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Die Welt liegt in Trümmern. Während Priya zusammen mit Asmodeus in eine andere Dimension verschwunden ist, versuchen Rhonda und Joshua den Widerstand aufrecht zu erhalten. Sie findet neue Verbündete und muss große Opfer erbringen. Erst als sich eine neuer Hexenzirkel zusammenfindet, scheint es wieder ein klein wenig Hoffnung zu geben. Zusammen beschließen sie Priya aus den Fängen des Bösen zu befreien. Doch können Asmodeus Pläne überhaupt noch durchkreuzt werden und welche Rolle spielt dabei Priyas Baby? Die Antworten auf ihre Fragen erhoffen sie sich in Drakonia. So beginnt für sie eine Reise ins Ungewisse, von der sie nicht wissen, ob sie nicht zu einem Himmelfahrtskommando wird.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Maike Johnke
Die Welt liegt in Trümmern. Während Priya zusammen mit Asmodeus in eine andere Dimension verschwunden ist, versuchen Rhonda und Joshua den Widerstand aufrecht zu erhalten.
Sie findet neue Verbündete und muss große Opfer erbringen. Erst als sich eine neuer Hexenzirkel zusammenfindet, scheint es wieder ein klein wenig Hoffnung zu geben
Zusammen beschließen sie Priya aus den Fängen des Bösen zu befreien. Doch können Asmodeus Pläne überhaupt noch durchkreuzt werden und welche Rolle spielt dabei Priyas Baby?
Die Antworten auf ihre Fragen erhoffen sie sich in Drakonia. So beginnt für sie eine Reise ins Ungewisse, von der sie nicht wissen, ob sie nicht zu einem Himmelfahrtskommando wird.
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http//dnb.dnb.de abrufbar.
Impressum
Texte: © Copyright by Maike Johnke
Lektorat: Daniela VogelCovergestaltung:© Daniela Vogel
www.fantasy-by-daniela-vogel.de
Covermotiv: © canva, pixabay.de
Verlag: Maike Johnke
Hausener Str. 17
53797 Lohmar
www.agentinuhu.de
in Kooperartion mit dem Neubachverlag
www.neubachverlag.de
Vertrieb: Neubachverlag
1. Auflage
Hexenblut:
Die Welt in Finsternis
Maike Johnke
Drakonia, die Zwischenwelt
Der letzte Ton von Priya Kobolds Zauberspruch verklang und der Schlüssel rastete in seiner abschließenden Position ein.
Ein leichtes Beben ging durch die Grotte. Kaum wahrnehmbar für die abgelenkte, unaufmerksame Hexe, die glücklich ihren Geliebten anstrahlte.
Asmodeus hingegen entlockte der Ruck im Fundament ein zufriedenes Lächeln, das Priya nur zu gerne falsch für sich deutete.
Der Dämon wusste genau, was dieses Beben zu bedeuten hatte, und dass er siegreich war. Eilig schleuste er Priya durch ein von ihm erschaffenes Portal in eine andere Ebene der Dimension. Eine Zwischenwelt, die der hiesigen, die Priya kannte, zwar ähnlich war, die aber die Mythen der Fantasy beherbergte.
In Drakoria gab es jede Form von Magie im Überfluss und erfunden geglaubte Fabelwesen lebten hier in ihrer natürlichen Lebensform. Dort traf man sowohl auf Einhörner als auch, wenn man Pech hatte, auf feuerspeiende Drachen, die in der Regel nicht friedlichen Gemüts waren.
In seinem seit Jahrhunderten genutzten Versteck fernab der Ereignisse auf der Erde verfolgte Asmodeus die Unterwerfung der Menschheit durch seine Armee der Finsternis. Zu viele Jahrhunderte hatte er auf diesen Sieg warten müssen. Nun war es endlich so weit.
Die Barriere, die den Untergrund vom Rest der Welt getrennt hatte, bekam immer mehr Risse. Sie verlief parallel zur Ozonschicht hoch oben in der Atmosphäre rund um die Erde. Zuerst passte immer nur eine dunkle Kreatur durch den Spalt. Wenige Sekunden später jedoch waren es bereits zwei und dann drei der schwarzen Albtraumsoldaten des Dämons. Sie ließen sich von weltlichen Dingen unzerstörbar zu Tausenden vom Himmel fallen.
Auf der Erde angekommen fielen sie über die Städte und Dörfer her wie die berüchtigte Plage der Heuschrecken im Alten Testament. Mit ihnen drangen riesige, wurmartige, fliegende und feuerspeiende Wesen aus der Hölle an die Oberfläche. Sie hatten lange, mit Widerhaken versehene Tentakel an ihrem Leib. Was sie nicht mit ihrem feurigen Atem verbrannten, zerschlugen sie mit den flexiblen Fangarmen zu Staub und Asche. Ihre Körper waren so massig, dass sie Hochhäuser und Kirchen zum Einstürzen brachten, wenn sie diese touchierten.
