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Die Binnengewässer der Niederlande sind ein Paradies für Hausbooturlauber: Unzählige Möglichkeiten gibt es für das Chartern eines Boots in allen Größen und Komfortstufen, und ebenso groß ist die Vielfalt der Flüsse, Seen und Kanäle sowie der vielen Häfen, Marinas und Liegestellen inmitten der Natur. Dieser handliche Reiseführer stellt vier Routen im Süden der Niederlande vor, mit denen Sie die schönsten Orte besuchen können. Die Routen sind dabei so gewählt, dass sie auch ohne größere nautische Erfahrung gut zu bewältigen sind. Nützliche Informationen zu Anlegemöglichkeiten, vor allem aber auch die interessanten Geschichten zu Land und Leuten und Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten machen dieses Buch zu einem unverzichtbaren Begleiter für einen gelungenen Hausbooturlaub! Routen und Reviere: • Die Randstad-Runde: u. a. Amsterdam, Leiden, Utrecht, Katwijk • Das Veerse Meer: u. a. Kortgene, Veere, Middelburg, Vlissingen • Maas und Zuid-Willemsvaart: u. a. 's-Hertogenbosch, Leukermeer, Roermond, Biesbosch • Die Willemsroute: u. a. Maabracht, Bocholt, Maastricht, Leopoldsburg
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Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2016
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INGRID BARDENHEUER · HANS ZAGLITSCH
EDITION MARITIM
Die Autoren und der Verlag übernehmen für Irrtümer, Fehler oder Weglassungenkeinerlei Gewährleistung oder Haftung. Die Pläne dienen zur Orientierung undnicht zur Navigation; sie ersetzen also keinesfalls Seekarten oder andere offiziellenautische Unterlagen.
Wir hoffen, dass Ihnen dieses Buch viel Freude bereitet. Falls Sie Anregungen habensollten, was wir in Zukunft noch besser machen können, schreiben Sie uns bitte [email protected]. Korrekturen veröffentlichen wir im Interesse allerLeser unter www.delius-klasing.de auf der jeweiligen Produktseite.
1. Auflage 2016© Edition Maritim im Verlag Delius Klasing & Co. KG, Bielefeld
Folgende Ausgaben dieses Werkes sind verfügbar:ISBN 978-3-667-10438-0 (Print)ISBN 978-3-667-10560-8 (PDF)ISBN 978-3-667-10561-5 (E-Pub)
Text: Ingrid BardenheuerFotos (inkl. Umschlag): Hans Zaglitsch (www.hans-zaglitsch.com) bis auf:S. 23 Frans Hals Museum,S. 25 CruquiusGemaal/Just Justa, S. 54 Mauritshuis/Ivo Hoekstra,S.157 Restaurant Da VinciKarten: Helmuth Flubacher, WaiblingenLektorat: Christine SiedleUmschlagmotiv: Adriaan-Windmühle in HaarlemUmschlaggestaltung: Buchholz. Graphiker, HamburgLayout: Gabriele EngelLithografie: Mohn Media
Datenkonvertierung E-Book: HGV Hanseatische Gesellschaft für Verlagsservice, München
Alle Rechte vorbehalten! Ohne ausdrückliche Erlaubnisdes Verlages darf das Werk, auch Teile daraus, nichtvervielfältigt oder an Dritte weitergegeben werden.
www.delius-klasing.de
Welkom
1. Route: Die Randstad-Runde – Kurs grünes Herz!
Törnübersicht
Amsterdam
Haarlem
Leiden
Oudewater
Utrecht
Weesp
Verlängerung: Delft, Den Haag und Katwijk
Kurztrip: Woerden und Uithoorn
2. Route: Das Veerse Meer – ins Delta!
Törnübersicht
Kortgene
Kamperland
Am Veerse Dam
Veere
Middelburg
De Omloop
Verlängerung: Vlissingen (binnen)
Kurztrip: Veere und Middelburg
3. Route: Maas und Zuid-Willemsvaart – flussaufwärts!
Törnübersicht
’s-Hertogenbosch
Grave
Leukermeer
Roermond
Nederweert
Aarle-Rixtel
Verlängerung: Zum Biesbosch
Kurztrip: Grave oder Roermond
4. Route: Die Willemsroute – über die Grenze!
Törnübersicht
Maasbracht
Weert
Bocholt
Dilsen-Stokkem
Maastricht
Verlängerung: Bocholt bis Leopoldsburg
Kurztrip: Maasplassen und Stevensweert
Weiterführende Routeninformationen
A-Z
Ortsregister
Vom Wasser aus lassen sich die idyllischen Niederlande gemütlich erkunden.
