Himmel-Erde-Mensch - Gerhard Milbrat - E-Book

Himmel-Erde-Mensch E-Book

Gerhard Milbrat

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Beschreibung

Eine Einführung ins Qigong, die für jeden Übungslevel das Richtige bietet. Die Verknüpfung der vorgestellten Übungen mit den acht Stufen der inneren Alchemie ermöglicht auch dem Geübten weitere vertiefende Einsichten. Ein empfehlenswerter "Brückenschlag" von den traditionellen östlichen Lehren und Praktiken zum modernen westlichen Menschen mit großen praktischen Nutzen für den Alltag.

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Seitenzahl: 292

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten praktischen oder theoretischen Hinweisen resultieren, Haftung übernehmen.

Gerhard Milbrat: Himmel-Erde-Mensch - Einführung in die Alchemie des Qigong

Copyright © 2010 by LOTUS-PRESS, www.lotus-press.com

Digitales Skript: Petra Finster

Abbildungen: Marc Kriedel, Annette Bökkerink ([email protected])

Lektorat: Daniela Stuhlmacher und Anke Homrighausen

Alle Rechte, insbesondere Vervielfältigung jeglicher Art, auch durch elektronische Medien und die Übersetzung in andere Sprachen sind vorbehalten. Keine Reproduktion – auch nicht teilweise – ohne Zustimmung des Verlages.

All rights reserved.

ISBN E-Book: 978-3-935367-62-2

www.lotus-press.com

Inhalt

Vorwort

Geleitwort zu diesem Buch

Einführung

Zu Beginn

Leben im Wandel

Wandel im Leben

Polarität

Leben ist Veränderung

Boot und Steuermann

Intelligentes Zellgeflüster

Informationsträger Wasser

Schwingung und Frequenz

Sender und Empfänger

Hindernisse

Unsere Haltung

Die verlorene Mitte

Geist und Bewusstsein

Etwas zum Energiewesen Mensch

Unsere Nahrung sei unsere Medizin

Künstliche Strahlungsfelder

Die Alchemie der Balance

Wuji – Der Urgrund

Evolution oder Involution?

Dao

Yin + Yang

Wu Xing

Der Mensch als Energiewesen

Energiekörper

Lebensenergie

Das Kontrollorgan unserer Lebensenergie

Qigong

Drei Schätze (San Bao)

Himmel-Erde-Mensch (San Cai)

Dantian

San Jie

Die praktische Seite

Die Ausbildung

Warnung

Grundlagen des Übens

Methode und Zielsetzung

Ziele der Praxis

Grundanforderungen

Experimentelle Vorübungen

Übung I

Übung II

Übung III

Abschließen der Übung

Teilaspekte des Übens

Natürlichkeit (Ziran)

Das rechte Maß

Entspannen (Fang Song)

Zur Ruhe kommen

Loslassen

Achtsamkeit

Defokussieren

Vorstellung

Beobachten

Schreck-Qi

Ausrichtung

Polarisieren

Lösen und Aufgehen

Zentrieren

Qi-Gefühl

Die Übungshaltung

Übungszeit

Der Übungsplatz

Wuwei

Die 8 Stufen der Inneren Alchemie

Beispiele verschiedener Übungen

Die Übungen

Atmung

Atemübungen (Tunagong)

Atemübung I - Bauchatmung

Atemübung II - Wellenatmung

Atemübung III - Lotusblütenatmung

Atemübung IV - Hautatmung

Atemübung V - Atemübung entsprechend des Großen Energiekreislaufes der Meridiane

Stille Übungen (Jinggong)

Die Kunst des Entspannens

Fangsonggong - Vorübung

Fangsonggong - Stufe I

Fangsonggong - Stufe II: Organentspannung

Der Kleine Himmlische Kreislauf (Xiaozhoutian)

Der Weg der Stehenden Säule

Zhan Zhuang

Bewegte Übungen (Donggong)

Übung I - Hin- und Hersägen (Lai Hu La Ju)

Übung II - Der kleine Junge grüßt den Buddha (Tong Zi Bai Fo)

Übung III - Wei Tuo reicht die Faustwaffe (Wei Tuo Xian Chu)

Übung IV - Die Schultern strecken (Shen Zhang Qi Jian)

Meditation (Juchufa)

