18,99 €
· Der Ratgeber zeigt 10 Zukunfts-Skills, die wirklich zählen: Entdeckergeist, flexibles Denken, digitale Kompetenz, soziale Intelligenz, Resilienz, Eigenverantwortung, Kommunikation, kreatives Problemlösen, Wertebewusstsein, Zukunftsmut
· Kinder emotional begleiten: Resilienz, Selbstvertrauen und innere Sicherheit fördern
· So werden Eltern zu starken Zukunftsbegleitern und helfen ihrem Kind dabei, glücklich, selbstbewusst und erfolgreich zu werden
10 Fähigkeiten, die dein Kind in der Zukunft weiterbringen – und wie du sie im Familienalltag förderst
Kinder wachsen heute in einer Welt voller Veränderungen, digitaler Reize und Erwartungen auf. Sie müssen flexibel denken und Informationen filtern und dabei ihre Werte bewahren. In „Heute Kind – morgen stark“ zeigt Kristin van der Meer dir, wie du dein Kind emotional stärken kannst, ohne es zu überfordern oder ständig optimieren zu wollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was dein Kind wirklich braucht, um mit Herausforderungen, Gefühlen und Erwartungen gesund umzugehen.
Kristin van der Meer zeigt dir, welche Zukunfts-Skills wirklich zählen: Neugier, Resilienz, flexibles Denken, Optimismus, soziale Intelligenz, klare Kommunikation, digitale Kompetenz, Kreativität, ein Wertebewusstsein und Zukunftsmut. Du erfährst, wie du diese Fähigkeiten bei deinem Kind erkennst, stärkst und im Alltag förderst. So begleitest du dein Kind stark und gelassen in die Welt von morgen.
Der Ratgeber verbindet entwicklungspsychologisches Wissen mit konkreten Beispielen aus dem Familienalltag. Er erklärt, wie emotionale Sicherheit entsteht, warum Bindung, Selbstwirksamkeit und ein verständnisvoller Umgang mit Gefühlen entscheidend sind – und wie du diese Faktoren im Alltag bewusst unterstützen kannst. Statt an Defiziten anzusetzen, rückt das Buch die Stärken deines Kindes und die Beziehungsqualität in den Fokus. Du erhältst konkrete Impulse, Gesprächsanregungen und Denkanstöße, die sich unmittelbar umsetzen lassen und langfristig wirken – als Fundament für ein starkes Leben.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
HERZLICH WILLKOMMEN IN DER WELT DEINES KINDES!
TEIL 1: DIE WELT IM WANDEL UND DEIN KIND MITTENDRIN
„Das gab es früher nicht!“
Die neue Lernrealität verstehen
Warum Maschinen uns nicht ersetzen können
Warum dein Kind mit mehr Schnelllebigkeit klarkommen muss
Die Fähigkeit zur schnellen Anpassung
Warum Faktenwissen heute nicht mehr reicht
Kritisches Denken als Kernkompetenz
Die Elternrolle beim Wandel
„Wir hatten das doch auch nicht!“
Warum „Früher war alles besser“ nicht stimmt
Die Geschwindigkeit des Wandels: Ein Vergleich der Generationen
Die Arbeitswelt von morgen: Was Experten prognostizieren
Die soziale Dimension des Wandels
Was von früher weiterhin wichtig ist
Warum das klassische Schulmodell an seine Grenzen kommt
Welche Fähigkeiten heute zählen
„Ich weiß nicht, wie ich mein Kind auf morgen vorbereiten soll!“
Die Balance zwischen Schutz und Autonomie
Der Druck der permanenten Erziehungsentscheidungen
Warum Kontrolle nicht hilft, aber echte Begleitung
Wie du deinem Kind Vertrauen schenkst und Orientierung gibst
Wie du mit deinen eigenen Ängsten umgehst
Wie du Halt gibst, ohne die Zügel loszulassen
Wann eingreifen, wann abwarten
TEIL 2: DIE 10 ZUKUNFTS-SKILLS, DIE WIRKLICH ZÄHLEN
Skill 1: Neugier und Entdeckergeist
Warum Kinder, die fragen, die Zukunft gestalten
Wie du die Neugier deines Kindes ohne Druck stärkst
Wie gemeinsame Entdeckungsreisen im Alltag gelingen
Wie digitales Entdecken gelingt
Skill 2: Flexibles Denken