Wer Widerstand leistete, wurde, ohne mit der Wimper zu zucken, niedergestreckt. Die Waffen variierten von Streitäxten über Breitschwerter bis hin zu Speeren mit groben Widerhaken. Dabei war es vollkommen gleichgültig, welchen Status, welches Alter oder welches Geschlecht die Person hatte, die sich vor dem Krieger befand. Dieser kannte nur eine Aufgabe und das war: der Kampf und das Töten. Diejenigen, die sich wehrlos zusammentreiben ließen, witterten schnell Hoffnung auf ein mögliches Überleben, da sie nicht als Tötungsobjekt betrachtet wurden.
Die Monster brachen so urplötzlich in solchen Massen überall auf der Welt ein, dass das Militär unmöglich in der Lage war, rechtzeitig zu reagieren. Besonders, da verschiedene der Krieger sich auf den magischen Angriff mit Feuerkugeln verstanden. Sie konnten mühelos Flugzeuge und Militärfahrzeuge pulverisieren. Zusätzlich erschufen sie Tornados auf den Ozeanen, die in ihrer Heftigkeit und Stärke ihresgleichen suchten. Deren zerstörerische Kraft ließen sie auf Küsten und Inseln los. Innerhalb weniger Stunden verschwanden Menschen und Städte in ihren Fluten.
Auf solch eine, auf Zerstörung spezialisierte Magie war in der heutigen Zeit niemand vorbereitet. Dass niemand mehr an Magie glaubte, spielte dem Bösen direkt in die Karten.
„Dies existiert doch nur in Büchern oder Filmen“, amüsierte sich Asmodeus prächtig in seinen Gedanken.
Nachdem sie realisiert hatten, dass es sich bei den Höllenwesen um keine Kostüme oder Cosplayer handelte, löste ihr Anblick bei der Bevölkerung Angst und Schrecken aus.
Die Wesen waren zwei Meter groß und schienen das Gewicht und die Statur von einem Bullen zu haben. Ihre Körper waren so hart und undurchdringlich, als wären sie aus schwarzem Stein geschlagen worden. Trotz ihrer Größe und Masse bewegten sie sich geschmeidig und schnell wie Ninjas.
Ihre Gesichter wirkten mitunter grotesk verstellt und emotionslos, so als hätte der Bildhauer keine Ahnung von Mimik gehabt und dabei improvisieren müssen. Die Hände waren lange, schlanke Krallen, die an den Spitzen nadelfein zuliefen.
Allein schon von so einer Kralle aufgespießt zu werden, war tödlich. Die Kragoth bewegten sich zielstrebig und kontrolliert. Wissende sahen, dass sie einem Plan folgten, den sie seit Jahrhunderten geübt hatten und nun endlich ausüben durften.
Als Erstes unterlag Europa dem Ansturm, da sich hier zuerst und am zentralsten der Angriff ereignete.
Von hier war der Impuls in die Unterwelt gedrungen. Danach überrannte die Armee Südostasien und Afrika. Russland, China und die USA leisteten tapferen Widerstand, mussten sich aber auch nach wenigen Stunden geschlagen geben. Der Rest der Welt hatte der Invasion nicht mehr viel entgegenzusetzen. Weltliche Waffen zeigten bei den Kreaturen, geschaffen aus der Urgewalt des Bösen, keinerlei Wirkung. Sie schienen sogar ihre Macht und Kräfte noch zu nähren. Als würde jeder Schuss und jede Granate die böse Energie des Gegners aufladen und dieser dadurch nur noch heftiger zuschlagen können.
Zufrieden beobachtete Asmodeus in seinem Palast in Drakoria, wie die eine Hälfte der Menschheit auf der Erde ausgelöscht wurde. Für ihn war dies eine natürliche Auslese, da er die Meinung vertrat, dass es bereits zu viele Menschen auf der Erde gab. Aufsässige Querulanten konnte er unter seiner Herrschaft nicht gebrauchen. Diejenigen, die sich unterwarfen, wurden zusammengetrieben und in gesicherten Bereichen eingepfercht. Dazu machte er sich größere öffentliche Gebäude und Krankenhäuser zunutze, die über eine Küche, medizinische Versorgung und sanitäre Anlagen verfügten. Es war so anstrengend, einen Menschen am Leben zu erhalten. Seine Kragoth brauchten keine besondere Fürsorge. Sie mussten nicht künstlich versorgt werden.