Übung I - Vorübung

Übung II - Hauptübung

Übung III Affirmation

Energetischer Selbstschutz

Selbstschutzübungen im Qigong

Übung I - Gold-Licht-Atmung

Übung II - Goldene Säule-Visualisierung

Übung III - Aura-Verdichtung; Visualisierung und Atmung

Übung IV - Aura-Wirbeltechnik

Übung V - Blau-violette Feuerübung; Visualisierung

Übung VI - Drachen- und Tiger-Übung; Visualisierung

Übung VII - Verschließen der Energiepunkte; Visualisierung

Alles schwingt

Und noch etwas zum Schluss

Häufig gestellte Fragen

Quellen und Empfehlungen

Auch von Lotus-Press

Vorwort

Es freut mich, Sie auf Ihrer Exkursion in die Welt der Alchemie des Qigong zu begleiten. Dieses Buch soll Ihnen helfen, ein grundlegendes Verständnis von der Thematik des Qigong zu bekommen, die Prinzipien des Wandels, der ständig in und um uns stattfindet, zu erkennen und zu lernen, sie für sich nutzbar zu machen. Immer mehr Menschen interessieren und öffnen sich dafür, selbst etwas zur eigenen Balancierung und Verbesserung ihres Daseins zu tun. Qigong bietet ein breites Spektrum an Methoden, mit denen es gelingt, tatsächlich etwas zu verändern. Oft sind die Ziele der Übenden Ruhe und Gelassenheit, Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie Harmonie und ein gesundes Leben. Auch mit solchen Zielen ist es sinnvoll, sein Üben in Kontext zu den Stufen der Inneren Alchemie zu sehen. Viele glauben, dass der Anspruch Innere Alchemie zu betreiben nur etwas für ein Leben im Kloster oder für weit Fortgeschrittene ist. Dem ist nicht so! Die Entwicklung in der Inneren Alchemie verläuft in acht Stufen, von denen sich sieben Stufen in jedem der drei Stadien der Entwicklung wiederfinden. Schon die ersten Übungen stoßen einen alchemistischen Prozess an, der von Übungen und Techniken zur Läuterung der drei Energien (Lebensessenzenergie, Lebensenergie und geistig-psychische Energie) im 1. Stadium, über Konzentrationsschulung und geistige Ausbildung im 2. Stadium, zur Kontrolle über Körper und Energien im 3. Stadium weitergeführt wird. So vorbereitet kann man ins „Unbewusste erwachen“ und schließlich in Resonanz mit dem Urgrund des Lebens treten. Nicht jeder der Qigong übt, will gleich ein daoistischer Unsterblicher werden. Das ist auch nicht zwingend notwendig. Die Option dafür aber ist in den Methoden, die unter dem Begriff „Qigong“ zusammengefasst sind, vorhanden. Ich freue mich, wenn es mir gelingt, Sie neugierig zu machen, Sie zum praktischen Ausprobieren und Nachforschen anzuregen. Vielleicht bekommen Sie eine Idee von den Wirkmechanismen, die hinter Ihrem Befinden stehen. Vielleicht wird Ihnen Ihr eigenes Üben etwas klarer, und vielleicht können Sie mit dem einen oder anderen Tipp etwas anfangen. Es ist mir klar, dass auch dieses Buch nicht alle Fragen klären wird, neue Fragen aufwirft und vieles nicht oder zumindest nicht erschöpfend genug behandelt. Letztendlich wird nur praktisches Tun mit einer offenen Herangehensweise zu wirklichen Einsichten führen und Theorien lebendig werden lassen. Haben Sie den Mut hinter die Dinge zu schauen und erkennen Sie, dass SIE der Steuermann IHRER Lebensreise sind. Die wahren Schätze des Lebens sind für Sie greifbar. Lernen Sie, Ihr eigener Alchemist zu sein und Ihre drei inneren Schätze (Jing, Qi und Shen) zu kultivieren. Dazu wünsche ich Ihnen beim Lesen viel Freude und Spaß am „Selber-Tun“.

Gerhard Milbrat, im Frühjahr 2010

Geleitwort zu diesem Buch

Gerhard Milbrat ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er schaut auf vier Jahrzehnte intensive Praxis des Qigong, Taijiquan und des Tanglangquan zurück. Er hat es in diesen Disziplinen zur Meisterschaft gebracht und ist ohne Frage einer der führenden Meister dieser Disziplinen im europäischen Raum. Aber es gibt noch eine weitere Tatsache, die ihn hierin so besonders macht. Er hat tiefgründige Lebenserfahrung. Die über fünf Jahrzehnte, die er bereits auf dieser Erde lebt, hat er genutzt, um das Leben vollständig zu erfahren, zu untersuchen und immer wieder neu herauszufordern. Durch seine tiefgreifenden Erfahrungen in diesen beiden Bereichen, seiner Praxis und seinem Leben selbst, weiß er genau wovon er spricht. Und es hat ihn zu einer wirklichen Persönlichkeit entwickelt, die in sich selbst ruht und zu sich selbst steht. All das macht Meister Gerhard Milbrat zu einem wirklichen und authentischen Lehrer, wie man ihn selten trifft. Man muss ihn nicht wie einen Einsiedler über Stock und Stein aufsuchen, um verklärte Geheimformeln durch langes Bitten zu erhalten. Der zweifache Familienvater lebt Mystik und reales Leben in einer einzigen Welt gemeinsam und begegnet jedem wahren Sucher mit Offenheit und Hingabe, ohne sich jedoch in der Außenwelt zu verirren. Die Essenz „seines” Qigong finden wir in diesem Buch. Es ist eine der großen Früchte seines Lebens, die vielen zu tiefgreifender Gesundheit gereichen wird. Ein wertvolles Buch, dessen Inhalt er selbst gelebt hat, um nun anderen in ihrem Leben weiter zu helfen.

Die Entwicklung der WCTAG, in welcher ich mit Gerhard Milbrat seit 15 Jahren zusammenarbeite, ist maßgeblich von ihm mitgeprägt worden. Seine kombinierte Fähigkeit als Arzt der chinesischen Medizin, Kampfkünstler sowie Taiji- und Qigong-Meister war und ist uns allen ein weitreichender Gewinn. Genauso nun auch dieses, sein erstes, Buch. Es wird, nicht zuletzt auch durch seine persönliche Note, Maßstäbe setzen und ich bin stolz darauf, in diesem Geleitwort dabei mitwirken zu dürfen, es allen Praktizierenden des Qigong unbedingt nahezulegen.

