HORMONE, DIE MÄNNER BEFLÜGELN - Dr. med. René Blanka - E-Book

HORMONE, DIE MÄNNER BEFLÜGELN E-Book

Dr. med. René Blanka

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Beschreibung

Wie man(n) mit natürlicher Hormon-Aktivierung biologisch jünger wird. In diesem Buch lernst du die beste und wissenschaftlich fundierte Methode kennen, um Testosteron & Co. aus eigener Kraft zu erhöhen. Du erhältst ein klares, in jedem Alter umsetzbares Trainingskonzept, eine leicht durchführbare Ernährungsstrategie und die besten Motivationstechniken. Hormone sind verantwortlich für Figur, Kraft, Energie und Sexualität. Wenn Produktion und Aktivität dieser Signalstoffe mit vorgerückten Jahren nachlassen, kommt es zu einer deutlichen Abnahme der Lebensqualität − zu Müdigkeit, Depression, einem vergrößerten Bauch, Muskelverlust und Abnahme des sexuellen Antriebes. Viele halten diesen Abbau für einen unausweichlichen biologischen Prozess. In diesem Buch erfährst du, wie Männer in jedem Alter die Produktion aufbauender Hormone, besonders des Testosterons, auf natürliche Art und ohne Medikamente erhöhen können. Im Unterschied zu der weitverbreiteten Ansicht, dass bestimmte exotische Heilpflanzen, verschiedene Diätformen oder teure Nahrungsergänzungsmittel zum Erfolg führen, zeigt Dr. med. Blanka auf, dass ein gezieltes körperliches Training der stärkste Reiz für eine Erhöhung der entscheidenden Hormonspiegel ist. Er beschreibt auch die gesundheitlichen Nachteile der vom Arzt verordneten Hormonpräparate und der selbst verabreichten Dopingmittel. Du erhältst eine konkrete Anleitung, wie man mit einem gezielten Training, unterstützt von einer klaren Ernährungsstrategie und dem richtigen Mindset, die entscheidenden Hormone erhöht ─ für ein Leben voller Energie. Optimismus und Leidenschaft!

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Dr. med. René Blanka

 

 

Testosteron & Co. natürlich erhöhen, biologisch jünger werden

HORMONE, DIE MÄNNER BEFLÜGELN

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

DEIN KOSTENFREIER SUPPORT

EINLEITUNG

AGE IS JUST A NUMBER

(1) MIT 95 JAHREN IN FLAGRANTI ERWISCHT

(2) WIR HABEN KEINE VERSCHLEIẞTEILE WIE AUTOS

(3) SPITZENLEISTUNGEN IM REIFEN ALTER: WIE GELINGEN SIE?

(4) DREH DIE BIOLOGISCHE UHR ZURÜCK

(5) ALTERN, EIN BIOLOGISCHES PHÄNOMEN

(6) DU HAST KEINEN KÖRPER

(7) LASS DICH NICHT VON VORURTEILEN HERUNTERZIEHEN

HORMONE MIT NATÜRLICHEN METHODEN ERHÖHEN

(8) HORMONE BESTIMMEN DEIN BIOLOGISCHES ALTER

(9) AKTIVIERE DEINE JUNGBRUNNEN-HORMONE

(10) TRAINING ODER ERNÄHRUNG: WAS FUNKTIONIERT BESSER?

(11) WAS DU ERWARTEN KANNST

WELCHE HORMONE UNS JUNG UND FIT HALTEN

(12) TESTOSTERON BAUT MÄNNER AUF UND LÄẞT HIRSCHGEWEIHE WACHSEN

(13) DEHYDROEPIANDROSTERON (DHEA): WAS IST DRAN AM NEUEN HOFFNUNGSTRÄGER?

(14) TESTOSTERONWERTE: DEIN BAUCH IST ENTSCHEIDEND UND NICHT DEIN ALTER

(15) WIE ERKENNT MAN EINEN TESTOSTERONMANGEL UND WAS HILFT DAGEGEN?

(16) IST DER TESTOSTERONMANGEL EINE ZIVILISATIONSERKRANKUNG?

(17) WIRD MAN(N) DURCH TESTOSTERONPRÄPARATE GESÜNDER UND HAT BESSEREN SEX?

(18) UNFRUCHTBARKEIT BEI MÄNNERN − TIPPS ZUR SELBSTHILFE

(19) WACHSTUMSHORMON (SOMATROPIN): JUNGMACHER UND UNBERECHENBARER BRUDER

(20) MYOKINE: MUSKELN SENDEN GESUNDHEITSBOTEN

HORMONE, DIE MAN BESSER IM ZAUM HÄLT

(21) INSULIN: MUSKELN SCHÜTZEN VOR ERHÖHTEM BLUTZUCKER

(22) CORTISOL: DER GEGENSPIELER VON TESTOSTERON

(23) ÖSTROGENE: ANGRIFF AUF DIE MÄNNLICHKEIT VON INNEN UND AUSSEN

(24) ADIPOKINE: FETTE FIESLINGE

WIE MAN DIE BIOLOGISCHE UHR ZURÜCKDREHT

(25) FOKUS STATT INFORMATIONSFLUT

(26) SO AKTIVIERST DU DEINE JUNGBRUNNEN-HORMONE

TRAINING UND REGENERATION

(27) KRAFTTRAINING ALS SCHLÜSSELREIZ FÜR DIE ERHÖHUNG VON TESTOSTERON UND SOMATROPIN

(28) KRAFTTRAINING MIT UND OHNE DOPING: GEGENSÄTZLICHE AUSWIRKUNGEN AUF TESTOSTERON

(29) DU BRAUCHST TRAINING UND KEINE BEWEGUNGSEINHEIT

(30) LAUF DEINEM TESTOSTERON NICHT DAVON

(31) TRAINING, DAS DIE RICHTIGEN HORMONE AKTIVIERT UND NUR EINEN MINIMALEN ZEITAUFWAND BRAUCHT

(32) MUSKELWACHSTUM WIRD VON TESTOSTERON VERMITTELT

(33) WIE OFT SOLL MAN KRAFT TRAINIEREN UND WIE LANGE DAUERT EINE EINHEIT?

