Immer nach den Sternen greifen - Alexander Reeh - E-Book

Immer nach den Sternen greifen E-Book

Alexander Reeh

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Beschreibung

Der 26-jährige Autor, Alexander Reeh, hat bei seiner Geburt aufgrund eines Ärztefehlers einen irreversiblen Gehirnschaden erlitten. Schon früh erklärten Experten, dass er vermutlich nie Lesen und Schreiben lernen und auch kein „normales Leben“ führen werde. Nach der vierten Klasse verwehrte ihm sein Rektor mit der Begründung, in dessen Schule würde man seinem Förderbedarf nicht gerecht, den Übertritt in die Hauptschule. Die Eltern des Kindes beschlossen daraufhin, Alexander selbst zu unterrichten. Heute ist er ein junger Mann und Künstler, der bereits die halbe Welt bereist hat, Aquarelle malt und schreibt. Seine Lebensgeschichte ist ein Plädoyer dafür, dass Glück und die Aussicht auf ein erfülltes Leben nicht nur davon abhängen, was uns in die Wiege gelegt wurde. Nein, wir müssen selbst entscheiden, was wir daraus machen. Tauchen Sie also ein in Alexanders Lebensgeschichte und lassen Sie sich einfangen von Freiheit, Hoffnung, Schmerz und Glück – von allen Facetten menschlicher Emotion. Im vorliegenden Band 2 seiner Biografie beschreibt Alexander seine Erlebnisse ab dem Jahr 2009.

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Seitenzahl: 76

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Alexander Reeh

IMMER NACH DEN STERNEN GREIFEN

Band II

„Du weißt nicht, zu welchen Höhen du dich aufschwingen kannst, solange du deine Flügel nicht ausbreitest!“

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2014

[email protected]

Copyright der Fotografien: Astrid Reeh

Das Copyright der Aquarelle liegt bei dem Künstler Alexander Reeh.

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Copyright (2014) Engelsdorfer Verlag

Alle Rechte beim Autor

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

INHALT

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Ein ereignisreiches Jahr

Winter am Polarkreis

Buchlesungen und ein Fernsehauftritt

Wieder auf Weltreise

Singapore

Neuseeland

Australien

Dubai

Neue Buchprojekte

Meine Hobbys

Abenteuer auf Island

Im Land der Mitternachtssonne

Epilog

Der Unterschied

Motto

Danksagung

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VORWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Alexander, ich bin 26 Jahre alt und wohne in der Nähe von München. Seit dem Erscheinen meiner Biografie „Immer nach den Sternen greifen“ sind bereits sechs Jahre vergangen und in Band 2 möchte ich Ihnen nun berichten, was ich in diesem Zeitraum alles erlebt habe.

Zur Schule gegangen bin ich nur sechs Jahre, danach wurde ich zu Hause unterrichtet. Nicht, dass ich das unbedingt gewollt hätte – nein, der Rektor unserer Schule hier am Ort ließ mich nach der Grundschule nicht in die Hauptschule vorrücken. Darüber und auch über meine Krankengeschichte berichte ich ausführlich im ersten Band meiner Autobiografie. Es war mir wichtig, anderen, die Ähnliches mitgemacht haben, meine Erlebnisse zu schildern.

Im vorliegenden Band beschreibe ich einige Reisen, die ich mit meinen Eltern unternommen habe, zum Beispiel nach Lappland, Island, Australien, Neuseeland oder Dubai. Sie werden auch einiges über meine Freizeit erfahren, die ich recht abwechslungsreich gestalte. Ich fahre viel Fahrrad, gehe gern Schwimmen und besuche seit etwa neun Jahren eine Malschule am Ort, wobei mir das Malen von Aquarellen besonderen Spaß macht. Auch an Kochkursen der Volkshochschule nehme ich in jedem Semester teil. Seit vierzehn Jahren bin ich außerdem als Ministrant in der Kirche aktiv. Täglich führe ich meinen Hund, einen kleinen Mops, aus und kümmere mich um unsere fünf Meerschweinchen.

