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Keine Frau muss sich aufopfern, weil sie Mutter, Ehefrau oder Oma geworden ist. Die Zeiten von "Mutter Teresa" sind vorbei, das zeige ich dir in meinem Buch. Lass dich nicht ausnutzen, weder von deinem Partner, deinen Kindern, deiner Familie und schon gar nicht von deinen Freunden. Wie das geht? Das lernst du Kapitel für Kapitel aus meinen Erfahrungen. Ob das Familienfeiern, Schulaufführungen oder Urlaube sind, lerne an dich zu denken und endlich Nein zu sagen! Sind deine Kinder schon erwachsen und leben noch bei dir? Höre auf, sie als Gäste zu betrachten und zeige ihnen, was es heißt, volljährig zu sein. Stellst du deinem Mann die Hausschuhe bereit, wenn er nach Hause kommt? Wach endlich auf und fange an, an Dich zu denken!
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Seitenzahl: 162
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Ich habe mich selbst Jahrzehnte lang verleugnet.
Das Geschehene für mich behalten, jedem die starke Frau vorgespielt. Ich habe funktioniert. Damit ist jetzt Schluss.
Ich spreche offen alles an und erzähle meine Geschichte.
Keiner wird mich zum Schweigen bringen.
Ich hoffe alle Frauen mit meinem Buch zu ermutigen, ebenfalls ihre Geschichten zu erzählen, sie aufzuschreiben.
Wenn du etwas ändern willst, musst du etwas Anderes tun!
Lass uns Frauen werden, die unser jüngeres ICH bewundern!
Wie du gleich feststellen wirst, verzichte ich ganz bewusst auf das „Gendern“. Ich werde nach wie vor über Frauen und Männer schreiben und du wirst auch vergeblich das Gender Sternchen * suchen. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
DIE WELT BRAUCHT FRAUEN WIE MICH
Schluss mit Mutter Teresa --- Du musst auch an dich denken
Egoistisch sein --- Du darfst nein sagen
Nicht aufopfern --- Du darfst Hilfe annehmen
Eltern sein --- Du darfst die Verantwortung teilen
Zweisamkeit --- Trotz Kinder ein Paar bleiben
Ehe / Partnerschaft --- Du hast ein Recht auf Glück
Familie / Verwandtschaft --- Du musst Grenzen ziehen
Freunde / Freundinnen --- Beste Freunde für immer?
Trennung / Scheidung --- Bis dass der Tod uns scheidet?
Schluss mit Mutter Teresa
Essen --- Piep Piep Piep, guten Appetit
GANZ WICHTIG
Mein persönlicher Rückblick….
Schlafen --- Gleich kommt der Sandmann
GANZ WICHTIG
Mein persönlicher Rückblick….
Pflichten --- Mache ich gleich….
GANZ WICHTIG
Mein persönlicher Rückblick……
Freizeit --- Chillen
GANZ WICHTIG
Mein persönlicher Rückblick…….
Taschengeld --- Mein eigenes Geld
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick……
Familienregeln --- Wir sind ein Team
WIR SIND EIN TEAM
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick….
Kommunikation --- Wir müssen reden
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick…..
Kleine Biester --- Vorsicht Monster
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick….
Schimpfwörter --- Meine Kinder sagen keine Schimpfwörter
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick…..
Autofahren --- Alle einsteigen und los geht´s
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick…..
Teenager --- Auch das geht vorbei
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick….
Elternzeit --- Ein Traum
GANZ WICHTIG:
Mein persönlicher Rückblick……
Zu guter Letzt….
Schluss mit Mutter Teresa
Essen
--- Piep Piep Piep, guten Appetit
Schlafen
--- Gleich kommt der Sandmann
Pflichten
--- Mache ich gleich…
.