Träumen Sie davon, den Alltag hinter sich zu lassen und einfach mal die Leinen loszuwerfen? Aufbrechen und den Fahrtwind spüren. Neues entdecken, das Hier und Jetzt genießen. Dem Klang der Wellen lauschen, die sich leise schmatzend am Bootsrumpf brechen. Wir laden Sie ein, mit uns abzulegen und die Wasserwege im Süden der Niederlande sowie in der belgischen Provinz Limburg zu entdecken.
Flüsse, Kanäle und Seengebiete erwarten Sie. Unsere Routenvorschläge führen durch sieben der zwölf niederländischen Provinzen: Noord-Holland, Zuid-Holland, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Noord-Brabant und Limburg. Entsprechend vielfältig sind die Landschaften – im Westen kilometerlange Nordseestrände, gefolgt von Dünenketten und Poldern. Nach Osten und Süden hin beginnt das Land sachte anzusteigen, vom niedrigsten Punkt zwischen Nieuwerkerk aan den IJssel und Gouda (6,76 m unter NAP) bis zur höchsten natürlichen Erhebung der Niederlande auf europäischem Boden, dem südöstlich von Maastricht gelegenen Vaalserberg (322,70 m über NAP). Jede Provinz hat ihren ganz eigenen Charakter und Charme. Nicht zu vergessen die Küche! Es gibt etliche gute Restaurants für jedes Budget, viele servieren Produkte aus der Region. Spitzenkochkunst, geadelt mit Michelin-Sternen und anderen Auszeichnungen, verwöhnt von Limburg bis in den Norden.
Dieser Törnführer stellt vier Basisstrecken vor. Jede haben wir um eine Verlängerungsmöglichkeit ergänzt sowie mit einer Empfehlung für einen Kurztrip versehen, falls Sie von Ihrer Charterbasis aus erst einmal auf Schnupperkurs gehen möchten. Auch geben wir Ihnen die wichtigsten touristischen Tipps zu den beschriebenen Routen an die Hand. Genannt sind zumeist Sommer-Öffnungszeiten und reguläre Eintrittsentgelte, weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Weblinks. Die Kilometerangaben zu Land beziehen sich auf Fuß- und/oder Radwege. Alle Hinweise in diesem Buch sind Vorschläge und stellen eine Auswahl dar. Ergänzende Informationen zum Urlaubsziel Niederlande erhalten Sie beim Niederländischen Büro für Tourismus & Convention (NBTC) in Köln. Kontakt: www.holland.com
Die Angaben in diesem Buch wurden mit aller Sorgfalt zusammengestellt. Es kann jedoch sein, dass sich Gegebenheiten ändern – örtliche Liegemöglichkeiten etwa oder Einkaufs- und Einkehrgelegenheiten. Sprechen Sie Ihren Vercharterer auf die Situation zum Zeitpunkt Ihres Törns an. Er wird Sie auf alle Neuerungen hinweisen. Zeiten und Preise unterliegen ebenfalls routinemäßigen Aktualisierungen. Inhalte von Websites werden häufig saisonal angepasst. In dem Fall empfiehlt es sich, die Informationen stets zeitnah abzurufen.
Alle Karten in diesem Buch sind ausschließlich zu Ihrer Orientierung gedacht und ersetzen in keinem Fall Gewässerkarten. Brücken- und Schleusenöffnungszeiten entnehmen Sie bitte dem Wateralmanak 2.
Wir wünschen Ihnen eine anregende und erholsame Zeit in den Niederlanden und Belgien – willkommen an Bord!
Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch
Der Palais op de Dam in Amsterdam
Von oben betrachtet, fällt es gleich auf: Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht bilden eine Ballungszone, die sich wie ein Saum (niederl. »rand«) um einen ländlichen Bereich gelegt hat. Nach einem Flug über die Region soll der niederländische Luftfahrtpionier Albert Plesman (1889–1953) den Begriff dazu geprägt haben: »Randstad«. Der Großstadtgürtel fasst eine der schönsten Gegenden der Niederlande ein – »het Groene Hart van Holland«, also das grüne Herz von Holland.
Holland! Oder Niederlande?
