Infant Motor Profile (IMP) - Mijna Hadders-Algra - E-Book

Infant Motor Profile (IMP) E-Book

Mijna Hadders-Algra

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Beschreibung

Dieses Praxishandbuch vermittelt eine neue, evidenzbasierte Methode zur Beurteilung des motorischen Verhaltens von Kindern im Alter von 3 bis 18 Monaten. Vorbereitung, Durchführung und Auswertung werden ausführlich und strukturiert für die praktische Anwendung erläutert. Zur Veranschaulichung dienen zahlreiche Abbildungen und über 50 Videos. Durch die Methodik wird neben der gängigen Überprüfung von "Meilen- und Grenzsteinen" v.a. die Qualität der Motorik erhoben. Anhand von Perzentilenkurven können die Ergebnisse schnell und einfach interpretiert werden. Das aus der Beurteilung erstellte motorische Profil (Infant Motor Profile - IMP) gibt Aufschluss über den aktuellen Zustand des Kindes sowie sein Risiko für Entwicklungsstörungen. Auf dieser Grundlage können mit den Eltern Vorschläge für eine frühzeitige und bedarfsgerechte Intervention besprochen werden.

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Seitenzahl: 303

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Cover

Titelei

Vorwort zur deutschsprachigen Übersetzung

Abbildungsübersicht

Tabellenübersicht

Kastenübersicht

Übersicht der Videos

Danksagung

1 Einführung

2 Prinzipien der neuromotorischen Entwicklung

Die Entwicklung des menschlichen Gehirns

Die Entwicklung der Muskulatur

Entwicklung der sensorischen Systeme

Entwicklung des visuellen Systems

Entwicklung des vestibulären Systems

Die Entwicklung der Propriozeption

Entwicklung der Informationsverarbeitung kutaner Reize

Entwicklung des auditorischen Systems

Entwicklung der Verarbeitung von Geruchs- und Geschmacksinformationen

Theorien zur Entwicklung der Motorik

NGST und typische motorische Entwicklung

NGST und atypische motorische Entwicklung

Die Entwicklung der Motorik

Abschließende Bemerkungen

3 Design, Durchführung und psychometrische Eigenschaften des IMP

Das IMP Design

Umsetzung in die klinische Praxis

Typischer Ablauf der IMP-Untersuchung

Verhaltenszustand und Bewegungsquantität

Anforderungen

Psychometrische Eigenschaften des IMP

Reliabilität

Validität

Responsivität für Veränderungen

Einleitung zu den Kapiteln mit der Beschreibung der Items

4 Untersuchung des motorischen Verhaltens in Rückenlage

4.1 Durchführung

1. Kontrolle der Kopfbewegungen (P)

2. Variation der Kopfbewegungen (V)

3. Adaptabilität der Kopfbewegungen (A)

4. Kopfhaltung, Präferenz einer einseitigen Kopfhaltung (S)

5. Haltung, ATNR tritt auf (V)

6. Haltung, Hyperextension von Nacken und Rumpf (V)

7. Manipulation mit Händen und Fingern (P)

8. Variation der Armbewegungen (V)

9. Variation der Fingerbewegungen (V)

10. Kippbewegungen des Beckens (P)

11. Variation der Beinbewegungen (V)

12. Variation der Zehenbewegungen (V)

13. Drehen von der Rückenlage in die Bauchlage (P)

Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation: zusätzliche Informationen zur Durchführung der Untersuchung

14. Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation von Objekten (P)

15. Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation von Objekten: Asymmetrie vorhanden (S)

