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Dieses Buch analysiert die Entwicklung ikonischer Kunst von seinen Anfängen in byzantinischer Epoche bis zur Zeit des Russischen Reiches. Ikonen sind ein grundlegendes Element der Kunstgeschichte und es ist daher entscheidend zu verstehen, wie diese Darstellungsform begann und sich über Jahrhunderte entwickelte. Ikonen wurde von einer der weltweiten Expertinnen der frühen christlichen Ikonografie geschrieben und bietet daher einen wertvollen Bezugspunkt für Spezialisten als auch für Studenten.
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Seitenzahl: 61
Veröffentlichungsjahr: 2022
Lioudmila Millaeva
© 2014 Parkstone Press International, New York, USA
© 2014 Confidential Concepts, worldwide, USA
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ISBN: 978-1-78160-895-1
Inhalt
DIE UKRAINISCHEN IKONEN
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
A
Akathistos der Gottesmutter “Oh, von allen (Geschöpfen) gepriesene Mutter…”
Alttestamentliche Dreifaltigkeit
Anbetung der Könige
Apostel Paulus (aus der Deesis-Reihe)
Apostel Peter
Apostel Petrus
Apostel Petrus und Maria
Apostel Philippus
Apostel Thomas
Auferstehung
Ausgießung des Heiligen Geistes
B
Besuch der drei Engelsboten bei Abraham (Dreifaltigkeitsikone)
C
Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt
Christus bei Maria und Martha
Christus erscheint Maria Magdalena
Christus in der Glorie
Christus mit dem Weinstock
Christus Pantokrator
Christus Pantokrator
Christus Pantokrator
Christus vor Herodes
Christus vor Pilatus
D
Darstellung im Tempel
Darstellung im Tempel
Darstellung im Tempel, Taufe, Anastasis (oder Höllenfahrt), Verklärung Christi
Das Heilige Antlitz
Das Heilige Antlitz
Das Heilige Antlitz
Deesis
Deesis
Deesis
Denys, die großen Propheten Daniel, Jeremias und Jesaia
Der Heilige Georg als Drachentöter
Der Heilige Georg als Drachentöter
Der Heilige Nikolaus und Szenen aus seinem Leben
Die Apostel Simon und Bartholomäus
Die Auferstehung des Lazarus
Die Auferstehung des Lazarus, der Einzug nach Jerusalem, Christi Himmelfahrt, das Pfingstfest
Die Heiligen Sergius und Bacchus
Die Heiligen Wladimir, Boris und Gleb
Die Kreuzigung
Die Kreuzigung
Die Märtyrerinnen Barbara und Katharina
Die Märtyrerinnen Juliana und Anastasia
Die Synaxe der drei Hierarchien
E
Ein Märtyrer und eine Märtyrerin
Erzengel Gabriel
Erzengel Gabriel
Erzengel Gabriel (aus der Deesis-Reihe)
Erzengel Gabriel (Der Engel mit dem goldenen Haar)
Erzengel Michael
Erzengel Michael (aus der Deesis-Reihe)
Erzengel Michael, Hariographische Szenen
Evangelist Johannes und Prochor
Evangelist Lukas
Evangelist Lukas
Evangelist Markus
Evangelist Matthäus
F
Flucht nach Ägypten
Fußwaschung
G
Geburt Christi
Geburt der Gottesmutter
Geburt Johannes’ des Täufers
Geburt Mariä
Gottesmutter der Bruderschaft
Gottesmutter Hodegetria
Gottesmutter Hodegetria
Gottesmutter Hodegetria
Gottesmutter Jeletzkaja
Gottesmutter Jeletzkaja
Gottesmutter mit dem Kind
Gottesmutter mit Kind zwischen zwei Engeln
Gottesmutter Petscherskaja (Swenskaja)
Gottesmutter von Haghiosoritisa, genannt «Monasterium tempuli»
Gottesmutter von Khobi
Gottesmutter von Tolg
Gottesmutter von Vladimir
Gottesmutter, gen. Große Panhagia (Oronta)
Grablegung
H
Heilige Anna
Heilige Blasius und Spiridon mit der Ziegenherde
Heilige Juliana
Heilige Türen
Heiliger Georg
Heiliger Georg zu Pferd und Episoden aus seinem Leben
Heiliger Petrus
Hl. Nikita mit dem Teufel
Hl. Nikolaus von Myra
Hl. Paraskewa Pjatnitza und Hl. Barbara
Höllenfahrt
Höllenfahrt
Höllenfahrt Christi
Höllenfahrt Christi
Höllenfahrt Christi
J
Johannes Chrysostomus (aus der Deesis-Reihe)
Johannes der Täufer
Johannes der Täufer
Johannes der Täufer (aus der Deesis-Reihe)
K
Kreuzerhöhung
Kreuzigung mit dem Porträt des Oberst Lubna Leontij Swetschka
L
Liebevolle Gottesmutter
Liebevolle Gottesmutter
Lots Flucht aus Sodom und Gomorrha
M
Mariä Darstellung im Tempel
Mariä Entschlafung
Mariä Entschlafung
Menologie des Monats Februar
P
Passion Christi
Prophet Daniel
Prophet Elias in der Wüste
S
Schutzmantel der Gottesmutter
Schutzmantel der Gottesmutter
T
Taufe Christi
Taufe Christi
Taufe Christi
U
Urteilsspruch des Sanhedrin
V
Verklärung
Verklärung
Verkündigung
Verkündigung und Empfängnis der Hl. Anna
Versammlung der neun Erzengel
Vorwort
6. Jh., Katherinenkloster, Berg Sinaï, Ägypten
Bei den Ostslawen ist, wie bei anderen christlichen Völkern auch, Byzanz der Ursprung der Ikonenverehrung. Die 660 v.Chr. gegründete, am Bosporus gelegene Stadt wurde nach ihrer Zerstörung durch den römischen Kaiser Septimius Severus (146 bis 211) im Jahr 196 n.Chr. durch seinen Nachfolger, Kaiser Caracalla (188 bis 217), wieder aufgebaut. Konstantin I., der Große (280 bis 337), weihte sie als Nova Roma (Neu-Rom) oder Konstantinopolis am 11. Mai 330 ein und erklärte sie 395 zur Hauptstadt des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches.
