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Beherrschen Sie die Welt und übernehmen Sie die Kontrolle über Ihre emotionale und geistige Gesundheit von dem Ort aus, an dem Sie sitzen, stehen und schlafen. „Holistisch zu Hause“ basiert auf einem originellen Lifestyle-Konzept, das darauf abzielt, einen dynamischen, gesunden und besinnlichen Raum in sich selbst und Ihrem Zuhause zu schaffen, indem drei Handlungsebenen – Geist, Körper und Seele – kombiniert werden, die eine tiefgreifende Veränderung bewirken. Der Zustand Ihres Geistes beeinflusst Ihr Leben auf eine unbewusste Art und Weise, indem sich Ihre emotionalen Probleme in Ihrem Wohnraum manifestieren. Die physischen Aspekte Ihres Raumdesigns wie die Anordnung der Möbel, Designelemente, Nachhaltigkeit, Wellness und Ordnung sind repräsentativ für Ihre Beziehung zu Ihrem Körper. Und schließlich befindet sich die Seele in einem Austausch mit allen unsichtbaren Energien in Ihrem Zuhause – Feng-Shui, Atmosphäre und mit der Seele Ihres Zuhauses. Vor Jahren wurde bei der Autorin und ganzheitlichen Feng-Shui-Expertin Laura Benko ein seltener Krebs diagnostiziert. Zu dieser Zeit fiel ihr ein Buch zufällig auf den Kopf. Sie hielt das für ein wichtiges Zeichen dafür, das nächste Jahrzehnt ihres Lebens der Forschung und Hunderten von ganzheitlich umgestaltenden Designberatungen zu widmen. Die realen, inspirierenden Geschichten ihrer Kunden sowie konkrete Maßnahmen und Tipps bilden die Grundlage für dieses Buch. Kapitel für Kapitel lernen Sie, wie Sie alles ganzheitlich angehen können – Beziehungen, Unordnung, Gesundheit, Gemeinschaften, inneres Gleichgewicht und mehr –, indem Sie in Ihrer unmittelbaren Umgebung nach direkten Verbindungen in Ihrem Leben suchen.
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Seitenzahl: 331
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Holistisch zu Hause
Feng-Shui für Geist, Körper, Seele und Raum
Laura Benko
Laura Benko Holistisch zu Hause
Deutsche Erstausgabe, 2018
Übersetzung: Jorinde Reznikoff
Korrektur: Alexander Böhm
Layout: Inna Kralovyetts
© Copyright 2018 für die deutschsprachige Ausgabe bei Mobiwell Verlag, Immenstadt
Titel der Originalausgabe: „Holistic Home“ published by Skyhorse Publishing © Copyright 2016 by Laura Benko
ISBN: 978-3-944887-53-1
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buchs darf vervielfältigt, abgespeichert, in eine Datenbank bzw. ein anderes Datenabfragesystem eingefügt oder in irgendeiner Form mithilfe einer bereits bekannten oder erst in Zukunft entwickelten Methode ohne die vorherige ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Inhabers der Urheberrechte sowie des Herausgebers dieses Buchs verbreitet werden. Unter anderem fallen darunter alle mechanischen und elektronischen Verfahren und die Anfertigung von Fotokopien und Aufzeichnungen.
Ich widme dieses Buch meiner Mom und meinem Dad:
Barbara und Gene Benko, eure grenzenlose Unterstützung, eure bedingungslose Liebe und euer ungebrochener Optimismus halfen mir, Dinge zu verwirklichen, die mir undenkbar erschienen. Danke, dass ihr stets an mich geglaubt habt. Ich liebe euch.
Kapitel 1
Wirft das Leben einem etwas an den Kopf, dann sperre man die Ohren auf!
„Der Schlüssel zum Wachstum ist die Öffnung unseres s zu höheren Dimensionen hin.“
– Lao Tse
„Ihr Blutspiegel ist nicht normal. Ich überweise Sie an einen Onkologen und Hämatologen, der wird Sie genauer untersuchen. Ich habe ihm schon Bescheid gegeben, er wartet auf Ihren Anruf.“ Mein Arzt betrachtete mich durch seine Gleitsichtbrille und händigte mir einen Zettel mit ein paar hingekritzelten Zahlen und Buchstaben aus. Das hatte ich nicht von einem Routinebesuch nach einer schweren Bronchitis erwartet. „Ich bin gesund. Wie kann das sein? Doch nicht ich! Ich bin doch erst 31 und fühle mich bestens.“ In den folgenden Wochen hangelte ich mich zwischen Panik- und Ungläubigkeitsattacken hindurch, währenddessen ich Dutzende von Tests durchlief, darunter Ultraschall, Gammastrahlen und eine schrecklich stümperhafte Knochenmarkbiopsie. Gott sei Dank, hörte mein Ehemann – seit anderthalb Jahren mein treuer Begleiter – meine Schreie im Wartezimmer und kam durch die Tür gestürzt, um meinen Kopf festzuhalten: Ein zylindrischer Zapfen holte ohne Anästhesie Knochenmark aus meiner Hüfte.
Alsbald folgte die Diagnose Myelofibrose, ein seltener Knochenmarkkrebs, mit der Empfehlung einer „unvermeidbaren“ Knochenmarktransplantation und einer Prognose von vier bis sechs Jahren Lebenszeit. Mein Körper fühlte sich in seinen Grundfesten erschüttert, und in meinem Inneren wüteten Fragen, angefangen von logischen („Was veranlasst meine Thrombozyten dazu, so zu wuchern?“) bis hin zu spirituellen („Welche Lektion versucht dieses Hammerding mir beizubringen?“) und schließlich ängstlichen („Wie genau werde ich sterben?“). Ich gab meinen Job in einer Agentur für Filmregisseure auf, so dass ich versuchen konnte, Antworten auf meine Fragen zu finden und gesünder zu werden.
Ein paar Wochen später durchstöberte ich im Rahmen meines neuen Lebensprojekts „Mission ‚Jagd nach Antworten‘“ die Gesundheits- und Selbsthilfeabteilung in einem Buchladen in Downtown Brooklyn und beugte mich herab zu ein paar prägnanten Titeln mit spritzigen Graphiken und Versprechungen eines rüstigen und gesunden Lebens, als eine göttliche Intervention ganz unübersehbar und offensichtlich dazwischentrat: Ein Buch traf mich auf den Kopf. Es tat dies wortwörtlich, und da war niemand in meiner Nähe, auf den ich einen „bösen Blick“ hätte werfen können. Das Buch hieß „Feng-Shui and Health, the Anatomy of a Home: Using Feng-Shui to Disarm Illness, Accelerate Recovery, and Create Optimal Health“. In den vergangenen Jahren hatte ich viele Feng-Shui-Bücher gelesen, doch dieses hier schien gerade zur rechten Zeit zu kommen – und es fiel mir ausgerechnet auf den Kopf.