16. Variation von Zielbewegungen der Arme (V)

17. Adaptabilität von Zielbewegungen der Arme (A)

18. Variation der Handbewegungen bei Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation (V)

19. Adaptabilität der Handbewegungen bei Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation (A)

20. Tremor bei Vor-Zielbewegungen und Zielbewegungen (F)

21. Flüssigkeit des motorischen Verhaltens in Rückenlage (F)

5 Untersuchung des motorischen Verhaltens in Bauchlage

5.1 Durchführung

22. Kopfheben in Bauchlage (P)

23. Kopfhaltung und Kopfvorzugshaltung zu einer Seite (S)

24. Variation der Kopfbewegungen (V)

25. Adaptabilität der Kopfbewegungen (A)

26. Funktionelle Fähigkeit des Schultergürtels in Bauchlage (P)

27. Funktionelle Fähigkeit der Arme und Hände in Bauchlage (P)

28. Haltung und Bewegungen der Arme und Hände in Bauchlage: Asymmetrie (S)

29. Fortbewegung in Bauchlage: die Krabbel-Entwicklung (P)

30. Variation der Vor-Krabbelbewegungen der Beine (V)

31. Drehen von der Bauch- in die Rückenlage (P)

32. Variation beim Robben und Krabbeln (V)

33. Adaptabilität beim Krabbeln (A)

6 Untersuchung des motorischen Verhaltens in sitzender Position

6.1 Durchführung

34. Kontrolle der Kopfbewegungen (P)

35. Position des Kopfes beim Sitzen: Kopfvorzugshaltung zu einer Seite (S)

36. Sitzfähigkeit (P)

37. Haltung des Rumpfes beim freien Sitzen (P)

38. Haltung des Rumpfes und der Beine beim Sitzen: Asymmetrie vorhanden (S)

39. Haltung und Bewegungen der oberen Extremitäten beim Sitzen oder gestützten Sitzen: Asymmetrie vorhanden (S)

40. Verwendet die Arme für willkürliche Aktivitäten (P)

41. Variation der Bewegungen im Sitzen (V)

42. Adaptabilität der Bewegungen im Sitzen (A)

43. Einnehmen der Sitzposition

44. Variation beim Einnehmen der Sitzposition

45. Adaptabilität beim Einnehmen einer Sitzposition (A)

46. Bottom Shuffling (V)

7 Untersuchung des motorischen Verhaltens im Stehen und Gehen

7.1 Durchführung

47. Stehfähigkeit (P)

48. Aufstehen (P)

49. Variation der Aufstehbewegungen (V)

50. Adaptabilität der Aufstehbewegungen

51. Gehfähigkeit (P)

52. Gleichgewicht beim freien Gehen (P)

53. Armhaltung beim freien Gehen (P)

54. Haltung und Bewegungen der oberen Extremitäten beim freien Gehen: Asymmetrie erkennbar (S)

55. Variation der Arm- und Handbewegungen beim freien Gehen (V)

56. Adaptabilität von Arm- und Handbewegungen beim freien Gehen (A)

57. Variation der Rumpfbewegungen beim freien Stehen und Gehen (V)

58. Adaptabilität von Rumpfbewegungen beim freien Stehen oder Gehen (A)

59. Beinhaltung und Beinbewegungen beim freien Gehen: Asymmetrie erkennbar (S)

60. Variation der Beinbewegungen beim freien Gehen (V)

61. Adaptabilität von Beinbewegungen beim freien Gehen (A)

62. Fersen-Zehen-Gang beim freien Gehen (P)

63. Variation der Fußbewegungen beim freien Gehen (V)

64. Adaptabilität der Fußbewegungen beim freien Gehen (A)

65. Flüssigkeit der Bewegungen beim freien Gehen (F)

8 Untersuchung von Ziel- und Greifbewegungen und Manipulation von Objekten im Sitzen

8.1 Durchführung

66. Ziel- und Greifbewegungen und Manipulation von Objekten (P)

67. Ziel- und Greifbewegungen und Manipulation von Objekten: Asymmetrie vorhanden (S)

68. Variation in den Greifbewegungen der Arme (V)

69. Adaptabilität der Zielbewegungen der Arme (A)

70. Art des Greifens (P)

71. Variation der Handbewegungen bei Ziel-‍, und Greifbewegungen und Manipulation (V)

72. Adaptabilität der Handbewegungen bei Ziel- und Greifbewegungen und Manipulation (A)

73. Tremor bei Vor-Ziel- und Zielbewegungen (F)

74. Flüssigkeit der Bewegungen bei Vor-Greif- und Zielbewegungen (F)

9 Allgemein

Items, die während der gesamten Untersuchung beurteilt werden

75. Variation im Gesichtsausdruck (V)

76. Adaptabilität des Gesichtsausdrucks (A)

77. Speicheln (V)

78. Stereotypes Vorstrecken der Zunge (V)

79. Tremor (F)

80. Flüssigkeit des motorischen Verhaltens (F)

10 Klinische Anwendung und Bedeutung des IMP

Domäne Variation

Domäne Adaptabilität

Domäne Symmetrie

Domäne Flüssigkeit

Domäne Performance

IMP-Gesamt-Score

Schlussbemerkungen

Zusatzmaterial zum Download

Literaturverzeichnis

Sachwortregister

Seitenangaben der gedruckten Ausgabe

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Cover

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Impressum

Inhaltsbeginn

Pädiatrische Neurologie

Herausgegeben von Lucia Gerstl und Florian Heinen

Eine Übersicht aller lieferbaren und im Buchhandel angekündigten Bände der Reihe finden Sie unter:

https://shop.kohlhammer.de/paediatrische-neurologie

Die Autorinnen

Mijna Hadders-Algra, Prof. Dr. med. em., ist Professorin in der Entwicklungsneurologie der Kinderklinik des Universitätskrankenhauses in Groningen.

Kirsten R. Heineman, Dr. med., ist Kinderneurologin an der Neurologischen Klinik, Universitätsklinikum Groningen, Niederlande.

Deutsche Übersetzung

Uta Tacke, Dr. med., ist Oberärztin der Neuropädiatrie, Neuroonkologie am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB).

Mijna Hadders-AlgraKirsten R. Heineman

Infant Motor Profile (IMP)

Standardisierte Untersuchungsmethodedes motorischen Verhaltens für Kindervon 3 – 18 Monaten

Deutsche Übersetzung von Uta Tacke

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Pharmakologische Daten, d. h. u. a. Angaben von Medikamenten, ihren Dosierungen und Applikationen, verändern sich fortlaufend durch klinische Erfahrung, pharmakologische Forschung und Änderung von Produktionsverfahren. Verlag und Autoren haben große Sorgfalt darauf gelegt, dass alle in diesem Buch gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Da jedoch die Medizin als Wissenschaft ständig im Fluss ist, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, können Verlag und Autoren hierfür jedoch keine Gewähr und Haftung übernehmen. Jeder Benutzer ist daher dringend angehalten, die gemachten Angaben, insbesondere in Hinsicht auf Arzneimittelnamen, enthaltene Wirkstoffe, spezifische Anwendungsbereiche und Dosierungen anhand des Medikamentenbeipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen und in eigener Verantwortung im Bereich der Patientenversorgung zu handeln. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

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Die englischsprachige Originalausgabe ist 2021 unter dem Titel »The Infant Motor Profile« bei Routledge erschienen.

© 2021 Mijna Hadders-Algra and Kirsten R. HeinemanAlle Rechte vorbehaltenAutorisierte Übersetzung der englischsprachigen Originalausgabe, die bei Routledge, einem Verlag der Taylor & Francis Gruppe, erschienen ist.Für die deutschsprachige Ausgabe:1. Auflage 2025

Alle Rechte vorbehalten© W. Kohlhammer GmbH, StuttgartGesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Heßbrühlstr. 69, 70565 [email protected]

Print:ISBN 978-3-17-044752-3

E-Book-Formate:pdf: ISBN 978-3-17-044753-0epub: ISBN 978-3-17-044754-7

Vorwort zur deutschsprachigen Übersetzung

Es ist das Verdienst von Mijna Hadders-Algra – gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Kirsten R. Heineman – mit dem Infant Motor Profile erneut ein wichtiges, klinisch ergänzendes, in moderner Weise den Testgütekriterien entsprechendes Handbuch zur kindlichen Entwicklung zwischen dem 3. und dem 18. Lebensmonat vorgelegt zu haben. Nach SINDA (Standard Infant NeuroDevelopmental Assessment) und MND (Minor Neurological Dysfunction) ist nun das dritte Werk unter der Ägide von Mijna Hadders-Algra hinzugekommen. Die Übersetzung ist in enger Kooperation zwischen Mijna Hadders-Algra – Groningen – und Uta Tacke – Freiburg und Basel – entstanden.

Die ebenso faszinierende wie genial einfache und aussagekräftige Grundidee der General Movements (GM – Heinz FR Prechtl) wird in dem vorliegenden Buch konzeptuell weitergedacht, sodass Quantität und Qualität des motorischen Verhaltens beobachtet, untersucht und bewertet werden.