Asmodeus hatte lange genug auf der Erde verweilt, um jahrhundertelang an seiner Strategie zu arbeiten. Zuallererst wurden alle Militärstationen weltweit gleichzeitig zerstört und außer Gefecht gesetzt, so dass sich die Allianzen nicht gegenseitig helfen konnten. Zusätzlich wurden alle Personen, die in der Politik oder beim Militär oder von königlichem Geblüt waren, zuerst und ohne Ausnahme hingerichtet. Ziel war es, keinen möglichen Anführer und Widersacher zu haben. Das kopflose Volk ließ sich so ohne Probleme kontrollieren und war gehorsam.
Ihn begeisterte, was er auf dem Bildschirm in seinem Büro zu sehen bekam. Das Inventar seines Palastes war an das einer Luxusvilla angepasst. Er hatte es extra so gewählt, damit Prya sich ohne Probleme zurechtfand und wohlfühlte. Schließlich sollte sie bestenfalls freiwillig bei ihm bleiben und sein Kind austragen. Nach der Übernahme der Erde hatte er nicht auch noch die Zeit und Nerven, sich um eine zickige Schwangere zu kümmern. Er hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, sie, falls sie Schwierigkeiten machte, für die Zeit in ein Verlies zu sperren. Kryll hatte ihn jedoch davon überzeugt, dass es einfacher für ihn wäre, wenn er es ihr nett machte. Außerdem würde dies noch eventuell zu regelmäßigen anderen Annehmlichkeiten führen, die er tatsächlich zu schätzen gelernt hatte.
Asmodeus musste zugeben, dass Kryll, was das Zwischenmenschliche anbelangte, meistens richtiger lag als er. Demnach vertraute er auf dessen Urteil und richtete Priya in seinem Palast ein Luxusheim ein. Damit sie nicht auf dumme Gedanken kam, vernebelte er ihren Verstand mit Gedächtnislücken. Ihre magische Natur verhinderte leider das komplette Löschen der vergangenen Ereignisse. Doch die Illusion einer romantischen Liebesgeschichte in einer Prachtvilla reichte aus. Für ihn war, nach außen hin, so ein Plunder nicht notwendig, auch wenn er insgeheim seinen Spaß daran hatte. Die Nächte nicht mehr allein zu verbringen, war ein weiteres überzeugendes Detail gewesen.
Priya hatte sich mit Begeisterung in den Wellness-Bereich zurückgezogen und verkündet, dass sie sich vorkam wie ein Popstar. Ihm war das recht. So hatte er sich mit dem Hinweis, noch arbeiten zu müssen, zurückgezogen. Die Verwandlung von Priya zur dunklen Seite lag noch nicht so lange zurück, genauso wie die Vernebelung ihres Geistes. In den nächsten Wochen, wenn sie sich an das Gift gewöhnt hatte, würde sich herausstellen, wie loyal sie wirklich zu ihm stand. Die Illusion würde nicht ewig ihrer Magie standhalten. Im Moment half ihm zusätzlich noch, dass sie ihn liebte und sich körperlich zu ihm hingezogen fühlte.
„Mal sehen, wann sie hinter die Fassade und auf die Realität sah. Die rosarote Brille hielt nie ewig.
Asmodeus nahm sich vor, das Eisen zu schmieden, solange es heiß war. Das Gute in einem Menschen konnte man nicht vollständig zerstören, aber auf einen winzigen Funken reduzieren. Solange der Funke klein blieb, war alles gut. Hieß im Klartext: Priya durfte Drakonia nicht mehr verlassen. Kein Kontakt mehr zu ihrem früheren Leben. Sie war seine Sklavin, auch wenn sie es nicht wusste und auf Liebe hoffte.
Der Dämon zückte eine Fernbedienung und zappte durch die Kanäle seines Fernsehers. Jeder Sender zeigte ihm einen anderen Kriegsschauplatz in den großen Metropolen der verschiedensten Länder. Der Fernseher war sein Auge in die Welt der Menschen. Seine moderne Glaskugel oder sein Zauberspiegel. Er hatte die Programmierung der Sender auf die für ihn wichtigsten Bereiche reduziert. Überall sah er Tod und Verwüstung. Zerstörte Häuser, Trümmer und Leichen säumten die Straßen. Legendäre Gebäude der Weltgeschichte wie die Akropolis oder der Eiffelturm waren eingestürzt.
Der Vatikan und Washington sowie der Buckingham-Palast dem Erdboden gleichgemacht. Vatikanstadt hatte vor Washington ganz oben auf seiner Liste gestanden. Der Papst und sein Gefolge hätten eine echte Bedrohung für ihn sein können. Sie wussten jedoch nichts von ihrer Macht. Niemand hatte sich ernsthaft mit der Apokalypse auseinandergesetzt und Vorkehrungen getroffen.
