Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die Gesellschaft toleriert das Rauchen bei uns in Deutschland, hat es allerdings schon ein wenig zurückgedrängt. Über die Steuern werden zum Beispiel bei einer Schachtel Zigaretten ca. 75 % des Kaufpreises über die Tabaksteuer und die Umsatzsteuer abgeschöpft. So ist der Preis für Zigaretten enorm hoch und kann im individuellen monatlichen Budget schon ordentlich zu Buche schlagen. Raucht man eine Schachtel am Tag, was ja schon ein Durchschnittswert ist, und liegt der Preis bei ca. 6,50 EUR / 20 Zigaretten, so gibt man im Monat ca. 200,- EUR aus. Das ist schon für Normalverdiener viel Geld!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 108
Veröffentlichungsjahr: 2022
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Alle Ratschläge in diesem Buch wurden sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags für jegliche Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Was sagt die Gesellschaft zum Rauchen?
Warum will ich mir das Rauchen abgewöhnen?
Psychologische und philosophische Ansätze zur Sucht
Wie kann ich mir das Rauchen abgewöhnen?
Erfahrungsberichte von Rauchern
Antworten auf Fragen von Rauchern, die ihren Tabakkonsum reduzieren oder aufhören möchten:
4-Wochen-Plan der Abgewöhnung
Die Entscheidung liegt bei jedem selbst!
Quellenverzeichnis:
Bei jungen Leuten ist das Rauchen meist „cool“. Jeder kennt es, der mit dem Rauchen angefangen hat: Es beginnt oft im Freundeskreis als junger Mensch, dass man dazugehören will. Ist man erst mal dabei, scheint es kein Zurück mehr zu geben. Gerade wer empfänglich für diese Art der Sucht ist, hat es schwer, davon wieder loszukommen. Zwar zählt diese Sucht nicht zu den Süchten wie zum Beispiel das Trinken oder die Spielsucht, die schnell dein ganzes Leben zerstören, aber dennoch zehrt das Nikotin über die Jahre an deiner Gesundheit.
Im Jahr 1995 (nur Bevölkerung von 18 Jahren bis 59 Jahren) rauchten 42,8 % der Männer in Deutschland. Dieser Wert fiel bis 2018 auf 24,2 %. Der Frauenanteil betrug 1995 genau 29,3 % und verringerte sich auch, allerdings sogar auf den Wert von 18,5 % (im Jahre 2018). Befragt, wann der letzte ernsthafte Versuch war, mit dem Rauchen aufzuhören, antworteten die Raucher: 35,5 % „niemals“/ 28,2 % „vor mehr als 2 Jahren“/ 12 % „vor 2 Jahren“/ 19,2 % „im letzten Jahr“ und nur 5,2 % „im letzten Monat“.
Die Gesellschaft toleriert das Rauchen bei uns in Deutschland, hat es allerdings schon ein wenig zurückgedrängt. Über die Steuern werden zum Beispiel bei einer Schachtel Zigaretten ca. 75 % des Kaufpreises über die Tabaksteuer und die Umsatzsteuer abgeschöpft. So ist der Preis für Zigaretten enorm hoch und kann im individuellen monatlichen Budget schon ordentlich zu Buche schlagen. Raucht man eine Schachtel am Tag, was ja schon ein Durchschnittswert ist, und liegt der Preis bei ca. 6,50 €/20 Zigaretten, so gibt man im Monat ca. 200,- € aus. Das ist schon für Normalverdiener viel Geld!
Die Fernsehwerbung zeigt schon seit 1974 auf Initiative des damaligen Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit keine Spots mehr für Zigarettenmarken. In den Kinos laufen nach wie vor Werbespots der Zigarettenindustrie, aber Fachleute vermuten, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis auch hier ein Verbot kommt.
2007 wurde durch den Gesetzgeber auch die Werbung im Internet und in den Printmedien verboten. Die Europäische Union führte erste Texte auf den Schachteln ein, die darauf hinweisen, wie gefährlich das Rauchen ist. Als Nächstes kamen dann die Schockfotos, auf denen zum Teil die körperlichen Auswirkungen des Rauchens drastisch dargestellt wurden und bis heute werden. Um die abschreckende Wirkung nicht abebben zu lassen, wechseln die Foto-Vorlagen alljährlich. Auch wird es Jugendlichen erschwert, überhaupt an Zigaretten heranzukommen.
