mit angefaßt. Hahfn un Sampauli iss lenks nich mea, wassas mah wah, aba büschn Nachbahschaffsheefe giepas denn doch noch.

Eaßma mussdest du zwei-fümfzich (hoide fümf) Eintritt zahln – issja auch wien Musejum. Un denn sießu in zwanzich Roim, einschließlich Kella, enk aufgestellt un bis anni Decke, mit nua schmahle Genge zwüschn, afikaansche Maskn un Schtatuen, aus Holz un Ton un Goltunsilba, außestopfte Tiere unt nachgemachde (oda fleich auch echde?) Schrumfköpfe, auch Gemehlde un Musiekinschtrumente, Tauwääk, allalei seemennischn Krimskrams, auch viel exotischn (un erotischn) Krempl, angehplich einunachzichtausendzweihundatdreiunachzich Stück – „kannz ja nachzehln, wennu das nich glaups!“. Siet aba sogah noch nach mea aus. Unt wennu was füa zehn Oiro kaufs, weat Eintritt teilweise angerechnet. Ich happn klein indonehsischn Buddlschipp füa sechs-fümfzich genomm. Un wennu füa dein Schungl-Pahti mahn ausgestopftn Leopardn brauß, konntestu den auch bei Karin Rosenberg auslein. Aba Karin wah auch midda Zeit gegang: du konntest di Sachn auch im Intanet bestelln. Ohnedehm könntas Gescheff kaum übalehbm, meinte sie.

Aba nu iss Ende-gut-alles-gut. Estaunlich, wie geroimich son Schwimmkran unta der Wassa’obafleche iss! Da stehn nun die intrissantestn Sachn (insgesamt sintas nu üba dreihunnattausnd) drinne. Dassas nu nich mea in Sampauli iss, sondan inna Hahfnzitti, hat fleich auch sein Gutes: Im Tradizonsschiffhahfn komm femutlich mea Loide fobei als inna unscheinbahn Nehmstraße in Sampauli. Unni uasprünglichn Liefarantn, die Seeloide, komm sowiso nich mea nach Sampauli. Aba auch nich inni Hahfnzitti. Was solln sie da auch!

Kaffeklabbe

Inna gutn alt Zeit… als der Hahfn nochn Hahfn wah und nich nua n Kontenastahplplazz. Als noch dschehn Morgn annehn Landunxbrüggn Tausnde von Werf’abbeitan un annre Beschefftichde inni Backassn stiegn un nach Steinwerda übagesetz sint – da gab das denn in viele Lagerschuppn ne Ecke mitn klein Schalda zur Küche, wo du füa wenich Geld wassu fuddan kaufn konndest, wenn du kein Muddi haddest, di dia deine Feflegunk in ein Henkelmann oda „Essnteng“ mitgegehm hat. Un natüllich auch Kaffe. Deswehgn hießen diese Fekaufstelln Kaffeklabbe. Kannz hoide noch eine in Hahfnmuseum in Schuppn 50 bewundan. Aba manchmal wa das denn auch ne richdige Kantine, wo du anstennich was füan Mahgn kriegn konndest, zum Beispiel Frekandelln odan Mettbrot. Unt ehm Kaffe. Eintlich sollde das ma die Arbeidaklasse im Auftrach der Betriepsleitunk vonn Toifl Alkohol fäänhaltn. Üba zwanzich Stück gahp das in Hahfn, jetz nua noch eine.

Die letzte ihres Geschlechs iss am Obahahfn, wo die Speichastadt anfenk, beziunksweise aufhöat. Die steht seit fass hunnat Jahn beina untan Bahnkörpa, der von Haupahnhof nachn Elpbrüggn füat, un darum heiß sie auch Obahahfn-Kantine. Anita Händel hat sie 72 Schahre lank gefüat, praktisch von ian zwölftn Lehmsja als Tochta vom Besitza Hermann Sparr bis an ia Lehmsende mit 84, un imma morrns ab fümf, wenni eaßn Geste vonna Schich kahm.

