5,99 €
Geht es wirklich immer nur um das Thema Mann? Es sieht ganz danach aus! Denn Conny erliegt nicht nur auf Reisen dem Charme des anderen Geschlechts, sondern wirbelt auch beim Surfen im Internet - dem Versandhaus für Gefühlschaos- reichlich Staub auf. Doch während ihre Altersgenossinnen an Hausbau und Kindererziehung denken, geht sie ihren ganz eigenen Weg. Komm mit in ihr buntes Leben voller spannender Begegnungen und witziger Dates! Da ist Felix, den sie irgendwie so gar nicht vergessen kann, oder Ben, den sie am anderen Ende der Welt wieder zufällig wiedersieht und wegen dem sie doch vor einen paar Jahren fiesen Liebeskummer hatte. Außerdem ist da noch ein alter Bekannter, Andy, dessen Lebensmittelpunkt inzwischen süße 4 Jahre alt ist und Emma heißt. Begleite Conny beim Erwachsenwerden und auf der Suche nach sich selbst! Das erste Buch der Newcomer Autorin ist von Herzen für Herzen geschrieben. Das ist ganz ernst gemeint, ohne kitschig klingen zu wollen. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben und als Mutmach-Buch für alle gedacht, die Ihren Herzensweg gehen wollen, sich aber noch nicht getraut haben. Sei einfach du und geh deinen Weg! In Liebe Conny
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 142
Veröffentlichungsjahr: 2020
Mein Buch für mich, für dich und dein Herz
Dieses Buch widme ich meinem Herzensmann.
NEIN, wir sind nicht zusammen.
Das fand ich jahrelang zwar so richtig schrecklich und hatte nur einen Wunsch: dass dieser Mann doch endlich meine Gefühle erwidert und wir ein Paar werden – was allerdings nie geschah. Dennoch bin ich ihm sehr dankbar, denn ohne unsere Begegnung und ohne diese Gefühle, die er in mir auslöste, hätte ich niemals mit dem Schreiben angefangen.
Die in diesem Buch beschriebenen Figuren und ihre Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig.
Conny nimmt das Leben gern mit Leichtigkeit, Lachen und einer ordentlichen Portion Humor.
Ihre großen Leidenschaften sind das Reisen und das Schreiben – aber auch die Männer haben es ihr ganz besonders angetan.
Conny hat ein Touristikstudium abgeschlossen und nutzt jede freie Minute dafür, um zu schreiben. Das Leben, das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, witzige Reiseerlebnisse und die alltägliche Situationskomik inspirieren sie dazu. In ihrem ersten Buch widmet sie sich humorvoll dem spannenden Thema Dating. Ihre Mission ist es, Frauen zu ermutigen, ihren Herzensweg zu gehen.
Dieses Buch ist mein Herzstück. Es ist genauso farbenfroh wie mein Leben. Die letzten Jahre war ich viel unterwegs. Spontan fallen mir Frankreich, Spanien und Australien ein. Dazwischen verbrachte ich aber auch immer mal wieder Zeit in der Heimat.
Ich lebe, liebe und lache für mein Leben gern. In Barcelona habe ich regelmäßig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, das Leben genossen und mich einfach treiben lassen. Gern habe ich mich das eine oder andere Mal ein bisschen verguckt oder empfand die ganz großen Gefühle für mein Gegenüber. Das tat manchmal echt weh, wenn es nicht die große Liebe wurde.
In meinem Buch berichte ich aus meinem Dating-Leben und wie ich letztlich und endlich – irgendwie auch durch die Männer – zu mir gefunden habe.
Würde ich es anders machen, wenn ich noch mal die Wahl hätte? Nein, auf keinen Fall! Sie machen das Leben doch erst spannend und lebendig: die großen Gefühle, das laute Lachen und das einfach mal Machen. Ich glaube, viel zu oft schmieden wir Pläne, schreiben To-do-Listen, wägen ab, hinterfragen alles 100-mal und finden 1000 Gründe, warum das vielleicht doch keine so gute Idee ist. Genauso erging es mir mit meinem Projekt, ein Buch zu schreiben.
Zu Beginn waren die Reaktionen eher nicht so ermutigend: „Echt jetzt, du willst ein Buch schreiben?“„Und dann auch noch eins über Männer?!“,
„Ist nicht gerade in dem Bereich irgendwie alles erzählt?“
Wisst ihr was? – ich denke, es ist wichtig, einfach mal die Dinge zu tun, die sich gut anfühlen, und nicht wieder erst alles zu zerdenken. Ich neige gern mal dazu ... Doch, was sich gut anfühlt, kann nicht so verkehrt sein.
