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Liebevolle Erziehung bei Hochsensibilität.
Dieses Buch gibt Ihnen einen umfangreichen Einblick in das Thema ,,Hochsensibilität bei Kindern’’. Dazu erhalten Sie hilfreiche Tipps und Ratschläge für eine liebevolle und kindgerechte Erziehung, um Ihr Kind bei der Entwicklung zu unterstützen. Es richtet sich also an alle Eltern, die Ihre Kinder und deren Wahrnehmung besser verstehen möchten. Nur so ist es möglich, ein Kind an die Hand zu nehmen und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.
Das Zusammenleben mit einem hochsensiblen Kind kann große Herausforderungen mit sich bringen, was dazu führt, dass Eltern überfordert sind und nicht ausreichend auf ihr Kind eingehen können. Dieser Ratgeber soll Sie daher dabei unterstützen, die Hochsensibilität selbst und demzufolge auch Ihr Kind besser zu verstehen. Dies ermöglicht Ihnen, einen entspannteren Alltag zu geniessen und Ihr Kind liebevoll zu erziehen.
Profitieren Sie von dem Wissen der Autorin, welches sie sich durch jahrelange Erfahrung im Umgang mit hochsensiblen Kindern aneignete.
Lernen Sie, wie ein gutes Miteinander gelingen kann und wie Sie mit der Begabung Ihres Kindes am besten umgehen!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2022
Christina Schönfelder
Hochsensible Kinder
Erziehungsratgeber für eine liebevolle Erziehung.
Wie Sie gefühlsstarke und sensible Kinder richtig verstehen und die kindliche Entwicklung am effektivsten unterstützen können.
www.redfox-verlag.de
© Christina Schönfelder
1. Auflage 2022
ISBN: 9783754688403
Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.
Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftlich Genehmigung des Autors in irgendeiner Form reproduziert, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Kontakt: Michael Stüssi / Seestrasse 65 / 8820 Wädenswil
Covergestaltung: germancreative
Coverfoto: depositphoto
Inhalt
Über die Autorin
Was ist Hochsensibilität?
Wissenschaftliche Hintergründe
Die unterschiedlichen Arten der Hochsensibilität
Die kognitive Hochsensibilität
Die sensorische Hochsensibilität
Akustische Hochsensitivität
Olfaktorische Hochsensitivität
Visuelle Hochsensitivität
Gustatorische Hochsensitivität
Taktile-, bzw. Oberflächen- Hochsensitivität
Die emotionale Hochsensibilität
Die geistige Hochsensibilität
Die ethische Hochsensibilität
Wie erkenne ich, ob mein Kind hochsensibel ist?
Der Unterschied zwischen genetisch bedingter und einer durch Traumata verursachten Hochsensibilität
Der Unterschied zwischen Hypersensibilität und der Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
Wie Sie den Schulalltag Ihres Kindes für sich und die Familie vereinfachen – Nützliche Tipps und Tricks
Tipps für einen entspannten Alltag mit hochsensiblen Kindern
Rituale
Räume
Regeln
Vom Kind zum jungen Erwachsenen – Wie Sie Ihren Liebling liebevoll zur Selbständigkeit erziehen und auf das Leben vorbereiten
Bonus – Drei Traumreisen zum Entspannen und Einschlafen
Die Seifenblasen Reise
Eine Entdeckung im Märchenwald
Ein weihnachtlicher Besuch
Haftungsausschluss
Urheberrecht
Christina Schönfelder, geboren im Jahr 1964, hat an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Kindheitspädagogik studiert. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Studium arbeitete sie insgesamt zwölf Jahre in einer Behinderteneinrichtung und konnte hier durch ihr tiefgreifendes Wissen mit besonders viel Leidenschaft, Einfühlungsvermögen und Geduld das Leben der dortigen Bewohner positiv beeinflussen.
Bis heute folgt sie dieser Leidenschaft mit Herzblut und setzt dies als Bildungsberaterin im schönen Marburg erfolgreich um. Hier lebt sie mit ihrem Mann sowie ihren drei erwachsenen Kindern, welche mittlerweile das einstige Nest verlassen haben und eigene Familien gründeten.
Als Bildungsberaterin kommt sie immer wieder in Kontakt mit verzweifelten Eltern, welche das Verhalten ihres Kindes nur schwer einschätzen können und in ihrer Not Hilfe bei ihr suchen. Hierbei wurde schnell klar, dass vor allem hochsensible Kinder von ihren Eltern, aber auch von ihrer Umwelt, missverstanden und oftmals unter falschen Diagnosen in Therapien gesteckt werden, welche nicht auf die eigentlichen Bedürfnisse des Kindes angepasst sind.
