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Geheimes Mentalisten-Wissen für Schule, Ausbildung und Studium Sein Gesicht kennt kaum jemand, aber seine Videos Millionen: Dannero ist einer der größten TikTok-Creator und einer der jüngsten professionellen Mentalisten, der sein Publikum mit verblüffenden Gedankenexperimenten zu begeistern weiß. In seinem Buch nimmt uns Dannero mit auf eine fantastische Reise durch sein Leben und verrät dir, wie du es schaffst, nicht nur dein Selbstbewusstsein zu steigern, sondern auch die Körpersprache deines Gegenübers richtig zu lesen, und erklärt dir, wie du dieses Wissen erfolgreich in Schule, Ausbildung und Studium einsetzen kannst. Egal ob Mobbing, Prüfung, Bewerbungsgespräch oder erstes Date – mit diesem Geheimwissen wirst du jede Herausforderung meistern.
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Seitenzahl: 226
Veröffentlichungsjahr: 2021
DANNEROFEAT. JULES
ICH SEHE, WER DU BIST
STÄRKE DEIN MINDSET, LESE DIE GEDANKEN DEINES GEGENÜBERS UND ERREICHE DAS, WAS DU WILLST
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
Wichtige Hinweise
Dieses Buch ist für Lernzwecke gedacht. Es stellt keinen Ersatz für eine individuelle medizinische Beratung dar und sollte auch nicht als solcher benutzt werden. Wenn du medizinischen Rat einholen willst, konsultiere bitte einen qualifizierten Arzt. Der Verlag und der Autor haften für keine nachteiligen Auswirkungen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Informationen stehen, die in diesem Buch enthalten sind.
Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wurde auf eine genderspezifische Schreibweise sowie eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.
Originalausgabe
1. Auflage 2021
© 2021 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Unter Mitarbeit von Julian Laschewski
Redaktion: Ronit Jariv
Umschlaggestaltung: Marc-Torben Fischer
Umschlagabbildung: Nils Schwarz
Illustrationen: Laura Osswald
Satz: Daniel Förster, Belgern
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-96775-022-5
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96775-023-2
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96775-024-9
Weitere Informationen zum Verlag finden sie unter
www.rivaverlag.de
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PROLOG
Der Wanderer
I. SIEH DICH NICHT SCHWÄCHER, ALS DU BIST
Wie du dein Selbstbewusstsein steigerst
II. VON DÄMONEN, SCHARLATANEN UND FALSCHEN SCHLANGEN
Wie du Menschen entlarvst, die es nicht gut mit dir meinen
III. KÖRPERSPRACHE VERSTEHEN
Wie du bei Bewerbungs- und Kennenlerngesprächen überzeugst
IV. MENTALE MUTMACHER
Wie du Selbstzweifel in den Griff bekommst
V. HILFE, HYPNOSE!
Was dein Unterbewusstsein über dich verrät
VI. MENTALE STÄRKE
Wie du dein eigenes Business aufziehst
VII. DAS NERO-PRINZIP
Worauf es bei Verhandlungen ankommt
VIII. LIEBE LESEN
Worauf du bei einem Date achten solltest
IX. MAGISCHE BILDER
Was du von TikTok lernen kannst
EPILOG
Der Schatz
ANHANG
5 Zaubertricks, mit denen du jeden beeindruckst
Ich bin fast am Ende angelangt, dachte der Wanderer und wischte sich Regentropfen aus dem Gesicht. Der heftige Niederschlag wurde von einem starken Wind begleitet. Mit Mühe faltete er die Landkarte auf, die ihm ein Unbekannter vor einiger Zeit in die Hand gedrückt hatte. Normalerweise vertraute er Fremden nicht. Zu oft hatten sie ihn getäuscht und versucht, seine Fähigkeiten zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen.
»Glaub mir«, hatte der Fremde gesagt, als hätte er das Misstrauen des Wanderers bemerkt, »folge der Landkarte bis zu der eingezeichneten Stelle und du wirst es nicht bereuen.« Mit diesem Versprechen hatte der Unbekannte seine Neugier geweckt. Wenn er die Wahrheit sprach, wartete am anderen Ende etwas ganz Besonderes auf ihn.
Der Wanderer war mit frischem Mut losgezogen. Doch etwas verfolgte ihn. Er wusste nicht genau, was, aber er spürte, dass er nicht allein war. Wenn er sich umdrehte, sah er – nichts. Ein schwarzes Nichts, das immer näher kam. Und seine Kraft ließ mit jedem Schritt nach.