In großer Hochachtung,

Jan Silberstorff

Einführung

Zu Beginn

Seit der Mensch aufrecht geht (ist er jemals anders gegangen?), steht und bewegt er sich zwischen Himmel und Erde, den Kopf staunend zum Himmel gerichtet, die Füße fest auf dem Boden. Der Himmel da oben hat uns schon immer fasziniert, inspiriert, uns mit Träumen und Visionen beschenkt, uns geleitet und geführt. Die Kräfte und Energien des Himmels sind ein Teil unseres Lebens geworden. Die Erde da unten hat uns immer genährt, uns Sicherheit, Schutz und Heimat gegeben. Auch die Kräfte und Energien der Erde sind ein Teil unseres Lebens geworden. Die Menschen mussten lernen, mit den Kräften, den Energien, von Himmel und Erde und deren Auswirkungen umzugehen, mit ihnen zu leben. Konnten die Menschen die Auswirkungen der Kräfte und Beeinflussungen verstehen, soweit möglich in Balance halten und eigene Kräfte mit ihnen zusammen wirken lassen, dann lebten sie im Einklang mit Himmel und Erde und konnten ihr Leben zur Blüte bringen. Manche Völker, die mit Himmel und Erde lebten, gaben ihr Wissen über die Regeln und Gesetze von Himmel und Erde mittels Geschichten, Erfahrungen, Riten und Zeremonien an die folgende Generation weiter. Es entstanden neben der mündlichen Überlieferung schriftliche Sammlungen, die nach und nach in riesigen Bibliotheken gesammelt wurden. Das heilige Wissen um die Kräfte von Himmel und Erde ging jedoch im Strom des Dunklen Zeitalters (Kali Yuga) fast verloren. Die wichtigsten Bibliotheken, wie z.B. die Bibliothek von Alexandria und andere Schriftsammlungen, endeten in Staub und Asche. Naturvölker, die dieses Wissen lebendig hielten, wurden unterjocht, assimiliert oder starben aus. Naturkundlerinnen wurden als Hexen und Wissende als Ketzer verbrannt.

Mit dem Morgengrauen und dem Sonnenaufgang einer neuen Zeit, kommt altes Wissen wieder ans Licht und findet immer mehr Verbreitung. Jeder kann lernen, mit den Kräften von Himmel und Erde in Harmonie zu leben. Jeder kann Alchemist sein, die Kräfte und Energien seines Lebens kennen lernen, stärken und veredeln - eben Alchemie betreiben.

Bei Alchemie denken die meisten Menschen an mittelalterliche, verstaubte Laboratorien mit eigenwilligen Alchemisten, die ihre Kolben und Reagenzgläser schütteln, erhitzen, Stoffe mischen und versuchen, Gold herzustellen. Aber die Herstellung von Gold und anderen Edelmetallen war nicht das einzige Ziel der Alchemisten. Ihr eigentliches Forschungsgebiet war es, chemische Elemente ineinander umzuwandeln. Die Alchemisten waren der Meinung, dass alle Stoffe nicht nur aus Eigenschaften, sondern auch aus Prinzipien aufgebaut sind. Sie versuchten, u.a. ein Allheilmittel herzustellen und waren auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Dazu bezogen sie auch immer die Astrologie und andere Wissenschaften mit ein. Als alter Zweig der Naturphilosophie wurde die Alchemie des Westens im 17. und 18. Jahrhundert von der modernen Chemie und Pharmakologie abgelöst. Die Alchemisten des Ostens waren u.a. die Daoisten, die eine Unsterblichkeits-Pille herzustellen versuchten. Neben dieser „Äußeren Alchemie“ (Wai Dan), entstand in China während der Song- (960-1279) und Yuan-Dynastie (1279-1368) eine Innere Alchemie. Diese Innere Alchemie (Nei Dan), entwickelt auf der Grundlage daoistischer Theorien, hat zum Ziel, durch die Sublimierung, Reinigung und Umwandlung von Körper, Energie und Geist sich mit dem alles durchdringenden Einen zu verschmelzen. Die Innere Alchemie ist als eine Erleuchtungstechnik zu verstehen, anders als die Äußere Alchemie, welche versuchte, mittels von außen zugeführter Stoffe, den Alterungsprozess aufzuhalten und Unsterblichkeit zu erlangen. Alles in allem ist die daoistische Alchemie ein hochspannendes Gebiet, welches zu erkunden sich für den modernen Menschen lohnt. Der Weg durch die Prozesse der Umwandlung, der in mehreren Stufen verläuft, ist dank der Überlieferungen der Meister bis heute auch für uns noch gangbar. Jedoch scheint es unabdingbar, die Komplexität dieses Themas zu vereinfachen, auf die grundlegenden Prinzipien zu reduzieren und an den modernen Menschen und dessen Möglichkeit zu lernen anzupassen.

Bei der Inneren Alchemie ist der Mensch selbst das Labor. Sein Dasein stellt die Stoffe, mit denen er experimentiert, selbst zur Verfügung. Lebensessenzenergie, Lebensenergie und geistig-psychische Energie bilden als Jing, Qi und Shen die drei Schätze der Inneren Alchemie, die genährt und umgewandelt bzw. veredelt werden. Die hohe Kunst der daoistischen Inneren Alchemie bleibt jenen vorbehalten, welche ernsthaft, wie bei einem Vollzeitstudium, kompetente Einweisung erhalten, diese über lange Zeit durch Übungen ausarbeiten und dabei - abseits des quirligen Lebens der Spaßgesellschaft - einer Weltanschauung folgen, welche uns zunächst extrem fremd erscheint. Verläuft die Innere Alchemie auch in mehreren Stufen und hat zum Ziel die Erleuchtung, bietet sie in vereinfachten Formen auch schon Wertvolles für diejenigen, die gewillt sind, sich täglich ein wenig Zeit zu nehmen, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Mit einfachen Übungen können wir, wie ein daoistischer Alchemist, Körper, Energie, Geist und Psyche kräftigen, umwandeln und veredeln und dabei zu Vitalität, Gesundheit, Erkenntnis und größerem Bewusstsein kommen.

