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Chinesische Diätetik erlernen & anwenden
Noch nie wurde die Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin so umfassend und anwenderfreundlich dargestellt. Vom Grundlagenwissen über die Ernährung in allen Lebensphasen bis zu Nachschlageregister und Rezepten - dieses beeindruckende Anwenderbuch ist ein Muss für alle, die tiefer in die faszinierende TCM-Ernährung einsteigen möchten, die in Ausbildung sind oder die therapeutisch arbeiten. Das Mutter-Tochter-Autorinnenduo – Weggefährtinnen der TCM-Pionierin Barbara Temelie, teilen ihr tiefes Wissen und ihren gesamten Erfahrungsschatz.
Lernen Sie von den Expertinnen
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 537
Veröffentlichungsjahr: 2025
Beatrice Trebuth, Franziska Trebuth
1. Auflage 2025
80 Abbildungen
Dieses Buch, das die Essenz unseres Wissens enthält, ist ein Ausdruck unserer Dankbarkeit gegenüber all den Menschen, die uns auf unserem Weg inspiriert, begleitet und unterstützt haben.
Wir möchten unserem Mann und Vater danken, der uns immer unterstützt und ermutigt hat. Seine Liebe und sein Vertrauen haben uns die Kraft gegeben, unsere Träume zu verwirklichen und dieses Buch zu schreiben. Danke für deine Liebe – wir widmen dir dieses Buch.
Mutter & Tochter
dieses Handbuch ist zum Gebrauch gedacht. Sie können es Seite für Seite lesen oder direkt zu den Kapiteln springen, die Sie besonders interessieren. Und wenn das Buch bei der Anwendung Fettflecken bekommt, ist es eine Auszeichnung!
Als die Anfrage des Verlages kam, ob wir dieses Buch schreiben wollten, saßen wir gerade zusammen und taten das, was unsere Arbeit mit der TCM ausmacht: Wir haben Menschen in einem TCM-Ernährungs-Retreat zusammengebracht, haben gekocht, in der Küche angeleitet, sind mit ihnen in die Welt der TCM-Grundlagen eingetaucht und haben die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Ernährung beleuchtet. Die vielen Aha-Momente gaben uns den Impuls, das Wissen noch weiter zu verbreiten.
Wenn Sie dieses Buch für sich selbst lesen: Bleiben Sie neugierig, probieren Sie aus, und vielleicht können wir Sie motivieren, Ihr Wissen im Rahmen einer Diätetik-Ausbildung zu vertiefen, um Ernährungsberatungen anbieten zu können. Am Ende werden Sie merken, dass die komplex erscheinende Grundlage der TCM ganz einfach wird. Denn dann geht es um Gemüse, Gewürze und die Freude beim Essen.
Wenn Sie dieses Buch in der TCM-Praxis anwenden wollen, werden Sie nicht nur viel über sich selbst lernen und einen neuen Blick auf die Diätetik gewinnen, sondern Erklärungen und gezielte Tipps finden, die Ihre TCM-Diagnosen und Therapiemethoden untermauern.
Wenn Sie in einem medizinischen Gebiet tätig sind, finden Sie hier wertvolle Informationen, die Sie gezielt weitergeben können. Die praktischen Tipps können bestehende Therapien ergänzen, das Behandlungsspektrum erweitern und den Wunsch vieler Patientinnen und Patienten erfüllen, die Therapien selbst zu unterstützen.
Was vor über 35 Jahren gemeinsam mit Barbara Temelie, der Pionierin der Fünf Elemente Ernährung, begonnen hat, führen wir nun als Mutter-Tochter-Projekt weiter. Damals wie heute ist es uns ein Anliegen, das großartige Wissen der TCM-Ernährung zu verbreiten, zugänglich zu machen und zu teilen. Unser Ziel ist es, dieses Buch zu einem dauerhaften Begleiter zu machen. Es enthält alles Wissenswerte der TCM-Ernährung – für alle Lebenslagen, alle Generationen, die praktische Umsetzung und den Alltag.
Viel Freude beim Lesen, Nachschlagen und Kochen wünschen
Beatrice und Franziska
Titelei
Danksagung
Liebe Leserin, lieber Leser,
Grundlagen der TCM-Ernährung
Kurze Einführung in die TCM
Die Ernährung, eine Säule der TCM
Was bedeutet es eigentlich, ganzheitlich zu leben?
Das Tao, Yin und Yang
Das Tao
Yin und Yang
Die Prinzipien von Yin und Yang
Die Fünf Wandlungsphasen
Wandlungsphase Holz
Wandlungsphase Feuer
Wandlungsphase Erde
Wandlungsphase Metall
Wandlungsphase Wasser
Fütterungszyklus der Wandlungsphasen
Der Stoffwechsel aus Sicht der TCM
Das Qi
Wie viel Qi haben wir?
Blut
Flüssigkeiten/Säfte
Das Reistopfmodell
Der Dreifacherwärmer
Bildung von Blut, Flüssigkeiten und Säften im Dreifacherwärmer
Der Weg zur Diagnosefindung
Die Entstehung von Ungleichgewichten
Äußere Einflüsse
Innere Einflüsse
Sonstige Einflüsse
Die acht Leitkriterien
Yin/Yang
Außen/Innen
Hitze/Kälte
Fülle/Leere
Die Entstehung von Erkrankungsmustern
Qi-Mangel-Muster
Yang-Mangel-Muster
Yang-Fülle-Muster
Blutmangel-Muster
Yin-Mangel-Muster
Yin-Fülle-Muster
Geschmack und Thermik
Geschmack
Der süße Geschmack
Die Wirkung des süßen Geschmackes
Der fade Geschmack
Die Wirkung des faden Geschmackes
Der scharfe Geschmack
Die Wirkung des scharfen Geschmackes
Der salzige Geschmack
Die Wirkung des salzigen Geschmackes
Der saure Geschmack
Die Wirkung des sauren Geschmackes
Der bittere Geschmack
Die Wirkung des bitteren Geschmackes
Die Ausgewogenheit der Geschmäcker
Der Einsatz von Geschmäckern in den Jahreszeiten
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Thermik
Temperaturwirkung von Lebensmitteln
Kalte Thermik
Erfrischende Thermik
Neutrale Thermik
Warme Thermik
Heiße Thermik
Erkennen der Thermik durch Betrachtung
Wie Geschmack und Thermik therapeutisch eingesetzt werden
Klassifizierung von Lebensmitteln
Zur Entstehung der Lebensmittellisten
Getreide
Wirkung von Getreide
Die Wirkung von Getreide im Überblick
Getreide und Verdauung
Klassifizierung von Getreide
Amaranth(1)
Buchweizen(2)
Dinkel(3)
Gerste(4)
Hafer(5)
Hirse
Polenta (Maisgrieß)(7)
Quinoa(8)
Roggen(9)
Rundkornreis(10)
Basmati-Vollkornreis
Langkornreis(11)
Süßreis
Weizen(12)
Einsatz von Getreide
Getreideerzeugnisse
Gemüse
Wirkung von Gemüse
Gemüse mit erfrischender, kalter Thermik
Gemüse mit warmer Thermik
Zubereitung von Gemüse
Die Klassifizierung von Gemüse
Artischocke
Aubergine(13)
Brokkoli(14)
Fenchelknolle(15)
Frühlingszwiebel(16)
Gurke(17)
Karotte(18)
Kartoffel(19)
Knoblauch
Kohl(20)
Kohlrabi(21)
Kürbis (Moschus-, Muskat-, Butternut-, Hokkaidokürbis)
Lauch(22)
Pastinake(23)
Pilze (Austernpilz, Champignon, Shiitake)
Rettich(24)
Rote Bete
Salat(25)
Spargel(26)
Spinat(27)
Stangensellerie(28)
Süßkartoffel
Tomate(30)
Zucchini
Zwiebel
Früchte
Wirkung von Früchten
Heimisches Obst
Südfrüchte
Obstsäfte
Getrocknetes Obst
Roh oder gekocht als Kompott
Obst mit anderen Lebensmitteln kombinieren
Klassifizierung von Früchten
Apfel
Aprikose(31)
Banane(32)
Birne(33)
Dattel
Feige(34)
Grapefruit(35)
Himbeere
Kirsche(37)
Kokosnusswasser
Kokosnussfleisch/Kokosmilch
Mandarine(38)
Marone (Esskastanie)(39)
Maulbeere(40)
Orange(41)
Pfirsich(42)
Pflaume(43)
Traube/Weintraube
Wassermelone(44)
Zitrone(45)
Hülsenfrüchte
Wirkung von Hülsenfrüchten
Wirkung entsprechend den Farben
Anwendung und Dosierung
Zubereitung und Verdauungshilfen für Hülsenfrüchte
Einweichen
Verdauungshilfen beim Kochen
Gewürze zum Abschmecken
Hülsenfrüchte-Sprossen
Klassifizierung von Hülsenfrüchten
Adzukibohnen
Kichererbsen
Linsen
Mungbohnen(47)
Sojabohnen (gelb)(48)
Miso
Sojasauce
Tofu(49)
Tempeh
Schwarze Bohnen(50)
Fische
Wirkung von Fischen
Klassifizierung von Fischen
Barsch, (Fluss-, Rotbarsch), Zander, Forelle, Hering
Karpfen(51)
Kaviar
Makrele(52)
Sardinen
Meeresfrüchte
Wirkung von Meeresfrüchten
Klassifizierung von Meeresfrüchten
Austern(53)
Garnele (Shrimp, Krevette)
Tintenfisch
Algen
Wirkung von Meeresalgen
Klassifizierung von Meeresalgen
Agar Agar
Braunalgen: Kombu, Wakame, Hijiki(54)
Nori(55)
Wirkung von Süßwasser-Mikroalgen
Klassifizierung von Süßwasser-Mikroalgen
Chlorella
Spirulina
Wilde Blaugrüne(56)
Fleisch
Wirkung von Fleisch
Traditioneller Bezug zu den Wandlungsphasen:
Innereien
Wildfleisch
Zubereitung
Günstige Kombinationen
Klassifizierung von Fleisch
Ei (ganz)(57)
Ente(58)
Hirsch(59)
Huhn(60)
Rind(61)
Schaf, Lamm und Ziege(62)
Schwein(63)
Gewürze
Wirkung von Gewürzen