Das folgende Detail habe ich oft ausgelassen, wenn ich diese Geschichte erzählte, denn es wirkt unglaublich kitschig, ist aber wahr: Ich schaute, von wo aus das Buch gefallen sein konnte, erkannte den vermeintlichen Stapel und sah, dass er ganz sauber aufgeschichtet war; just in diesem Moment hüllte ihn goldenes Licht ein, und ein Sonnenstrahl fiel durch ein entferntes Fenster auf das Buch herab. Würde man daraus einen Trickfilm drehen, müsste an dieser Stelle ein Engelschor eingeblendet werden, der ein fröhlich-heiliges „Ah aha“ trällert. Nie zuvor hatte ich ein göttliches Zeichen in solch wortwörtlich himmelschreiender Weise erhalten. „Okay. Ich hab’s kapiert“, sagte ich zu mir selbst, „ich soll dieses Buch lesen.“ Wie Oprah Winfrey in einer Fernsehsendung einmal sagte: „Dein Leben spricht immer zu dir. Erst flüstert es … (dann) ist es so, als bekämst du einen Ziegel auf den Kopf. Was ist das Flüstern in deinem Leben?“ Mein Leben flüsterte nicht mehr. Es warf mir Bücher an den Kopf. Und ich begann, die Ohren aufzusperren.
Meine Intuition wurde immer lauter, als ich die guten und schlechten Beziehungen zwischen meiner Umgebung und mir selbst zu erkennen begann. Mit jeder empfohlenen Veränderung, die ich in meinem Zuhause umsetzte, fühlte sich mein Raum lebendiger, unterstützender und zweckmäßiger an. In mehreren Lebensbereichen erlebte ich Verbesserungen. Innerhalb meiner „Jagd-nach-Antworten-Mission“ erkundete ich Expertenmeinungen und alternative Behandlungsmethoden (Kinesiologie, Aromatherapie, Akupunktur, Kräuter- und Lichttherapie) sowie Mainstream-Behandlungsmethoden (drei weitere renommierte Onkologen bzw. Hämatologen). Bald stellte sich heraus, dass ich nicht Myelofibrose hatte, sondern seine sanftere und liebenswertere Cousine Polycythaemia vera. Beide sind ziemlich selten und fallen unter die Rubrik myeloische Leukämie. Und ja, dieser chronische Blutkrebs hat sein eigenes Potential an lebensbedrohlichen Blutgerinnseln und Aneurysmen, doch bei einem gesunden Lebensstil und regelmäßiger medizinischer Betreuung – Arztbesuche, Blutuntersuchungen und sechswöchige Phlebotomien – war eine lange Lebenserwartung prognostizierbar.
Kurz nach meiner neuen Diagnose fand ich heraus, dass die Autorin des besagten Buchs eine Lesung in New York gab. Ich ging hin und war von der Materie ebenso sehr wie von ihrer Art beeindruckt, mit der sie ihr Wissen weitergab. Anschließend trug ich mich in ihre E-Mail-Liste ein, um mich über zukünftige Vorträge und Trainingsprogramme auf dem Laufenden zu halten; und eines Tages beschloss ich, direkt mit ihr in Kontakt zu treten, um zu schauen, ob ich nicht ein paar Tage pro Woche für sie arbeiten könne. Zufällig brauchte sie gerade jemanden und stellte mich an, um ihr zu assistieren; dabei durchlief ich gleichzeitig selbst ihr Trainingsprogramm. Danach hatte ich die Möglichkeit, selbständig als Ratgeberin zu arbeiten und mich parallel bei anderen Feng-Shui-Meistern weiterzubilden. Alles schien genau zusammenzupassen. Ich fing an, regelmäßig Konsultationen zu geben, Vorträge zu halten und zu unterrichten, und blieb dabei respektvoll selbst Studentin. Ich reiste mit meinen Vorträgen durchs Land, schrieb für Inneneinrichtungszeitschriften und -blogs über Feng-Shui und moderierte in einer populären Kabel-TV-Sendung den Sektor Feng-Shui und Home & Garden. Am liebsten aber gab ich Konsultationen für anderer Leute Heime. Meine geschulte und erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit machte mich empfänglicher für die Energien, die meine Klienten umgaben.
Über die Jahre hinweg ergab sich eine langsame Verschiebung. Ich hatte immer mehr das Bedürfnis, die Feng-Shui-Konzepte und -Energie auf Wege zu bringen, die mehr Sinn ergaben und individueller auf die jeweiligen Personen eingingen. Daher sah ich mir auch alle anderen Lebensbereiche meiner Klienten an. In einiger Hinsicht unterschied ich mich von meinen Feng-Shui-Kollegen, die ihren Klienten unermüdlich Kristalle, Deko-Feuerwerkskörper und Foo Dogs verordneten, oder ihnen rieten, ihre Eingangstüren rot zu streichen. Was, wenn man die Farbe Rot nicht mag? Was, wenn es einen abstößt, aus seinem Zuhause eine Art Fast-Food-Restaurant zu machen? So habe ich mich daran gemacht auszusortieren, was mit Feng-Shui funktioniert und was – meinem Gefühl nach – nicht. Für manche Menschen hat der kulturelle Reichtum an Symbolen Kraft und trifft auf Resonanz in ihnen – und das ist fantastisch. Für andere aber ist er einfach ein Design-Albtraum, und es geht ihnen auf die Nerven, lauter Schnickschnack um sich herum zu haben. Rot gilt im Feng-Shui als Glücksfarbe, doch wenn jemand Rot nicht mag, dann wird er es hassen, jeden Tag durch so eine Tür zu kommen und zu gehen. Und welche Sorte guter Energie soll so was dann für den Bewohner in seinem täglichen Leben generieren? Einen gärenden Unterstrom von Negativität, darauf läuft es hinaus. Mir wurde immer klarer, dass Feng-Shui, so wunderbar es auch sein mochte, dringend ein Update nötig hatte, eine rigorose Überarbeitung, und in ein größeres Gesamtpaket aus vielen ebenso wichtigen Komponenten integriert werden musste. Einige Aspekte lasse ich aus und werde später erklären, weshalb, andere behalte ich bei, weil ich mit ihnen tiefgreifende Ergebnisse bei mir selbst und meinen Klienten erzielt habe. Dieses Buch will Klarheit über all das verschaffen und einen Grundentwurf liefern, mit Hilfe dessen jeder sich Feng-Shui selbst aneignen kann.
