Hände in Top-Form: schmerzfrei, beweglich & kraftvoll - Daniela Neye - E-Book

Hände in Top-Form: schmerzfrei, beweglich & kraftvoll E-Book

Daniela Neye

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Beschreibung

Starke Hände

Unsere Hände brauchen wir täglich. Erst wenn sie Schmerzen bereiten, stellen wir fest, dass ohne sie nichts geht. Ob Arthrose, Karpaltunnelsyndrom, Tennisarm, Ganglion, Morbus Dupuytren oder Gicht in den Fingern – Probleme mit den Händen sind gar nicht so selten.

  • Probleme erkennen: Wo Gefahren für Ihre Hände lauern, wie Sie vorbeugen und welche Erkrankungen hinter Ihren Symptomen stecken können.
  • Lösungen finden: Gezielte Übungen und Tipps gegen die häufigsten Handerkrankungen und wie Sie sich auch mit einem Gipsverband beweglich und schmerzfrei halten können.
  • Therapien nutzen: Die erfahrene Physiotherapeutin und Handspezialistin Daniela Neye zeigt Ihnen vielfältige Therapiemöglichkeiten aus der Handreha von Osteopathie und Taping bis zur richtigen Ernährung.

Damit Ihre Hände wieder in Topform kommen.

 

 

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 195

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Hände in Top-Form: schmerzfrei, beweglich & kraftvoll

Die besten Übungen und Tipps der Handspezialistin bei Schmerzen, Arthrose, Sehnenscheiden-Entzündung & Co

Daniela Neye

1. Auflage 2023

120 Abbildungen

Liebe Leserin, lieber Leser,wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf man nichts dem Zufall überlassen. »Für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben«: So lautet das Qualitätsversprechen der Marke Thieme. Ärztlich Tätige, Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Hebammen – sie alle verlassen sich darauf, dass sie von Thieme, dem führenden Anbieter von medizinischen Fachinformationen und Services, die entscheidenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen. So können sie die Menschen, die sich ihnen anvertrauen, bestmöglich unterstützen. Auch Sie können sich auf die TRIAS Ratgeber mit dem Thieme Qualitätssiegel verlassen! Diese Informationsangebote helfen Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um Ihre Gesundheit geht, selbst daran mitzuwirken, gesund zu werden, sich gesund zu erhalten oder das Fortschreiten einer Erkrankung zu vermeiden. Mit einem TRIAS Titel aus dem Hause Thieme überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall!Ihr TRIAS Team

Liebe Leserinnen und Leser,

die Hände des Menschen sind außerordentlich faszinierend: Sie können schwere Gewichte heben, fest zupacken oder ganz präzise den Stift übers Papier führen. Wir können mit ihnen stricken, das Auto lenken, streicheln, eine Faust ballen oder blitzschnell über die Tasten eines Klaviers fliegen. Sie öffnen schwere Türen, fühlen Temperaturen und ertasten allerkleinste Strukturen – unsere Hände sind ein Präzisionsinstrument und von früh bis spät für uns im Einsatz. Kein anderer Körperteil ist so beweglich, sensibel, geschickt und gleichzeitig so belastbar – ein einzigartiges Wunderwerk!

Durch die permanente Beanspruchung sind unsere Hände aber auch anfällig für Schmerzen, Verletzungen und durch den altersbedingten Verschleiß auch für Arthrose. Bereits kleinste Erkrankungen oder Verletzungen der Hand können ohne die richtige Behandlung zu gravierenden Funktionsstörungen führen. Handbeschwerden sind keine Kleinigkeit. Wenn unsere wichtigsten Werkzeuge nicht mehr schmerzfrei funktionieren, schränken sie unseren Alltag maßgeblich ein und müssen professionell behandelt werden.

