Hypnogene Zonen und Mesmerismus - Friedbert Becker - E-Book

Hypnogene Zonen und Mesmerismus E-Book

Friedbert Becker

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6,49 €

Beschreibung

Ein faszinierendes Gebiet der Hypnose Dieses Buch hilft Ihnen nicht nur dabei, die energetischen Kräfte zu entfalten, sondern gibt auch praktische Hinweise, wie Sie Ihr Gegenüber durch sanfte Berührung in einen heilsamen Bewusstseinszustand führen. Erfahren Sie, wo hypnogene Zonen liegen, wie sie stimuliert werden und wie Sie so Selbstheilungstrancen erzeugen können. Diese Kurzanleitung verrät Ihnen, wer für diese spezielle Art der Hypnose geeignet ist und wie man sie richtig anwendet. Damit Sie in kürzester Zeit Experte werden!

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2. Auflage 2018

© 2017 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

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Fax: 089 652096

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Umschlaggestaltung: Manuela Amode

Umschlagabbildung: © DeaSum/Shutterstock

Satz: Georg Stadler, MünchenDruck: CPI books GmbH, LeckPrinted in Germany

ISBN Print 978-3-86882-783-5

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-025-1

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-026-8

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

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Inhalt
Am Anfang war die Faszination
Wie kann der nonverbale Faktor geschult werden?
Die moderne Hypnose
Die ursprüngliche Hypnose
Konditionierte Wesen
Das Zauberwort heißt »Trance«
Nonverbale Hypnoseinduktion
Die fünf Phasen der Hypnose
Phase 1 – vorläufige Trance
Phase 2 – leichte Trance
Phase 3 – mittlere Trance
Phase 4 – somnambule Trance
Phase 5 – Ekstase
Vorbereitung des Klienten
Zielgerichtete Grundanweisungen
Formulierung des Ziels
Gefühlsmäßige Beschreibung der neuen Situation
Die drei wichtigsten Eigenschaften der Suggestibilität
Akzeptanz
Überzeugung/Glaube
Sich darauf einlassen
Augenschluss und Vertrauensübung
Überflüssige Fragen
Die Einleitung
Wangen, Brust und Bauch
Wichtig: Halten Sie sich verbal vollkommen zurück!
Flüstern Sie nicht während der Trance.
Wecken
Der Klient weigert sich, wach zu werden
Mesmerische Gegenstriche
Kalt anblasen
Die Sanfte Methode
Gruppenanwendungen
Einzelanwendungen
Weitere Einstiegsmöglichkeiten in die Trance
In der Einzelsitzung aus dem Stand
Sanfte Akupressur
Mit hypnotischen Berührungen in der Rückenlage
Seelenreisen
Körperstellung verändern
Mesmerismus
Vorschläge zur Schulung der nonverbalen Faktoren
Mesmerische Striche
Gedankenkontrolle
Energieball formen
Mit den Poren atmen
Augentraining: Der magnetische Blick, auch zentraler Blick genannt
Lebendiges inneres Erleben
Emotionen
Wille und Absicht
Mit der Energie spielen
Das Seil
Befreiung durch Gedankenkraft
Die Absicht schulen
Nachwort
Anhang

Am Anfang war die Faszination

Mit den Fingern öffnete er beide Augen der jungen Frau, doch zu sehen war nichts als das Weiß der Lederhaut (Sclera). Die Iris war komplett nach oben gestellt.

Die nächste Person war ein junger Mann, der unmittelbar neben der jungen Frau lag. Er packte ihn an den Fußgelenken, zerrte ihn quer durch den Saal und ließ dann seine Beine ziemlich unsanft zu Boden fallen.

Als er schließlich das dicke Buch auf den Bauch der zierlichen jungen Frau fallen ließ, und diese das offenbar gar nicht bemerkte, war die Entscheidung gefallen: Das musste ich hautnah erleben.

Sieben Wochen später saßen wir dem Mann in Goiânia in Zentralbrasilien gegenüber, ich und etwa vierzig weitere Teilnehmer: ihm – Prof. Dr. Antonio Carreiro, Meister der Hypnose.

Mit wenigen hypnotischen Berührungen erschütterte er mein Verständnis von Hypnose, das ich in vierzig Jahren entwickelt hatte. Phänomene, von denen ich bis dahin nur in Texten aus Franz Anton Mesmers Zeiten gelesen hatte, konnte ich nun hautnah erleben. Es waren genau die Phänomene, die noch heute das Bild der Hypnose in den Köpfen der Menschen beherrschen – Vorstellungen, die viele Hypnosetherapeuten verzweifeln lassen. Das scheinbar zombiehafte Verhalten der hypnotisierten Menschen, Mesmerische Krisen, Bogenkatalepsie, kurzum das Spiel mit dem Energiekörper des Hypnotisanten.

Und genau dieses »Spiel mit dem Energiekörper« ist es, was der modernen Hypnose fehlt. Jeder halbwegs normale Mensch kann in wenigen Stunden das erlernen, was man heute Hypnose nennt. Aber ist das wirklich noch die gleiche Art Hypnose wie zu Mesmers Zeiten?

Franz Anton Mesmer (1734–1815) nannte die Hypnose »Animalischen Magnetismus«. Er behandelte und heilte seine Patienten mit Magneten und später nur noch mit seinen Händen. Mesmer ging von einem alles durchdringenden universellen Fluid aus, das von einem Menschen auf den anderen übertragen werden kann. Die Namen für dieses Fluid sind zahlreich: Prana, Lebenskraft, Chi, Od und viele mehr.

