Heute schon gepflichtteilt? - Prof. Dr. Joerg Andres - E-Book

Heute schon gepflichtteilt? E-Book

Prof. Dr. Joerg Andres

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Beschreibung

Häufig empfinden potenzielle Erblasser die gesetzliche Erbfolge als ungerecht. Sie verfassen daher ein eigenes Testament. Viele glauben, dass sie unliebsame Verwandte dabei einfach enterben können. So leicht geht das jedoch nicht. Welche Möglichkeiten des Pflichtteilsausschlusses bzw. der Pflichtteilsminimierung bestehen, wird in diesem Werk anschaulich dargestellt. Pflichtteilsberechtigte, die sich zu Unrecht enterbt sehen, erfahren, wie sie ihr Pflichtteilsrecht geltend machen und durchsetzen können.

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Seitenzahl: 60

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Prof. Dr. Joerg Andres

Heute schon gepflichtteilt?

Der kompakte Ratgeber für künftige Erblasser und Pflichtteilsberechtigte

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

KAPITEL 1: DAS VORWORT

KAPITEL 2: DIE EINLEITUNG

KAPITEL 3: DIE ENTSTEHUNG DES PFLICHTTEILSANSPRUCHS

KAPITEL 4: DER AUSSCHLUSS DES PFLICHTTEILSANSPRUCHS

KAPITEL 5: DER PFLICHTTEILS-VERPFLICHTETE

KAPITEL 6: DIE ERMITTLUNG DER PFLICHTTEILSQUOTE

KAPITEL 7: DIE HÖHE DES PFLICHTTEILSANSPRUCHS

KAPITEL 8: DIE DURCHSETZUNG DES PFLICHTTEILSANSPRUCHS

KAPITEL 9: DIE STEUERLICHEN FRAGEN

KAPITEL 10: DIE VERMEIDUNG VON PFLICHTTEILSANSPRÜCHEN

KAPITEL 11: DIE ZUKUNFT DES PFLICHTTEILSANSPRUCHS

Impressum neobooks

KAPITEL 1: DAS VORWORT

Zeit ist ein wertvolles Gut. Auch im Bereich des Erbrechts.

Also gilt es, eine Fülle von Informationen so zu komprimieren, dass sie für den Leser einerseits differenziert, andererseits aber auch noch überschaubar und insbesondere verständlich sind.

Viele Erb(en)ratgeber sind jedenfalls sehr umfangreich und teilweise auch kompliziert zu lesen. Jedes Mal, wenn ich ein solches Werk in die Hand nahm, fragte ich mich, ob juristische Laien, die sich für einen speziellen Aspekt des Erbrechts – wie z.B. das Pflichtteilsrecht – interessieren, damit schnell zum gewünschten Ziel kommen können. Ich kam zum Ergebnis, dass das wahrscheinlich nicht der Fall ist.

Das mag häufig an dem großen Umfang eines Werkes oder teilweise auch daran liegen, dass sich das jeweilige Buch vor allem an das Fachpublikum wie Rechtsanwälte, Notare oder Richter wendet. Aber auch weniger komplizierte Werke sind oft noch relativ breit angelegt und versuchen einen verhältnismäßig großen Bereich des Erbrechts zusammenzufassen.

 Also stellte ich mir vor, was sich ein bislang von dieser Materie noch nicht Betroffener wohl stattdessen wünschen würde.

Ich kam zum Ergebnis, dass ein Buch sich speziell an die Gruppierung von Erblassern oder Erben richten sollte, die von einem der maßgeblichsten erbrechtlichen Themen direkt und unmittelbar betroffen sind: Dem Pflichtteilsrecht.

Da das Pflichtteilsrecht das wohl konfliktträchtigste und umkämpfteste Teilgebiet des Erbrechts ist, war es naheliegend, umfangreiche Werke speziell auf die für das Pflichtteilsrecht maßgebenden Aspekte hin zu untersuchen und viele darin genannte Gesichtspunkte auf das Wesentliche zu reduzieren. Zusätzlich habe ich dann die jeweilige Thematik noch um aktuelle Entscheidungen angereichert und Übersichtsfolien eingestreut, um die jeweiligen Zusammenhänge anschaulich aufzuzeigen.

Herausgekommen ist ein E-Book, das bei weitem nicht alle Aspekte des Pflichtteilsrechts im Detail behandeln kann, aber dennoch binnen kürzester Zeit einen profunden Überblick über wesentliche Aspekte davon vermittelt.

Da die (teilweise) Abwehr für den Erblasser, ebenso wie die Durchsetzung des Pflichtteilsanspruchs für den Berechtigten, ohne fachkundige juristische Hilfe, z.B. durch einen Rechtsanwalt, nahezu illusorisch erscheint, soll dieser Ratgeber Ihnen somit nur helfen, im Vorfeld einer solchen sich abzeichnenden Auseinandersetzung die richtigen Weichen zu stellen. Prüfen Sie selbst, wie gut Sie mit dieser Darstellung zurechtkommen.

Viele neue Erkenntnisse und Freude beim Lesen!

Ihr

Joerg Andres

Düsseldorf, im Mai 2016

P.S. Sollten Sie umfangreichere Werke bevorzugen, weil Sie Vieles doch auf eigene Faust versuchen wollen, so finden Sie im „Ratgeber für Erben“ von Rechtsanwalt Dr. Claus-Henrik Horn (ISBN 978-3-423-50699-1) oder im „Münchener Anwaltshandbuch Erbrecht“, insbesondere in Kapitel 29, das vom gleichen Autor stammt (ISBN 978 3 406 64812 0; ein Werk, an dem ich übrigens als Autor in den Kapiteln 47 und 69 ebenfalls mit geschrieben habe), noch deutlich differenziertere Informationen. Beide Werke haben mir zahlreiche Anregungen für dieses kompakte E-Book geliefert.