Wer die Provinzen Noord-Holland und Zuid-Holland besucht, der reist durch Holland. Ist das gesamte Koninkrijk der Nederlanden gemeint, sollte es entsprechend heißen »Niederlande«. Den feinen Unterschied zu wahren, kann ein Akt der Höflichkeit sein. Nämlich dann, wenn man auf einen Niederländer trifft, der sich partout nicht als Holländer fühlt. Vielleicht, weil er überzeugter Limburger ist.
Randstad und »grünes Herz« sind Begriffe des 20. Jahrhunderts. Doch dahinter steckt eine alte Geschichte. Über Jahrhunderte hinweg war das heutige Holland eine moorige, abgeschiedene Ecke. Lediglich höher gelegene Randgebiete, die Schutz bei auflaufendem Wasser boten, zogen schon zu vorgeschichtlicher und römischer Zeit Kolonisten an – der Dünenstreifen im Westen etwa oder die von den großen Strömen geschaffenen Erhebungen weiter östlich. Ab dem 11. Jahrhundert begannen die Menschen ins unwirtliche Landesinnere vorzustoßen. Bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts waren die Sümpfe weitestgehend verschwunden. Nach Entwässerung und Urbarmachung, »Grote Ontginning« genannt, prägten Torfabbau und Landwirtschaft das Areal. Bevorzugter Standort aber blieb die Peripherie. Neben Anhöhen wurden nun auch Flussmündungen für die Kolonisten interessant. Hier versprachen Fischerei und Handel ein gutes Auskommen.
Die Lage der Randstad spiegelt das alte Siedlungsmuster bis heute wider. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht sind die bedeutendsten Knotenpunkte im Städtesaum. Sie belegen zudem, in dieser Reihenfolge, Platz 1 bis 4 im Ranking der bevölkerungsreichsten Metropolen der Niederlande. Daneben verstärken kleinere Gemeinden den urbanen Ring, der sich durch vier Provinzen – Noord-Holland, Zuid-Holland, Flevoland und Utrecht – zieht. Rund 41 % der niederländischen Bevölkerung leben in der Randstad. Sie gilt als das ökonomische und kulturelle Zentrum der Niederlande.
Wenn Skipper das grüne Herz der Niederlande erkunden, müssen Autofahrer schon mal warten – wie hier bei der Brücke der A9.
Im »Groene Hart«, dem einstigen Sumpfland, leben deutlich weniger Menschen als in der Randstad – etwa ein Zehntel nur. Wiesenflächen kennzeichnen die Gegend, dazu Flussläufe, Kanäle und vor allem die »plassen«, Seengebiete, die der Torfabbau zurückließ. Mancher »plas« wurde schon vor Jahrhunderten wieder eingepoldert, aber genügend andere überdauerten die Zeit und sind nun ein Paradies für Skipper. Metropolen von Weltrang, dann wieder Natur und Wasserwege satt – eine solche Mischung gibt es nicht überall. Deshalb: Auf nach Holland!
Die Singel – die innerste Gracht des Amsterdamer Grachtengürtels
Unser erster Törnvorschlag führt Sie entlang der Randstad, durch größere und kleinere Städte, aber auch in Gebiete, wo Hollands grünes Herz zu schlagen beginnt. Da die Tour ein Rundkurs ist, können Sie, je nach Charterbasis, an beliebiger Stelle einsteigen.
Die Routenbeschreibung startet in Amsterdam. Von dort fährt man über IJ, Noordzeekanaal, Zijkanaal C und Noorder Buiten Spaarne nach Haarlem. Das nächste Etappenziel, Leiden, erreichen Sie über Spaarne, Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder und Kagerplassen. Oude Rijn und Gouwe nehmen mit nach Gouda. Die Hollandse IJssel bringt ins hübsche Oudewater. Danach steuern Sie per Doorslag, Merwede Kanaal und Amsterdam-Rijnkanaal (Querung) die Metropole Utrecht an. Abschließend geht es die Vecht weiter zu Tal und via Amsterdam-Rijnkanaal (Querung), Weesper Trekvaart sowie Amstel zurück ins Zentrum von Amsterdam.