Am liebsten bin ich jedoch auf Reisen. Es macht mir Spaß, fremde Kulturen, neue Leute und die Tier- und Pflanzenwelt anderer Länder kennenzulernen. So kann ich gleichzeitig mein Englisch verbessern. Beruflich würde ich gern etwas mit Tieren machen, vielleicht bei einem Tierarzt arbeiten.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen des zweiten Bandes meiner Biografie,

Ihr Alexander Reeh

EIN EREIGNISREICHES JAHR

Im Januar 2009 flogen wir noch mal nach Hawaii, da wir so viele „Frequent-Flyer-Meilen“ hatten, die sonst verfallen wären.

Freunde hatten uns ein Apartment vermietet und es war einfach toll, im Winter dort hinzukommen. Viele Freunde und Bekannte trafen wir wieder und konnten jeden Tag im Pazifik baden. Die grünen Meeresschildkröten tauchten wieder neben uns auf, als ob sie einen begrüßen wollten. Manchmal war ich mit meiner Mama drei Stunden lang im Wasser.

Der Winter dort gefällt mir wesentlich besser als hier. Nicht nur, weil die Inseln farbenprächtig erblühen, sondern auch wegen der fantastischen Sonnenuntergänge am Meer. Dort stehen die Leute und starren aufs Wasser, fast wie im Theater!

Unsere Freunde aus Sydney kamen uns besuchen, und wir zeigten ihnen die Inseln. Auch für sie war es beeindruckend, dort herumzufahren. Wieder sah ich viele Wale springen und sogar eine Mönchsrobbe, die eines Tages am Strand lag. Dabei erzählten uns Naturschützer auch von den Riesenschildkröten, die fast täglich an einem bestimmten Strand an Land gehen. Diese gewaltigen Tiere kommen erst aus dem Wasser, wenn sie mindestens 30 Jahre alt sind. Und tatsächlich, wir haben eine gesehen und konnten sie fotografieren.

Wir haben auch wieder lange Strandspaziergänge gemacht, dabei sieht man immer viele schöne Hunde. Und auch einige Möpse haben wir getroffen, einer sah meinem ziemlich ähnlich. Jeden Monat wird hier eine Mops-Party veranstaltet, zu der ungefähr 40 Möpse kommen. Diese findet immer an dem Haus am Strand statt, wo die Serie Magnum gedreht wurde. Schade, dass ich mit meinem Mops da nicht hingehen konnte.

Es ist ziemlich hart, wenn man dann aus dem schönen tropischen Hawaii wieder in den deutschen Winter kommt. Die Palmen und Blumen, das Meer und die Leute fehlen einem doch sehr. Statt dessen gab es nun Eisblumen, Schnee, Kälte und ein stürmisches Wiedersehen mit meinen Mops, der es bei seinen Pflegeeltern sehr gut gehabt hatte. Und der Wiedereinzug unserer Meerschweinchen machte unsere Familie dann komplett.

Besonders gefreut habe ich mich beim Heimkommen über eine Weihnachtskarte von Papst Benedikt und eine Einladung zum Ministrieren unseres früheren Diakons Thomas Brei, der jetzt Priester ist. Er war schon früher bei unseren Ministrantenstunden dabei gewesen und ist sehr nett. Anfang Mai habe ich dann auch bei ihm in einer Messe in Neufraunhofen bei Velden ministriert. So eine hübsche kleine Kirche mitten in einer Schlossanlage habe ich noch nie gesehen.

Ganz toll war, dass mich sogar die Mönche von St. Ottilien zum Ministrieren eingeladen haben. An einem Sonntag im August fuhr ich mit meiner Mama dort hin. Moppy war wie immer dabei, und als wir dann in der Kirche die Sakristei suchten, gab es zum ersten Mal Ärger, und Moppy flog aus der Kirche. Dabei ist er ein sehr erfahrener Mops, was die Kirche angeht und liegt immer schön ruhig und versteckt unter der Bank.