Freizeit
--- Chillen
Taschengeld
--- Mein eigenes Geld
Familienregeln
--- Wir sind ein Team
Kommunikation
--- Wir müssen reden
Kleine Biester
--- Vorsicht Monster
Schimpfwörter
--- Meine Kinder sagen keine Schimpfwörter
Autofahren
--- Alle einsteigen und los geht´s
Teenager
--- Auch das geht vorbei
Elternzeit
--- Ein Traum
Beginnen möchte ich mit dem allerwichtigsten Thema überhaupt: Selbstliebe
Als junge Frau kannte ich noch nicht einmal dieses Wort. Vielleicht geht es dir genauso? Lass uns die Bedeutung gemeinsam herausfinden.
An den Feiertagen waren wir immer bei meinen Eltern zum Essen eingeladen und meine Mutter fragte unentwegt, ob es uns denn auch schmeckt. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie sich jemals selbst gelobt hat. „Fishing for Compliments“ würden wir heute dazu sagen. Wenn ich für meine Familie koche oder backe, stelle ich das Essen voller Stolz auf den Tisch, klopfe mir selbst auf die Schulter und lobe mich selbst.
Rede deine Arbeit nicht klein. Vermeide Sätze wie: “ Das ist doch nur eine Kleinigkeit!“ oder „Das ist doch nicht der Rede wert!“ und schon gar nicht „Das mache ich doch mit Links!“
Sich selbst zu loben, die eigene Arbeit wertzuschätzen und es auch laut auszusprechen, gehört zur Selbstliebe. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob du etwas kochst, bügelst oder ein Telefonat führst. Lobe dich, lobe dich immer wieder und rede ausschließlich positiv über dich selbst. Wenn du dich selbst nicht positiv siehst, wieso sollten es dann andere machen?
In meiner ersten Ehe bekam ich nie anerkennende Worte oder Komplimente von meinem Mann. Für ihn war alles eine Selbstverständlichkeit. Das frisch gekochte Essen auf dem Tisch, die stets hübsch gestylte Frau und die gut erzogenen Kinder, das alles war für ihn normal. Er sah das als meine Aufgabe an und naiv wie ich war, dachte ich nicht nur genauso, ich bestärkte ihn auch noch, so zu denken, in dem ich alles nach seinen Vorstellungen erledigte.
Aber wehe, wenn es nicht gut lief, dann gab es nur einen Schuldigen, nämlich mich.
„Was machst du eigentlich den ganzen Tag zu Hause?“ oder „Du hast doch wirklich alle Zeit der Welt und bist nicht in der Lage, einen Anruf zu erledigen?“ oder „Was soll ich denn noch alles machen?“ oder „Bist du wirklich so unfähig, um das zu erledigen?“ oder „Du bist doch strohdumm!“
Natürlich sind mir dabei die Tränen in die Augen geschossen, denn ich habe stets mein Bestes gegeben aber was bekam ich zu hören: „Außer heulen fällt dir nichts weiter ein?“
Das sind Sätze, die sich in mein Herz eingebrannt haben. Selbstliebe? Fehlanzeige! Wenn mein Exmann diese Sätze liest, weiß ich genau, dass er denkt: “Ich hatte doch recht!“
NEIN, er hatte keinesfalls recht! Heute weiß ich das und damit du das auch erkennst, lies bitte alle Kapitel dieses Buches.
Als Wiedergutmachung, denn eine beleidigte und bockige Frau war das letzte, was er sich wünschte, gab es einen Strauß roter Rosen. Stellst du dir jetzt vor, wie er mir voller Reue diese Blumen überreicht und sich womöglich noch entschuldigt?
Nein falsch gedacht, er hat bei unserem ortsansässigen Blumenhändler angerufen und sie haben mir den Strauß roter Rosen nach Hause gebracht. Auch diese Aktion war sehr wohl überlegt, denn der Blumenhändler überreichte sie mir mit folgenden Worten: „Ihr Mann muss sie sehr lieben, so viele rote Rosen bekommt nicht jede Frau!“
Was ich dabei dachte, kannst du dir bestimmt denken aber ich lächelte und antwortete: „Ja, das tut er!“
Mit den Jahren wurden es immer mehr roten Rosen, der Strauß wurden immer größer und mein Exmann wurde zum besten Kunden des Blumenhändlers.