Dieses Buch soll eine Einführung in die Thematik der Inneren Alchemie sein, einen vereinfachten Überblick bieten und zum Experimentieren im eigenen Labor ermuntern. Machen Sie sich bereit für eine Reise in die Welt des Wandels, der Veränderung. Dabei erfahren Sie einiges über Schwingung, Frequenzen, Vernetzung, Information, Kommunikation und erkennen, dass Sie mitten drin, zwischen Himmel und Erde, sind.

Leben im Wandel

Die Zeiten ändern sich. Das stellt wohl jede Generation fest und man hängt der „guten alten Zeit“ nach. Es heißt auch: „Heute ist die gute alte Zeit von morgen“. Dass Zeiten sich ändern, das machen wir in der Regel z.B. an Zeitgeist, Mode, veränderter Technologie oder veränderten politischen Einflüssen fest. Durch unsere Erfahrungen und Reife, die neue Standpunkte und Blickwinkel mit sich bringen, erleben wir heute die Zeit auch tatsächlich anders als in jüngeren Jahren. Auch in der Geschichte der Menschheit gab es verschiedene Zeitalter, welche unterschiedlich definiert werden können. So spricht man von geologischen, mythisch-kosmologischen oder spirituellen Zeitaltern. Das Verständnis und die Auffassung von Zeitaltern führten zu einer Vielzahl von Sichtweisen und Konzepten. Über auffällige Gemeinsamkeiten erkannte man zum Teil Traditionszusammenhänge und man konnte einen Urmythos zu den sich wandelnden Zeitaltern erschließen. Alle Religionen, Weltanschauungen und Epen basieren auf mythischen Geschichtsbildern, welche die Menschheitsgeschichte als Abfolge kosmologischer Zeitalter, mit jeweils spezifischen Bedingungen, sehen. Auf eine Vielzahl von Auffassungen und Sichtweisen des Wandels der Zeiten können wir heute zurückgreifen. Man differenziert z.B. die nordische, griechisch-hellenistische, christlich-mittelalterliche, hinduistische, chinesische, indianische sowie eine buddhistische Sichtweise.

Allen gemein ist, dass es unterschiedliche Zeitalter, Welten, gab. Laut indianischen Sichtweisen befinden wir uns in der 4. Welt. Jede „Welt“ scheint sich von der vorhergegangenen so zu unterscheiden, dass man von einer anderen Welt spricht.

Die verschiedenen Zeitalter bzw. Zeitabschnitte bilden in ihrer Gesamtheit einen sogenannten Weltzyklus. Der mystisch-katastrophistischen Auffassung vom Untergang eines Zeitalters, welche von Katastrophen ausgeht, die zum Ende eines Zeitalters führten, steht eine spirituell- philosophische Auffassung gegenüber. Diese geht eher von unterschiedlichen Schwingungsenergien und Bewusstseinsqualitäten aus. Laut unserer kosmologisch-astrologischen Sichtweise wechseln wir z.B. zurzeit vom Zeitalter der Fische ins Wassermann-Zeitalter, in dem sich feinere Bewusstseinsqualitäten entwickeln sollen als noch im Fische-Zeitalter.

Mit Blick auf unsere heutige Situation und als Orientierung im Wandel der Zeit ist das hinduistische Verständnis recht aufschlussreich. Die hinduistische Bezeichnung für Zeitalter bzw. Weltalter ist „Yuga” oder „Kalpa”. Die Hindus gehen im religiösen, spirituellen Sinne von der Vorstellung aus, dass das Sein aus einem sich immer wiederholenden Ablauf von Werden und Vergehen besteht. Diesen Kreislauf nennen sie Weltzyklus, welcher wiederum in 4 Weltalter aufgeteilt ist (siehe Abb.). Dabei differenzieren sie das Goldene, Silberne, Bronzene und Eiserne Zeitalter (Yuga).

Abb. 1 Abbildung 1 zeigt den Wandel der Zeit mit dem Wechsel der Zeitalter, nach Sri Yukteswar. Die höchste und feinste Schwingungsfrequenz findet sich im Goldenen Zeitalter. Es lässt sich eine absteigende und eine aufsteigende Entwicklung erkennen. 2010 findet sich auf der 7-Uhr-Position unten links. Demnach befinden wir uns jetzt am Ende des Eisernen und am Anfang des Bronzenen Zeitalters, in der aufsteigenden Entwicklung hin zum Silbernen und schließlich zum Goldenen Zeitalter.

Was auf Trennung aufgebaut wurde, wird aber nicht so einfach ausgewechselt. In diesen Übergangszeiten wird es mit Sicherheit entsprechende Unruhe geben, bis schließlich und endlich der Einfluss trennender Energien versiegt. Diese Übergangszeiten sollten sich auf ca. 100 - 300 Jahre belaufen. Das heißt, der Wandel der Zeiten wird von jedem deutlich wahrgenommen, und es hat Sinn, sich dem Wandel zu stellen, ihn zu verstehen und sich entsprechend zu balancieren.

