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Nazan Eckes ist ein echter Superstar – allein auf Instagram folgen ihr 344.000 Menschen. Für ihr erstes Kochbuch entdeckt sie die Lieblingsrezepte ihrer Mama in der Türkei. Sie geht auf Märkte, trifft die Menschen, schaut in Kochtöpfe. Dann holt sie die Rezepte in ihre Küche – und interpretiert sie so kreativ und modern, dass sie gesund und lecker sind. So können wir ganz ohne schlechtes Gewissen genießen.
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Seitenzahl: 75
Veröffentlichungsjahr: 2022
NAZAN ECKES
Einfach türkisch kochen
Fotografie: Florian Bolk
Vorwort
SUPPEN
DIPS
SALATE
BEILAGEN
MEZZE
FLEISCH & FISCH
VEGETARISCHES
DESSERTS
KUCHEN & GEBÄCK
Register der Rezepte
Dank
Impressum
Bitteschön, der Tisch ist angerichtet! Wer schon einmal bei einer türkischen Familie zu Gast war, der weiß: Nichts geht, ohne vorher einmal miteinander gegessen zu haben. Auch wenn der Anlass keine explizite Essenseinladung ist, steht immer etwas Köstliches in der Küche bereit oder sogar schon auf dem Tisch. Essen hat in der türkischen Kultur einen sehr hohen Stellenwert, es gehört zum guten Ton, das ist Gastfreundschaft pur. Ich würde fast so weit gehen, zu sagen, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn dir nichts angeboten wird.
Bei uns zu Hause war die Rollenverteilung in der Küche sehr klassisch. In meiner Erinnerung stand unsere Mutter – ich habe zwei Geschwister – den ganzen Tag in der Küche. Und auch heute ist das noch so. Kochen und Backen machen sie glücklich – vor allem, wenn wir Kinder und Enkelkinder zu Besuch bei ihr sind. Meistens bereitet sie dann gleich drei bis vier Gerichte auf einmal zu, was so gut wie bei jedem Familientreffen dazu führt, dass wir am Ende alle fast platzen, weil wir so viel gegessen haben.
Nun muss man dazu sagen, dass die türkische Küche nicht unbedingt dafür bekannt ist, besonders leicht und kalorienarm zu sein. Und meistens ist es auch so, dass gleich nach dem Essen eine süße Nachspeise, wie zum Beispiel Künefe (Weltklasse! Das Rezept dazu findet ihr auf Seite 150), und wieder gleich danach eine Runde Obst serviert wird. Anschließend gibt es für alle Cay, also türkischen Schwarztee.
Es ist wirklich schwer, sich da zurückzuhalten, und ganz ehrlich, wer will das bei einem reichlich gedeckten Tisch schon! Da ich die türkische Küche sehr liebe – vor allem die meiner Mutter natürlich –, mich gleichzeitig aber gerne gesund ernähre, ist die Idee für dieses Buch entstanden: Warum nicht alle Rezepte meiner Mutter durchgehen (ihr persönliches, handgeschriebenes Kochbuch ist 50 Jahre alt!), Ideen sammeln und alle Rezepte noch einmal überarbeiten, sodass man sie ohne schlechtes Gewissen verschlingen kann? Lecker und leicht. Das war der Anspruch.