Mit meinen Zeilen möchte ich gern das ein oder andere Herz erreichen – diesen Gedanken finde ich wunderschön.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir wieder Botschaften und Worte hören, die unser Herz berühren.
Auf der Suche nach Liebe
Mein erster Traummann?
Tommylein!
Max oder Abfuhr im Mondlicht
Spanien und ein heißer Flirt
Man sieht sich immer 2-mal
Cesar oder Barcelona Baby!
Ralf oder Prost auf Malle
Felix, mein Herzensmann
Das liebe Onlinedating
Experiment: Thorsten36
Experiment: Sonnenschein
Experiment: Freddy, der Schauspieler
Experiment: Günther
Experiment: D wie Tobias
Neue Stadt, neues Glück?
Bye, Bye Onlinedating
Carl oder so
Meine Affentheorie
Der Traumtyp
Kleines Männer-A B C
Typ B oder einfach Andy
Andy in erwachsener Version
WG-Abend mit Paul
Liebe ist ...?
Mann 99 oder ein Ausblick
… ganz viel Liebe
Ich hab’ mal eine Frage an dich:
„Warst du schon mal auf einer großen Suche?“
Viele von uns sind oder waren schon mal auf der Suche. Was suchen wir: Das große Glück? Eine erfüllte Karriere? Oder etwa Mr. Right – den Einen, den Richtigen, mit dem einfach alles stimmt, mit dem man sich einfach gut versteht und immer ganz viel zu lachen hat? Auch wenn das Äußere des Auserwählten nicht zu 100% den Kriterien der eigenen Wunschliste entspricht, aber Humor, der wird doch drin sein, oder?
Kaum vorzustellen, wie langweilig ein Leben mit Mr. Humorlos wäre. Meine persönlichen Forschungen haben ergeben, dass Männer, die nicht lachen können, auf Dauer ziemlich anstrengend werden. Für mich geht es ohne Humor gar nicht.
Sind wir mal ehrlich, so ganz ohne Männer wäre unser Leben doch nur halb so spannend, oder?
Selbst wenn das Ganze nur FWB (F-friends W-with B-benefits, zu Deutsch: Freunde mit Vorteilen, das heißt, man ist zwar „nur“ befreundet, gevögelt wird aber trotzdem) ist; sonst gibt’s bei dieser exklusiven Sache keine Verpflichtungen. Man trifft sich, geht ins Kino, kocht mal was zusammen und teilt eben ab und zu das Bett, aber was Festes, oder eine (Vorsicht!) BEZIEHUNG (sehr gefährliches Wort, manche Typen setzen dieses Wort mit einem Käfig gleich) ist das nicht. Dann würde ja schnell das lockere „Benefitszeugs“ seinen Sinn verlieren. Bloß nicht, wo bleibt denn da noch Platz für meine Freiheit und meine Selbstverwirklichung? Ich habe doch nicht zum Spaß den neuen Reiki-Kurs belegt, sondern um mir als Reiki-Großmeisterin einen Namen zu machen.
Sind wir mal ehrlich: Männer beschäftigen uns doch immer – mal mehr, mal weniger – selbst wenn wir planen, solche tollen Ideen wie ein „Männer Detox“ für eine gewisse Zeit auszuprobieren, könnte es da kleinere Probleme geben. Bei mir hat es wunderbar geklappt – ganze 4 Tage, dann wurde ich schwach.
Das Problem mit den Männern ist auch einfach, dass diese quasi überall sind. Im Kaufhaus, im Schwimmbad oder selbst auf einer exotischen Insel.
Hm, gute Frage! Mal überlegen: Wer war noch mal mein erster Traummann? Also einer, den ich so richtig toll fand? Ja, ich erinnere mich da tatsächlich an einen ... Ich war noch relativ jung, 13 Jahre alt, und mittags nach der Schule bei meiner Oma. Wir saßen zusammen im Fremdenzimmer – so wurde das genannt. Ich blätterte in meiner Jugendbibel, der „Bravissimo“, Oma saß mir gegenüber und widmete sich ihrer Lieblingsbeschäftigung, sie stopfte Socken.
„Na, gibt’s eigentlich einen jungen Mann, der dir gefällt?“, fragte sie mich aus dem Nichts.