Warum dein Kind lernen muss, sich immer neu zu orientieren
Wie du dein Kind dabei unterstützt, mit Veränderungen umzugehen
Wie du neue Denkmuster förderst und Routinen aufbrichst
Skill 3: Digitale Kompetenz
Warum es nicht reicht, Technik bedienen zu können
Wie du Medienbewusstsein und digitale Mündigkeit förderst
Wie ihr Medienregeln gemeinsam gestaltet
Wie du erkennst, ob die Mediennutzung noch gesund ist
Skill 4: Soziale Intelligenz
Warum Empathie und Kooperation heute so wichtig sind
Wie du die sozialen Kompetenzen deines Kindes stärkst
Wie dein Kind echte Verbindungen online und offline aufbaut
Wie dein Kind digitale Empathie aufbaut
Skill 5: Resilienz und Optimismus
Warum dein Kind lernen muss, mit Unsicherheit zu leben
Wie du das Mindset deines Kindes stärkst
Wie dein Kind lernt, mit Rückschlägen umzugehen
Skill 6: Eigenverantwortung
Warum dein Kind lernen muss, sich selbst zu organisieren
Wie dein Kind lernt, sein eigenes Lernen zu reflektieren
Wie dein Kind lernt, Verantwortung zu übernehmen
Skill 7: Kommunikation
Warum klare Kommunikation heute entscheidend ist
Wie dein Kind lernt, Gefühle in Worte zu fassen
Wie dein Kind lernt, Konflikte selbst auszutragen
Wie dein Kind lernt, digitale Kommunikation zu entschlüsseln
Skill 8: Innovationskraft und kreatives Problemlösen
Warum kreative Ideen wichtiger sind als KI und bloßes Wissen
Wie du Freiraum für eigene Lösungen schaffst
Wie du Kreativität mit digitalen Tools förderst
Wie ihr kreatives Fragenstellen übt
Skill 9: Wertebewusstsein und digitale Verantwortung
Warum es für dein Kind wichtig ist, die Zukunft mitzugestalten
Wie dein Kind Online-Kommunikation reflektiert
Wie dein Kind Medien kreativ und verantwortungsvoll nutzt
Skill 10: Zukunftsmut
Warum dein Kind groß träumen darf und soll
Wie ihr Träume ernst nehmt und nicht kleinredet
Wie du deinem Kind Mut zum Scheitern mitgibst
Wie du Mut machst, statt Angst zu schüren
TEIL 3: ZUKUNFTSBEGLEITER SEIN – WAS DU ALS ELTERNTEIL TUN KANNST
Drei Fehler, die du vermeiden solltest
Fehler 1: Zu viel Angst haben und auf dein Kind übertragen
Fehler 2: Alle Probleme vorsorglich aus dem Weg räumen
Fehler 3: Die eigene Haltung nicht reflektieren
So wirst du zur sicheren Basis deines Kindes
Wie du Vertrauen aufbaust, das trägt
Wie du Mut machst, ohne zu überfordern
Wie du die Balance zwischen Unterstützung und Freiraum findest
Wie du selbst wächst und zum Vorbild wirst
Warum du nicht alles wissen musst, aber offen bleiben solltest
So wirst du zum Vorbild, ohne perfekt zu sein
Wie du aus Herausforderungen Lernmomente machst
Wie du Wachstum zu einem Familienwert machst
MEINE BOTSCHAFT AN DICH
QUELLEN
Du hast dieses Buch in die Hand genommen, weil du siehst, dass sich unser Leben gerade grundlegend verändert Weil du vielleicht spürst, dass die Welt, in der dein Kind groß wird, stellenweise nicht mehr viel mit deiner eigenen Kindheit zu tun hat. Und weil du dich fragst, was du tun kannst, um dein Kind für diese veränderte Welt stark zu machen.
Die Veränderungen, die unsere Kinder prägen, sind tiefgreifender, als wir oft wahrnehmen. Während viele von uns noch Informationen in Lexika nachschlugen, tragen unsere Kinder das Wissen der Welt in der Hosentasche. Während wir mit Freunden aus der Nachbarschaft spielten, vernetzen sich unsere Kinder mit Gleichaltrigen rund um den Globus. Während wir Fehler mit dem Radiergummi korrigierten, lassen unsere Kinder künstliche Intelligenz ihre Hausaufgaben erledigen und stehen vor der Herausforderung, echtes Verstehen von oberflächlichem Kopieren zu unterscheiden.