In dieser Zeit entwickelte ich eine Abneigung gegen rote Rosen, eigentlich gegen alle Arten von Schnittblumen. Ich verband mit den Blumen all die schlechten Gefühle, die mir mein geschiedener Mann bereitet hatte. Heute würde ich ihm diese Blumen an den Kopf schmeißen.
Kommt dir das bekannt vor? Was hast du denn nach einem Streit bekommen? Pralinen? Schmuck oder auch Blumen?
Hat es dich diese Erlebnisse vergessen lassen? Wohl kaum!
Beobachte dich einmal selbst, wie du an einem Spiegel vorbeigehst. Schaust du ganz bewusst hinein? Betrachtest du selbstkritisch dein Gesicht, deinen Körper? Lächelst du dich an? Nimmst du dich wirklich wahr?
Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich niemals ohne Makeup das Haus verlassen habe. Selbst früh morgens zum Bäcker ging ich nur geschminkt und gestylt.
Um das Badezimmer für mich alleine nutzen zu können, musste ich in aller Frühe aufstehen, obwohl meine Nächte alles andere als lang waren.
Du kannst dir bestimmt sehr gut vorstellen, was das für eine Herausforderung war, morgens frisch gestylt die Kinder im Kindergarten oder an der Schule abzusetzen.
Heute kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Wen hat es tatsächlich interessiert, wie ich aussehe, den Bäcker bestimmt nicht und ein wenig mehr Schlaf hätte mir garantiert sehr gut getan.
Ich erinnere mich, wie ich die anderen Mütter auf dem Parkplatz der Schule betrachtete und dachte:“ Wie sehen die denn aus? Haare nicht gestylt, nicht geschminkt und in Jogginghosen!“ Für diese Gedanken schäme ich mich sogar heute noch.
Jetzt lebe ich in Hamburg, da interessiert es wirklich niemanden, ob ich morgens gestylt zum Bäcker gehe und dabei Jogginghosen trage.
Damals lebte ich in einem 1000 Seelendorf, dort kannte jeder jeden und ich gebe zu, ich bin immer schon gerne aufgefallen und tanzte gerne aus der Reihe.
Es gab natürlich auch einen Grund, dass ich mich selbst vor meinem geschiedenen Mann nicht gerne nackt gezeigt habe. Ich hatte fünf Kinder geboren, mein Bauch war alles andere als flach und meine Busen hingen schlaff nach unten. Mit Sätzen wie: „Früher waren deine Busen straffer!“, verletzte er mich sehr. Dabei war er alles andere als ein Adonis, doch damals nahm ich mir seine Aussage sehr zu Herzen und stellte meine Attraktivität in Frage. War ich wirklich zu dick?
Sollte ich wieder eine Diät machen? Ich kaufte mir Miederwaren und kaschierte alles was ich konnte.
Ich möchte dir raten, deinem Körper eine sehr große Wertschätzung entgegenzubringen und bitte nimm dir negative Aussagen über deine Figur nicht zu Herzen, weder von deinem Partner, noch von Freundinnen und am allerwenigsten von irgendwelchen Fotos in Zeitschriften!
Du hast nur diesen einen wunderbaren Körper, gehe liebevoll mit ihm um, sei stolz auf ihn, einen anderen bekommst du nämlich nicht.
Du kannst dir zwar deine Busen mit Silikon auffüllen lassen, vielleicht lässt du auch dein Bauchfett absaugen, denkst darüber nach, deine Augenlider straffen zu lassen aber eines ist sicher, jünger wirst du davon auch nicht und ob du dann deinen Körper akzeptierst, möchte ich bezweifeln.
Wenn ich mich heute mit 60 im Spiegel betrachte, bin ich dankbar, dass ich genau diesen Körper bekommen habe, er hat Kinder ausgetragen, mir ermöglicht, so alt zu werden und ehrlich gesagt, war ich mit meinem Körper nie zufriedener als jetzt. Selbst die Falten stören mich überhaupt nicht. Ich bin absolut im Reinen mit meinem Körper und akzeptiere ihn, genauso wie er ist. Dieses Gefühl ist unbezahlbar.
