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Die Autorin beschreibt in ihrem Buch Episoden aus ihrem Leben und wie sich Veränderung einstellte. Wie sich ihr Leben durch Denken veränderte. sie berichtet über Situationen und Menschen, von denen sie glaubt, dass sie ausschlaggebend waren in der Entwicklung. Wenn die Leser nicht wissen, was die Autorin erlebt hat, können sie die Veränderung nicht erkennen. Es handelt sich nicht um eine Biografie der Autorin.
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Seitenzahl: 152
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Susanna Wilke
Ich bin
Das Leben ist Veränderung
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Impressum neobooks
V O R W O R T
Ob dieses Buch Ihr Leben verändert, wird Ihre Entscheidung sein. AlleBücher, die ich in den letzten 10 Jahren gelesen hatte, haben michverändert, weil ich es so wollte.Meine Veränderung war es, die meinen Freunden und Bekanntenimmer wieder die Erkenntnis brachte, ich solle ein Buch schreiben.Um ehrlich zu sein, es war schon immer ein Traum von mir.
Eines Tages rief mich einer meiner Söhne an und sagte:“ Mama, ichhabe die beste Geschäftsidee für Dich gefunden. Du musst ein Buchschreiben.“Wieso kam er gerade zu diesem Zeitpunkt darauf? Ok, das wurde mirja schon von vielen Leuten vorher gesagt, aber jetzt? War dies ein Zeichen,war der richtige Zeitpunkt gekommen?Jetzt ließ mich der Gedanke nicht mehr los und mir wurde immerbewusster, dass es so Vieles gibt, was ich den Menschen sagenwollte.Mir ist wichtig, zunächst vielen Menschen Dank zu sagen.Allen, die in irgend einer Weise an meinem Leben beteiligt sind undwaren. Dabei ist es irrelevant, ob wir uns positiv oder negativbeeinflusst haben.Beim Lesen meines Buches werden Sie verstehen, warum ich das soausdrücke.Warum berichte ich aus meinem Leben und schreibe sogar ein Buchdarüber? Nicht weil ich mich vielleicht für besonders interessanthalte. Nein, mir ist vielmehr daran gelegen, dass Sie über den Einblickin meinen Lebenslauf Hoffnung schöpfen können. Dadurch wie und inwelche Richtung man sich verändern kann. Welche Erkenntnisse ichhatte.Nehmen Sie es als Chance, über eine Veränderung nach zu denken,natürlich unter der Voraussetzung, dass Sie etwas verändern wollen.Vielleicht leben Sie schon heute so, wie Sie immer leben wollten,sind glücklich und zufrieden. Vielleicht fehlt Ihnen nur noch ein ganzkleines Stück zum Glück, aber vielleicht wollen sie ja auch Ihr Lebenvon Grund auf verändern.
Ich bin keine Psychologin, -therapeutin oder in irgendeiner Weise berechtigt, Ihnen Vorschriften zu machen, wie Sie zu leben habenund ich habe es auch nicht vor zu tun.Ist es nicht so, dass wir uns alle auf dem Weg des Lebens, derEntwicklung befinden? Vielleicht wollen Sie auch heraus finden,warum Sie hier sind, den Zweck Ihres Daseins, besser noch IhresHierseins. Sie haben sich dieses Buch gekauft, weil es Sie neugieriggemacht hat oder es ist ein Geschenk von jemandem, der dachte, das Buch wäre etwas Gutes für Sie?
Auch ich habe mir viele Bücher gekauft, weil ich mir gewünscht habe,ein bisschen mehr Erkenntnis zu bekommen. Ich wollte immer mehrverstehen, immer mehr meinen Weg finden.Aus allen Büchern habe ich mir Teile herausgenommen und sie für mich wie ein Puzzle zusammengesetzt. Es gibt aus einigen Büchernmehrere Puzzleteile, aus anderen vielleicht nur ein ganz kleines Teil.Es gibt kein Buch, aus dem ich nicht irgendetwas mitgenommenhabe. Auch wenn es nur ein Satz war, ein Bild, das ich mir gemachthatte, eine Aussage, ein Gedanke.Ich weiß nicht wie viel Teile mein Lebens-Puzzle hat und wann esfertig ist. Ich will auch gar nicht, dass es fertig ist. Ich will weiterwachsen, mich verändern. Eine Pflanze, die nicht mehr wächst ist tot.Ein Baum wechselt jedes Jahr seine Blätter und wenn er das nicht tut, ist er tot. Das Leben ist Wachstum und Veränderung.Ich wünsche mir, dass auch Sie täglich wachsen, mehr und mehr zusich selbst finden und ich mit diesem Buch einen Teil dazu beitragenkann. Gehen Sie mit mir gemeinsam diesen Weg.