Humanistische Gelehrte führten für das heutige Istanbul den Namen Byzanz wieder ein. Das gesamte christliche Europa gehörte ab dem 4. Jahrhundert zum politischen und religiösen Einflussbereich dieses Reiches. Die Ikonenverehrung wurde im Byzantinischen Reich zu einem unabdingbaren Teil der “Göttlichen Liturgie”, obwohl die dramatischen Geschehnisse der Bilderstürmerei ihrer offiziellen Bestätigung vorausgegangen waren. Der Kampf zwischen Bilderstürmern und Ikonenverehrern im 8. und in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts hat nicht nur die dogmatische Begründung der Rolle des Heiligenbildes in den religiösen Zeremonien begünstigt, sondern bildete jene als “Byzantinischer Stil” bezeichnete Ästhetik der Bildenden Kunst heraus. Er veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte zwar merklich, doch hat die religiöse Malerei die byzantinische Tradition in allen orthodoxen Ländern bewahrt. Jedes Volk hat in diesem Prozess dabei seine eigenen chronologischen Grenzen in unterschiedlicher Weise abgesteckt. Die Ikonenmalerei entwickelte sich rasch zu einem genuinen Bestandteil der russischen Kultur, bei der es sich zunächst um eine importierte Kunstform handelte, die von Konstantinopel aus nach Russland gelangt war. Der Begriff 'Ikone', eine Übertragung des griechischen Wortes für Bild oder Abbild, verweist auf seinen byzantinischen Ursprung. Nachdem der Großfürst von Kiew, Wladimir der Heilige (um 956 bis 1015), als Herrscher des ersten russischen Staatsgebildes Gesandte ausgeschickt hatte, die ihm über die unterschiedlichen Religionen berichten sollten, nahm er im Jahr 988, und zwar sowohl für sich selbst wie auch für seine gesamten Untertanen, den christlichen Glauben an und veranstaltete im Dnjepr, dem drittgrößten Strom Europas, eine Massentaufe. Er lud byzantinische Künstler und Baumeister nach Kiew ein, um christliche Kultstätten zu errichten und zu schmücken. Weil für viele der frühen, aus Holz errichteten Kiewer Kirchen Wandmalereien nicht möglich waren, wurden stattdessen religiöse Bilder auf hölzerne Tafeln gemalt, aber die steinernen Kirchen Kiews wurden von nun an mit großartigen Fresken und Mosaiken ausgestattet. Vermutlich wurde die berühmteste dieser frühen Ikonen, die Gottesmutter von Wladimir, während des ersten Viertels des 12. Jahrhunderts in Konstantinopel gemalt.
Zwischen dieser Zeit und der des wahr-scheinlich letzten bedeutenden Ikonenmalers, Simon Uschakow (1626 bis 1686), bildete sich eine große Vielfalt an Schulen und Stilen der Ikonenmalerei heraus, unter denen die von Pskow, Moskau, Jaroslawl, Nowgorod und Wladimir-Suzdal herausragten.
Die ersten Ikonenmaler sind biographisch nicht fassbar, man weiß jedoch, dass es sich nicht ausnahmslos um Mönche handelte, und dass sich die auf Ikonen und andere Formen des Kirchenschmucks spezialisierten Werkstätten sehr schnell in vielen Teilen Russlands etablierten.
Einer der großen Meister der Ikonenmalerei, Theophanes der Grieche (etwa 1340 bis 1405), kam aus Konstantinopel nach Russland und übte großen Einfluss sowohl auf die Moskauer wie auch auf die Nowgoroder Schule aus. Weitere bekannte Meister sind der Mönch Andrej Rubljow (zwischen 1360 und 1370 bis etwa 1430) mit seinem berühmten Werk, die Alttestamentliche Trinität, sein Freund und Partner, der Mönch Daniil Tschorny und Dionysius (etwa 1440 bis 1508), einer der ersten Laien unter den führenden Ikonenmalern.
6. Jh., Katherinenkloster, Berg Sinaï, Ägypten
6. Jh., Enkaustik auf Gips auf Holz, 35,5 x 20,5 cm. Museum für Westliche und Orientalische Kunst, Kiew
6. Jh., Enkaustik auf Gips auf Holz, 4,25 x 6 cm. Museum für Westliche und Orientalische Kunst, Kiew
Als Dionysius und seine Söhne ihre Werke schufen, verbreitete sich der Besitz von Ikonen immer mehr. Zunächst hatten Adlige und Kaufleute sie an einem besonderen Ehrenplatz in ihren Häusern aufgestellt, zuweilen sogar in einem eigens für diesen Zweck vorgesehenen Raum. Später begannen auch wohlhabende Bauernfamilien, Ikonen in einer “schönen Ecke” aufzuhängen.
