Hühner halten - ganz einfach - Ralf-Wigand Usbeck - E-Book

Hühner halten - ganz einfach E-Book

Ralf-Wigand Usbeck

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Beschreibung

Hühnerhaltung ist nach wie vor im Trend – nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt. Schon 4 bis 5 Hühner fühlen sich im Garten wohl: ein kleines Gartenhaus oder ein mobiler Hühnerstall, ein eingezäunter Auslauf und schon kann das Federvieh einziehen. Hühner sind neugierig, pflegeleicht und zutraulich. Dieser Ratgeber bietet für alle Hühnerbegeisterten umfassende, praxisnahe Informationen zur Haltung, Stall, Auslauf, Auswahl, Kauf, Eingewöhnung, Ernährung, Pflege, Gesundheitsvorsorge, geeigneten Rassen und Hühnerprodukten wie Eier.

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Seitenzahl: 98

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Dieses E-Book ist die digitale Umsetzung der Printausgabe, die unter demselben Titel bei KOSMOS erschienen ist. Da es bei E-Books aufgrund der variablen Leseeinstellungen keine Seitenzahlen gibt, können Seitenverweise der Printausgabe hier nicht verwendet werden. Stattdessen können Sie über die integrierte Volltextsuche alle Querverweise und inhaltlichen Bezüge schnell komfortabel herstellen.

Zu diesem Buch

Das Huhn gehört zu den ältesten Haustieren weltweit. Bereits vor über 8000 Jahren fand das Wildhuhn den Weg zu den Menschen und wurde zu einem treuen Lieferant für Eier, Fleisch, Federn und Dünger. Schade, dass diese Symbiose verloren ging, denn leider gibt es heutzutage kaum noch Bauernhöfe mit Hühnerhaltung. Stattdessen fristen Hühner ihr meist kurzes Leben in der industriellen Massentierhaltung. Erst seit wenigen Jahren zeichnet sich ein neuer Trend ab, Hühner im eigenen Garten zu halten. Gerade junge Familien mit Kindern entdecken die beinah in Vergessenheit geratene Hühnerhaltung für sich neu. Die Sehnsucht nach dem Leben auf dem Land und nicht zuletzt die Selbstversorgung mit Eiern machen das Huhn zu einem faszinierenden und zugleich nützlichen Haustier für die ganze Familie.

VON WEGEN DUMMES HUHN

Hühner sind schlau, empathisch, sozial, neugierig und dabei noch hübsch anzuschauen. Sie können aber auch ängstlich, scheu, zurückhaltend, streitsüchtig oder dominant sein. Jedes Huhn hat eben seinen eigenen Charakter und schnell wird klar, dass es das sprichwörtliche dumme Huhn gar nicht gibt. Außerdem strahlen sie eine Ruhe aus, vergleichbar mit ins Kaminfeuer oder ins Aquarium schauen. Bei einem Ehepaar, die meine Hühner gemietet hatten, baute ich das Gehege der Miethühner zufällig unter dem Schlafzimmerfenster auf. Später erzählten sie mir, wie schön sie es fanden, morgens nach dem Aufwachen noch eine Weile liegen zu bleiben, um dem ruhigen Gurren und Glucksen der Hühner zu lauschen. Einen entspannteren Start in den Tag könne man sich kaum vorstellen.

© Anna Auerbach/Kosmos

Hühner im eigenen Garten – eine Freude für die ganze Familie.

KLEINE DINOS

Und, ja es stimmt, Hühner stammen vom Dinosaurier ab. Genau genommen sind sie enge Nachfahren vom Tyrannosaurus Rex. 2003 wurden fossile Überreste eines T-Rex in einem völlig unwegsamen Gebiet in den USA gefunden. Die Knochen sollten deshalb mit einem Hubschrauber abtransportiert werden. Da der Oberschenkelknochen aber zu schwer für den Lufttransport war, wurde er zersägt. Dabei entdeckte man im Inneren des Knochens Reste von Blutgefäßen, die nicht versteinert waren. Bei den darauffolgenden DNA-Untersuchungen wurde die Verwandtschaft mit Vögeln, insbesondere mit Straußen und Hühnern festgestellt. Besonders erkennt man dies an den mit Schuppen besetzten Ständern und eidechsenähnlichen Füßen und Krallen.