Ich überlegte kurz und sagte:
„Nee, Oma, da gibt’s gerade niemanden.“
Dann betrachtete ich die Seiten meiner Zeitschrift und musste unwillkürlich grinsen.
Oma, die mich ziemlich gut kannte, bemerkte meinen veränderten Gesichtsausdruck und fragte mich erneut:
„Bist du dir sicher, dass es da niemanden gibt?“
Jetzt musste ich noch mehr grinsen: „Naja, wenn du mich so fragst, gibt’s da vielleicht doch jemanden.“
Oma, die ebenfalls für ihre Neugierde bekannt war, fragte mich erneut: „Und wer ist es Conny? ... Na los, sag schon!“
Ich: „Naja, also den Nick finde ich ganz gut.“
Dabei hielt ich die Zeitschrift nach oben und zeigte auf niemand Geringeren als auf Nick Carter (Für alle, die nicht aus den 90ern sind – ich spreche hier von DEM Nick Carter, einem echten „Backstreet Boy“).
In meiner Jugend war dieser junge Mann der Traumboy jedes zweiten weiblichen Teenies und der Grund zahlloser schlafloser Nächte. Ein blonder Kerl mit Helmfrisur und dem tollsten Lächeln der Welt. Allein bei seinem Anblick musste ich grinsen. Ist das vielleicht ein bisschen bekloppt? Wahrscheinlich ist das ein typisches Verhalten für einen verstrahlten Teenie, wie ich einer war.
„Na siehste, dann gibt’s ja doch jemanden. Den finde ich auch gut, den organisieren wir dir“, erwiderte meine Oma, ohne mit der Wimper zu zucken.
„Was gefällt dir denn so gut an dem?“,
fragte sie unbeirrt weiter.
Ich (etwas verwirrt): „Mir gefallen seine blonden Haare und seine blauen Augen ... ach ja, und singen kann der auch noch richtig gut. Doch, sag mal Oma, wie meinst du das: ‚den organisieren wir dir’ Oma, der Nick ist ein Weltstar, den können wir nicht einfach mal so besuchen oder ’organisieren’, wie du sagst.“
Oma (ließ sich davon nicht weiter beeindrucken):
„Na, aber der wird doch sicher mal auf ein Konzert zu uns nach Schweinfurt kommen, da gehen wir dann einfach hin und stellen dich vor. Ganz einfach! Wirst schon sehen, das machen wir schon.“
Jetzt musste ich aber wirklich lachen: „Aber Oma, das geht doch nicht!“ Wow, diese Einstellung und dieser Ehrgeiz waren schon echt beeindruckend! Dazu muss man wissen: Meiner Oma machte in Sachen Männer niemand so schnell was vor. „Conny Schatz, merk dir eins: Du hast nur das Beste oder DEN Besten verdient. Gib dich bloß nicht mit irgendjemandem zufrieden. In der Liebe muss alles stimmen. Das Hirn, das Herz und die Leidenschaft, alles muss vorhanden sein. Bevor du das nicht gefunden hast, gibst du dich gar nicht erst zufrieden. Du bist ein gescheites Mädchen und aus dir wird mal eine tolle Frau, also merk dir das und denk später, wenn ich nicht mehr da bin, an meine Worte!“
Jetzt war ich wirklich sprachlos. Diese Worte, unabhängig von dem Nick-Gequatsche, werde ich wohl nie vergessen.
Und noch eine Oma-Geschichte ist bei uns zu Hause legendär: Sie war es nämlich, die sich einst zwischen zwei Männern entscheiden durfte, und einer davon wurde mein Opa, ein nicht weniger beeindruckender Mensch.
Sie war schon 10 Jahre mit dem Werner zusammen, oder wie sie sagte: sie „ging“ bereits 10 Jahre fest mit dem Werner, als sie plötzlich Opa beim Tanztee kennenlernte, „und ich wusste, das war sie, die große Liebe. “ Es erwischte sie mit einem bisher unbekannten Gefühl. „Sowas merkt man einfach, es fühlt sich an wie ein Feuerwerk, da haste keine Chance.“
Auf ihr erstes Kennenlernen folgten unzählige heimliche Treffen, bis es dann, ein Jahr später, an unserem heimischen Bahnhof zum spannenden „Duell“ zwischen dem Werner und Opa kam. Verstand sich von selbst, dass die beiden Herren schon anreisen mussten, immerhin ging es hier um das Herz meiner Oma, der coolsten Frau der Welt.