Wie man sich ein holistisches Zuhause verschafft
Den Begriff holistisch bringen die meisten Menschen mit einem alternativen Gesundheitsprogramm oder einer All-inclusive-Heilmethode in Verbindung. Genauer lässt es sich aber definieren als etwas, das die physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte des Lebens zusammenfügt. Ein holistisches Zuhause entspricht genau diesem Grundkonzept, bezieht sich jedoch auf die unmittelbare Umgebung eines Menschen und die Frage, wie jemand Geist, Körper und Seele so auf sein Zuhause und sich selbst hin versammeln und fokussieren kann, dass ihm ein gesundes, harmonisches und schönes Leben gelingt. Dieser Ansatz bezieht Psychologie, Wissenschaft, Innendesign, Wellness, Umweltbewusstsein und energetische Zusammenhänge mit ein – auf neuen Wegen, die zugänglich und revolutionär zugleich sind.
Das hier vorliegende umfassende Konzept entstand aus meiner langjährigen intensiven Erfahrung mit Feng-Shui. Im Laufe der Zeit updatete und erweiterte ich es und stellte es im konkreten Leben praktisch auf die Probe, und zwar mit einem systemischen Ansatz, der sich an das größere Ganze des menschlichen Wesens richtet. Es kombiniert Gesundheit, Umwelt, Beziehungen und Denken miteinander und all das, was sich ergibt, wenn man zwischen sich und seinem Raum eine Beziehung herstellt. Ein holistisches Heim verbindet alles miteinander – Seele, Körper und Geist. Dabei umfasst das Seelische die Psychologie unseres Wohnens und Verweilens, unbewusste Einflüsse in Design und Dekor und wie sich unsere emotionalen Probleme und Herausforderungen in einem Raum manifestieren; die physischen Aspekte beinhalten das Positionieren von Möbeln, Designelemente, Green Living, Wellness und das Organisieren all dessen, was mit dem Körper zu tun hat; der Geist oder das Bewusstsein schließlich bezieht unsichtbare Energien, Feng-Shui, die Atmosphäre, unsere karmischen Lektionen und die Seele unseres Heims mit ein. Mein Ansatz, meinen Klienten zu helfen, verwandelte sich mit der Zeit in eine tiefere und umfassendere Erfahrung, die dabei aber stets leicht zugänglich geblieben ist. Aus meinem Ansatz, alle Schichten und Ebenen vom Detail bis hin zum größeren Ganzen, von den Gefühlen bis hin zur Deko-Auswahl und vielem anderen miteinzubeziehen, ergaben sich tiefe Transformationen. Es kam vor, dass meine Fähigkeiten zu Projekten großen Maßstabs angefragt wurden – Hotels, Kliniken, Läden und luxuriösen Hochhäuser – doch mein Fokus lag stets darauf, ein Individuum dabei zu unterstützen, in seinem jeweiligen Umfeld aus einer Körper-Seele-Geist-Perspektive heraus aufzublühen.
Ein holistisches Zuhause entspricht keiner spezifischen Design-Affinität wie etwa einem „Zen-Look“, irgendeinem asiatischen Design-Schema oder einem faden naturfarbenen „Öko“-Look. Für einen nicht eingeweihten Besucher mag eine solche Wohnung sich auf unerklärliche Weise richtig anfühlen, einfach ein Ort sein, an dem die Bewohner sich effizient eingerichtet haben – und ästhetisch alles zusammenpasst. Doch für Sie selbst, liebe Leser, die Sie dort wohnen, kann es sogar ein Ort werden, der Ihre Energie enorm anhebt, ein solides Gleichgewicht herstellt, das spürbar voller Bedeutung ist, Sie inspiriert und Ihre Gesundheit und Bestrebungen unterstützt. Es beginnt damit, dass Sie sich ein klares Ziel setzen und Ihre Aufmerksamkeit entsprechend fokussieren, doch darauf kommen wir in Kürze zurück. Das Konzept eines gesunden Lebens in Gleichgewicht und Wohlgefühl und Übereinstimmung mit der Natur bietet schon seit Jahrtausenden einen Weg, um den Menschen mit Himmel und Erde zu verbinden.
Je mehr ich über die Jahre hinweg alle Lebensbereiche meiner Klienten in meine Konsultationen einbezog, desto effektiver wurden die Transformationen. Hatte sich anfangs eine Beratung nur auf Anstrichfarben und Organisationstipps konzentriert, war das Ergebnis bestenfalls oberflächlich ausgefallen. Eine Beratung, welche nach den tieferen Ursachen für das fortwährende Aufschieben suchte, das sich in den Papier- und Wäschestapeln des Klienten äußerte, und die wirklichen Gründe für seine Ängstlichkeit und Verletzlichkeit überprüfte, sorgte hingegen für lebensverändernde Ergebnisse (ebenso wie das Verschwinden der Stapel!). Wenn ich ein gewisses Quäntchen Logik qua Psychologie und Wissenschaft mit einem intuitiven Sinn für die Kernanliegen meiner Klienten kombinierte, wurden die Transformationen viel kraftvoller und nachhaltiger, denn die Klienten trafen Veränderungen in einer Weise, die ihrem Verständnis, ihrer Psyche und ihrer Umwelt entsprachen. Die außergewöhnlichen Geschichten, die zahllose meiner Klienten mir nach unseren Sitzungen erzählten, inspirierten mich dazu, dieses Buch zu schreiben.
Wenn man mich zu einer Konsultation bestellt, weiß ich, dass meine Klienten bereits einen großen Schritt getan haben, denn sie heißen Veränderung in ihrem Leben willkommen. Der Transformationsprozess entfaltet sich dann, wenn die Verbindungen ihres Lebensumfeldes zu ihren Problemen aufgedeckt werden. Solch eine direkte visuelle Bezugnahme unterstützt den natürlichen universellen Fluss zu einer effektiven Veränderung hin. Möchte man wirklich hinderliche Dinge in seinem Leben angehen, sie nicht mehr länger ertragen, dann gilt es aufzuzeigen und zu erkennen, wie sich – beispielsweise – lähmende Angst in einer Wohnung physisch manifestiert, und was daran zu ändern ist.