Sicherheit
Das Miteinander von Freizeitkapitänen und Berufsschiffern auf dem Wasser klappt nur dann reibungslos, wenn sich alle an die Regeln halten und auch wissen, welche Grenzen der jeweils anderen Partei gesetzt sind. Die Initiative »Varen doe je samen!« (deutscher Titel der Kampagne »Zusammen auf dem Wasser!«) klärt auf: www.varendoejesamen.nl
Die Randstad-Runde stellt keine allzu hohen Ansprüche an Skipper und Crew. Drei Fahrwege verlangen jedoch eine erhöhte Aufmerksamkeit: IJ, Noordzeekanaal und Amsterdam-Rijnkanaal. Die Wasserstraßen sind wichtige Verkehrsachsen und werden entsprechend intensiv von der Berufsschifffahrt genutzt.
Weiterführende Hinweise und nützliche Informationen zu dieser Route finden Sie im Anhang.
Der Amsterdamer Stadtteil Noord mit IJplein und dem Sixhaven
In Amsterdam gibt es jede Menge Liegemöglichkeiten für Sportboote. Die vorgeschlagenen Häfen erreichen Sie via IJ. Wenn Sie den Sixhaven (www.sixhaven.nl) anlaufen möchten, kalkulieren Sie ein, dass der beliebte Hafen nicht unbegrenzt Platz hat und ein Rangieren auf engstem Raum erforderlich werden kann. Ganz in der Nähe (etwa 0,4 km) starten Pendelfähren, die Sie gratis und rund um die Uhr ins Stadtzentrum gegenüber bringen.
Die neue Amsterdam Marina (www.amsterdammarina.com) befindet sich auf dem Gelände der früheren NDSM-Werft ebenfalls am Nordufer des IJ. Das Areal, das zu den neuen Hotspots in Amsterdam gehört, ist auch per Fähre (gratis) ans Zentrum angeschlossen. In Amsterdam-Noord befindet sich überdies der Jachthaven Twellegea (www.nauticadam.nl). Eine Alternative sind die auf der Innenstadtseite gelegene Marina Westerdok (www.nauticadam.nl) sowie die City Marina IJ Dok (www.citymarina.nl), die vom Zentrum beide etwa 1 km entfernt sind.
Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande, zählt etwa 800 000 Einwohner. Betrachtet man den Großraum Amsterdam, dann sind es gar um die 2,3 Millionen Menschen, die hier leben. Die Anfänge der Stadt reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals ließen sich Fischer an der Mündung der Amstel nieder, die seinerzeit in die offene Zuiderzee floss. Um ihre Bleibe vor dem Zugriff des Meeres zu schützen, errichteten die Siedler einen Damm in der Amstel, was der Stadt Amsterdam letztendlich ihren Namen gab. Aus dem überschaubaren Fischernest wurde rasch ein profitabler Handelsplatz. Doch dieser Aufstieg ist nichts gegen die Erfolgsgeschichte des »Goldenen Jahrhunderts«. Der Boom setzte ein, nachdem sich 1602 niederländische Kaufmannsgilden zur Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) zusammengetan hatten. Das Handelsunternehmen wurde zu einer weltumspannenden Wirtschaftsmacht und ließ die Niederlande prosperieren wie nie zuvor. Kosmopolitisches Denken und religiöse Offenheit schufen ihrerseits ein wertvolles Gut: geistige Toleranz. Kluge Köpfe aus ganz Europa zog es nach Holland, Kunst und Wissenschaft blühten auf. Dass das 17. Jahrhundert als das »goldene« in die niederländische Geschichte einging – wen wundert’s?
Das prächtige Huis Bartolotti an der Herengracht, das heute ein Theatermuseum beherbergt
Amsterdam wuchs in jener Zeit rasant. Ab 1613 nahm der heute weltbekannte Grachtengürtel Gestalt an. Heren-, Keizers- und Prinsengracht sind die Perlen darin. An der Herengracht residierte einst der Geldadel des 17. und 18. Jahrhunderts. Hier, in der »Gouden Bocht«, liegen die prächtigsten Grachtenhäuser von ganz Amsterdam.
Die 165 Grachten, die Amsterdam hat, bilden ein halbrundes Netz, das die Innenstadt durchzieht und umschließt. Würde man die Wasserwege aneinanderreihen, ergäbe sich eine Strecke von rund 75 km. Zum Vergleich: Deutschlands Küstenkanal ist 5 km kürzer. Seit 2010 gehört Amsterdams Grachtengürtel zum UNESCO-Welterbe.