Wandel im Leben

Seit der Zeugung und Inkarnation in die menschliche Daseinsebene schwimmen wir in den Fluten des Wandels. Alles, vom Mikro- bis zum Makrokosmos, befindet sich in steter Bewegung und Umwandlung. Sterne bilden sich aus Gas und Staub, ganze Galaxien mit Sternen entstehen und vergehen. Alle Prozesse in uns und um uns herum zeugen vom Wandel im Kleinen wie im Großen. In für uns überschaubaren Wandlungsvorgängen, wie z.B. Ein- und Ausatmen, Tag und Nacht, den Jahreszeiten, den stellaren Bewegungen, chemisch-molekularen Prozessen sowie dem Werden und Vergehen des menschlichen Lebens, erkennen wir einen Rhythmus von Aktion, Reaktion und Interaktion. Alle Kulturen entwickelten eine Wissenschaft der Naturbeobachtung. Schon immer beobachtete der Mensch die Vorgänge des Wandels in und um sich herum. Je nach Erkenntnis und Verständnis stellte er Thesen auf, die ihm den Wandel verständlicher machten. Unzählige Generationen von menschlichem Leben trugen ihr Wissen und Verständnis über die natürlichen Prozesse des Wandels zusammen. Der Mensch verstand es, sich immer wieder an die veränderten Lebens- bzw. Umweltbedingungen anzupassen.

Lebte er mit den Gesetzmäßigkeiten von Werden und Vergehen, konnte er sein Dasein zur Blüte bringen. Er lebte mit der Natur, eingebettet in ein synergisches Netzwerk, mit allem, was ihn umgab und durchdrang.

Polarität

Den Menschen der Vorzeit gelang es, die verbindenden Aspekte im Wandel des Lebens zu erkennen und in ihrem Leben anzuwenden. Sie lebten in Harmonie mit sich und mit der Natur.

Vieles von diesem Wissen ging in dem Wechsel der Zeitalter verloren und das Weltbild der Menschen wandelte sich. Mehr und mehr rückten trennende Energien in das Bewusstsein der Menschen. Polares Denken etablierte sich immer mehr und mündete in einem Entweder-Oder: Entweder gut oder schlecht, Tag oder Nacht, Ein- oder Ausatmen, bewusst oder unbewusst, Leben oder Tod, hart oder weich, männlich oder weiblich. Die Liste der Begriffe ist unendlich. Polarität besteht auf verschiedenen Ebenen. Die Erkenntnis, dass alles polar ist, führte über die Gewöhnung daran immer mehr zur Trennung, zur Spaltung, sowie dazu, sich als Mensch immer im Entweder-Oder zu bewegen. Mittlerweile sind wir an die Polarität gefesselt. Unsere aktuelle Situation ist die der trennenden Polarität. Wir Menschen leiden unter dieser Trennung und würden gerne die Ganzheit wieder herstellen. Wir suchen einen Weg aus der Polarität, hin zur Einheit. Alle Religionen, Philosophien, Weisheitslehren und esoterischen Traditionen künden von diesem Weg heraus aus der Polarität, der Trennung, hin zur Einheit mit allem.

Wir können davon ausgehen, dass hinter allen Prozessen des Werdens und Vergehens, und sind sie noch so verwirrend, ein universell gültiges Prinzip wirkt. Unser Leben entfaltet sich zwischen zwei Polen und definiert sich durch den Rhythmus, der durch das Zusammenwirken zweier Pole entsteht. Der eine Pol ist nicht vom anderen lösbar. Beide Pole bedingen sich, wechseln sich ab und lassen Rhythmus entstehen. Beim Atmen z.B. lassen sich Ein- und Ausatmen nicht voneinander trennen. Zwar folgen die Atemzüge nacheinander, aber erst ihr Zusammenwirken verbindet sie zu einer Einheit und lässt uns leben. Zwischen Zeugung und Tod entfaltet sich unser menschliches Leben. Aus zwei Polen wird ein Dasein. Eins und eins werden eins. Leben, wie wir es kennen, ist Bewegung, Veränderung, Wandel. Die Menschen der heutigen Zeit sind oft hilflos und verwirrt dem immerwährenden Wandel ausgeliefert.

Die Suche nach der Lösung des Geheimnisses, welches der beständigen Bewegung und dem Wandel des Universums zugrunde liegt, hat die Physik und lange davor die Metaphysik entstehen lassen. Sucht die Physik mathematisch die im Universum geltenden Gesetze auszudrücken, ergründet die Metaphysik, ebenfalls mathematisch, die Auswirkungen dieser Gesetze auf den Menschen. Zwei Grundgesetze bestimmen den physikalischen Wandel im Universum: Das erste besagt, dass alles seinen Gegensatz in sich trägt. In allem, in jedem, in jeder Situation, in der sich der Mensch befinden kann, ist bereits der Keim eines kaum spürbaren aber unvermeidbaren Wandels gelegt. Das zweite Gesetz ist das der periodischen Wiederkehr, welches zyklisch und rhythmisch die Periode des Wachstums, z.B. der Pflanzen, Tiere sowie auch die Entwicklungsabschnitte im Leben und Charakter des Menschen, bestimmt. Die Gesamtheit dessen, was diesen physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Universums unterliegt, von den Mikroorganismen bis zu galaktischen Systemen, nenne ich das Meer des Wandels.

Leben ist Veränderung

Jede Zelle des menschlichen Organismus unterliegt stetem Wandel und Veränderung. Von der Befruchtung der mütterlichen Eizelle an erkennen wir den dynamischen Prozess des Lebens. Die Zellen teilen sich und wachsen. Der Mensch reift vom Säugling über das Kind zum Jugendlichen und zum Erwachsenen. Bei einer Durchschnittslebenserwartung von 76 Jahren wachsen, reifen, altern und sterben wir. Während der gesamten Lebenszeit wandelt sich unser Organismus, und den Großteil dieses Wandlungsprozesses erleben wir nicht bewusst. Selbst im Tode geht der Prozess des Wandels, der Veränderungen weiter. Dieser Prozess wird z.B. im Totenbuch der Tibeter, im Totenbuch der Maya, der Ägypter und im Totenbuch des Islam beschrieben. Die Kontrolle über unser Leben wird im Augenblick unserer Empfängnis aber nicht einem genetischen Würfelspiel überlassen, sondern in unsere eigenen Hände gelegt. Die Wissenschaft der Epigenetik (jenseits der Genetik) hat festgestellt, dass vor allem Umwelteinflüsse wie z.B. Ernährung, Stress und Gefühle unsere Gene verändern können.

