Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Gesunde, saubere, ästhetisch aussehende Zähne, rosiges, festes Zahnfleisch und ein gepflegter Mund sind für die persönliche Ausstrahlung und das individuelle Lebensgefühl sehr wichtig. Sie sind ein Ausdruck von Vitalität, Jugend, Pflege- und Gesundheitsbewusstsein und tragen zum allgemeinen Wohlfinden bei alltäglichen Dingen wie Essen, Sprechen und Lachen bei und geben Selbstsicherheit im sozialen Miteinander. Umso wichtiger ist es daher, Mund und Zähne gesund zu halten und vor Krankheiten zu schützen.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2019
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Dr. Sigrid E. Stiller
haut.de:
Mund- und Zahnpflege
Alltägliche Routine,Reinigung und Vorsorge, Produktkunde
Impressum
haut.de: Mund- und Zahnpflege
Alltägliche Routine – Reinigung und Vorsorge – Produktkunde
1. Auflage 2019
Autorin: Dr. Sigrid E. Stiller
Redaktion: Online-Portal www.haut.de; unter Mitarbeit von Klaus Afflerbach
E-Book-Herstellung: health&media GmbH
Verlag:health&media GmbHDolivostraße 9D-64293 Darmstadtwww.health-media.de
ISBN 978-3-945409-176
Copyright © health&media 2019
Titelbild: © Kurhan / Fotolia
Bibliografische Information: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Werk wiedergegebenen Gebrauchsnamen, Handelsnamen und Warenbezeichnungen können auch ohne besondere Kennzeichnung Marken sein und unterliegen als solche den gesetzlichen Bestimmungen. Der Inhalt wurde sorgfältig recherchiert, bleibt aber ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Nachdruck oder Kopien dieses Werkes nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.
Die Autorin
Dr. Sigrid E. Stiller ist Chemikerin und verfügt über langjährige Berufserfahrung im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und innovativen Produktentwicklung für die Mund- und Zahngesundheit.
Regelmäßig wurde sie als wissenschaftliche Sachverständige in den Fachbeirat von Stiftung Warentest für Testvorhaben im Bereich Mund- und Zahnpflege berufen. Sie wirkte durch langjährige Mitarbeit in Arbeitsgruppen beim Deutschen Institut für Normung an Normungsvorhaben zur Erarbeitung globaler Standards im Bereich Mundhygieneprodukte (Zahnbürsten, Zahnpasten, Mundwässer, Prothesenhaftmittel) mit.
Vorwort
„Gesund beginnt im Mund“ heißt ein zentraler Merksatz der Gesundheitsvorsorge, der in den letzten Jahren immer wieder durch aktuelle Studien belegt wurde. Und das in mehrfacher Hinsicht: Als „Pforte“ einer ausgewogenen Ernährung, die ihren Beitrag für eine gute Gesundheit leistet. Aber auch als wichtiger Teil der Körperpflege – schließlich begleiten uns Mundhygiene und regelmäßige Zahnpflege von den ersten Milchzähnen bis zum Zahnersatz im fortgeschrittenen Alter.
Zusammen mit Sigrid Stiller, einer ausgewiesenen Expertin für Mund- und Zahngesundheit, hat die Redaktion von haut.de dieses wichtige Thema jetzt aufgegriffen. Dieses eBook beschreibt fundiert und gut verständlich die nachhaltige Bedeutung gezielter Zahnpflege in jedem Alter, gibt praktische Tipps für den Umgang und erklärt die Inhaltsstoffe von Zahnpflegeprodukten – und das ohne erhobenen Zeigefinger.
Ein strahlendes Gebiss und gesundes Zahnfleisch gehören zu den Grundlagen für persönliches Wohlfühlen, gepflegtes Auftreten und nicht zuletzt für eine attraktive Ausstrahlung. Unsere fundierten und werbefreien Verbraucherinformationen sollen Sie auf diesem Weg begleiten – ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Lesen.
Klaus Afflerbach
Chefredakteur Internetportal haut.de, Darmstadt
Inhaltsverzeichnis
Die Bedeutung von Mund- und Zahngesundheit
Historisches – Mund- und Zahnhygiene in früherer Zeit
Die Zähne, die Zunge und die Mundhöhle – Aufbau und Funktionen
Der bakterielle Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein
Zahn- und Zahnfleischerkrankungen
Die drei Säulen der Mund- und Zahngesundheit – Reinigung, Kontrolle, Ernährung
Mund- und Zahnpflegeprodukte
Zahnpflege für Kinder
Mundgeruch (Halitosis) – Ursachen und Abhilfe
Zahnersatz – Implantat oder Prothese?