Das Jugendschutzgesetz sieht vor, dass Kinder (bis 14 Jahre per Gesetz definiert) und Jugendliche (bis 18 Jahre per Gesetz definiert) keine Tabakwaren und andere nikotinhaltigen Erzeugnisse kaufen dürfen (Zigaretten, Wasserpfeifentabak, Zigarren, Zigarillos, Schnupftabak, Kautabak, E-Zigaretten und E-Shishas). Auch der Konsum solcher Produkte ist in der Öffentlichkeit für Personen, die das 18. Lebensjahr nicht erreicht haben, verboten. Deshalb sind auch die Zigarettenautomaten so konzipiert, dass man nur mit dem Personalausweis oder einer EC-Karte (Das Alter ist auch hier eingespeichert) überhaupt die Möglichkeit hat, dort Zigaretten zu kaufen. (Übrigens droht dem Jugendlichen selbst keine Strafe, falls er Zigaretten erfolgreich im Geschäft gekauft hat!) Krankenversicherungen gehen mehr und mehr dazu über, Bonusprogramme anzubieten, die auch das Rauchen betreffen und bei denen letztlich Geldprämien (Rückzahlungen) oder Sachprämien an den Versicherten ausgegeben werden (Sammeln von Punkten).
Vor vielen Jahren war das Rauchen in Restaurants und Bars kein Problem, heute hingegen undenkbar. Nur wenn das Café oder die Gaststätte einen separaten Raum eingerichtet hat, ist es noch möglich, dort zu rauchen. Zum einen schützt man andere Menschen vor dem „Passiv-Rauchen“ und als Nebeneffekt engt man für den Raucher die Freiheit ein, überall rauchen zu können, wo er will. Gern genutzt werden deshalb für Raucher auch die Biergärten oder vielerorts üblichen Sitzgruppen vor der Bäckerei oder der Bar. Zumindest sieht man allerorts überall die vor den Eingängen von Geschäften, Bürogebäuden und Hotels (usw.) aufgestellten Aschenbecher. Jeder Raucher weiß sofort, dass in diesem Gebäude mit ziemlicher Sicherheit ein Rauchverbot gilt. Auf Bahnhöfen existieren oft belächelte Raucherzonen direkt auf den Bahnsteigen, die sich einzig dadurch vom Rest des Bereiches abheben, dass sie durch farbliche Linien abgegrenzt sind.
Auch im privaten Bereich hat sich viel hinsichtlich des Rauchens geändert. Ist man bei jemandem zu Besuch, so raucht man vor der Tür oder auf dem Balkon, vielleicht noch in der Küche bei offenem Fenster, wenn man jemanden sehr gut kennt. Ist der Freund oder Bekannte selbst Raucher, sieht es oft schon anders aus. Im Auto wird nur noch selten geraucht. Sind Kinder im Auto, ist das Rauchen ein absolutes „No-Go“. Frauen rauchen fast durchgehend nicht in der Schwangerschaft, da auch alle Ärzte dringend davon abraten. Wo früher auch zwanglos geraucht wurde und dies heute fast durchgehend verboten ist, sind öffentliche Gebäude, in Bus und Bahn sowie in Flugzeugen usw.
Interessant ist auch, dass das Nikotin eigentlich ein Abwehrstoff der Tabakpflanze gegen Schädlinge ist. Die Pflanze steigert sogar die Nikotinproduktion, wenn ein Tier versucht, die Blätter zu fressen. Raupen oder andere „Fresser“ werden so abgeschreckt! Nach Europa kam der Tabak im 16. Jahrhundert an den französischen Hof. Durch die Entdeckung Amerikas wurde man auf die Pflanze aufmerksam, die die Ureinwohner als Rauschmittel nutzten, aber eigentlich nur für medizinische und religiöse Zwecke. Auch in Frankreich wollte man den Tabak eigentlich einsetzen, um damit verschiedenen Krankheiten entgegenzuwirken. Vorerst handelte es sich da übrigens eher um Schnupftabak als um das Rauchen von Tabak. Auch heute gibt es noch Studien, die darauf hinweisen, dass das Rauchen Parkinson und Alzheimer entgegenwirken kann (1).
