Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die meisten Berater:innen und Coaches in Ausbildung haben sehr ähnliche Fragen, Herausforderungen und Hindernisse, die sie im Laufe der Ausbildung beschäftigen, wie zum Beispiel: - Wie komme ich zu ersten Klient:innen? - Wie werde ich mit meinem Angebot sichtbar? - Wie schaffe ich es, trotz vollem Alltag, alles unter einen Hut zu bekommen? Auch ungünstige Glaubenssätze, Unklarheiten, Fragen und Unsicherheiten hindern viele, ins Tun zu kommen. Daher bekommst du in diesem Buch hilfreiche Praxistipps und Tricks mit auf deinen Weg zum LSB. Es ist kein starrer Weg, den ich dir hier vorgebe, aber es gibt einen roten Faden, der dir hilft, deinen Weg zu gestalten.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 78
Veröffentlichungsjahr: 2023
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Einleitung
Einführung in die Lebens- und Sozialberatung, Psychosoziale Beratung
Lebens- und Sozialberatung bzw. Psychosoziale Beratung ist
Die Tätigkeit umfasst
Häufig behandelte Themen in der Lebens- und Sozialberatung sind z.B.
Interventionen in der Lebens- und Sozialberatung
Überblick über die Interventionen
Aktiv zuhören
Fragetechniken
Lineare Fragen
Ressourcenorientierte Fragestellungen
Lösungsorientierte Fragestellungen
Skalenfragen
Zirkuläre Fragen
Suggestivfragen
Möglichkeiten und Grenzen der Lebens- und Sozialberatung
Lebensberater:innen haben Protokollpflicht
Erste Beratungen - "ins Tun kommen"
Erste Beratungen – oft ein großes Hindernis
Wie bereitet man sich auf ein Beratungsgespräch vor?
Rituale vor/nach Beratungen
Ablauf einer Beratung
Hinderliche Glaubenssätze
Kein Raum zum Beraten
Vergleiche mit anderen
Den Start „verschieben“
Noch nicht gut genug?
Zu wenige Methoden?
Vielfältig einsetzbare Methoden für den Beginn der Beratungstätigkeit
Materialien für die Beratung
Auslagenersatz
Praktika und Besuchsdienste
Marketing-Basics
Wie komme ich zu Klient:innen?
Zielgruppe
Kunden-Persona bzw. Wunschkunde/Wunschkundin
Positionierung
Klarheit
USP
Marketing und Kund:innengewinnung als LSB
Online-Marketing
Zielgruppengerechtes Marketing
Facebook Business-Seiten
Facebook-Gruppen
Tipps für Social Media
Wiedererkennungswert schaffen durch Branding
Was soll ich posten?
Zeige DICH
Videos und YouTube
Podcasts und Audio-Medien
Websites
Offline-Marketing
Kooperationen
Mundpropaganda
Sichtbarkeit ist vielfältig
Authentisches Marketing
Kreativität im Marketing
Persönliches preisgeben
Organisation und Zeitmanagement als Berater:in
Ist-Analyse Organisation und Zeitmanagement
Konzentriere dich auf das Wesentliche
Lege fest, wie du arbeiten willst
Setze klare Grenzen
Selbstfürsorge
Flugmodus und "Nicht stören"-Modus nutzen
Strukturiere deine Arbeit und Freizeit
Aufgaben terminisieren
Aufgaben auf Teilschritte herunterbrechen
Termine blocken
Perfektionismus "runterschrauben" – Pareto-Prinzip leben
Listen erstellen und abhaken
Aufgaben priorisieren
"Neinsagen“ lernen
Klare Rahmenbedingungen
Notrufnummern und Anlaufstellen
Notfallplan bzw. Wenn-Dann-Plan
Sei nachsichtig mit dir selbst
Tipps zum „Stunden-Sammeln“
Ordentlicher Gewerbeordner von Anfang an
Literaturempfehlungen
Die meisten Berater:innen und Coaches haben sehr ähnliche Fragen, Herausforderungen und Hindernisse, die sie im Laufe der Ausbildung beschäftigen. Auch hinderliche Glaubenssätze, Unklarheiten, Fragen und Unsicherheiten bremsen viele, „ins Tun“ zu kommen. Ich kenne diese Herausforderungen aus erster Hand, da auch ich diese Schwierigkeiten zu Beginn hatte.