Zur Haltbarkeit von Mund- und Zahnpflegeprodukten
Literatur und weiterführende Links
Weitere Bücher aus der Reihe haut.de
Die Bedeutung von Mund- und Zahngesundheit
Gesunde, saubere, ästhetisch aussehende Zähne, rosiges, festes Zahnfleisch und ein gepflegter Mund sind für die persönliche Ausstrahlung und das individuelle Lebensgefühl sehr wichtig. Sie sind ein Ausdruck von Vitalität, Jugend, Pflege- und Gesundheitsbewusstsein und tragen zum allgemeinen Wohlfinden bei alltäglichen Dingen wie Essen, Sprechen und Lachen bei und geben Selbstsicherheit im sozialen Miteinander. Umso wichtiger ist es daher, Mund und Zähne gesund zu halten und vor Krankheiten zu schützen.
Gute Mund- und Zahnpflege ist inzwischen ein selbstverständlicher, fester Bestandteil der individuellen Gesundheitsvorsorge. In Deutschland wächst das Verständnis für gesunde, ästhetisch aussehende Zähne als Ausdruck von Lebensqualität, und zeitgleich verbessert sich das Pflegeverhalten. Das wachsende Gesundheitsbewusstsein und die Erkenntnis über die Wichtigkeit von Prophylaxemaßnahmen haben sich in den vergangenen Jahren positiv auf die Zahngesundheit ausgewirkt, wie die neuesten Erhebungen der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V, 2016) belegen.
Das Bewusstsein, dass gesunde Zähne auch das Ergebnis eigenverantwortlichen Handels sind, wächst: 70–85% (je nach Altersgruppe) der Menschen sind demnach überzeugt, selbst viel oder sehr viel für die Gesundheit der eigenen Zähne tun zu können. Tägliches Zähneputzen gehört ebenso selbstverständlich dazu wie der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt. Mehr als drei von vier Befragten gaben an, den Zahnarzt regelmäßig zur Kontrolle aufzusuchen (82% der Kinder, 72% der Erwachsenen und 90% der Senioren).
Die Häufigkeit von Karieserkrankungen und schweren Parodontalerkrankungen ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen: Ein Großteil der Kinder im Alter von 12 Jahren hat noch ein naturgesundes Gebiss, weniger Zähne gehen durch Karies verloren und Erwachsene behalten mehr eigene Zähne bis ins hohe Alter. Trotzdem lassen sich die häusliche Zahnpflege und das Bewusstsein über die Wichtigkeit der häuslichen Mundhygiene noch verbessern.
Das ist lohnenswert, denn wer seinem Mund und Zähnen die notwendige Aufmerksamkeit schenkt und die richtige Pflege zukommen lässt, tut nicht nur etwas für seine Mundgesundheit, sondern – wie neuere Erkenntnisse vermuten lassen – auch für die Gesundheit des ganzen Körpers. Denn: Gesund beginnt im Mund – Mundgesundheit und Allgemeingesundheit hängen eng miteinander zusammen. Modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge gibt es Wechselwirkungen zwischen Erkrankungen im Mund- und Zahnbereich und zahlreichen anderen Beschwerden.
Nach Ansicht von Experten besteht z. B. ein enger Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis. Auch Rauchen begünstigt parodontale Erkrankungen. Insbesondere die Parodontitis, die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, gilt als Risikofaktor für die Gesundheit des gesamten menschlichen Organismus. In der medizinischen Wissenschaft wird derzeit diskutiert, inwieweit die Parodontitis auslösenden Keime auch für Herz-Kreislauf-Beschwerden, rheumatische Krankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen, Risiken für Frühgeburten oder Rücken- und Schulterschmerzen verantwortlich gemacht werden können.
Heute können Zähne durch eine gezielte Vorsorge bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Um den wichtigsten Erkrankungen der Mundhöhle, wie Karies, Gingivitis und Parodontitis vorzubeugen, sind eine regelmäßige, zielgerichtete häusliche Mundhygiene mit geeigneten Mund- und Zahnpflegeprodukten, eine (zahn)gesunde Ernährung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt mit professioneller Zahnreinigung wichtige Voraussetzungen.
