20,99 €
Sie halten Hühner und träumen von einem Hühnerstall nach Maß? Die zwölf hier vorgestellten Modelle sind leicht nachzubauen, sehen schön aus und eignen sich perfekt für Familienhühner im Garten. Alle Ställe bieten den Hühnern Komfort und Sicherheit. Ob kleiner, mobiler Hühnerstall, Stall mit Voliere, Hühnerhaus auf Stelzen oder ein Gehege speziell für Legehennen: Die bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen Ihnen ganz genau, wie Sie Ihren Traumstall leicht selber bauen können. Auch für die Inneneinrichtung des Hühnerhauses mit Sitzgelegenheiten, Legenestern und Futtertrögen sowie Rampen und Hühnerleitern finden Sie hier die passenden Bauanleitungen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 103
Veröffentlichungsjahr: 2019
Hervé Husson
12 Modelle Schritt für Schritt selbstgebaut
Aus dem Französischen von Claudia Ade
60 Fotos
300 Zeichnungen
Vorwort
Die Hühner willkommen heißen
Stall
Voliere
Außengehege
Futterecke
Schattenplatz
Grasfläche
Sandbad
Kalziumversorgung
Absperrung gegen Scharren
Zwölf Hühnerställe nach Maß
Zerlegbares Hühnerhäuschen
Kleiner Stall mit Auslauf – für Hühner, die öfter umziehen
Hühnerhäuschen „Achteck“
Hühnerstall „Berghütte“
Raubtiersicherer Hühnerstall auf Stelzen
Multifunktionsstall
Hühnerhaus „Waldhütte“
Spezialstall für Legehennen
Teilbarer Hühnerstall
Hühnerstall für zwei Zuchtgruppen
Großer Stall mit variierbarer Einrichtung
Großes Hühnerhaus mit Voliere
Praktisch Tipps zu Bau und Einrichtung
Legenester
Sitzstangen
Hühnerleitern und Rampen
Futterstellen und Tränken
Wie schütze ich meine Geflügel vor Beutegreifern?
Die Rote Vogelmilbe in Schach halten
Zusammenbau – die richtigen Handgriffe
Materialien für die Verschalung
Dächer
Zusammenbau einer Holzstruktur
Nägel, Schrauben, Bolzen
Befestigung der Pfosten
Service
Glossar
Der Autor
Im Lexikon Le Robert steht zum Hühnerstall: „eine Unterkunft für Hühner oder anderes Geflügel“ oder auch „alle Hühner, die im selben Stall untergebracht sind“. In ländlichen Gebieten, aber auch in unseren Städten findet man mittlerweile eine enorme Vielfalt an Hühnerställen, die sich in Form, Größe und Funktionalität unterscheiden. So werden Autowracks, alte Kommoden und Schränke als Hühnerställe zu neuem Leben erweckt. Auch alte Gärten mit Bäumen, die das Geflügel bei Nacht aufsuchen kann, altertümliche Hühner- oder Schweineställe aus dem frühen 19. Jahrhundert mit ihren langen Hühnerleitern können der Hühnerhaltung dienen. Beim Schweinestall waren die Schweine ebenerdig, die Hühner in der erste Etage untergebracht. Damit aber ein Hühnerstall keine Gesundheitsrisiken birgt, gelten zwei Grundregeln: Die Tiere brauchen genügend Platz, Licht und Luft. Der Stall muss praktisch konzipiert sein – für die Hühner wie für den Halter.
Bis Anfang der 1970er Jahre waren in Frankreich Hühnerställe genauso weit verbreitet wie Gemüsegärten. Es war üblich, mit den Hühnern des Nachbarn irgendwann seine eigene Zucht anzufangen. Das ist heute selten. Es gibt aber noch Geflügelzüchter, die gern bereit sind, ihr Wissen an andere weiterzugeben. Die in diesem Buch vorgestellten zwölf Stallmodelle sind allesamt in ganz Frankreich, der Bretagne und auf Korsika zu finden. Sie passen zu jeder Art der privaten Geflügelzucht, aber auch zum Profi. Vom kleinsten bis zum größten Modell bieten sie Platz für zwei bis zwanzig Hühner, und mehr, falls nötig. Alle orientieren sich am klassischen Hühnerhaus und erfüllen die häufigsten Ansprüche der Hühnerhalter.
•sich in einem kostengünstigen Rahmen bewegen.
•für den Heimwerker machbar sein.
•aus Materialien hergestellt sein, die der Umwelt angepasst sind (besonders dem Klima).