Den Wandlungsprozess unseres Körpers erkennen wir am Wechsel unseres äußeren Erscheinungsbildes. Auch unser geistiges und emotionales Dasein unterliegt der Polarität und einem steten Wandel. Im Laufe unseres Lebens erfahren wir eine Vielzahl von Krisen. Jeder Lebensabschnitt wird von Krisen begleitet: Geburtstrauma, Pubertät, Midlifecrisis, Partnerkrisen und leere Nestkrise, um nur einige zu nennen, sind das Schmiedefeuer unseres Daseins. Unsere Wahrnehmung, unser Denken und Fühlen sind nicht immer gleich. Wir erleben glückliche und weniger glückliche Momente, sind auch geistig und emotional unterschiedlich disponiert. So sehr wir auch versuchen, Glück festzuhalten und Leid loszulassen, wechselt unser Befinden ständig. Immer wieder müssen wir ausgleichen, uns anpassen. Jeder Mensch ist ein dynamisches Netzwerk, dazu leben wir in komplexen synergischen Netzwerken, die wir in der Regel nicht durchschauen. Millionen von Menschen halten ihre schwache Vitalität und ihre schlechte Gesundheit nicht für das Ergebnis einer Kombination von mentalen, physischen, emotionalen und spirituellen Faktoren, sondern führen sie auf eine Unzulänglichkeit in der Biochemie ihres Körpers zurück.

Wie auch immer, wir leben in Veränderungen und Wandel. Durch unser Handeln in der Polarität kommen viele unserer Lebensbereiche an ihre Grenzen. Wir Menschen mussten uns schon immer unserem eigenen Wandel, dem Wandel der Natur sowie den gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen stellen.

In der heutigen Zeit wird das immer schwieriger, da sich dieser Prozess beschleunigt. Unser Gleichgewicht, unsere Mitte, scheint verloren. Die Zustände in und um uns zeugen davon. Immer mehr gerät aus dem Gleichgewicht. Die Disbalancen zeigen sich immer deutlicher. Längst haben wir als Teil über das Ganze keinen Überblick mehr. Immer öfter sind wir Menschen den Folgen des gestörten Gleichgewichts, der verlorenen Mitte, hilf- und orientierungslos ausgeliefert. Wir wissen, dass es „so“ nicht weitergeht, glauben aber, auf Veränderungen in und um uns kaum bewusst einwirken zu können. Trotz unseres relativen Wohlstands fühlen wir, dass uns etwas fehlt. In diesen hektischen, stressigen Zeiten, haben wir Sehnsucht nach dem ruhenden Pol, zu dem wir uns zurückziehen können, wo Besinnung möglich wird und aus dem neue Kräfte entstehen können. Oft fehlt es uns an Orientierung, Zuversicht und Motivation: Es fehlt unsere Mitte. So suchen wir Halt und Gleichgewicht im „Außen“ anstatt sie im „Innen“ zu finden. In uns ist alles enthalten, was wir brauchen, um unser Dasein zu meistern. Doch wir haben vergessen, aus dem Zentrum der Kraft heraus zu leben. Und genau diese Mitte ist unser angestammtes Recht. Sie ist uns in die Wiege gelegt. Schon im Mutterleib mündet alle Versorgung über die Nabelschnur in unsere Mitte. Nach der Geburt, mit dem Heranwachsen, beginnen die Etablierung in der Welt der Polarität und der allmähliche Verlust der Mitte. Mit Zunahme der Beeinflussungen, Konditionierungen und Sozialisierungen, wachsen wir in die polare Interpretation des Lebens, entfernen uns von der Quelle der Kraft und können immer weniger unser volles Potenzial nutzen. Damit wir optimal lebenstüchtig sein können, benötigen wir unsere Mitte, unser Gleichgewicht. Wie sollen wir sonst ein gesundes, bewusstes Dasein leben, in dem beständig Entscheidungen getroffen werden müssen, die letztlich Qualität, Richtung und Ziel unseres Lebens bestimmen? Nicht Boot oder Steuermann machen eine Seefahrt möglich. Nur das Zusammenwirken von Boot und Steuermann ermöglicht eine relativ sichere Seereise.

Boot und Steuermann

Unser Leben ist ein beständiger Wandel, ein Vorwärtsschreiten, einer Reise gleich. Der Körper ist unser Gefährt, der Geist ist der Steuermann. Erleben wir auf unserer Reise Unvergessliches und verläuft die Reise friedlich und harmonisch, fühlen wir uns wohl und genießen die Eindrücke. Hat unser Gefährt eine Panne, geht es erst mal nicht weiter und wir sind mit Reparaturen beschäftigt. Der Zustand des Gefährtes und auch die äußeren Einflüsse, wie Wetter-, Straßen- oder Landschaftsverhältnisse, können ein Weiterkommen erschweren oder gar verhindern. Vielleicht verlieren wir die Orientierung und kommen vom Wege ab. Hier müssen wir alle Kräfte konzentrieren und uns auf unsere Fähigkeiten verlassen können. Wie Boot und Steuermann müssen wir eine Einheit bilden. In solchen widrigen Situationen ist es von besonderer Bedeutung, dass wir als Steuermann unser Boot kennen und einschätzen können, wie es auf unser Handeln reagiert, welche Konsequenzen unser Handeln hat. Haben wir Kontrolle über unser Boot, können wir wahrscheinlich ein Kentern verhindern und wohl auch unseren Kurs halten. Ohne Kontrolle über unser Boot sind wir schnell den Lebens- und Naturgewalten hilflos ausgeliefert. Womöglich kentern wir und unsere Reise findet ein plötzliches Ende.