Warum soll man nicht auch einige wenige Aspekte des Nikotins erwähnen, die sich vielleicht auch positiv auf den Körper auswirken können? Es ist auch jetzt schon in der Medizin der Trend zu erkennen, Marihuana/Cannabis zum Beispiel zur Schmerzlinderung in besonderen Fällen zu verschreiben (Seit 01.März 2017 hat der Gesetzgeber erlaubt, bei schwerwiegenden (nicht näher definiert) Erkrankungen Cannabis als Medizin anzuwenden/“Medizinalhanf“).
Nach obiger Studie also scheint das Nikotin auf das Gehirn auch positive Auswirkungen zu haben. Der Stoff könnte möglicherweise Parkinson und Alzheimer abmildern. Man nimmt an, dass das Gehirn fit gehalten und vor dem Verfall geschützt wird. Die Studie beschäftigt sich aber mit der Zugabe von Nikotin in reiner Form, nicht über die Einnahme per Zigarette. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein erhöhtes Risiko für viele Krebsarten besteht sowie auch die Gefahr, Herz-Kreislauf-Erkrankungen erleiden zu können.
Das Rauchen ist aber vornehmlich ein psychologisches Problem, auch wenn körperliche Entzugserscheinungen natürlich sofort auftreten, wenn man den Konsum der „Alltags-Droge“ einstellt. Die Auswirkungen betreffen fast ausschließlich den physischen Körper. Das Problem dabei ist, dass man in oberflächlichen Gesprächen dem Raucher sagt: „Hör auf zu rauchen, du schädigst deinen Körper!“ Der Raucher denkt: Warum tue ich etwas, das mir selbst schadet? Er tut es ja nicht „mit Absicht“. Für den, der noch nie geraucht hat, löst dies noch immer oft nur Kopfschütteln aus.
Wenn du das Rauchen allerdings mit dem übermäßigen Essverhalten anderer vergleichst, sieht es schon anders aus. Wer kennt nicht in seiner Umgebung Menschen, die zu viel essen und sich auch nicht weniger Schaden für die eigene Gesundheit zufügen? Der Ursprung dieses „unnormalen Verhaltens“ ist sicherlich der Gleiche. Stresssituationen jeglicher Art geben uns eine Begründung dafür, dass wir „eine Zigarette nach der anderen“ rauchen oder eben ständig etwas essen müssen. Gerade bei Menschen mittleren Alters, die übergewichtig sind, schaffen es viele nicht, selbst über Jahre hinweg, ein paar Kilo abzunehmen. Da zu empfehlen: „Hör doch damit auf, so viel zu essen.“, das traut sich kaum jemand in der Öffentlichkeit zu sagen. Warum kann man den Raucher ohne weiteres darauf ansprechen, den Übergewichtigen aber nur schwer?
Das zeigt zum einen, dass viele Süchte sehr verdeckt daherkommen, andere wiederum sofort als solche erkannt werden. All dies ist wichtig zu wissen, denn wir sehen schon sofort, dass wir auf keinen Fall alleine dastehen. Das vermindert schon ein wenig den Druck, der von außen kommt und wir können trotzdem den inneren Druck erhöhen (den Druck, den wir uns selbst machen, um mit dem Rauchen aufzuhören). Das Ausweichverhalten bei Süchten ist auch recht bekannt. Hörst du auf zu rauchen, isst du plötzlich viel mehr, vor allem ja oft viele Süßigkeiten. Im schlimmsten Fall greift man plötzlich zur Flasche oder kompensiert den Druck in seinem Leben durch das „Zocken“ (Spielhalle, Casino, Online-Wetten, Online-Casino u.v.m.) oder sogar durch harte Drogen.
In Deutschland existieren ca. 20 Millionen Raucher und Raucherinnen. Man spricht 14 Millionen von ihnen eine Tabakabhängigkeit zu. Beim Erhitzen und dem Verbrennen des Tabaks entstehen ca. 4000 Substanzen, die zum Teil stark mutagen und auch karzinogen sind. Die bedeutendsten Schadstoffe im Zigarettenrauch sind Benzol, Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff sowie das Formaldehyd, spezielle Nitrosamine des Tabaks, aromatische Kohlenwasserstoffe, Blei etc. (nach Haustein 2001).