In diesem Jahr war ich noch einige Male zum Ministrieren im Pfarrverband Velden eingeladen. Pfarrer Brei ist mittlerweile ein sehr guter Freund, und ich werde ihn ziemlich vermissen, wenn er nach Afrika geht. Mitte Oktober war ich dann bei Kardinal Wetter in der Münchner St. Michaelskirche und durfte im Pontifikalamt den Dienst am Bischofsstab verrichten. Und Anfang November stand ich neben dem jetzigen Erzbischof von München und Freising, Dr. Marx im Münchner Liebfrauendom am Altar.

Im Mai des gleichen Jahres haben wir dann unsere italienischen Freunde in Gussago besucht. Wie immer freuten sie sich sehr, dass wir kamen. Dort geht es sehr lustig zu und ich versuche immer, mich etwas auf Italienisch zu unterhalten.

Zum Abschied drückte Mamma (so wird Mama auf Italienisch geschrieben) mir diesmal einen großen, ganz echt aussehenden Stoffaffen in den Arm und fragte immer wieder: „Ti piace, ti piace?“ Natürlich gefiel er mir. Wir bekamen auch noch eine Riesentüte „Dolci“ (das sind Süßigkeiten), Obst und Wein mit. Ja, so sind eben die Italiener! Ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir mit ihnen im September nach Venedig fahren, denn dort war ich noch nie und Mamma will mir die Stadt unbedingt zeigen.

Leider hatte ich in diesem Frühjahr auch wieder viele Krampfanfälle, einmal sogar mitten auf einer viel befahrenen Straße. Zufällig waren wir gerade auf dem Weg zu einer Untersuchung bei meinem Neurologen und es passierte kurz vor seiner Praxis.

Meine Mama zog mich über die Straße und setzte mich dann mit dem Hund auf den Gehweg um den Arzt zu holen. Der kam auch gleich heruntergerannt und brachte mich in die Praxis. Das war das erste Mal, dass ich am Nachmittag einen Anfall hatte, sonst kamen sie ja immer nach dem Mittagessen.

Im September 2009 war es soweit und wir fuhren mit unseren italienischen Freunden, Elena und ihrer Mamma nach Venedig. Der Tag begann sehr früh mit einem traumhaft schönen Sonnenaufgang über dem Gardasee, den wir sonst sicher nicht gesehen hätten. Pünktlich waren wir in Desenzano am Bahnhof und ebenso pünktlich fuhr der Zug nach Venedig ein, in dem Mamma und Elena bereits saßen. Und das war es dann auch erst einmal, nichts ging mehr und keiner wusste warum. Moppy sprang laut bellend auf dem Bahnsteig umher und wäre zu gern mitgefahren. Leider sind aber in Italien Tiere in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Als sich nach anderthalb Stunden Wartens – wegen eines Maschinenschadens wie wir später erfuhren – der Zug endlich in Bewegung setzte, mussten wir unseren Plan auch die Insel Murano zu besuchen bereits aufgeben, da es dazu schon viel zu spät war.

Ich staunte als wir die Bahnhofshalle verließen und direkt am Canale Grande, der wuseligen „Hauptstraße Venedigs“ mit seinen vielen Booten, Vaporettos (Dampfern), Wassertaxis und Gondeln standen. Die Wasserstraße windet sich in doppeltem Bogen zwischen zahlreichen Palästen vom Bahnhof bis zum Markusplatz. „ Nichts da, zum Markusplatz wird erst einmal gelaufen“, lachte Elena. Und dann ging es los, Treppe hoch, Treppe runter, über unzählige große und kleine Brücken. Unsere Freunde zeigten uns bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Rialto- und Seufzerbrücke, den Dogenpalast, den Uhrenturm oder die Markuskirche. Diese haben wir allerdings nicht besichtigt, man hätte zwei Stunden anstehen müssen um hineinzugelangen. Mamma wäre keine typisch italienische Mamma gewesen, wenn sie mir nicht an jedem Eisstand ein Eis, Getränk oder sonstige Süßigkeiten hätte kaufen wollen. Ein wunderbares Picknick für Mittag hatte sie auch mitgenommen, so ließen wir uns irgendwo mitten in Venedig auf Stufen zum Essen nieder, denn Bänke waren nirgends mehr frei.