Historisches – Mund- und Zahnhygiene in früherer Zeit
Zahlreiche archäologische Funde belegen, dass Zahnkrankheiten so alt sind wie die Menschheit selbst. Bei den sterblichen Überresten der Ureinwohner Ecuadors und bei den 7000 Jahre alten ägyptischen Mumien fand man bereits eine Art primitiven Zahnersatz.
Mund- und Zahnpflege wurde bereits vor Jahrtausenden betrieben. Neben dem unmittelbaren Nutzen waren die Motive oft religiöser Natur. Zum Schutz vor Krankheiten oder zu deren Heilung wollte man sich der Hilfe überirdischer Wesen versichern, denen man nur nach entsprechender Waschung des Körpers und der Mundhöhle gegenübertreten durfte. Priester und Ärzte verfügten über naturheilkundliche Kenntnisse und versuchten, Mund- und Zahnkrankheiten durch Spülungen oder Einreibungen mit verschiedenen Stoffen aus der „Apotheke der Natur“ zu lindern.
Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus wurden in chinesischen und indischen Schriften Zahnpflegemittel aus pflanzlichen Extrakten erwähnt. Im antiken Mesopotamien putzte man sich die Zähne mit einem Mittel aus Baumrinde und Alaun. In Ägypten gehörten Mundspülungen mit Minze, Zimt, Salbei oder anderen Pflanzenauszügen zur täglichen Morgenwäsche.
Als Zahnreinigungsmittel benutzte man schon früh abrasiv wirkende Stoffe meist tierischen Ursprungs, die z. B. durch Zermahlen von Schneckenhäusern oder Muschelschalen oder Veraschung von Tierknochen hergestellt wurden. Auch Bimsstein, Tonerde, Marmorpulver und Natron wurden eingesetzt und mit Weinessig zu einer pastösen Masse vermengt.
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die heute kaum noch gebräuchlichen Zahnseifen, die aus Kreide oder Bimsstein und Seife bestanden. Zahnpasten für die breite Bevölkerung sind eine Errungenschaft des industriellen Zeitalters. Die ersten modernen Zahnpasten in Tuben kamen um 1900 in den USA und in Deutschland auf den Markt.
Die Erforschung der „Zahnfäule“ (Karies) war eine der Hauptaufgaben, der sich die Gelehrten schon früh stellten. Vor rund 4000 Jahren dachten die Menschen, dass die „Zahnfäule“ durch den sogenannten „Zahnwurm“ ausgelöst wird; noch Anfang des 19. Jahrhunderts nahm man eine „Säftestörung“ im Mund als Ursache an.
Schon früh wurde ein Zusammenhang zwischen Hygiene und Gesundheit entdeckt. Hippokrates beispielsweise bemerkte um 460 vor Christus: „Die Karies wird nicht durch einen Wurm verursacht, sondern es spielen andere Dinge eine große Rolle“. Er empfahl, die Zähne und das Zahnfleisch täglich zu reinigen.
Ein Meilenstein für die moderne Zahnmedizin war 1883 W.D. Millers Veröffentlichung „Die Mikroorganismen in der Mundhöhle“. Zahnkaries war seiner Theorie nach das Ergebnis eines „chemisch-parasitären“ Prozesses: Mikroorganismen vergären Kohlenhydrate (Zucker), es bilden sich gefährliche Säuren, die den Zahn „faulen“ lassen. Er empfahl, durch Bekämpfung der Bakterien Mund und Zähne sauber zu halten und so Zahnkrankheiten vorzubeugen. Die Entwicklung von antibakteriell und antiseptisch wirkenden Produkten trug um 1900 diesem gestiegenen Hygienebewusstsein Rechnung.
Seit wann es die erste Zahnbürste gibt, darüber streiten sich die Geister. Einigen Quellen zufolge wurde sie im 15. Jahrhundert nach Christus in China erfunden. Zwar war sie damals noch pinselförmig gestaltet, aber bereits 1609 wird in einer chinesischen Enzyklopädie der erste plattenförmige Borstenträger, wie er bis heute üblich ist, dokumentiert. Als Material wurden Schweineborsten verwendet.
Andere Schriften erwähnen den Gebrauch zahnbürstenähnlicher Geräte schon im Jahr 272 vor Christus. Um 400 nach Christus berichtet die altindische Sammlung medizinischen Wissens, die Sushruta Samhita, von faserig gekauten Zweigen, die mit einer Mixtur aus Honig, Öl, pulverisiertem bengalischen Pfeffer, Salz, Ingwer und Zimt der Zahnreinigung dienten. Ausgefranste Pflanzen- und Holzstiele wurden auch bei den Azteken sowie im Orient verwendet.