Wie gut, dass er bereits vor Jahrhunderten als Erzbischof eingegriffen und die Geschicke entsprechend gelenkt hatte. Er hatte wichtige alte Bücher vernichtet, Falschwahrheiten gestreut und Jagd auf begabte Menschen gemacht. Keiner der auf der Erde lebenden Menschen hatte noch an Magie und Dämonen geglaubt. Geschweige denn, dass die Gefahr der Invasion von oben und nicht wie die Zombies im Fernseher aus der Erde kommen würde.
Das Böse schläft nie und verschwindet auch nicht, nur weil es vergessen worden war.
Fürs Erste hatte er genug gesehen. Er hatte die Erde innerhalb weniger Tage eingenommen und sich unterworfen. In Drakonia verlief die Zeit ein wenig anders als auf dem blauen Planeten, weswegen Priya denken würde, sie wäre erst wenige Stunden hier. Darüber würde er sie aber nicht aufklären. Jetzt musste er sich Gedanken darüber machen, was er mit der Erde anstellen wollte. Sein sehnlichster Wunsch, Herrscher über die Menschen zu sein, hatte sich erfüllt.
Was also nun?
Asmodeus schaltete den Fernseher ab und begab sich zu Priya in den Wellnessbereich.
Er hatte es nicht eilig, sofort zu einer Entscheidung zu kommen.
2025: Der Widerstand
Düster glitten schwarze Wolken über den trüben Himmel. Sie jagten einander wie spielende schwarze Schafe über eine vertrocknete Wiese. Die Sonne besaß nicht genug Kraft, den grauen Vorhang zu durchbrechen. Die Luft hatte sich deutlich abgekühlt und der Erderwärmung eine lange Nase gezeigt. Es war Mitte Juli laut Kalender, doch das Thermostat zeigt nur knapp 10°C über Null an. Die Natur sah aus, als wäre sie jeder Farbe beraubt worden, und so, als hätte ein depressiver Maler ihrem Ton etwas Asche zugemischt.
Hier und da zeigte einzelnes Vogelgezwitscher, dass sich doch noch etwas Lebendiges in der trügerischen Ruhe der trostlosen Einöde befand.
Die Natur erholte sich so langsam von der brutalen Verwüstung, der sie anheimgefallen war. Kleine Pflanzen wuchsen zögerlich zwischen dem Schutt und dem Geröll empor. Manch einer würde Unkraut dazu sagen, da es nicht der gezüchteten Schönheit der extravaganten Blumen entsprach. Doch auch ihre Blüten und Blätter waren wichtig und nahrhaft. Diejenigen, die der Naturkunde mächtig waren, konnten sich dadurch ihre Mahlzeiten nahrhaft ergänzen. Keimlinge begannen in dem feucht-kühlen Klima zu sprießen. Es würde Jahrzehnte dauern, bis sie den vernichteten Baumbestand ansatzweise ergänzt hatten, aber es war ein Anfang. Die bestehenden Bäume und Sträucher begannen, wieder Früchte wie Beeren und Obst zu tragen. Sogar die Tiere waren zu ihrer instinktgestützten Normalität zurückgekehrt. Diese war fokussiert auf Nahrung finden und Fortpflanzung. Sie machten sich keine Gedanken über Machtübernahme und Krieg. Ihr Lebensinhalt bestand wahrlich nur aus dem Prinzip des Lebens in all seinen Zyklen.
Genauso wie die Insekten, die völlig unbeeindruckt von Mord und Totschlag zu ihren naturbedingten Aufgaben zurückkehrten. Für die Existenz der Pflanzen, Insekten und freien Tiere war der Mensch an sich nicht notwendig.
Die Mischung aus Staub, Asche und Sand, die die Luft monatelang durchtränkt hatte, begann sich zu legen. Sie hatte sich auf allen Flächen und in jeder Ritze abgelagert, sodass alles mit einer schmutzigen, schmierigen Schicht überzogen war. Die Sicht klärte sich langsam auf, sodass man sogar etwas mehr als ein paar hundert Meter weit sehen konnte. In den bereits vergangenen Tagen hatte es sogar die ersten sonnigen Stunden, die die Erde zwar noch nicht wärmten, aber erhellten, gegeben.
Der Meeresspiegel war nicht weiter gestiegen, sondern hatte sich wieder etwas zurückgezogen. Dadurch wurden vereinzelte Küsten wie die in Florida oder die in den Niederlanden sowie verschiedene Inseln in der Karibik und bei Japan wieder sichtbar. Das, was das Wasser wieder preisgab, war ein Bildnis des Grauens und Schreckens. Die Städte waren dem Erdboden gleichgemacht worden und ihre Bevölkerung war von der Bildfläche verschwunden.
Das Naturschutzgebiet zwischen Siegburg und Lohmar hatte die Invasion noch recht glimpflich überstanden. Hier hatte es keine Explosionen oder Brände gegeben und die Natur hatte nur mit den Nebenwirkungen des Krieges zu kämpfen gehabt.