WAS WAR UND WAS IST
Wer feststellen will ob er sich verändert hat, der sollte zu einem Ort zurückkehren,der unverändert geblieben ist.
Nelson Mandela
Sie lebt bescheiden, aber durchaus glücklich, meine Freundin Gesa.Das war nicht immer so. Es gab schwierige Zeiten in ihrem Leben, ganz besonders, als sie an Krebs erkrankte. Wir lernten uns beidekennen, als sie bereits behandelt wurde und diversechemotherapeutische Medikationen hinter sich hatte.Sie wirkte damals auf mich eher still und zurückhaltend, doch als ichmich mehr mit ihr unterhielt, stellte ich fest, dass etwasAußergewöhnliches von ihr ausging. Wir fanden uns vom erstenMoment sympathisch und ich fühlte mich wohl in der Gesellschaftdieser zierlichen, zarten Frau.Vielleicht lag es daran, dass wir beide in der Astrologie Zwillinge sind und diverse gemeinsame Ansichten haben. Wir Zwillinge sind in derRegel sehr kommunikative Menschen, lachen gern und interessierenuns für fast alles.Ich wollte mit ihr zusammen arbeiten. Sie hat einen Veranstaltungs-Club für Singles. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, auchMitgliedern Gutes anbieten zu können, die finanziell nicht so flexibelsind, um es mal so zu bezeichnen. Ich war in derFinanzdienstleistungsbranche tätig und wir hofften auf eine Win-WinGemeinschaft.
Gesa redete nicht gern über ihre Krankheit, ich respektierte das. Ichhatte den Eindruck, dass sie eine sehr sensible, eher feinfühligePerson war, jedoch auf der anderen Seite wusste sie ganz genau, wassie wollte. So erklärte sie mir, dass eine Zusammenarbeit möglichwäre, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ihr Club nichtdarunter leidet.Gesa ist nicht der Mensch, der sich gern im Vertragswesen bewegt, das macht ihr alles keinen Spaß und sie hatte mir einmal gesagt, siewill nur noch das tun, was ihr Spaß macht.Nach ihrer Krankheit hatte sie sich dazu entschlossen.
Dieabendlichen Ausbildungen in unserem Büro waren ihr auch zuanstrengend.
Wir tauschten uns immer mehr aus, über unsere Erfahrungen, die wir im Leben gemacht haben, oft schrieben wir uns per Mail, weil sie mit ihrem Club beschäftigt war und ich mit meiner Arbeit.Eines abends kam ich nachhause und schaute meine Mails durch.Gesa hatte mir eine Mail geschickt, mit etwa diesen Worten: „LiebeSusanna, es ist etwas Wunderbares geschehen, ich bin gesund, ichbin gesund, ich bin gesund! Ich bin so glücklich, ich werde leben.“Mir liefen die Tränen über die Wangen, denn mich berührten dieWorte sehr. Ich wusste, dass sie in bestimmten Abständen zuNachuntersuchungen gehen musste. Jetzt, da sie die Nachricht vonihrer Genesung hatte, war sie bereit, mir mehr von ihrer Krankheit zu erzählen.
Gesa hatte Brustkrebs und man hatte ihn durch Chemotherapienbehandelt. Der Krebs wurde geheilt, aber ihr Herz wurde durch dieBehandlung schwach und hatte nur noch 50% Leistungskraft.
