Identomanie III - Gregor Kücmesch - E-Book

Identomanie III E-Book

Gregor Kücmesch

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Beschreibung

Welche Formen der Religion gibt es in unserer Berliner Republik? In diesem dritten Teil der Reihe Identomanie beschäftigt sich der Author mit dem Thema Religion, welches mehr Aspekte hat als die öffentlichen Skandalthemen Kindesmissbrauch, mangelnde Transparenz und Zölibat.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Gregor Kücmesch

Identomanie III

Religion

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Religion

Hooligans

Glaube, Gut und Böse

Aberglaube

Abneigung

Ockhams Skalpell

Corona-Verschwörung

Wünsche

Impressum neobooks

Religion

„Sind sie gläubig?“, fragte der alte Herr in der schwarzen Soutane den sehnigen Mann mittleren Alters mit den wallenden Locken, dessen Haut etwas grau und zu faltig schien.

„Nein“, der jüngere schüttelte seine Haare, „mir widerstrebt es, an ein höheres Wesen oder eine höhere Macht zu glauben, der wir folgen sollen und die uns im Gegenzug Glückseligkeit verheißt.“

Er hielt einen der Kellner an, die auf dem Empfang Getränke verteilten, und nahm sich ein Mineralwasser.

„Sie sind mit ihrem Leben also zufrieden?“, fragte der Ältere und schaute interessiert.

„Ja, durchaus. Ich treibe regelmäßig Sport und ernähre mich sehr bewusst. Ich esse nur vegan.“ Er legte die Hände auf seinen schlanken Bauch.

„Oh, wirklich? Ich kenne mich da nicht so aus. Was bedeutet das?“, fragte der alte Herr und beugte sich etwas vor.

„Ich esse keine Lebensmittel, die von Tieren kommen. Also vegetarisch ohne Eier oder Milch oder was sonst von Tieren produziert wird.“

„Da bleibt nur Obst, Gemüse und andere pflanzliche Nahrungsmittel, oder?“

„Ja, aber vegane Ernährung bedeutet viel mehr als nur gesunde Ernährung.“ Er fasste sich an sein Herz und fuhr fort: „Man ist, was man isst, wissen Sie?“

Der ältere Herr nickte aufmunternd. Er wollte den Andren nicht unterbrechen.

„Sie müssen das Ganze betrachten. Es geht um Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Tiere in Gefangenschaft zu halten, um davon zu profitieren, ist falsch“, er hielt seine Hände in die Höhe.

„Vegan zu leben ist ein Weg, der uns in eine bessere Zukunft führt. Er macht uns zu besseren Menschen“, ergänzte er und nickte. Er sah beglückt aus.

Der alte Herr sah ihn gütig und interessiert an. Dann fragte er: „Sind sie sicher, dass sie nicht religiös sind?“