Der Wald war mit feinen Tropfen eines Nieselregens überzogen, der erst vor Kurzem geendet hatte. Durch das fröhliche Gezwitscher der Vögel waren das feine Knacken von Zweigen und das Rascheln von Blattwerk zu hören. Typische Geräusche, die verursacht wurden, wenn sich ein Mensch querfeldein seinen Weg durch unebenes Gelände bahnt.
Joshua versuchte, möglichst leise und unauffällig zu sein, als er sich abseits der Pfade seinen Weg zurück zum Lager bahnte.
Rhonda und er hatten es grad noch so in die Tunnel unter dem Hexenturm geschafft, als die Welt um sie herum explodiert war und in Trümmer zerfiel. Sie hatten sich, so weit es der Frischluftzauber zuließ, tief unter die Erde begeben und sich zitternd aneinandergeklammert. Wie durch göttliche Fügung waren die Tunnel nicht eingestürzt. Irgendwann ließen die Detonationen nach und schlugen nicht mehr in der Nähe ein. Joshua hatte das Gefühl, als wären Stunden seit Beginn der Apokalypse vergangen. Der Weg, auf dem sie in die Stollen hineingekommen waren, war ihnen inzwischen verwehrt. Ihnen blieb nur die Möglichkeit, sich mit Feuerbällen in den Hexenturm zu sprengen oder nach einem anderen Weg nach draußen zu suchen. Rhonda entschied, dass sie es zuerst mit den Stollen versuchen sollten. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es keine Notausstiege aus diesem Berg heraus geben sollte.
Entschlossen öffnete sie ihren Rucksack, der plötzlich wie von Geisterhand neben ihnen erschienen war, und entnahm ihm den magischen Kompass und das Knäuel Schnur, das sich immer noch darin befand. Dann befestigte Rhonda die Schnur an der Wand am Hinterausgang des ehemaligen Versammlungsraumes der mittelalterlichen Hexen.
An der Nische, an der sie und Priya das Necronomicon gefunden hatten. Danach beschwor sie den Kompass, einen Ausgang zu finden. Zuerst drehte die Nadel nur in einer wilden Kreisbewegung durch. Doch dann, als er bereits begann, sich Sorgen zu machen, stand die Nadel auf einmal still und schlug nach rechts, in diesem Fall Osten, aus.
Rhonda und Joshua sahen sich aufgeregt an und atmeten tief durch. Nachdem Rhonda eine Leuchtkugel an Joshuas Shirt im Schulterbereich festgezaubert und den kleinen Luftwirbel über ihnen dazu gebracht hatte, ihnen zu folgen, machten sie sich auf den Weg.
Auf einem Weg ins Unbekannte, in das Dunkle, in den Berg hinein, dem steinernen Pfad folgend nach Osten.
Es war totenstill unter der Erde. Sie hatten das Gefühl, als würden sie durch ihre eigene Grabkammer laufen. Schweigend ergriff Joshua Rhondas Hand und hielt sie fest.
Ein wohliges Prickeln durchlief Rhonda, als sie die vertrauliche Geste des Jüngeren erwiderte. Sie beschloss spontan, dieses Gefühl näher zu erforschen, sollten sie je wieder aus den Tunneln herauskommen. Das stille Grab des Berges führte ihr nachhaltig ihre Sterblichkeit vor Augen. Ihr wurde bewusst, dass sie ihre nächsten Jahre nicht weiter allein verbringen wollte.
Dieser Mann neben ihr schien sie zu mögen, und so viel jünger als sie konnte er nicht sein. Was waren heutzutage schon fünfzehn Jahre? Sie schätzte ihn auf Mitte vierzig, konnte das aber nicht so wirklich einschätzen. Bei ihr lagen ihre Mitmenschen, im Hinblick auf das Schätzen ihres Alters, auch grundsätzlich falsch. Zu ihrer persönlichen Freude und für ihr Ego schmeichelnd wurde sie meistens zehn Jahre jünger geschätzt. Doch Alter war nur eine Zahl auf dem Papier. Viel wichtiger war es, wie alt man im Kopf und im Herzen war, und dort hatte sie immer noch die Flausen einer jungen Frau verwahrt.
Hand in Hand folgten sie, im schwachen Schein der Leuchtkugel, dem sich leicht schlängelnden Pfad. Zwischen den felsigen Wänden sahen sie hin und wieder stützendes Mauerwerk oder morsch aussehende Stützpfeiler.
„Für wen und wofür waren diese alten Wege angelegt worden?“, fragte sich Rhonda. Sie würde es wahrscheinlich nie erfahren. Dass es über dieses Netzwerk noch Schriften gab, bezweifelte sie. Sie konnte das Alter in dieser Umgebung fast mit den Händen greifen, so allmächtig fühlte es sich an. Ob Joshua auch so empfand wie sie, oder war sein Unwohlsein doch mehr klaustrophobischer Natur? Konnte er die feinen Nuancen der Zeit erspüren?