Seit Tagen war er nun unterwegs, ohne einer Menschenseele begegnet zu sein. So auf sich allein gestellt, begann er zu zweifeln. Immer wieder schaute er auf die Landkarte, die einen Schatz versprach, wenn er ihr genau folgte. Kein Schatz, der aus Reichtümern bestand. Sondern einer, der dafür sorgte, dass sich sein geheimster Wunsch erfüllen würde. Das hatte zumindest der Unbekannte behauptet. Sonst hätte der Wanderer die Reise nicht auf sich genommen.
Er konnte die Karte durch den Regen hindurch kaum erkennen und war sich unsicher, ob er den richtigen Weg einschlug. Doch Zurückgehen war keine Option mehr. Die Dunkelheit rückte näher, immer näher an ihn heran.
»Dreh um«, flüsterte sie ihm zu. Mit diesem gehässigen Unterton, den er schon so oft in seinem Leben vernommen hatte. Von falschen Weggefährten und vermeintlichen Freunden.
»An deiner Stelle«, sagte der Wanderer grinsend, »würde ich aufhören, mir zu folgen.«
Er blickte ein letztes Mal auf die Landkarte, prägte sich den weiteren Weg ein und steckte sie ein. In Regen und Wind sah er sowieso kaum etwas. Einige hätten mit Sicherheit aufgegeben, doch er war gewappnet. Dank seines Zaubertrainings an der Akademie für besondere Künste besaß er die nötigen mentalen Kniffe, um sich aussichtslosen Situationen zu stellen und ihnen ins Gesicht zu lachen.
Manchmal wünschte er sich, dass er schon früher diese Werkzeuge in seinem Kopf zur Verfügung gehabt hätte. Dass er bereits im Kindesalter gewusst hätte, wie er sich Dämonen stellte. Dafür kannte er sie jetzt und somit brachte ihn auch die Dunkelheit, die schleichend immer näher kam, nicht aus der Ruhe.
Er näherte sich einer Brücke, auf der ein Troll stand. Feindlich sah dieser nicht aus, aber seine große grüne Nase, aus der ein saftiger Popel hing, sowie seine kleinen misstrauischen Augen mahnten ihn zur Vorsicht.
»Ich würde gerne passieren«, sagte der Wanderer.
»Wohin?«, grunzte der Troll.
Seine wahren Absichten wollte der Wanderer unter keinen Umständen verraten. Nicht dass jemand ihm zuvorkam, und erst recht nicht eine Kreatur wie die, die vor ihm stand.
»Familie besuchen«, antwortete er.
»Warum?«, grunzte der Troll erneut.
Unauffällig schaute der Wanderer hinter sich, um sicherzustellen, dass das schwarze Nichts ausreichend weit entfernt war.
»Weil ich sie lange nicht mehr gesehen habe.«
»Wer« – GRUNZ – »bist du?«
»Ich bin der Wanderer.«
»Und was kannst du?«, fragte der Troll und trat einen Schritt nach vorne. Mit gefletschten Zähnen sah er am Wanderer hinunter, wahrscheinlich um ihn einzuschüchtern. Trolle besaßen nicht viel außer ihren Brücken. Und deshalb entschieden sie, wer diese betrat – und wer nicht.
Der Wanderer lächelte und zog in Windeseile ein uraltes Kartendeck aus seiner Tasche. Seit Äonen trug er dieses Deck mit sich herum. Die Spielkarten waren abgegriffen, zerknickt, dreckig und hatten viel gesehen – sie waren perfekt.
»Denk an eine Zahl«, sagte er.
»Eins«, grunzte der Troll.
»Nicht sprechen«, sagte der Wanderer kopfschüttelnd, »denken!«
»Ach so«, erwiderte der grüne Hüne. »Trotzdem eins!«
Der Wanderer seufzte und nickte. Eine Diskussion hätte wenig Sinn ergeben.
»Ohne zu reden. Denk an ein Symbol.«
Der Troll verstand und dachte mit hochrotem Kopf angestrengt nach. Eifrig mischte der Wanderer nun sein Deck. Die Karten waren Veteranen und wussten genau, wie sie ihr Publikum beeindrucken konnten.