Ich möchte dir damit sagen, dass es gar nicht auf dein Äußeres oder dein Alter ankommt, es ist diese Selbstliebe, die Zufriedenheit, die dich strahlen lässt und dir Attraktivität verleiht.
Zum Glück gibt es bei den Prominenten viele positive Beispiele. Frauen, die sich zeigen wie sie sind und genau dafür bewundert und umjubelt werden.
Natürlich kennst du auch die negativen Beispiele, ich denke dabei an Schauspielerinnen oder Sängerinnen, die das ein oder andere von Schönheitschirurgen haben machen lassen und nun völlig entstellt sind. Immerhin brauchen sie jetzt zu Halloween keine Maske mehr aufsetzen. (böse Agnes) Liebe dich einfach immer, egal wie alt du bist! Du bist perfekt!
Als gelernte Kosmetikerin bin ich natürlich nicht gegen Makeup und ich liebe Friseurbesuche aber ich weiß ganz sicher, dass die Liebe der Kinder nicht vom Aussehen der Mutter abhängt. Sie lieben und umarmen dich, egal ob deine Haare zu Berge stehen, deine Augenringe sichtbar sind oder ob du Jogginghosen trägst.
Schaue ganz bewusst in den Spiegel, betrachte dich und sage dir, dass du genauso wie du bist, einfach perfekt aussiehst.
Dazu brauchst du weder Makeup noch gestylte Haare.
Natürlich freue ich mich, wenn mein Mann mir sagt, wie gut ich aussehe und wie toll das neue Kleid an mir aussieht aber am aller wichtigsten ist es doch, ob du dich darin super fühlst.
Lass dir nie von deinem Partner vorschreiben, was du tragen sollst. Wenn du keine hohen Absätze tragen möchtest, dann lass es und wenn du keine langen, künstlichen Fingernägel haben möchtest, dann stehe dazu! Soll er sie doch tragen!
Zur Selbstliebe gehört auch, sich Zeit für die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Ich hatte für die Kinder Zeit, für die Freunde, für den Ehemann, einfach für alles und für jeden, nur mich vergaß ich dabei völlig.
Bücher lesen, einen Film in Ruhe anzuschauen oder alleine in einem Café zu sitzen, dafür fehlte mir dir Zeit, glaubte ich zumindest. Die Bedürfnisse aller anderen stellte ich über die der meinen.
Kennst du diese Situation, der Partner kommt von der Arbeit nach Hause, schnappt sich seine Sporttasche und steigt winkend in sein Auto, um seinem Hobby nachzugehen? Wenn die Kinder Glück haben, bekommen sie noch einen Kuss zum Abschied.
Als treusorgende Frau denkst du wahrscheinlich, dass dein armer Mann den Ausgleich zu seinem harten Job redlich verdient hat. Großer Fehler kann ich nur dazu sagen, ganz großer Fehler.
Heute Abend ist es der Sport, am nächsten Abend der Stammtisch und eventuell auch ein ganzes Wochenende mit seinen Golffreunden. Vielleicht bedankt er sich sogar für dein Verständnis und sagt dir, dass du die aller beste Ehefrau bist.
Danach kehrst du zu den Wäschebergen zurück und träumst von deinen Hobbys, deinem Sport, einfach von so vielem, wofür du keine Zeit mehr findest. Ahnt dein Mann etwas von deinen Wünschen? Wahrscheinlich denkt er, dass dir die Krabbelgruppe einmal die Woche als Ausgleich genügt.
Ist dein Ziel etwa, ausschließlich deinen Mann zufriedenzustellen und glücklich zu machen? Dann schlage jetzt dieses Buch zu und fange an zu bügeln und zu putzen!
Männer sind weder Hellseher noch Gedankenleser. Aus eigener Erfahrung kann ich dir wirklich nur raten, dass du dieses Thema ganz schnell ansprechen solltest, um gemeinsam eine Lösung zu finden, die beide zufrieden stellt.