NAP
Der Normaal Amsterdams Peil NAP (Amsterdamer Pegel) ist ein Höhenbezugswert, der im 17. Jahrhundert in Amsterdam festgelegt wurde. Zuvor hatte man ein Jahr lang das Niveau der Gezeiten des damals noch tidenabhängigen IJ gemessen. Das sich daraus ergebene mittlere Hochwasser ist zur Basis des NAP geworden. Der Amsterdamer Pegel gilt heute europaweit als Nullpunkt.
Besucherzentrum und Info: www.normaalamsterdamspeil.nl
Auch sie verbindet man mit Amsterdam: Wohnboote. Etwa 2500 gibt es, dazu ein entsprechendes Museum, das stilecht auf einem ehemaligen Frachtschiff an der Prinsengracht untergebracht ist. Info: www.houseboatmuseum.nl
Womit wir bei den Sehenswürdigkeiten sind, denn davon besitzt die Stadt bekanntlich einige. Amsterdam Marketing hat hochgerechnet: 8863 Gebäude aus dem 16.–18. Jahrhundert, 75 Museen, 55 Theater und Konzertsäle, 32 Märkte. Die Zahl der Restaurants und Kneipen soll bei gut 2800 liegen. Viel Stoff also für Ihre ganz persönliche To-do-Liste. Weitere Informationen finden Sie unter www.iamsterdam.com.
Auf einem Wochentörn wie diesem werden Sie wahrscheinlich nur wenige Stunden in Amsterdam sein. Machen Sie dann am besten eine Grachtenrundfahrt (zum Beispiel mit Canal Company, www.canal.nl), und bummeln Sie anschließend zu Fuß durchs Zentrum. Setzen Sie ein, zwei Highlights! Wer das etwas andere Shoppingerlebnis sucht, der findet in der Haarlemmerstraat jede Menge unkonventionelle Läden.
Kunstfreunde wird es zum Stedelijk Museum (www.stedelijk.nl) oder Van Gogh Museum (www.vangoghmuseum.nl) ziehen, ganz sicher aber ins Rijksmuseum. Vor Schätzen wie Rembrandts »Die Nachtwache« zu stehen, hat etwas. Ein weiteres großes Thema der Sammlung ist die Geschichte der Niederlande. Also mal eben durchs Rijksmuseum streifen? Kein Problem, aber bedenken Sie: Das Haus hat 80 Ausstellungssäle. Sie möchten noch mehr sehen? Bitte schön:
Anne Frank Huis, Museum und historischer Ort im Gedenken an das jüdische Mädchen Anne Frank, das sich hier im Hinterhaus vor den Nazis versteckte und während dieser Zeit sein berühmtes Tagebuch verfasste. Info: www.annefrank.org
Das Van Gogh Museum beherbergt die größte Sammlung von Werken des Malers.
Het Scheepvaartmuseum, Museum zur maritimen Geschichte der Niederlande. Info: www.hetscheepvaartmuseum.nl
Science Centre NEMO, interaktives Wissenschaftszentrum. Info: www.e-nemo.nl
EYE, Filmmuseum. Info: www.eyefilm.nl
Weit gefächert ist auch die Amsterdamer Restaurantszene. Ob einfach oder hochkarätig und mit Michelin-Sternen geadelt, von international bis klassisch-regional, die Auswahl ist enorm. Eine Vorliebe haben die Holländer: indonesisches Essen.
Informationen
Informationszentrum
Hauptbahnhof
Stationsplein 10
NL-1012 AB Amsterdam
www.iamsterdam.com
AUSFLUGSTIPP
Rijksmuseum
Museumplein/Museumstraat 1
NL-1071 CJ Amsterdam
Täglich 9 bis 17 Uhr
Erwachsene 17,50 Euro
Kinder/Jugendliche
(bis 18 Jahre) frei
www.rijksmuseum.nl
SCHLEMMERTIPP
blue pepper
Nassaukade 366
NL-1054 AB Amsterdam
Indonesische Küche
z. B. Menü Reistafel 70 Euro
Täglich 18 bis 22 Uhr
www.restaurantbluepepper.com
Das interaktive Technologiemuseum NEMO bietet Spaß für Groß und Klein.
Hinweis: Von Amsterdam aus haben Sie auch die Möglichkeit, die Gewässer im nördlichen Teil Noord-Hollands zu erkunden (siehe »Hausbooturlaub Niederlande. Die nördlichen Provinzen«).