Während der Behandlungen hatte sich Gesa geschworen, sie wolleunbedingt gesund werden und den Krebs besiegen. Und wenn sie esschafft, dann wollte sie einen Veranstaltungsclub gründen und nurnoch schöne Dinge tun und das Leben genießen und erleben, was zuerleben geht.Eines Tages fand sie in ihrem Briefkasten ein Prospekt von KurtTepperwein, einem Heilpraktiker und Lebenslehrer. Darin las sie überSuggestionen, Hierbei stellt man sich die absolute Wunschsituationimmer wieder bildlich vor.Jeden Abend vor dem Einschlafen kamen dieselben Bilder vor ihremgeistigen Auge, dass sie durch einen See läuft und das Wasser hatheilende Kräfte und macht ihren Körper gesund.Als der Brustkrebs verschwunden war, erhielt Gesa die Nachricht,dass sich in ihrer Lunge Metastasen gebildet hatten und sie wiederChemotherapien bekommen sollte. Gesa lehnte ab. Sie hatte Sorgen,dass ihr Herz es nicht schaffen würde.Sie malte sich jeden Tag auf ein Blatt Papier ihre Lunge auf mit den Metastasen, wie sie sich diese vor stellte. Mit einem Stift strich siedie Metastasen weg und suggerierte sich, dass sie wieder gesundwird und die Metastasen nach und nach verschwinden.Der sie behandelnde Arzt bestärkte sie in ihrem Handeln. Die Heilungging gut voran, aber sie musste mit ihrer Kraft haushalten. Sie mutetesich immer nur so viel zu, wie sie glaubte zu schaffen. Und sievermied es, über ihre Krankheit zu sprechen, sie beschäftigte sich nurmit ihrer Gesundheit, mit schönen Dingen, mit allem, was sieerfreute.Und so schaffte sie es, durch Suggestion und bildlicherVorstellungskraft die Metastasen zu vernichten. Als sie mir die Mailschrieb, kam sie gerade von dem Arzt, der ihr die Diagnose mitgeteilthatte. Sie haben es geschafft! Ein Jahr hatte sie jeden Tag ihreeigene Heilmethode eingesetzt.
Ich hatte schon viel gelesen über diese Möglichkeit und nun hatte ichsogar eine Freundin, die mir bewies, was mit starker Willenskraft und Suggestion möglich ist.Unsere Freundschaft ist inzwischen gewachsen und wir fühlen unssehr verbunden. Wir geben uns gegenseitig Ratschläge und helfenuns. Wir unternehmen hin und wieder etwas zusammen und ich bin sehr glücklich, dass ich Gesa zur Freundin habe. Sie ist auch eine derPersonen, die mir immer wieder gesagt hat, schreib ein Buch,Susanna.
Kurt Tepperwein ist auch für mich ein Lebenslehrer, ich habe fast alleseine Bücher gelesen und war einmal in einem seiner Vorträge in Berlin. Ein Mann mit einer unglaublichen Kraft, Energie und eineraußergewöhnlichen Ausstrahlung auch noch im Alter von über 70 Jahren.
AM WENDEPUNKT
Die Heilung Gesas war der Grund dafür, dass ich mich noch intensiverdamit beschäftigte, meinen Weg zu finden und noch mehr zu lesen und zu lernen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon viel erreicht.Es ist jetzt ca. 10 Jahre her, als ich an einem Wendepunkt meinesLebens stand.
Ich hatte ein Musikcafé aufgebaut für meinen damaligen Mann, ich selbst war bereits seit5 Jahren in der Finanzdienstleistungfreiberuflich tätig. Meine Firma spielt keine Rolle, sie ist für diesesBuch nicht wichtig. Ebenso wie die Namen der Personen, über die ichschreibe. Ich habe die Namen erdacht. Jedoch die Personen spieleneine große Rolle in meinem Leben.
Ein Jahr hatten wir eine Existenz für meinen Mann gesucht undausgerechnet ein Musikcafé musste es sein, in einer der schlimmstenDrogengegenden Berlins. Wie verrückt war das, zu glauben, wirkönnten uns aus allem rausziehen und blieben von den Übergriffender Drogenmafia unberührt. Dafür hatte ich mehr als ein Jahr meineeigentliche Tätigkeit vernachlässigt. Und nun saß ich voller Zweifel,wie mein Leben weiter gehen sollte.
AUS DER VERGANGENHEIT
Ich bin Alkoholikerin, trockene Alkoholikerin. Im zarten Alter von 2oder 3 Jahren hatte ich schon in unbeobachteten Momenten dieLikörgläser ausgeleckt, die auf dem Tisch standen, wenn wiedereinmal Familienfeiern endeten.
In unserem Hause und in denen meiner Verwandten gab es vieleFeiern. Dazu brauchte man keinen besonderen Anlass. In den 50erJahren wurde gefeiert und getrunken, jedenfalls bei uns. Mein Vaterwar Stahlhärter-Meister und bei dieser schweren Arbeit spielteAlkohol eine große Rolle.
In diesen Jahren wurde viel mit Stahl gefertigt und wenn mal wiederÜberstunden angesagt waren, wenn ein Auftrag schnell erledigtwerden musste, stellte mein Vater Bier und Schnaps für die Arbeiterbereit. Er selbst trank natürlich mit, was dazu führte, dass auch erzum Alkoholiker wurde. Dabei hat er aber 33 Jahre in einer Firmaschwer gearbeitet und war nur einmal in seinem Lebenkrankgeschrieben.