Neben solchen Fehleinschätzungen führt auch das Stigma, unter welchem die Kinder leiden, zu großen Problemen innerhalb und außerhalb der Familie. Von vielen als „Sensibelchen“ abgestempelt, erkannte die Autorin schnell das enorme Potential dieser Kinder und wie man ihren noch jungen Lebensweg positiv beeinflussen kann.
Liebe, Verständnis, Geduld und Einfühlungsvermögen sind der Schlüssel zu einem glücklichen Leben von Eltern und Kind, weshalb sie sich dazu entschied, dieses Buch zu verfassen.
Um Ihnen den Einstieg in dieses Buch zu erleichtern und ein grobes Bild dessen zu zeichnen, womit wir uns in den folgenden Kapiteln näher auseinandersetzen werden, ist es wichtig, ein erstes Grundverständnis dafür zu vermitteln, was wir unter dem Begriff „Hochsensibilität“ verstehen. Der Begriff „Hypersensibilität“ wird im Verlauf des Buches als Synonym dafür verwendet.
Ursprünglich wurde der Begriff von einem US-Amerikanischen Ehepaar geprägt. Diese stellt während der Ausübung ihres Berufes als Psychologen fest, dass es Menschen gibt, welche besonders empfindlich, bzw. sensitiv auf äußere Reize reagieren. Es wird davon ausgegangen, dass diese Personen, welche etwa 15 – 20 % der Bevölkerung ausmachen, eine höhere Empfänglichkeit für Umwelteinflüsse besitzen.
Diese Empfänglichkeit kann dann in positiven sowie negativen Reaktionen Betroffener auf sich aufmerksam machen. Gerade bei Kindern kann es schwer sein, diese Hypersensibilität zu erkennen. Oftmals können Eltern nur hilflos zusehen, wie sich der Spross auf für sie unverständliche und leider auch als überzogen interpretierte Weise verhält. Dieses Verhalten kann sich durch Wutausbrüche, plötzliche Traurigkeit, schwer nachvollziehbare Stimmungsschwankungen und einen Rückzug des Kindes deutlich machen. Eltern, Angehörige oder Pädagogen kann es somit schwerfallen, einen Zugang zum Kind zu erlangen.
Ganz egal, ob Sie selbst ein Kind haben, bei welchem sie Hypersensibilität vermuten oder eines in Ihrem Umfeld kennen, welches die hierfür typischen Merkmale aufweist: Es ist wichtig, zu wissen, dass es sich hierbei nicht um eine Krankheit handelt. Eine gesteigerte Sensibilität zu besitzen birgt, seine Nachteile, kann mit der richtigen Erziehung, (mit viel) Liebe und Einfühlungsvermögen aber auch eine große Gabe des Kindes sein. Anders als bei psychischen Erkrankungen handelt es sich hier um ein Persönlichkeitsmerkmal, welches dem Charakter des Kindes angehört und unter keinen Umständen unterdrückt werden sollte.
Hochsensible Kinder werden leider bis heute missverstanden und mit Namen wie „Sensibelchen“, „Mimose“ oder „Heulsuse“ belegt. Vielleicht finden auch Sie sich in diesen Begriffen wieder oder erinnern sich daran, andere mit diesen Betitelungen belegt zu haben.
Diese Namen werden der Hypersensibilität nicht gerecht und erschweren es Kindern, ihre eigene Persönlichkeit zu verstehen und anzuerkennen. In der Folge kann es zu dem Versuch kommen, die eigene Sensibilität zu unterdrücken, um aus dem Kreislauf der Namensgebung und dem Gefühl des Anders-Seins auszubrechen. Unterdrückt ein Kind aktiv seine eigene Persönlichkeit, kann dies schnell zu psychischen Erkrankungen führen, welche sich auch durch ein geringes Selbstbewusstsein, ein gesenktes Selbstwertgefühl oder eine hohe emotionale Instabilität äußern. Doch wie kommt es zu einer Hochsensibilität?
Als Gründerin dieses wissenschaftlichen Teilgebietes kann die amerikanische Psychologin Elaine N. Aron genannt werden. Ihrer Forschung ist es zu verdanken, dass wir heute von den bereits genannten 15 – 20% hochsensibler Menschen in unserer Bevölkerung ausgehen.
