Ich sehe mich in meinem Tier - Birgit Ötting - E-Book

Ich sehe mich in meinem Tier E-Book

Birgit Ötting

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Beschreibung

Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, dass die Themen Ernährung, Haltung und Umgang mit Tieren einerseits und die Erkrankungen der Tiere andererseits einen Zusammenhang haben. Riskieren wir allerdings einen zweiten Blick durch die Brille des gesunden Menschenverstandes und aus der Sicht der ganzheitlichen Naturheilkunde, lassen sich tatsächlich ganz viele, interessante Zusammenhänge feststellen. Denn ein Körper ist eine Einheit, ein natürliches, wunderbar aufeinander abgestimmtes System. Verändere ich einen Baustein, verändert sich auch die ganze Einheit. Im ersten Kapitel geht es um die Bedürfnisse der Tiere und auch die der Menschen. Was brauchen beide wirklich, ganz unabhängig davon, was die Umgebung ihnen spiegelt? Das zweite Kapitel handelt davon, warum wir genau dieses Tier haben und kein anderes. Im dritten Kapitel geht es um Wahrnehmung und Emotionen. Was nehmen wir wahr und was fühlen wir in den jeweiligen Situationen? Was sagt uns das über uns selber? Können wir die Wahrnehmung schulen oder ändern und können wir Gefühle verändern? Im vierten Kapitel zeige ich, wie wir mit unseren Gedanken unser Leben beeinflussen können. Denn wenn wir bewusst denken, können wir viele Dinge ändern.

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Seitenzahl: 59

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1: Über Erziehung & Bedürfnisse

1.1. Erziehung in der Hundeszene

1.2. Erziehung in der Pferdeszene

1.3. Bedürfnisse erkunden

1.4. Über Beziehungen

Kapitel 2: Über Besitzer und ihre Tiere

2.1 Darmbeschwerden

2.2. Der Speicheltest

Kapitel 3: Wahrnehmung und Emotionen

3.1. Die emotionale Rolle der Tiere

3.2 Verantwortung in der Mensch-Tier-Beziehung

3.3. Welche Rolle spielt die Ernährung?

3.4. Dobby, der Hauself: kleiner Kater, großer Name

Kapitel 4: Psyche und Gedanken

4.1. Die drei Säulen der Wertschätzung

4.1.1. Die erste Säule

4.1.2. Die zweite Säule

4.1.3. Die dritte Säule

Schlussbemerkung

Einleitung

Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, dass die Themen Ernährung, Haltung von und Umgang mit Tieren einerseits und die Erkrankungen der Tiere andererseits einen Zusammenhang haben. Riskieren wir allerdings einen zweiten Blick durch die Brille des gesunden Menschenverstandes und aus der Sicht der ganzheitlichen Naturheilkunde, lassen sich tatsächlich ganz viele, interessante Zusammenhänge feststellen. Denn ein Körper ist eine Einheit, ein natürliches, wunderbar aufeinander abgestimmtes System. Verändere ich einen Baustein, verändert sich auch die ganze Einheit.

Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, hat mich eine Zuhörerin bei einem meiner Vorträge gebracht. Sie sagte, der Vortrag sei so spannend gewesen und ob ich nicht ein Buch über das Thema schreiben könne. Da dachte ich mir: »Ja, warum eigentlich nicht?«. Schließlich gibt es viel Literatur darüber, dass das Tier Spiegel seines Besitzers ist, aber noch kein Buch, das die gesamten Zusammenhänge erläutert. Vor allem gibt es kein Buch, das deutlich macht, dass die Interaktion zwischen Tier und Besitzer ein Geschenk sein kann und wie wir dies für uns nutzen können.

Im ersten Kapitel geht es um die Bedürfnisse der Tiere und auch die der Menschen. Was brauchen beide wirklich, ganz unabhängig davon, was die Umgebung ihnen spiegelt? Das zweite Kapitel handelt davon, warum wir genau dieses Tier haben und kein anderes. Im dritten Kapitel geht es um Wahrnehmung und Emotionen. Was nehmen wir wahr und was fühlen wir in den jeweiligen Situationen? Was sagt uns das über uns selber? Können wir die Wahrnehmung schulen oder ändern und können wir Gefühle verändern? Im vierten Kapitel zeige ich, wie wir mit unseren Gedanken unser Leben beeinflussen können. Denn wenn wir bewusst denken, können wir viele Dinge ändern.

Ich wünsche Ihnen viel Freude darin, gemeinsam mit meinem Buch die Beziehung zu Ihrem Tier neu zu entdecken!

Kapitel 1:

Über Erziehung & Bedürfnisse

In meiner Tierheilpraxis sehe ich immer wieder die aussichtslosen Fälle, die von der Schulmedizin schon aufgegeben wurden. Ich sehe Tiere, die teilweise schon langjährige Leidenswege hinter sich haben, und Besitzer, die oft schon Tausende von Euros in die Medizin gesteckt haben, ohne dass ihren Tieren geholfen werden konnte. Oft macht es mich sehr traurig, zu sehen, wie lange Tier und Mensch leiden mussten, ohne dass die Ursachen gefunden wurden. Und doch sind diese Ursachen manchmal sehr einfach und naheliegend, wenn man nur mal wirklich hinschaut.