Um die Gefahren einer Reise so gering und soweit wie möglich kalkulierbar zu halten, wird sich z.B. ein Seemann so gut wie möglich vorbereiten und, wenn er keine Erfahrung hat, auf Erfahrungen anderer sowie Bewährtes zurückgreifen. Er wird sicherstellen, dass sein Boot überhaupt seetüchtig ist und dafür Sorge tragen, dass Maschinen und Gerätschaft gewartet und in einem guten Zustand sind. Er wird sich auf und in seinem Boot auskennen und alle Funktionen beherrschen. Er kann die Leistungsfähigkeit sowie die Leistungsgrenzen einschätzen.

Boot und Steuermann sind eine Einheit. Müssen sie auch. Wie sollen sie denn sonst eine Reise in den Wogen des Lebens durchführen, auf der jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren kann? So ist es auch in unserem Leben. Einer Reise gleich durchfahren wir unser Dasein. Meist jedoch erfüllen wir die Voraussetzungen, unsere Reise sicher, bewusst und unter Ausschöpfung unseres vollen Potenzials durchzuführen, nicht. Körper und Geist sollten eine Einheit bilden, so wie eigentlich auch Mensch und Natur eine Einheit bilden sollen. Doch der Alltagsmensch hat ein kaum entwickeltes Körperbewusstsein. Er hört oder versteht die Signale des Körpers nicht. Seine Achtsamkeit ist nach außen gerichtet. Das moderne Leben mit all seiner Hektik, seinen Reizen, Angeboten und Lebensweisen verdeckt immer mehr den Blick für das Wesentliche, als klebten wir mit einem Auge am Türspion, um so viel wie möglich vom Leben draußen mitzubekommen. Wir haben vergessen, dass wir nur einen Schritt zurückzugehen brauchen, um die Größe des inneren Raumes zu erkennen, der sich uns eröffnet. Der Geist hat kaum noch bewussten Zugang zum Körper. Wir spüren unseren Körper fast nur noch, wenn er schmerzt oder krank ist, wir Hunger oder Durst haben. Die vielfältigen Erkrankungen, Störungen, Disharmonien und Zustände unseres Körpers zeugen von einem Boot, mit dem man besser keine Reise auf das offene Meer wagen sollte. Hinzu kommt ein Steuermann, als Synonym für unseren Geist, der oft nicht klar, bewusst und belastbar ist. Es finden sich genug Zeichen dafür, dass der Steuermann nicht nur sein Boot nicht kennt, sondern noch nicht einmal weiß, wie und wohin er seine Reise durchführen will. Wie wird sich so ein Geist mit so einem Körper mit dem Leben konfrontieren? Wer bessere Voraussetzungen für die Reise seines Lebens entwickeln möchte, sollte sich sein Boot, seinen Steuermann, aber auch Gefahren, Wege, Möglichkeiten und Ziele einer Reise genauer anschauen und erarbeiten. Bei Bedarf ist es ratsam, von den Erfahrungen anderer zu lernen oder gar professionelle Hilfe zu suchen. Auf jeden Fall sollten wir selbstverantwortlich anfangen an uns zu arbeiten, um unser Dasein den Erfordernissen und Gesetzmäßigkeiten des Lebens anzupassen.

Um effektiv an sich selbst arbeiten zu können, ist es sinnvoll, mehr über die Funktionen unseres Organismus sowie die Interaktionen von Körper, Geist und Seele und deren Austausch mit Natur und Kosmos zu erfahren. Hier wird Wissen zur Macht über sich selbst.

Intelligentes Zellgeflüster

Menschen sind komplexe und vielseitige Wesen mit vielen Ebenen. Unser westliches wissenschaftliches Modell des Menschen tendiert dazu, die Newton‘sche mechanistische Betrachtung des Lebens zu übernehmen. Dabei wird der Mensch vor allem als physisches Wesen verstanden, als biologische Maschine, welche gelernt hat zu denken. Die moderne Medizin und Physiologie hält an der Auffassung fest, dass der Mensch hauptsächlich aus Molekülen zusammengesetzt ist, obwohl die Entdeckungen der Quantenphysik erkennen lassen, dass das materielle Modell des Lebens unvollständig ist. Modernste Zellforschungen zeigen, dass der oberste Grundsatz der Biologen, der genetische Determinismus, grundsätzlich nicht stimmig ist. Der Mensch ist nicht Körper oder Geist, sondern Geist und Körper.

Die These, dass Zellen intelligent sind, wird zum Teil durch ein Experiment des Forschers Paul Kulesa erhärtet (California Institute of Technology Pasadena, USA). Kulesa und sein Team haben untersucht, wie Nervenzellen in einem Hühnerembryo „wissen“, in welche Richtung sie sich bewegen. Das Team um Kulesa postuliert, dass Richtung und Ziel der Zellwanderung sich dynamisch aus den fortlaufenden Interaktionen mit anderen Zellen und deren Umgebung ergeben.