»Ist das hier …«, er zog eine Karte hervor, ohne sie anzusehen, »… die Karte, an die du gedacht hast?«
Mit weit aufgerissenen Augen sah der Troll die Karte aus nächster Nähe an und drückte seine verpopelte Nase darauf.
»HEXER!«, schrie er und ließ vor Schreck seine Keule fallen, die er auf der Schulter trug.
Er wich einige Schritte zurück und ließ den Wanderer passieren.
»Bitte verhex mich nicht!«, rief er ihm hinterher.
Der Wanderer lachte und blickte auf das Herzass. Das war ein Kinderspiel gewesen. Nicht nur, dass der Troll ihm eh gleich verraten hatte, an welche Zahl er dachte, sondern Trolle sind auch simple Kreaturen. Mehr als das Herzsymbol kennen sie selten und weiter als eins zählen sie auch meistens nicht.
Nach einigen Stunden Fußmarsch drehte sich der Wanderer ein letztes Mal um und lachte der Dunkelheit entgegen: »Ich bin fast am Ziel. Bald gibt es dich nicht mehr.«
Schließlich kam er vor einem kleinen Bauernhaus zum Stehen. Aufmerksam musterte er die alte Tür und ließ seine Finger sanft über das splitternde Holz gleiten.
Er trat zurück und klopfte vorsichtig an. Die Tür öffnete sich mit einem Krächzen und beim Eintreten wusste der Wanderer, dass er seinen Schatz gefunden hatte.
Was das für ein Schatz ist, den der Wanderer am Ende seiner Reise fand, werde ich dir im Verlauf dieses Buches verraten. Es enthält nicht nur einen großen Teil meiner eigenen Lebensreise, die sich von meiner Kindheit bis heute erstreckt, sondern auch eine Menge hilfreicher Ratschläge und Techniken aus der Magie und dem Mentalismus, die du sowohl in der Schule als auch in der Ausbildung oder im Studium anwenden kannst.
In der Magie wartet das Mysteriöse darauf, das Publikum zu verzaubern. Im Mentalismus geht es darum, sein Gegenüber innerhalb kürzester Zeit richtig einzuschätzen. Im Folgenden werde ich dir zeigen, wie du das Beste aus Magie und Mentalismus für dich einsetzt – egal, ob du vor einer Prüfung stehst, dich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitest, jemanden daten möchtest oder mit dem Gedanken spielst, dich selbstständig zu machen. Ich möchte dich dabei unterstützen, das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast. Meint es jemand nicht gut mit dir, statte ich dich mit friedlichen Waffen aus, mit denen du dich zur Wehr setzen kannst. Einfache Tricks und Techniken sollen dir helfen, dich und andere besser zu verstehen. Ein Wissen, das in einem bestimmten Moment über Sieg und Niederlage entscheiden kann.
Zusammen werden wir eine fantastische Welt durchwandern, die zu großen Teilen auf meinen eigenen Erfahrungen basiert, und du wirst auf spannende Weise nicht nur erfahren, wie ich zu einem der besten Kartenmagier und einem der bekanntesten TikToker Deutschlands wurde, sondern auch eine Menge über dich selbst lernen.
Ich werde dir in diesem Buch einige meiner geheimsten Tricks und Skills mit auf den Weg geben. Sie werden dir helfen, Gesprächspartner anhand ihrer Körpersprache richtig einzuschätzen und mit Problemen in der Schule, am Ausbildungsplatz oder im Studium besser umzugehen, Alltagssituationen entspannter zu meistern und Streitgespräche souverän zu bestehen. Darüber hinaus werde ich sowohl auf zwischenmenschliche Beziehungen als auch auf Dating-situationen genauer eingehen, und nicht zu vergessen: stressige Augenblicke, wie die letzten fünf Minuten in einer Klausur oder hitzige Gaming-Gefechte.
Nimm dir eine Auszeit vom Alltag, setz dich bequem hin und gewähre mir die Ehre, dich in meine Welt zu entführen – die Welt von Dannero!
PS: Aufmerksame Leser werden mit der Einweihung in eine bisher streng geheim gehaltene Technik belohnt! Stell dir vor, du begegnest einer wildfremden Person und innerhalb weniger Sekunden weißt du, welches Sternzeichen sie hat. Ohne jegliches Vorwissen. Exklusiv in diesem Buch verrate ich dir, wie diese Technik funktioniert!