Diese neue Realität zeigt sich in aktuellen Zahlen deutlich: 62 Prozent der Jugendlichen nutzen bereits KI-Anwendungen wie ChatGPT – am häufigsten für Schulaufgaben, aber auch zur Unterhaltung und Informationssuche (JIM-Studie 2024). Gleichzeitig besitzen 46 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren bereits ein eigenes Smartphone (KIM-Studie 2024). Netflix ist erstmals das beliebteste Angebot für Filme und Serien bei Kindern geworden, noch vor den klassischen TV-Kindersendern (KIM-Studie 2024).
Du siehst, unsere Kinder werden mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert als wir früher. Sie müssen lernen, mit Informationsfluten umzugehen und dabei das Wesentliche vom Unwichtigen zu trennen. Sie brauchen die Kompetenz, digitale Räume verantwortungsvoll zu nutzen und dabei echte menschliche Verbindungen aufzubauen. Sie müssen flexibel auf Veränderungen reagieren können, die immer schneller aufeinanderfolgen. Vor allem aber brauchen sie die innere Stärke, in einer Welt voller Möglichkeiten ihren eigenen Weg zu finden und dabei ihre Werte nicht zu verlieren.
Als Lehrerin und Mutter von vier Kindern erlebe ich diesen Wandel täglich hautnah. In der Schule sehe ich Kinder, die mühelos zwischen verschiedenen Apps wechseln, aber Schwierigkeiten haben, ihre Aufmerksamkeit längere Zeit bei einer Sache zu halten. Ich beobachte Schülerinnen und Schüler, die komplexe Probleme kreativ lösen können, aber manchmal ratlos sind, wenn sie ihre Gefühle in Worte fassen sollen.
Besonders deutlich wird der Wandel, wenn ich meine eigenen Kinder betrachte. Mein ältestes Kind recherchierte für Referate noch fleißig in der Bibliothek. Mein drittes lernt heute mit Podcasts und YouTube-Tutorials und vernetzt sich für Projekte mit Menschen aus anderen Ländern. Mein jüngstes nutzt ChatGPT, um komplexe Sachverhalte zu verstehen, und erledigt damit manche Aufgaben in Minuten, für die wir früher Stunden brauchten. Vier Kinder, vier unterschiedliche Lernwelten, und alle innerhalb einer einzigen Familie.
Doch der Wandel beschränkt sich nicht nur aufs Lernen. Auch im Privaten und in der Gesellschaft erleben wir Veränderungen. Familien leben heute teils über Kontinente verteilt und halten über Videoanrufe Kontakt. Kinder wachsen mit der Selbstverständlichkeit auf, dass sich Geschlechterrollen, Familienmodelle und Berufswege kontinuierlich wandeln. Sie erleben eine Gesellschaft, in der Diversität normal ist und unterschiedliche Lebensentwürfe nebeneinander existieren. Gleichzeitig sind sie durch den leichteren Zugang zu digitalen Informationen früher mit globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien oder politischen Unsicherheiten konfrontiert, die eine emotionale Reife erfordern, die frühere Generationen erst als Erwachsene entwickeln mussten.
Vielleicht kennst du diese Faszination, gemischt mit Verunsicherung. Auf der einen Seite eröffnen die neuen Möglichkeiten ungeahnte Chancen. Unsere Kinder können heute Sprachen mit Apps erlernen, eigene Videos produzieren und ihre Ideen einem weltweiten Publikum präsentieren. Sie haben Zugang zu Wissen und Erfahrungen, die uns verschlossen blieben. Sie können auf eine Art kreativ werden, die vorherige Generationen sich nicht vorstellen konnten.
Auf der anderen Seite entstehen dadurch neue Fragen, die uns als Eltern herausfordern. Welche Fähigkeiten braucht mein Kind wirklich, um in dieser komplexen Welt zu bestehen? Wie viel digitale Stimulation ist förderlich, und wann wird sie zur Überforderung? Wie kann ich mein Kind in einer Welt begleiten, die sich schneller verändert, als ich sie verstehen kann? Und vor allem: Wie unterstütze ich mein Kind dabei, stark und selbstbewusst seinen eigenen Weg zu finden?
Diese Fragen werde ich dir im Verlauf dieses Buches beantworten. Einen wichtigen Gedanken möchte ich dir bereits jetzt mitgeben. Wir Eltern müssen aktiv werden und können nicht darauf warten, dass andere die Verantwortung für uns übernehmen. Dein Kind braucht dich als Begleitung, als Orientierungshilfe. Als jemand, der da ist, wenn die Welt sich zu schnell dreht, um sie zu verstehen.
