16,99 €
Der Berggarten ist ein besonderes Gartenjuwel der Herrenhäuser Gärten in Hannover und ein Topziel für Gartenreisen. Erleben Sie einen der ältesten botanischen Gärten Deutschlands in faszinierenden Bildern. Entdecken Sie die Schauhäuser und Themengärten des Berggartens mit über 12.000 Pflanzenarten und -sorten. Der Berggarten in Hannover bietet unglaubliche Vielfalt auf 12 Hektar Fläche: ein Meer von Frühjahrsblühern, ästhetische Pflanzungen im Staudengrund, der erste Präriegarten Deutschlands, beeindruckende alte Baum und Gehölzbestände im Paradies. Dies alles ist in außergewöhnlichen Bildern festgehalten. Informative Texte vervollständigen den Gartengenuss.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2018
Herrenhäuser Gärten
BERGGARTEN
Fotos: Stefan Schulze
Texte: Sabine Zessin
COVER
TITEL
EINFÜHRUNG
BERGGARTEN-ENTRÉE
SCHMUCKHOF MIT SUBTROPENHOF
IRIS-, STEIN- UND PERGOLAGARTEN
STEPPENGARTEN
WÜSTENGARTEN
SCHMUCKSTAUDEN-GARTEN
PRÄRIEGARTEN
MOOR UND HEIDE
STAUDENGRUND
WELT DER GEHÖLZE
DACH UND HANG
SCHAUHÄUSER
SERVICE
KONTAKT
LITERATUR
IMPRESSUM
Eine Pflanzensammlung mit mehr als 12.000 Arten und Sorten, darunter Gehölzraritäten, Schmuckstauden und Sommerblumen, eine große Kollektion exotischer Kübelpflanzen und zu all dem noch mehrere Schauhäuser, die unter anderem eine der bedeutendsten Orchideensammlungen der Welt beherbergen: Der Berggarten in Hannover ist ein facettenreicher botanischer Schatz, der zu jeder Jahreszeit überraschend und sehenswert ist.
DER BERGGARTEN – TEIL DER HERRENHÄUSER GÄRTEN
Als botanischer Schaugarten gehört der Berggarten zum Gartenensemble der Herrenhäuser Gärten, einem imposanten Gesamtkunstwerk europäischer Gartenkultur. Der berühmteste Teil der Anlage, der Große Garten, ist einer der besterhaltenen Barockgärten Europas. Welfenherzog Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg begann 1666 mit dem Bau des Gartens auf der Südseite seiner Sommerresidenz in Herrenhausen. Wesentliche Förderin des Gartens war jedoch Kurfürstin Sophie (1630-1714), Ehefrau von Kurfürst Ernst August, dem Bruder und Nachfolger Johann Friedrichs. Der benachbarte Berggarten wurde erst 1704 mit der Pflanzung einer Maulbeerbaumplantage für die Seidenraupenzucht in Betrieb genommen. Damit diente der Berggarten dem Hof zunächst als reiner Nutzgarten, der sich erst im Verlauf seiner Geschichte zu einem botanischen Garten entwickelte, in dem mit Leidenschaft Pflanzen gesammelt, beschrieben, erforscht und präsentiert wurden.
VOM NUTZGARTEN ZUM BOTANISCHEN GARTEN
Neben den Maulbeerbäumen wurden im Berggarten im Laufe der Jahrhunderte auch Gemüse und Obst für den Hof angebaut, unzählige exotische Kübelpflanzen vermehrt, die begehrte Ananas kultiviert und große Mengen weiterer unterschiedlicher Obst- und Zierpflanzen gezogen – für den Hof, aber auch für den Verkauf. Der Berggarten war bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein also vor allem ein Nutzgarten für den Welfenhof, und diese praktische Funktion behielt er bis zum Ersten Weltkrieg.
Vom Ende des 18. Jahrhunderts an entwickelte sich der Berggarten allerdings immer mehr zu einem botanischen Garten. Möglich wurde dies vor allem durch das Wirken der Gärtnerfamilie Wendland. Von 1780 bis 1903 prägten drei Generationen passionierter Botaniker und Gartenbauer der Familie den Weg des Berggartens hin zu einem international bekannten und geschätzten Sammelpunkt tausender Arten. Den Sammlungen unter Glas wurde dabei im 19. Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit geschenkt, es entstanden viele Gewächshäuser. Zunächst bildeten Pflanzen Südafrikas und Australiens die Sammelschwerpunkte, später Orchideen und Palmen. Palmengewächse waren ein vorrangiges Fachgebiet Hermann Wendlands, der während seiner Zeit im Berggarten auch heute so allgegenwärtige Pflanzen wie das Usambara-Veilchen (Saintpaulia ionantha) oder die Flamingo-Blume (Anthurium scherzerianum) in Europa bekannt machte.
Im „Bibliothekspavillon“, dem ehemaligen Gärtnerwohnhaus, ist heute die Verwaltung der Herrenhäuser Gärten untergebracht. Vor dem Gebäude wachsen im Sommer Zypressen (Cupressus) in Kübeln; außerdem Washingtonia-Palmen (Washingtonia filifera, ganz r.) sowie Chinesische Hanfpalmen (Trachycarpus fortunei) aus der Orangeriepflanzensammlung des Berggartens.
Ganz dem Zeitgeschmack entsprechend entstand 1834 im Freiland des Berggartens ein Arboretum im englischen Landschaftsstil. Auch das heute noch vorhandene „Paradies“ wurde in dieser Zeit angelegt, eine Gehölzpflanzung, in der schon damals Magnolien und viele Rhododendron blühten. Der alte Ginkgo, der heute das Paradies malerisch überragt, stammt noch aus dieser Zeit.
Der große, schattige Eichenhain ist ein weiteres Relikt aus dem 19. Jahrhundert. 1847 wurde das gerade erbaute Mausoleum im Berggarten mit 36 Stieleichen umgeben. 26 von ihnen umrahmen auch heute noch die letzte Ruhestätte einiger Mitglieder der Welfenfamilie, darunter auch Kurfürstin Sophie. Die Lindenallee aus dem Jahr 1727, die auf das Mausoleum zuführt, war schon als das Mausoleum erbaut wurde ein lebendiger Bote aus der Vergangenheit.
Mit seinem Arboretum und dem Paradies, den Gewächs- und Anzuchthäusern, gepflegten Rasenflächen und exquisiten Kübelpflanzen, die im Sommer draußen aufgestellt wurden, entwickelte sich der Berggarten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer ästhetischen botanischen Anlage, die sowohl Fachleute informieren, als auch Laien für die Pflanzenwelt begeistern konnte. Ein Charakteristikum, das den Berggarten bis heute auszeichnet.
NEUE VIELFALT
Das 20. Jahrhundert sorgte für große strukturelle und gestalterische Veränderungen. Bereits 1936 wurde der Berggarten zu einer städtischen Anlage. Infolge der beiden Weltkriege waren Mitte des 20. Jahrhunderts die Glashäuser, die Sammlungen frostempfindlicher Gewächse und die Freilandpflanzungen vollkommen zerstört. Garten und Pflanzenbestände mussten neu aufgebaut werden.
Im Laufe der Jahrzehnte entstand der Berggarten, wie er sich den Besuchern heute präsentiert: In mehreren Schaugewächshäusern werden Pflanzen der Tropen, der Wüstengebiete sowie Pflanzen der Kanarischen Inseln, Madeiras und des Mittelmeerraums gezeigt. Die Orchideensammlung des Berggartens ist außerordentlich und eine der umfangreichsten weltweit.