Jede dieser Manifestationen kann Schieflagen, Denk- und Verhaltensmuster, Stärken, Schwächen oder potentielle Probleme in spezifischen Bereichen eines Lebens aufzeigen: die Nachbarschaft, die man sich ausgesucht hat, der Grundriss der Wohnung, das Ausmaß an Unordnung, die Aufladung mit Symbolik, die Energiequalität, Farbauswahl, Möbeldisposition, die Wohneffektivität, das Gleichgewicht zwischen den fünf Elementen, die in der Umwelt vorhandenen Giftstoffe, die Überladung mit elektronischen Geräten. In Hunderten von Konsultationen lernte ich klar zu erkennen, wie diese Themen sich in vielfältiger Weise manifestieren. Ich machte mir Notizen zu jedem Klienten und seinem Zuhause. Hier sind nur einige der Kommentare, die ich von meinen Klienten gehört habe:
„Ich fühle mich in meinem Schlafzimmer nicht wohl und bin dort ungern alleine.“„Ich verbringe unheimlich viel Zeit damit, nach verlegten Dingen zu suchen.“„Meine Kinder haben Schlaf- und Konzentrationsprobleme.“„Ich habe das Gefühl, ständig in einem Konflikt zu stehen.“„In einem Raum voller Menschen fühle ich mich oft allein.“ „Mir fehlt es an Energie.“„Das Innendesign in meiner Wohnung stimmt nicht. Es fühlt sich so an, als passe nichts zusammen.“„Kürzlich wurde bei mir Krebs diagnostiziert.“„Ich würde so gerne eine Freundin finden, doch das klappt nicht.“„Mein Mann starb in diesem Haus, und auch nach drei Jahren ist es noch schwer für mich umzuziehen.“„Meine Karriere fühlt sich blockiert an, und das Geld ist knapp.“Alle diese Aussagen stammen von Kunden, die in dem Moment eine Transformation erlebten, als sie die verdeckten Themen erkannt und benannt und die ihnen empfohlenen Justierungen umgesetzt hatten. Sobald die Wahrnehmung sich verfeinert, fällt es einem leichter zu erkennen, welch enormen Einfluss die unmittelbare Umgebung auf das Leben eines Menschen hat. Es gibt ganz bestimmte Aktionen und Intentionen, die, auf einen Raum angewandt, Gelegenheiten, Beziehungen, Finanzen und Erfolge auf dramatische Weise beeinflussen.
Währenddessen ich daran saß, die Verbindungspunkte zwischen Geist, Körper und Seele zu einem Ganzen zu verknüpfen, und dieses Buch schrieb, luden mich Immobilienplaner, Investoren und Universitäten an der Vorderfront zukünftiger Lifestyle-Trends in Design und Architektur ein, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Angesichts dieser vielversprechenden Chance, mit brillanten Kreateuren neuer Lebenswelten, tonangebender Gebäude und zukunftsträchtiger Landschaften zu kooperieren, empfand ich es als wichtiger denn je, die Fehldeutungen, überholten Vorstellungen und irrelevanten Konzepte von Feng-Shui klarzustellen und öffentlich zu machen. Dazu kommt, dass das, was Feng-Shui in den 1990er Jahren populär gemacht hat, uns heute nicht mehr ohne weiteres anspricht. Das vorliegende Buch zeigt auf, was von dieser alten Kunst heute noch funktioniert und was nicht, und befasst sich gleichzeitig eingehend mit energetischen Lebenskonzepten der Zukunft. Zweifellos erleben wir zurzeit ein starkes Anwachsen des Bewusstseins für das Leben an sich, seine Dynamik und seinen Erhalt. Angefangen von unübersehbaren biologischen Alternativen bis dahin, wissen zu wollen, wo das gekaufte Fleisch herkommt, entscheiden sich Menschen dazu, in größerer Achtsamkeit zu leben und intensiv an Möglichkeiten zu arbeiten, Umwelt und Lebensqualität zu verbessern.
Ich verpflichtete mich dazu, eine aktuelle Version von Feng-Shui vorzulegen, die jeder – egal, wo er lebte, mit welchem Budget oder wie sein Zuhause aussah – leicht verstehen und umsetzen kann, um einen wirklichen Unterschied in seinen Räumen und Veränderungen in sich selbst herbeizuführen und zu empfinden.
Doch das bedeutet Arbeit. Vertrauen Sie den materiellen und immateriellen Innenräumen, die Sie geschaffen haben, kurz: Ihrem Zuhause, dass es Sie hilfreich durch einen Prozess leiten wird, in welchem wir uns mit allen Lebensbereichen befassen werden. Das heißt, die Ärmel hochkrempeln und damit anfangen, sich selbst in einer Weise zu überprüfen, wie es noch nie zuvor geschehen ist. So schaue ich mir bei einer Konsultation immer gleicherweise die verborgenen Winkel in den Denkmustern meiner Klienten und die symbolischen in ihrem Zuhause – ihre „Abstellkammern“ – an, um Zugang zu dem zu bekommen, was sie fürchten, was sie verstecken oder wovon sie nicht wollen, dass andere es sehen.
Vor meiner Krebsdiagnose
In den vier Jahren vor meinem Befund lebte ich in einem kleinen Drei-Zimmer-Apartment in Manhattan, gemeinsam mit meinem Mitbewohner David. Sein Schlafzimmer war das größte, meines klein (2,5 m x 3 m) und gemütlich, es passten gerade mal ein normalgroßes Bett und eine kleine Kommode hinein. Das dritte Schlafzimmer war noch kleiner als meines, so dass wir es als Abstellkammer benutzten. Blicke ich mit meinem heutigen Wissen auf diesen Grundriss, so erkenne ich, dass meine heutigen Gesundheitsprobleme auf ziemlich alarmierende Weise darin vorgezeichnet sind: Eine Wohnungstür, die beim Öffnen auf die Tür zum Badezimmer stößt! (Das nennt man im Feng-Shui Konflikt-Türen – und es tut nicht gut, so etwas in seiner Wohnung zu haben). Ein Küchenherd, den ich, wenn ich in meinem Bett lag, sehen konnte! (Unheilvoll, denn solch eine Konfiguration kann zu Erkrankungen führen.) Diese Konfigurationen, so lernte ich später, waren nicht gerade dazu angetan, meine Gesundheit zu stärken oder mein Blut zu stabilisieren. Dieser Grundriss war zwar nicht die Ursache meiner gesundheitlichen Probleme, half aber gewiss meinem Körper nicht beim Kampf gegen das, was sich da zusammenbraute.
Damals wusste ich nicht, dass der Eingang zu meiner fahrstuhllosen Drei-Etagen-Wohnung solch eine unglückliche Bedeutung in der Welt des Feng-Shui hatte. Alles, was ich wusste, war, dass ich ungern nach Hause kam, wenn jemand die Badezimmertür halboffen gelassen hatte, weil beide Türen dann miteinander kollidierten und man durch die schmalen Öffnungen auf beiden Seiten unbeholfen mit den Armen herumfuchteln musste, um es zu schaffen, eine Tür ganz zu schließen, um schließlich vorwärtszukommen. Später entdeckte ich die Bedeutsamkeit der Eingangstür: die Energie, die durch deine Eingangstür in dein Heim fließt und sich dann in deinem Raum verteilt. Meistens war allein das Eintreten durch meine Wohnungstür eine Übung in Frustration und Akrobatik. Später lernte ich, wie ich meiner Eingangstür eine wichtige Rolle geben und sicherstellen konnte, dass sie unbelastet und lichtdurchflutet und damit offen und frei war, um alles gute Chi in mein Leben einzuladen.