Dabei solltest du auf keinen Fall als Bittstellerin auftreten, sondern als eine Frau, die an sich denkt. Stelle dir dabei vor, du sitzt in einer Eisdiele und kannst in aller Ruhe deinen Schwarzwald Becher genießen, bevor das Eis schmilzt. Das wird eine völlig neue Erfahrung für dich werden.
Ich erinnere mich, in unserem Dorf wurde samstags das Auto gewaschen, der Hof gekehrt oder die Fenster geputzt. Egal ob das Wetter eher zu einem Spaziergang einlud oder ob die Frauen Lust dazu hatten, denn wichtig war, gesehen zu werden. Keiner sollte denken, dass man auf der faulen Haut liegt oder Gott bewahre auf dem Liegestuhl im Garten schlief.
Sei ein Vorbild für deine Kinder, genieße dein Leben und lasse dich nicht in den Gruppenzwang quetschen.
Was lernt denn deine Tochter? Sie lernt, dass Frauen samstags keine Zeit haben, denn da wird geputzt.
Was lernt dein Sohn? Er lernt, dass Frauen samstags putzen, während die Männer Sportschau sehen oder auf den Sportplatz gehen.
Lass doch die Nachbarn über dich tuscheln, es geht um DICH.
Du bist auch absolut keinem eine Rechenschaft schuldig, denn was du letztendlich mit dieser freien Zeit anfängst, liegt ganz alleine bei dir. Selbst wenn du alleine in deinem Auto sitzt, genieße diese Zeit, sie gehört dir alleine.
Hört sich das nicht traumhaft an? Möchtest du gerne wissen, was ich das erste Mal alleine gemacht habe?
Ich erinnere mich so gerne daran, es war ein Kinobesuch. Ich kaufte mir eine Eintrittskarte, einen großen Becher Popcorn nur für mich alleine und schaute mir den Film: Erin Brockovich mit Julia Roberts an.
Zuerst saß ich völlig versunken und sogar ein wenig beschämend auf meinem Platz. Ich kam mir vor, wie ein kleines Kind, mit dem keiner spielen wollte.
Keiner nahm Notiz von mir und so wuchs ich, ich setzte mich total aufrecht in den Sessel und genoss diesen Film in vollen Zügen. Als schüchterne und unsichere Frau ging ich ins Kino, heraus ging ich als eine völlig neue und selbstbewusste Frau.
Mit dem Kinobesuch begann mein neues Leben, es folgten Musicalbesuche und später sogar ganze Wochenenden nur für mich.
Traut euch Mädels, was habt ihr zu verlieren?
Meine Eltern stammen aus Ungarn und als ich 4 Jahre alt war, siedelte meine Familie nach Deutschland in den Südschwarzwald aus. Sie wollten meinen beiden Schwestern und mir eine Zukunftsperspektive bieten. Fasziniert hörte ich ihre Erlebnisse von der langen Reise, wie sie mit nur einem Koffer in ein neues Leben fuhren. Da beide kein Wort Deutsch sprachen, begannen sie als Hilfsarbeiter. Mein Vater fing auf dem Bau an, wechselte dann zur Deutschen Bundespost und blieb dort angestellt bis zu seiner Rente. Meine Mutter arbeitete zuerst in der Krankenhausküche, bis sie dann ebenfalls bis zu ihrer Pensionierung, bei der Deutschen Bundespost arbeitete.
Warum erzähle ich dir das? Was hat das mit Selbstliebe zu tun? Das möchte ich dir gerne erklären.
Erst als ich erwachsen wurde, habe ich begriffen, welchen überaus mutigen Schritt meine Eltern gegangen sind. Sie haben an sich geglaubt, sie waren der festen Überzeugung, das richtige zu tun.
Die Trennung von meinem ersten Ehemann, der Auszug aus meinem Haus mit drei kleinen Kindern, war alles andere als leicht für mich. Es war letztendlich genau diese Erfahrung meiner Eltern, die mir die Kraft dazu verliehen hat.