Verlassen Sie Amsterdam in westlicher Richtung über IJ und Noordzeekanaal. Letzterer mündet nach etwa 21 km bei IJmuiden in die Nordsee. Auf IJ sowie Noordzeekanaal herrscht intensiver Schifffahrtsverkehr. Bleiben Sie unbedingt so weit wie möglich an Steuerbord (Rechtsfahrgebot) und halten Sie sich immer frei von Fähren und »dicken Pötten«. Doch keine Bange: Der Fahrweg ist breit, übersichtlich und strömungsfrei.
Bei Noordzeekanaal-km 10 (Südufer) biegen Sie nach Backbord in den Zijkanaal C ein. Die Wasserstraße geht in die Noorder Buiten Spaarne über, die Sie in gemütlicher Fahrt nach Haarlem bringt. An den Gemeentelijke Passantensteigers können Sie zentrumsnah festmachen.
Der Landstrich an der Spaarne zog schon früh Menschen an. Vorteile bot ihnen nicht nur der Fluss, sondern auch die erhöhte Lage im westholländischen Dünengürtel. So konnten erste Siedlungsspuren in der Gegend bereits für die Zeit um 1500 v. Chr. nachgewiesen werden. Im 10. Jahrhundert findet der Name Haarlems erstmals schriftliche Erwähnung. Die Stadtrechte bekam der Ort 1245 verliehen. Haarlem, heute Hauptstadt der Provinz Noord-Holland, ist auch das: ein Schmuckstück. Malerische Giebelfassaden und Grachten, kleine Läden und historisches Handwerk, dazu eine Riege guter Restaurants geben Haarlem eine ganz besondere Ausstrahlung.
Unterwegs auf der Spaarne bei Haarlem
Delikat
Im August findet die Haarlem Culinair statt, ein Feinschmeckerfestival, bei dem Küchenchefs ihre besten Kreationen vorstellen. Jahr für Jahr kommen um die 50 000 Besucher zu dem Event. Vielleicht sind Sie ja auch gerade da und können all die feinen Sachen probieren. Info: www.haarlemculinair.nl
Haarlem hat renommierte Museen. So finden Sie im Frans-Hals-Museum die weltweit größte Kollektion von Werken dieses Malers. Frans Hals, dessen Familie wenige Jahre nach seiner Geburt (um 1582) von Antwerpen nach Haarlem übersiedelte, gilt als der bedeutendste Porträtist des Goldenen Jahrhunderts. Frans Hals starb 1666 und wurde in Haarlems Grote of Sint-Bavokerk beigesetzt.
Info: www.franshalsmuseum.nl
Prachtvolle Gemälde im Frans-Hals-Museum
Das Teylers Museum liegt direkt an der Spaarne.
Das 1784 eröffnete Teylers Museum ist das älteste Museum der Niederlande. Neben Sammlungen aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst beeindruckt die Präsentation der Werke – sie ist im Wesentlichen noch so wie im 18. und 19. Jahrhundert.
Info: www.teylersmuseum.eu
Der »Grote Markt« in Haarlem gilt als einer der schönsten Marktplätze der Niederlande. Regelmäßig finden Marktveranstaltungen statt, zum Beispiel der Grote Markt en Botermarkt: Mo und Sa von 9 bis 16 Uhr. (Marktübersicht: www.haarlemmarketing.de)
Das Rathaus von Haarlem am »Grote Markt«
Haarlem ist nur wenige Kilometer vom Nordseestrand entfernt. Da bietet sich ein Abstecher nach Bloemendaal aan Zee (etwa 8 km) oder Zandvoort aan Zee (etwa 11 km) an, die beide mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können (www.ov9292.nl).
Südlich von Haarlem trifft der Fluss Spaarne auf die Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder. Dieser etwa 60 km lange Kanal führt rund um den gleichnamigen Polder. Sie können der Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder sowohl in nördliche wie südliche Richtung folgen. In beiden Fällen erreichen Sie die Kagerplassen und dann Leiden, das Ziel dieser Etappe.
Die Variante nach Norden leitet um den Amsterdamer Flughafen Schiphol herum, passiert die Westeinderplassen mit dem Ort Aalsmeer und die Zufahrt zum Braassemermeer. Dann ist man auch schon bei den Kagerplassen. Anlegeplätze entlang der Route sind ausreichend vorhanden, insbesondere im Bereich der Westeinderplassen.