Die nächste Wohnung, in die ich zog, hatte eine angenehme Eingangstür. Es war nicht schwer, sie zu öffnen; sie war in einem guten Zustand und führte in einen respektablen eigenen Eingangsbereich. Über die acht Jahre hinweg, die ich dort verbrachte, strich ich sie zweimal neu an, brachte ein Namensschild aus Mosaik sowie einen Türspion an. Doch das Badezimmer der Vermieterin lag direkt über meiner Eingangstür. Nach Jahren einer eher freundschaftlichen Beziehung zu ihr, war ich überrascht, als wir uns vor Gericht wiederfanden, denn sie weigerte sich, meine Kaution herauszugeben. Mein Freund und ich hatten uns liebevoll um jeden Zentimeter dieses Apartments gekümmert und stets unser eigenes Geld in Instandhaltung und Reparaturen gesteckt. Ich war perplex, wie das hatte passieren können. Doch später, nach fortgeschrittenen Feng-Shui-Studien, entdeckte ich, dass ein Badezimmer über dem Eingangsflur durchaus zu Rechtsstreitigkeiten führen konnte. Der Richter entschied übrigens zu unseren Gunsten, doch hinterließ die Geschichte das Gefühl bei mir, dass die energetische Matrix eines Hauses, in dem man wohnt, zuweilen Unerklärliches erklären kann. Mehr und mehr realisierte ich, dass Feng-Shui nicht nur Offensichtliches aufzeigen (ein dreckiges, überladenes Zuhause ist kein gesundes, effizientes Zuhause), sondern auch dabei helfen konnte, den Sinn in scheinbar Unlogischem herauszufinden (mysteriöse Krankheiten, irrationales Verhalten). Das Verständnis dieser unsichtbaren Energien legte die Basis, um die „spirituellen“ Aspekte einer holistischen Lebensführung zu erfassen und auszubauen.
Mit der Zeit trug ich zusammen, was eindeutig funktionierte (die Feng-Shui-Karte auf seinen Raum anwenden, den Energiefluss optimieren), und sortierte aus, was nicht funktionierte (sich gezwungen fühlen, bestimmte Farben oder kulturell konditionierte Symbole zu benutzen, zu denen man keine Beziehung hat; bestimmte Rituale durchzuführen, die sich erzwungen, toxisch oder dumm anfühlen; daran zu glauben, seinen Eingang versetzen oder gar umziehen zu müssen!). Feng-Shui hat grundsätzlich mit der Raumenergie zu tun. Wenn man energetischen Austausch mit dem physischen und psychologischen verbindet, macht man sich eine dreifache Kraftquelle zunutze, die dauerhafte Wirkungen zeitigt. An welchem Thema auch immer man arbeiten möchte – Gesundheitsoptimierung, Beziehungen verbessern, seine Berufung finden oder bestimmte Ziele erreichen –: Indem man sie alle zusammen anpackt, findet sich ein sicherer Weg, der Weg des holistischen Zuhauses. Seien Sie bereit, in Ihre eigene Seele einzutauchen, Ihre spirituellen Lektionen zu erkennen, Ihre Intuition zu entdecken, Ihre Blockierungen aus dem Weg zu räumen, Ihre Ziele zu erreichen und sich dabei ein schönes, inspirierendes Zuhause zu schaffen.
Beispiel einer Konsultation
Spätestens eine Woche vor einer Konsultation muss ich den (von Hand gezeichneten!) Grundriss des Klienten und eine kurze Biographie oder Auskunft vorliegen haben über Probleme oder Sorgen und darüber, wo Veränderungen gewünscht sind. Wenn ich dann einen Raum betrete, gehe ich gewisse Parameter durch: wie die Energie fließt, wie effizient die Bewohner den Raum nutzen, die Möbelanordnung, elektromagnetische Felder, das Gleichgewicht zwischen den Elementen und die Psychologie des gewählten Dekors. Bei dem darauffolgenden Rundgang beginne ich mit den spirituellen Aspekten – dem Energiefluss, meinem intuitiven Eindruck, der allgemeinen Atmosphäre – und lege mental die Feng-Shui-Karte auf den gesamten Grundriss, ebenso wie auf jeden einzelnen Raum. Dabei stelle ich eine Menge Fragen:
„Was bedeutet dieses Kunstwerk für Sie?“„Wo sitzt wer am Esstisch?“„Wer hat hier vorher gelebt?“Zuweilen mögen meine Fragen aufdringlich wirken: „Wie ist Ihre Beziehung zu Ihrem Partner?“ Oder sie entspringen meiner Intuition: „Findet genau hier oft Streit statt?“ Jede Frage hilft mir, den emotionalen Schichten, die das jeweilige Heim umgeben, auf den Grund zu kommen und so spezifische und effektive Lösungen anbieten zu können. Manche Wohnungen haben mehr emotionalen Ballast herumliegen als andere. Je nach dem Ausmaß der Emotionen nehme ich das als Schwere oder Unwohlsein wahr. Andere Wohnungen hingegen können sich zwar „clean“ anfühlen, aber hier und da trotzdem versteckte Problemstellen haben; an verschiedenen Stellen fanden Streit, schlechte Träume, Angstattacken oder Furcht statt und treiben sich, noch unerledigt, herum.
Im Allgemeinen vermeide ich teure Lösungen und versuche, mit dem zu arbeiten, was da ist. Es sollte kein kostspieliges Unterfangen sein, sondern vor allem ein inneres Werkzeug zur Lebensverbesserung. Oft gehe ich mit den Klienten die architektonische Struktur der Wohnung durch, so dass die energetische Basisarbeit, Nachhaltigkeit und Absichten von Beginn an freigelegt werden. Kein Wohnort ist holistisch „perfekt“. Es gibt immer Bereiche, die verbessert und justiert werden können. Wichtig ist, dass Ihr Zuhause eine reine Reflexion dessen ist, was Sie sind, nicht die einer anderen Persönlichkeit. Einmal hatte ich mitten in einer Beratung ein überwältigendes Gefühl, dass nichts in dem Haus wirklich den Bewohner repräsentierte; daraufhin erklärte er, sie hätten das Haus vollmöbliert gekauft. Das gleiche Gefühl überkam mich in einem anderen Apartment. In diesem Fall hatte die Klientin ein Team überzeugender Innendekorateure engagiert, die sie jede Designwahl an ihrer Stelle treffen ließ – von der Kunst bis hin zu einer Gruppe von sehr speziellen Sammelobjekten, zu denen sie selbst überhaupt keine Beziehung hatte. Bei jeder Beratung versuche ich, mich dem Wesen der Bewohner weitmöglichst zu nähern, um kreative Lösungen zu finden, die ihre persönlichen Lebensziele voranbringen können.