Klassifizierung von Gewürzen
Anis/Sternanis(64)
Bockshornkleesamen
Chili, Cayennepfeffer
Fenchelsamen
Ingwer (frisch)(65)
Ingwer (getrocknet)
Italienische Gewürze Oregano, Majoran, Thymian
Kardamom(66)
Koriandersamen(67)
Kreuzkümmel
Kurkuma (Gelbwurz)(68)
Lorbeer
Muskat(69)
Nelke(70)
Paprikapulver (edelsüß)
Pfeffer (schwarz)(71)
Salz(72)
Wacholder
Zimt, Ceylon-Zimt, Cassia-Zimt
Kräuter
Wirkung von Kräutern
Blutbildung
Klassifizierung von Kräutern
Basilikum
Brennnesselblätter
Löwenzahn
Minze(73)
Petersilie
Rosmarin
Salbei
Fette/Öle
Die Zusammensetzung der verschiedenen Fette
Gesättigte Fettsäuren
Ungesättigte Fettsäuren
Praktische Tipps
Klassifizierung von Fetten/Ölen
Erdnussöl
Leinöl
Nachtkerzenöl
Olivenöl
Rapsöl
Sesamöl (ungeröstet)
Sonnenblumenkernöl
Weizenkeimöl
Erkrankungsmuster und Therapieansätze
Die Organe der fünf Wandlungsphasen und ihre Ungleichgewichte
Wandlungsphase Erde
Die Milz
Milz-Qi-Mangel
Milz-Yang-Mangel
Nässe-Kälte der Milz
Nässe-Hitze der Milz
Der Magen
Magen-Hitze
Magen-Yin-Mangel/Trockenheit
Wandlungsphase Metall
Die Lunge
Lungen-Qi-Mangel
Lungen-Yin-Mangel/Trockenheit
Der Dickdarm
Prävention und Pflege des Dickdarms
Wandlungsphase Wasser
Die Niere
Nieren-Yang-Mangel
Nieren-Yin-Mangel
Die Blase
Blasenentzündung
Wandlungsphase Holz
Die Leber
Leber-Blut-Mangel
Leber-Qi-Stagnation (wenn die Leber nicht frei fließt)
Leber-Hitze
Gallenblase
Wandlungsphase Feuer
Das Herz
Herz-Qi-Mangel
Herz-Blut-Mangel
Herz-Hitze
Der Dünndarm
Dünndarm-Kälte
Dünndarm-Hitze
Dünndarm-Hitze mit Nässe/Schleim
Anamnese und Fallbeispiele
Der Weg zur Diagnosefindung
Differenzialdiagnosen
Erscheinungsbild
Vitalität/Lebensgefühl
Schlaf
Verdauung
Temperaturempfinden/Schwitzen
Gewichtung der Diagnosen
Strategie der Empfehlungen/Beratung
Wissensstand berücksichtigen
Lebensumstände berücksichtigen
Essensgewohnheiten und Vorlieben berücksichtigen
Die Ausführlichkeit der Beratung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fallbeispiele aus der Praxis
Fall 1 – Ernährungsberatung bei Blutmangel
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 2 – Ernährungsberatung für einen älteren Menschen
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 3 – Ernährungsberatung bei Übergewicht
Anamnese
Ernährungsberatung
Anleitung für die Patientin
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 4 – Ernährungsberatung bei Bluthochdruck
Anamnese
Ernährungsberatung mit gezielten Tipps
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 5 – Ernährungsberatung bei Burnout
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 6 – Ernährungsberatung bei Akne
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 7 – Ernährungsberatung bei Leber-Qi-Stagnation
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 8 – Ernährungsberatung nach Bauchoperation
Anamnese
Ernährungsberatung
Ernährungsempfehlungen
Aussicht auf Therapieerfolg
Fall 9 – Ernährungsberatung bei Heuschnupfen
Anamnese
Ernährungsberatung
Aussicht auf Therapieerfolg
TCM-Ernährung täglich, ganzjährig, lebenslang
Gesund durch das Jahr
Das Jahr in Bezug auf die Ernährung
Der Sommer – die große Yang-Zeit
Der Herbst – die kleine Yin-Zeit
Der Winter – die große Yin-Zeit
Der Frühling – die kleine Yang-Zeit
Der Wandel der Jahreszeiten: Dojo-Zeiten
Saisonalität und Regionalität der Lebensmittel
Gesund durch den Tag
Anpassung der Ernährung an den Tag
Hunger und Durst
Das gesunde Maß
Häufigkeit der Mahlzeiten
Das gemeinsame Essen abends mit Freunden und Familie
Gesund durchs Leben
Empfängnis und Schwangerschaft
Entwicklung der Schwangerschaft
Befindlichkeiten in der Schwangerschaft
Die Geburt
Die Stillzeit
Nahrungsmittel und Getränke, die die Milchbildung fördern
Lebensmittel, die die Milchbildung verringern
Wenn nicht gestillt wird
Die Phasen des Abstillens
Rezeptanleitungen zum Abstillen
Welche Lebensmittel sind für Babys und Kleinkinder geeignet?
Die Ernährung des Kleinkindes
Ernährungsberatung für Schulkinder bis zur Pubertät
Entspannte Kinderernährung
Die Ernährung in der Jugend
Die Bedeutung von Blut in der Pubertät
Die Ernährungsberatung für Jugendliche
Befindlichkeiten in der Pubertät
Hautprobleme, Akne
Vorsicht vor Verausgabung (Sport, Sexualität, Genussmittel)
Die Ernährung im Erwachsenenalter
Die Lebensmitte: Stärkung auf allen Ebenen
Die Ernährung der Eltern ist Vorbild für die Kinder
Die Verdauungskraft lässt etwas nach
Zusammenhang von Essen, Fürsorge, Psyche und Freiheit
Wichtig ist die individuell passende Ernährungsweise
Die Ernährung im Alter
Die Kraft der Nieren, Essenz und Mitte verändert sich
Ernährung für geistige Klarheit
Ernährung für starke Knochen
Nachschlageregister bei Erkrankungen
Ernährung bei Befindlichkeiten und Erkrankungen
Verdauungsschwäche mit Völlegefühl, Blähungen
Ursachen für Völlegefühl und Blähungen
Symptome bei Bauchbeschwerden
Strategie
Sodbrennen
Ursachen für die Entstehung von Sodbrennen
Strategie
Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien
Ursachen
Strategie
Empfohlene Lebensmittelkombinationen
Ungünstige Lebensmittelkombinationen
Hilfen für die Verdauung
Candida
Ursachen für die Entstehung von Candida
Strategie
Verstopfung
Ursachen für die Entstehung von Verstopfung
Verstopfung durch Milz-Qi-Mangel
Symptome
Strategie
Verstopfung durch Kälte im Dünndarm
Symptome
Strategie
Verstopfung durch Hitze im Darm
Strategie
Verstopfung durch Trockenheit
Symptome
Strategie
Durchfall
Ursachen für die Entstehung von Durchfall
Kälte-Durchfall
Symptome
Strategie
Hitze-Durchfall
Strategie
Entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa
Ursachen für die Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen
Allgemeine Strategie
Strategie in der akuten Phase
Strategie in der nicht akuten, symptomfreien Phase
Erkältung
Ursachen für die Entstehung von Erkältungen
Beginnende Erkältung in den ersten 12 Stunden
Strategie
Während einer Erkältung
Husten
Hitze in der Lunge mit trockenem Husten
Symptome bei Hitze in der Lunge mit trockenem Husten
Strategie
Husten mit Schleim (Hitze- oder Kälte-Schleim)
Symptome bei Husten mit Schleim in der Lunge
Strategie bei Hitze- oder Kälte-Schleim in der Lunge
Strategie bei Hitze-Schleim mit klebrigem, gelb-grünem Auswurf
Strategie bei Kälte-Schleim mit weißlichem Auswurf
Heuschnupfen
Ursachen für die Entstehung von Heuschnupfen
Symptome
Strategie zur Vorbeugung von Heuschnupfen im Herbst
Strategie in der akuten Heuschnupfenzeit
Übergewicht
Ursachen für die Entstehung von Übergewicht
Allgemeine Strategie
Zusätzlich bei Nässe-Kälte der Milz (keine Magen-Hitzesymptome)
Zusätzlich bei Nässe-Kälte der Milz mit Magen-Hitzesymptomen
Hohe Cholesterinwerte/Hyperlipidämie
Ursachen für zu hohe Cholesterinwerte
Der übergewichtige Mensch
Symptome
Strategie
Der älter werdende Mensch ab 50
Symptome
Strategie
Der junge, fitte Mensch
Symptome
Strategie
Diabetes
Ursachen für die Entstehung von Diabetes
Strategie bei Diabetes
Diabetes Typ I und Typ II und Bewegung
Erschöpfung, Müdigkeit
Ursachen für die Entstehung von Erschöpfung
Milz-Qi-Mangel als Ursache
Blutmangel als Ursache
Nieren-Yang-Mangel als Ursache
Frauengesundheit
Das Blut
Blut und Hormone
Blut und die Mitte
Zusammenhang von Blut und Psyche
Die Aufgabe der Leber: „Sich im Lebensfluss wohlfühlen“
Symptome bei Blutmangel
Strategie
Die Nieren
Ernährung im Zyklus der Frau
Erste Phase: Die Blutung – ca. 1. bis 7. Zyklustag
Zweite Phase: Bis zum Eisprung – ca. 7. bis 14. Zyklustag
Dritte Phase: Der Eisprung – ca. 14. bis 21. Zyklustag
Vierte Phase: Vor der Blutung – ca. 21. bis 28. Zyklustag
Beschwerden in der Menopause
Ursachen für Beschwerden in der Menopause
Symptome
Nieren-Yang-Mangel
Nieren-Yin-Mangel
Milz-Qi-Mangel und Nässe
Lungen-Qi-Mangel
Leber-Qi-Stagnation
Allgemeine Ernährungsempfehlungen in der Menopause
Besondere Tipps bei Beschwerden in der Menopause
Gedächtnisschwäche und Alzheimer/Demenz
Wie entsteht Gedächtnisschwäche?