Das klang schon aufregend! So etwas wollte ich auch mal erleben, später wenn ich groß wäre. Allein die Vorstellung, dass da zwei Männer um mein Interesse buhlten, war schon irgendwie nicht schlecht.
Von solchen spannenden Dates oder gar Duellen konnte ich bisher nur träumen. Ich hatte ja Schwierigkeiten, überhaupt einen Partner zu finden …
Besonders, wenn ich in mich in einer nicht so schönen Situation mit einem Kerl befand oder mit den Worten „Du sorry, aber es passt einfach nicht mit uns“ oder „Ist ja alles nett, aber ich hab’ da jetzt leider keine Gefühle, auch wenn ich wollte“, abserviert wurde, musste ich an meine Oma denken. Bestimmt sitzt sie jetzt oben auf einer Wolke und schaut mir amüsiert bei meinem Leben zu.
Die Sache mit dem „Nick-Effekt“ dauerte bei mir noch eine Weile. Immer wieder gab es Jungs, die so ein bisschen nach „Nick“ aussahen und für die ich heimlich schwärmte. Ich traute mich jedoch nie, diese anzusprechen. Ich hatte nie ein „Nick-Double“ als Freund, der sah immer anders aus.
Ein Jahr später, mit 14 Jahren, lernte ich auf einer Geburtstagsfeier Tom kennen, einen echt süßen Kerl. Er war bereits 19, also richtig „erwachsen“. Das Ärgerliche an der Sache war, dass er sich nicht so richtig für mich zu interessieren schien. Den gesamten Abend über saß er mit seinen Kumpels auf der Couch, trank Bier und bewegte sich keinen Zentimeter. Interesse sah eindeutig anders aus: Bis auf ein, zwei Male, als sich unsere Blicke zufällig trafen, schien von seiner Seite keine wirkliche Begeisterung da zu sein.
Ich hingegen war Feuer und Flamme, und da ich im damaligen Alter eher selten bis nie solchen „erwachsenen“ Männern begegnete, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte beim Gehen meinen Kumpel Michi nach Toms Nummer. Dabei gab er mir eine wichtige Information: Tom hatte keine Freundin. Super, dann konnte ich mich die Tage ja mal bei ihm melden.
Gesagt, getan: Am nächsten Tag saß ich mit lautem Herzklopfen und einem dicken Kloß im Hals auf meinem Bett und starrte auf den Zettel in meiner Hand. Stunden später nahm ich ganz mutig den Hörer in die Hand, um seine Nummer zu wählen. Wie man das eben so macht, wenn man jemanden treffen will.
Um bei der Wahrheit zu bleiben: Zu Beginn traute ich mich nicht wirklich und beendete die Aktion immer wieder, kurz nachdem ich die ersten Ziffern gewählt hatte. Damals hatten wir noch so ein Tipp-Telefon mit Schnur, da musste man die Zahlen noch einzeln eintippen. Ich war allerdings so nervös und aufgeregt, dass ich Schiss hatte, überhaupt noch etwas raus zu bringen, falls er tatsächlich abnehmen sollte.
Piep, piep … unbekannte weibliche Stimme:
„Hallo, hier Meister.“ (Mist, es war eine Frauenstimme.
Höchstwahrscheinlich seine Mutter)
Ich: „Ja, hallo!“, setzte ich mutig an,
„Hier ist Conny, ist denn der Tom da?“
Weibliche Stimme: „Moment mal, wer?“
Ich: „Äh, Conny.“
Weibliche Stimme: „Thomas, da ist eine Conny für dich, …
Tommylein!“
Tom: „Häh, wer?“
Weibliche Stimme: „Eine Conny.“
(Na, das lief ja großartig für mich)
Tom (etwas müde): „Sers.“
(abgeleitet vom fränkischen Gruß „Servus“)
Ich: „Hallo Tom, hier ist Conny
(lieber nochmal meinen Namen nennen, sicher war sicher).