Die Grundlage für meine Empfehlungen bilden sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch praktische Erfahrungen. Die zehn Zukunfts-Skills, die ich dir vorstelle, basieren auf dem OECD Learning Compass 2030, einem wegweisenden Bildungsrahmen, der beschreibt, welche Kompetenzen junge Menschen brauchen, um in einer unsicheren und komplexen Welt zu gedeihen.
Der Learning Compass definiert drei zentrale transformative Kompetenzen:
1. die Schaffung neuer Werte,
2. das Übernehmen von Verantwortung und
3. das Umgehen mit Spannungen und Dilemmata.
Diese werden ergänzt durch die vier K des 21. Jahrhunderts (Partnership for 21 st Century Skills, 2024):
1. Kommunikation,
2. Kollaboration,
3. Kreativität und
4. kritisches Denken.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse verbinde ich mit meinen Erfahrungen als Lehrerin, die täglich miterlebt, welche Herausforderungen und Chancen die neue Lernwelt mit sich bringt. Ebenso fließen meine Beobachtungen als Mutter von vier Kindern ein, die alle in unterschiedlichen Phasen der digitalen Entwicklung aufgewachsen sind. Hinzu kommen unzählige Gespräche mit Eltern, die ähnliche Sorgen und Hoffnungen haben wie du. Gespräche, die mir gezeigt haben, dass viele von uns vor den gleichen Fragen stehen.
Das Ziel dieses Buches ist es, dir dabei zu helfen, die persönlichen, emotionalen, sozialen, kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten deines Kindes zu stärken. Diese Kompetenzen befähigen dein Kind dazu, sicher zu handeln, Veränderungen souverän zu meistern und aktiv an der Gestaltung seiner Zukunft mitzuwirken. Dabei geht es nicht darum, aus deinem Kind einen Überflieger zu machen, sondern vielmehr darum, seine natürlichen Stärken zu entdecken und zu fördern.
So ist dieses Buch aufgebaut:
In Teil 1 lernst du zunächst die veränderte Welt kennen, in der dein Kind aufwächst. Du erfährst, warum die klassischen Bildungsansätze ergänzt werden müssen und welche neuen Herausforderungen auf euch zukommen. Vor allem aber bekommst du praktische Strategien an die Hand, wie du dein Kind sicher begleiten kannst, ohne es zu kontrollieren oder zu überbehüten.
In Teil 2 stelle ich dir die zehn Zukunfts-Skills vor, die dein Kind für ein starkes und selbstbestimmtes Leben braucht. Jeder Skill wird mit konkreten Alltagsbeispielen, praktischen Übungen und erprobten Methoden erklärt. Du bekommst Schritt-für-Schritt-Anleitungen, mit denen du die Fähigkeiten deines Kindes im normalen Familienleben fördern kannst, ohne zusätzlichen Stress oder überzogene Ansprüche.
In Teil 3 chließlich erfährst du, wie du selbst zum Zukunftsbegleiter für dein Kind wirst. Du lernst, wie du aus der Kontrolle in die unterstützende Begleitung findest, welche typischen Elternfehler du vermeiden solltest und wie du zur sicheren Basis wirst, von der aus dein Kind mutig die Welt erkunden kann.
Dabei war mir wichtig, dir weniger Theorie und dafür mehr praktisches Handwerkszeug mitzugeben. Du findest in diesem Buch keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete Beispiele aus dem Familienleben, erprobte Gesprächseinstiege und Reflexionsfragen, die dir helfen, die Ansätze auf deine eigene Situation zu übertragen.
Ich wünsche mir, dass du dieses Buch am Ende zuklappst und denkst: „Ich weiß jetzt, welche Zukunfts-Skills mein Kind braucht, und ich vertraue darauf, dass wir das gemeinsam schaffen.“ Denn genau das werdet ihr Schritt für Schritt lernen.
Deine
Die Welt, in der dein Kind aufwächst, unterscheidet sich fundamental von der deiner eigenen Kindheit In diesem Teil nehme ich dich mit auf eine Entdeckungsreise durch diese neue Realität. Du erfährst, welche Veränderungen das Leben deines Kindes prägen, warum bewährte Erziehungsansätze ergänzt werden müssen und wie du dein Kind sicher durch diese komplexe Zeit begleiten kannst, ohne es zu überbehüten oder zu kontrollieren.