Wie jede anständige Geschichte beginnt auch diese am Anfang. Lange bevor der Wanderer seine Bestimmung und seinen Schatz fand. Damals kannte ihn noch niemand und er war sich nicht sicher, welchen Platz er in der Welt ausfüllte. In jungen Jahren besuchte der Wanderer eine Lehranstalt. Dieser Ort war darauf ausgelegt, Bekanntschaften zu knüpfen und gemeinsam mit anderen den stetigen Wandel der Zeit zu bewältigen. Doch schnell wurde ihm bewusst, dass die anderen ihn nicht akzeptierten.
»Hallo, ich bin Daniel«, sagte er und streckte seine Hand aus.
Doch die Mitschüler ignorierten ihn. Etwas war ungewöhnlich an ihm, und das gefiel ihnen nicht. Während die anderen sich verbanden und mit ihrem Dasein zufrieden waren, erkannte er früh, dass dort draußen mehr für ihn war. Dass eine Fähigkeit in ihm schlummerte, die nur darauf wartete, erweckt zu werden.
Veränderung bereitete ihm stets Unbehagen. Er musste sich erst an das neue Umfeld gewöhnen, bevor er Freundschaften schloss und Anschluss fand. Natürlich bemerkten das die Gleichaltrigen um ihn herum – und begegneten ihm daher nicht gerade mit offenen Armen. Er benahm sich anders, auffällig, und entsprach nicht ihrer Vorstellung von einem normalen Jungen. So dauerte es nicht lang und sie fingen an, sich gegen ihn zu wenden. Nicht alle, doch diejenigen, die nur zuschauten, ließen das aufkeimende Böse gewähren, anstatt es bei der ersten Gelegenheit im Keime zu ersticken.
»Nächste Woche finden die Besinnungstage statt«, verkündete die Lehrerin. »Dort werden wir zusammen herausfinden, wie wir als Klasse funktionieren. Findet euch bitte in Gruppen zusammen. Vier bis fünf von euch gehen jeweils auf ein Zimmer.«
Er schluckte. Bei dem Gedanken, mit einem seiner gemeinen Mitschüler auf ein Zimmer zu kommen, wurde ihm flau im Magen.
Er zeigte auf: »Kann ich auch allein auf ein Zimmer?« Doch die Frage bereute er sofort, denn die anderen lachten ihn aus und fragten spöttisch: »Was hast du denn vor?«
»Nein, du wirst mit …« – die Lehrerin überlegte einen Moment und er betete im Stillen – »… mit euch vieren auf ein Zimmer gehen, okay?« Dabei zeigte sie auf die Truppe, die sich bei jeder Gelegenheit besonders gemeine Torturen für ihn ausdachte.
Der Wanderer nickte und fügte sich stumm seinem Schicksal. Etwas anderes blieb ihm nicht übrig. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Er wusste es noch nicht, aber später würde er die richtigen Waffen haben, um sich gegen die Dämonen zur Wehr zu setzen, die sein Leben zur Hölle machten.
Es hat lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass ich anders bin. Erst recht, bis ich verstanden habe, warum ich gemobbt wurde. Lange Zeit habe ich den Gedanken mit mir herumgeschleppt, dass ich das Problem sei.
In jungen Jahren analysierte ich mich, stand vorm Spiegel und war überzeugt, dass irgendetwas nicht mit mir stimmte. Wieso ärgerten mich die anderen sonst? Warum beklauten sie einen Elfjährigen, zerstörten seine Schulsachen mutwillig oder schlugen ihm ohne Vorwarnung ins Gesicht?
Das alles ergab keinen Sinn. Ich schleppte mich jeden Morgen mit Bauchschmerzen in die Schule und hoffte darauf, in Ruhe gelassen zu werden. Hoffte, dass sie ein neues Opfer hätten, dem niemand helfen würde, und ich zu den Glücklichen zählte, die nur zuschauten und es geschehen ließen. Aber immer war ich derjenige, den sie auswählten.
Erst später, im Laufe meines Studiums, bei dem ich auch einige Psychologie-Vorlesungen besuchte, habe ich verstanden, warum diese Typen immer mich wählten. Das lag nicht an meiner Größe, meinem Aussehen oder meiner Art. Nicht einmal daran, dass ich anders war. Mobber suchen sich ruhige Kinder als Opfer aus, die zurückhaltend oder schüchtern sind. Das rührt aus ihren eigenen Unsicherheiten her. Die Mobber kommen meist aus einem häuslichen Umfeld, in dem die Hand der Eltern locker sitzt oder diese erst gar nicht in Erscheinung treten. Kinder, die sich so verhalten, wachsen fast immer ohne liebevolle Unterstützung auf.