•über zahlreiche Schutzvorkehrungen verfügen (richtige Wahl der Eingänge, der Höhe, der Stärke des Drahtgitters ...).
•artgerecht eingerichtet sein (Fenster für ausreichend Licht, Legenester, Sitzstangen).
Es macht einfach Spaß, sich ein Hühnerhaus nach Wunsch zu bauen. Heute, wo alles immer noch schneller gehen muss, hilft Heimwerken dabei, runterzukommen und zu entschleunigen. Je weiter der Bau dann voranschreitet, umso öfter stellt man sich vor, welche Hühnerrassen darin wohnen, wie die Tiere in den ersten Tagen darauf reagieren, ob sie Hühnerleiter und Legenester auch nutzen werden ...
Es lohnt sich vorher, sich mit dem Leben auf einem Hühnerhof vertraut zu machen, das bestimmt ist von Sonnenauf- und -untergang, der Tageslänge und dem Wechsel der Jahreszeiten.
1
Stall
2
Voliere
3
Außengehege
4
Futterecke
5
Schattenplatz
6
Grasfläche
7
Sandbad
8
Kalziumversorgung
9
Absperrung gegen Scharren
Vorsicht!
•Bringen Sie am Hühnerhaus keine Nägel an, um etwa dort Schaufel oder Kehrbesen aufzuhängen: Streiten sich die Hühner, was bisweilen vorkommt, können sie sich daran verletzen.
•Zum Lagern von Materialien verwenden Sie am besten eine Kiste, die Sie so an einer Wand platzieren, dass kein Zwischenraum entsteht, wo ein Tier stecken bleiben könnte.
•Verwenden Sie keine Gitterroste, Bretter oder Böden, wo Hühner ihre Füße einklemmen können.
•Stellen Sie keine Futtervorräte oder -behälter ins Hühnergehege – das lockt Nager und andere Mitesser an.
Der Stall ist der Bereich, in dem die Hühner schlafen, Eier legen und brüten. Er muss zum Erdboden isoliert sein, damit keine Feuchtigkeit und Parasiten hineingelangen. An den Wänden zur Windschattenseite hin dürfen sich keine Öffnungen (außer zur leichten Belüftung) befinden, um jegliche Zugluft zu vermeiden. Dies verhindert außerdem, dass bei starkem Regen Wasser eindringen kann. Ein gutes Hühnerhaus hat folgende Merkmale:
•Sie haben eine angemessene Innenausstattung und ausreichend Fensterflächen, damit sich die Tiere wohlfühlen.
•Sie sind wegen der Hygiene leicht zu reinigen.
•Sie bietet Schutz gegen Raubtiere und Schlechtwetter.
Der Stall sollte einfach und funktional sein, sowohl im Sinne der Tiere als auch des Halters. Im Innenbereich genügen einfache Kisten als komfortable Legenester: Sie werden auf den Boden gestellt und mit Karton abgedeckt. Bringen Sie die Sitzstangen so an, dass man sie herausnehmen und die Einrichtung immer wieder verändern kann, bis Sie die beste Einteilung gefunden haben. Sind die Einrichtungen mobil, lässt sich der Stall leichter gründlich reinigen.
Vermeiden Sie Ecken und Nischen, wo sich Ungeziefer einnisten kann. Daher stellen Sie auch Legenester mit etwas Abstand zum Boden auf, außer bei Hühnerrassen, die kaum fliegen.
In der Voliere kann man die Tiere auf einem begrenzten Raum halten und sie bietet Raum für die Aufzucht von zwei bis drei Zwerghühnern. Wenn sie direkt ans Außengehege anschließt, bietet sie einige Vorteile, wenn:
•der Besitzer einmal nicht anwesend ist
•die Tiere bei einer Vogelseuche wegen der Ansteckungsgefahr auf staatliche Anordnung hin eingesperrt werden müssen.
Diese Fläche steht den Hühnern tagsüber als Auslauf zur Verfügung. Wenn Sie für Ihre Tiere die völlige Freiheit ins Auge fassen, ist das Außengehege oft umzäunt. Paradoxerweise ist es so, dass je mehr flugfreudige Hühner Sie haben, desto höher die Umzäunung sein sollte. Man rechnet mit 1 m für schwere Rassen, 1,50 m für mittelgroße und mindestens 2 m für die kleinsten Hühnerrassen.
