Hochsensibel, hä? - Jonas Greese - E-Book

Hochsensibel, hä? E-Book

Jonas Greese

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Beschreibung

Sei nicht so schüchtern! Du bist so sensibel! Stell dich doch nicht immer so an! Du Mimose! Mit solchen und ähnlichen Worten werden hochsensible Personen oftmals konfrontiert. Doch was ist Hochsensibilität? Bin ich eventuell hochsensibel? Wie kann ich mit diesem Persönlichkeitsmerkmal umgehen? Dieses Buch nimmt all diese Fragen unter die Lupe. Warum reagiere ich so komisch? Wieso bin ich nicht wie meine Freunde? Wieso tick ich so? Als Einführung in das Phänomen richtet sich das Buch "Hochsensibel, hä?" vor allem an junge Menschen, an Generation Z. Comics und Cartoons veranschaulichen erfrischend das Persönlichkeits- und Wesensmerkmal.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 49

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Gewidmet den

fiktionalen Figuren Pete und Oma Helga

sowie

allen, die sich angesprochen fühlen…

„Es ist nicht eine blinde Macht von außen, deren Spielball wir sind, sondern es ist die Summe der Gaben, Schwächen und anderen Erbschaften, die ein Mensch mitgebracht hat. Ziel eines sinnvollen Lebens ist, den Ruf dieser inneren Stimme zu hören und ihm möglichst zu folgen. Der Weg wäre also: sich selbst erkennen, aber nicht über sich richten und sich ändern wollen, sondern das Leben möglichst der Gestalt anzunähern, die als Ahnung in uns vorgezeichnet ist.“

Hermann Hesse, 29. September 1931

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Was ist Hochsensibilität?

Mimosenhaftigkeit

Zweifelhaftigkeit

Übersinnlichkeit

Gedanken, eine eigene Welt

Hochsensibilität, eine Krankheit?

Wie kommt es zur Hochsensibilität?

Was tun bei Hochsensibilität?

Bei Akzeptanz

Bei Nicht-Akzeptanz

Selbsthilfe Achtsamkeit

Woher kommt Hochsensibilität?

Pete und Oma Helga

Fülle der Wahrnehmung

Ein anderer Blick auf die Welt

Antennen im Dauerbetrieb

Reizüberflutung

Wahrnehmung von Stimmungen

Wahrheiten hinter der Fassade

Innere Mitte

Achtsamkeit

Problemableiter

Hochsensitivität - eine eigene Welt

HSP-Tunnel: Schutz gegen gezielte Reize

Gedankliche Blase: Schutz gegen ungezielte Reize

Interview mit Dr. Teresa Tillmann

Lexikon

Weiterführendes

Quellenverzeichnis

Raum für Notizen

Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

warum schreibe ich über Hochsensibilität?

In einer Gesellschaft, in die Menschen dazu erzogen werden, ihren Fokus auf Leistung und Wettbewerbsfähigkeit zu richten, ist kaum Platz für alternative Denkmuster. Es ist kaum Platz für zarte Wahrnehmungen. Oder sollte ich meinen, nicht genug Platz für jene Lebenseinstellungen und Persönlichkeitseigenschaften, die nicht unbedingt den gesellschaftlichen Normen entsprechen? Solche, in denen das bewusste Sein im Vordergrund steht? Wo also die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit im Hier und Jetzt Vorrang vor dem hat, was eine Konsumgesellschaft tagtäglich aufdrängt. Wo es um das Wertschätzen von Dingen sowie um Achtsamkeit geht?

Dem Thema der Hochsensibilität wird meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl die Gesellschaft davon sehr profitieren könnte.

Das Wesensmerkmal Hochsensibilität wurde erstmals von der amerikanischen Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron in der Mitte der 1990er Jahre formuliert und wird seitdem zusehends bekannter. Immer mehr Informationen und Angebote sind über dieses Phänomen zu finden. Doch obgleich dieses besondere Wahrnehmungs-Verarbeitungs-Phänomen immer mehr Beachtung findet, wird es von Kritikern nicht selten als psychische Krankheit oder Lifestyle-Trend abgetan.

Was ist eigentlich diese Hochsensibilität? Wie funktioniert das psychisch? Wer ist hochsensibel und wer nicht? Was bedeutet dieses Phänomen?