Tiere sind wie wir Menschen in ein System eingebunden, daher können wir ein Tier nicht isoliert betrachten. Wie ein Mensch steht es immer in Beziehung zu seinem Umfeld. In unserer heutigen Gesellschaft ist Funktionieren, Leistung, Arbeit angesagt. Emotionen dürfen nicht gelebt und geäußert werden, denn das ist unnormal.

Gerade im Hunde- und Pferdebereich erlebe ich immer wieder, dass Menschen zu mir kommen, weil ihre Tiere nicht funktionieren, weil sie das eine oder andere Verhaltensproblem an den Tag legen (Katzen können wir einmal getrost außen vor lassen, denn sie haben sozusagen einen Freibrief. Es weiß doch jeder, dass Katzen ihren eigenen Kopf haben.). Die Besitzer sind meist recht bemüht und haben sich bei dem einen oder anderen Experten schon eine Technik abgeschaut, damit ihr Hund oder Pferd besser funktioniert.

1.1. Erziehung in der Hundeszene

Schauen wir uns doch einmal die Hundeszene an. Der Hund muss montags zum Agility, dienstags zum Trailen, mittwochs zum Hundekumpeltreffen, donnerstags zum Longieren, freitags ins Hundekaffee, samstags zur Hundeschule und sonntags zur Fährtensuche. Eine ausgebuchte Woche zum Wohle des Hundes, wie oft gemeint wird.

Der Border Collie brauch extra viel Bewegung, der Labrador Schwimm-Training, der Retriever Dummy-Training, der Schäferhund Schutzdienst, der Aussie eine Kuhherde und der Yorkshire Terrier braucht … komischerweise braucht der Yorkshire Terrier nichts, außer einem schönen Platz auf dem Sofa, gleich neben dem Mops, dem Chi-Hua-Hua, dem Malteser, dem Bolonka und anderen. Bei den kleinen Hunden kommt selten jemand auf die Idee, dass sie etwas müssten. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass sich bei ihnen der Beißschaden in Grenzen hält, aufgrund der kleinen Zähne und des kleinen Kiefers. Und die Folge dieser kollektiv dogmatisierenden Beschäftigungstherapien der großen Rassen bekomme ich dann immer wieder in der Praxis zu sehen. Hunde mit chronischen Durchfällen, mit angeblichen Allergien, mit dem Hang zur Selbstverstümmelung der Nägel und des Fells, hyperaktive Tiere oder Tiere mit Angststörungen und Aggressionen. Dieses Fehlverhalten wird dann gern mal mit genetischen Schäden der Rasse, mit Gehirntumoren und anderen Entschuldigungen abgetan. Die wenigsten Besitzer wollen wirklich hinschauen und erkennen, was ihren Tieren fehlt. Dabei reden und kommunizieren unsere Tiere den ganzen Tag mit uns und zeigen ihren Besitzern, was ihnen fehlt. Nur können viele Menschen die Sprache ihrer Tiere nicht mehr deuten. Sie sind verunsichert durch den Züchter, der gesagt hat …, den Tierarzt, der gesagt hat ..., den Trainer, der gesagt hat … Und der Nachbar hatte ja auch schon drei Hunde, der muss es ja wissen. Ihren eigenen Gefühlen trauen sie wenig. Sie hören auf jeden, nur nicht auf sich selber. Sie denken, sie seien ja auch kein Profi in Sachen Hund, obwohl sie doch den ganzen Tag mit ihrem Tier verbringen!

Dabei kennen die Besitzer das Tier doch am besten. Und wenn ich die Besitzer dann frage, wie sich das angefühlt hat, bekomme ich immer wieder Aussagen wie: »Ich hatte immer Bauchschmerzen, wenn ich dies und das gemacht habe, aber Herr X und Frau Y haben gesagt, dass man das so macht.« Oder: »Irgendwie habe ich immer gespürt, dass es nicht richtig ist, aber ich habe es gemacht, weil es alle so machen. Und weil alle sagen, Hunde brauchen das so.« Die Pferdeszene ist tatsächlich sehr ähnlich.

1.2. Erziehung in der Pferdeszene

Pferde müssen gymnastiziert werden, damit sie schön locker laufen. Sie müssen auf beiden Händen trainiert werden, damit sich die Muskeln gleichmäßig ausbilden. Unzählige Methoden, Techniken, Gurus, Zusatzfutter und Hilfszügel sind nötig, damit aus dem Pferd ein Reitpferd wird. Denn in den Augen vieler Menschen ist ein Pferd, das man nicht reiten kann, nichts wert und hat keine Daseinsberechtigung. Mit Pferden muss gearbeitet werden, sonst sind sie nicht glücklich. Sie kosten ja auch eine Menge Geld, da will man natürlich auch etwas davon haben. So laufen viele Pferde Runde um Runde in Hallen herum, runtergehungert (denn Kraftfutter macht extrem lebhaft), mit schlecht sitzenden Sätteln und ungeübten Reitern, eingeschnürt und mit Hilfszügeln versehen, damit sie Muskeln aufbauen und Spaß haben.