Motorik ist auch hier ein »Blick in das Gehirn«, Motorik ist auch hier »je spontaner und spielerischer, desto besser und aussagekräftiger«, Motorik ist auch hier »ein Hauptweg zum Verständnis so vieler Nebenwege«, »ein internationaler Hauptweg zum Verständnis kindlicher Entwicklung«.

Der wissenschaftliche Hintergrund, die konzeptuelle Genauigkeit und die Methoden-kritische Validierung sind nur einige Aspekte der hohen Qualität, die wir aus der Groninger Tradition der Niederlande kennen und schätzen.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus einer der führenden entwicklungsneurologischen Zentren in Europa nun mit dem IMP ein nächster Baustein für eine qualitative, wissenschaftlich begründete Entwicklungsneurologie vorgestellt wird. Das große Puzzle der motorischen Entwicklung wird methodisch konsequent und schrittweise ergänzt.

Wir wünschen dem Buch eine weite Verbreitung für die Praxis, für die wissenschaftliche Arbeit, für die Schulung des eigenen Blicks, für die sensitive ärztliche Beobachtung des Verhaltens, des motorischen Verhaltens.

Wir erhoffen eine breite Nutzung der methodisch-wissenschaftlichen Grundlage und einen lebendigen klinischen Diskurs – für die kleinen Patienten.

Prof. Dr. med. Prof h.c. Florian HeinenLMU MünchenPräsident der Gesellschaft für Neuropädiatrie – GNP

Kastenübersicht

Kasten 1.1:

Zwei Beispiele für die Anwendung des IMP in der klinischen Praxis 

22

Kasten 3.1:

Berechnung der IMP Scores – Hintergrundinformationen 

44

Kasten 3.2:

Empfehlungen für die praktische Durchführung des IMP 

45

Kasten 10.1:

Berechnung der IMP-Perzentilkurven 

184

Kasten 10.2:

Die beiden klinischen Fälle aus Kapitel 1 

199

Übersicht der Videos

Zusatzmaterial

Das folgende Zusatzmaterial ist enthalten (Hinweise zum Download finden Sie im Kapitel »Zusatzmaterial zum Download« vor dem Literaturverzeichnis).

Video 4.1: Untersuchung in Rückenlage

Video 4.2: Untersuchung der Kopfbewegungen in Rückenlage

Video 4.3: Variation und Adaptabilität der Kopfbewegungen in Rückenlage (Items 2 und 3)

Video 4.4: Stark vorherrschende Kopfhaltung in Rückenlage (Item 4)

Video 4.5: Manipulatives Verhalten der Finger in Rückenlage (Item 7)

Video 4.6: Variation der Arm- und Fingerbewegungen in Rückenlage (Items 8 und 9)

Video 4.7: Variation der Bein- und Zehenbewegungen in Rückenlage (Items 11 und 12)

Video 4.8: Drehen aus der Rückenlage in die Bauchlage (Item 13)

Video 4.9: Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation in Rückenlage (Item 14)

Video 4.10: Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation in Rückenlage, erkennbare Asymmetrie (Item 15)

Video 4.11: Variation der Arm- und Handbewegungen bei Ziel- und Greifbewegungen in Rückenlage (Items 16 und 18)

Video 4.12: Adaptabilität der Arm- und Handbewegungen bei Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation in Rückenlage (Items 17 und 19)

Video 4.13: Tremor bei Ziel- und Greifbewegungen (Item 20)

Video 4.14: Flüssigkeit der Bewegungen in Rückenlage (Item 21)

Video 5.1: Untersuchung in Bauchlage

Video 5.2: Anheben des Kopfes in Bauchlage (Item 22)

Video 5.3: Kopfvorzugshaltung in Bauchlage (Item 23)

Video 5.4: Adaptabilität der Kopfbewegungen in Bauchlage (Item 25)

Video 5.5: Funktionsfähigkeit des Schultergürtels in Bauchlage (Item 26)

Video 5.6: Funktionsfähigkeit der Arme und Hände in Bauchlage (Item 27)

Video 5.7: Haltung und Bewegungen der Arme und Hände während Aktivität in Bauchlage, Vorhandensein von Asymmetrie (Item 28)

Video 5.8: Fortbewegung in Bauchlage: Entwicklung des Krabbelns (Item 29)

Video 5.9: Variation der Vor-Krabbelbewegungen der Beine (Item 30)

Video 5.10: Variation bei Robben und Krabbeln (Item 32)