Ursachen für die Entstehung von Gedächtnisschwäche
Allgemeine Strategie der Ernährung bei Gedächtnisschwäche
Gelenkschmerzen wie Arthrose, Arthritis, Rheuma
Ursachen für die Entstehung von Gelenkschmerzen
Wie zeigen sich Gelenkschmerzen?
Schmerzen durch blockierte Nässe-Kälte in den Gelenken
Akute Schmerzen durch Nässe-Hitze in den Gelenken
Chronische Schmerzen durch blockierten Schleim in den Gelenken
Allgemeine Strategie bei Gelenkschmerzen
Strategie bei Schmerzen durch blockierte Nässe-Kälte in den Gelenken
Strategie bei akuten Schmerzen durch Nässe-Hitze in den Gelenken
Strategie bei Schmerzen durch blockierten Schleim in den Gelenken
Blasenbeschwerden
Ursachen für die Entstehung von Blasenbeschwerden
Strategie
Blasenentzündung
Ursachen für die Entstehung von Blasenentzündung
Blasenentzündung mit Hitze
Symptome
Strategie
Blasenentzündung mit Kälte und Nässe, ohne Hitzesymptome
Symptome
Strategie
Hauterkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis
Ursachen von Hauterkrankungen
Strategie bei Hauterkrankungen
Empfohlene Lebensmittelgruppen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Was ist wichtig für die Herzgesundheit?
Ernährung für die Herzgesundheit
Die Wirkung von Getreide auf das Herz
Die Wirkung von ungesättigten Fettsäuren
Strategiebei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Osteoporose
Strategie bei Osteoporose
Empfohlene Lebensmittelgruppen
Autoimmunerkrankungen
Strategie für alle Autoimmunerkrankungen
Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Autoimmunerkrankungen
Multiple Sklerose (MS)
Strategie
Ernährung bei Spasmen
Krebserkrankungen
Strategie
Küchenpraxis
Kochen ist Hingabe und Selbstfürsorge
Die Küchen-Basics
Gewürze aus der Mühle – griffbereit am Herd
Gewürze im Regal – Standards für die Rezepte
Der Vorratsschrank – was sollte immer vorrätig sein?
Unsere Kühlschrank-Grundausstattung
Mahlzeiten vorbereiten: Meal Prep
Die Kunst des Kochens
Kochen mit Intention
Die Menüauswahl beeinflusst die Stimmung der Gäste
Schneidetechnik
Die Schnitttechnik betont die Energie des Elements
Das Würzen
„Im Kreis kochen“
Die Balance von Yin und Yang
Veränderung der Thermik durch Zubereitungsarten
Das „Yangisieren“ und „Yinisieren“ von Speisen
Ernährungstrends: Fragen und Irrtümer
Wie wirken Smoothies aus Sicht der TCM?
Wann sind Smoothies gut?
Wann sind Smoothies nicht geeignet?
Vegan oder vegetarisch – auf was muss ich achten?
Fallen, in die leicht getappt wird
Ist Low Carb auf Dauer gut?
Beobachtungen aus der Praxis
Unsere Version von Low Carb
Milch und Milchprodukte – wie wirken sie?
Unterschiedliche Wirkung von Milchprodukten
Wann lieber keine Milchprodukte?
Milchprodukte als Proteinquelle?
Milchersatzprodukte
Gesünder durch mehr Proteine?
Proteinshakes
Sättigungsgefühl
Intervallfasten
Was sagt die TCM dazu?
Küchenmedizin: Kraftsuppe, Congee, Getreidekur
Kraftsuppen
Unterschiedliche Wirkung von Kraftsuppen
Was passiert mit den Lebensmitteln in der Suppe?
Suppenhuhn oder normales Huhn?
Indikationen für Kraftsuppen
Kontraindikationen für Kraftsuppen
Kraftsuppen als Medizin
Qi-Aufbau-Kraftsuppe bei Milz-Qi-Mangel, Herz-Qi-Mangel
Yang-Kraftsuppe bei Yang-Mangel
Blutaufbau-Kraftsuppe bei Blutmangel
Yin-Kraftsuppe bei Yin-Mangel
Vegetarische Brühen
Kraftsuppe auf Vorrat einwecken
Congee
Indikationen für Congee
Kontraindikationen für Congee
Die Wirkung der unterschiedlichen Reis-Congees
Die Wirkung der unterschiedlichen Getreide-Congees
Anpassen der therapeutischen Wirkung von Congee
Congee zum Frühstück zur Stärkung von Qi und Blut
Ernährungskuren aus Sicht der TCM
Diäten und Kuren
Getreidekuren nach TCM
Anleitung für eine Getreidekur
Wann sollten Getreidekuren durchgeführt werden?
Die Rolle der Ernährungsberatung während der Getreidekur
Die unterschiedlichen Getreidekuren
Die Holz-Kur
Die Metall-Kur
Die Erde-Kur
Rezepte
Qi stärken
Yang stärken und wärmen
Hitze kühlen
Blut aufbauen
Yin und Säfte aufbauen
Nässe und Kälte ausleiten
Küchenmedizin – Kraftsuppen
Die Klassifizierung von Lebensmitteln
Service
Quellen der Stockfotos von stock.adobe.com
Literaturverzeichnis
Sachverzeichnis
Impressum
Impressum
Die TCM ist ein weitreichendes und komplexes System. Die für die Ernährung relevanten Themen haben wir neu aufbereitet und praktisch beleuchtet. Unser Erfahrungsschatz soll eine neue Betrachtungsweise für Profis aufzeigen und Interessierten die TCM-Grundlagen verständlich machen.
Die TCM basiert auf fünf Säulen, die im Zusammenspiel die Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen. Die erste davon ist die Ernährung – sie bildet das Fundament für unser Wohlbefinden.
Die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind: Ernährungslehre, Akupunktur, Kräuterheilkunde, Tuina-Anmo (manuelle Therapie) und die Bewegungsformen Tai Chi und Qi Gong.
Die grundlegende Säule ist die Ernährung, denn sie trägt tagtäglich entscheidend zu einer stabilen Gesundheit bei. Ist die Ernährung allein nicht ausreichend, wird in der TCM auf Akupunktur und Kräutermedizin zurückgegriffen.
Die Ernährung hat jeden Tag einen Einfluss auf unsere Prävention und wir haben es selbst in der Hand, mit für uns passenden Routinen und Gewohnheiten einen positiven Einfluss darauf zu nehmen. Machen sich Unwohlsein oder Befindlichkeiten bemerkbar, so stehen uns mit der Ernährung der TCM gezielte Empfehlungen und Küchenmedizin bereit. Doch wann ist es hilfreich und sogar nötig, andere Therapiemethoden wie Psychotherapie und Schulmedizin hinzuzuziehen? Wir sehen es als unsere Aufgabe als Therapeutinnen, die Grenzen zwischen den verschiedenen Ansätzen klar zu ziehen und stets zu prüfen, ob die Ernährung allein ausreicht oder ob sie zu einem ganzheitlichen System ergänzt werden muss – sei es durch Psychotherapie, Manuelle Therapie, Schulmedizin oder andere Maßnahmen.
Es geht für uns darum, die „Ernährungslehre“ oder „Diätetik“ als Lebenspflege zu verstehen, in der sich Körper und Psyche in enger Wechselwirkung zueinander befinden. Sogar die grundlegendsten Aspekte des Lebens wie Atmung, Bewegung, Entspannung und Lebensführung sind in der Ernährungstherapie integriert.
Ganzheitlich bedeutet auch, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Dies geht nur, wenn wir ein Verständnis und Wissen über die Abläufe und Funktionen des Körpers und die Natur des Menschen haben. Wenn wir beispielsweise über Themen wie Stress und Burnout sprechen, ist es entscheidend zu verstehen, was es bedeutet, immer wieder auf seine letzten Reserven zurückzugreifen, und wie man diese schützen oder gezielt wieder auffüllen kann.
Diese ganzheitliche Sichtweise eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten. So kann die TCM-Ernährung als Prävention, als Behandlung von Befindlichkeiten bis hin zur ergänzenden Stärkung neben anderen Therapien wie etwa Akupunktur, Kräutermedizin, Schulmedizin oder Psychotherapie eingesetzt werden.
In der Prävention spielt die Ernährung eine zentrale Rolle: Mit der TCM-Ernährung können wir aktiv und bewusst für unsere Gesundheit sorgen, bevor Probleme auftreten.
Als Behandlungsmethode für Befindlichkeiten hilft uns die Ernährung, unsere Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Und wenn wir verstehen, wie sinnvoll die grundlegende Stärkung des Körpers ist, können auch andere Therapien in Kombination mit Ernährung fruchten.
Die Mitte
Die TCM bedient sich verschiedener in sich schlüssiger Konzepte, um Mensch und Natur zu beschreiben. Eines der grundlegenden Konzepte ist das Prinzip von Tao und die Polarität von Yin und Yang.
Das Tao beschreibt die gesamte Philosophie der TCM und damit auch die Entstehung von Yin und Yang. Das Tao ist nicht in Worte zu fassen; beschrieben wird es dennoch als die Einheit, der leere Kreis oder das ruhende Nichts, aus dem die Zweiheit, die Geburt und der Tod und damit Yin und Yang entstehen.
Es beschreibt das Prinzip, dass alles immer im Fluss und stetigen Wandel ist. So wie in der Natur alles in Bewegung ist, so ist auch in uns nichts statisch. Es ist ein Kreislauf von Werden, Sein, Vergehen.
Aus diesem Wandel entstehen Yin und Yang. Sie bilden die Naturerscheinungen wie Berg und Tal, Tag und Nacht, Hitze und Kälte.
Tao, Yin und Yang
Yin und Yang, die dynamischen Pole des Lebens, sind in ständiger Bewegung und ständigem Streben nach Harmonie. Sie verkörpern die Gegensätze, wie etwa Tag und Nacht, Licht und Schatten, Aktivität und Ruhe. So wie der Schatten nur durch das Vorhandensein des Lichtes entsteht, existiert das Yang nur, da das Yin existiert. Yang gibt es immer nur im Wechselspiel mit Yin und umgekehrt. Gleichzeitig trägt Yang immer Yin im Kern und umgekehrt. Dies birgt das Potenzial für Veränderung.