Denn gink das hin-un-her middi Besitza, un zeitlank sah das so aus, as opp sie keine Zukumf hadde. Das wah auch, wall sie bei Stoamflut unna Wassa steht. Pahmal vollkomm abgesoffn, alles ruiniat, unt imma wieda angepackt. Das Haus hat nu ne ziemliche Schlachseide, aba keine Anx, du rutsch nich wech: die Möhbl unni Tehke un alles stehn trotzdem egahl.

Un nu gieps auch Kultua mit Lesungn un Gesank. Un nehman iss das Obahahfn-Quartia mit alte Lagahalln und junge Künzla, aba das is noch nich so richtich inni Genge gekomm. Künzla un Hahfnzitti-Fewaltunk müssn sich wull gehenseitich noch die Hörna abstoßn. Immahin hat unse Bend schummal unta dea Eisnbahnbrügge gespielt. Mit Eisnbahnrumpln als Festääkung füa Winfried sein Schlachzoich.

Schiffe

Hafenschlepper „Jörn“

Backassn

Unse Statt lehpja zuhn grohßn Teil von Übaseefekea, un wassi Kontena betrifft, iss uns in Orropa nua Rotterdam noch üba. Darum denkn manche fleich, wenn sie an Hamburga Hahfn denkn, haupsechlich an die riesign Kontenafrachta. Aba die bleibm am Burchardkai oda Tollerort oda biegn in Köhlbrant nach Altnwerda app – bis inni Stadt komm die gah nich mea: viel zu lank un zu grohßn Tiefgank. Aba öffntlichn un priwahtn Nahfekea fint auch hoide noch aufm Wassa statt. Zum Beispihl, was aufm Lant die Audobusse sint, sint aufm Wassa die Hahfnfean. Ausfluhchsbusse sint die Alzadamfa. Un Kleinlasta, Großraumlimusihn, Saddlschlebba un Anhenga, Kempingbusse un all das gieps aufm Wassa auch: Barkassn, Schuten, Schlebba, Foialöschboode, Tankschiffe un was nich alles. Sint imma noch unfezichbah, komms ja nich übaall mitn Elkaweh hin und iss aussadehm toira. Un woas auf Zeit nich so ankommp, tuckan auch noch die Binnschiffe unauffellich duichn Hahfn, wo du denks, die gehn gleich unta, wallas Wassa anna nietriegn Bordkande imma so übaleckd. Un majchmah gehn die tatsechlich unta, wenner Käppm zuviel Promille hat. Denn kammann nua hoffn, dassa nua Köhm un nich auch noch Soire getankd hat, denn wenn die ausloifd, gieps Kaddaschtrohfnalahm. Komp tatsechlich alle pah Monahde voa.

Früa wah natüllich noch mea los: alz gehgnüba vonn Landunksbrückn noch das Ahbeitslehm voll in Gank wah unt auf Steinwerda noch all die Werftn im Betriep: Reiherstieg-Werft, Stülcken, Deutsche Werft, Blohm-un-Voss un nich nua Trockndock füa Reparatuan, und alz all die Hahfnbeckn noch schwer belehp wahn „mit ihrer Schiffe Mastenwald“, wie das in unse Nazonal-Hümne von 1828 heiß. Aba auch noch zu Damfschiffzeitn, da wah imman Mortzfekea, wenn Schichtwexl wah un Tausnde von Werftarbeitan un Schauerloitn – die die Fracht ein- un auslahdn – üba die Elbe an ire Ahbeizplezze musstn.