WARUM ENTSTEHT MOBBING?
Mobbing hat die unterschiedlichsten Ursachen. Die Beweggründe der Täter sind jedoch immer dieselben: Macht, Neid, Angst, Lust oder Gruppenzwang. Oftmals ist es eine Kombination aus zwei oder mehreren Gründen, die jemanden dazu bringen, andere immer und immer wieder verbal herunterzumachen und/oder körperlich zu quälen.
Mobbing aus Macht. Eine machthungrige Person (und das können auch Kinder sein) versucht, ihr Kontrollgefühl durch einen Angriff auf Schwächere zu steigern. Das Muster ist immer dasselbe: Der Mobber stellt seine Attacken öffentlich zur Schau und versucht, andere auf seine Seite zu holen, um sein Handeln zu rechtfertigen. Durch seine körperliche und/oder mentale Überlegenheit traut er sich, sein Opfer anzugreifen. Wehrt sich das Opfer nicht, sieht der Mobber das als Rechtfertigung seiner Taten an.Mobbing aus Neid. Neid gehört zu den unschönen Eigenschaften, die in uns allen schlummern. Diese Art des Mobbings geschieht hinter dem Rücken der Person in verbaler Form. Menschen, die aus Neid mobben, sprechen anderen ihre Erfolge ab, um selbst besser dazustehen, und haben keinerlei Skrupel, sich sogar über Freunde den Mund zu zerreißen – ohne dass diese es mitbekommen.Mobbing aus Angst. Der Angreifer hat nicht gelernt, mit Veränderung umzugehen, und geht direkten Konfrontationen aus dem Weg. Diese Veränderung hat ihre Ursache meist im unmittelbaren Umfeld des Mobbers, wie das bei einer Scheidung der Eltern oder dem Zerbrechen einer Freundschaft der Fall sein kann. Mit der Angst, die von dieser Veränderung ausgeht, kann der Angreifer nicht umgehen. Die Angst schlägt in Wut um. Der Mobber lässt niemanden mehr an sich heran. Für ihn besteht die einfachste Lösung darin, seinen Schmerz an andere weiterzugeben. Er passt einen geeigneten Moment ab, um ohne Vorwarnung verbal zu explodieren, und diskreditiert sein Opfer mit ausgedachten Geschichten und Halbwahrheiten. Er hat nicht gelernt, wie er mit emotionalen Situationen umgehen und angemessen auf sie reagieren soll. Er sucht die Schuld bei anderen, selbst wenn diese keine Schuld an der Veränderung tragen.Mobbing aus Lust. Einer der niederträchtigsten Beweggründe ist das Mobbing eines Sadisten, der Freude daran empfindet, andere leiden zu sehen. Langeweile und Spaß werden hier zu einer ekelhaften Mischung, um zu manipulieren und zu schikanieren. Gern verbreitet der Angreifer unwahre Gerüchte, die dazu führen, dass sich die Abneigung verstärkt und sich die Mitschüler vom Opfer abwenden. Das fängt bei einfachen Lügen an wie »Seine Mutter schneidet ihm die Haare, weil sie kein Geld haben, um zum Friseur zu gehen« und hört bei übler Nachrede auf wie »Er hat letztens zu mir gesagt, dass er am liebsten eine Bombe hochgehen lassen möchte, weil er unsere Klasse hasst«. Gegenüber dem Opfer gibt sich der Angreifer als Freund, der ihm helfen möchte. Dadurch wiegt sich das Opfer in Sicherheit und der Angreifer gelangt an die Informationen, die er braucht, um sie mit Lügen auszuschmücken und hinter dem Rücken des Opfers zu verbreiten. Besonders beliebt sind Unwahrheiten, die darauf abzielen, Zwietracht zu säen. Der Mobber behauptet, sein Opfer wäre gemein zu schwächeren Mitschülern oder würde sie beklauen, da er sich selbst keine neuen Stifte oder Schulutensilien leisten könne.Mobbing, um die Gruppenzugehörigkeit zu stärken. Der Angreifer möchte in seinem Rudel anerkannt werden und hat Angst davor, allein zu sein. Er greift hilflose Außenstehende an, um sich selbst zu beweisen, dass er dazugehört.Nichts ist schlimmer als Schulkameraden, die einem das Leben erschweren. Trotzdem gilt: Nimm dir die Worte eines Mobbers niemals zu Herzen. Sie rühren aus einem nicht vorhandenen Selbstwertgefühl her. Der Mobber will mit seinen Angriffen auf dich nur von seinem eigenen Versagen ablenken. In Wahrheit sind nämlich nicht die Opfer von Mobbingangriffen, sondern die Mobber selbst die armen Würstchen. Meine eigene Wut hat sich längst in Mitleid verwandelt. Inzwischen weiß ich: Wer mit Hass im Herzen durchs Leben läuft, wird kein schönes Leben haben.