Im Wechselspiel von Yin und Yang erkennen wir die Balance, die notwendig ist, um Gesundheit zu bewahren und zu erlangen. Jede Behandlung strebt danach, das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wiederherzustellen.
Das Konzept von Yin und Yang ist eine Möglichkeit, alles in Relation zueinander einzuordnen, damit Ungleichgewichte erkannt und wieder in Balance gebracht werden können. Nur wenn beispielsweise Ruhe und Aktivität oder Hitze und Kälte in Balance zueinander stehen, sind wir in einem guten Gesundheitszustand. Denn permanente Aktivität ohne Ruhe erschöpft uns, während uns zu viel Ruhe lethargisch macht. Ebenso kann der Konsum ausschließlich roher Nahrungsmittel zum Frieren führen, während zu viel gewürzte, gegrillte Speisen zu Hitze führen können.
Beispiele für Yin und Yang offenbaren sich überall. Im Körper manifestiert sich Yang als Aktivität, Wärme und Energie, während Yin eher der Anteil der Ruhe, Kühle und der sichtbaren Substanzen wie Blut und Säfte ist.
In der Natur zeigt sich Yang in Form von Sommer, Wärme, Helligkeit, Aktivität und langen Tagen, Yin hingegen zeigt sich dazu als Winter, Kälte, Dunkelheit, Ruhe und kürzere Tage.
Yin und Yang im Körper, in Bezug auf Lebensmittel und Befindlichkeiten
In jeder Einheit liegt das Gegenteil verborgen, wie beim Pfirsich, der außen zart und saftig ist (Yin), aber im Inneren den harten Kern trägt (Yang), der ihm überhaupt erst Wachstum ermöglicht.
Männer verkörpern prinzipiell nach außen hin mehr Yang in Form von Aktivität und festem Körperbau, aber in der Tiefe tragen sie das verborgene Yin. Da das Yin in der Tiefe liegt, haben sie nicht so leicht Zugang zu ihren Yin-Qualitäten, es fällt ihnen häufig schwerer, über ihre Gefühle zu sprechen.
Frauen hingegen verkörpern im „Außen“ meist mehr Yin, geleitet von Intuition und Gefühlen, während sie in ihrer Tiefe das verborgene Yang tragen, das sie in vielen Kulturen die härtesten und ausdauernden körperlichen Arbeiten machen lässt.
In diesem Wechselspiel von Yin und Yang offenbaren sich die tieferen Muster des Lebens, bei dem das eine ohne das andere nicht existieren kann.
Neben dem Konzept von Yin und Yang gibt es das in sich schlüssige Konzept der Fünf Wandlungsphasen. Diese sind den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet.
Auf der Suche nach einem Konzept, das unabhängig vom Wandel der Zeit, von Trends oder Phasen immer Gültigkeit besitzt, wurde die Natur beobachtet. Ihre Gesetzmäßigkeiten bilden die Grundlage für das Verständnis der TCM. So kommt jedes Jahr aufs Neue nach dem Winter der Frühling. Nach dem Frühling folgt der Sommer, anschließend fallen im Herbst die Blätter und die Säfte ziehen sich im Winter in die Wurzeln der Bäume zurück. Und nach jedem Winter beginnt die Natur im Frühling wieder zu sprießen. Beobachtet wurde, dass die Gesetzmäßigkeiten der Natur immer Gültigkeit bewahren und wir als Mensch eine kleine Version der großen Natur darstellen. Somit unterliegen wir gleichermaßen diesen immerwährenden Gesetzmäßigkeiten. Und dieser Kreislauf, der Wandel der Jahreszeiten, ist die Grundlage für das Konzept der Fünf Wandlungsphasen.
Es ist ebenfalls ein Konzept, bei dem es um die Balance und Ausgeglichenheit geht. Der Frühling sollte seine Kraft angemessen in das Austreiben der frischen Triebe stecken und nicht zu viel Kraft dabei verschenken. Gleichzeitig sollte der Sommer nicht zu hitzig und trocken sein, sonst drohen Brände und verdorrte Böden, die wiederum Gefahren für Überschwemmungen nach sich ziehen können. Es gilt, eine angemessene Balance innerhalb der Wandlungsphasen anzustreben, um somit den stetigen Kreislauf und Wandel bestmöglich zu unterstützen.
Ein Synonym für die „Fünf Wandlungsphasen“ ist der Begriff der „Fünf Elemente“, welche als Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser definiert sind. Der Begriff „Wandlungsphase“ im Vergleich zu „Element“ beschreibt mehr den dynamischen, sich stetig wandelnden Aspekt.
Die Wandlungsphase Holz ist dem Frühling zugeordnet, der Jahreszeit, in welcher der Samen zu keimen und sprießen beginnt und mit großer Kraft nach oben treibt. Im Frühling wird das Klima vom Wind bestimmt, er verteilt den Samen und die Pollen über das Land. So wie die ersten Triebe des Frühlings frisch und grün sind, ist der Wandlungsphase Holz die grüne Farbe zugeordnet. Sie markiert den Beginn des Tages, den frühen Morgen, den Sonnenaufgang im Osten.
In der Lebensphase eines Menschen ist die Kindheit dem Holz zugeordnet, gekennzeichnet durch Wachstum und Lebendigkeit. Kleine Kinder kann man dabei beobachten, dass sie, wenn sie zu aktiv sind, unbedacht in eine Zitrone beißen – genauso ist der saure Geschmack dem Holz zugeordnet, da er die Dynamik der überschießenden Energie reguliert, wieder zentriert und sammelt.
Oft wird geraten, im Frühling sollte vorrangig Saures gegessen werden, da dieser Geschmack dem Holz zugeordnet sei. Wir verstehen es so, dass der saure Geschmack dem Holz zugeordnet ist, da er das Holz reguliert, wenn es zu sehr nach oben und außen treibt. In den folgenden Kapiteln werden wir noch differenziert auf die Wirkung des sauren Geschmacks eingehen.
Das Holz beschreibt die in gesundem Maße aufwärtsstrebende und nach oben treibende Kraft. Im Übermaß entspricht die überschießende Energie den Emotionen Ärger und Wut. Der Ausdruck „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ beschreibt hier den Bezug zu den Organen Leber und Gallenblase, die zur Wandlungsphase Holz gehören. Sie sorgen im Körper für einen geschmeidigen und freien Fluss von Blut und Energie, die weder überschießen noch sich stauen sollten.
Die Wandlungsphase Feuer ist dem Sommer zugeordnet. Es ist die Jahreszeit, in der alles in voller Blüte steht. In der Natur zeigt sich die gesamte Kraft im „Außen“, geprägt durch Wärme, Blütenpracht und lange Tage. Auch wir sind im Sommer meist viel aktiver, mehr draußen und mehr im Außen.
Das vorrangige Klima ist die Hitze. Und so ist diesem Element die Farbe Rot, entsprechend der roten Glut des Feuers, zugeordnet. Es ist die Mittagszeit, in der die Sonne mit größter Kraft am höchsten Punkt im Süden steht. Im Leben eines Menschen umfasst die Wandlungsphase Feuer das Erwachsenenalter und die volle Entfaltung des Potenzials.
Der bittere Geschmack ist dem Feuer zugeordnet, so wie auch durch Feuer Verbranntes bitter schmeckt. Gleicht beim Holz der saure Geschmack die überschießende Frühlingsenergie aus, so reguliert der bittere Geschmack die nach oben und außen gerichteten Dynamiken des Sommers, indem er die Energien wieder nach unten und innen leitet.
Die mit der Wandlungsphase Feuer verbundene Emotion ist die Freude. Die zugeordneten Organe sind Herz, Dünndarm, ▶ Dreifacherwärmer und Perikard (Herzbeutel). Alle vier Organe sind in der TCM als „Feuerorgane“ betitelt, denn ihre Funktion befasst sich mit Wärme, Bewegung und Transformation/Umwandlung. Sie liefern gewissermaßen den zündenden Funken für alle lebensnotwendigen Prozesse im Körper – ohne Wärme und Sonne kein Leben.
Die Wandlungsphase Erde ist dem Spätsommer zugeordnet. In unseren vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter kommt der Spätsommer nicht vor. In der TCM ist es die Jahreszeit der großen Ernte nach dem Sommer. Alles ist saftig, rund und reif, die Ernte und der Acker riechen süßlich und die Natur steht für einen Moment still. Es ist Erntezeit – die Zeit der Fülle.
Das Klima entspricht der Feuchtigkeit, vergleichbar mit der Bodenbeschaffenheit von fruchtbarer Erde.
Die zugeordnete Tageszeit ist der frühe Nachmittag; im Leben eines Menschen ist es die Zeit, in der ein Zuhause geschaffen oder der Fokus auf Familienplanung und Lebensgestaltung gelegt wird.
So wie die reife Ernte im Spätsommer süßlich schmeckt, ist der süße Geschmack der Erde zugeordnet. Die Dynamik der Erde ist der Stillstand, das Ruhen in der Mitte.
Die zugeordneten Emotionen sind die Sorge und das Grübeln, wenn sich die Gedanken im Kreise drehen. Und die dazugehörigen Organe sind Milz (mit Pankreas) und Magen. Diese liegen in der Mitte des Körpers und sind Dreh- und Angelpunkt für die Energiegewinnung. Da wir uns in diesem Buch mit dem Thema Ernährung beschäftigen, ist für uns die Wandlungsphase Erde die wichtigste, denn über sie können wir tagtäglich unsere Lebenskraft stärken oder auch unsere Selbstheilungskräfte aktivieren. Weil die Wandlungsphase Erde eine so zentrale Rolle spielt, ist sie in manchen Schriften auch zentral, in der Mitte dargestellt.
Die Bewegungsrichtungen und Dynamiken der Jahreszeiten
Die Wandlungsphase Metall ist dem Herbst zugeordnet. Es ist die Jahreszeit, in der die Blätter fallen, da sich die Säfte in den Bäumen langsam zurück nach unten in die Wurzeln ziehen. Das vorrangige Klima ist die Trockenheit, erkennbar an den trockenen Blättern des Herbstes.
Die Tageszeit ist der Abend, und als Lebensabschnitt symbolisiert diese Wandlungsphase den älter werdenden, weisen Menschen und die Wechseljahre. So wie im Laufe des Lebens die Haare weiß werden, ist die Farbe Weiß dem Metall zugeordnet.