Ich möchte dich in die Welt deines Kindes mitnehmen. Du hast es schon im Vorwort gelesen: Als mein ältester Sohn noch zur Schule ging, holten wir gemeinsam Bücher aus der Bibliothek. Er saß stundenlang am Schreibtisch, schrieb Texte mit der Hand ab, lernte, las, markierte.
Heute beobachte ich meine jüngste Tochter beim Lernen. Drei Bildschirme flimmern gleichzeitig. Das iPad läuft, das Handy liegt daneben, sie tippt, hört, schaut, alles parallel. In mir schrillen die Alarmglocken. „Das kann doch kein Lernen sein!“ denke ich reflexartig. Aber es ist Lernen, nur eben anders, angepasst an die heutige Welt.
Kein Wunder: Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2024 zeigt, dass 62 Prozent der Jugendlichen KI-Anwendungen wie ChatGPT nutzen. Am häufigsten setzen sie sie für Schulaufgaben (65 Prozent) ein, aber auch zum Spaß (52 Prozent) oder bei der Informationssuche (43 Prozent). Gleichzeitig geben zwei Drittel der Jugendlichen an, oft mehr Zeit am Handy zu verbringen, als ursprünglich geplant.
Diese Zahlen zeigen mehr als nur Nutzungsgewohnheiten. Sie spiegeln eine fundamentale Veränderung wider, wie eine ganze Generation lernt, denkt und mit Informationen umgeht. Wenn fast zwei Drittel aller Jugendlichen regelmäßig KI nutzen, dann ist das nicht mehr ein Trend einzelner technikaffiner Kinder, sondern die neue Normalität.
Lernen findet längst nicht mehr nur in Büchern und Heften statt, sondern auch digital, mit hoher Reizdichte. Das sieht für uns Eltern chaotisch aus, doch unsere Kinder wachsen genau in diesem Umfeld auf. Sie entwickeln Fähigkeiten, die wir in unserer Kindheit nicht brauchten: das Navigieren zwischen verschiedenen Informationsquellen, das schnelle Wechseln zwischen Aufgaben, das Filtern von relevanten Inhalten aus einer Flut von Daten.
Aber diese neuen Fähigkeiten bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Wenn Informationen jederzeit verfügbar sind, ist es wichtig, sie zu bewerten, zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Wenn Unterhaltung ständig nur einen Klick entfernt ist, muss Aufmerksamkeit bewusst gesteuert werden können, um sich nicht in den Weiten der Medienflut zu verlieren.
Ein Beispiel aus meinem Unterricht
Letzte Woche sollten meine Schülerinnen und Schüler ein Referat über Dinosaurier vorbereiten. Früher hätten sie in der Schulbibliothek nach Büchern gesucht, Textstellen markiert und handschriftliche Notizen gemacht. Heute googelten sie binnen Minuten Hunderte von Informationen, fanden Videos und interaktive 3D-Modelle. So präsentierten sie viele spannende Dinge, die sie während der Recherche gefunden hatten.
Diese Referate waren zwar vielfältiger und interaktiver als früher, sie warfen aber auch neue Fragen auf. Wie können wir sicher sein, dass die Informationen stimmen? Wie lernen Kinder, zwischen seriösen Quellen und Falschinformationen zu unterscheiden? Und wie entwickeln sie ein eigenes Verständnis, wenn sie so leicht auf externe Hilfe zugreifen können?
Wir haben uns von einer Wissensgesellschaft zu einer Informationsgesellschaft gewandelt. Das ist vielleicht die größte Veränderung in unserer Zeit. Wissen ist heute allgegenwärtig. Es wartet nicht mehr in Büchern zu Hause oder in der Bibliothek, sondern ist jederzeit verfügbar, sogar in der Hosentasche.
Über zwei Drittel der Weltbevölkerung sind inzwischen online. Auch dein Kind hat fast jederzeit und überall Zugang zu Informationen. Dieses verfügbare Wissen wächst explosionsartig weiter. Was gestern galt, kann morgen schon wieder überholt sein. Manches, was wir Eltern in unserer Jugend lernten, ist heute nicht mehr relevant oder sogar falsch. Wir sehen das in der Medizin, in der Technologie, in der Schule, eigentlich überall.
Um die Tragweite zu verstehen, hilft ein Blick auf die Geschwindigkeit des Wandels. Als ich zur Schule ging, dauerte es Jahre, bis sich neue Erkenntnisse in den Lehrbüchern niederschlugen. Heute können wissenschaftliche Entdeckungen binnen Stunden weltweit verfügbar sein. Meine Schülerinnen und Schüler erfahren manchmal von neuen Forschungsergebnissen, bevor diese überhaupt in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.