Erfahren Sie mehr über die Ursachen vieler Handerkrankungen und deren Behandlung. Die Therapie dieses komplizierten Systems setzt exakte anatomische Kenntnisse, ein gutes Behandlungskonzept und viel Erfahrung voraus. Ich zeige Ihnen wirksame Übungen, die sich in meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Handtherapeutin bewährt haben. Sie sind sowohl zur Vorbeugung als auch zur Linderung Ihrer Beschwerden geeignet und werden dabei helfen, dass Ihre Hände wieder kraftvoll zupacken können. Bevor es im praktischen Übungsteil genau darum gehen wird, darf ich Ihnen aber erst einmal das Wunderwerk vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Liebe Leserinnen und Leser,

Was Ihre Hände leisten

Das Allroundgenie

Knochen und Gelenke

Finger

Die Mittelhand

Die Handwurzel

Das Handgelenk

Muskeln und Sehnen

Warum Muskeln trainieren?

Nerven der Hand

Was hat das Gehirn mit der Hand zu tun?

Haut

Narben

Wenn Hände schmerzen

Die häufigsten Erkrankungen

Karpaltunnelsyndrom – wenn Finger einschlafen

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann ein Karpaltunnelsyndrom haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wann sollte man ein Karpaltunnelsyndrom operieren?

Wie wird die Operation durchgeführt?

Wann kann man die Hand wieder benutzen?

Schnappfinger

Was ist ein Schnappfinger?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann ein Schnappfinger haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wann sollte man einen Schnappfinger operieren?

Wie wird die Operation durchgeführt?

Wann kann man die Hand wieder benutzen?

Arthrose

Was ist Arthrose? Und was kann man dagegen tun?

Was sind die typischen Symptome?

Was genau passiert im Knorpel?

Welche Ursachen kann Arthrose haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Arthrose in den Fingergelenken

Heberden-Arthrose

Bouchard-Arthrose

Arthrose im Daumensattelgelenk – Rhizarthrose

Wichtig – darauf müssen Sie achten!

Handgelenksarthrose

Was kann man noch gegen Arthrose tun?

Wärme oder Kälte?

Gelenkschutz – damit kann man nicht früh genug beginnen

Tabletten, Salben und Co – was hilft und was nicht hilft

Röntgenreizbestrahlung

Radiosynoviorthese (RSO)

Hyaluronsäure-Injektionen

Operationen bei Arthrose

Operationen bei Arthrosen an den Fingergelenken

Operationen bei Daumensattelgelenkarthrose (Rhizarthrose)

Operationen bei Handgelenkarthrose

Ganglion – Überbein

Was ist ein Ganglion?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann ein Ganglion haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Sehnenscheidenentzündung – Tendovaginitis

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann die Entzündung haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wann sollte man operieren?

Dupuytren’sche Kontraktur

Was ist eine Dupuytren’sche Kontraktur?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann die Kontraktur haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Röntgenbestrahlung

Salben und Medikamente

Handtherapie/Dehnungen

Wann sollte man operieren?

Perkutane Nadelfasziotomie (PNF) – die Alternative zur OP

Fasziektomie

Handtherapie nach Fasziektomie

Speichenbruch – distale Radiusfraktur

Was ist eine distale Radiusfraktur?

Was sind die typischen Symptome?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wann wird die Fraktur mit einem Gips behandelt?

Wann sollte man eine Radiusfraktur operieren?

Wann kann man die Hand wieder benutzen?

Was geschieht nach der Operation / dem Gips?

Tennisarm und Golferarm

Was ist ein Tennisarm?

Wo liegt der Unterschied zwischen Tennis- und Golferarm?

Was sind die typischen Symptome?

Welche Ursachen kann ein Tennis- oder Golferarm haben?

Wie wird die Diagnose gestellt?

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Was sonst noch angeboten wird – Spritzen und Co

Wann sollte man einen Tennisarm operieren?

Vorsicht! Verletzungen mit Folgen

Gefahren für Ihre Hand

Nietnägel und Insektenstiche – wie ein Panaritium entsteht

Die Avocado-Hand – gefährliche Schnitte

Bisse von Hund, Katze und Mensch

Computerarbeit

Smartphones

Training für starke Hände

Haltung – was hat sie mit den Armen zu tun?