Bei manchen Empfehlungen stoße ich gelegentlich auf Widerstand. Das macht mich stets neugierig, und ich versuche dann, dem Misstrauen auf den Grund zu gehen und zu schauen, woher es kommt. Opposition basiert in der Regel auf Angst und kann, wenn man sich mit ihr genau auseinandersetzt, zu den größten Transformationen führen. Ein Bereich in der Wohnung mit energetischem Justierungsbedarf kann sich wie eine offene Wunde anfühlen. Einmal erkannt und ans Licht gebracht, ist es zunächst unangenehm, das Heilungsbedürftige ins Auge zu fassen. Dann kommen oft Entschuldigungen, Verleugnung und Widerstand, und der Prozess mag erschöpfend und unüberwindbar erscheinen.
So schwierig solch ein Prozess auch zuweilen sein mag, er ist noch nicht zu Ende. Der Bewohner muss an den empfohlenen Veränderungen arbeiten und zugleich an sich selbst. Genauso wie in unserer räumlichen Umgebung fließt auch in unserer Innenwelt – dem Körper – Energie. Sind die Justierungen umgesetzt, wirken die transformierten energetischen Feinheiten auf die innere Energie bzw. das innere Chi ein. Wege, das innere Chi zu kultivieren, wie Gebet, Visualisierungen und Meditation, werden in diesem Buch später besprochen.
Eine Konsultation kann ein starker emotionaler Prozess sein. Nahezu jede, die ich bisher durchgeführt habe, war – in gewisser Weise – eine bewegende Erfahrung. Ich empfehle meinen Klienten, keine großen oder wichtigen Termine nach einer Beratung zu legen, denn so etwas kann einen emotional aufreibenden Tag bedeuten. Und ich führe nie mehr als zwei Konsultationen an einem Tag durch, da ich für jeden Klienten frisch sein möchte. Im Allgemeinen vermeide ich es auch, Mitglieder einer Familie zur Beratung anzunehmen – diese wäre für mich zu sehr mit tief verstrickten Dynamiken aufgeladen, als dass ich fähig wäre, klarzusehen und den betreffenden Klienten effektive Information zu liefern, die sie ihrerseits vorurteilslos aufnehmen könnten. In den Wochen nach einer Konsultation hat der Klient normalerweise Folgefragen, die sich aus den Veränderungen ergeben, die er in seinem Haus vornimmt. Doch es muss schon etwas Erhebliches passieren, ein Umzug, eine kritische Lebensveränderung wie eine Scheidung, Krankheit, Geburt oder Tod, damit ich vor Ablauf eines Jahres dorthin zurückkehre, um eine zweite Beratung durchzuführen. Manchen Klienten gefällt das nicht, doch habe ich mir das aus einem guten Grund zur Regel gemacht. Mein Ziel besteht darin, meine Klienten (und nun meine Leser) mit einem Gefühl der Selbstermächtigung und einem funktionierenden Knowhow für das Gestalten eines holistischen Zuhauses zurückzulassen, so dass sie fähig sind, diese Tools selbst anzuwenden.
Seitdem ich diese Reise antrat, habe ich meinen wundervollen Freund geheiratet. Bald werden es 13 Jahre sein, wir haben eine schon fast zehnjährige Tochter (unglaublich!) mit Namen Luchia (bitte das chi beachten!) und haben ein wundervolles Zuhause in Brooklyn. Meiner Gesundheit geht es immer besser. Und regelmäßig treffe ich holistisch inspirierte Veränderungen in meiner Wohnung in Übereinstimmung mit dem, was zu der jeweiligen Zeit angesagt ist. Ein Zuhause sollte sich in derselben Weise weiterentwickeln wie seine Bewohner sich hoffentlich selbst. Ich habe immer mindestens drei Verbesserungspläne in petto, die ich mit ein paar Wellness- und Selbstverbesserungszielen verbinde. Wenn welche davon erreicht sind, dann plane ich schon die nächsten; und wenn neue Herausforderungen auftauchen oder positive Veränderungen eintreten, wird die Umgebung auf das ausgerichtet, was gerade angesagt ist und kommen mag.
Sich Veränderung wünschen und das Vertrauen haben, dass sie eintritt
Ich weiß, es klingt ein bisschen simpel, doch ist es entscheidend, sich zu allererst die Frage zu stellen: „Will ich wirklich etwas in meinem Leben zum Besseren hin verändern?“ Es ist überraschend, wie viele Leute glauben, sie würden es wollen; wenn sie aber mit dem Schritt-für-Schritt-Plan konfrontiert werden und Veränderungen zulassen sollen, dann sabotieren sie ihn bzw. haben Entschuldigungen parat oder schätzen sich selbst nicht ehrlich ein. (Aus genau diesem Grund biete ich selten Geschenkgutscheine für eine Beratung an. Man muss so etwas wirklich wollen, und niemand anders als man selbst kann das entscheiden.) Andere wiederum können einfach nicht glauben, dass eine Veränderung wahrhaft möglich ist, und ihr größtes Hindernis ist der Fehlglaube, es würde vielleicht nicht klappen. Für manche kann Veränderung – auch die zum Besseren – beängstigend sein. Sie erschüttert ihre Welt, unterbricht die Routine und durchstößt ihre Gewohnheiten. Sind Sie bereit dazu, endlich mit Ihren Entschuldigungen und Vorwänden Schluss zu machen? Sind Sie bereit dazu, in Ihrem Inneren zu graben, Ihre Absichten zu überprüfen und sich mit Ihren Ängsten zu konfrontieren? Sind Sie bereit dazu, Ihre Augen aufzumachen und sich Ihr Zuhause aus einer anderen Perspektive anzuschauen?
Ohne zu zögern, kann ich aufrichtig behaupten, dass, wenn man diesen Prozess mit Offenheit und dem Augenmerk auf das höhere Gut für sich und andere angeht, sich etwas verändern wird. Ist die Wahrnehmung einmal geschärft, entstehen Vernetzungen, kommt das Chi in Fluss, werden physische Berichtigungen vorgenommen, und man wird konstatieren, dass die Energien sich verschieben und Transformationen stattfinden. Egal, um welche Themen es sich handelt: Arbeitet man mit einem ganzheitlichen Geist-Körper-Seele-Konzept, verbessern sich Gesundheit und Glücksgefühl. In manchen Fällen geschieht dies auf direktem Weg, in anderen verschlechtert sich die Situation erst einmal, bevor es aufwärtsgeht.
Eins ist jedenfalls sicher: Es wird nicht so bleiben. „Seien Sie bereit für Veränderungen“ warne ich meine Klienten am Ende einer Konsultation, denn erst dann beginnt ihre Reise wirklich. Lassen Sie uns jetzt mit der Ihren beginnen.