»Geh zum Lehrer« ist ein Satz, der oft fällt, wenn es um Ratschläge geht. Das funktioniert aber nur in den wenigsten Fällen. Täter lassen sich nur selten durch Autoritätsfiguren abschrecken, solange diese nicht hart durchgreifen und den Respekt der Mobber genießen. Das Problem musst du also anders lösen.
WIE SCHÜTZT DU DICH VOR MOBBING?
Sport. Rohe Gewalt ist die Sprache der geistig Schwachen. Sich zu verteidigen hingegen ist eine angemessene Reaktion. Wichtig ist jedoch zu wissen, wie du dich schützt. Dafür musst du nicht zwingend einem Kampfsportverein beitreten, aber Kraftsport oder ein Mannschaftssport wie Fußball oder Rugby helfen dir, ein besseres Mindset zu entwickeln. Beim Mannschaftssport trainierst du sowohl deinen Körper als auch deinen Geist. Außerdem wirst du die Erfahrung machen, wie wichtig der Zusammenhalt in einem Team ist. Beim Kraftsport hingegen lernst du, dich zu fokussieren, und stählst obendrein deine Muskeln. Beides wird dich dabei unterstützen, Selbstbewusstsein aufzubauen, und je selbstbewusster du wirst, desto klarer wirst du erkennen, was für traurige Gestalten Mobbingtäter letztlich sind.
Körperhaltung. Arbeite an deiner Körperhaltung. Eine aufrechte Position vermittelt Selbstsicherheit. Die Psyche folgt dem Körper. Das heißt nicht, dass du dich künstlich aufblasen sollst, aber ein gerader Rücken hilft nicht nur dabei, Rückenschmerzen abzuwenden, sondern stärkt vor allem dein Selbstbewusstsein.
Mimik. Lächle. Natürlich sollst du nicht ständig mit einem Lächeln im Gesicht herumrennen, erst recht nicht, wenn dir gar nicht danach ist. Aber ein Lächeln hilft dir dabei, mit einer selbstbewussten Ausstrahlung durch die Welt zu gehen. Übe vor dem Spiegel, selbstbewusst zu schauen. Menschen mit starkem, klarem Blick werden ernster genommen und fallen nicht in das typische Beuteschema eines Mobbers. Achte darauf, wie du dich fühlst, wenn du dich im Spiegel betrachtest. Was passiert, wenn du lächelst? Ändern sich deine Emotionen? Ich empfehle dir, deine Empfindungen und Beobachtungen aufzuschreiben. Auf diese Weise kannst du am besten nachvollziehen, wie du dich in bestimmten Momenten fühlst und wie deine Mimik auf andere wirkt. Außerdem stärkst du dein Selbstverständnis und bekommst eine Vorstellung davon, wie dich andere sehen.
Die Besinnungstage nahmen ihren Lauf und der Wanderer sah sich jeden Tag aufs Neue mit Gemeinheiten konfrontiert. Einer der schlimmsten Augenblicke, und einer, der ihm auch heute noch klar vor Augen steht, obwohl seitdem viele Jahre ins Land gezogen sind, war die nächtliche Dusche mit Eiswasser.
Erschrocken erwachte er, unterdrückte jedoch einen instinktiven Schrei. Sein Bettzeug und er selbst waren vollständig von eiskaltem Wasser durchnässt. Wut überkam ihn und zum ersten Mal war Angst nicht seine vorherrschende Emotion. Nach Luft ringend setzte er sich kerzengerade im Bett auf. Er sah seine Mitschüler lachen, die mit Sicherheit schon die nächste Schandtat planten. Mit einem Satz sprang er aus dem Bett und stellte sich bedrohlich vor den lachenden Wasserträger.
»Gib mir deine Bettdecke«, befahl er.