(34) GRUNDBEGRIFFE, DIE MAN FÜR DIE PLANUNG DES KRAFTTRAININGS BRAUCHT

(35) SO BAUST DU EIN ERFOLGREICHES KRAFTTRAINING AUF, DAS DICH JUNG HÄLT

(36) PAUSEN ZWISCHEN DEN SÄTZEN

(37) TRAININGSVOLUMEN

(38) DIE BESTEN ÜBUNGEN UND IHRE REIHENFOLGE IM KRAFTTRAINING

(39) DAS EIN-SATZ-PRINZIP: MINIMALISTISCHER UNSINN

(40) AUFWÄRMEN VOR DEM KRAFTTRAINING: RITUAL ODER NOTWENDIGKEIT?

(41) DIE REGENERATIONSPHASE IST ENTSCHEIDEND

(42) IN DEN SCHLAF FINDEN

(43) EFFIZIENT TRAINIEREN UND ZEIT SPAREN

(44) HIIT (HIGH INTENSITY INTERVAL TRAINING): EIN PAAR MINUTEN REICHEN SCHON

(45) SCHNELLER ALS DIE ZEIT

(46) JE OLLER, JE DOLLER

(47) TRAINING DES BECKENBODENS: UNSPEKTAKULÄR, ABER WICHTIG

(48) VERGISS DIE FETTVERBRENNUNGSZONE UND GEWINNE MEHR FREIHEIT BEIM ESSEN

ERNÄHRUNG

(49) DURCHBLICK IM DSCHUNGEL DER DIÄTEN UND EMPFEHLUNGEN

(50) ZUERST DEN ÜBERBLICK GEWINNEN

(51) ZUCKER VERTREIBT TESTOSTERON UND CO.

(52) FÜR GUTE TESTOSTERONWERTE BRAUCHEN WIR FETT IN DER NAHRUNG, ABER NICHT AM BAUCH

(53) PROTEIN – MEHR IST NICHT IMMER BESSER

(54) ALKOHOL UND TESTOSTERON: WIE VERTRÄGT SICH DAS?

(55) ABNEHMEN OHNE KALORIEN ZU ZÄHLEN

(56) FASTEN PRODUZIERT JUNGBRUNNEN-HORMONE

(57) BAKTERIEN, BALLAST UND BITTERKEIT FÜR DIE VERDAUUNG

(58) ERNÄHRUNG VOR UND NACH DEM KRAFTTRAINING

(59) SUPERFOODS, SUPPLEMENTS UND TESTOSTERON-BOOSTER: WAS BRINGEN SIE?

(60) VITAMINTABLETTEN: WANN BRAUCHEN WIR SIE?

(61) FREIE RADIKALE UND LAKTAT BEIM TRAINING: FALSCH VERDÄCHTIGT?

(62) MINDESTENS FÜNF PORTIONEN OBST UND GEMÜSE TÄGLICH: BITTE NICHT FÜR JEDEN!

(63) GUTES ESSEN BRAUCHT VIEL ZEIT, ABER WENIGE ZUSATZSTOFFE

(64) DIE GRÖẞTEN FEHLER BEIM TRAINING MIT 40+

MINDSET

(65) DIE REALITÄT HÄNGT VOM BETRACHTER AB

(66) MAGNETISCHE ZIELE STATT DISZIPLIN

(67) ÖFTER MAL DIE BALANCE VERLIEREN

(68) MENTALE KRAFT GEWINNEN

(69) HORMONE FOLGEN DEINER HALTUNG

(70) SIEH DIR KEINE VIDEOS VON UROLOGEN AN

(71) LASS DEINE HORMONE ROCKEN UND DENK AN DEN WHISKY!

(72) WANN IST DER IDEALE ZEITPUNKT FÜR DEN START?

(73) STARTE JETZT – DEIN LEITFADEN ZUR SCHNELLEN UMSETZUNG

TRAININGSPLÄNE

PLÄNE FÜR DAS TRAINING IM FITNESSCENTER ODER HEIMSTUDIO:

LITERATUR

ÜBER DEN AUTOR

 

 

 

 

DEIN KOSTENFREIER SUPPORT

 

Mit dem folgenden Link kannst du dich für einen kostenfreien, unverbindlichen Beratungstermin mit Dr. med. Blanka und seinem Team anmelden.

 

Als Buchleser erhältst du außerdem einen Rabatt für den Kauf von Videokursen, Coachings etc. unter:

 

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EINLEITUNG

 

„Wir werden alle nicht jünger!“, ist ein beliebter Spruch, der sich auf so mancher Geburtstagskarte findet. Aber trifft er auch in jeder Hinsicht zu? Natürlich können wir unser Geburtsdatum nicht ändern, wir sammeln die Lebensjahre unweigerlich an und in dieser Hinsicht trifft die genannte Binsenweisheit auch zu. Viel interessanter als unser kalendarisches Alter aus der Geburtsurkunde ist aber unser biologisches. Mit dem biologischen Alter beschreibt man die körperliche Verfassung, die Leistungsfähigkeit und das Aussehen eines Menschen. Das Faszinierende an dieser biologischen Uhr ist, dass wir sie zurückdrehen können. Erkenntnisse aus Medizin und Naturwissenschaften haben gezeigt, dass wir uns mit den richtigen Methoden biologisch verjüngen können.

Eine Schlüsselrolle spielen dabei unsere Hormone, ohne sie läuft nichts in unserem Körper. Sie bestimmen die Prozesse des Stoffwechsels, des Wachstums, der Sexualität und vieles mehr. Wir können mit einfachen Methoden bestimmte Hormone aktivieren, die uns aufbauen und regenerieren. Für uns Männer sind dabei die Androgene, allen voran das Testosteron, von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit dem Wachstumshormon sorgt dieses dafür, dass wir Muskeln aufbauen, Fett verlieren, reichlich Energie haben und voller Optimismus in die zweite Spielhälfte gehen können. Natürlich schafft es auch die Voraussetzungen für ein erfülltes Sexualleben.