Diese Beschleunigung zeigt sich besonders deutlich bei technologischen Entwicklungen. Apps, die heute populär sind, gab es vor einem Jahr noch nicht. Plattformen, auf denen sich Jugendliche austauschen, entstehen und verschwinden in einem Tempo, das selbst Digital Natives herausfordert.
Für dein Kind bedeutet das, dass es schon früh lernen muss, mit schnellen Veränderungen umzugehen. Das Leben stellt sich nicht mehr gemächlich um, es springt von Version zu Version. Unsere Kinder müssen also lernen, flexibel zu reagieren, statt sich auf einmal Gelerntes zu verlassen.
Die OECD bringt es in ihrem Learning Compass 2030 auf den Punkt: Die Welt belohnt uns nicht länger dafür, was wir wissen, sondern dafür, was wir mit unserem Wissen tun können. Mit anderen Worten, entscheidend ist nicht das blinde Pauken, sondern Anwenden und Verstehen. Dein Kind sollte lernen, Fragen zu stellen, Informationen kritisch zu prüfen und Lösungen zu finden.
In ihrem Bildungsbericht „Trends Shaping Education“ betont die OECD, dass neben grundlegender digitaler Kompetenz vor allem kritisches Denken, Flexibilität, Resilienz und ethische KI-Nutzung entscheidend sind. Es geht darum, Dinge zu hinterfragen und neue Ideen zu entwickeln, anstatt nur vorhandenes Wissen abzurufen.
Computer und Künstliche Intelligenz können vieles von dem erledigen, was früher menschliche Fleißarbeit war. Routineaufgaben, das Abrufen von Informationen, sogar das Erstellen einfacher Texte.
Was Maschinen jedoch nicht können, ist, menschliche Originalität und Urteilsfähigkeit zu ersetzen. Genau das wird aber gebraucht, in der heutigen Zeit mehr denn je. Unsere Kinder müssen neugierig bleiben, um Ecken denken dürfen und den Mut haben, neue Wege zu gehen.
Andreas Schleicher von der OECD formuliert es so: „Beim Erfolg in der Bildung heute geht es um Eigenschaften wie Neugier, Empathie und den Mut, die eigenen kognitiven, sozialen und emotionalen Ressourcen in die Welt einzubringen.“ Dein Kind muss also lernen, eigenständig und kritisch etwas mit seinem Wissen anzufangen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Wandel von Autorität und Wissensvermittlung. Früher waren Lehrer, Eltern und Bücher die unbestrittenen Wissensquellen. Heute haben Kinder Zugang zu unzähligen Informationsquellen und können sich ihr Wissen selbst zusammenstellen. Das bedeutet nicht, dass Erwachsene überflüssig werden. Aber unsere Rolle verändert sich. Statt Wissenslieferanten sind wir heute eher Lernbegleiter und Kompassgeber – auch das können Maschinen nicht so wie Menschen. Wir helfen dabei, Informationen einzuordnen, Quellen zu bewerten und kritisch zu denken.
Ein Beispiel aus meiner Familie
Mein Sohn kam nach Hause und behauptete, er habe gelesen, dass Spinnen acht Augen haben. Früher hätte ich gesagt: „Das stimmt nicht“ oder „Schau doch mal im Lexikon nach“. Heute sagte ich: „Interessant! Woher hast du das? Lass uns gemeinsam schauen, ob wir noch andere Quellen finden.“
Wir recherchierten zusammen und fanden heraus, dass viele Spinnen tatsächlich acht Augen haben, manche aber auch weniger. Wichtiger als die richtige Antwort war hier, dass mein Sohn dadurch gelernt hat, Informationen zu überprüfen.
Stell dir vor, du würdest heute als Kind zur Schule gehen. Während des Unterrichts klingelt ein Handy. Die Lehrerin unterbricht die Stunde, um eine wichtige Durchsage über die Schul-App zu verlesen. Nach der Pause ist das WLAN ausgefallen, der geplante Rechercheauftrag muss spontan analog bearbeitet werden. Am Nachmittag erfährst du über soziale Medien, dass deine Lieblings-YouTuberin ihre Karriere beendet. Abends verkünden deine Eltern beim Essen, dass ein Familienmitglied den Job wechselt und ihr möglicherweise umziehen müsst.