Während die Zahnpflege bei Naturvölkern in Afrika oder Asien zur Routine gehörte, blieb die Zahnbürste in Europa ein außergewöhnlicher Luxusartikel. Besonders verziert, aus Elfenbein geschnitzt oder mit Schmucksteinen dekoriert, war sie zur Zeit der großen Könige nur dem reichen Adel oder einflussreichen Hansefamilien vorbehalten.
Die Zähne, die Zunge und die Mundhöhle – Aufbau und Funktionen
Das menschliche Gebiss
Die Hauptaufgabe des menschlichen Gebisses ist das Zerkleinern der Nahrung. Sehr wichtig sind die Zähne auch für die Verständigung, denn einige Laute, die sogenannten Dentale, können nur mithilfe der Zähne gebildet werden. Darüber hinaus signalisiert ein gesunder Mund mit schönen Zähnen auch Vitalität, Attraktivität, Jugendlichkeit und Pflegebewusstsein. Aber: Nur gesunde Zähne sind schöne Zähne. Ein ungepflegter Mund wirkt abstoßend und seine Funktionalität ist eingeschränkt.
Das menschliche Gebiss besteht aus mehreren Zahngruppen mit unterschiedlichen Formen, die sich aus ihren jeweiligen Aufgaben beim Kauen ergeben. Während die keilförmigen Schneidezähne dem Abbeißen der Nahrung dienen, führen die mit starken Wurzeln im Knochen verankerten, spitz zulaufenden Eckzähne die Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers aus und halten die Nahrung fest. Die zweihöckrigen kleinen Backenzähne (Prämolare) und die vier- bis fünfhöckrigen Mahlzähne (Molare) sind für das Zerkleinern und Zermahlen der Nahrung zuständig.
Das Erwachsenengebiss
Der vollständige Zahnstatus eines Erwachsenen umfasst in Ober- und Unterkiefer jeweils 4 Schneide-, 2 Eck-, 4 Backen- und 6 Mahlzähne, insgesamt also 32 Zähne. Abweichungen bei Form und Anzahl sind möglich.
Das Milchzahn-Gebiss
Im Milchgebiss von Kindern gibt es natürlich auch Mahlzähne, die Milchmolaren. Die großen Mahlzähne des Erwachsenengebisses fehlen beim Milchzahngebiss, sodass das Milchgebiss nur 20 Zähne zählt.
Die ersten Zähne (Milchzähne) werden bereits in der 6. Schwangerschaftswoche im Mutterleib angelegt und brechen dann beim Säugling etwa ab dem 6. Lebensmonat in die Mundhöhle durch. Die bleibenden Zähne (mit Ausnahme der „Weisheitszähne“) werden gegen Ende der Schwangerschaft angelegt und ersetzen beim Kind etwa ab dem 6. Lebensjahr die Milchzähne. Die vollständige Ausbildung der Zähne (mit Ausnahme der „Weisheitszähne“) dauert etwa bis zum 13. Lebensjahr.
Zahnaufbau – von der Wurzel bis zur Krone
Ein gesunder Zahn (lat.: dens) besteht aus der in die Mundhöhle hineinragenden Zahnkrone und der im Kieferknochen verankerten Zahnwurzel. Am Übergang von der Zahnwurzel zur Zahnkrone, dem Zahnhals, umschließt der Zahnfleischsaum die Zähne wie ein Dichtungsring. Während die Zahnkrone vielfältigen Wechselwirkungen innerhalb der Mundhöhle ausgesetzt ist, liegt die Zahnwurzel geschützt im Kiefer.
Der Übergangsbereich von der Zahnwurzel zur Zahnkrone spielt für die Erhaltung der Mundgesundheit eine große Rolle. Denn genau an dieser Nahtstelle zwischen bakteriell besiedelter Außenwelt und keimfreier Innenwelt entscheidet sich, ob Zahnbetterkrankungen entstehen oder nicht.
Das Hartgewebe der Zähne bilden Zahnschmelz (lat.: enamelum), Zahnbein (Dentin) und Wurzelzement.
Der Zahnschmelz ist das am stärksten mineralisierte und härteste Gewebe des menschlichen Organismus. Er besteht zu über 95% aus der anorganischen Verbindung Hydroxylapatit (ein Calcium-Phosphat-Mineral), ca. 2% Wasser, 3% organischen Substanzen sowie Spuren von Natrium, Kalium, Magnesium, Strontium, Selen, Zink, Chlorid, Fluorid und anderen Elementen.