Auf der anderen Seite gibt es auch Hormone in unserem Körper, die uns schaden können, wenn sie dauernd oder im Überschuss gebildet werden. Dazu gehören Cortisol, das bei dauerndem Stress wütet und Insulin, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das uns dick machen kann. Mit den Jahren nehmen bei den meisten Männern die Blutspiegel von Testosteron und Wachstumshormon ab, was negative Auswirkungen auf Gesundheit, Figur, Sexualität, Stimmung und Energielevel hat.

Wie können wir aber diese Hormone, die uns aufbauen und jung halten, in unserem Körper erhöhen und aktivieren? Brauchen wir dafür den Urologen und die von ihm verordneten Hormonspritzen? Oder brauchen wir geheimnisvolle Nahrungsergänzungsmittel aus den Wurzeln exotischer Gewächse?

In diesem Buch wirst du erfahren, wie man den Körper dazu bringt, mehr von den Hormonen, die uns aufbauen, zu produzieren, um die biologische Uhr zurückzudrehen, ohne Medikamente oder teure Nahrungsergänzungsmittel. Hormonpräparate stellen ein Risiko für die Gesundheit dar und viele Nahrungsergänzungen in diesem Bereich sind wirkungslos.

Ich erlaube mir, in diesem Buch die Anrede „Du“ zu verwenden statt dem förmlichen „Sie“. Das „Du“ hat sich ja in den Social-Media-Plattformen verbreitet, außerdem geht es in diesem Buch viel um Sport oder Training, wo man sich üblicherweise duzt.

Drei Faktoren sind entscheidend, um die verjüngenden Hormonsysteme dauerhaft und gesund zu aktivieren: das richtige Training, eine gezielte Ernährung und das positive Mindset. Nach der Lektüre dieses Buches wirst du wissen, wie man mit einem minimalen Zeitaufwand Aussehen, Leistungsfähigkeit und Gesundheit mithilfe unserer Hormone optimiert. Du wirst auch sehen, dass man das alles ohne große Ausgaben erreichen kann.

In diesem Buch möchte ich auch eine kritische Sicht auf medizinische Dogmen, ärztliche Überheblichkeit und zweifelhafte Studienergebnisse vermitteln. Natürliche Methoden zur Aktivierung von Testosteron und Wachstumshormon, die wirklich funktionieren und keine unerwünschten Nebenwirkungen haben, ergeben sich aus der Physiologie und der Biochemie des Körpers sowie aus der Erfahrung ihrer erfolgreichen Anwendung.

Dieses Buch zeigt dir konkret, wie du aus eigener Kraft die biologische Uhr zurückdrehen kannst. In ihm gibt es keine endlos lange Aufzählung von Gesundheitstipps, die noch dazu oft nicht belegbar sind, sondern eine klare, fokussierte Anleitung, die leicht umsetzbar ist.

Deshalb findest du hier genaue Erklärungen und Pläne dazu, wie man ein Training aufbaut, das die positiven Hormone in die Höhe steigen lässt und wie eine gezielte, individuell angepasste Ernährung dabei hilft. Wir werden uns in diesem Buch zuerst mit dem Training beschäftigen, weil es in der Regel der stärkste Reiz für die Produktion der Jungbrunnen-Hormone ist − meist noch stärker als eine Ernährungsanpassung − und weil dabei viel falsch gemacht wird. An dieser Stelle muss aber das Bild des magischen Jungbrunnens angepasst werden: Weder das Baden in einer Heilquelle noch das Trinken von Wasser daraus aktivieren die richtigen Hormone, sondern ein kurzes, aber intensives Training.

Gerade zu den Möglichkeiten, wie die Testosteronproduktion mit dem Konsum von bestimmten Lebensmitteln oder Supplementen erhöht werden kann, geistern zahlreiche Tipps durch das Internet. Was bringt da wirklich den gewünschten Effekt? Brokkoli, Haferflocken, Ginseng, das Erdsternchen, Kiefernpollen, Bockshornklee oder einfach ein Löffel Honig täglich? Der Zufuhr dieser Lebensmittel und Nahrungsergänzungen wird weit mehr vertraut als den Effekten des aktiven Trainings, weil viele lieber passiv konsumieren, als eine anstrengende Tätigkeit auf sich nehmen. Dabei ist leicht erklärt, warum gerade Krafttraining erfahrungsgemäß der stärkste Auslöser einer Erhöhung des Testosteronspiegels ist. Das Sexualhormon baut uns auf, damit wir besonders kurzen, intensiven Belastungen, wie sie ein gezieltes Krafttraining oder auch ein intensives Intervalltraining darstellen, gewachsen sind. Deshalb bewirkt das Testosteron Muskelwachstum, erhöhte Knochendichte sowie Reduzierung des Fettgewebes und es steigert auch Energie, Antrieb und Konzentrationsfähigkeit. Die vom Training ausgelöste Erhöhung der Testosteronproduktion hat neben den bereits erwähnten Effekten weitere positive Auswirkungen auf Stoffwechsel, Blutbildung, Regenerationsvermögen und Sexualität. Bei der Ernährung ist gar nicht so sehr der Konsum bestimmter Lebensmittel entscheidend, sondern im Gegenteil das Reduzieren der Energiezufuhr in Form des Fastens und die verringerte Aufnahme bestimmter Nährstoffe, um unsere Anti-Aging-Hormone zu aktivieren.

Mit welcher Art von Training und Ernährung man bis ins hohe Alter in Form bleibt, war lange Zeit eine „Geheimwissenschaft“, deren Erkenntnisse nur einem kleinen Kreis zugänglich waren. Mit diesem Buch ist das vorbei. Jeder, der den Inhalt umsetzt, wird die positiven Veränderungen an seinem Körper merken. Es soll ganz einfach eine Anleitung zu einem Leben voller Freude, Leidenschaft und positiver Energie sein, auch in den reiferen Jahren.

