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Das glückliche Huhn im eigenen Garten!
Sie möchten sich gerne mit frischen Bio-Eiern selbstversorgen? Und dabei ohne Massentierhaltung die Hühner artgerecht halten? Mit diesem Buch können Sie sich diesen Wunsch nun ganz leicht selbst erfüllen. Denn es vermittelt Ihnen das grundlegende Wissen der privaten Hühnerhaltung.
Kompakt und übersichtlich finden Sie auf diesen Seiten alles, was Sie über Hühner wissen müssen. Ein Buch, das bereits beim Lesen Freude macht und auch die Freude über das Leben mit Hühnern mit Ihnen teilen möchte. Lassen Sie sich für die private Hühnerhaltung begeistern! Lernen Sie diese anspruchslosen und zugleich so zutraulichen und fleißigen Nutztiere kennen und lieben. Ja, es stimmt: Die Verantwortung für ein Tier ist auch eine Aufgabe. Doch mit diesem Buch gelingt Ihnen diese Aufgabe spielend leicht. Ein Gewinn für Sie selbst. Und für Ihr Huhn.
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Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2022
Marlene Schweiger
Hühnerhaltung leicht gemacht!
In wenigen Schritten zum eigenen Hühnerstall, um täglich frische Bio-Eier zu genießen. Ohne Vorerfahrung artgerecht Hühner halten mit dem großen Praxisbuch.
Copyright © Marlene Schweiger
1. Auflage 2022
ISBN: 9783754670255
Alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch in Auszügen, nicht gestattet
Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Form reproduziert, vervielfältigt oder verbreitet werden
Kontakt: Kontakt: Michael Stüssi / Seestrasse 65 / 8820 Wädenswil
Covergestaltung: 99designs
Lektorat: Jannike Boller
www.redfox-verlag.de
Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie bitte an:
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung – Reif für Hühner?
Gesellschaftstier - Gesellschaftsmensch
Alles kann verwertet werden
Die kleine heile Welt
Darf eigentlich jeder Hühner halten? Gesetze und Bestimmungen
Auf gute Nachbarschaft
10 Fragen vor der Anschaffung von Hühnern
So viel Zeit muss sein
Was braucht mein Huhn?
Vom Schutz der Bäume
Zur Futtersuche
Das gepflegte Huhn
Was Huhn so tut – der Tagesablauf
Hühner untereinander
Wenn Hennen kämpfen
Der Hahnenkampf
Der Hahn im Korb
Hühner und Menschen:
Hühner und andere Tiere:
Stall und Auslauf
Platzbedarf:
Überlegungen zur Stallplanung
13 Tipps zum Stallbau
Die Einrichtung – das muss das Huhn haben
Trockener Boden
Einstreu im Überblick:
Hoch, dick und sauber – die Sitzstange
Die beliebtesten Legenester
Futterplatz und Tränke
Licht
My home is my garden – 7 Tipps für den Auslauf
Der Zaun, die Einfriedung
Futter
Ein paar grundlegende Überlegungen
Was genau wird gefüttert?
Fertigmischungen
Futtermischung selbstgemacht
Getreide – gemischt, geschrotet oder eingeweicht
Muschelkalk/Muschelschrot
Was gilt alles als Grünfutter?
Wenn kein Freilauf möglich ist
Und im Winter?
Ganz wichtig: Wasser
Was Hühner nicht essen sollten
Das gesunde Huhn – Körper und Sinne
Die fünf Sinne
Ich seh, ich seh
Aufmerksame Zuhörer?
Mmh – das tastet gut!
Federn und Federwechsel
Verdauung, Schnabel und Kloake
Zum Tierarzt
Krankheiten und Verhaltensstörungen im Überblick:
Wenn Hühner sterben…
Gesetze zur Eindämmung seuchenhafter Erkrankungen
Ein Ei entsteht
Wie viele Eier legt ein Huhn?
Wie lange hält ein Ei?
Oje – Was ist denn mit dem Ei los? Kann man das noch essen?
Eier haltbar machen. Roh und ohne Kühlung
Eier verkaufen
Hühner züchten
Keine Hühner züchten
Die Paarung
Kann man befruchtete Eier essen?
Befruchtete Eier ausbrüten lassen
Welches Nest braucht meine Henne zum Ausbrüten?
Ist meine Henne gluckig?
Ist das Ei befruchtet?
Küken und Glucke – eine Beziehung entsteht.