Auch der Laufstil erinnert stark an den der Dinosaurier. Immer wenn mir meine Hühner im Außengehege entgegengelaufen kommen, erkenne ich in ihnen die kleinen Dinos  – nur eben mit Federn.

Mit diesem Buch möchte ich Ihnen als zukünftige Hobby-Hühnerhalter praktische Tipps an die Hand geben, damit Sie Ihren Hühnern im eigenen Garten einen artgerechten Lebensraum bieten können. Gut vorbereitet können Sie sich, liebe Leser, unbeschwert auf Ihr neues Hobby freuen und wissen, was Sie nach dem Einzug Ihrer Hühner bei der Hege und Pflege der neuen Mitbewohner zu beachten haben.

Viel Spaß mit dem Federvieh wünscht Ihnen Ihr

Ralf-Wigand Usbeck

© Anna Auerbach/Kosmos

»Hühner vereinen die Eigenschaften eines Nutztieres mit jenen eines handzahmen Haustieres, das macht wohl den besonderen Reiz aus.«

Ralf-Wigand Usbeck

STALL UND AUSLAUF

© Anna Auerbach/Kosmos

Überlegungen vorab

Bevor die Hühner einziehen, stehen einige Vorüberlegungen an. Manches, wie Stallbau, liegt auf der Hand, doch dass man seine Hühner auch beim Veterinäramt anmelden muss, weiß nicht jeder.

Selbstverständlich gehören Hühner in den Garten und nicht auf den Balkon oder gar in den Keller. Wer ausreichend Platz im Garten für ein Hühnergehege übrig hat, kann den Tieren dort einen ganzjährigen Lebensraum bieten.

MINDESTENS ZU ZWEIT

Das Tierschutzgesetz schreibt eine artgerechte Haltung vor, was unter anderem bedeutet, dass Hühner nicht einzeln gehalten werden dürfen. Als Herdentier sollten es mindestens zwei Hühner sein. Andererseits darf die Bestandsdichte nicht zu hoch sein, um Krankheiten und Verhaltensstörungen vorzubeugen. Ich persönlich finde fünf Hühner für eine Haltung im heimischen Garten als eine optimale Gruppengröße.

GESETZLICHE PFLICHTEN

Wer Hühner halten will, hat seine Tierhaltung gemäß Viehverkehrsverordnung bei der zuständigen Behörde, also dem Veterinäramt und der Tierseuchenkasse, anzuzeigen. Hühner dürfen nach der bundesweit geltenden Baunutzungsverordnung auch in Wohngebieten gehalten werden, da sie als Kleintiere, etwa wie Meerschweinchen oder Kaninchen, gelten. Sollte es allerdings zu Beschwerden wegen Lärmbelästigung durch das Krähen des Hahnes kommen, kann es zu Auflagen seitens der Behörde führen. So sind Fälle bekannt, wo der Hahn nachts und mittags nur in einem schalldichten Stall gehalten werden darf, aber dabei handelt es sich wohl eher um Ausnahmen.

CHECK

Ist die Haltung erlaubt? (Mietgrundstück, Parzellengebiet)

Wird die Haltung toleriert? (Alle Nachbarn vorher fragen)

Ist eine ganzjährige Versorgung gewährleistet? (Gibt es Freunde oder Nachbarn, die Ihre Hühner während des Urlaubs oder bei Krankheit sitten?)

Hühner haben eine Lebenserwartung von fünf bis neun Jahren. Sind Sie bereit, so lange für Sie zu sorgen?

Gibt es in Ihrer Umgebung einen Tierarzt, der Hühner behandelt?

© Anna Auerbach/Kosmos

Hähne können in Wohngebieten schon mal für Ärger sorgen.

Baugenehmigung erforderlich?

Beim Bau eines festen Hühnerstalls muss man die Bestimmungen des Baurechts je nach Bundesland hinsichtlich der Größe und dem Abstand zum Grundstück beachten, gegebenenfalls ist eine Baugenehmigung erforderlich. Kleine und mobile Ställe sind dagegen genehmigungsfrei. Zudem besteht die Pflicht, seine Hühner alle drei Monate über das Trinkwasser oder alle 12 Monate mittels Injektion gegen die Newcastle Krankheit impfen zu lassen. Eventuell gibt es weitere Bestimmungen, informieren Sie sich beim zuständigen Veterinäramt.