Hier stellt man den Tieren Getreide und Wasser zur Verfügung. Diese Ecke sollte sowohl vor Regen als auch Sonneneinstrahlung geschützt sein. Je nach Anzahl der Tiere sollten Sie mindestens zwei Futterstellen bereitstellen, damit auch die rangniederen Tiere zur gleichen Zeit das gleiche Futter aufnehmen können wie die dominanten Tiere.
Ein schattiges Plätzchen, wo sich die Hühner an heißen Sommertagen abkühlen können, ist absolut unverzichtbar.
Wussten Sie, dass Hühnervögel große Mengen an Gras aufnehmen? Sie verbringen einen Großteil des Tages mit „Weiden“. Im Gras finden die Hühner auch Insekten, Würmer, Larven und andere Futtertiere, die sie für eine gesunde Ernährung brauchen. Leider sind Hühnervögel auch echte kleine Bulldozer, die eine Grasfläche in Nullkommanichts übel zurichten können. Damit das Gras also erhalten bleibt, müssen Sie Ihren Hühnern ausreichend Fläche zur Verfügung stellen: 15 bis 20 m2 pro Tier für die großen Rassen und 5 bis 10 m2 für kleine Hühner.
Ein überdachter Sandkasten ist erforderlich, wenn die Hühner im Gehege keine Möglichkeit haben, ein tägliches Staubbad zu nehmen, was gegen Parasiten hilft und der Pflege des Gefieders dient. Befüllen Sie den Sandkasten mit einer Mischung aus 50 % Erde + 25 % Sand + 25 % unbehandelter Holzasche.
Kalzium ist essenziell für die Bildung von Eierschalen und den Knochenbau. Sie können es (in kleinen Stückchen) ganzjährig zur freien Aufnahme bereitstellen:
•Grit und Futterkalk
•Algenkalk, zerstoßene Muschelschalen (Miesmuscheln, Austern, Jakobsmuscheln)
•Sepiaschalen.
Hühner graben und scharren am liebsten unter Bäumen oder an anderen trockenen Erdstellen, oft auch direkt an der Umzäunung. Dadurch entstehen natürlich Mulden, durch die die Hühner entkommen oder Räuber eindringen können. Um solche „Erdarbeiten“ zu vermeiden, platziert man am unteren Ende des Zauns imprägnierte Rundstämme, Dachziegeln oder Steinplatten. Auf der Außenseite des Zaunes platziert, halten diese Absperrungen auch Raubtiere wie etwa Füchse oder Hunde ab, die sich gern darunter durchgraben.
Gewisse „Düfte“...
Wahrscheinlich haben Sie schon gehört, wie sich Menschen über die Geruchsbelästigung von Hühnerhöfen beschwert haben. Dies trifft nur im Fall mangelnder Hygiene im Hühnerstall zu. Tatsächlich ist es so, dass bei privater Hühnerhaltung mit rund einem Dutzend Tieren die tägliche Stallreinigung nicht mehr als fünf Minuten in Anspruch nimmt. Zur Sauberkeit trägt außerdem eine qualitativ gute Einstreu bei: Sie nimmt sehr schnell die Exkremente auf und lässt sie austrocknen. Empfehlenswert sind Hobelspäne mit kurzgeschnittenem Stroh.
Tipp
Um Muschelschalen mühelos zu zerkleinern, legen Sie sie 20 Minuten lang in den Backofen (Stufe 7 bzw. 200 °C).
Kriterien für den Bau:
•Wieviel Fläche soll den Hühnern zur Verfügung stehen?
•Wie viele Hühner wollen Sie maximal halten?
•Wieviel Budget haben Sie vorgesehen?
•Was ist mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen machbar?
•Für die Zucht mehrerer Rassen eignet sich ein kleiner bis mittelgroßer, aufteilbarer Stall.
•Für einen Legehennenbestand brauchen Sie einen größeren, praktisch angeordneten Stall.
•Sind Sie öfter abwesend, werden Sie Modelle mit Voliere bevorzugen.
•Wenn Sie das Gehege regelmäßig umsetzen möchten, ist ein mobiles Hühnerhaus die Lösung.
Lassen Sie sich von den 12 Modellen inspirieren oder bauen Sie Ihr Hühnerhaus nach eigener Fantasie.
Kleine Ställe sind oft nicht sehr praktisch, wenn es um ihre Instandhaltung und Reinigung geht. Die Lösung dieses Problems kommt in Gestalt eines komplett zerlegbaren Hühnerstalles. Sein Dach kann abgenommen werden, sodass die jährliche Großreinigung ganz einfach wird. Die komplette Demontage des Stalls vereinfacht beispielsweise die Desinfizierung nach einem Befall mit der Roten Vogelmilbe oder die Nachbehandlung der Außenwände aus Holz nach einigen Jahren. Hinzu kommt, dass der zerlegbare Stall durch sein geringes Gewicht leicht zu transportieren ist.