Es ist mir ein Anliegen, Hochsensibilität leicht verständlich zu erklären, um sie in einen Blickwinkel zu rücken, in dem sie mehr Anerkennung findet. Insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen möchte ich diese Thematik zugänglicher machen. Denn es werden von ihnen oft typische Lebensfragen in Bezug auf die eigene Persönlichkeit gestellt - Fragen, die der Mainstream nicht hilfreich beantworten kann. Zum Beispiel wie: Warum bin ich eigentlich ich? Wieso versteht mich keiner? Was wird aus mir? Würde ich durch eine andere Verhaltensweise beliebter sein? und viele andere Fragen. Wie soll ein hochsensibler junger Mensch seinen Weg gehen, wenn seine Lebensfragen von nicht-hochsensiblen Mitmenschen beantwortet werden? Wenn 'ganz normales' Konkurrenz-Denken, 'ganz normaler' Konsum und 'ganz normale' Status-Orientierung derart normale Maßstäbe setzen, dass sie nie die eigenen sein könnten. Wen will man da von den 'Normalen' fragen, wenn doch Markenklamotten und eine dicke Uhr überall persönliche Unsicherheit verschleiern sollen, also ein Ausdruck für die Suche nach der eigenen Persönlichkeit sind?

Vielleicht kennen ja einige das Gefühl, nicht ganz verstanden zu werden. Möglicherweise auch, gelegentlich als 'komisch', 'nervig', 'mimosenhaft' oder als 'Sensibelchen' abgestempelt zu werden. Gespräche über das Wetter, über Fußballereignisse oder über Partys sind bei vielen Menschen beliebt - doch Gesprächspartner, mit denen sich echte, tiefgründige Gespräche führen lassen, sind selten. Natürlich kann kein Buch einen Gesprächspartner ersetzen. Aber es kann möglicherweise Fragen beantworten, die man einem guten Gesprächspartner stellen würde. Die vorliegende Einführung in das Thema Hochsensibilität soll aufzeigen, dass sich niemand komisch finden muss, nur weil er 'komplett andere Gedanken' hat oder 'unnormal' auf Lärm reagiert oder Stimmungen 'anders als andere' wahrnimmt. Tja, wer weiß?! Vielleicht ist man ja einfach nur hochsensibel?

Ich wünsche viel Spaß und Aha-Erlebnisse beim Lesen.

Jonas Greese

Einleitung

„Alles was uns an anderen mißfällt, kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen.“

Carl Gustav Jung

Den Begriff der 'high sensitivity' (HS) oder auch 'highly sensitiv person' (HSP) prägte die amerikanische Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron 1996 mit ihrem Buch „Sind Sie hochsensibel?“.

Aron, die nach einem medizinischen Eingriff ihrer Sensibilität wegen noch Monate mit der Operation zu tun hatte, kam durch ihre Psychotherapeutin auf die Idee, Nachforschungen anzustellen - mit Erfolg.

Hochsensibilität oder Hochsensitivität? Des Öfteren höre ich beide Begriffe als deutschsprachiges Synonym für 'high sensitivi-ty'. Sensibilität und Sensitivität werden oft als ein und dasselbe bezeichnet, sind aber von unterschiedlicher Bedeutung:

Sensibilität bezieht sich auf die fünf Sinne. Also auf das Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Fühlen. Je feiner das Differenzierungsvermögen ausgeprägt ist, desto größer ist die Sensibilität.

Sensitivität hingegen wird mit dem sechsten Sinn, also der 'Hellsichtigkeit', in Verbindung gebracht. Hochsensitive haben Ahnungen und beziehen ihre Visionen aus einer 'nicht-alltäglichen Wirklichkeit'. Sie nehmen Energien wahr, von denen andere sagen, dass es die gar nicht geben kann. Hochsensibilität und Hochsensitivität können kombiniert vorkommen, aber nicht jeder Hochsensible ist hochsensitiv und nicht jeder Hochsensitive ist hochsensibel.

Umgangssprachlich wird Hochsensitivität mit Hochsensibilität gern in eine Schublade geworfen, allzu gern auch in die Schublade der 'Sensibelchen'. Mit diesen Vereinfachungen ist den Betroffenen nicht gerade geholfen. Und möchte man auf bestimmte Merkmale oder Phänomene hinweisen, ist es ohnehin wichtig, zu differenzieren.

Dieses Buch bezieht sich auf beide Phänomene, also auf Hochsensibilität und -sensitivität. Um beiden Bedeutungen gerecht zu werden, ließe sich von „Hochsensitibilität“ sprechen, wenn beide Phänomene vorliegen. Doch um hier keinen Neologismus einzuführen, sondern um sich am bestehenden Sprachgebrauch zu