»Willst du dir eine einfangen, Daniel?«, erwiderte das Großmaul.
Was die Jungs nicht wussten, war, dass der Wanderer sich vorbereitet hatte. Zwar war er nie ein großer Freund von sportlichen Aktivitäten gewesen, doch er wollte selbstbewusster werden und war einer Rugbymannschaft beigetreten. Körperlicher Einsatz und Schmerz waren das tägliche Brot dieses Spiels.
»Letzte Warnung«, sprach er und trat einen Schritt näher an seinen Peiniger heran.
»Sonst was? Bist du auf einmal Student an der Zauberakademie und willst mich in eine Kröte verwandeln?«, erwiderte der Junge, schlug ihn zu Boden und trat nach.
Der Wanderer blieb liegen. Jede Faser in seinem Körper sträubte sich dagegen, ebenfalls Gewalt anzuwenden. Doch der Peiniger ließ nicht von ihm ab. In seiner Verzweiflung blieb ihm kein anderer Ausweg. Er musste sich verteidigen. Blitzartig krabbelte der Wanderer rückwärts und erhob sich. Er nutzte die volle Wucht seines schmächtigen Körpers und rammte seinen Mitschüler ohne Vorwarnung um. Er warf sich auf ihn und umklammerte ihn wie ein Ringer. Nicht wissend, wie ihm geschah, versuchte der Übeltäter, sich aus der festen Klammer zu befreien. Vergeblich, denn im nächsten Augenblick prasselten Schläge auf ihn ein und seine Nase gab ein brechendes KNACK von sich. Die anderen packten den Wanderer und rissen ihn herunter.
»Bist du bescheuert?«, rief einer.
»Dann lasst mich in Ruhe!«, brüllte der Wanderer und hob seine Fäuste hoch.
Eingeschüchtert nickten sie und er war sich sicher, dass er ihnen damit endlich gezeigt hatte: Mit ihm legte man sich besser nicht an. Wieder zu Hause, schämte er sich für seinen Gewaltausbruch, schlief jedoch die restlichen Besinnungstage so gut wie lange nicht mehr.
Aber er wusste: Jetzt, wo alle in ihren üblichen Gefilden waren, bekamen sie wieder Oberwasser und waren darauf vorbereitet, dass ihre Aktionen Reaktionen hervorriefen. Der Wanderer ging ihnen fortan aus dem Weg, sodass sie sich gar nicht an ihm rächen konnten.
Erschöpft und entmutigt zog er sich immer mehr in sein Zimmer zurück. Selten war jemand zu Hause, meistens war er allein und teilte sich seine Zeit frei ein. Sein Vater schenkte ihm Ablenkung in Form bewegter Bilder, die er selbst steuern konnte. Geschichten von Weltkriegen, Pilzkönigreichen und wundersamen Monstern, die man einsammelte und gegeneinander antreten ließ. Er liebte die Flucht in fantastische Welten und vergaß für einen Moment, welche widerwärtigen Dämonen in seiner Welt auf ihn warteten.
Doch das Schicksal meinte es gut mit ihm. Kunde drang nach außen, dass er im Besitz einer magischen Apparatur sei, die ihn in andere Dimensionen eintauchen ließe. Eine begehrte Maschine, die insbesondere zur damaligen Zeit kaum einer besaß! Mitschüler, die ihn vorher missachtet oder sogar schikaniert hatten, zeigten auf einmal Interesse.
Selbst das Mobbing in der Schule hörte binnen kürzester Zeit auf. All das, weil er etwas besaß, dass sie nicht hatten? Das konnte er sich kaum vorstellen. Er blieb weiter misstrauisch, gleichzeitig hoffte er jedoch, dass sich die Dinge zum Besseren wendeten. Endlich mussten sie doch erkennen, dass er einer von ihnen war. Schließlich teilten sie gemeinsam das Interesse, in andere Welten abzutauchen.
Sie wollten wissen, wie es war, die bewegten Bilder im eigenen Heim zu haben. Ihre Neugierde brachte ihnen eine Einladung in die Gemächer des Wanderers ein. So zogen die Tage ins Land und beinahe täglich kamen Mitschüler vorbei, unterhielten sich mit ihm und warteten aufgeregt darauf, die Apparatur selbst ausprobieren zu dürfen.