Der Brutapparat. Oder: Wenn Küken eine Amme brauchen
Küken und Glucke im Freilauf
Rangkämpfe – Wenn die Kleinen groß werden
Woher kommt mein Huhn? Ursprung und Rassen
Vom Wildhuhn zum Haushuhn
Mehr als 300 Rassen
Welches Huhn passt zu mir?
Mehr als 70 beliebte Hühnerrassen im Überblick
Altsteirer
Amrock
Ancona
Andalusier
Antwerpener Bartzwerg
Appenzeller Barthuhn
Appenzeller Spitzhaube
Araucana
Asil
Augsburger
Australorps
Bantam
Barnevelder
Bassetten
Bergische Kräher
Bergische Schlotterkämme
Bielefelder Kennhuhn:
Brabanter (Helmhaubenhühner)
Brabanter Bauernhühner
Brahma
Brakel
Chabo
Cochin
Zwerg-Cochin:
Crève-Coeur
Denizli-Kräher
Deutsches Lachshuhn
Deutsches Reichshuhn
Deutscher Sperber
Dominikaner
Dorking
Dresdener Huhn
Federfüßiges Zwerghuhn
Gauloise Dorée
Indischer Kämpfer
Hamburger
Holländisches Haubenhuhn
Italiener
Kraienkopp
Krüper
Lakenfelder
Leghorn
Lohmann Brown
Minorka
Moderner Englischer Zwergkämpfer
Nackthalshuhn
New Hampshire
Niederrheiner
Ohiki
Orpingtons
Ostfriesische Möwe
Paduaner
Phönix
Plymouth Rock
Rheinländer
Rhodeländer
Sachsenhuhn
Sebright
Seidenhuhn
Shamo
Spanier
Sulmtaler
https://bit.ly/Sulmtaler_Huhn
Sundheimer
Sussex
Thüringer Barthuhn
Vorwerkhuhn
Welsumer
Westfälischer Totleger
Wyandotte
Yokohama
Das gerettete Huhn
Wie geht es einem Huhn in großen Betrieben?
Was spricht dagegen, Hybriden zu kaufen?
Also doch lieber ein Rassehuhn?
Und was wurde nun aus unserem guten alten Bauernhofhuhn?
Sind Tiere mit Auszeichnung die Lösung?
Wo also kaufen?
5 Expertentipps zum Kauf
Ein Huhn zieht ein
Hühner einfangen, hochheben und halten
Bestandserneuerung
7 Tipps zum Einzug in eine bestehende Herde
Kleiner Anhang
Quellenangaben und Literaturempfehlungen
Haftungsausschluss
Urheberrecht
Impressum
S
ie möchten gerne Hühner im Garten halten oder haben bereits ein paar Hühner und wollen nun Ihr Wissen vertiefen? Auf den folgenden Seiten finden Sie dazu ein paar grundlegende Informationen über den Körper und die Lebensgewohnheiten des Haushuhns, wie ein Ei entsteht und worauf Sie bei der Haltung und vor allem auch bei der Ernährung der Tiere achten sollten. Das Buch gibt aber auch einen Überblick über die beliebtesten Rassen und Einblick in Zucht und Fehlzüchtungen, natürlich verbunden mit Expertentipps zum Kauf und zur Eingewöhnung der Tiere. Wichtig im Garten sind außerdem der Bau des Stalls und die Anlage des Auslaufs sowie die rechtlichen Grundlagen dazu.
Für dieses Buch habe ich natürlich viel von meinen eigenen Erfahrungen mit Hühnern eingebracht, aber auch Bücher und Blogs gelesen, offizielle Stellungnahmen von Tierschutzvereinen und Behörden einbezogen und auch mit einigen erfahrenen Hühnerhaltern gesprochen. Zitate aus den Gesprächen sind immer wieder im Text zu finden. Ein vollständiges Interview zur Hühnerhaltung vor 50 Jahren finden Sie zum Schluss dieses Buches.
Das Bildmaterial soll vor allem Wissenswertes zum Körper eines Haushuhns sowie zum Stallbau und zum Auslauf veranschaulichen jedoch sind die meisten e-Reader in Schwarz/Weiß gehalten.
Farbfotos machen natürlich gerade bei den Abbildungen einzelner Hühnerrassen Freude. Mit dem Link unter den Bildern kommen Sie online aber direkt zu den Farbabbildungen.
Apropos Links. Im Anhang finden Sie einige Buchempfehlungen und Links zu vertiefenden Informationen. Diese Liste ist natürlich nur eine kleine Auswahl, denn über Hühner kann noch so viel mehr berichtet werden. Ein nie enden wollendes, faszinierendes Thema. Nutzen Sie dieses Buch gerne als Einstieg oder als Ergänzung. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen – und natürlich mit Ihren Hühnern.