Aufbau der Übungen

Übung 1 Mobilisation der Brustwirbelsäule

Übung 2 Mobilisation der Wirbelsäule

Übung 3 Dehnung der Halsmuskulatur und der Schultergelenkkapsel

Übung 4 Dehnung der Hand- und Fingerbeugemuskulatur, Dehnung des Handgelenks

Übung 5 Dehnung der Hand- und Fingerstreckmuskeln, Dehnung des Handgelenks

Übung 6 Dehnung der Hand- und Fingerbeugemuskulatur, Dehnung des Handgelenks

Übung 7 Dehnung der Brustmuskulatur

Übung 8 Dehnung des vorderen Schultergürtels, Streckung der Brustwirbelsäule

Übung 9 Mobilisation der Fingergelenke, Kräftigung der Fingermuskulatur

Übung 10 Mobilisation der Finger- und Daumengelenke

Übung 11 Mobilisation der Fingergelenke – große Faust, kleine Faust, Dach, Streckung

Übung 12 Mobilisation der Fingergrundgelenke

Übung 13 Mobilisation der Daumengelenke, Training der Feinmotorik

Übung 14 Mobilisation der Fingergelenke, Training der Feinmotorik

Übung 15 Mobilisation der Fingergelenke, Training der Feinmotorik

Übung 16 Mobilisation der Fingergelenke, Kräftigung der Fingermuskulatur

Übung 17 Mobilisation der Fingergelenke, Kräftigung der Fingermuskulatur, Training der Feinmotorik

Übung 18 Mobilisation der Fingergelenke, Training der Feinmotorik

Übung 19 Mobilisation des Daumensattelgelenks

Übung 20 Mobilisation des Daumenendgelenks

Übung 21 Finger- und Daumenmobilisation, Training der Feinmotorik

Übung 22 Mobilisation des Daumensattelgelenks

Übung 23 Mobilisation des Daumensattelgelenks

Übung 24 Mobilisation des Daumensattelgelenks

Übung 25 Muskelspannungen am Daumen lösen

Übung 26 Mobilisation des Handgelenks

Übung 27 Mobilisation des Handgelenks und der Fingergelenke

Übung 28 Mobilisation des Handgelenks, Nervenmobilisation

Übung 29 Dehnung der Fingerbeugemuskulatur und aller Strukturen der Handfläche

Übung 30 Lösen verklebter Faszien, Entspannung der Finger- und Handbeugemuskulatur

Übung 31 Lösen verklebter Faszien, Entspannung der Finger- und Handstreckmuskulatur

Therapien, die Sie unterstützen

Wärme und Kälte

Blutegel

Ablauf der Therapie

Osteopathie

Ultraschall

Ernährung – die Gelenke essen mit

Hagebuttenextrakt, Teufelskralle & Co

Wo kann ich unabhängige Informationen einholen?

Tape

Schienen, Orthesen & Co

Flossing & Co – was tun bei geschwollenen Fingern?

Flossing

Bürsten

Service

Literatur

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Was Ihre Hände leisten

Mit unseren Händen ertasten und begreifen wir die Welt. Sie dienen uns das ganze Leben und dabei wissen wir so wenig über sie. Werfen Sie einen Blick auf Ihre Hände, Sie werden staunen!

Das Allroundgenie

Unsere Hände vollbringen täglich wahre Höchstleistungen. Doch wie schaffen sie das nur? Lernen Sie Ihre Hände besser kennen.

In jeder menschlichen Hand stecken 3 Hauptnerven, 27 Knochen, 36 Gelenke und 33 Muskeln, zudem zahlreiche straffe Bänder und Sehnen. Beide Hände beherbergen also ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers, und das auf engstem Raum! Werfen Sie einen Blick auf Ihre Hände und schenken Sie ihnen kurz etwas Aufmerksamkeit: Ballen Sie die Faust, bis Sie Ihre Muskeln bis in den Unterarm spüren, spreizen Sie die Finger, bis Sie die Spannung in der Handfläche wahrnehmen, und tippen Sie anschließend mit der Spitze des Daumens auf die Fingerspitze des kleinen Fingers, kreisen Sie mit lockeren Händen im Handgelenk und beobachten Sie dabei Ihren Unterarm. Sie werden bemerken, dass er sich mitbewegt. Das Handgelenk und der Unterarm bilden eine funktionelle Einheit. Schließen Sie die Augen und berühren Sie Ihren Tisch, Ihren Pullover, eine Wand, eine Buchseite – ist es nicht fantastisch, wie in Millisekunden unsere Nerven in den Fingerkuppen höchst exakte Informationen an das Gehirn senden, ob die Fläche glatt, rau, weich oder hart ist? Damit die Hand funktioniert, müssen viele Strukturen zusammenarbeiten und die sehen wir uns nun etwas genauer an.