Ich wusste, ich kann alles erreichen, der Glaube an mich selbst, hat mich regelrecht beflügelt. Genau das ist Selbstliebe und so schließt sich der Kreis.
Wie kann denn jemand anderes an dich glauben, wenn du es selbst nicht tust? Sei genauso ein Vorbild für deine Kinder, wie es meine Eltern für mich waren.
Glaube an dich, du kannst alles schaffen. Lass dir nichts Anderes einreden. Möchtest du dich beruflich verändern?
Planst du einen Neuanfang? Träumst du davon, ein Buch zu schreiben oder ein Bild zu zeichnen? Schwebt dir ein völlig anderes Leben vor?
Wovon hast du als Kind geträumt? Was hindert dich daran, deine Träume zu verwirklichen? Ganz bestimmt nicht, dass du Mutter geworden bist oder geheiratet hast.
Wenn dein Partner sich fortbilden möchte, würdest du ihn ganz sicher dabei ermutigen. Doch was ist mit dir? Möchtest du immer nur Fensterbilder ausschneiden, im Herbst Kastanienmännchen basteln oder Perlen auffädeln?
Was du heute machst, wird dein ganzes Leben verändern, pack es an!
Schreibe dir eine Wunschliste, hänge sie gut sichtbar an die Wand. Formuliere deine Bedürfnisse, lasse dir von niemandem einreden, dass es unwichtig oder gar Spinnerei sei.
Den Ausdruck „Mindset“ kannte früher niemand, auch was ein „Bullet Journal“ ist, wusste garantiert keiner. Heute führen viele ein Erfolgstagebuch, wenn dir das alles zu kompliziert ist, dann trage einfach nur dein „Wort des Tages“ in deinen Kalender ein.
Du solltest lernen, deine Gefühle und deine Gedanken nicht nur zu akzeptieren, sondern ganz klar zu definieren.
Visualisierung wird dir dabei helfen. Selbst wenn du nur ein Din A 4 Blatt aufhängst und ganz oben SELBSTLIEBE schreibst, ist das ein sehr wichtiger erster Schritt.
Lass dich niemals entmutigen, wenn jemand deine Wünsche belächelt oder klein redet. Es ist dein Vision Board!
Du kannst es bekleben, bemalen oder etwas darauf schreiben. Hänge es gut sichtbar auf. Du musst es täglich sehen, das verstärkt den Drang, alles wahr zu machen, was du möchtest.
Das ist ein Lernprozess und wird nicht von heute auf morgen klappen. Jeder von uns entwickelt sich weiter, der eine schnell und der andere langsamer.
Aber egal in welcher Geschwindigkeit, schaue bitte über deinen Tellerrand hinaus, lasse diese Gedanken zu, es gibt unendlich viel zu entdecken.
Ist das Wort Egoismus für dich negativ behaftet? In diesem Kapitel möchte ich dich vom Gegenteil überzeugen und dir zeigen, dass es sogar gesund ist, egoistisch zu sein.
Für meine Mutter wäre es undenkbar gewesen, nein zu sagen. Ich erinnere mich an ein Wochenende, an dem sie einen Migräneanfall hatte und sich ausgerechnet für diesen Tag Verwandtschaft ankündigte. Das bedeutete immer Kuchen backen, Essen kochen und Wohnung putzen, also der absolute Stress.
Bestimmt denkst du beim Lesen, das geht gar nicht, der Besuch müsste abgesagt werden, wurde aber nicht. Damals war ich noch ein kleines Kind und ich wusste nicht, was Egoismus bedeutet. Dieses Verhaltensmuster meiner Mutter habe ich leider als junge Frau übernommen. Verstärkt wurde es auch durch eine Aussage meines Exmannes, dass Frauen von Natur aus mit der Gabe versehen sind, Schmerzen auszuhalten.
Heute weiß ich, du darfst krank sein, du darfst keine Lust auf Besuch haben, du darfst Scheiße drauf sein und du darfst dich ausruhen.
Vor allem aber darfst du Termine auch ohne Begründung absagen. Dafür musst du dich nicht mal rechtfertigen. Es muss reichen, wenn du es sagst!