D
as glückliche Huhn im eigenen Garten ist ein Bild, mit dem sich immer mehr Familien anfreunden können. Dieses sympathische Nutztier bringt sogar in ein urbanes Umfeld ein wenig ländliche Idylle. Und mit den Eiern vom eigenen kleinen „Bauernhof“ lässt sich auch der Traum vom Selbstversorger optimal ausleben.
Das täglich frische Frühstücksei ist garantiert Bio und Öko, frei von Schadstoffen, ohne genmanipulierte Futtermittel und ohne wachstumsfördernde Zusatzstoffe, die in der Nahrungsmittelindustrie heute geradezu selbstverständlich geworden sind. Das Ei kann aber noch mehr: Es gibt dem stolzen Halter die Sicherheit, dass dafür kein Tier leiden musste. Im Gegenteil, die fleißigen Legehennen scharren direkt vor der Haustüre glücklich in der Erde. Die artgerechte Haltung und die ausgewogene Ernährung der Tiere machen das Ei zu einem wertvollen Lebensmittel. Und das schmeckt man auch. Das Ei der „glücklichen Henne“ ist meiner Erfahrung nach besonders aromatisch.
Abbildung 1: Passt doch gut in den Garten, oder?
Sie überlegen, ob Sie nicht auch ein paar dieser putzigen Tiere in Ihrem Garten herumlaufen lassen möchten? Oder Sie haben sogar schon ein paar Hühner? Hervorragend! Hühner sind wunderbar anspruchslose Nutztiere. Sie brauchen nicht viel – ein paar Dinge aber doch. Die neuen Mitbewohner bringen einige Veränderungen in Ihr Leben. Keine großen, aber dennoch macht es Sinn, sich – abgesehen vom täglichen Arbeitsaufwand – auch damit auseinanderzusetzen:
Da Hühner ausgesprochene Gesellschaftstiere sind, braucht jeder Halter mindestens drei Hennen. Keine Sorge: Ein Hahn ist bei kleinen Herden nicht erforderlich.
Der morgendliche Weckruf ist also kein Muss. Jede Henne legt pro Woche dann zwei bis sieben Eier. Das ergibt schnell auch mal mehr, als eine Familie allein verbraucht. Was also tun mit der wöchentlichen Überproduktion?
Rasch wird das Ei zum Mitbringsel für jede Gelegenheit! Freunde, Familie und Kollegen, aber auch die Nachbarn, mit denen Sie zuvor vielleicht kaum gesprochen haben, werden nur allzu gerne zu regelmäßigen Abnehmern für die Ei-Überproduktion in Spitzenzeiten. Huhn verbindet! Und sie bieten sich als ideales Gesprächsthema an, auch mit Bekannten oder Kollegen, mit denen Sie zuvor eigentlich nie so recht wussten, worüber Sie ins Gespräch kommen könnten. Eine unvorhergesehene Nebenwirkung des Hühnerhaltens sind somit zusätzliche Sozialkontakte. Und das nicht nur wegen der Eier!
Bald bleiben vermutlich auch Familien aus der Nachbarschaft am Gartenzaun stehen und bewundern die kleine Hühnerschar. Vielleicht kommen Sie so auch ins Gespräch und freuen sich gemeinsam über das kleine Stück Landleben, das man nun auch mit den Kindern sozusagen im Vorbeigehen genießen kann. Diese erleben hautnah, wie Lebensmittel entstehen und was ein Tier braucht und auch leistet. Und plötzlich werden Sie mit der Frage konfrontiert: „Dürfen wir mal reinkommen?“
Vermutlich stellt diese Frage dann das Kind und nicht der Erwachsene. Können Sie da Nein sagen? Müssen Sie ja auch nicht. Aber damit rechnen, dass die Frage kommt, wohl schon…
Für die eigenen Kinder – aber auch für deren Freunde und die Kinder der Nachbarn – sind Hühner wunderbare Wesen, die den Kreislauf der Natur auf eindrucksvolle Weise veranschaulichen: So picken sie von der Erde, was immer sich ihnen bietet. Körner oder auch kleine Insekten, Grasschnitt, Fallobst oder vorwiegend vegane Speisereste aus der Küche verwerten die Tiere mit großer Begeisterung. Wir bekommen dafür Eier und auch Dünger für Gemüsebeet und Co. Wenn Sie möchten, können Sie auch einen Grünschnitthaufen direkt im Hühnerstall einplanen und den Tieren dabei zusehen, wie sie beim Kompostieren helfen. Mit bewundernswertem Eifer verarbeiten die Hühner die einzelnen Rohstoffe zu wertvoller Erde, während sie nach Gemüseresten, Würmern und Engerlingen suchen. Alles wird verwertet. Alles erfüllt einen Zweck. Die Kinder sehen, wie die Hühner fressen, Eier legen, sich über Reste aus der Küche freuen und mit ihrem Mist und ihrem Scharren den Kompost bearbeiten, sodass wieder fruchtbare Erde entsteht – für Gemüse, Salate und Co.