Knochen und Gelenke

Die 27 Knochen der Hand bilden das Gerüst der Hand und sind durch Gelenke beweglich miteinander verbunden. Aufgebaut sind die Knochen zu 70 % aus mineralischen Anteilen und festen, bindegewebigen Strukturen (Kollagen). Außen sind sie von der Knochenhaut überzogen, dem Periost. Es enthält Blutgefäße, die in das Innere des Knochens vordringen und ihn mit lebensnotwendigen Stoffen versorgen.

Durch ihren inneren Aufbau sind Knochen stabil und gleichzeitig so elastisch, dass sie Druck, Zug und sogar leichter Biegung und Drehung standhalten. Fast alle Knochen sind durch Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln zu einem beweglichen Skelett miteinander verbunden. Der Knochen ist äußerst anpassungsfähig: Er reagiert auf seine Belastung und wird entsprechend ständig umgebaut und erneuert. Auch Muskeltraining fördert die Stärkung des Knochens. Studien belegen eindeutig eine höhere Knochendichte bei Menschen, die regelmäßig trainieren, im Vergleich zu Menschen, die keinen Sport treiben. ▶ [1] Auf Bewegungslosigkeit und Schonung folgt unweigerlich der Abbau von Knochensubstanz. Der Knochen passt sich somit den Anforderungen an und wird stets nur so stabil wie nötig gehalten. Er reagiert also flexibel auf alles, was ihm widerfährt: Wird er viel benutzt, wird er aufgebaut; wird er wenig benutzt, wird er abgebaut.

Anatomie der Hand.

In den Gelenken ist der Knochen mit Knorpel überzogen. Dieser ist äußerst wichtig, dient er doch als Stoßdämpfer und Schutz des Knochens. Zudem ermöglicht die spiegelglatte Oberfläche des Knorpels das reibungsfreie Gleiten der Gelenkflächen, unterstützt von einer zähflüssigen Schmierschicht, der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit). Alle Strukturen des Gelenks sind von einer schützenden Gelenkkapsel umgeben, die diese Gelenkflüssigkeit produziert.

Das gesunde Gelenk.

Wichtig zu wissen

Der Knorpel ist nicht an das Blutkreislaufsystem angeschlossen und kann daher nicht über das Blut ernährt werden. Er hat also keine eigenen Blutgefäße, die ihn versorgen. Vielmehr wird er durch die Gelenkflüssigkeit ernährt, die in jedem Gelenk vorhanden ist.

Bewegung ist die Grundlage für die Versorgung des Knorpels: Wie bei einem Schwamm wird die Flüssigkeit unter Belastung aus dem Knorpel herausgepresst und unter Entlastung wieder in den Knorpel hineingesogen. Diese Pumpbewegung hält den Knorpel gesund und sichert seine Ernährung. Bewegungsmangel behindert also die Versorgung des Knorpels und gilt als bedeutender Auslöser von Arthrose.

Die Hand wird in 3 Bereiche unterteilt: die Finger, die Mittelhand und die Handwurzel. Werfen wir auch auf diese »Unterteile« einen Blick.

