Herzenskraft - Dagmar Steuer - E-Book

Herzenskraft E-Book

Dagmar Steuer

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Beschreibung

Mit viel Liebe wurde diese Sammlung der schönsten Weisheitsgeschichten zusammengetragen. Diese Sammlung von über 60 Geschichten verspricht Unterhaltung, Hilfe und Ratgeber im Alltag . Sie sind auch für Kinder pädagogisch sehr wertvoll und es macht Spaß den tieferen Sinn hinter den Geschichten gemeinsam zu entdecken.

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Seitenzahl: 79

Veröffentlichungsjahr: 2020

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INHALTSVERZEICHNIS

Herzenskraft

Der Holzfäller und der Riese

Die Glücksbohnen

Worte in Sand und Stein

Bambus und Farn

Die volle Tasse

Liebe Mutti, lieber Vati!

Der Heißluftballon

Gerüchte einsammeln

Die Hölle

Katze malen

Die Maulwürfe

Die Ameise und der Frosch

Die Affenherde

Die fünf Affen und die Bananen

Die vier Kerzen

Echo des Lebens

Das Experiment

Die Wunschfee

Spuren im Sand

Die kleine Schraube

Frösche in der Milch

Nur Steine

Der Stundenlohn

Die zwei Brüder (Berg Morija)

Die Rezession

Zeit stehlen

Der alte Großvater und sein Enkel

Das Bild vom Frieden

Der König und sein weiser Berater

Die drei weisen Alten

Der Anruf

Die sieben Weltwunder

Das Krankenzimmer

Der kleine Zirkuselefant

Traumdeutung

Der Hammer

Das Wettrudern

Die Senfkörner

Der Hase und die Möhre

Der König und der Schuster

Der Rückblick

Loslassen und Vertrauen

Gelassenheit

Der Weise und der Diamant

Das Brot des Glücks

Wie ein Weiser regiert

Das Gasthaus zu den fünf Glocken

Die Schlange und das Seil

Die Blinden und der Elefant

Der Schafslöwe

Das Wasserloch in der Oase

Die Palme mit der schweren Last

Die Weinrebe

Der Schrank des Kaisers

Die Schildkröte

Die Luftballons

Der Esel im Brunnen

Herzenskraft

Ein Mann arbeitete bei einer großen Firma im Innendienst. Als er sich eines Tages einer widersinnigen und ethnisch nicht einwandfreien Anordnung wiedersetzte, versetzte ihn die Geschäftsleitung zur Strafe in den unbeliebten Außendienst.

Der Mann war aber ein überaus positiver und gelassener Mensch und so versuchte er, zuerst die positiven Seiten der ‚Strafversetzung‘ zu sehen. „So komme ich mit viel mehr Menschen in Kontakt und es wird bestimmt interessanter als der eintönige Innendienst.“ sagte er sich. Und da er alles was er tat mit voller Herzenskraft tat, war er schnell bei den Kunden beliebt und erzielte überdurchschnittliche Ergebnisse. Als die Geschäftsleitung spürte, dass dies keine Strafe für ihn war und er sich immer wieder mal unsinnigen Anordnungen widersetzte, nahm man ihm den Firmenwagen weg. „Toll,“ dachte er „ich wollte mich sowieso schon immer mehr bewegen und nun kann ich es mit dem Beruf verbinden.“ Und da er auf seinen langen Fußmärschen Zeit und Muße hatte, sich gut auf die Gespräche mit den Kunden vorzubereiten, stiegen seine Umsätze noch um ein Vielfaches. Und seine körperliche Fitness wurde so gut, dass sämtliche gesundheitlichen Probleme sich in Luft auflösten. Schon morgens als er in die Firma kam, versprühte er die beste Laune und die Geschäftsführung merkte, dass sie ihn mit nichts bestrafen konnte und ließ ihn fortan in Ruhe.