Der zugeordnete Geschmack, der die nach unten gerichtete Dynamik des Holzes regulieren kann, ist die Schärfe, wie z. B. die einer scharfen Chili.
Die Emotion ist die Trauer und das Loslassen. Auch die zugeordneten Organe, Lunge und Dickdarm, beschäftigen sich ständig mit den Themen Aufnahme und Loslassen/Ausscheiden.
Die Wandlungsphase Wasser ist der Jahreszeit Winter zugeordnet. Es ist die Jahreszeit der tiefsten Kraft, in der die Samen gut geschützt unter der Schneedecke liegen. Auch in uns liegt dann die tiefste Kraft im Inneren, wo sie gesammelt und gebündelt wird, damit wir im Frühling wieder unser volles Potenzial entfalten können. Das vorrangige Klima ist die Kälte.
Die Tageszeit der Wandlungsphase Wasser ist die Nacht; entsprechend ist die zugehörige Farbe das Schwarz („So schwarz wie die Nacht“). Im Leben des Menschen ist es die Zeit des hohen Alters und des Sterbens.
Der Geschmack der Wandlungsphase Wasser ist salzig, entsprechend dem salzigen Geschmack aller Meerestiere und -pflanzen.
Die Emotion ist die Angst und die Organe des Wassers sind Niere und Blase, die an tiefster Stelle im Körper liegen. Wir verbinden mit dem Organbezug etwa das Sprichwort „Etwas geht mir an die Nieren“.
In der natürlichen Abfolge der Jahreszeiten gibt jede Wandlungsphase die Energie und die Grundlage an die nächste weiter, wie eine Mutter, die ihr Kind füttert. Nur wenn jede Wandlungsphase oder auch jedes dazugehörige Organ gut funktioniert, kann der Wandel aller fünf Wandlungsphasen gleichmäßig vollzogen werden. Dies gilt für die Natur und den Menschen gleichermaßen.
In der Ernährung können wir dieses Wissen nutzen, indem wir verstehen, wie zentral die Rolle der Wandlungsphase Erde, die „Mitte“, ist. Denn nur wenn sie gut funktioniert, kann der Wandel aller anderen Wandlungsphasen vollzogen werden. Damit konzentrieren wir uns mit der Ernährung vorrangig auf die Stärkung der Mitte.
Die Organuhr Im Laufe von 24 Stunden hat jedes Organ eine etwa zweistündige Phase, in der es besonders aktiv ist. Dies können wir uns zu Nutzen machen, indem wir verstehen, dass in dieser Zeit das jeweilige Organ besonders gut gestärkt werden kann. Magen und Milz fallen in die Zeit von 7–11 Uhr vormittags, es ist die beste Zeit zur Stärkung der Mitte.
Zuordnungen der fünf Wandlungsphasen
Wandlungsphase
Holz
Feuer
Erde
Metall
Wasser
Jahreszeit
Frühling
Sommer
Spätsommer
Herbst
Winter
Klima
Wind
Hitze
Feuchtigkeit
Trockenheit
Kälte
Farbe
grün
rot
orange-gelb
weiß
schwarz
Tageszeit
Morgen
Mittag
früher Nachmittag
Abend
Nacht
Lebensphase
Kindheit
Erwachsenenalter
Zeit der Lebensplanung
frühes AlterWechseljahre
hohes AlterSterben
Geschmack
sauer
bitter
süß
scharf
salzig
Bewegung
nach oben, aufstrebend
nach oben und außen
Stillstand, Ruhen in der Mitte
nach unten und innen
nach unten in die Tiefe
Emotionen
Ärger, Wut
Freude
Sorge, Grübeln
Trauer
Angst
Organe
Leber, Gallenblase
Herz, Dünndarm, Perikard, Dreifacherwärmer
Milz, Magen
Lunge, Dickdarm
Niere, Blase
Die Zuordnung der Organfunktionen zu den Tageszeiten
Damit der Stoffwechsel grundsätzlich funktionieren kann, braucht er Material, welches vom Körper aufgenommen und umgewandelt wird. Aus Sicht der TCM ist für die Funktion des Stoffwechsels vor allem Qi notwendig.
Beim Stoffwechsel werden für den Körper nötige Substanzen und Energie gebildet. Diese Substanzen werden in Qi, Blut und Flüssigkeiten/Säfte unterschieden.
Im Folgenden werden wir die Begriffe Qi, Blut und Flüssigkeiten/Säfte erläutern, bevor wir auf die eigentliche Funktion des Stoffwechsels eingehen.
Der Begriff „Qi“ wird im klassischen TCM-Denken nicht genau definiert, da das Qi nicht greifbar ist, sondern eher als Potenzial jeder Aktivität anzusehen ist. Es gibt verschiedene Formen von Qi, je nachdem, wie dicht es ist. Je dichter es ist, desto mehr Materie enthält es. Im Körper sind diese dichten Materien als Blut, Flüssigkeiten und Essenzen sichtbar. In weniger dichter Form ist es die Energie, die Kraft oder auch die Funktion, die hinter allem steht.
Qi fließt in den Meridianen (auch Leitbahnen genannt); es fließt zu allen Organen und gewährleistet damit die Funktion der jeweiligen Organe. Ohne Qi keine Funktion, kein Leben.
Das chinesische Schriftzeichen, welches für Qi steht, beschreibt das Bild von einem kochenden Reistopf. Qi ist sowohl der Reis, das Materielle, als auch der aufsteigende Dampf, das Immaterielle. Das Schriftzeichen symbolisiert die Wandelbarkeit von Qi; es beschreibt, wie Qi unterschiedliche Aggregatzustände annehmen und sich verflüchtigen oder verfestigen kann.
Qi fließt nicht nur in den Meridianen und zu unseren Organen, sondern auch wie eine dünne Schutzschicht an der Oberfläche unseres Körpers, um uns zu wärmen und vor äußeren Einflüssen zu schützen. Qi ist die Quelle für jegliche Bewegung, und es ist das, was uns lebendig sein lässt. Deutlich können wir Qi spüren, wenn es blockiert ist. Zum Beispiel bei Nackenschmerzen: Dies bedeutet ganz allgemein, dass Qi kurzfristig in diesem Bereich des Körpers nicht frei fließen kann.
Unser Ziel bei der Ernährung ist, das Qi so gut zu stärken, dass genug für alle Prozesse im Körper zur Verfügung steht. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Qi frei fließen kann.
Aus Sicht der TCM kommen wir bereits mit einem Reservoir an Qi auf die Welt, welches als „vorgeburtliche Essenz“ oder „Jing“ bezeichnet wird. Diese Essenz haben wir von unseren Eltern vererbt bekommen; sie wird in unseren Nieren gespeichert.
Es ist ein Reservoir, aus dem wir täglich schöpfen, bis unsere Lebensspanne aufgebraucht ist. Westlich gesehen ist dies unser Erbgut, unsere Konstitution, mit der wir geboren werden. Ein Leben sollte so gelebt werden, dass dieses Reservoir von Anfang an bewahrt, geschützt und ergänzt wird. Wir können dies mit einem angemessenen Lebensstil und zu einem kleinen Teil mit der passenden Ernährung tun.
Ein zweites Reservoir an Qi können wir tagtäglich mit der Ernährung und Atmung füllen. Dieses Reservoir wird auch als „nachgeburtliches Qi“ bezeichnet. Ziel ist es, dieses Reservoir immer so gut zu aufzufüllen, dass wir nicht übermäßig auf unser vererbtes Reservoir zurückgreifen müssen.
Blut ist in der TCM eine materielle Form von Qi. Da Qi und Blut aus Sicht der TCM so eng verbunden sind, werden bereits kleinste Ungleichgewichte, sowohl von Qi als auch von Blut, diagnostiziert und behandelt.
Wenn wir über genügend Blut im Körper verfügen, haben wir stabile Nerven, fühlen uns belastbar und sind sowohl innerlich als auch geistig „geschmeidig“. Können Qi und Blut frei fließen, so werden alle Bereiche im Körper genährt, befeuchtet, gewärmt und flexibel gehalten. So wie kleine Kinder – weich, beweglich, warm, rosig, saftig und geschmeidig.
Neben Blut sind die im Körper enthaltenen Flüssigkeiten und „Säfte“ eine materielle Form von Qi. Sie entstehen bei der Umwandlung von Nahrung und befeuchten den gesamten Körper innerlich. Die Flüssigkeiten und Säfte sind nicht zu verwechseln mit Wasser, denn Flüssigkeiten und Säfte müssen ebenfalls über die Ernährung gebildet werden. Allein durch das Trinken von Wasser oder Flüssigkeiten können wir diese Flüssigkeiten und Säfte nicht auffüllen.
Die Flüssigkeiten im Sinne der TCM sind die hellen Flüssigkeiten im Körper, wie etwa Schweiß, Tränen, Speichel, Nasensekret, Liquor, Knochenmark, Gelenkschmiere und Plasma, der weiße Anteil im Blut. Auch wenn all diese Flüssigkeiten aus chemischer Sicht einen hohen Wasseranteil besitzen, sind sie weitaus mehr als Wasser, denn sie enthalten ebenfalls Qi und materielle Substanz.
Zusammen mit Qi und Blut gelangen die Flüssigkeiten und Säfte an alle Stellen im Körper und befeuchten uns angemessen.
Das Reistopfmodell der TCM
Das oben abgebildete ▶ Reistopfmodell ist eine Möglichkeit, eine bildliche Vorstellung davon zu bekommen, wie in unserem Körper Qi, Blut und Flüssigkeiten bzw. Säfte entstehen.
Das Bild stellt unsere Mitte, unsere Verdauung, symbolisch als Reistopf dar. Darunter befindet sich ein Feuer, das den Reis zum Kochen bringt. Funktioniert der Prozess des Kochens, so steigt ein feiner Dampf aus dem Topf auf und aktiviert, nährt und befeuchtet unseren Körper bis in die Fingerspitzen. Sogar unser Geist wird von diesem feinen Nebel genährt.