Am Wochenende traf man sich mit den Verwandten und dann gingdas Feiern und Trinken weiter. Vater spielte Gitarre und mein Onkel und meine Tante sangen dazu. Volks- und Trinklieder waren damalsüblich. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre. Wenn ich dannabends ins Bett ging, gab mir dies ein unglaublich schönes Gefühl von Geborgenheit. Die Gefahr durch den Alkohol konnte ich als Kind nicht verstehen, für mich war das sehr normal.
Leider musste ich auch einige Male mit erleben, wie mein Vaterhandgreiflich gegenüber meiner Mutter wurde. Immer wenn er zuviel„intus“ hatte, wie meine Mutter immer sagte, wurde ereifersüchtig, obwohl er keinen Grund dazu hatte. Meine Mutter wareine schöne Frau, herzensgut und immer treu. Sie liebte ihre Kinderund die Familie.Sie war gütig und liebevoll, mein Vater hatte keinen Grund auch nuran ihr zu zweifeln, sie war die beste Frau, die sich ein Mann nurwünschen konnte. Als junge Frau arbeitete sie als Köchin undHaushälterin in adligem Hause in Pommern und entsprechend führtesie auch unsere Wohnung.
Für alle Kinder war sie eine wunderbare Mutter Ich konnte mit allemzu ihr kommen, sie war meine Vertraute und Freundin. Ich hatte nochzwei größere Halbbrüder und eine Cousine, mit der ich wie mit einergroßen Schwester aufgewachsen bin. Ihre Mutter, die Schwestermeiner Mutter, starb nach der Geburt.
Meine Kindheit war glücklich, bis auf die Eifersuchtsdramen meinesVaters. Als Heranwachsende gab es jedoch viel Streit zwischenmeinem Vater und mir. Mein Vater war ein Pessimist, ich dagegenimmer optimistisch. Dass er mich immer geliebt hatte, verstand icherst später, als ich mit 17 nach Köln flog, um dort meine Lehre alsBankkauffrau zu beenden.Am Flughafen beim Abschied weinte er und ich erkannte, wie sehr er mich doch lieb hatte. In Köln bekam ich jeden 2. Tag Post von ihm. Erberichtete mir immer, was zuhause alles geschah.
Als ich 14 war lernte ich meinen Jugendfreund kennen. Er spielte ineiner Band und an den Wochenenden zogen wir durch dieDiskotheken. Es wurde immer getrunken. Auch in Köln wurde vielgetrunken, besonders in der Karnevalszeit. Ich hatte Heimweh undich betäubte meine Sehnsucht mit Alkohol.
Nachdem ich die Prüfung bestanden hatte ging ich zurück nachBerlin. Ich fand eine Anstellung auf einem Amt. Es war unglaublich,was dort getrunken wurde.Überall wo ich hin kam wurde getrunken, ob in der Familie, auf derArbeit, bei Freunden und ich war immer dabei.
Als ich 21 war ging ich mit meinem damaligen Freund in denSchwarzwald. Er wollte fort aus Berlin, ein anderes Leben führen, als bisher und ich liebte ihn. Ich kündigte meine sichere Stelle beim Amtund ging mit ihm. Wir hatten eine schöne Wohnung in Triberg imSchwarzwald, oben auf einem Berg. Es war traumhaft und ich liebtedie Natur, die Wälder und Berge.
Ich wurde Vorstandssekretärin einer Bank, mein Freund war damalsSchalungsmonteur. Er war viel unterwegs und wenn ich es einrichtenkonnte fuhr ich mit ihm, wenn er auf Montage ging. Wir warenglücklich, aber getrunken wurde auch in dieser Zeit.