Kapitel 2
Reinen Tisch machen und neu anfangen
Wie man Geist, Körper und Seele entrümpelt
„Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“
– Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre
Ein Akupunkteur stellt seine Diagnose, indem er den Puls fühlt, ein Arzt behilft sich mit Röntgenstrahlen, und ich finde in der irdischen Behausung die klarsten Fakten über das Leben ihres Bewohners – in Haufen unaufgeräumter Wäsche, einer Sintflut unsortierter Mails und tief im Kleiderschrank versteckten Wäscheknäuels. Gerümpel verrät weit mehr über seinen Verursacher, als er ahnen mag, und das liegt nicht einfach daran, dass es ihm an den richtigen Ordnungssystemen fehlt, es hat mit seinen tiefsten Ängsten, Sorgen und Blockaden zu tun. Bevor wir uns dem Nervenkitzel hingeben, den uns die eine oder andere gigantische Veränderung in seinem Raum und ihm selbst bereiten wird, muss er seinen ganzen Müll wegräumen. Das bedeutet, dass er auch die kleinsten negativen Haufen anzugehen hat, von den staubigen Stapeln ungelesener Zeitungen neben seinem Bett bis hin zu den Selbstzweifeln, die in seinem Kopf herumschwirren. Zuerst bereinigen wir den Bereich, in dem sich negatives Gerümpel am deutlichsten zeigt – hier liegt die Kommando- und Schaltstelle eines Lebens, die graue Materie zwischen den zugehörigen Ohren.
Ein entrümpelter Geist ist frei von all den verschiedenen Formen mentalen, emotionalen und spirituellen Mülls, der einen bisher daran gehindert hat, offen und klar zu denken. Müll, welcher Art auch immer, ist negative, angestaute, ungesunde Energie. Holistische Säuberung bedeutet, sein Gepäck abzuwerfen, sich dem Guten zuzuwenden, in der Gegenwart zu leben und Vertrauen zu gewinnen, dass sich das „Schlechte“ als eine hilfreiche Lebenslektion zum Besseren hin erweisen wird. Dann wird es einem leicht fallen, seine Intuition zu schärfen, sich über seine Ziele klarzuwerden und zu lernen, die Außenmanifestationen in seinem Leben – mit Einsatz des Verstandes – dafür zu nutzen, aus einem negativen Raum heraus zu einem positiven Ergebnis zu gelangen.
In jedem Kapitel dieses Buches werden Wege zur Erfüllung von Veränderungswünschen angeboten – Wege, auf denen Geist, Körper und Seele immer gemeinsam zum Einsatz kommen. Wenn man sich (beispielsweise) nur um die physischen Aspekte (Körper) seines Mülls kümmern und all den Krempel rausschmeißen, ein paar Aktenschränke aufbauen oder einen professionellen Aufräumer anstellen würde, der die ganze Arbeit stellvertretend erledigte, dann sähe die entsprechende Wohnung zeitweise zwar besser aus, doch die wahren Gründe, aus denen jemand physisch sichtbar Ramsch angesammelt (Geist) und die unsichtbaren Energien (Seele) daran gebunden hat, würden die Veränderung nicht mittragen. Eh man sich’s versieht, sieht die Wohnung wieder aus wie zuvor, oder sogar schlimmer. Wenn man es sich einmal zur Gewohnheit gemacht hat, alle drei Dimensionen, die einen Menschen ausmachen, zu berücksichtigen, wird es ganz natürlich sein, nach Wegen Ausschau zu halten, um Geist, Körper und Seele in Harmonie und Feinabstimmung mit der Umwelt zu bringen, möchte man weitere Veränderungen in Gang bringen.
An erster Stelle werde ich Sie mit dem notwendigen Instrumentarium vertraut machen, mit dem Sie Ihren inneren Müll loswerden und die tiefere Bedeutung Ihres physischen und spirituellen Gerümpels erkennen können, und Ihnen Tipps geben, wie Sie es schaffen, das alles im Blick zu behalten. Sind einmal die mentalen und materiellen Innenräume entrümpelt, sind Sie offener dafür, Ihre Energie von der Leine zu lassen und Ihren persönlichen Fokus im Auge zu behalten. Sie werden bereit für die ganze Transformation sein, die Sie mit diesem Buch erleben können.
Innerer Müll
Zum inneren Müll gehören negative Gedanken, diffuses Denken, Selbstzweifel, Zynismus, Unentschiedenheit, Aufschiebeaktionen, Sorgen und angstbasiertes Denken. Das kann man loswerden durch ein klares Fokussieren täglicher Ziele und Intentionen sowie innere Stärke. Man denke an die Klarheit, die sich durch eine entschiedene Haltung einstellen wird, und daran, wie Kreativität, Intuition oder Konzentration gedeihen werden – ohne das mentale Chaos, zu dem es in einem so umtriebigen Leben wie dem unseren immer wieder zu kommen droht. Meditation, Mantren, mentale Praktiken, Beten und eine positive Perspektivverschiebung helfen dabei.
Meditation
Meditation ist ein großartiger Weg, sich zu erden und zu fokussieren, Stress zu reduzieren und innere Ruhe zu entwickeln. Wenn Chaos um einen herum ausbricht, der innere Kern dabei aber unerschütterlich und „aufgeräumt“ bleibt, steht man über der Situation und kann andere unterstützen, die unter dem Druck zusammenbrechen oder in ungesunde Verhaltensmuster abrutschen. Man besitzt eine tiefe Sicherheit, auf Grund derer es gelingt, ruhig zu bleiben und weiterzumachen. Tägliche Meditation kann dabei helfen, klar zu bleiben und sich mentalen und seelischen Müll vom Leibe zu halten. Sie kann den Blutdruck senken, einen auf tiefe Entspannungsniveaus bringen und die Konzentrationsfähigkeit erheblich verbessern. Wer neu auf dem Gebiet der Meditation neu ist, der fange einfach damit an, ein paar Minuten am Tag ruhig dazusitzen, sich auf seinen Atem zu konzentrieren und nichts zu tun. Nach und nach lässt sich dann die der Stille gewidmete Zeit ausbauen. Das Ergebnis wird ein müllfreies Innenleben sein.
Ein persönliches Mantra
Der Sanskrit-Begriff „Mantra“ bedeutet „Denkinstrument“ und ist zur Transformation vorgesehen. Mantren helfen einem dabei, sich zu fokussieren und im Falle von Zerstreutheit negative Gedanken aufzulösen. Versuchen Sie, den Tag mit einem persönlichen Mantra zu beginnen, das Sie neun Mal zu sich selbst sprechen, während Sie sich für den Tag bereit machen. Nehmen Sie Zettel und Stift und versuchen Sie, Ihr persönliches Mantra herauszubekommen. Hier sind ein paar Beispiele, die sich modifizieren lassen, je nachdem, wie es sich für einen am besten anfühlt. Sprechen Sie Ihr Mantra innerlich, sagen Sie es ruhig – oder singen Sie es laut und stolz aus sich heraus:
Heute bin ich ruhig und im Fluss, voller Gewissheit und Vertrauen.
Ich hole mir nur das in mein Leben, was absolut nötig ist.