Nur wenn das Feuer unter dem Topf gut brennt, kann dieser Prozess funktionieren. Und nur wenn die richtige Substanz, also das, was wir tagtäglich essen, in den Topf kommt, kann dieser feine Nebel gebildet werden. Funktioniert dieser Ablauf, so werden damit Qi, Blut und Flüssigkeiten/Säfte gebildet.
Das Reistopfmodell beschreibt die Funktion des „Dreifacherwärmers“ – dieser ist in der TCM wie ein Organ zu sehen, aber ein Organ ohne Form, nur mit einer bestimmten Funktion. Der Dreifacherwärmer wird, wie sein Name schon sagt, in drei Bereiche unterteilt. Diese Bereiche werden auch die drei Brennkammern genannt und sie beschreiben die Funktion des Reistopfmodells mit dem Feuer, dem Reistopf und dem aufsteigenden Dampf.
Im Unteren Erwärmer, der unteren Brennkammer, befinden sich die am tiefsten im Körper gelegenen Organe: Niere, Blase, Dickdarm und Dünndarm.
Die Nieren sind unser Speicher des vorgeburtlichen Qi, unserer geerbten „Essenz“. Es ist die Essenz, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben.
Aus unserer Sicht gehört der Dünndarm, neben dem Qi der Nieren, ebenfalls zur unteren Brennkammer, da er wie ein Feuer unter dem Reistopf fungiert und die nötige Wärme für die Umwandlung von Nahrung zur Verfügung stellt. Der Dünndarm ist ein Feuerelement; er ist der Wandlungsphase Feuer zugeordnet. Tatsächlich weist der Dünndarm auch eine Temperatur auf, die über der Körpertemperatur liegt. Diese Wärme des Unteren Erwärmers ist die Grundlage für einen funktionierenden Stoffwechsel.
Zusätzlich funktioniert der Untere Erwärmer wie eine Drainage. Abfallstoffe werden über Nieren und Blase sowie den Darm ausgeleitet und ausgeschieden.
Im Mittleren Erwärmer, der mittleren Brennkammer, sind alle Organe, die sich in unserer Mitte befinden: Milz, Magen, Leber und Gallenblase. Sie alle sind maßgeblich an der Verdauung beteiligt.
Der Mittlere Erwärmer ist der Ort, an dem Nahrung umgewandelt und Qi gebildet wird. Es ist der Dreh- und Angelpunkt, an dem der Dampf aufsteigt und das Trübe nach unten zur Drainage weitergeleitet wird. Der materielle Teil der Nahrung wird Stück für Stück weiter nach unten an den Darm gegeben und gleichzeitig wird der feinere, energetische Teil der Nahrung nach oben geleitet. Der Mittlere Erwärmer wird daher auch die Gärkammer genannt.
Der Magen nimmt die Nahrung auf und beginnt sie aufzuspalten. Nahrung wird hierbei vorverdaut und anschließend nach unten Richtung Darm geschickt. Dabei wird immer wieder brauchbares, klares Material behalten und vom Trüben getrennt.
Die Milz wandelt in diesem Prozess den energetischen Qi-Aspekt von Nahrung um. Sie schickt das Feine und Klare nach oben zum Oberen Erwärmer, wo es weiterverarbeitet wird.
In der TCM ist die Milz immer in Verbindung mit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu sehen. Beide sind wichtige Organe für genau diese Umwandlung und damit Mittelpunkt des Stoffwechsels.
Da der Mittlere Erwärmer den Dreh- und Angelpunkt des Stoffwechsels darstellt, wird er auch als Ort für die Produktion von nachgeburtlichem Qi bezeichnet. Es ist das Reservoir, das wir ab dem Zeitpunkt unserer Geburt täglich stärken können.
Im Oberen Erwärmer, der oberen Brennkammer, befinden sich die Organe Herz, Perikard und Lunge, die in unserem Oberkörper sitzen.
Während im Mittleren Erwärmer Qi durch Nahrung produziert wird, wird im Oberen Erwärmer Qi durch Atmung gebildet. Dies geschieht durch das Qi des Mittleren Erwärmers, welches mithilfe der Milz an den Oberen Erwärmer und damit die Organe Herz und Lunge weitergegeben wird. Der Obere Erwärmer empfängt den feinen Nebel, verteilt ihn überall im Körper und befeuchtet den Körper damit sanft.
Das Modell des Reistopfes bzw. des Dreifacherwärmers beschreibt den Stoffwechsel und insbesondere die Bildung von Blut und Flüssigkeiten/Säften.
Blut wird aus den feinen Substanzen der Mitte gebildet, welche über die Nahrung aufgenommen und mithilfe von Lunge und Herz zu Blut vervollständigt werden. Die Wärme aus dem Unteren Erwärmer ist für die Blutbildung essenziell.
Flüssigkeiten werden ebenfalls über die Nahrung aufgenommen und so weit verfeinert und geklärt, bis diese kostbaren Flüssigkeiten wie Tränen, Speichel, Liquor etc. entstehen. Sie sind ebenfalls Bestandteil von Blut, damit es frei fließen kann. Die Flüssigkeiten zirkulieren im gesamten Dreifacherwärmer.
Der Dreifacherwärmer mit Organ
Wie entstehen Ungleichgewichte? Wie können wir sie erkennen und dadurch auf Erkrankungsmuster schließen? Die Diagnosefindung der TCM bildet die Basis für eine gezielte Ernährungsberatung.
Ungleichgewichte im Körper können sich auf vielfältige Weise entwickeln. In diesem Abschnitt untersuchen wir die unterschiedlichen Einflüsse auf sie etwas genauer und zeigen zudem mithilfe der acht Leitkriterien mögliche Zeichen und Symptome auf, die bei der Diagnosefindung hilfreich sind. Anhand der Symptome können wir der jeweiligen Ursache von Befindlichkeiten auf den Grund gehen. Wir bestimmen Muster, die anschließend Grundlage und Fahrplan für die Beratung sind.
Ungleichgewichte können durch äußere Einflüsse wie das Klima, durch innere Einflüsse wie Emotionen oder durch sonstige Einflüsse wie die Ernährung und unsere Konstitution begünstigt werden.
Jede Jahreszeit ist geprägt durch einen klimatischen Faktor: Dies ist nach der Lehre der TCM der Wind im Frühling, die Hitze im Sommer, die Feuchtigkeit im Spätsommer, die Trockenheit im Herbst und die Kälte im Winter. Diese klimatischen Faktoren können allerdings auch das ganze Jahr hindurch vorkommen. Treten die Faktoren im Übermaß auf oder „erwischen“ sie uns in einem Moment, in dem wir geschwächt sind, können sie uns krank machen. Gesund ist unser Körper, wenn er äußere Einflüsse balancieren und angemessen auf sie reagieren kann.
Als innere Einflüsse werden die Emotionen bezeichnet. Genauso wie die äußeren klimatischen Einflüsse haben die sieben Emotionen (Wut und Ärger, Freude, Sorgen und Grübeln, Trauer und Angst) einen Einfluss auf unser Qi und damit auf die gesunde Funktion der jeweiligen Organe im Körper. Jede Emotion im Übermaß schwächt das dazugehörige Organ. So können Wut und Ärger ein Ungleichgewicht in den Organen Leber und Gallenblase verursachen. Übermäßige Freude (unangemessenes, andauerndes Lachen) deutet auf ein Ungleichgewicht im Herzen hin. Grübeln und Sich-Sorgen verursachen ein Ungleichgewicht in der Milz. Lang anhaltende Trauer verursacht ein Ungleichgewicht in der Lunge. Angst und Furcht führen zu einem Ungleichgewicht in den Nieren, das dort das Qi blockiert.
Somit gehört das Ausbalancieren der Emotionen immer zur Lebenspflege dazu. Gegebenenfalls ist eine therapeutische Begleitung sinnvoll. Und umgekehrt verstehen wir darunter, dass wir das dazugehörige Organ stärken müssen, um nachhaltig aus der übermäßigen Emotion herauszukommen. Durch diese Stärkung können wir besser mit den Emotionen umgehen und zusätzliche Therapieansätze fruchten schneller und nachhaltiger.
Es gibt weitere Einflüsse, die Ungleichgewichte im Körper begünstigen können: unsere Konstitution, unsere Ernährung, auch Erkrankungen oder Medikamente.
Die Konstitution ist das Maß an Gesundheit, welches wir von unseren Eltern mitbekommen haben. Maßgeblich ist dabei der Gesundheitszustand unserer Eltern vor und bei der Zeugung. So spielen das Alter der Eltern, deren Konstitution mit zunehmenden Lebensjahren etwas schwächer wird, und die Ernährung während der Schwangerschaft eine große Rolle. Entsprechend werden wir mit mehr oder weniger Schwächen in unserer Konstitution geboren.
Ziel ist es, dies zu wissen, damit wir bestmöglich mit unserer Konstitution umgehen können, sie stärken und ausgleichen, damit sie unsere Gesundheit nicht beeinträchtigt. In der ersten Lebensphase eines Menschen, im Baby- und Kleinkindalter, übernehmen diese Aufgabe die Eltern. Sie sorgen dafür, dass ihr Kind mit möglichst Qi-reicher Nahrung großgezogen wird, damit konstitutionelle Schwachstellen nicht verstärkt werden. Qi-lose Babynahrung wie Milchpulver und Zucker schwächen das Qi des Kindes und begünstigen konstitutionell geprägte Ungleichgewichte.
Beim Einflussfaktor Ernährung geht es um Unter- und Überernährung. Beides kann in unseren Kulturen entstehen, wenn der Körper aufgrund einseitiger Ernährung nicht das bekommt, was er braucht. Es kann ebenfalls bedeuten, dass der Körper trotz „ausreichender“ Ernährung nicht mit genug Qi versorgt wird, da die Lebensmittel selbst kaum Qi enthalten. Vorrangig sind dies Fertig- und Industrieprodukte, schnell hochgezüchtetes und chemisch gedüngtes Obst und Gemüse sowie Obst und Gemüse, das kaum bzw. kein Sonnenlicht gesehen hat oder auf ausgelaugten Böden wächst. Es kann auch bedeuten, dass der Körper durch einen extremen Wechsel zwischen Hungern und Schwelgen (wie es häufig bei Diäten passiert) in ein Ungleichgewicht gerät. Ebenfalls zählen dazu unregelmäßige Mahlzeiten, Essen unter emotionaler Belastung oder Diätformen, die ein Übermaß an bestimmten Lebensmitteln propagieren. Darunter fallen beispielsweise sehr eiweißlastige oder sehr kohlenhydratarme Ernährungsformen.