Video 5.11: Adaptabilität des Robbens und Krabbelns (Item 33)

Video 6.1: Untersuchung in sitzender Position

Video 6.2: Kopfvorzugshaltung im Sitzen (Item 35)

Video 6.3: Sitzfähigkeit (Item 36)

Video 6.4: Haltung von Rumpf und Beinen beim Sitzen, Asymmetrie erkennbar (Item 38)

Video 6.5: Haltung und Bewegungen der Arme und Hände beim Sitzen oder gestütztem Sitzen, Asymmetrie erkennbar (Item 39)

Video 6.6: Verwendet die Arme für willkürliche Aktivitäten (Item 40)

Video 6.7: Variation und Adaptabilität im Sitzen (Item 41)

Video 6.8: Variation beim Einnehmen der Sitzposition (Item 44)

Video 6.9: Adaptabilität beim Einnehmen der Sitzposition (Item 45)

Video 6.10: Bottom Shuffling (Item 46)

Video 7.1: Untersuchung des Stehens und Gehens

Video 7.2: Stehfähigkeit (Item 47)

Video 7.3: Aufstehen (Item 48)

Video 7.4: Variation der Aufstehbewegungen (Item 49)

Video 7.5: Adaptabilität der Aufstehbewegungen (Item 50)

Video 7.6: Gehfähigkeit (Item 51)

Video 7.7: Gleichgewicht beim freien Gehen (Item 52)

Video 7.8: Armhaltung und Bewegungen beim freien Gehen (Item 53)

Video 7.9: Haltung und Bewegungen der oberen Extremitäten beim freien Gehen: Asymmetrie erkennbar (Item 54)

Video 7.10: Variation der Arm- und Handbewegungen beim freien Gehen (Item 55)

Video 7.11: Variation der Rumpf-‍, Bein- und Fußhaltungen und -bewegungen beim Stehen und freien Gehen (Items 57, 60 und 63)

Video 7.12: Adaptabilität der Rumpf-‍, Bein- und Fußhaltungen und -bewegungen beim Stehen und freien Gehen (Items 58, 61 und 64)

Video 7.13: Asymmetrie der Beinbewegungen beim Stehen und Gehen (Item 59)

Video 7.14: Fersen-Zehen-Gang beim freien Gehen (Item 62)

Video 7.15: Flüssigkeit der Bewegungen beim freien Gehen (Item 65)

Video 8.1: Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation von Objekten im Sitzen (Item 66)

Video 8.2: Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation, Asymmetrie erkennbar (Item 67)

Video 8.3: Variation und Adaptabilität der Zielbewegungen der Arme beim Sitzen (Items 68 und 69)

Video 8.4: Variation und Adaptabilität der Handbewegungen bei Ziel-‍, Greifbewegungen und Manipulation im Sitzen (Items 71 und 72)

Video 8.5: Tremor und nicht flüssige Bewegungen bei Zielbewegungen im Sitzen (Items 73 und 74)

Video 9.1: Stereotype Zungenbewegungen (Item 78)

Danksagung

Die in diesem Buch beschriebene Arbeit ist das Ergebnis der Zusammenarbeit und des Beitrags vieler Menschen. Besonders dankbar sind wir für die wunderbare und kompetente Unterstützung von Frau Anneke Kracht bei der Herstellung aller Abbildungen und Videos. Wir möchten auch Frau Dr. Sacha la Bastide-van Gemert unseren großen Dank aussprechen für die Unterstützung bei der Statistik und die Berechnungen der IMP-Perzentilen.

Die Erhebung der niederländischen Normdaten wäre nicht möglich gewesen ohne den Beitrag der Kollegen der KinderAcademie in Groningen (Leiter: Selma de Ruiter, PhD, und Francien Geerds, MSc), vieler medizinischer Masterstudenten der Universität Groningen, und von Ying-Chin Wu, PT, PhD, und Patricia van Iersel, PT, PhD. Nicht zuletzt danken wir den vielen Eltern und Kindern, die an den Studien teilgenommen haben, die dem IMP-Manual zugrunde liegen, insbesondere denen, die uns erlaubt haben, Bilder (Abbildungen und/oder Videos) ihrer Kinder zur Veranschaulichung des IMP zu verwenden.