IDEAL für alle, die hobbymäßig Zwerghühner in begrenzter Zahl halten wollen.
AUSREICHEND für bis zu 6 Zwerghühner bzw. 3 große Hühner
GRÖSSE: 0,80 m2
HANDWERKLICHE KENNTNISSE:**
KOSTEN: Um die 100 € (ohne Mittel zur Holzbehandlung)
A
Vorder- bzw. Rückwand des Stalls
B
Seitenwände links und rechts
C
Legenest
D
Stallboden
E
2 Dachplatten
F
Dachfirst
A
Holzleisten [14 m]. Für vordere / hintere Rahmenkonstruktion, Rahmen der Seitenwände und Bodenverstärkung im Legenest.
B
Wandverkleidung [29 m (3 m2)]. Für sämtliche Fassaden, Hintertür, vordere Klappe.
C
Holzleisten [18 m]. Eckleisten, Umrandung Hintertür, Umrandung vordere Klappe, Verstärkungen.
D
Holzleisten [6 m]. Schiene vordere Klappe, Verstärkung Hintertür.
E
Holzleisten [90 cm]. Schiene für Trennwand Legenest.
F
Holzleisten [42,05 m]. Dachfirst.
G
Zierleiste [1,02 m]. Dachfirst.
H
20 Schrauben TRCC 60 mm + 4 Schrauben TRCC 80 mm + Flügelmuttern + Unterlegscheiben.
I
2 Türscharniere. Hintertür.
J
2 Scharniere. Dach Legenest.
K
1 Schieberiegel. Hintertür.
L
2 Türknöpfe. Vordere Klappe.
Hinzu kommt (möglichst genau berechnet):
•imprägnierte Spanholzplatte [ 1,70 m2]. Dach.
•Teerpappe [2,5 m2]. Dachbelag.
•Furnierholz 10 mm [1 m2]. Vordere Klappe, Boden und Abtrennung Legenest.
•Furnierholz 16 mm [1 m2]. Boden.
* Nägel, Schrauben und Bolzen werden nicht jedesmal in der Materialliste (siehe auch Kapitel „Nägel, Schrauben, Bolzen“) erwähnt, außer wenn sie zusätzlich nötig sind.
Holzleisten (2,7 cm x 2,7 cm) mit Holzleim und Nägeln befestigen.
Die Montage der Fassade erfolgt, indem Sie jeweils die Wandverkleidung von hinten annageln (30 mm-Nägel).
Tipp
Für mehr Festigkeit bei der Montage der Wandverkleidung kann zur Verstärkung PU-Klebstoff verwendet werden.
Die rechte Wand ist am einfachsten zu montieren. Die 6 Wandverkleidungen aneinanderfügen, danach verleimen und die Verstärkungen A (4,5 cm x 1 cm) festnageln.
Die linke Wand wird ebenso montiert. Dann mit einer Stichsäge die zuvor aufgezeichnete Öffnung aussägen. An dieser Wand werden auf der Innenseite zusätzliche Verstärkungen A angebracht. Sie dienen der Befestigung der Seiten des Legenestes. Die kleine Verstärkung B, die an der Außenseite – unten in der Mitte – festgenagelt wird, dient als Auflage für den Legenestboden.
Die kleinen Leisten (2,5 cm x 1,5 cm) auf die Fassade kleben und vernageln. 1 cm Abstand um die Öffnung lassen, sodass der Rahmen A entsteht, in dem sich die Klappe verschieben lässt. Klappe B besteht aus einer äußeren Furnierplatte und 3 Teilen verleimter Wandverkleidung. Zuerst wird nur die Furnierplatte in den Rahmen A eingesetzt. Die Leisten (4,5 cm x 1 cm) verleimen und vernageln, damit Rahmen C entsteht. Die Größe der Wandverkleidungen, die auf der Klappe verleimt werden, muss genauestens berechnet werden. Mit einer Kreissäge 2 Lüftungslöcher bohren und mit Maschendraht überziehen.
Tipp
Über die Aussparungen in RahmenA(1) können Wasser und angesammelter Schmutz abgeleitet werden. Sollte sich trotz allem auf der unteren Schiene Schmutz ansammeln, genügt es, sie mit einem flachen Schraubendreher leicht aufzurauen.
Leisten verleimen und vernageln, damit Rahmen A