Rhonda war sich nicht sicher, inwieweit ihr Weggefährte wirklich mit der Welt der Magie vertraut war.
Die beiden Wanderer erreichten eine Gabelung und mussten sich zwischen rechts und scharf links entscheiden. Entgegen des eigenen Bedürfnisses, weiter nach rechts zu laufen, zeigte der Kompass nach links.
Joshua trat unruhig von einem Bein auf das andere.
„Meine ich das nur, oder lotst uns der Kompass noch tiefer in den Berg hinein?“, fragte er beunruhigt die Hexe und warf einen besorgten Blick zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
„Vom Gefühl her würde ich auch sagen, dass der rechte Weg vom Berg weg und nach draußen führt“, gab ihm die Hexe recht.
„Ich vertraue aber auf die Magie und darauf, dass sie uns schon richtig leiten wird. Das hat sie bisher immer getan.“ Sie sah den Kurator durchdringend an. „Schaffst du es auch, der Magie zu vertrauen?“, fragte sie ihn eindringlich. Rhonda sah, dass er kurz mit sich rang und einen schweigenden inneren Kampf mit sich ausfocht. Joshua atmete tief durch. Dann nickte er. Er war bereit, sich auf das Risiko einzulassen.
Rhonda straffte die Schultern und sie setzten ihren Weg fort. Der Pfad schien zuerst tiefer in den Berg hineinzuführen, bevor er dann leicht anstieg. Die Steigung wurde von Schritt zu Schritt immer deutlicher, bis sie vereinzelt sogar von Stufen unterbrochen wurde.
Die Registrierung von Stufen setzte bei den Gestrandeten neue Energien frei. Nach einer Weile konnten sie sogar Fackelhalterungen in den Wänden sehen. Der Steig endete vor einer vermoderten Holztür, die sich mit einem leichten magischen Schubser fast von alleine öffnete.
Glücklich, den Katakomben entkommen zu sein, eilten sie in den dahinterliegenden Kellerraum. Rhonda und Joshua umarmten sich selig und feierten ihre zurückgewonnene Freiheit mit einem langen, leidenschaftlichen Kuss. Etwas verlegen ließen sie nach einer Weile wieder voneinander ab. Geschäftig sahen sie sich in dem Kellerraum um. Dieser Raum wurde definitiv seit sehr langer Zeit nicht mehr genutzt. Die Holzbretter an den Wänden und auch der Boden waren zentimeterdick mit Staub und Dreck besudelt. Die Tür, durch die sie gekommen waren, hatte zu einer hölzernen Wandabdeckung gehört, die zur Hälfte bereits von der Wand gefault war. Es handelte sich offensichtlich um einen geheimen Ausgang.
Am anderen Ende des Raumes führte eine weitere Tür nach draußen. Joshua und Rhonda durchschritten einige Türen und verlassene Kellerräume, bis sie auf einen modernen und sauberen Kellergang trafen. Jetzt fiel es Rhonda wie Schuppen von den Augen. Sie befanden sich im Keller der Abtei auf dem Michelsberg. Joshua erkannte den Gang auch wieder. In seiner Funktion als Kurator war er bereits ein paar Mal hier gewesen. Nicht weit weg von ihnen befand sich der Kellerraum mit den alten, magischen Büchern von Hedda, Rhondas Urahnin. Der Raum, in dem sie Priya das erste Mal die Präsenz von Magie demonstriert hatte.
Die Erinnerungen überfielen sie unerwartet und Rhonda kamen die Tränen. Schluchzend griff sie nach dem imaginären Kloß in ihrem Hals, der sie am Atmen hinderte. Mit wenigen Schritten war Joshua bei ihr und nahm sie tröstend in seine Arme. Beruhigend und schützend streichelte er ihr sanft übers Haar. Nach einer Weile erlangte Rhonda wieder die Kontrolle über ihren Körper und das Zittern ließ nach. Sie schmiegte sich an den warmen Körper hinter sich und wäre am liebsten für immer hier stehen geblieben. Sie hatte das Gefühl, nicht die Kraft dafür zu haben, sich mit dem, was draußen los war, auseinanderzusetzen.
Nach einer Weile gab Joshua ihr einen Stups. Sie mussten weiter. Rhonda seufzte und setzte sich in Bewegung. Sie wollte sich oben einen Überblick über die Lage verschaffen, bevor sie ihr Erbe aus dem Kellerraum holen wollte. Dass sie das Erbe später einmal benötigen würde, davon war sie felsenfest überzeugt. Nicht auszudenken, wenn Asmodeus diese wertvollen Relikte in seine Hände bekommt.