Stationäre oder mobile Hühnerhaltung

Zur klassischen Haltung von Hühnern gehört ein fester Hühnerstall mit einem umzäunten Auslauf. Alternativ dazu können die Hühner auch in einem mobilen Stall mit einem Steckzaun gehalten werden.

© Anna Auerbach/Kosmos

MOBILER ODER FESTER HÜHNERSTALL? Wägen Sie im Vorfeld ab, was für Sie infrage kommt.

Beide Haltungsmöglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile und sind unter anderem von der Beschaffenheit des Gartens abhängig. Letztendlich hängt die Entscheidung auch von Ihrer persönlichen Einstellung ab.

VORTEILE DER STATIONÄREN HALTUNG

Es gibt eine klare Trennung zwischen dem Hühnergehege und dem übrigen Garten.

Der Platzbedarf ist geringer als bei der mobilen Haltung mit Wechselfläche.

Der stationäre Auslauf kann mit einem Vogelnetz oder Maschendraht zum Schutz vor Greifvögeln überspannt werden.

Bietet der Stall ausreichend Platz, können der Futtervorrat und das Zubehör wie z.B. die Reinigungsutensilien im Stall gelagert werden.

Ist der Stall auch noch begehbar, können die Fütterung der Hühner und alle anderen Arbeiten im Stall durchgeführt werden, was besonders bei nasser und kalter Witterung von Vorteil ist.

VORTEILE DER MOBILEN HALTUNG

Durch ein ständiges Umsetzen des Geheges kann sich die Bodenfläche wieder erholen, und die Hühner haben somit immer eine frische Grünfläche in ihrem Auslauf.

Die Belastung durch den Kot wird reduziert und somit Krankheiten vorgebeugt. Denn viele Krankheiten übertragen sich über den Kot der Tiere, der entweder beim Fressen oder beim Putzen der Krallen aufgenommen wird.

Der Parasitendruck wird reduziert. Die verschiedenen Phasen der Population von Parasiten finden wechselseitig am Wirt und im Erdreich statt. Durch das Umstellen des Geheges wird diese Kette unterbrochen, da der Parasit nicht zurück an den Wirt gelangt.

Die Wahl des Hühnerstalls

Auch bei Hühnerställen gibt es viele Varianten, vom fest gemauerten Stall über ein umfunktioniertes Gartenhäuschen bis hin zum „Hühnerwohnmobil“ ist alles möglich.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem vollwertigen begehbaren Hühnerstall und einem mobilen Übernachtungsstall. Der vollwertige stationäre Hühnerstall bietet alles, was zu einer artgerechten Haltung notwendig ist, wie Sitzstangen zur Übernachtung, einen Raum für die Eiablage, Futter, Wasser und Scharrfläche, sodass bei einer behördlich angeordneten Stallpflicht die Hühner im Stall bleiben können. Ein reiner Übernachtungsstall bietet dagegen nur eine Übernachtungsmöglichkeit und einen Raum für die Eiablage. Futter, Wasser und Scharrfläche müssen außerhalb des Stalls zur Verfügung gestellt werden. Egal, ob Sie einen Fertigstall kaufen oder einen Stall bauen möchten, es sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Der Hühnerstall sollte:

winterfest und gut belüftet sein,

raubtiersicher sein,

der geplanten Hühnergruppe ausreichend Platz bieten (für drei Hühner oder fünf Zwerghühner rechnet man mit ca. einem Quadratmeter Stallfläche),

nicht zu groß sein, damit die Hühner den Innenraum im Winter mit ihrer Körperwärme ausreichend aufwärmen können,

leicht zu reinigen sein, damit es keine Probleme mit Parasiten gibt,

ohne Hohlräume und Ritzen sein, in denen Milben leben können.

© Ralf-Wigand Usbeck

Ein fester Hühnerstall vom Fachmann individuell angefertigt.

© Anna Auerbach/Kosmos

Ob im Sommer oder Winter, der Eglu Cube ist ein Allrounder unter den mobilen Fertigställen.