Die Hennen kommen freudig angelaufen, wenn man ein paar Körner streut und haben vielleicht sogar Namen, mit denen sie von den Kindern gerufen werden. Und dann gehen Sie das nächste Mal mit der ganzen Familie ins Restaurant und plötzlich steht „Huhn“ auf der Karte. Gerade als Hühnerhalter mit jüngeren Kindern sollten Sie nun darauf vorbereitet sein, dass Ihr Kind diese Speisen plötzlich nicht mehr auf dem Teller sehen will. Vielleicht geht es auch so weit, dass es plötzlich gar kein Fleisch mehr isst. Und auch Ihnen als Erwachsener ist die vegetarische Alternative plötzlich viel sympathischer? Ob Sie und Ihre Familie weiterhin mit Genuss Fleisch essen werden, vielleicht sogar die eigenen Tiere ab und an schlachten lassen, oder ob Sie allesamt überzeugte Vegetarier werden, liegt natürlich bei Ihnen. Sicher ist aber wohl, dass diese Frage irgendwann Thema wird. Besonders wenn Kinder im selben Haus leben.
Wie auch immer Sie zum Fleischessen stehen, dieses Miterleben von Wachsen und Gedeihen, Werden und Vergehen bringt Sie auf jeden Fall wieder näher an die Natur heran. Hühnerhaltung ist nicht zuletzt auch deshalb Teil eines allgemeinen Trends, der sich auch darin äußert, wieder vermehrt Selbstgepflanztes, Selbstgekochtes, Selbstgesammeltes und Selbstgemachtes zu schätzen. Die Erfahrung, Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs selbst erzeugen zu können, gibt uns Sicherheit. Die neue Bodenständigkeit ist aber auch eine Reaktion auf die globale Nahrungsmittelindustrie, in der kaum mehr nachvollzogen werden kann, was wo unter welchen Bedingungen hergestellt wurde. Dazu haben auch noch Finanzkrise, Lockdown und die Möglichkeit eines Blackouts das Vertrauen in unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen belastet. Das Huhn im eigenen Garten ist nicht nur eine Kulturkritik. Es steht für eine kleine heile Welt. Im eigenen Hühnergehege ist alles noch so, wie es sein soll. Der Mikrokosmos, in dem sich das Huhn wohlfühlt, ist somit auch ein Ort, wo sich der Mensch wohlfühlt. Viele Hühnerhalter richten sich deshalb ausgerechnet im Hühnergehege ihre Chill-out-Area ein. Zwei stabile Bäume als Eckpfeiler für die Hängematte sind zum Beispiel ideal, um zu entspannen. Vielleicht möchten Sie so ein Plätzchen auch gleich bei der Einrichtung Ihres Hühnerauslaufs mit einplanen?
An sich spricht nichts dagegen, Hühner auch als Privatperson zu halten. Sie müssen kein ausgebildeter Landwirt sein, um diese erstaunlich anspruchslosen Nutztiere optimal versorgen zu können. Aber dürfen Sie es auch? Je nach Land und Region gibt es einige Gesetze, die Sie beachten müssen:
Für jede Art der Tierhaltung gilt das landesweite Tierschutzgesetz. Darin sind die gesetzlichen Mindestanforderungen festgelegt. Das heißt, im Gesetz steht das absolute Minimum, das eingehalten werden muss, wenn es um Stallgröße und Einrichtung, Auslauf, Ernährung und Betreuung geht. Diese Mindestgrößen sind natürlich keine Optimal-Bedingungen für eine artgerechte Haltung! Es darf ruhig ein bisschen mehr sein…
Je nach Wohnadresse gibt es dann noch lokale Verordnungen. Das heißt: Hühnerhaltung ist meist dort erlaubt, wo es „ortsüblich“ ist.