Finger

Die fünf Finger bilden den beweglichen Teil der Hand. Zeige-, Mittel, Ring- und Kleinfinger bestehen jeweils aus drei kleinen Röhrenknochen: den Fingergliedern. Sie besitzen je drei Gelenke: das Grund-, Mittel- und Endgelenk. Bei den Mittel- und Endgelenken handelt sich um Scharniergelenke mit straffer Gelenkkapsel, sie können sich daher nur beugen und strecken. Die Grundgelenke des 2. bis 5. Fingers, umgangssprachlich auch als Fingerknöchel bezeichnet, sind die Verbindungen zwischen den Fingergrundgliedern und den Mittelhandknochen. Es sind Kugelgelenke, die sich beugen, strecken, abspreizen und ein wenig rotieren können.

Eine Besonderheit stellt der Daumen dar, da er nur zwei Glieder hat. Er ist sehr beweglich, der kräftigste aller Finger und lässt sich in alle Richtungen bewegen. Als einziger Finger kann er quer über die Handfläche geklappt werden. Diese Fähigkeit, den anderen vier Fingern gegenüberzustehen, ermöglicht erst die Greifbewegungen der Hand. Nur so können wir zupacken, schreiben oder diese Seite umblättern.

Knotige Finger

Als Folge einer Arthrose entstehen häufig Knötchen an den Endgelenken der Finger – sie sind harmlos, aber manchmal schmerzhaft. Besonders häufig davon betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren. Ziel der Handtherapie ist es, die Gelenke lange beweglich und schmerzfrei zu halten.

Die Gelenkkapseln der Fingergelenke sorgen zusammen mit den Bändern und Sehnen für eine ausreichende Stabilität.

Am Ende jedes Fingers befindet sich unsere Fingerkuppe mit etwas Einzigartigem: Das Linienmuster eines jeden Fingers gibt es auf der Welt nur einmal und identifiziert uns besser als jede DNA.

Die Form, die bei maximaler Streckung bis maximaler Beugung eines Fingers entsteht, ähnelt dem Gehäuse einer Nautilusschnecke.

Die Mittelhand

Sie besteht aus fünf langgestreckten Mittelhandknochen, die Sie auf dem Handrücken gut ertasten können und die strahlenförmig zusammenlaufen. Diese anatomische Form gibt der Mittelhand höchste Flexibilität. Die Mittelhandknochen bilden eine stabile Brücke für die hochsensiblen Nerven, Sehnen und Blutgefäße, die die Hand durchziehen. Gleichzeitig ist dieser Bereich sehr verletzlich, denn die wichtigen Strukturen liegen direkt unter der Haut und sind von wenig schützendem Muskel- und Fettgewebe bedeckt. Nur die Handfläche ist durch eine robuste Sehnenplatte geschützt, die einen kraftvollen Griff erlaubt.

Die Mittelhandknochen.

Brüche der Mittelhand

Brüche der Mittelhandknochen sind häufig und entstehen meist durch Sturz auf die Hand oder ein starkes Anpralltrauma, z. B. bei einem Faustschlag gegen die Wand. Betroffen sind vor allem junge Männer. Zur Behandlung reicht häufig eine mehrwöchige Ruhigstellung. Ist der Bruch allerdings verdreht, verschoben oder befindet er sich in Gelenknähe, muss operiert werden, um Fehlstellungen zu vermeiden.

Die Handwurzel

Die 8 Handwurzelknochen sind mit straffen Bändern untereinander verbunden. Sie befinden sich in zwei Reihen zu je vier Knochen und werden als körpernahe (proximale) und körperferne (distale) Handwurzelknochen bezeichnet. Sie haben schöne Namen, die von ihrer Form herrühren:

Kahnbein

Mondbein

Dreieckbein

Erbsenbein

großes Vieleckbein

kleines Vieleckbein

Kopfbein

Hakenbein

Auf der Innenseite eines kräftigen, quer verlaufenden Bandes ist eine Durchtrittsstelle für Sehnen und Nerven, die vom Unterarm in die Hand ziehen.

Die Handwurzelknochen.

Den nachfolgenden Merksatz mussten unzählige Studierende der Medizin lernen, um sich die Reihenfolge der Handwurzelknochen einzuprägen – nun können Sie es auch!

Es fuhr ein Kahn im Mondenschein dreieckig um das Erbsenbein. Vieleckig groß, vieleckig klein, der Kopf, der muss beim Haken sein.