Im Laufe meiner Ausbildung habe ich dann viel erfragt, viele Webinare besucht, viel probiert und mir so einiges an Wissen und Fähigkeiten erarbeitet, was mir dabei geholfen hat, „ins Tun“ zu kommen, mir meine Praxis aufzubauen und meinen Social Media Auftritt zu gestalten. Ich habe Tipps und Tricks von erfahrenen Kolleg:innen und Supervisor:innen von überall her zusammengetragen und zusammengesucht, habe bei jedem Seminar, Webinar, bei jeder Supervision etc. hilfreiche Inputs und Beobachtungen wie Erfahrungen anderer mitbekommen, die mich alle ein Stück weitergebracht haben.
In diesem Buch teile ich kein Wissen mit dir, das du nicht auch woanders finden würdest, aber mein Workbook bietet eine gute Übersicht und Zusammenfassung über das, was (meiner Meinung nach) zusätzlich zu den Inhalten der Ausbildung wichtig ist, wenn du als LSB oder Coach arbeiten möchtest.
Da mir selbst eine Zusammenfassung über die wesentlichen Themen und Punkte, die abseits der Ausbildung noch hilfreich sind, also eben so eine Zusammenfassung wie diese hier, sehr geholfen hätte, und ich mir viel Zeit an Recherche etc. erspart hätte, habe ich mich entschlossen, dieses Wissen, in Form von Webinaren weiterzugeben, woraus dann in Folge dieses Buch entstanden ist.
In diesem Buch bekommst du hilfreiche Praxistipps und Tricks mit auf den Weg zum/zur Lebens- und Sozialberater:in.
Und es bietet, neben Theorieinput, Tipps und Tricks auch viele Fragen, die dir helfen zu reflektieren und für dich herauszufinden, wie dein Weg „ins Tun“ zu kommen, aussehen kann.
Es ist kein starrer Weg, den ich dir hier vorgebe, aber dieses Buch gibt dir einen „roten Faden“, der dir hilft, DEINEN WEG zu gestalten.
Ich wünsche dir viel Freude mit diesem Praxis-Workbook!
Alles Liebe, Anna
Kurze Beschreibung des Berufsbildes und der Methodik
Lebens- und Sozialberatung ist professionelle Beratung von Menschen, mithilfe von gezielten Fragestellungen, spezieller Gesprächsführung und verschiedensten Methoden. Häufig kommen Menschen, die sich Unterstützung in Krisensituationen wünschen oder Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen.
Beratung, Coaching, Counseling von Personen und Institutionen, insbesondere in den Gebieten:
Persönlichkeitsentwicklung
Selbstfindung
Problemlösung
Verbesserung der Beziehungsfähigkeit sowie
psychosoziale Beratung (mit Ausnahme der Psychotherapie).
Zusammengefasst im Tätigkeitskatalog des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung (§119 GewO 1994) (www.lebensberater.at, 2023)
Selbstwertthemen
Kommunikationsthemen
Beziehungskrisen
Spannungen in der Familie
Unzufriedenheit
Stress
Überforderung
Probleme, sich zu entscheiden
Überlastung
...
In der Lebens- und Sozialberatung werden sowohl Interventionen aus den verschiedenen psychologischen Schulen genutzt wie auch Methoden aus dem Coaching-Bereich.
Neben der persönlichen Eignung und der Selbsterfahrung, ist die Grundlage für das Arbeiten mit Menschen das Erlernen gezielter Gesprächsführung und Fragetechniken. Diese bilden die Basis, um Interventionen aller Art durchführen zu können.
Methoden der Lebens- und Sozialberatung sind jene, deren Grundlage der philosophische Dialog und/oder die psychologische Beratung ist, und die sich einer oder mehreren der nachfolgend angeführten Orientierungen zuordnen lassen:
tiefenpsychologisch-psychodynamische Orientierung
humanistisch-existenzielle Orientierung
systemisch-soziodynamische Orientierung
verhaltensmodifizierende Orientierung
Genaueres unter www.lebensberater.at – Methodenkatalog Lebens- und Sozialberatung
(www.lebensberater.at, 2023)
In der Lebensberatung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Interventionen, wie man arbeiten kann:
„Zielgerichtetes Coaching“
gezielte Fragestellungen
Hinterfragen mithilfe des sokratischen Dialoges
kreatives Gestalten mit Elementen der Gestalttherapie
systemische Fragestellungen
Aufstellungen mithilfe des Systembrettes etc.