Vorsichtig schlichen Rhonda und Joshua die Treppe nach oben. Im Eingangsbereich stillten sie am Trinkbrunnen für Besucher ihren größten Durst. Sie fanden einen offenen Raum mit Fenstern, die nach außen hinaus und nicht zum Innenhof zeigten.
Das, was sie dort draußen sahen, ließ sie erschaudern. Die Stadt stand in Flammen und es regnete immer noch Monster vom Himmel. Leise zogen sie sich wieder nach innen zurück. Sie würden zusammenraffen, was sie tragen konnten und was sie benötigten. Am schwierigsten würde es werden, ein geeignetes Versteck zu finden.
Joshua stolperte bereits seit einigen Minuten durch das Unterholz des Naturschutzgebietes. Der Wald hatte wenig von seiner Natur und seiner Schönheit eingebüßt. Es hatte den Anschein, als würde das Böse durch eine magische Kraft an ihm vorbei oder um ihn herum geleitet. Zu seinem Leidwesen war sein Orientierungssinn nicht der beste und er hatte das Gefühl, entweder im Kreis oder in eine völlig falsche Richtung zu laufen.
„War er an dieser Eiche nicht schon einmal vorbeigekommen?“ Stirnrunzelnd betrachtete er den krumm gewachsenen Stamm des auffälligen Baumes. Er kam ihm definitiv bekannt vor. Aber vielleicht war er ihm auch bloß von einem der letzten Male in Erinnerung geblieben, als er sich hier verlaufen hatte.
Jetzt hätte er gerne Rhondas magischen Kompass bei sich gehabt, um den Weg in das Camp zu finden.
Tief im Wald hatte sich eine Gemeinschaft an Flüchtigen zusammengefunden, die es geschafft hatte, den schwarzen Häschern zu entwischen. Sie hatten sich eine Art Zeltstadt errichtet und hausten unter Planen und in improvisierten Baumhäusern. Joshua wusste nicht mehr, wie viele Monate sie bereits im Wald lebten. Er hatte jedes Zeitgefühl verloren, es waren aber bestimmt einige.
Durch die allumfassende Zerstörung an wichtigen Informationsquellen war das Leben auf Mittelalterniveau herunterreduziert worden. Es gab keinen Strom und damit waren auch die Smartphones oder das Internet nutzlos geworden.
Die Lebensmittelversorgung erwies sich als schwierig. Regelmäßig schwärmten Gruppen aus, um die wichtigsten Nahrungsmittel in der Umgebung zu stehlen. Dabei mussten sie immer weitere Kreise ziehen und teilweise hohe Risiken eingehen, um nicht von den Kragoth erwischt zu werden.
Rhonda suchte unterdessen mit anderen Personen der Gruppe, die sie unterwiesen hatte, den Wald nach essbaren Pflanzen, Beeren oder Nüssen ab.
Joshua fragte sich nach wie vor, was die Monster mit den Menschen vorhatten. Bisher konnte er sich keinen Reim auf ihr Verhalten machen.
Da sämtliche Nachrichtenquellen nach draußen nicht mehr vorhanden waren, wusste er auch nicht, was auf dem restlichen Planeten passierte. Solange die Smartphones noch funktioniert hatten, hatte er erschreckende Videos von Streamern weltweit gesehen. Überall versank die Welt gleichzeitig in Krieg und Chaos. Jetzt, ohne Energieversorgung und Kommunikation nach draußen, waren sie auf sich allein gestellt.
Joshua schwankte an der Eiche vorbei und lief auf eine große Baumwurzel zu, die halb aus dem Erdreich herausragte. Endlich hatte er den kleinen Trampelpfad, der zum Camp führte, gefunden. Der Pfad führte parallel zu einem schmalen Bachverlauf, der das Camp mit Trinkwasser versorgte, und war so schmal, dass er kaum zu sehen war. In wenigen Minuten würde er Rhonda und die anderen erreichen.
Joshua beeilte sich, zügig vorwärtszukommen. Er musste dringend mit Rhonda sprechen. Bei seinem heutigen Spähgang war ihm eine Veränderung im gleichgültigen Verhalten der Monster aufgefallen.
Sie hatten angefangen, kleinere Gruppen von Menschen durch ein Portal zu schleusen, in dem sie spurlos verschwanden. Er hatte keine Ahnung, wohin dieser magische Feuerkreis die Menschen führte. Den ängstlichen Schreien und dem Aufbegehren der Personen nach zu urteilen, wussten die es auch nicht. Die Kragoth packten sie sich auf brutale Art und Weise und schleiften sie regelrecht mit Gewalt auf die andere Seite. Von der anderen Seite jedoch drang kein Ton mehr von ihnen zu ihm herüber. Es war, als wären die Menschen verschluckt worden.