Auch sie war es, die diese Empfindsamkeit als Persönlichkeitseigenschaft deklarierte und nicht als Erkrankung. Bereits 1997 entwarf sie ein Konzept, welches nachweisen sollte, dass es sich bei diesem Charakterzug um eine Eigenschaft handelt, welche weitervererbt wird. Um dem auf den Grund zu gehen, untersuchte ein chinesisches Team an Wissenschaftlern 2011 das Erbgut von etwa 480 Studenten und war in der Lage, zehn Gen-Orte in Verbindung mit sieben Genen des Dopamin-Systems nachzuweisen, welche eine Hochsensibilität begründen könnten. Im selben Jahr konnten dänische Wissenschaftler aufzeigen, dass das Serotonin-Transporter-Gen 5-HTTLPR mit einer erhöhten Sensitivität zusammenhängt.
Doch wie äußert sich diese Erkenntnis? Fakt ist, dass das Gehirn hochsensibler Menschen anders zu arbeiten scheint als das gewöhnlich sensibler Personen. 2011 gelang es Aron gemeinsam mit ihrem Mann Arthur Aron sowie Forschern der Universität Peking, neurologische Eigenarten bei Hochsensiblen nachzuweisen. Hierzu wurden sechzehn Studenten gebeten, Veränderungen bei Fotografien von Landschaften aufzuzeigen. Mithilfe von Magnetresonanztomografien waren sie letztlich in der Lage zu erkennen, dass im Gehirn der hochsensiblen Teilnehmer Netzwerke aktiv waren, welche bei anderen nicht angesteuert wurden. Diese fanden sich im Zusammenhang mit visueller Aufmerksamkeit sowie der Augenbewegung der Probanden.
Außerdem konnte festgestellt werden, dass hochsensible Teilnehmer zwar mehr Zeit für die Erkennung der Unterschiede benötigten, allerdings nicht weniger treffsicher waren. Es wird vermutet, dass das Gehirn hochsensibler Menschen aufgrund seiner höheren Aufnahmefähigkeit mehr Zeit benötigt, um Reize vollends zu verarbeiten. Dies kann hypersensiblen Menschen den Vorteil bringen, eine Situation gründlicher und intensiver zu betrachten und alle Details zu hinterfragen, bevor sie zu einem Ergebnis kommen oder eine Entscheidung treffen.
In weiteren Studien mit ca. 1300 Personen erstellte Aron einen Fragebogen, welcher die Messung der Hochsensibilität einzelner Personen ermöglichen bzw. nachweisen sollte.
In den Studien gab es unter anderem Teilnehmer, welche empfindlich auf ganz unterschiedliche und voneinander unabhängig scheinende Reize reagierten. Diese lagen nicht nur in akustischen oder visuellen Stimuli begründet, sondern ebenfalls in komplexeren Dingen wie Kunst, Literatur oder auch in der Stimmung von Mitmenschen. So zeigten Probanden sich beispielsweise auffällig gereizt, wenn sie sich beobachtet fühlten, während ihnen Aufgaben gestellt wurden. Auch kam es bei ihnen schnell zu einer allgemeinen Überreizung, welche das starke Bedürfnis auslöste, sich der Situation zu entziehen.
Aus den Erkenntnissen dieser Studien entwickelte Aron letztlich die HSP-Skala (Highly-Sensitive-Person-Skala), welche in drei Sensibilitätsarten unterteilt wird. Auf diese werden wir in einem gesonderten Kapitel ausführlicher eingehen.
Entscheidend ist, dass Aron durch die Korrelation, also den Zusammenhang dieser Werte, auf ein gemeinsames, einheitliches Merkmal hochsensibler Menschen schließen konnte. Dies gibt uns heute die Möglichkeit zu sagen, dass Hypersensibilität existiert und nicht, wie oft-mals behauptet, der Versuch ist, sich selbst ein Alleinstellungsmerkmal anzueignen.
Interessant ist außerdem, dass die Unterschiede zwischen hochsensiblen und „normal“ sensiblen Menschen auch evolutionsbiologisch sinnig sind. So scheint es für das Überleben einer Gruppe wichtig zu sein, eine Mischung aus Individuen zu besitzen, bei welchen die einen sich Zeit lassen, eine potentielle Gefahrensituation gründlich zu hinterfragen und zu beurteilen. Im selben Zug ist es jedoch genauso wichtig, all diejenigen zur Population zu zählen, welche sich diese Zeit nicht nehmen, sondern schnell reagieren – beispielsweise mit Flucht vor potentiellen Fressfeinden oder Ähnlichem.