Aba wehgn dehn Kontenawehsn weat nu auch die Speichastatt mich mea gebraucht unt kann sich darum voll dehn Turismus öffnen. Denn das iss ja hoide die andre große Induschtrie; Wochnende in Hambuich mit Muhsikl-Besuhch: Mamma Mia, Könich der Löhwn oder was weiß ich, plus Stattruntfaht, Reepabahnbumml, noiadinx Elpfilamoni unt Hahfnruntfaht im Pauschalpaket iss bei unsan Lanzloitn außa Prowinz Flichprogramm. Unt so tummln sich massnweise Schiffe füa die Hahfnruntfaht aufa Elbe: ejemalige Flußdamfa vonna Oda, ausgemustate Seebehdaschiffe, leida auch nachgebaute Missippi-Schaufelraddamfa. Da ziehn wia doch unse kleinn Backassn voa. Wo die auch noch so nietliche Nahm hahbm: Anita Ehlers, Edwin II, Gerda II, Hans Hermann, Hein, Hildegard, Jan, Klaus, Otto, Ruth, Feine Deern, Lütte Deern, Seute Deern unzoweita. Unt so lütt wi die sint – ich fintas imma noch eindruxvoll, wie die sich beim Applehgn mit volla Paua inni Koawe lehgn, besondas bei Wint-un-Welln, dassas man nua so schäump un spritz. Unt wenn dann Loide aufm Pongtong stehn un fleich ne kleine Dusche appkriegn, könndesdu aufn Gedankn komm, der Käppm machdas extra un mit Willn.

Kapsandijego

Früa wahn die Schiffe hüpscha. Seglschiffe sowiso, aba auch die Damfa, oppwohl die natüch lenks kein Damfmeschine mehr haddn. Sondan Diesl. Ein liech noch anne Übaseebrügge, links von Landunksbrüggn, wennu davoastehß. Heiß offizinell Cap San Diego un iss nur noch halpwehchs n Schiff, iss mehrn Musejum. Siehzo aus wiedi Frach-Schiffe früa ehm aussahn: spitzn Stehwn, schlanke Linjenführunk, Ladeboime. Untare Wassalinje rote Roschutzfahbe, obn allns schneeweiß, mit rotn Dach: deswehng issi in Matrohsnkraisn auch alz der Weiße Schwan des Sühtatlantik bekannt. Wah ne ganze Serije, hießn alle Cap San Sowiso, Gebohrzort Doitsche Werf in Hambuich. Fuhrn meißens nach Sühtamerika, Banahn holn, Küe, Kaffe, Taback un so, auch mit Tiefküülfach füa Rintfleisch. Umgekehrt Gerehde, Audos, Maschihnn. 159 Mehta lank, 21 breit. Schwerm die Loide hoide noch von, ischa auch wehrkch ne elegante Ledi. Und wennu sie mal mitn modernn Kontenerfrachta vergleichs: die sind dick un breit un massnweise Kontener aufm Deck, sehn mehr wien Stapelplatz aus as wien Schiff. Nehm wir ma die zu Zeit gröhste: CMA CGM Antoine de Saint-Exupéry – doppel so lank, doppel so breit, doppel so hoch. Un halp so hüpsch. Eimah im Jah fehrti Kap-San noch, aba nur bis Kuxhahfn. Denn hoian die altn Maschinistn noch ma an und bringn die 11.650 Pe-Ess wieda auf Trapp. Kannzu mitfahn, koss 140 Oiros.

Kannzi auch mietn, für Parti. Noich wahjch mah da, zune Lehsunk. Ehrss Maschihnraum besichticht, denn in Salong: Auszuch ausn Krimminalromahn, spielte aufn ehnlichn Schiff: Frachta auf Fään'osstuhr mit pah Passajiere ambort. Hauppesohn wahn waiplichen Boddigahrd unt Auftrachskilla im Nehmberuhf, Figuan wahn büschn styrotyp, alla fesoffna Junnalist, ungleiches Liebisspah, felehpte Schöhnheit, die aintlich ne Transe wah, unzoweida. Wah nich so pricklnt, aba ich hab trotzdehm einn gekauf: wehgn Audogramm vonna Fefasserin. Unt zur E'innerunk ann Weißn Schwan.

Schlebbakriech

Happich früa imma bewundat, wenn ich mah am Hahfn wah: die Schlebba mitn hohn Schonnstein. Die hießn zum Beispihl Bugsier 15 oda Fairplay VI. Wie die die Schutn un Prahms un Pontongs kweer duichn Hahfn geschlepp hahbm oda die grohßn Pödde manöwariat. Hoide siehßu son Damfschlebba nua noch in Musejumshahfn Öwlgönne, un der heiß nich zufellich Tiger