Der englische Augenchirurg James Braid (1795–1860) löste sich von den Vorgehensweisen des animalischen Magnetismus, als er entdeckte, dass das Fixieren glänzender Gegenstände ebenfalls einen Zustand der Trance erzeugen kann. Er nannte es »Hypnose«, nach dem griechischen Gott Hypnos, dem Gott des Schlafes.

In den folgenden Jahren orientierte sich die Hypnose immer mehr am gerade gültigen wissenschaftlichen Weltbild. Dies führte dazu, dass der energetische Faktor, der im »Animalischen Magnetismus« noch von so großer Bedeutung ist, mehr und mehr verdrängt wurde und die Hypnose sich zu einer rein verbal-suggestiven Technik entwickelte, in deren Mittelpunkt die körperliche Entspannung steht.

Während man früher von der Hypnose einen somnambulen (schlafwandlerischen) Zustand erwartete, bezeichnen heute die Hypnotiseure (je nach Schule) schon leichte Entspannungszustände als Hypnose.

Schenkt man den Autoren des 19. Jahrhunderts Glauben, war es den alten Meistern noch möglich, Krankheiten einfach wegzusuggerieren, ohne dass es zu irgendwelchen Symptomverschiebungen kam.

Die moderne Hypnose, wie sie heute gelehrt wird, basiert hauptsächlich auf verbalen psychologischen Techniken (Suggestionen). Die nonverbalen Faktoren werden dabei weitgehend vernachlässigt.

Nonverbale Faktoren sind all die Dinge, die in einer zwischenmenschlichen Beziehung außer dem bewusst gesprochenen Wort ausgetauscht werden. Hierzu zählen neben Mimik, Gestik und dem Erscheinungsbild und Auftreten des jeweiligen Menschen auch paraverbale Elemente wie Klang, Betonung und Tempo der gesprochenen Worte. Darüber hinaus scheint es begrifflich weniger klar fassbare telepathische Faktoren zu geben, die von einer Person zur anderen übertragen werden.

Grundlage und Quell dieser nonverbalen Elemente ist das Weltbild, also die Glaubensmuster des jeweiligen Menschen. Sie bestimmen den Inhalt der nonverbalen Botschaften.

Was auch immer Sie mit Worten mitteilen, auf nonverbaler Ebene übermitteln Sie Ihre wahre Überzeugung.

Die (nonverbale) Kommunikation vollzieht sich überwiegend auf der unbewussten Ebene. Das heißt, Sie senden Ihre Botschaft unbewusst, und Ihr Gesprächspartner empfängt diese auch überwiegend unbewusst. Dabei spielt der nonverbale Faktor gerade bei der Hypnose eine sehr große Rolle, denn diese Botschaften übertreffen in ihrer Wirksamkeit jede noch so ausgeklügelte Suggestion oder sonstige Technik.

Zweifelt der Hypnotiseur an der Wirksamkeit seiner Suggestion, wird diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Erfolg gekrönt sein, denn der Zweifel überträgt sich direkt ins Unbewusste der hypnotisierten Person. Ist der Hypnotiseur von der Wirksamkeit seiner Suggestion überzeugt, wird diese in vielen Fällen sogar im Wachzustand befolgt.

Die gleiche Induktionsformel, von verschiedenen Hypnotiseuren angewandt, bringt ganz unterschiedliche Ergebnisse. In der Regel ist es immer so, dass die (unbewusste) Erwartung (Befürchtung) des Hypnotiseurs eintrifft.

Dieser nonverbale Mechanismus reicht von der offensichtlichen Unsicherheit im Negativen bis hin zur geschulten Absicht, zur geballten Willenskraft im Positiven.

Wie kann der nonverbale Faktor geschult werden?

Eine der wirksamsten Schulungen findet man im Hindu-Hypnotismus. Hier steht die Ausbildung der eigenen energetischen und mentalen Fähigkeiten im Vordergrund. Dazu gehören in erster Linie die Gedankenkontrolle, das bildhafte Vorstellungsvermögen und die Willensschulung.

In früheren Hypnoseausbildungen sammelten die Schüler ihre ersten Erfahrungen, indem sie vorerst nur mit somnambul veranlagten Menschen arbeiteten. Hierdurch erfuhren sie beeindruckende Erfolgserlebnisse, welche sie entsprechend prägten.

Aber auch die modernen wissenschaftlich begründeten Methoden haben einen entsprechenden Einfluss auf den nonverbalen Faktor. In dem Moment, in dem wir etwas logisch nachvollziehen können, sind wir von seiner Wirksamkeit überzeugt. Wir glauben und strahlen dies auch nonverbal aus.

Wenn man sich in der Hypnoseszene umschaut, wird man feststellen, dass ein guter Show-Hypnotiseur in der Regel um einiges besser hypnotisiert als ein Hypnosetherapeut (ich spreche hier natürlich nur von der Hypnosetechnik, der Suggestionskraft, nicht von der Therapie). Das liegt daran, dass der Show-Hypnotiseur ständig visuelle Rückmeldungen erhält, und genau diese fehlen den meisten Hypnosetherapeuten vollständig, da der Patient sich in der Regel überwiegend (zumindest körperlich) passiv verhält. Gerade die (positiven) visuellen Rückmeldungen sind aber wichtig für eine starke nonverbale Ausstrahlung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir es mit zwei grundverschiedenen Arten von Hypnose zu tun haben, die auch zwei grundverschiedene Arten von Trance erzeugen.

Die moderne Hypnose