Ich bin produktiv, einfallsreich und klug in allen meinen Aufgaben, Entscheidungen und Behauptungen.
Heute konzentriere ich mich darauf, das Positive zu sehen, Dankbarkeit zu empfinden und in Frieden zu sein.
Beten
Ob man in einer Kirche ist, im Bett liegt, anderer Menschen Hände hält oder seine eigenen faltet – Beten ist ein ganz persönlicher Weg, um sein Chi zu verbessern, sich Ziele zu setzen und Dankbarkeit in sich empfinden zu lernen. Wichtig dabei ist, dass das Gebet von Herzen kommt und der Betende darauf vertraut, dass seine Wünsche erhört werden. Wenn Menschen beten, tun sie es meistens für sich selbst oder andere, sagen Dank und preisen Gott, alleine oder miteinander. Welche Art des Betens auch immer einen ansprechen mag, es ist wichtig zu versuchen, auch für sich selbst zu beten – für inneren Frieden, Klarheit, Mitgefühl und die Stärke, eventuelle Hindernisse auf seinem Weg zu überwinden. Man kann darum bitten, dass einem alles negative Gerümpel in seinem Leben gezeigt werde, und es einem gelingen möge, es loszulassen und loszuwerden. Bitten Sie um Einsicht in die wahren Gründe, die Sie von der Erfüllung Ihrer Lebenswünsche abhalten, und die Kraft, diese umzusetzen.
Sich ins Negative wagen, um zum Positiven zu kommen
Mit einer holistischen Einstellung zieht man das Positive an. Das mag man glauben oder nicht: Das Positive findet in dem Moment Eintritt in ein Leben, wenn der Betreffende sich seiner dunklen Seite stellt. Behält jemand das Thema, das er verändern möchte, und zugleich das angestrebte konstruktive Wachstum im Auge, dann kommt er voran, und das bedeutet positive Energie. Stagnierende, feststeckende Energie bedeutet Müll für die Seele. Vorwärtsbewegung – ob im Entsorgen von Schrott oder Rezitieren eines Mantras – schafft stets positive Energie. Und positive Energie vermehrt sich selbst. Strahlt jemand Positivität aus, scheint sie auf denjenigen zurück; und hat die Tendenz, Leute abzustoßen, die mit Negativität verbunden sind.
Eine weitere Möglichkeit, seine dunkle Seite zu seinen Gunsten zu nutzen, besteht darin, sie sich kurz anzuschauen und zu erkennen, wie weit man sich bereits von ihr entfernt hat bzw. wie glücklich man ist. Wenn man sie zur Überprüfung seiner Wirklichkeit verwendet, dann wird das zugleich Mitgefühl und Dankbarkeit verstärken. Stecken Sie mitten in einer harten Phase, dann lohnt es sich zu versuchen, einem noch dunkleren Ort in einem noch schlimmeren Szenario einen Besuch abzustatten. Solch ein Ansinnen mag Ihnen bzw. Ihrer Intuition zunächst gegen den Strich gehen, kann einem aber in solchen Fällen einen mächtigen Schubs geben. Setzen Sie sich ein paar Minuten mit der Erinnerung an ein solch einstmaliges Gefühl hin und spüren Sie, wie dankbar Sie sind, nicht mehr in dieser Situation zu sein; dann richten Sie Ihren Fokus auf eine strahlende, gesunde, ideale Zukunft. Es empfiehlt sich, an einer solchen Visualisierung dranzubleiben und aufzupassen, nicht im Dunklen zu verharren: Sie tauchen dort nur für einen kurzen Moment ein, um Ihren aktuellen Kurs zu überprüfen und dann weiterzugehen. Lassen Sie nicht zu, dass Ihr innerer Müll – zweifelnde, selbstsabotierende, zynische Gedanken – Ihnen den Weg versperrt. Diese angstbasierten Doppelgänger sind nicht unsere Freunde; sie müssen aussortiert werden wie Zeitungen von gestern und Hosen, die uns schon lange nicht mehr passen. Wenn wir uns kurzfristig größerer Dunkelheit aussetzen, ist das Licht danach umso heller.
Den meisten Leuten fällt es schwer, mitten in einem scheinbar schwarzen Loch den Sonnenschein wahrzunehmen. Ein üblicher Weg, damit fertig zu werden, besteht darin, Erleichterung zu finden im Klagen über das, was nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Man möge das auch getrost tun. Allerdings sollte man sich dabei an ganz bestimmte Formulierungen halten, wie sie in den Kapiteln Sein Inneres entrümpeln und Klar sein in seinen Wünschen vorgeschlagen sind. So lässt es sich vermeiden, zu einer zornigen Comicfigur oder irgend so einem Energievampir zu werden, und es gelingt stattdessen, ein holistisch ausgeglichenes Individuum zu werden. Und so geht es:
Wenn man Klarheit braucht, besteht eine großartige Übung darin, einfach aufzuräumen – vor allem die Flächen in greifbarer Nähe. Das hilft, den Fokus wiederzufinden, und die frei gewordenen Flächen verstärken psychologisch die Konzentration.
Sein Inneres entrümpeln
Wenn die ganze Welt sich gegen einen verschworen zu haben scheint, ist man selbst sein schlimmster Feind. Dann ist es an der Zeit, rauszugehen und darüber zu reden. Man kann ruhig lauthals meckern und jammern, doch bringt es einem mehr, dabei seiner Klage auf den Grund zu gehen und genau zu sein mit dem, was einen stört. (Bei einem solchen „Auskotzen“ empfiehlt es sich, sein Gegenüber sorgfältig auszuwählen. Gewöhnlich eignen sich dafür ein guter bis intimer Freund oder ein mitfühlendes Familienmitglied am besten). Man betrachte das als einen Weg, seinen Seelenmüll zu entsorgen und Raum für das Positive zu schaffen. An negativem inneren Krempel festzuhalten, ist ungesund; und damit nur nach dem Motto „Sende Licht und Liebe aus“ umzugehen, ist weder praktisch noch an sich effektiv. Es gibt zurzeit viele Selbsthilfebücher auf dem Markt, die das Schwelgen in Liebe und das Aussenden von Liebe und Licht als Allheilrezept anpreisen. Licht und Liebe sind lebenswichtig, und sie werden später in diesem Prozess als wundervolle Kirsche auf den Kuchen kommen. Doch wenn man sich nicht um die Ursachen für seinen Müll kümmert und ihn nicht in einer realistischen und wahrhaftigen Weise beseitigt, wird er bleiben; und zwar ganz egal, wie viel Liebe und Licht man auf ihn wirft. Man muss sich daranmachen – innerlich und äußerlich –, bevor man das Problem erhellen, mit guten Intentionen umgeben und loslassen kann. Zuerst gilt es, seinen ureigenen persönlichen Müll zu identifizieren.
Ursachen erkennen