Lang anhaltende und zehrende Erkrankungen und/oder Operationen können zu einer Schwächung und zu Ungleichgewichten im Körper führen. Wenn Medikamente nötig sind, können wir auch hier unterstützend stärken, um Nebenwirkungen auszugleichen.
Leitkriterien sind bei der Diagnosefindung Hinweise und Zeichen, die uns helfen herauszufinden, was im Ungleichgewicht ist. Sie dienen dazu, die vielen subjektiven und objektiven Zeichen wie Befindlichkeiten und Symptome einzuordnen, damit eine Diagnose und eine Strategie für die Behandlung gefunden werden können.
Leitkriterien leiten die Therapeutinnen und Therapeuten Schritt für Schritt zu den Ursachen von Ungleichgewichten, indem sie alle Informationen, die sie von Patientinnen und Patienten erhalten, einordnen.
Die acht Leitkriterien sind definiert als
Yin – Yang
Innen – Außen
Kälte – Hitze
Leere – Fülle
Jedes der acht Leitkriterien ist geprägt durch bestimmte Zeichen und Symptome.
Hierbei unterscheiden wir, ob die Zeichen, Befindlichkeiten oder Symptome eher auf der Yin- oder auf der Yang-Seite einzuordnen sind. Allgemein gilt:
Yin Substanz, Säfte, Blut
Yang Qi und Wärme
Yin-Zeichen und -Symptome können sein:
Müdigkeit
Schwäche
Appetitlosigkeit
heller, klarer Urin in großen Mengen
eher ruhiges und introvertiertes Verhalten, wenig Bewegungsantrieb
Yang-Zeichen und -Symptome können sein:
rotes Gesicht
Durst
verminderte Urinausscheidung
harter Stuhl
Verhalten eher lebhaft, laut, hektisch, schnelle Bewegungen
Die Leitkriterien Außen und Innen geben Hinweise zu dem Ort des Ungleichgewichts. Damit wird unterschieden, ob eine Erkrankung noch an der Oberfläche oder bereits in der Tiefe des Körpers zu finden ist. Wichtig sind diese Leitkriterien bei Erkrankungen, die uns „von außen“ angreifen, wie etwa eine Erkältung. Normalerweise dringen diese Erkrankungen von außen über die Poren, die Nase, die Ohren und den Mund ein und befinden sich in diesem Anfangsstadium noch in der äußeren Schicht des Körpers. Schreitet die Erkältung nun weiter voran, so dringt sie tiefer „ins Innere“ des Körpers ein und führt in diesen tieferen Schichten zu Symptomen.
Die Unterscheidung zwischen Außen und Innen hilft uns dabei, zu lokalisieren, wo genau sich die Erkrankung befindet und welche Maßnahmen in diesem Moment erforderlich sind, um die Erkrankung wieder „herauszubringen“ anstatt sie weiter ins Körperinnere „hineinzuschieben“. Ist beispielsweise die Erkältung bereits in tiefere Schichten eingedrungen, bekommen wir sie langsamer wieder in den Griff, als wenn wir die Erkältung in den ersten Momenten erwischen, wo sie sich noch in den äußeren Schichten ▶ befindet.
Außen Erkrankung eher oberflächlicher
Innen Erkrankung eher tiefer
Außen-Zeichen und -Symptome können sein:
akuter, rascher Beginn
Befall der äußeren Schicht des Körpers wie Haut, Öffnungen (Nase, Ohr, Mund, Anus), Muskeln, Gelenke
gleichzeitig Fieber und Schüttelfrost
Kopf- und Gliederschmerzen
Abneigung gegen Wind und Kälte zeigen, dass die Krankheit nur an der Oberfläche – im Außen ist. Sie ist noch nicht in die Tiefe bis zu den Organen vorgedrungen.
Innen-Zeichen und -Symptome können sein:
Knochen, Nerven, Blutgefäße sind betroffen.
Schmerzen im Körper
Übelkeit
Schwäche
chronische Kopfschmerzen
Fieber ohne Kälteaversion
Schüttelfrost ohne Hitzeaversion
Hitze kann entstehen durch zu viel innerlichen Stress, durch zu hitzige Ernährung und durch zu viel Hitze von außen. (Beispiel: Der Koch, der täglich am offenen Feuer steht und Hitze ausgesetzt ist.)
Hitze-Zeichen und -Symptome können sein:
Hitzegefühl, Aversion von Wärme, Wunsch nach Kälte
rotes Gesicht
Nasenbluten
Bluthochdruck
hohes Fieber
lokale Rötungen und Schwellungen, Entzündungen, Hautausschlag
trockener Stuhl, Verstopfung
gelber Urin
gelblicher Schleim
Diabetes
Unruhe
chronische degenerative Erkrankungen
trockener Mund, trockener Husten
Durst
Schlafstörungen
dünner Körper
Kältekann entstehen durch zu wenig körperliche Aktivität, zu wenig wärmende und zu viel kühlende Lebensmittel (Rohkost) oder zu viel Kälte von außen (Beispiel: langes Schwimmen in kaltem Wasser). Kälte im Körper ähnelt dem Eis, das hart und bewegungslos ist. Kälte zieht zusammen.
Kälte-Zeichen und -Symptome können sein:
intensiver und fixierter Kälteschmerz
Schmerzen in den Gelenken und im Unterbauch (da Kälte den Qi- und Blutfluss verlangsamt)
subjektives Empfinden von Kälte
großes Schlafbedürfnis
zusammengerollte Körperhaltung
Bedürfnis nach Wärme
Blässe
klarer Urin
wässriger Stuhl
klarer Schleim
Die Leitkriterien Fülle und Leere helfen uns zu entscheiden, ob von etwas zu viel oder zu wenig vorhanden ist. Oft kommt im Körper beides vor, denn das eine bedingt das andere. Mit dem Wissen, dass beides gleichzeitig bestehen kann, können gezielt beide Ungleichgewichte ausgeglichen werden. Fülle wird ausgeleitet und Bereiche der Leere werden gleichzeitig gefüllt.
Das Ausleiten der Fülle braucht weniger Zeit als das Auffüllen und Regenerieren eines Zustandes der Leere.
Fülle bedeutet ein Zuviel an Substanz, wie Ansammlungen von Sichtbarem (z. B. Arteriosklerose in den Arterien, Tumore). Sie führen zu Stagnationen in Arterien, Meridianen, Geweben und jeglichen Orten im Körper. Fülle bedeutet auch Hitze im Übermaß. (Ein Zuviel an Qi gibt es nicht, es kann nicht genug sein.)
Leere bedeutet einen Mangel an Qi, Mangel an Wärme (Yang), Flüssigkeiten, Blut und Säften (Yin)
Fülle-Zeichen und -Symptome können sein: (Stagnationen und Druck produzieren Hitze)
hoher Blutdruck
Verstopfung
Übergewicht
Herzerkrankungen oder Schlaganfall
Massage tut nicht gut
Leere-Zeichen und -Symptome können sein: (Leere an Qi, Yin und Yang, Blut und Säften)
schwaches, zartes, verschlossenes Auftreten
schwache Stimme
Blässe
flache Atmung
Massage tut gut
Wenn wir nun das Konzept von Qi, Yin und Yang, Flüssigkeiten, Blut und die acht Leitkriterien kombinieren und in Beziehung zueinander setzen, bekommen wir Muster, die verdeutlichen, wo die Ursache für die Entstehung von Erkrankungen liegt. Auftretende Symptome sind eine Folge dieser Ungleichgewichte. Es ist essenziell, diese Muster zu diagnostizieren, damit wir anschließend Lebensmittel und Ernährungsempfehlungen geben können, die dieses Muster nicht weiter verstärken, sondern sie ins Gleichgewicht bringen.
Ausgangspunkt für die Mustererkennung ist der gesunde Zustand. Es ist das Bild der Ausgeglichenheit zwischen Yin und Yang. Beide sind kräftig, weder im Mangel noch in übermäßiger Fülle und weder Yin noch Yang überwiegt. Das vollkommene Gleichgewicht erreichen wir nie – so ist das menschliche Leben. Mal ein bisschen weniger vom Yin, mal ein bisschen weniger vom Yang – dies ist ein ganz normaler und auch gesunder Zustand. ▶ ( Abbildung unten).
Erstrebenswert ist es, möglichst in Balance zu kommen. Mit einem gesunden Lebensstil und dem gezielten Stärken unserer Konstitution können wir diesen Zustand unterstützen. Dies ist Prävention und Heilung zugleich.
Allgemeine Zuordnungen von Yin und Yang
Yang
Yin
Feuer
Wasser
Hitze
Kälte
Qi/Energie und Wärme
Substanz, Säfte, Blut
Gesunder Zustand von Yin und Yang
Das Qi-Mangel-Muster beschreibt den Zustand des vorübergehenden Energiemangels im Körper. Das Yang, welches für Qi, Energie und Wärme steht, ist leicht verringert; es mangelt ein wenig an Qi und Wärme. Das Yin, welches für Flüssigkeiten, Blut und Säfte steht, ist dabei im Normalzustand, weder in Fülle noch im ▶ Mangel.
Qi-Mangel-Muster
Ursachen können sein:
Qi-lose Nahrung (Fertignahrung, Industrieprodukte, hochgezüchtetes Obst und Gemüse)
Ein Übermaß an abkühlenden Lebensmitteln (Rohkost, Milchprodukte, Südfrüchte) und Qi-raubender Nahrung (weißer Zucker), da mit diesen Lebensmitteln wenig Qi im Mittleren Erwärmer gebildet werden kann
Falsche Atmung oder schlechte Luftqualität, da dadurch zu wenig Qi aus der Luft aufgenommen werden kann und somit im Oberen Erwärmer weniger Qi gebildet werden kann
Der Mensch ist in diesem Zustand nicht in seiner vollen Kraft, es mangelt ein wenig an Energie und Ausstrahlung. Diese Verfassung kennen wir alle, mal mehr oder weniger ausgeprägt. Ein Qi-Mangel ist leicht zu beheben.