Grausige Bilder aus dem 2. Weltkrieg und den damaligen Gräueltaten in den Konzentrationslagern bahnten sich in seinem Kopf ihren Weg nach oben. Als Kurator besaß er genug Geschichtswissen, das ihn diesbezüglich mit beängstigendem Wissen peinigte. Wütend kämpfte er die Bilder wieder in die hinterste Versenkung seines Verstandes hinab. Wenn ihr Ziel die Vernichtung der Menschheit wäre, dann hätten die schwarzen Krieger längst Zeit gehabt, alle Männer, Frauen und Kinder zu töten. Es wurde jedoch darauf geachtet, dass sie, sogar einigermaßen gut versorgt, am Leben blieben. Kein Vergleich zu dem, was die Nazis den Gefangenen angetan hatten. Demnach verfolgte das Böse einen Plan mit den übriggebliebenen Menschen. Nur welchen, das herauszufinden, war ihm nicht gelungen.
Die Geschichte durfte sich auf keinen Fall wiederholen. Der Wahnsinn war damals niedergekämpft worden und er würde auch jetzt nicht den Sieg davontragen. Das Einzige, was sie brauchten, war ein Plan und dessen Erfolg, um das Geschehene zu beenden. Das konnte ja nicht so schwer sein. Sie hatten es hier schließlich nur mit außerirdischen Lebensformen oder Ähnlichem zu tun, von denen bisher niemand je etwas gehört oder gesehen hatte.
Joshua lachte hart und bitter auf. Vielleicht konnten ja die alten Bücher, die sie aus der Abtei gerettet hatten, Aufschluss darüber geben. Hedda hatte ein gutes Gespür für die Zukunft und deren Sicherheit gehabt. Sie hatte, im Gegensatz zu ihnen, ihren Feind gekannt und studiert. Jetzt war das Schicksal der Welt und der Menschheit abhängig von ihrem Scharfsinn und ihrer Weitsicht.
Als Joshua im Lager eintraf, fand er Rhonda am Lagerfeuer sitzend und in einem Topf mit Suppe rührend vor. Die Suppe wurde in einem zerbeulten Metalltopf zubereitet, der an einem Gestänge über den Flammen hing. In der Glut, am Rand des Feuers, röstete ein in Alufolie gewickelter Laib Brot und duftete mit der Suppe um die Wette.
Rhonda war froh, dass sich noch ein paar alte Pfadfinder- und Campingfreunde in ihrer Gruppe befanden, so dass sie sich nicht um alles alleine kümmern musste. Die Männer und Frauen hatten gute Ideen, um das Leben im Wald erträglich zu machen. Die Hexe war sich nicht sicher, ob die Monster wirklich nicht wussten, dass sie sich hier befanden, oder ob es ihnen egal war. Solange sich ausreichend Gefangene in ihrer Gewalt befanden, würden sie sich wohl nicht die Mühe machen, den Wald zu durchkämmen. Das war die große Hoffnung, die sie wie einen Schild vor sich hertrug.
Ihre Gruppe bestand aus achtzehn Personen, inklusive Joshua und ihr. Sechs Männer, acht Frauen und vier Kinder. Alle ohne Verletzungen oder Erkrankungen und im mittleren Alter, sodass sie nicht auf medizinische Versorgung angewiesen waren. Solange das Wetter sich hielt, war ihr Leben im Freien auch erträglich. Sie hatten sich kleinere Unterschlupfmöglichkeiten geschaffen, in denen sie in kleinen Gruppen oder als Familie schliefen. Den Rest der Zeit verbrachten sie im Freien.
Nach dem ersten Schrecken war es für die Kinder in gewisser Weise auch ein Abenteuer. Natürlich vermissten die Menschen ihren gewohnten Komfort und es gab oft Streit wegen Kleinigkeiten, doch das hielt sich alles noch im Rahmen. Wie die Lage allerdings im Winter aussehen würde, daran wollte Rhonda nicht denken. Kälte und Schnee würden eine Herausforderung darstellen. Sie würden gezwungen werden, wieder in Zivilisationsnähe in eine Ruine zu ziehen. Das barg aber das große Risiko, gefangen und in eines der Gefängnisse verschleppt zu werden. Zukunftsaussicht ungewiss.
Sehnsüchtig dachte Rhonda an ein Glas Rotwein und Zartbitterschokolade.
Wann würde sie wohl je wieder in diesen Genuss kommen? Würde überhaupt jemals wieder die alte Ordnung wiederhergestellt werden? Fragen über Fragen.
Während sie noch grübelte, sah sie Joshua mit ernster Miene auf sich zueilen. Seinem Gesicht nach zu urteilen hatte er keine guten Nachrichten für sie.