Letztlich ist das Rauchen in Deutschland schon stark eingedämmt worden. Rauchen ist nicht sehr angesagt, auch vielleicht ein Resultat aus Aufklärung, Verhinderung von Werbung und Forcierung von Negativwerbung. Beim Alkohol sieht es da seltsamerweise ganz anders aus. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg in den 80-er Jahren in Deutschland auf einen Höchstwert von 15,1 Litern und sank dann bis 2010 auf einen Wert von 10,7 Litern. Mit minimalen Schwankungen ist dieser Pro-Kopf-Verbrauch allerdings bis heute nicht gesunken. Wenige Statistiken gibt es im Bereich Glücksspiel. Hier sieht man wenig Grund zur Beunruhigung. Seltsamerweise steigen aber die Umsätze (Spieleinsätze) und die Erträge der Branche. Von 2015 zum Beispiel stieg allein der Umsatz in diesem Bereich auf das Jahr 2016 um ca. 7 %. Dies alles muss man schon in die Betrachtung der allgemeinen Tabaksucht mit einbeziehen, denn sonst macht man den gleichen Fehler wie der Raucher selbst auch: Man „wandert ab“ in andere Suchtbereiche (Suchtverlagerung) und die Gesellschaft wähnt sich in Sicherheit. Am Ende kann es dann wirklich passieren, dass der Zustand der Gesundheit in der Gesellschaft (physisch und psychisch) entgegen der Wahrnehmung abfallende Tendenzen aufweist.
(2) Ein Artikel in Österreich beschäftigte sich speziell mit dem Rauchverhalten von Jugendlichen. Die Jugend ist immer ein Spiegel unserer Gesellschaft. Daher ist es ratsam zu schauen, wie die Jugend mit bestimmten Themen umgeht. Wie steht die junge Generation zum Rauchen? Welche Tendenzen zeichnen sich für die Zukunft ab?
Eine junge Raucherin sagt im österreichischen "Slang": "Ich möchte tschicken, wo und wann ich will." In Österreich sind die Jugendlichen, was das Rauchen betrifft, im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union sehr "weit vorne". Es wird viel geraucht und das eventuelle Votum der Bevölkerung gegen ein Rauchverbot, also das Rauchverbot-Aus, spaltet auch die Jugend. Der Wiener Schwedenplatz besitzt eine Partymeile, das "Bermuda Dreieck", wo sich die Jugendlichen treffen. Jede Bar, jede Disco zeigt mit einem großen Schild vor der Tür "Happy Hour" an. Ab 21 Uhr sind die meisten schon stark angetrunken. Bei starkem Frost laufen Mädchen in leichter Bekleidung und auf High Heels umher, die das Laufen noch schwieriger machen. Die Jungen schreien, lallen und pfeifen den Mädchen hinterher.
In der Bar "Steh Achterl" wirkt noch alles recht ruhig und gesittet. Die Bedienung betont, dass es sich bei diesem Lokal um ein Nichtraucher-Haus handelt. Geraucht wird aber trotzdem. Zwei junge Frauen um die 20 Jahre alt sitzen an der Bar. Anne und ihre Freundin Betty. Erstere ist schon länger Nichtraucherin und sie sagt, sie hat es bis jetzt schon über eine Woche ausgehalten. Die Freundin hingegen sitzt neben ihr und raucht genüsslich eine Zigarette. "Ich rauche schon so lange, seit ich denken kann. Ich war vielleicht 13 Jahre alt, als es losging. Jeder hat sein Leben und kann machen, was er will. Und ich "tschicke" (rauchen und chillen) halt wo und wann ich will. Dabei lacht Betty ausgelassen. Im Gespräch ist die eine für ein generelles Rauchverbot, der anderen ist es eigentlich egal, aber lieber wäre ihr es sicherlich, wenn das Rauchverbot fällt. Das ganze Problem wird bei ihrer Freundschaft aber ausgeklammert, es ist kein Thema. Die Reaktion ist sogar sehr erstaunlich, denn sie diskutieren und erzählen über das Rauchen, doch währenddessen lachen sie sich kaputt und nehmen den anderen jeweils auf die Schippe.
Richtung Eingang treffen wir zwei junge Männer, beide gerade volljährig. Sie trinken Bier und stehen an einem hohen kleinen Tisch. Auch hier wieder raucht der eine, der andere aber nicht. Das Nichtraucher-Problem in der Gastronomie und den Discotheken nervt beide sichtlich. Sie scheinen eher gleichgültig. Mit einem witzigen Spruch wischt einer der beiden das Problem vom Tisch: "Wenn jetzt alle draußen rumstehen und eine rauchen, dann ist der Saal hier ja leer."