Als Folge eines Sturzes bricht das Kahnbein am häufigsten von allen Handwurzelknochen. ▶ [2] Auf Röntgenaufnahmen sind 30 % aller frischen, nicht verschobenen Kahnbeinfrakturen nicht sichtbar, weshalb sie häufig übersehen werden. ▶ [3] Sollten Schmerzen nach einem Sturz über längere Zeit anhalten, sollte daher unbedingt zur weiteren Diagnostik eine Computertomographie durchgeführt werden.

Wichtig!

Unter den Handwurzelknochen nehmen die Knochen Kahnbein und Mondbein eine zentrale Rolle ein. Die Bandverbindung zwischen diesen beiden Knochen – das SL-Band – hält die beiden Handwurzelknochen eng beieinander. Zusammen mit der Speiche sind sie für eine reibungslose Beweglichkeit des Handgelenks sehr wichtig. Ein Riss dieses Bandes – zum Beispiel nach einem Sturz – bewirkt ein Auseinanderweichen der beiden Knochen. Die daraus resultierende Fehlstellung bewirkt eine Fehlbelastung des Gelenks und lässt eine schmerzhafte Arthrose im Handgelenk entstehen. Ein gerissenes SL-Band bedeutet für das Handgelenk einen enormen Stabilitätsverlust, daher müssen anhaltende Handgelenkschmerzen nach einem Trauma immer abgeklärt werden. Frische Verletzungen können – im Gegensatz zu veralteten – bei angemessener Therapie zur Ausheilung gebracht werden, sind jedoch häufig schwer zu erkennen und werden daher oft als einfache Verstauchung verkannt.

Das Handgelenk

Es besteht aus zwei Gelenkbereichen: einem zwischen Speiche und Handwurzelknochen und einem zwischen den Handwurzelknochen und den Mittelhandknochen. Zusammen sind sie eine funktionale Einheit und ermöglichen umfangreiche Bewegungen.

Es ist eine besonders raffinierte, aber auch empfindliche Konstruktion, die von inneren und äußeren Bändern in Position gehalten wird und das Handgelenk stabilisiert. Am Übergang vom Arm zur Hand geht es besonders eng zu: Hier müssen sich Nerven und Blutgefäße den Platz mit den vielen beweglichen Strukturen teilen.

Wir haben – ähnlich wie im Knie – eine Art Meniskus im Handgelenk, den Discus triangularis. Das lateinische Wort »Discus« bedeutet »Scheibe«, »triangularis« bedeutet »dreieckig« und tatsächlich handelt es sich um eine dreieckige Knorpel-Band-Struktur, die als Druckpolster zwischen Handwurzel- und Unterarmknochen dient.

Der Bandapparat der Hand.

Schnitt durch das Handgelenk.

Muskeln und Sehnen

Muskeln bestehen aus Muskelfasern, die zu Muskelfaserbündeln zusammengefasst sind und von Bindegewebe umhüllt werden, den sogenannten Faszien. Darüber hinaus hat fast jeder Muskel unseres Skeletts an seinem Anfang und seinem Ende eine Sehne, über die er am Knochen befestigt ist. Die Sehnen sind also die Überträger der Kräfte, sie verbinden die Muskeln mit den Knochen. An manchen Stellen verlaufen Sehnen durch enge Tunnel aus Knochen und Bändern oder sind über Knochenvorsprünge gespannt, wie zum Beispiel im Handgelenk. An diesen Stellen sind sie von Hüllen aus Bindegewebe geschützt, den Sehnenscheiden. Diese enthalten eine Flüssigkeit, die wie eine Art Schmieröl wirkt. Dadurch können die Sehnen geschmeidig und ohne Reibung durch die Sehnenscheide hindurchgleiten.

Muskeln und Sehnen in der Hand.