Das behandle ich hier nur kurz und in Auszügen, da man das ohnehin im Rahmen der Ausbildung zum/zur Lebens- und Sozialberater:in, zum/zur Psychosozialen Berater:in lernt.
Aktives Zuhören ist die Basis für Gespräche. Wichtig dabei ist der Blickkontakt zum Klienten/zur Klientin.
Beim aktiven Zuhören wird das, was vom Klienten/der Klientin formuliert wird, vom Berater in eigenen Worten zusammengefasst. Worte, die mit viel Emotion verbunden sind, werden wörtlich übernommen. Darauf folgt seitens des Beraters/der Beraterin die Frage: „Hab´ ich das richtig verstanden?“, um abzugleichen, ob das, was beim Berater/bei der Beraterin ankommt, auch das ist, was der Klient oder die Klientin sagen will.
Als Beispiel: „Sie fühlen sich traurig und wütend, weil Sie z.B. bei der Beförderung übergangen wurden? Habe ich das richtig verstanden, dass Sie sich traurig und wütend fühlen, weil Sie bei der Beförderung übergangen wurden?“
Aktives Zuhören zielt darauf ab, das Gegenüber zu verstehen und ihm auch zu vermitteln, dass er oder sie gehört und verstanden wird. Aktives Zuhören ist sehr wirkungsvoll, da allein das Gehört- und Verstanden werden schon viel bewirken kann.
Fragetechniken können helfen, Gespräche zielgerichteter zu führen. Die Fragetechniken sind sehr vielfältig und es gibt ganze Bücher, die allein die Themen „Fragearten und Fragetechniken“ beschreiben, daher werde ich mich hier kurz halten und nachfolgend nur einen Auszug aus den gängigsten Fragestellungen erläutern.
Lineare Fragen dienen dazu, die Realität abzufragen. Sie zielen darauf ab, die Situation zu verstehen und einordnen zu können. Mithilfe linearer Fragen fragt man ab, was faktisch passiert ist, z.B.
Was ist passiert?
Wer war beteiligt?
Wie war die zeitliche Abfolge?
Wo ist das passiert?
Wie lange hat das gedauert?
...
Ressourcenorientierte Fragen zielen darauf ab, bestehende Ressourcen zu finden. Ressourcen können Einstellungen, Werte, Dinge, Menschen, Orte, Eigenschaften, ... sein, die von einer Person in einer entsprechenden Situation als hilfreich erlebt und wertgeschätzt werden. Mögliche Beispielfragen:
Was hat Ihnen in der Vergangenheit geholfen?
Was sind Ihre Stärken?
Was liegt Ihnen besonders, das hier hilfreich sein könnte?
Was tut Ihnen gut?
Was stärkt Sie?
Wie haben Sie die Situation bisher bewältigt?
...
Lösungsorientierte Fragen zielen darauf ab, schnell Lösungen zu finden. Die Erfinder der Methode „Lösungsorientierte Kurzzeittherapie“ bzw. „Lösungsorientierte Beratung“ waren Steve De Shazer und Insoo Kim Berg. Ihr Credo war: „Wer über Probleme spricht, kreiert Probleme, wer über Lösungen spricht, kreiert Lösungen“. Daher zielt die lösungsorientierte Beratung darauf ab, Lösungen zu finden, statt über Probleme zu reden. Lösungstrance statt Problemtrance. Oft werden in der lösungsorientierten Beratung die Ressourcen, die durch Ressourcenfragen gefunden werden, gestärkt, um so möglichst individuelle, ins Leben der Klient:innen passende Lösungswege zu finden.
Auf einer Skala von 1-10, wie weit sind Sie?
Was haben Sie gemacht, um so weit zu kommen?
Was müssten Sie tun, damit die Zahl höher wird?
Was hat Ihnen in ähnlichen Situationen geholfen?
Was wäre der kleinstmögliche Schritt, den Sie gehen könnten, um die Situation etwas zu verbessern?
...
Zirkuläre Fragen beleuchten, was andere Personen über eine Situation denken würden, oder wie andere Personen in einer Situation handeln würden. So wird eine andere Perspektive eröffnet bzw. die Betrachtung aus der Meta-Ebene gefördert, z.B.:
Was würde deine Mutter/dein Vater tun?
Was würde dein Kollege/deine Kollegin tun?
Was würde [Name einer berühmten Person] tun?
Was würde deine Schwester über die Situation denken?
...