Also habe ich mich zusammen mit meiner Schwester Belgin, der ich hier an dieser Stelle von Herzen danken möchte, auf eine kulinarische Reise nach Istanbul und an die Ägäis begeben und von Streetfood bis Gourmetrestaurant alles Kulinarische getestet, wir haben uns inspirieren lassen und natürlich unsere Lieblingsgerichte aus der Kindheit zusammengetragen. Bei allen Rezepten war mir wichtig, darauf zu achten, vorwiegend gesunde Zutaten zu verwenden. Nicht zu fettig. Wenig Fleisch. (Ja, das geht.) Wenig bis gar keinen Zucker. Kleiner Tipp vorab: Datteln sind ein wunderbarer Ersatz für Zucker. Und aus Obst kann man hervorragende Desserts zaubern …
Ihr werdet viele Rezepte finden, die leicht umsetzbar sind. Bei einigen klassischen Rezepten habe ich ebenfalls herumprobiert, sie ergänzt oder ihnen einen modernen Schliff verpasst. Also nicht wundern, wenn es hier nicht nur um bekannte traditionelle Gerichte geht. Außerdem findet ihr Gemüsegerichte, die ein bisschen Abwechslung in eure Küche bringen, die aber keine kulinarische Expertise verlangen. Ich bin selber kein großer Fan von komplizierten Zutatenlisten und Zubereitungsarten. Das können andere sicher besser als ich. Als zweifache Mutter, die viel arbeitet, bin ich immer dankbar für Kochideen, die ich ganz einfach nachkochen kann und die gesund sind.
Ein weiterer Tipp übrigens: Bitte immer frische Zutaten verwenden und das Gemüse nicht zerkochen, wie es sonst in der türkischen Küche oft üblich ist. Ich finde, es schmeckt viel besser, wenn die Zucchini oder Auberginen noch ein wenig Biss haben. Und die Vitamine bleiben dadurch auch besser erhalten.
Der Anspruch an die Frische gilt auch für Kräuter und Gewürze. Wann immer es geht, immer alles frisch einkaufen. Jedes Gericht schmeckt dadurch um Welten besser.
Übrigens … Wer sich selber einmal auf eine kulinarische Entdeckungsreise in die Türkei begeben möchte: Lass ein wenig Platz im Koffer. Für die Rückreise. Ich liebe es, dort über die orientalischen Märkte zu schlendern und Gewürze einzukaufen. Lasst euch von der vielfältigen Küche inspirieren. Und man sagt ja nicht umsonst: »Das Auge isst mit.« Ich finde, diese Redewendung lässt sich hier wunderbar auf alles beziehen. Vor allem Istanbul ist eine Stadt, die Appetit macht. Eine faszinierende Metropole, so laut, bunt, impulsiv, traditionell und gleichzeitig modern. Vielleicht fühle ich mich deswegen auch so wohl dort. Irgendwie passen das Leben, die Kultur, die Küche dort sehr gut zu meiner Natur. Ich habe einerseits eine traditionelle Seite an mir … Allerdings tatsächlich in erster Linie, was die Esskultur angeht oder wenn es um Musik, Kunst und Kultur geht. Diese Welten finde ich ebenso spannend. Gleichzeitig mag ich Fortschritt, alles, was zukunftsgewandt ist und offen, modern, aufgeschlossen. Immer mitgehen und nicht stehen bleiben. Das ist mein Lifestyle … mit allem Drum und Dran.
Und so hat sich in der türkischen Küche in den letzten Jahren sehr, sehr viel verändert. Denn auch dort setzen sich natürlich Foodtrends wie vegetarisches und veganes Essen oder Clean Eating immer mehr durch. Natürlich eher in den Großstädten als auf dem Land. Besonders spannend ist die Fusion aus beidem.
Und zu guter Letzt mein dritter Tipp: Mir ist bewusst, dass wir alle einen hektischen Alltag haben. Alles muss immer schneller gehen. Arbeiten, einkaufen, aufräumen, Kinder versorgen, Papierkram erledigen etc. Da wird dem Kochen und Essen meist eher eine Notwendigkeit zugesprochen und kein Genuss. Dafür ist meist keine Zeit. Dabei macht beides erst dann richtig Spaß, wenn du dir wenigstens an den Wochenenden viel Zeit dafür nimmst und beides richtig genießen kannst. Jedes Gericht schmeckt tausendmal besser, wenn Freunde oder Familie mit am Tisch sitzen.
Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Stöbern, Entdecken, Nachkochen, Ausprobieren und Genießen. Nicht vergessen, den Tisch schön zu decken, mit frischen Blumen und Stoffservietten zu dekorieren. Dazu ein guter Wein und vielleicht schöne türkische klassische Musik im Hintergrund oder türkischer Jazz. Denn ich finde, dass nicht nur das Auge mitisst. Afiyet olsun! Guten Appetit!
Kindheit, Familie, Wärme … Das bedeutet für mich die Linsensuppe meiner Mama. Früher gab es die bei uns ganz sicher einmal pro Woche. Sie ist nicht nur gesund und schmeckt unglaublich lecker, sie lässt sich auch ganz einfach und schnell zubereiten. Perfekt für Working Moms, die nur wenig Zeit haben und trotzdem gesund kochen wollen. Lieben meine Kinder übrigens inzwischen auch. Und für den ganz großen Hunger einfach etwas Brot dazu toasten.
ZUBEREITUNGSZEIT: ETWA 30 MINUTEN
FÜR 4 PERSONEN
Für die Linsensuppe
150 g rote Linsen
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine mehligkochende Kartoffel
2 Karotten
1 EL neutrales Pflanzenöl
600 ml Gemüsebrühe oder Wasser
1 EL Butter (nach Belieben)
Salz
Zum Anrichten
½ Zitrone
rosenscharfes Paprikapulver
gehackte glatte Petersilie
Fladenbrot
Die Linsen in ein Sieb geben, gründlich unter fließendem kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen.
Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen und fein würfeln. Die Kartoffel und die Karotten schälen. Die Kartoffel fein würfeln, die Karotten in Scheiben schneiden.
Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch anbraten. Anschließend die Linsen zugeben und mit der Gemüsebrühe aufgießen. Dann das Gemüse und nach Wunsch die Butter unterrühren. Die Suppe etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Linsen weich sind.
Anschließend die Suppe in einen Standmixer umfüllen und cremig pürieren. Wieder in den Topf umfüllen, erneut aufkochen und mit Salz abschmecken. Sollte die Konsistenz zu fest sein, kann etwas Wasser untergerührt werden.
Die Suppe auf die Teller verteilen, mit etwas Zitronensaft beträufeln und mit etwas rosenscharfem Paprikapulver bestauben. Mit der gehackten Petersilie garnieren. Mit dem Fladenbrot servieren.
ZUBEREITUNGSZEIT: ETWA 60 MINUTEN PLUS 12 STUNDEN RUHEZEIT
FÜR 4 PERSONEN
Für die Ezo-Gelin-Suppe
3 EL braune Linsen
3 EL Reis
3 EL Bulgur
1 große Zwiebel
2 EL neutrales Pflanzenöl
2 EL Tomatenmark
3 EL Mehl Type 405
3 EL Fadennudeln (Tel Sehriye)
1 Zweig Minze
Zum Anrichten
edelsüßes Paprikapulver
Die Linsen in ein Sieb geben, gründlich unter fließendem kaltem Wasser abspülen und über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Dann die Linsen mit der doppelten Menge frischem Wasser oder Einweichwasser etwa 20 Minuten leicht köcheln lassen. Dann gegebenenfalls noch vorhandene Flüssigkeit abgießen und die Linsen beiseitestellen.
Den Reis in einem Sieb unter fließendem kaltem Wasser abspülen und mit der 1,5-fachen Menge Wasser und etwas Salz in einen Topf füllen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und den Reis aufkochen, anschließend auf niedrigster Stufe etwa 20 Minuten köcheln lassen. Den fertigen Reis beiseitestellen.
Den Bulgur in einem Sieb mit kaltem Wasser abspülen, bis das ablaufende Wasser klar ist. Den Bulgur dann in eine Schüssel umfüllen und mit 3 EL kochendem Wasser übergießen. Die Schüssel abdecken, den Bulgur 15 Minuten quellen lassen und dann beiseitestellen.
Die Zwiebel abziehen und fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln anbraten. Das Tomatenmark, das Mehl und die Fadennudeln zugeben, 500 ml Wasser angießen und unter Rühren aufkochen.