Mein besonderer Dank gilt auch diesmal wieder meiner Lektorin, Frau Petra Wronewitz, die mit großer Liebe zum Detail das Manuskript in gewohnt akribischer Weise überarbeitet und insbesondere auch die zahlreichen Übersichtsfolien in die jetzige einheitliche und gut lesbare Form gebracht hat.

KAPITEL 2: DIE EINLEITUNG

Dieser Ratgeber bietet Hilfe sowohl für den Erblasser, als auch für den Erben. Die Lektüre des Buches verschafft Ihnen einen schnellen, zugleich fundierten und ausgewogenen Überblick über alle wesentlichen Aspekte, die einerseits bei der „Pflichtteilsplanung und -vermeidung“ und andererseits bei der „Pflichtteilsbewertung und -durchsetzung“ bedacht und beachtet werden müssen.

Sind Sie potenzieller Erblasser, werden Sie vermutlich nur kurz an die Geeignetheit der vom Gesetz vorgegebenen Erbfolge glauben. Spätestens wenn Sie merken, dass die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) vorgesehene gesetzliche Erbfolge von Ihrer individuellen Vorstellung einer gerechten Verteilung des Nachlasses u.U. stark abweicht, werden Sie das Vertrauen in diese vom Gesetz vorgegebene Erbfolge zumindest anzweifeln und nach für Sie geeigneten Alternativen fragen.

Die Folge ist dann, dass Sie ein eigenes Testament verfassen werden.

Doch welche Besonderheiten sind zu beachten? Welche Fallstricke lauern, die sich oft erst Jahre nach dem dann eingetretenen Erbfall auswirken?

Spätestens dann, wenn dieses Testament zwar von Ihnen verfasst, aber zu Ihren Lebzeiten bekannt wird, ist es möglicherweise mit Ihrem familiären Frieden dahin.

Oft meinen dann potenzielle Erben plötzlich, dass ihre vermeintlichen "Erbansprüche", die sie für "gerecht" halten, von Ihnen nicht oder bei weitem nicht ausreichend gewürdigt wurden.

Dies führt nicht nur zu unterschwelligen Aggressionen bei den so Übergangenen, sondern in vielen Fällen zu offenen Auseinandersetzungen um einen Nachlass, der in seiner Zusammensetzung den Streitenden nur teilweise - wenn überhaupt - bekannt ist.

Besonders heftig fallen die Reaktionen der potenziellen Erben aus, die von dem erhofften – oder schon fest eingeplanten – Erbe völlig ausgeschlossen werden.

Sind Sie hingegen ein von diesem, als ungerecht empfundenen, Vorgehen Betroffener, werden Sie entweder aus eigenem Antrieb oder durch Hinweise von Dritten – meist Freunden oder entfernteren Verwandten – bald auf die Idee der Geltendmachung des "Pflichtteils" kommen.

Dies beruht nicht zuletzt darauf, dass nach derzeit geltendem deutschem Erbrecht prinzipiell keinem Berechtigten sein Pflichtteil ohne Weiteres entzogen werden kann.

Wer im Einzelfall überhaupt Pflichtteilsberechtigter ist, wie hoch der zu verteilende Nachlass zu bewerten ist und gegen wen sich der Pflichtteilsanspruch dann zu welchem Teil richtet, bedarf jeweils der genauen Prüfung.

Welche Fristen müssen Sie beachten? In welcher Form können – oder müssen – Sie vorgehen, um das eigene Pflichtteilsrecht zu sichern und auch in voller Höhe durchzusetzen? Was sollten Sie nicht tun, um nicht ungewollt eine Erbschaftsteuerpflicht auszulösen?

Alles das will genau bedacht sein, um vermeidbare und zudem finanziell einschneidende wirtschaftliche oder steuerliche Fehler zu vermeiden.

Als Pflichtteilsberechtigter haben Sie zusätzlich oft auch den Nachteil, dass Sie vor vollendete Tatsachen gestellt werden und sich erst einmal eine Informationsgrundlage verschaffen müssen. Erst dann können Sie Ihre eigenen Erfolgsaussichten richtig einschätzen und Ihr weiteres Vorgehen darauf abstimmen.

Für Sie als Erblasser wiederum ist insoweit besonders interessant, wie ein möglicher Pflichtteil durch geschickte Planung von vornherein besonders klein gehalten werden kann, um Ihrem letzten Willen möglichst unangreifbar die weitreichendste Wirkung zu verschaffen.

Für Sie als möglichen Pflichtteilsberechtigten kommt es hingegen u.a. darauf an, den eigenen Anspruch möglichst vollständig zur Geltung zu bringen, um Ihre rechtlich fundierten finanziellen Interessen durchzusetzen ohne dafür mehr Steuern zahlen zu müssen, als unbedingt nötig.

Kurzum: Das gesetzliche Pflichtteilsrecht steht häufig in direktem Gegensatz zum letzten Willen des Erblassers. Dieses Spannungsfeld ist bereits vom Grundgesetz vorgegeben und kann nicht beliebig vom Erblasser, den Erben oder den Pflichtteilsberechtigten beeinflusst werden.

Unkenntnis der Auswirkungen des Pflichtteilsrechts haben daher häufig sehr gravierende – insbesondere finanzielle oder gar existenzielle – Folgen, für jeden davon Betroffenen.

Umso wichtiger ist es, die gleichwohl bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten im Vorfeld – oder nach Eintritt – eines Erbfalls jeweils zu erkennen und so weit wie möglich für die gewünschten Zwecke zu nutzen.