Doch obwohl der Zahnschmelz härter ist als Quarz, ist er gegen Säureangriffe und gegen mechanischen Abrieb nicht geschützt. Er reagiert unter den chemischen Bedingungen der feuchten Mundhöhle. Der Oberflächenschmelz steht im ständigen Austausch mit den im Speichel gelösten Mineralien. Als Schutzfaktor schafft der Speichel in der gesunden Mundhöhle ein Milieu, das z. B. nach säurebedingten Mineralverlusten die Remineralisation (Wiedereinlagerung von Mineralbausteinen) der Zähne fördert. Zahnschmelz ist „einmalig“ – er wächst nicht nach.
Der Zahnschmelz bedeckt die Zahnkronen in unterschiedlicher Stärke. Während er auf den Höckern der Kauflächen und an den Schneidekanten der Zähne etwa 2–3mm dick ist, läuft er am Zahnhals in einer dünnen Schmelzfahne aus. Auf den Kauflächen der Backen- und Mahlzähne bilden spaltenförmige Vertiefungen die sogenannten Fissuren. Die Eigenfarbe des Zahnschmelzes ist grau-bläulich-gelb. Er ist im Wesentlichen transparent, sodass die individuelle Zahnfarbe des Menschen weniger durch die Farbe des Zahnschmelzes, sondern durch die gelbliche Tönung des darunterliegenden Zahnbeins bestimmt wird.
Zahnbein und Zahnmark
Das knochenähnliche Zahnbein (Dentin) bildet die Hauptmasse des Zahnes. Als gelblicher Kern im Inneren der Zähne gelegen, wird es im Wurzelbereich vom Wurzelzement bedeckt, im Kronenbereich vom Zahnschmelz umschlossen. Mit etwa 70% Hydroxylapatit (Calcium-Phosphat-Mineral) ist der Mineralgehalt des Dentins deutlich geringer als der des Zahnschmelzes. Weiterhin enthält Dentin etwa 15% organische Bestandteile und 15% Wasser. Normalerweise tritt das Dentin nicht an die Zahnoberfläche. Es kann aber durch chemische Erosion oder mechanische Abtragung des Zahnschmelzes freigelegt werden.
Erkrankungen des Zahnfleisches können zu einem Rückgang des Zahnfleisches mit anschließendem Abbau des Wurzelzements führen und so das Zahnbein freilegen. Das Dentin ist durchzogen von unzähligen feinsten Kanälchen, den Dentintubuli, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und eine direkte Verbindung zur Pulpa, umgangssprachlich „Zahnnerv“ genannt, haben. An den offengelegten Tubuli setzen physikalische und chemische Reize, wie Hitze, Kälte, Süßes, Säuren oder Druck, einen Flüssigkeitsstrom in Gang, der über feine Nervenfasern bis zur Pulpa weitergeleitet werden kann, und dort eine Reizung der Schmerzrezeptoren bewirkt. Betroffene leiden dann unter überempfindlichen, „sensitiven“ Zähnen, auch Dentinhypersensitivität genannt.
Im Zahninneren grenzt das Dentin an das Zahnmark, die Pulpa. Sie besteht aus Bindegewebe und enthält die nährenden Blutgefäße sowie zahlreiche markhaltige Nerven. An der Kontaktfläche zwischen Pulpa und Zahnbein liegen in einer geschlossenen Zelllage die Zahnbeinbildner. Verletzungen des Zahnmarks reparieren sie durch die Ablagerung neuer Dentinschichten. Im Gegensatz zu Wurzelzement und Zahnschmelz ist das Zahnbein sehr schmerzempfindlich und kann heftig auf physikalische und chemische Reize reagieren. Das Zahnmark ist über den Blutkreislauf mit dem gesamten Organismus verbunden.
Der Zahnhalteapparat (Parodontium)
Ein gesunder Zahn ist mit der Zahnwurzel fest in seiner Umgebung verankert. Dafür sorgt der Zahnhalteapparat (Parodontium). Zum Zahnhalteapparat rechnet man das Zahnfleisch (Gingiva), das knöcherne Zahnfach, das die ganze Zahnwurzel umgibt (Alveolarknochen), das Wurzelzement und die Wurzelhaut.
Das Zahnfleisch (Gingiva)