Videospiele sind auch heute noch ein fester Bestandteil in meinem Leben. Ich liebe es, mich hin und wieder in Abenteuern und Wettkämpfen zu verlieren. Da schlägt das Herz gern mal schneller und die Hände werden schwitzig – insbesondere in Teamspielen, in denen man gegeneinander antritt. Ich bin mir sicher, du kennst das und willst in solchen Augenblicken ebenfalls die Ruhe behalten.
Gleiches gilt für Projektarbeiten in der Schule, der Uni oder auf der Arbeit. Ein Team beisammenzuhalten und allen mit Ruhe und Verständnis zu begegnen, ist eine Grundvoraussetzung für ein angenehmes Arbeitsklima. Dadurch entsteht eine freundschaftliche Atmosphäre, und das steigert die Motivation.
WIE BEWAHRST DU BEI PROJEKTARBEITEN EINEN KÜHLEN KOPF?
Denk daran: Für Projektarbeiten gilt dasselbe wie für hitzige Mehrspielergefechte: Es ist nur ein Spiel! Das heißt nicht, dass du es weniger ernst nehmen solltest oder es nicht wichtig ist, aber nicht alles hängt von dieser einen Projektarbeit ab. Du bist mit deiner Leistung nicht zufrieden? Easy, dann zeigst du eben das nächste Mal, was du draufhast, und startest neu durch.
Geh vorbereitet in eine Runde und sei ein Teamplayer. Wenn du mit anderen großartige Resultate erzielst, sei dir bewusst, dass ihr das als Team geschafft habt. Jedes Mitglied ist ein wichtiger Bestandteil des Teams, es kommt nicht darauf an, wie viele Punkte jemand individuell geholt hat. Das Ergebnis ist nur zustande gekommen, weil ihr eine Crew seid.
Bleib ruhig. Es handelt sich um eine Wettkampfsituation, aber lass dich nicht aus der Ruhe bringen. Ärger und Missgunst haben bei einer Projektarbeit, ebenso wie auf dem virtuellen Schlachtfeld, nichts verloren.
Denke an den Teamgeist. Falls du zu denjenigen gehörst, die ihre Emotionen nur schwer kontrollieren können und auch mal gegenüber ihren Mitspielern ausrasten, vergiss nicht, dich anschließend zu entschuldigen. Arbeite daran, deine Gefühle in den Griff zu kriegen. Nicht nur, dass du deine Kollegen nervös machst, wenn du in einer hitzigen Situation die Ruhe verlierst oder ihnen Vorwürfe machst, sondern du behinderst damit auch dein eigenes Fortkommen. Es ist erwiesen, dass Teams, bei denen eine Person dabei ist, die alles nur negativ sieht, schlechter in Wettbewerben abschneiden. Verwandle deine Ausdrucksweise in etwas Positives. Ein »Verkack das jetzt nicht« in ein »Easy, das schaffst du« umzuwandeln, kann den entscheidenden Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten.
Teile Lob aus. Suche nicht nach Fehlern bei deinen Teamkollegen, sondern achte darauf, dass du nach einem Spiel ein konstruktives Feedback gibst und Positives herausstellst.
Nimm Kritik an, wenn du kritisiert wirst. Dazusitzen und mit einem »Nö, das ist nicht so« zu reagieren, bringt weder dich weiter noch stärkt es das Teamgefühl. Gehe davon aus, dass sich deine Teamkameraden Gedanken gemacht haben, wenn sie Kritik an dir üben. Es kostet Überwindung, seinen Kollegen hilfreiches Feedback zu geben. Höre dir die Kritik an und reagiere nicht mit Gegenkritik. Ein offener Austausch sollte nie mit gegenseitigen Schuldzuweisungen enden.
Wie das Leben manchmal so spielt, versiegte der Quell der Apparatur und der Wanderer hatte keine Möglichkeit mehr, sie angemessen zu benutzen. Zunächst kamen seine Bekannten noch vorbei. Allerdings wurden es zunehmend weniger, bis schließlich von der einst großen Gruppe nur noch einer übrig war. So erkennt man wohl wahre Freunde, dachte der Wanderer.
Der Winter war da und als die zwei Freunde am nächsten Tag zusammen die Lehranstalt betraten, plusterten sich einige der ehemals vermeintlichen Weggefährten hämisch grinsend vor ihnen auf und verwehrten ihnen den Zutritt. Verdutzt schaute der Wanderer sie an. Vor einigen Monden waren sie doch noch mit ihm in eine andere Dimension abgetaucht und hatten gemeinsam einen Strand gestürmt.