Rupert Sheldrake ist morphogenetischen Feldern auf der Spur, welche für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Körperform zuständig sind. Jedes selbstorganisierte System, wie z.B. der Mensch, ist ein Ganzes, das aus Teilen besteht, die wiederum Ganze auf einer tieferen Ebene sind. Auf jeder Ebene verleiht das morphische Feld jedem Ganzen seine charakteristischen Eigenschaften und bewirkt, dass es mehr ist als die Summe seiner Teile (www.sheldrake.org). Teile, die wiederum ein Ganzes sind, stellen u.a. unsere Zellen dar.

Pert Candace entdeckte bei ihrer Erforschung der informationsverarbeitenden Rezeptoren in den Nervenzellmembranen, dass der menschliche Geist nicht nur im Kopf sitzt, sondern durch Signalmoleküle im ganzen Körper verteilt ist (Pert Candace, „Moleküle der Gefühle - Körper, Geist und Emotion“). Auch Licht, sogenannte Biophotonen, wird offenbar zur Kommunikation mit der Zelle und von Zelle zu Zelle genutzt (Marco Bischof, „Biophotonen, das Licht in unseren Zellen“, Verlag Zweitausendundeins 1995).

Wir können davon ausgehen, dass unser Organismus, als Teil der Natur und des Kosmos, Informationen und Beeinflussungen aus der Natur und dem Kosmos, quasi den „Erweiterungen“ unseres Körpers, erfährt (Transformation der Erde, Argo-Verlag). So flüstern z.B. andere Menschen, die Sonne, der Mond, die Sterne (siehe Astrologie) in unserem Zellgeflüster mit. Aber gerade unser Denken und unsere Emotionen, unser Handeln und unsere Wünsche interagieren wesentlich in diesem Informationsaustausch mit und beeinflussen unsere körperliche und geistige Kondition.

Informationsträger Wasser

Wasser ist der Urquell allen Lebens. Alles Leben auf der Erde hat sich aus dem Wasser und durch das Wasser entwickelt. Für uns Menschen ist Wasser neben dem Sauerstoff der wichtigste Grundstoff des Lebens. Es durchdringt jede Körperzelle und ermöglicht erst die Kommunikation der unterschiedlichen Zellverbände. Wasser reguliert alle Funktionen des Organismus, wie z.B. Körperaufbau, Stoffwechsel, Verdauung, Herzkreislauf-Funktion und vieles mehr.

Wasser ist Träger aller körperlichen und geistigen Informationen. Die biophysikalische Qualität des Wassers, welches wir trinken, entscheidet wesentlich, wie strukturiert und energiegeladen unser Organismus ist. Wasser ist in der Lage, Informationen zu speichern und diese an uns weiterzugeben. Wasser ist Informations- sowie Energieträger und -leiter.

„Während seiner Reise durch die Erde nimmt das Wasser alle elektromagnetischen Schwingungen auf, die auf unserm Planeten vorkommen. Es wird zum Blut der Erde“. (Viktor Schauberger 1885-1958).

Der japanische Wissenschaftler Emoto belegte mit einem Kristallisationsverfahren, dass Gedanken, Worte, Musik, gesprochen, geschrieben oder gedacht, in das Wasser als entsprechende Informationen eingespeichert werden. Die fotografischen Darstellungen dieser Kristalle sprechen eine deutliche Sprache.

Unsere Zellen speichern Wasser, Wasser speichert Informationen und der Mensch besteht zu 70% - 80% aus Wasser. Wasser bzw. dessen Moleküle besitzen durch unterschiedliche Aggregatzustände eine unterschiedliche Stofflichkeit. Eis  Wasser  Dampf, wenn Wärme entzogen oder hinzugefügt wird. Die Wassermoleküle besitzen eine bestimmte Schwingungsfrequenz. So verlangsamt sich diese Schwingung, wenn Wärme entzogen wird. Die Moleküle verdichten sich, aus Wasser wird Eis. Wird wieder Wärme zugeführt, schwingen die Moleküle schneller und aus dem dichten Eis wird wieder flüssiges Wasser. Wird weiter Wärme zugeführt, so schwingen die Moleküle immer schneller. Aus Wasser wird Dampf.

Schwingung und Frequenz

Auch die Moleküle der Zellflüssigkeit können schneller oder langsamer schwingen, aber nicht nur durch die genannten Temperaturveränderungen. Viel wesentlicher sind für uns, neben den externen Einflüssen (Natur, Kosmos, Technologie), die „hausgemachten“ Einflüsse durch unser Denken und Fühlen. Z.B. bewirkt Freude eine sofortige Erhöhung der Zellschwingung, Trauer bewirkt eine direkte Herabsetzung der Schwingung.

Freude und Trauer, Kummer und Sorgen, Angst, Wut und Zorn, Liebe und Hass sind keine beständigen Zustände. Wie viele verschiedene Emotionen haben Sie heute schon erlebt? Die verschiedenen Gefühle bewirken eine Veränderung unserer energetischen „Schwingung“.

So können wir z.B. bei Angst erstarren oder bei Freude leicht und beschwingt sein. Interessant ist, dass wir auch durch Medien wie Presse oder Fernsehen über unseren Sinn beeinflussbar sind. Achten Sie einmal darauf, wie unsere von außen geschürte Angst, z.B. vor der Vogelgrippe oder vor Gewalt und Terror, die Qualität unseres Lebens beeinträchtigt.

Ein ängstlicher Mensch wird eine entsprechende Körperhaltung einnehmen, genauso reagiert unser Körper auf Wut, Freude oder Kummer mit einer entsprechenden Haltung.