Gute Unterhaltung beim Lesen dieses Buches und eine erfolgreiche Umsetzung!

 

Dr. med. René Blanka

April 2023

 

 

 

 

AGE IS JUST A NUMBER

 

(1) MIT 95 JAHREN IN FLAGRANTI ERWISCHT

Der Jungbrunnen ist ein alter Menschheitstraum. In Werbung, Internet und vielen Medien wimmelt es von Menschen der Generationen 40+ oder 50+, die vor Fitness und Vitalität nur so strotzen. In der Realität ist das Altern aber bei den allermeisten Menschen mit Abbau, Krankheit und Schwäche verbunden. Altern bedeutet dann Rückzug, Verlust von Fähigkeiten und Möglichkeiten. Aber führt daran wirklich kein Weg vorbei? Können wir Männer stark und vital bleiben, trotz vorgerückten Alters? Können wir auch noch jenseits der 40 eine gute Figur machen und den Sex ohne Versagensängste genießen? Die biologische Forschung und die Erfahrungen aus der angewandten Trainingslehre sagen ganz klar: „Yes We Can!” Der Schlüssel zum Jungbrunnen ist die Aktivierung der Hormonsysteme, die uns aufbauen, vor allem des Testosterons, unseres wichtigsten männlichen Sexualhormons und des Wachstumshormons. Sie lassen bei den meisten Männern in ihrer Höhe oder Wirksamkeit recht früh nach, oft schon ab dem 30. Lebensjahr.

Damit starten die Alterungsprozesse, der Abbau übersteigt den Aufbau, Muskeln bilden sich zurück, Fett nimmt zu, die Energie wird weniger und ein Gefühl ständiger Müdigkeit stellt sich ein. Die Stimmung sinkt in den Keller und der Sex wird zur nostalgischen Erinnerung. Viele, darunter auch Ärzte, halten das für einen unausweichlichen und irreversiblen Prozess, der naturgegeben ist. In diesem Buch werde ich aber im Kontrast dazu zeigen, wie man die biologische Uhr zurückdrehen kann mit einem speziellen Training, das für jeden durchführbar ist, und mit einer gezielten Ernährung. Was dann passiert? Deine aktivierten Hormone machen dich optimistisch und energiegeladen, sie bringen die Muskeln zum Wachsen, bauen das Fett ab, straffen die Haut und sorgen für dichte Knochen. Und sie bringen ein erfülltes Sexualleben.

Mancher wird sich fragen, warum in diesem Buch von Anti-Aging die Rede ist, wo man doch das Altern nicht verhindern kann und der Tod unausweichlich ist. Hier muss man zwei Dinge unterscheiden. Ja, Menschen haben (bisher) nur eine begrenzte Lebensspanne und sterben irgendwann. Es geht aber darum, die Anzahl der gesunden Jahre zu erhöhen, und bis zum Lebensende möglichst fit zu bleiben.

Der Mediziner und Hormonforscher Hans Selye hat schon vor fast hundert Jahren den Begriff „Stress“ geprägt und umfangreiche Forschung dazu geleistet. In seiner Autobiografie „The Stress of Life“, einem Bestseller, beschreibt er auch seine Vorstellung von einem gelungenen Altern und seinen Wunsch, bis zum Ende vital zu bleiben. Auf die Frage eines Reporters, wie er alt werden möchte, gab Hans Selye diese ungewöhnliche Antwort: „Ich möchte wie ein wahnsinniger Hund von dem eifersüchtigen Ehemann einer liebenswerten Frau, der mich im Alter von 95 Jahren in flagranti erwischt hat, abgeknallt werden.“

Damit sind wir beim dritten und entscheidenden Punkt meines Anti-Aging-Konzepts, der richtigen Einstellung und Motivation, dem Mindset. Ab einem gewissen Alter sind wir negativen Einflüssen unserer Umgebung ausgesetzt, die aus dem sogenannten „sozialen Altern“ resultieren, das von Rückzug und Resignation geprägt ist. Die Gespräche kreisen da meist um Krankheiten, Arztbesuche und um das Thema, was man früher alles besser konnte. Mit der Einleitung „In unserem Alter …“ wird ausgeführt, was nun alles schlechter funktioniert als in jüngeren Jahren. Und Ärzte haben ihren klinischen Fatalismus – der Patient hat gefälligst in das allgemeine medizinische Altersschema zu passen, das vorgibt, wann man(n) abzubauen hat und wann die sogenannten Alterskrankheiten einsetzen.

Wohl bringt das Alter verstärkt Abbauprozesse mit sich, aber mit gezieltem Training setzen wir Aufbaureize und halten so dagegen. Für Aussehen, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ist das biologische Alter entscheidend und nicht das kalendarische, wie es im Personalausweis steht. Mit den Jahren entwickeln sich Menschen, die das gleiche Geburtsjahr haben, immer weiter auseinander. Welten trennen dann die trainierten Menschen von denen mit einem passiven Lebensstil.

Ein gut trainierter Mann mit siebzig Jahren kann leistungsfähiger sein als ein zwanzig-jähriger Couch-Potato! Darauf werden wir in diesem Buch noch näher eingehen. Ich werde dir zeigen, wie du trainieren musst, um die richtigen Hormone anzukurbeln, für mehr Vitalität, eine bessere Figur und ein erfülltes Sexualleben. Wir werden auch darauf eingehen, welche Ernährungsweise dir bei diesem Prozess hilft. Du wirst überrascht sein, wie wenig Zeit du für das Training benötigst, weil die Intensität über den Erfolg entscheidet und nicht die Dauer. Ich werde Licht bringen in den Dschungel der Ernährungsempfehlungen, die immer mehr zu einem wahren Glaubenskrieg werden. Dabei muss die Ernährung nur zwei Kriterien erfüllen: Sie soll helfen, unsere Ziele zu erreichen und sie soll einfach gut schmecken. Du wirst auch erfahren, wie du das richtige Mindset mit einer anhaltenden Motivation für diesen wunderbaren Weg findest.