Die Erhebung der Normdaten war Teil des IMP-SINDA-Projekts, das von der Cornelia Stichting und der Stichting Ontwikkelingsneurofysiologie Groningen finanziell unterstützt wurde. Wir danken auch für die technische Unterstützung von Linze Dijkstra im IMP-SINDA-Projekt und die kritischen und konstruktiven Kommentare von Schirin Akhbari Ziegler PT, PhD, zu Konzepten einiger Kapitel.

Mijna Hadders-Algra und Kirsten R. Heineman

1 Einführung

Entwicklungsstörungen entstehen in der Fetalzeit bis ins frühe Säuglingsalter durch schädigende Einflüsse, die aus einer Mischung von genetischen, sozialen, prä-‍, peri- und neonatalen Risikofaktoren bestehen (Hadders-Algra 2018a). Zu den Entwicklungsstörungen gehören beispielsweise die Cerebralparese (CP), die umschriebene Entwicklungsstörung motorischer Funktionen (UEMF) und die Autismusspektrumsstörungen (ASD). Es zeigt sich mit zunehmender Evidenz, dass Kinder mit Entwicklungsstörungen oder einem erhöhten Risiko für Entwicklungsstörungen von Frühinterventionen profitieren können (Spittle et al. 2015; Morgan et al. 2016; Hadders-Algra et al. 2017): das heißt, von Frühinterventionen in einem Alter, das durch hohe Plastizität des kindlichen Gehirns geprägt ist. Hierdurch ergibt sich die Notwendigkeit für eine möglichst frühe Identifikation dieser Kinder.

Die frühe Identifikation beruht auf der Anamnese (z. B. Frühgeburtlichkeit, intrauterine Wachstumsretardierung, Hypoxisch ischämische Enzephalopathie, angeborene komplexe Herzfehler), auf frühen Befunden der Bildgebung (besonders MRT oder Schädel-Sonografie) und der entwicklungsneurologischen Untersuchung des Kindes (Novak et al. 2017). Die Methode mit der besten Vorhersagequalität für die spätere Entwicklung des Kindes ist die Beurteilung des spontanen Bewegungsverhaltens, das General Movement Assessment, GMA) (Einspieler et al. 2005; Heineman und Hadders-Algra 2008; Bosanquet et al. 2013). Da sich die General Movements jedoch zwischen dem 3. und 5. Monat korrigierten Alters (KA) zurückbilden, lässt sich diese Methode nicht bei älteren Säuglingen anwenden. So kamen wir auf die Idee, das Infant Motor Profile (IMP) zu entwickeln (Heineman und Hadders-Algra 2008; Heineman et al. 2008).

IMP beruht – wie das General Movement Assessment – auf der Beurteilung der Qualität des spontanen Bewegungsverhaltens anhand von Videos. Beim General Movement Assessment ist die Beurteilung der Komplexität und Variation der Bewegungen zentral, was als räumliche und zeitliche Komponente der Bewegungsvariation angesehen werden kann (Hadders-Algra 2018b; Wu et al. 2020c). Es erfasst den Umfang des kindlichen Bewegungsrepertoires (Hadders-Algra 2021b). Zusätzlich beurteilt das General Movement Assessment altersspezifische Bewegungsmuster, insbesondere das Auftreten von Fidgety-Bewegungen zwischen dem 2. und 5 Monat (KA) (Einspieler et al. 2005; Wu et al. 2020a).

Variation ist ein Kennzeichen neuraler Aktivität und typischer motorischer Entwicklung (Touwen 1976; Edelman 1989; Changeux 1997; Chervyakov et al. 2016). Das bewog Gerald Edelman (Edelman 1989, 1993) die Neuronal Group Selection Theory (NGST) zu entwickeln (Details s. ▸ Kap. 2). Die Konzepte der NGST wurden benutzt, um das IMP zu entwickeln – besonders, um die zwei neuen motorischen Domänen zu gestalten: Variation (Umfang des Bewegungsrepertoires) und Adaptabilität (Fähigkeit, die motorische Strategie auszuwählen, die optimal für die jeweilige Situation ist) (Heineman et al. 2008; Hadders-Algra 2010, 2018c). Neben diesen beiden neuen Domänen enthält das IMP die traditionellen Domänen zur Beschreibung von Bewegungen: Symmetrie, Flüssigkeit und Performance.