Also, wie geht’s dir so?“
(das klang jetzt zwar etwas verzweifelt mit dem „also“ davor, war aber eh zu spät)
Tommylein: „Ja, geht so, war halt schaff’ und jetzt läuft gleich Fussi – warum?“
Ich (Wie warum? Kann der mich nicht wenigstens noch fragen, wie es mir geht? Tzz, Männer, das konnte ja noch was geben): „Ja, cool, das freut mich.“ (Häh, was redete ich denn da? Aber egal, immerhin wollte ich ihn ja fragen, ob er sich mal mit mir treffen wollte)
Tom: „Was gibt’s denn? Warum rufst du überhaupt an?“
Der klang ja mal richtig begeistert, mich zu hören. Doch, jetzt oder nie! Ich nahm all meinen Mut zusammen und sagte: „Naja, also, ich wollte fragen, ob wir uns vielleicht mal treffen wollen, oder so?“ Ich sprach ins schier endlose Nichts, denn am anderen Ende der Leitung herrschte Stille.
Dann kam nur ein: „Naja, hm! Weiß auch nicht … warum?“
Das fragte er ernsthaft – leider!
Aus heutiger Sicht, circa 16 Jahre später, hätte ich meinem damaligen Ich dringend davon abgeraten, an dieser Stelle noch weiter zu fragen. Wenn bei so einer Frage der Typ überlegen muss und nach einem Grund fragt, wäre es besser, ihm einen schönen Tag zu wünschen und schleunigst aufzulegen.
„Weißt du was, lassen wir es einfach dabei. War schön, dich gehört zu haben, aber das mit dem Treffen ist wohl keine so gute Idee. Wir hatten uns auf der Feier ja schon nichts zu sagen und hier scheint es sich ganz ähnlich zu verhalten. War zwar nett, dich gerade mal zu hören, aber geh du lieber zum Fussi und ich gehe in die Stadt zum Eis essen.“
Das hätte ich mal lieber sagen sollen, habe ich aber nicht. Jedenfalls fragte ich einfach fröhlich weiter und am Ende hatte ich tatsächlich ein Date mit Mr. Tom.
Stunden vor unserem Date war ich ziemlich aufgeregt. Ich stand vor dem großen Spiegel, schmierte großzügig Make-up auf die Lippen und dann noch eine dicke Schicht Gloss darüber. Ja, richtig gelesen, früher strich ich mir die Paste direkt auf die Lippen. Das hatte ich zuvor in der „Zuckerstück“ gelesen: eine Zeitschrift, die uns Teenies mit Mode und Schminktipps durch unsere ach so grausame Teeniezeit helfen sollte. Dort hatte ich auch gelesen, dass „Nude“ der allerneueste Trend wäre. Den Gedanken an meine trockene, eher spröde Haut schob ich bei diesem Trend lieber mal schnell zur Seite.
Zwar sah ich nach Vollendung meines Werkes eher aus wie eine Wasserleiche, doch ich änderte erst mal nichts. Schließlich war dieses Nude „in“, somit musste es gut aussehen.
Das leichte Kribbeln, das ich kurze Zeit später auf meinen Lippen bemerkte und das sich in Sekundenschnelle in einen fiesen Juckreiz verwandelte, versuchte ich fürs erste zu ignorieren. Das war bestimmt nur die Nervosität.
Jetzt aber nichts wie ab zum Bus! Keinesfalls wollte ich zu spät kommen.
Nur wenige Meter von unserem Treffpunkt entfernt, erblickte ich schon ein bekanntes Gesicht.
Aber nein, es war nicht mein Date, sondern Tante Helga. Helga: „Ja mei, was macht denn meine Schrumbumbel da?
Halllooo!!!“, schrie sie unüberhörbar laut über unseren gesamten Busbahnhof.
Noch peinlicher hätte es nun wirklich nicht sein können, ausgerechnet hier, so kurz vor meinem Date, meiner Tante zu begegnen. Und weil ich schon immer ehrlich war und mir auf die Schnelle nichts anderes eingefallen wäre, sagte ich: „Also, ich habe gleich ein … Date.“
Das erwies sich allerdings als Fehler!
Helga: „Ein Date, Meeensch, Conny, toll! Ein Mann!!!
Aber sag mal, du siehst ein bisschen blass aus, besonders deine Lippen, ist auch alles okay bei dir?“
Ich: „Äh ja, das ist Nude, das trägt man jetzt so!“
(die hatten doch alle keine Ahnung was „in“ war, diese komischen Erwachsenen)
Helga über die allerneuesten Trends zu informieren blieb mir keine Zeit. Ihr aber, Gott sei Dank!, auch nicht. Sie musste nämlich noch unbedingt den Bus erwischen, sonst würden die „Hähnerl“ kalt werden, und auf die freue sie sich schon den ganzen Tag.