In diesem Buch erhältst du eine ganz klare und präzise Anleitung, um rasch erfolgreich zu sein. Hier geht es nicht um eine beliebige, austauschbare, sportliche Betätigung, wie sie viele machen. Die meisten Männer über 40 trainieren ja leider so, als wollten sie ihre Hormone vertreiben. Wir werden uns auf eine Trainingsmethode konzentrieren, die leicht umsetzbar ist, weil sie mit geringem Zeitaufwand größtmöglichen Erfolg bringt.

Schließe dich mir an und werde zu einem Regelbrecher, zu einem „Outlaw der Altersstatistik“; mache Dinge, die sonst niemand in deinem Alter macht, widerlege längst überholte Ansichten über die vorgerückten Jahre und deren Gebrechen!

Warum ich ein Buch für Männer geschrieben habe? Ich wollte meine eigenen Erfahrungen mit Training, Ernährung und Mindset authentisch einbringen. Außerdem hinken Männer bei der Lebenserwartung den Frauen um einiges hinterher. So beträgt in Deutschland die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt im Jahr 2020 bei Männern 78,9 Jahre, bei Frauen 83,6 Jahre. Dieses Buch soll Männern helfen, hier gegenüber den Frauen aufzuholen.

Ein Ratgeber, der sich nur an Männer wendet, bringt mir als Autor auch den unschätzbaren Vorteil, dass ich den gewohnten männlichen Sprachgebrauch wählen kann und keine mühsamen gendergerechten Formulierungen verwenden muss.

 

➨ Ein gut trainierter Siebzigjähriger ist leistungsfähiger als ein Couch-Potato mit zwanzig Jahren.

(2) WIR HABEN KEINE VERSCHLEIẞTEILE WIE AUTOS

Als Student der Medizin hatte ich eine Diskussion mit einer Kollegin zum Thema Krafttraining als Auslöser von Aufbauprozessen. Sie vertrat die damals gängige, fatalistische Position, dass es an den Gelenken eben mit den Lebensjahren einen Verschleiß gebe, da nütze alles Training nichts. Ich antwortete ihr: „Wir sind keine Autos, die sich mit der Zeit und den gefahrenen Kilometern abnutzen. Unser Körper kann Schäden reparieren und unsere biologischen Systeme können regenerieren.“ Das ist schon einige Jahrzehnte her und die Forschung seitdem hat meine Ansicht bestätigt. So ist zum Beispiel bei der Erkrankung Arthrose nicht einfach mechanischer Verschleiß die Ursache, sondern das Missverhältnis von Auf- und Abbauprozessen im Gelenkknorpel. Selbst bei der Arthrose kann man Aufbauprozesse mit speziellem Training und gezielter Ernährung fördern.

Die Zellen des Gelenkknorpels werden durch Diffusion ernährt, weil dieses Gewebe nicht von Blutgefäßen durchzogen wird, wie es in besser regenerierenden Geweben der Fall ist. Damit also Nährstoffe zu den Knorpelzellen gelangen und Endprodukte ihres Stoffwechsels entfernt werden, muss der Gelenkknorpel regelmäßig zusammengedrückt werden und sich anschließend wieder ausdehnen können, vergleichbar mit einem vollgesogenen Badeschwamm, der danach erneut ausgepresst wird. Bei einem gezielten Krafttraining kommt es genau zu diesem Auspressen und Entlasten des Knorpels, wodurch er besser ernährt wird und somit seine Regenerationsfähigkeit zunimmt.

Wer erfolgreich Krafttraining betreibt, also stärker wird, hat damit auch andere Reparatur- und Regenerationsprozesse in seinem Körper trainiert, die ihm im Weiteren dabei helfen, Verletzungen und Krankheiten leichter zu überwinden. Bei dieser Trainingsform werden immer wieder kleinste Verletzungen an den Muskelzellen verursacht (nur im Mikroskop sichtbar), die dann repariert werden. Danach wird unter der Einwirkung anaboler Hormone die Eiweißsynthese verstärkt, der Muskel wird dicker und stärker. Biologische Prozesse, wie die Ausschüttung der Hormone Testosteron und Wachstumshormon mit der darauffolgenden gesteigerten Proteinbildung, sorgen dafür, dass wir auch im vorgerückten Alter aufbauen können. Wie in einer Werkstatt, in der oft repariert wird, entsteht so im Körper Routine und Effizienz bei der Arbeit. Der Körper kann dann, durch Krafttraining in Reparatur und Regeneration geübt, leichter mit Bedrohungen durch Keime oder Tumorzellen fertig werden.

Kommen wir nun zum Vergleich mit dem Auto zurück. In der Buchhaltung werden Autos wenige Jahre nach ihrer Anschaffung wegen der Abnutzung abgeschrieben, ihr Wert auf null gesetzt. Im Gegensatz zu den Autos können wir aufgrund der gewonnenen Erfahrungen unseren Wert mit den Jahren steigern, wenn es dabei gelingt, den Körper mit geeigneten Trainings- und Ernährungsmethoden fit zu halten.

 

➨ In unserem Körper gibt es keine Verschleißteile, vielmehr finden laufend biologische Prozesse zum Auf- und Abbau statt.

(3) SPITZENLEISTUNGEN IM REIFEN ALTER: WIE GELINGEN SIE?

Nur wenigen Menschen ist bewusst, dass extreme körperliche Leistungen auch noch im vorgerückten Alter möglich sind. Im Spitzensport gibt es immer wieder Ausnahme-Athleten, die sich über die angenommenen Einschränkungen des Alters einfach hinwegsetzen. Fangen wir mit dem japanischen Skispringer Noriak Kasai an, der noch mit 49 Jahren Spitzenplätze bei internationalen Wettbewerben erzielte. Er trainiert gerade für die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Peking, er wäre dann 50 Jahre alt. Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 von Tokio, die wegen der Pandemie ein Jahr später stattfanden, erzielte der portugiesische Geher João Vieira mit 45 Jahren über 50 Kilometer den fantastischen fünften Platz.