Unsere Muskeln sind der unentbehrliche Motor unserer Hand und sorgen dafür, dass wir komplexe und feingliedrige Bewegung mit unseren Fingern ausführen können. Das Verblüffende ist allerdings: In den Fingern befindet sich kein einziger Muskel! Doch wie kommt dann eine Bewegung zustande? Dazu müssen wir die Anatomie der Hand betrachten. Dabei stellen wir fest, dass sämtliche Muskeln, die die Finger beugen und strecken, im Unterarm liegen – nur die schlanken Sehnen dieser Muskeln ziehen in die Finger. Sehnen verbinden also die Knochen der Finger mit den Muskeln am Unterarm und können so die Kraft übertragen. Muskeln und Sehnen gehören zusammen – Fachleute nennen das eine funktionelle Einheit. Wer seine Hand einmal genau betrachtet, während er seine Finger bewegt, kann die Sehnen übrigens deutlich erkennen: Am Handrücken und am Handgelenk zeichnet sich dann unter der Haut ihre Bewegung ab. Das sind die Fingerstrecker. Diese Strecksehnen des Handgelenks, der Finger und des Daumens verlaufen über dem Handgelenk in sechs getrennten »Sehnenfächern«. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei Sehnenscheidenentzündungen, die später noch ausführlich erläutert werden.

Wissenswert

Im Gegensatz zu Muskeln und Knochen sind Sehnen schlecht durchblutet und heilen daher langsam. Ein gebrochener Knochen hat eine Heilungsdauer von 4–6 Wochen, eine genähte Sehne benötigt mindestens 12 Wochen.

Nun tasten Sie sich mal von den Sehnen am Handrücken den Unterarm hoch, während Sie die Finger weiter bewegen – genau, ziemlich weit oben Richtung Ellenbogengelenk liegen die Muskelbäuche der Fingerstrecker. Die Sehnen der Fingerbeuger verlaufen dagegen über die Handinnenfläche (Hohlhand) zu den Fingern – ein geniales System!

Am Bizeps kann ich Ihnen dieses Zusammenspiel zwischen Muskel und Sehne besonders anschaulich verdeutlichen. Spannt sich der rote Muskelbauch an, verkürzt er und die Sehne zieht den Unterarm hoch – der Ellenbogen beugt sich.

Nach demselben Prinzip entsteht die Bewegung unserer Finger: Ein Muskel im Unterarm zieht sich zusammen, der Zug überträgt sich auf die Sehne, die wiederum den mit ihr verbundenen Knochen bewegt. Warum aber befinden sich die für die Hand entscheidenden Muskeln im Unterarm? Vergleichen Sie doch einmal den Umfang Ihres Unterarms mit dem Ihres Handgelenks, dann kennen Sie sofort die Antwort: Die Muskelpakete des Unterarms hätten im Handgelenk einfach keinen Platz.

Es gibt auch noch viele kurze Muskeln, die unsichtbar in der Mittelhand liegen. Durch sie lassen sich die Finger aber nur spreizen und wieder zusammenführen.

Die Muskeln der Hand (und deren Sehnen) sind nahezu pausenlos im Einsatz und laufen aus diesem Grund Gefahr, überfordert zu werden. Häufig geschieht das durch einseitige oder übermäßige Belastungen – so können etwa wiederholte, monotone Tätigkeiten wie das ununterbrochene Tippen am Computer oder auch das Spielen eines Instruments zu einer Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk führen.

Der sogenannte Mausarm oder auch der Tennisellenbogen gehört zu den typischen Überlastungssyndromen, die ich Ihnen später noch ausführlich erklären werde und denen man gut mit gezielten Dehn- und Lockerungsübungen begegnen kann.

Warum Muskeln trainieren?

Ich habe leider eine ernüchternde Information: Ab dem 30. Lebensjahr beginnt ganz automatisch der altersbedingte Muskelabbau, ein völlig natürlicher Prozess. In diesem Alter hat der Körper sein Maximum an Muskelmasse erreicht und baut pro Jahr bis zu 1 % Muskelmasse ab. Ganz allmählich wird Muskel- in Fettgewebe umgebaut. ▶ [4] So hat ein Mensch im Alter von 70 Jahren schleichend etwa 40 % an Muskelmasse verloren.