Dagmar Steuer

Der Holzfäller und der Riese

Eines Tages sah ein müder, alter Holzfäller, dass die Zeit, in der er körperlich nicht mehr imstande sein würde, seiner Arbeit nachzugehen, nahe war. Er ging zu einem weisen Mann, der übersinnliche Kräfte besaß und bat ihn um Hilfe. „Ich will dir einen Riesen schicken, der alle Arbeiten für dich erledigen wird. Du musst ihn nur immer beschäftigen, sonst bringt er dich um.“ sprach der weise Mann. „Ja, ich werde ihm genug Arbeit geben können.“ antwortete der Holzfäller freudig. Als er wieder zu Hause ankam war der Riese bereits da und verlangte nach Arbeit. „Putze mein Haus!“ In fünf Minuten hatte der Riese das Haus bis zum letzten Winkel gesäubert. „Sehr gut,“ bemerkte der Alte lächelnd, „nun jäte das Unkraut im Garten.“ Innerhalb kurzer Zeit war der Garten wunderschön. „Wie herrlich.“, bemerkte der Holzfäller. Wieder sprach der Riese: „Gib mir Arbeit oder ich bringe dich um.“ Dem Riesen wurde nun die Aufgabe gestellt, im Wald Bäume zu schlagen. „Das wird ihn eine Weile beschäftigen“, dachte der Holzfäller lächelnd. Aber schon nach kurzer Zeit hatte der Riese seine Aufgabe vollendet und stand wieder vor ihm. „Gib mir Arbeit oder ich bringe dich um.“ sagte er drohend. „Spalte alles Holz und verkaufe es in der Stadt.“ sagte der Holzfäller und hoffte, ihn eine Weile beschäftigt zu wissen.

Doch schon nach 2 Tagen war der Riese auch mit diesen Aufgaben fertig und stand wieder vor dem Holzfäller: „Gib mir Arbeit oder ich bringe dich um.“ Nun geriet der arme Holzfäller in Panik. Er hatte zwar noch einen Wald, aber dann würde ihm die Arbeit ausgehen. Während der Riese damit beschäftigt war, auch den zweiten Wald abzuholzen, ging er voller Verzweiflung zu dem Weisen und beschrieb ihm seine Angst. Der Weise antwortete ihm: „Ich habe dich ja gewarnt, aber ich will dir helfen. Der Riese soll einen großen Baum in dem zweiten Wald stehen lassen. Und immer wenn du gerade keine Arbeit für ihn hast, dann lass ihn den Baum herauf klettern, wenn er oben ist wieder herunter klettern und dies so lange, bis du wieder eine Aufgabe hast.“ Der Holzfäller war erleichtert und machte sich rasch auf den Heimweg. Gerade noch rechtzeitig konnte er einen Baum vor der Axt des Riesen retten.

Nachdem er die Befehle des Holzfällers gehört hatte, begann der Riese den Baum hinauf- und wieder hinunterzuklettern. Und noch einmal und dann noch einmal. Nach einiger Zeit wurde er müde und bat dem Holzfäller „Herr, Herr, oh großer, gütiger Meister! Bitte, erlöse mich von dieser Aufgabe, ich verspreche auch, dich nicht umzubringen!“ Der alte Mann erklärte sich mit Freuden einverstanden und war nun ein freier und viel weiserer Mensch.“

Dieser Riese symbolisiert unseren Geist. Ein unruhiger Geist, der immer beschäftigt sein muss, bringt dich irgendwann um. Gib ihm immer wieder monotone Aufgaben, z.B. das Beobachten des Atems: Ein und wieder aus und ein und wieder aus und er wird bezähmt.

Verfasser unbekannt

Die Glücksbohnen

Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebte, wenn ihm etwas Freude bereitete oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und tat sie in die rechte. Ein fröhlicher Schwatz auf der Straße, ein köstliches Essen, ein Moment der Stille, das Lachen eines Menschen, eine Berührung des Herzens, ein schattiger Platz in großer Hitze – für alles, was seine Sinne und sein Herz erfreute, ließ er eine Bohne von der einen in die andere Hosentasche wandern.

Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Vögel, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.

Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.

Verfasser unbekannt

Worte in Sand und Stein

Zwei Freunde schleppten sich durch die Wüste. Plötzlich gerieten sie in einen heftigen Streit. Dabei schlug der eine dem anderen im Zorn ins Gesicht. Ohne ein Wort zu sagen, kniete der Geschlagene nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: „Heute hat mir mein Freund ins Gesicht geschlagen.“-Dann wanderten sie schweigend weiter, bis sie zu einer Oase kamen. Sie beschlossen, in den Teich zu springen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb plötzlich im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Sein Freund rettete ihn in letzter Minute. Nachdem sich jener, der beinahe ertrunken war, erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte in diesen folgende Worte: „Heute hat mir mein bester Freund das Leben gerettet.” Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum schreibst du diese Worte nicht auch hier in den Sand?” Der andere antwortete ihm: „Wenn uns jemand kränkt oder beleidigt, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder löschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann.”

Verfasser Unbekannt

Bambus und Farn