Sehen wir uns jetzt Beispiele aus dem Boxsport an. Das ist besonders interessant, weil man sich im Boxring wirklich keine Altersschwäche erlauben kann. Bei diesem Kampfsport werden alle motorischen Fähigkeiten gebraucht: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. George Foreman war mit 25 Jahren Weltmeister im Schwergewicht und holte sich nach einer Berufspause den Titel erneut im Alter von 45 Jahren. Bernard Hopkins wurde bei einem großen Boxverband noch mit über 48 Jahren Weltmeister im Mittelgewicht. Evander Holyfield wurde im Schwergewicht am Ende seiner langen Karriere mit 47 Jahren Boxweltmeister.

Ein Beispiel für erfolgreiches Anti-Aging war auch Dr. Charles Eugster. In seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er als Zahnarzt bis zum Alter von 75 Jahren, danach gab er eine medizinische Fachzeitschrift heraus. Er lebte erst in England, dann in der Schweiz und hatte dabei die Doppelstaatsbürgerschaft. Seit seiner Jugend betrieb er den Rudersport leistungsmäßig und startete auch noch mit 90 Jahren bei Wettkämpfen in seiner Altersklasse. In der Leichtathletik stellte er ebenfalls mit mehr als 90 Jahren Weltrekorde über 200 Meter und 400 Meter in seiner Altersklasse auf. Bei den Strenflex® Meisterschaften, wo umfassende Fitness bewertet wird, war er Seriensieger. Mit Krafttraining und Bodybuilding begann er mit 87 Jahren, weil ihm seine Figur nicht mehr gefiel. Für viele Menschen war er ein motivierendes Vorbild. Er selbst wollte das gar nicht sein. Er sah sich viel mehr als Vorboten einer Zeit, in der gute Leistungsfähigkeit im Alter normal sein wird.

Seine Motivation erklärte er aus seiner Eitelkeit und seinem Drang, auch im hohen Alter gut auszusehen. So meinte er mit mehr als 90 Jahren: „Ich trainiere, damit sich die siebzigjährigen sexy Mädels am Strand den Kopf nach mir verdrehen.“ Sein Credo war: „Wenn es mehr eitle Leute gäbe, wären wir im Alter gesünder!“ Eugster wurde vitale 97 Jahre alt. Er verfasste auch ein Buch, natürlich mit dem Titel „Age is just a number“.

Ich habe vor einiger Zeit ein Fitnesscenter gegründet und in 20 Jahren mit meinem Team mehr als 5000 Kunden beim Training betreut. Mit dieser Erfahrung kann ich die Meinung von Dr. Eugster nur bestätigen. Eitelkeit ist eine ausgezeichnete Motivationsquelle, um in Form zu kommen und fit zu bleiben. Eugster verwendet in einem Video, in dem er über seine Motivation spricht, das englische Wort „vain“, das „eitel“ bedeutet. Ich würde in diesem Zusammenhang lieber von Stolz als von Eitelkeit sprechen. Wer auch in reiferen Jahren über eine trainierte, athletische Figur verfügt, kann darauf absolut stolz sein.

Hier geht es nicht nur um Äußerlichkeiten, sondern darüber hinaus um Gesundheit und Vitalität. Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die jünger aussehen, als es ihrem kalendarischen Alter entspricht, eine höhere Lebenserwartung als ihre Jahrgangskollegen haben.

Für die meisten Menschen ist es besonders beim Krafttraining leichter, sich mit dem Ziel der Figurverbesserung zu motivieren, als mit dem doch etwas abstrakten Begriff „Gesundheit“. Wer gerade eine Übung für seine Bauchmuskeln macht, denkt dabei am besten an das gewünschte Sixpack. Natürlich fördern trainierte Bauchmuskeln auch die Gesundheit, weil sie die Wirbelsäule stabilisieren sowie Atmung und Verdauung unterstützen. Diese gesundheitlichen Argumente können aber nicht so stark motivieren wie das Sixpack des männlichen Models aus dem Werbespot. Neben dem Wunsch nach besserem Aussehen ist auch die Kraftsteigerung als Zeichen einer verbesserten Leistungsfähigkeit eine starke Motivation im Training.

Lass die Altersgenossen zu Hause mit all ihren Zipperlein und den neuesten Erzählungen aus dem Wartezimmer des Doktors! Such dir lieber Vorbilder aus der Welt der Power-Methusalems zur Inspiration, bevor du zum Training gehst.

Ich habe einen Vortrag des deutschen Sportwissenschaftlers Dietmar Schmidtbleicher besucht, in dem es um effizientes Fitnesstraining gerade in reiferen Jahren ging. Schmidtbleicher hat sich intensiv mit dem Thema Krafttraining beschäftigt und etliche wissenschaftliche Arbeiten dazu publiziert. Im besagten Vortrag ging es dann auch um körperlichen Abbau im Alter und um die Möglichkeiten, diesen Vorgang mit Training aufzuhalten. Schmidtbleicher führte aus, wie man mit einem gezielten Training den Altersabbau verhindern oder zumindest hinausschieben kann. Seine Kernaussage dazu: „Vor 70 gibt es keinen Abbau, nur Faulheit!“

Die biologischen Systeme in unserem Körper sind in einem ständigen Auf- und Abbauprozess. Mit gezieltem Training, unterstützt von der passenden Ernährung, erreichen wir, dass auch in reiferen Jahren unsere Hormone aktiv werden und für entsprechenden Aufbau sorgen. Getreu dem Motto: „Älter werden wir später!“

 

➨ Auch in reifen Jahren sind sportliche Spitzenleistungen möglich, wenn man mit der richtigen Trainingsmethode die Voraussetzungen dafür schafft.