Gut zu wissen

Alle Muskeln arbeiten, indem sie sich anspannen und verkürzen. Kein Muskel kann sich aus eigener Kraft wieder strecken. Das muss ein anderer Muskel erledigen. Aus diesem Grund arbeiten Muskeln immer paarweise als Gegenspieler zusammen. Zieht sich ein Muskel zusammen, indem er sich verkürzt, wird gleichzeitig der andere Muskel gestreckt. Für eine Bewegung sind daher immer zwei Gegenspieler nötig: ein Beugemuskel und ein Streckmuskel.

Das spüren wir nicht sofort, sondern meist erst im 5. Lebensjahrzehnt – auch in der Hand. Plötzlich lässt sich die Wasserflasche schwerer öffnen als gewohnt, der Aktenordner kann nicht mehr mit einer Hand gehalten werden oder das Türschloss erscheint schwergängiger als zuvor. Die Griffkraft lässt deutlich nach.

Das sind keine guten Nachrichten, denn wir brauchen dringend kräftige, gut funktionierende Muskeln! Sie stützen und entlasten die Gelenke, sie schützen die empfindlichen Gelenkstrukturen vor übermäßigen Zug- und Druckkräften und somit vor Verletzungen. Dieses Prinzip der stützenden Muskulatur kennen Sie bereits vom Rücken. An der Hand gilt es jedoch genauso.

Aber: Es ist nie zu spät! Sie haben es wortwörtlich in der Hand und können diesen Schwächezustand in jedem Lebensalter beeinflussen. Und dazu braucht es nicht einmal viel Zeit – etwa 10 Minuten am Tag mit speziellen Übungen für die Hand- und Armkraft reichen völlig aus. Darauf kommen wir später zurück.

Nerven der Hand

Vom Scheitel bis zur Sohle ist jeder Quadratmillimeter unseres Körpers von Nervenfasern durchzogen. Wo immer in unserem Körper etwas geschieht – die Nerven merken es sofort. Über hauchzarte Leitungen melden sie dem Gehirn selbst die sanfteste Berührung an der Hand. Alle Reize, die von außen kommen (z. B. Kälte) oder im Körper selbst entstehen (z. B. Schmerzen), werden von Nerven registriert und in Form von elektrischen Impulsen an das Gehirn weitergeleitet.

Doch die Nerven bemerken nicht nur alles, sie übermitteln auch Befehle. Wollen wir einen Finger bewegen, kommt der Befehl aus dem Hirn und wird durch die Nerven bis in die Hand geleitet. Es gibt gefühlvermittelnde (sensible) und bewegungsauslösende (motorische) Nerven.

Was umgangssprachlich als Nerv bezeichnet wird, ist tatsächlich ein Bündel von Nervenfasern, die von einer Bindegewebshülle umgeben sind, der Markscheide. Wie bei einem Stromkabel schützt sie die innen liegenden Nervenfasern vor mechanischen Schäden und dient der schnelleren Übertragung der Nervenimpulse. Im Gegensatz zu einem Stromkabel ist Nervengewebe jedoch bis zu einem gewissen Grad dehn- und verschiebbar. Das ist auch unbedingt nötig, damit es sich den Bewegungen des Körpers anpassen kann.

Aufbau eines Nervs.

Gegliedert wird das Nervensystem in einen zentralen und einen peripheren Teil. Zum zentralen Nervensystem (ZNS) zählen das Gehirn und das Rückenmark. Von hier ziehen Nervenbahnen in alle Regionen des Körpers und bilden das periphere Nervensystem – die Nerven der Hand gehören somit zu den peripheren Nerven. Im Bereich der Halswirbel entspringen sie dem Rückenmark und bilden ein großes Nervengeflecht, das man als Plexus brachialis (deutsch: Armgeflecht) bezeichnet.

Das Armgeflecht verästelt sich wie ein Baum immer weiter und endet in drei Hauptnerven, die die gesamte Hand motorisch und sensibel versorgen, also für Kraft und Gefühl zuständig sind.

Die drei Nerven heißen:

Ellennerv (Nervus ulnaris)

Speichennerv (Nervus radialis)

Mittelnerv oder Mittelarmnerv (Nervus medianus)