FERTIGSTALL ODER EIGENBAU

Wer nichts falsch machen will, erwirbt am besten einen Fertigstall. Der Fachhandel bietet eine große Auswahl an Bausätzen an, wie z.B. die englische Firma Omlet, die mit ihrem Eglu Cube einen winterfesten Hühnerstall entwickelt hat, der alle Vorgaben berücksichtigt. Auf alle Fälle stehen bei einem Fertigstall die Kosten von vornherein fest und Sie kommen schnell ans Ziel. Der Eglu Cube ist ein reiner Übernachtungsstall, er bietet ausreichend Platz für die Nachtruhe und die Eiablage. Eine Scharrfläche fehlt allerdings und muss im Gehege zur Verfügung gestellt werden. Durch die Erweiterungsmöglichkeit eines Auslaufs mit Überdachung durch eine Allwetterplane ist sogar die Haltung im Falle einer Stallpflicht und bei Schneefall im Winter möglich.

Wer über ausreichend handwerkliches Geschick verfügt, kann seinen Ideen freien Lauf lassen, um einen neuen Stall, ob mobil oder stationär, selbst zu bauen oder ein bereits vorhandenes und nicht mehr genutztes Garten- oder Spielhaus umzubauen. Im Internet finden Sie viele Anregungen. Bitte beachten Sie dabei Folgendes:

Eine Isolierung gegen Wärme und Kälte sollte nicht fehlen, sie muss aber unbedingt zum Innenraum hin abgedichtet sein, um zu verhindern, dass sich in der Isolierung Milben einnisten.

Wichtig ist eine gute Belüftung. Egal ob Sommer oder Winter, die Feuchtigkeit, die die Hühner insbesondere nachts abgeben, muss entweichen können. Verwenden Sie gegenüberliegende Wandanschlüsse mit Lufthauben oder Lamellen, um Zugluft zu vermeiden. Auch eine Tropfkante sollte nicht fehlen, damit das entstehende Kondenswasser abgeleitet wird.

Bei einem stationären Hühnerstall muss der Boden so beschaffen sein, dass sich keine Ratten hindurchgraben können, hierfür bieten sich Gehwegplatten an. Außerdem ist für ausreichend Licht im Stall zu sorgen, falls die Hühner bei einer Stallpflicht einige Zeit drinnen bleiben müssen.

Noch besser ist es, wenn eine überdachte Voliere mit einem Dachüberstand geplant wird. Dieser soll verhindern, dass darüber fliegende Wildvögel in das Gehege koten und so eine Übertragung des Vogelgrippeerregers verhindern.

Was Sie alles zum Einrichten Ihres Hühnerstalls benötigen, finden Sie im Kapitel Ausstattung und Zubehör.

© Anna Auerbach/Kosmos

Klein aber fein, ein Hühnerstall Marke Eigenbau.

Erfahrungsbericht: Annas kleine Hühnervilla

ANNAS KLEINE HÜHNERVILLA

Aus einer fixen Idee auf einer Grillfeier mit Freunden wurde mit der Zeit ein konkreterer Plan. Bei uns im Garten sollten ein paar Hühner einziehen. Noch unerfahren fingen wir an, Bücher und Forenbeiträge über Hühnerhaltung zu lesen. Wir nahmen uns als Erstes den Bau des Hühnerstalls vor. Durch die vorherige Recherche hatten wir ein paar gute Ideen gesammelt und setzten diese direkt beim Bau um.

Unser Hühnerstall hat unter der Sitzstange eine Kotschublade, die zum Entleeren herausgezogen werden kann. Sie ist durch ein Gitter geschützt, sodass die Hühner nicht darin herumlaufen können.

© Anna Auerbach/Kosmos

Der Stall lässt sich durch eine doppelflüglige Tür ganz öffnen, sodass er leicht zu reinigen ist, Futter und Wasser nachgefüllt werden können.

© Anna Auerbach/Kosmos

Die Legenester sind durch eine Tür von außen zugänglich, und die Front des Stalls lässt sich durch zwei Türen öffnen.

Die elektrische Hühnerklappe ist Gold wert, so wissen wir die Hühner abends sicher verwahrt und können auch mal länger schlafen.

© Anna Auerbach/Kosmos

Ausstattung und Zubehör

In Ihrem Hühnerstall brauchen Sie nun noch ein wenig Inventar, damit er wohnlich wird. Dazu gehören Hühnerklappe, Einstreu, Sitzstangen, Kotbretter, Legenester und Futterrinnen.

DIE HÜHNERKLAPPE