(4) DREH DIE BIOLOGISCHE UHR ZURÜCK

Unser chronologisches Alter ist unabänderlich, die Geburtsurkunde ist da unbarmherzig. Anders sieht es beim biologischen Alter aus. Hier ist unser Lebensstil in Bezug auf Training und Ernährung mitentscheidend, neben der genetischen Ausstattung. Der Begriff „Biologisches Alter“ beschreibt den tatsächlichen körperlichen Zustand eines Individuums. Er umfasst biologische Parameter wie die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, der Muskulatur, den Zustand der Blutgefäße, die Knochendichte und viele andere. Auch Aspekte des Aussehens gehören dazu, wie die Figur, der Bauchumfang und die Körperzusammensetzung (Verhältnis der Magermasse, die aus Muskeln und Knochen besteht, zur Fettmasse).

Der Forscher Steve Horvath, ein Genetiker und Biostatistiker, hat eine Methode entwickelt, mit der das Alter von Zellen verschiedener Gewebe anhand von Methylierungen ─ das sind chemische Veränderungen an unserer Erbsubstanz DNA ─ bestimmt und daraus auf die Lebenserwartung des Individuums geschlossen werden kann.

Das biologische Alter kann vom kalendarischen stark abweichen. Es ist eine Alltagserfahrung, dass manche Menschen jünger und andere älter aussehen, als es ihr Geburtsdatum erwarten lässt. Genauso können biologische Parameter wie Leistungsfähigkeit und gesundheitlicher Zustand bei kalendarisch Gleichaltrigen sehr unterschiedlich ausfallen.

Viel zu oft werden Menschen hinsichtlich Gesundheit und Leistungsfähigkeit nur nach ihrem chronologischen Alter beurteilt statt nach ihrem biologischen. Auch in der Medizin ist diese Sichtweise leider bei den meisten Ärzten verbreitet. Warum das so ist? Viele Menschen brauchen einfach ein vorgegebenes Denkmuster, an das sie sich dann immer halten können. Das ist auch für den Arzt mit weniger Aufwand verbunden, als sich eine eigene Meinung vom körperlichen Zustand des Patienten zu bilden. Da hält er sich lieber an statistischen Werten für die Altersgruppe fest, auch wenn sie für das Individuum offensichtlich nicht zutreffen.

Es ist wissenschaftlich falsch und längst überholt, vom kalendarischen Alter auf den körperlichen Zustand eines Menschen zu schließen. „Der Vierzigjährige“ kann eben ganz verschieden aussehen, eine divergierende Leistungsfähigkeit und ganz unterschiedliche Verhaltensweisen haben. Diese Art von Altersbegriff ist überholt und schafft nur unnötige Schemata und Kategorien. Lassen wir uns nicht von Statistiken und veralteten medizinischen Tabellen vorschreiben, wann wir abbauen und sogenannte Alterskrankheiten entwickeln. Bei genauerer Betrachtung gibt es auch keine Krankheiten, die zwingend mit einem bestimmten Alter eintreten.

Du bestimmst dein biologisches Alter, deinen tatsächlichen körperlichen Zustand! Mit einem positiven Mindset, der richtigen Trainingsmethode und einer geeigneten Ernährung kannst du die biologische Uhr gewaltig zurückdrehen. Werde ein Regelbrecher, ein Outlaw, was die medizinischen Statistiken und Tabellen betrifft.

Verblüffe, ja schockiere deinen Arzt mit Verbesserungen deiner Laborwerte, deines Blutdrucks und deiner Knochendichte, wie er sie noch bei keinem Patienten gesehen hat. Und wenn du Altersgenossen triffst, die gerade darüber reden, was alles bei ihnen früher besser funktionierte, dann erzähle ihnen von deinem neuesten persönlichen Rekord beim Training.

 

➨ Das biologische Alter können wir mit Training, Ernährung und unserem Mindset in positiver Weise beeinflussen.

(5) ALTERN, EIN BIOLOGISCHES PHÄNOMEN

Warum wir altern und welche biologischen Prozesse dafür verantwortlich sind, ist von der Wissenschaft nicht restlos geklärt. Eine Theorie, die aber vieles offen lässt, sieht in einer Verkürzung der Telomere die Ursache des Alterns. Telomere bestehen aus sich wiederholenden DNA-Sequenzen und Proteinen. Sie befinden sich im Zellkern an den Enden der Chromosomen und haben die Funktion einer Schutzkappe. Im Laufe der Zeit verkürzen sich die Telomere mit der Anzahl der Zellteilungen. Diese Verkürzungen erfolgen allerdings nicht bei jeder Zellteilung in gleicher Weise. Sind die Telomere einmal stark verkürzt, erfolgen vermutlich keine Zellteilungen mehr. Noch ist unklar, mit welchen Methoden die Telomere verlängert werden können.

Man kennt auch nicht die exakten molekularen Mechanismen, die dafür verantwortlich sind, dass die einzelnen Arten der Wirbeltiere so unterschiedliche Lebenserwartungen haben. Einerseits gibt es Arten mit einer unglaublich langen Lebensdauer. Zu ihnen zählt sicher der Grönlandwal, der wahrscheinlich über zweihundert Jahre alt werden kann. Bestimmte Riesenschildkröten erreichen mehr als hundertfünfzig Jahre, der Grönlandhai dreihundert, vielleicht sogar mehr. An diesen Beispielen sieht man bereits, dass es sich um Tiere handelt, die einen geruhsamen Lebensstil mit ausreichenden Ruhepausen pflegen und deren Stoffwechsel langsam läuft. Andererseits werden Tiere, die sich sehr viel und rasch bewegen, nicht alt. Dazu gehören Singvögel wie die Meisen und Finken, die kaum älter als sechs Jahre alt werden.

Auch der Großteil der Nagetiere hat nur eine recht kurze Lebensdauer. Mäuse und Ratten werden nur zwei bis drei Jahre alt. Es gibt aber einen kleinen Nager, welcher der Wissenschaft noch Rätsel aufgibt, und zwar den afrikanischen Nacktmull. Er wird bis zu dreißig Jahre alt (was äußerst ungewöhnlich für ein kleines Nagetier ist), scheint nicht zu altern und leidet nie an Krebs. Wir werden uns mit ihm noch in einem späteren Kapitel im Zusammenhang mit Antioxidantien näher beschäftigen.