Ich war 23 als wir heirateten. Es war eine schöne Hochzeit und Feier. Viele Gäste kamen aus Berlin. Meine Trauzeugin war meineLieblingscousine. Sie war sich anfangs nicht so sicher, ob sie meineTrauzeugin werde wollte, denn sie hatte diese Aufgabe schon einmalübernommenbei einer Freundin und die Ehe hielt nicht lange. Daswar mir egal und so stimmte sie zu.Meine Cousine war für mich immer eine Vertraute gewesen. Sie war Erzieherin und hat mich in meiner Kindheit begleitet und ich habe siesehr bewundert. Sie war und ist immer noch eine starke Persönlichkeit mit einem enorm ausgeprägten Stolz. Viele meinerVerwandten mochten sie nicht, sie hielten sie für arrogant undeingebildet. So wirkte sie auch, aber wer sie näher kannte, wie ich,der wusste, dass sie eine sehr liebevolle und warmherzige Personwar. Die allgemeine Meinung war über sie: sie denkt, sie ist etwasBesseres, als wir.Wir hatten uns beide sehr lieb. Als Kind habe ich immer heimlich ihre Hackenschuhe angezogen und ihre wunderschönen Kleider. Sie hatteeinen außergewöhnlichen Geschmack und zog sich schon immergerne extravagant an.Ihre Mutter war Schneiderin und zauberte ihr, als es ihr nochgesundheitlich besser ging, die schönsten Kleider. Dazu ihre schlankeFigur und ihre Schönheit, das machte die eine oder andereVerwandte schon neidisch. Ich hatte damit keine Probleme.
Sie wollte mir immer beibringen, dass man stolz sein muss, als Frauund dass man dadurch erst interessant wird. Es gab auch kaum eineninteressanten jungen Mann damals, der nicht in sie verliebt war. Abersie hatte sich ihren Ehemann schon gewählt. Es war ein sehr fleißigerMann, der ihr auch einen gewissen Lebensstandard bieten konnte.Wie nicht anders zu erwarten, bekam er sie als Jungfrau. Und auchdas machte sie für mich zu einer ganz besonderen Person.
Nun war sie meine Trauzeugin und ich war sehr glücklich darüber.Einige enge Verwandte blieben noch nach der Hochzeit etwas längerin unserem schönen Schwarzwald und so verbrachten wir zusammeneine gute Zeit statt Flitterwochen.
Als alle abgereist waren, begann für mich ein Alptraum.Immer häufiger kam mein Mann betrunken nachhause und schlugmich. Er hatte mich irgendwo mit irgendeiner Frau betrogen und ichbekam die Schläge dafür. Er kontrollierte mich, wenn er unterwegswar, in dem er zuhause anrief. Und wenn ich nicht zuhause war gabes fürchterlichen Streit und Schläge. Nach der Heirat war ich seinBesitz.Ich wusste, dass sein Vater mit seiner Mutter genau so umgegangenwar, jedoch hatte mein Mann mir immer gesagt, dass er seinen Vaterdafür hasste. Für alles, was er seiner Mutter angetan hatte. Und nuntat er das Gleiche mit mir.
Ich versuchte meinen Mann zu einer Therapie zu bewegen, aber eswar zwecklos. Nach jeder Demütigung, die er mir in betrunkenemZustand zufügte, bereute er sein Handeln.
Er weinte wie ein kleiner Junge und flehte mich an, ihm zu verzeihen.Nach etwa 2 Jahren konnte ich ihm nicht mehr verzeihen, denn esänderte sich dadurch nichts, es wurde nur noch schlimmer.
Ich bin froh, dass sich damals mein Wunsch nach einem Kind nichterfüllt hatte. So gab es für mich keinen Grund den Kontakt zumeinem Mann zu halten, als ich ihn mit 25 verließ. Ich kündigtemeine Arbeit und verließ den Schwarzwald und damit auch meinLeben dort.
Als ich nach Berlin zurück kam,hatte sich einiges verändert.
MeineEltern hatten Silberhochzeit und so traf ich alle Verwandten.Es war sehr schön, alle wieder zu sehen.
Meine Schwester war mit einem türkischen Mann verheiratet unddas fand ich sehr interessant. Er war nett und lustig, wir lachten vielzusammen. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt, außer wenn ich aufReisen war, keinen Kontakt zu ausländischen Personen. Irgendwiewar ich von der fröhlichen Ausstrahlung der Menschen begeistert. Ich war auch immer fröhlich und lebensfroh, auch wenn die vergangenen Demütigungen tiefe Wunden hinterlassen hatten.Ich lernte einige Verwandte von ihm kennen und u.a. auch einenCousin, der erst kurz vorher nach Deutschland gekommen war. Erwar ein ruhiger, zurückhaltender Mensch und weitaus gebildeter, alsseine Verwandten hier. Ich erfuhr, dass er in Anatolien als Lehrerarbeitete und das Land aus politischen Gründen verlassen musste. Erwirkte immer sehr traurig und war in sich versunken. Irgendwie tat er mir leid.
Ich weiß nicht, ob es damals die Trauer im Herzen über unsere