Mögliche Zeichen und leichte Symptome können sein:
leichte Müdigkeit, leichte Erschöpfung
leichtes Frösteln ohne ausgeprägte Kältesymptome
Neigung zu Infekten
Energie bei 70 bis 80 Prozent
Besteht der Qi-Mangel über einen längeren Zeitraum, so kann sich daraus ein ▶ Yang-Mangel entwickeln. Auf der Yang-Seite fehlt es nicht nur ein wenig an Qi und Wärme wie beim Qi-Mangel, sondern deutlich an Yang. Das Yin ist im Normalzustand, scheint jedoch im Verhältnis zum Yang zu überwiegen. Da zu wenig Qi und Wärme vorhanden ist, bleiben Symptome der Erschöpfung und Kälte zurück. Ziel der Beratung ist es, das Yang aufzubauen und zu stärken.
Yang-Mangel-Muster
Ursachen können sein:
Übermaß an Qi-loser, abkühlender Nahrung über einen längeren Zeitraum
nicht ausreichende Produktion von Qi und Wärme über die Ernährung
Aufzehren des Qi- und Wärme-Reservoirs durch chronische Krankheiten
Überanstrengung beruflicher oder körperlicher Art (wenn wir häufig über unsere Kräfte und Reserven hinausgehen, z. B. im Sport und bei Aktivitäten, die sehr viel Yang-Charakter besitzen, kann dies unser Yang erschöpfen)
Die betroffene Person zeigt eine starke Erschöpfung mit innerem Kältegefühl. Diese Person schafft es nicht mehr, sich aus eigener Kraft zu erholen. Diesen Zustand können wir mehr und mehr beobachten – bedingt durch unseren Breitengrad und den klimatischen Einfluss, den Lebensstil und die Ernährung. Es ist die Kombination aus kühlem Klima, kühlender Ernährung und auspowerndem Lebensstil, die allesamt das Yang verbrauchen und erschöpfen.
Mögliche Zeichen und Symptome können sein:
ausgeprägte Erschöpfung
inneres Kältegefühl
Durchfallneigung
depressive Verstimmungen
Vorliebe für heißes Wetter, Abneigung gegen Winter und Kälte
Bei diesem Muster wird der Zustand beschrieben, bei dem ein ▶ Zuviel an Yang (Hitze) vorhanden ist. Es zeigen sich deutliche Yang-Symptome.
Yang-Fülle-Muster
ein Ernährungsstil mit übermäßig scharf-heißen Gewürzen über einen langen Zeitraum (regelmäßig scharfe Curry-Gerichte, Chili oder viel Knoblauch)
lang anhaltende Emotionen wie ausgeprägter Zorn, Ärger und Eifersucht, sie können zu innerer Hitze und damit zu einer Yang-Fülle führen
Stress und Zeitdruck, sie verursachen auf lange Sicht innere Hitze
ständig Hitze von außen ausgesetzt sein, z. B. beruflich bedingt bei Köchen, die täglich am heißen Herd stehen
Patientinnen und Patienten zeigen Hitzesymptome im oberen Teil des Körpers, da Hitze meist aufsteigt wie ein aufloderndes Feuer. Nicht nur körperlich, sondern auch innerlich kann sich das auflodernde Yang in Form eines hitzigen und aufbrausenden Gemüts zeigen.
Mögliche Zeichen und Symptome können sein:
roter Kopf
Gefühl der inneren Hitze
vermehrt Durst, um die Hitze zu löschen
Kopfschmerzen durch die aufsteigende Hitze
„Kurze Zündschnur“ oder Neigung zu Wutausbrüchen
▶ Blutmangelbedeutet, dass das Yin, also Blut und Flüssigkeiten, in seiner Kraft und Menge verringert ist. Gleichzeitig fehlt es ein bisschen an Yang (Qi und Wärme). Unserer Ansicht nach bedeutet dies, dass dem Blut und den Flüssigkeiten zusätzlich etwas an nötiger Funktionskraft und Wärme fehlt. Stellen wir uns einen Heizkörper vor, dem es etwas an Flüssigkeit mangelt: Die Flüssigkeit fließt zwar noch und der Heizkörper wärmt ein bisschen, doch insgesamt könnte die Flüssigkeitsmenge größer und die Wärme intensiver sein.
Auch wenn schulmedizinisch das Blutbild ohne Befund ist, erkennt die TCM bereits Schwächen des Blutes, lange bevor das Labor es anzeigen kann. Hilfreich ist, den Blutmangel zu beheben, bevor Laborparameter ihn anzeigen, um größere Ungleichgewichte zu verhindern. Zeigen sich im Labor bereits verringerte Eisenwerte, so kann dies auf einen ausgeprägten Blutmangel hinweisen.
Blutmangel-Muster
Milz-Qi-Mangel (Bei der Blutproduktion muss der Dreifacherwärmer für die Nahrungsumwandlung reibungslos funktionieren. Maßgeblich ist hier die Funktion der Milz verantwortlich. Mangelt es an Qi, vor allem an dem Qi der Milz, kann nicht genügend Blut gebildet werden.)
vegetarische/vegane Ernährungsformen (da sie oft nicht die nötige Zusammensetzung der Nährstoffe berücksichtigen, die für die Blutbildung essenziell sind; Ernährungsempfehlungen unter ▶ „Leber-Blut-Mangel“)
Blutverluste durch starke Blutungen, Menstruationsblutungen, Geburten
Sehr häufig kommt der Blutmangel bei Frauen vor, aber auch immer mehr Männer sind durch vermeintlich optimierte Ernährung und Lebensstil von Blutmangel betroffen. Die Betroffenen sind blass, fühlen sich dünnhäutig, sind empfindsam und verletzlich. Alles geht ihnen zu nahe.
Unsere Haut und unsere Haare werden von Blut geschmeidig gehalten und genährt. Mangelt es an Blut, so zeigen sich häufig Symptome, die mit Trockenheit einhergehen: „Müssen Sie sich eincremen?“ Diese Frage gibt schnell Aufschluss über die Neigung zu trockener Haut. Normal wäre es, wenn man sich nach dem Duschen nicht eincremen muss. Auch die Augen werden vom Blut genährt, was eine klare und gute Sicht gewährleistet. Bei Blutmangel wird es für die Augen schwieriger, sich an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse angemessen anzupassen. Da auch das Yang leicht verringert ist, fehlt es außerdem generell ein wenig an Energie, um gut durch den Tag zu kommen.
Mögliche Zeichen und Symptome können sein:
Blässe
trockene Haare, Haarausfall
trockene Haut, typischerweise an den Schienbeinen
Nachtblindheit, Lichtempfindlichkeit, Betroffene fahren z. B. nachts nicht gerne Auto
leichter Energiemangel
„Dünnhäutigkeit“, übertriebene Empfindsamkeit
Menstruation: schwache Blutung, verlängerter Zyklus und Amonerrhö möglich
Ein weiter fortgeschrittener Blutmangel kann sich zum ▶ Yin-Mangel entwickeln. Hierbei sind Blut und Flüssigkeiten so stark verringert und erschöpft, dass wir von Substanzverlust sprechen.
Yin-Mangel-Muster
Nahrung und Genussmittel, die nicht viel Substanz enthalten, und sogar austrocknend wirken, z. B. Kaffee, Chips, Nikotin
hohe Leistungsanforderung bei gleichzeitig fehlender, dem Pensum angemessener Ernährung (z. B. Nüsse als Snack, anstatt einer Mahlzeit, die Substanz aufbaut)
fehlende Yin-Qualitäten im Lebensstil, wie ausreichend Schlaf und angemessene Ruhepausen zwischen Aktivitäten
Drogen und/oder leistungssteigernde Aufputschmittel (Weniger Hunger und verringertes Schlafbedürfnis verbrauchen die kostbaren Substanzen.)
Durchfall (Bereits „weicher Stuhl“ und regelmäßig auftretende Durchfälle zählen aus unserer Sicht zu Substanzverlust und sollten behoben werden.)
Relativ gesehen überwiegt das Yang, allerdings nur, da das Yin so stark verringert ist. Bei Yin-Mangel genügt es, dass Betroffene ein Hitzesymptom aufweisen. Es liegt nicht wie bei der Yang-Fülle ein tatsächliches Zuviel an Yang vor, sondern das Yang überwiegt nur im Verhältnis zum Yin. Dadurch zeigt sich das Hitzesymptom nicht in ausgeprägter, sondern meist in leichter Form. Es kann beispielsweise zu einem leichten inneren Hitzegefühl kommen, welches zu Unruhe oder innerer Nervosität führen kann.
Hier wäre es falsch, die Hitze auszuleiten. Das Muster ausbalancieren kann man nur, indem man langfristig und konsequent die Substanz, das Yin, aufbaut. Die leichten Hitzesymptome können dadurch nachlassen.
Ein Substanzverlust ist ein längerer Prozess. Entsprechend bedarf es auch einer konsequenten Ernährung über einen längeren Zeitraum, um die Substanz wieder aufzubauen.
Mögliche Zeichen und Symptome können sein:
Symptome treten nicht nur kurz auf, sondern bestehen seit längerer Zeit
innere Unruhe/Nervosität
Durst nach kleinen Schlucken (um sich innerlich ständig zu befeuchten)
heiße Füße nachts
Neigung zu nächtlichem Schwitzen
ausgezehrter Körper durch Mangel an Substanz
keine gute Verträglichkeit von heißem Wetter
Bei diesem ▶ Muster wird der Zustand beschrieben, bei dem ein Zuviel an Yin (Kälte) vorhanden ist. Es zeigen sich deutliche Yin-Symptome wie sichtbare Ansammlungen von Kälte oder Substanzen, z. B. Nässe und Schleim, im Körper.
Yin-Fülle-Muster
Mangel an Bewegung: Wenn durch mangelnde körperliche Bewegung die Energie im Körper nicht ins Fließen kommt, dann wird auch das Yin (Flüssigkeiten, Blut) nicht genügend bewegt und es können sich sichtbare Ansammlungen im Körper bilden.
ein übermäßiger Verzehr von kalten und feuchten Lebensmitteln wie z. B. Joghurt, Quark und Käse
Aufhalten in feucht-kaltem Klima oder Wohnen in einem feucht-kalten Haus