Bei den einfachen Organismen schätzt man das Alter bestimmter Schwämme im Meer auf zehntausend Jahre. Es gibt auch Polypen, die nicht altern, weil sie sich immer wieder erneuern. Sie leben damit unbegrenzt lang, wenn sie nicht gefressen oder an Land gespült werden.

Altern und Sterben werden von vielen Menschen als selbstverständliche, von der Natur vorgegebene und unausweichliche Prozesse betrachtet. Die Biologie als Wissenschaft vom Leben hat da eine andere Betrachtungsweise. Hier sind das Altern und der Tod die schwer erklärbaren Phänomene. Bis heute kann die Wissenschaft den biologischen Prozess des Alterns und Sterbens nicht ausreichend erklären. So haben die meisten Zellen im menschlichen Körper nur eine begrenzte Lebenszeit. Nach vierzig bis fünfzig Teilungen gibt es bei den meisten Zellen keine weiteren Teilungen mehr und sie sterben ab.

Man weiß nicht genau, warum die Zellen sich nicht weiter teilen; die Theorie mit den Telomeren hat viele Widersprüche wie das unterschiedlich lange Teilungsvermögen der einzelnen Zellarten. Auch der Erwachsene hat noch sogenannte Stammzellen, die sich in verschiedene Richtungen entwickeln können und die sich auch noch lange weiter teilen. Krebszellen können sich oft fast endlos teilen und überwuchern damit die gesunden Zellen. In spezialisierten Laboratorien arbeiten Forscher schon seit Jahrzehnten mit Zellen, die potenziell unsterblich sind und die sich in geeigneter Umgebung immer weiter teilen. Ich konnte in der Forschung eine dieser Zelllinien, und zwar die HaCat-Zellen, kennenlernen. Sie wurden ursprünglich aus dem Randbereich eines Hauttumors von einem Patienten isoliert; sie zeigen ähnliche Eigenschaften und Fähigkeiten wie normale Hautzellen, wenn man von ihrem Teilungsverhalten absieht, das dem von Tumorzellen entspricht.

Eine Ursache des Alterns ist ja, dass sich in bestimmten Organen wie zum Beispiel im Herz oder im Gehirn die Zellen nicht mehr ausreichend teilen und abgestorbene Zellen nicht mehr ersetzt werden. Zum Glück ist aber im Forschungsbereich der Zell- und Molekularbiologie vieles im Fluss und es werden neue Erkenntnisse gewonnen, die in der Zukunft helfen können, die Phase mit einer noch möglichen Zellteilung zu verlängern.

Der Tod ist nicht durch einen genauen Zeitpunkt festzulegen, es handelt sich bei ihm vielmehr um einen Prozess. Deshalb gibt es für ihn auch mehrere Definitionen. Es gibt einerseits den klinischen Tod, mit dem man das bleibende und irreversible Aussetzen von Herzschlag und Atmung bezeichnet. Dann gibt es den Hirntod, wenn keine Aktivitäten des Gehirns mehr nachweisbar sind. Der biologische Tod soll das Ende aller Zellfunktionen bezeichnen. Es sind international schon einige Fälle dokumentiert worden, wo Herz und Kreislauf bei Menschen wieder spontan einsetzten, die von Ärzten für klinisch tot erklärt worden waren, man bezeichnet das als Lazarus-Phänomen.

Die Grenze zwischen Leben und Tod ist offenbar nicht so klar zu ziehen. Manche Rituale des Buddhismus deuten auch darauf hin. Es gibt Richtungen des Buddhismus, in denen Mönche versuchen, mit Meditationen und diversen Behandlungen einen Zustand innerer Leere zu erzeugen, der dafür sorgen soll, dass ihr Körper nach dem Tod großteils erhalten bleibt. In Burjatien, einer sibirischen Teilrepublik von Russland, und in der Mongolei wurden Gräber buddhistischer Großmeister Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte nach der Beerdigung geöffnet. Man fand in diesen geöffneten Gräbern erstaunlich gut erhaltene Körper, die nur geringe Zeichen von Verwesung zeigten. Diese Körper sollen sogar noch lebende Zellen im Blut enthalten und auch Augenbewegungen der „Verstorbenen“ werden geschildert. Ganz gesichert ist das allerdings nicht, da die Körper von den buddhistischen Klöstern nicht für eine exakte wissenschaftliche Untersuchung freigegeben wurden.

 

➨ Die Zellen wichtiger Organe führen nur eine begrenzte Zahl an Teilungen aus. Mit der letzten Teilung endet die Regenerationsfähigkeit der Gewebe. Erkenntnisse aus der Tumorbiologie können helfen, die Zahl der Zellteilungen zu erhöhen und dadurch die Lebenserwartung des Menschen zu verlängern.

(6) DU HAST KEINEN KÖRPER

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass wir aus den gegensätzlichen Elementen Körper und Geist bestehen. Als unser drittes Element wird dann oft noch die Seele genannt. Geist und Seele ─ manche sprechen auch von der Geistseele ─ werden als unsterblich betrachtet, im Unterschied zum sterblichen Leib. Diese dualistische Vorstellung geht in unserem Kulturkreis auf die Philosophie der alten Griechen zurück. Das Geistige, Immaterielle, gilt dabei als rein und ewig existierend, der sterbliche Körper aber als Teil der materiellen Welt stellt nur eine Ebene der Begrenztheit sowie des Leidens dar. Der Körper wurde zum Beispiel vom griechischen Philosophen Platon als eine Art Gefängnis der Seele betrachtet, aus dem sie letztendlich der Tod befreit. Der Körper ist bei Platon der Seele klar untergeordnet, weil die Seele schon vor der Entstehung des Leibes existierte und auch nach seinem Ende weiterlebt.

Im Buddhismus, der mehr eine Philosophie als eine Religion darstellt, glauben die Anhänger an einen Prozess der Wiedergeburt nach dem Tod, bei dem sich die Seele immer wieder in einem neuen Körper findet.

---ENDE DER LESEPROBE---