Jemand wie wir - Katrin Nienhaus - E-Book

Jemand wie wir E-Book

Katrin Nienhaus

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Beschreibung

Seit ihrem Spanienurlaub vor einigen Jahren ging es in Isas Leben steil bergauf. Die Beziehung zu David bedeutet ihr mehr, als sie je zu hoffen gewagt hätte. Und nun soll sich mit ihrer Teilnahme an einem ganz besonderen Wettkampf ein weiterer Traum für sie erfüllen. In Marseille will sie den Sprung in eine aufregende neue Zukunft wagen. An ihrer Seite stehen dabei die besten Freunde, die sie auf ihrem Weg kennengelernt hat. Wie wird ihr erstes Wiedersehen nach so langer Zeit ablaufen? Und wird Isa ihr großes Ziel erreichen? Das spannende Finale der Mittelmeer-Reihe!

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Katrin Nienhaus

Jemand wie wir

SOULSWIMMING Teil III

Roman

 

 

Über dieses Buch

 

Seit ihrem Spanienurlaub vor einigen Jahren ging es in Isas Leben steil bergauf. Die Beziehung zu David bedeutet ihr mehr, als sie je zu hoffen gewagt hätte. Und nun soll sich mit ihrer Teilnahme an einem ganz besonderen Wettkampf ein weiterer Traum für sie erfüllen.

In Marseille will sie den Sprung in eine aufregende neue Zukunft wagen. An ihrer Seite stehen dabei die besten Freunde, die sie auf ihrem Weg kennengelernt hat. Wie wird ihr erstes Wiedersehen nach so langer Zeit ablaufen? Und wird Isa ihr großes Ziel erreichen?

Das spannende Finale der Mittelmeer-Reihe!

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Die Playlist unseres Lebens

Danke

Für MamaWeil in Marseille alles angefangen hat.

  Prolog  

Isa

Hey, hattest du schon Gelegenheit, in deinen Stundenplan zu gucken?

Charlotte

Ja, Donnerstagnachmittag sollte ich schaffen.

Isa

Ach, perfekt! Das freut mich riesig :) Vielen, vielen Dank!

Charlotte

Na klar, wie könnte ich mir das entgehen lassen? Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen. Aber sag mal, bringst du deinen heißen Latinlover auch mit?

Isa

Du bist und bleibst unmöglich :P

Charlotte

Und trotzdem kannst du es kaum erwarten, mich dabei zu haben ;)

Isa

Ich muss wohl verrückt geworden sein …

Charlotte

Ja, ja, das ist doch eigentlich nichts Neues mehr :’) Livin’ la vida loca, mon amie.

 

Isa

Sie kommt.

Jamie

All right, ich bin dabei! Can’t wait to see you, girls :)

  1  

„Isa?” Mit einem zärtlichen Lächeln stupst David mich an die Schulter.

„Ja?” Ich ziehe einen der Kopfhörer aus dem Ohr. „Was ist denn?”

„Wir sind gleich da”, erklärt er und deutet aus dem Fenster des französischen Schnellzugs, hinter dem gerade in großen Lettern der Name unseres Ziels vorbeizieht.

Marseille.

„Oh, wow, wie cool!” Aufgeregt drücke ich seine Hand.

Endlich ist es so weit!

Ich spüre, wie die Vorfreude in mir ansteigt, und pausiere Álvaro Soler, der auf meinem Handy ohrwurmtauglich La libertad besingt, um die Kopfhörer samt den restlichen Sachen in meinen Rucksack zu packen. Kurz darauf fährt unser Zug in den Bahnhof ein.

„Marseille Saint-Charles”, verkündet eine Lautsprecherdurchsage den Halt und lässt die Leute zu den Türen streben. „Mesdames et Messieurs, vielen Dank für Ihre Fahrt mit dem TGV. Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag. Bitte achten Sie darauf, Ihre persönlichen Gegenstände mitzunehmen.”

„Hast du alles?”, fragt David, der ein paar Schritte vorgegangen ist.

„Ja, ich denke schon.” Sicherheitshalber werfe ich noch einen kurzen Blick zurück, ehe ich ihm zu den Gepäckablagen am Ende des Abteils folge. Gemeinsam heben wir unsere großen silbernen Rollkoffer auf den Bahnsteig.

„Das hat doch erstaunlich gut geklappt”, freue ich mich über die pünktliche Ankunft, während ich meine dünne Sweatshirtjacke ausziehe, die ich gegen die Klimaanlage getragen habe.

David nickt. „Das bist du aus Deutschland gar nicht mehr gewohnt, was?”, zieht er mich auf.

Ich strecke ihm nur lachend die Zunge raus. „Musst du gerade sagen”, kontere ich, auch wenn sich seine Pünktlichkeit in den letzten Jahren schon deutlich verbessert hat. Aber er ist und bleibt eben Spanier.

Mein Spanier.

„Na komm, lass uns gehen”, sage ich und schultere meinen Rucksack, in dem ich die Jacke verstaut habe.

„Vale.”

Die beiden Koffer im Schlepptau folgen wir den anderen Leuten zum Ausgang.

Im Bahnhof herrscht um diese Zeit ein geschäftiges Treiben. Reisende aller Nationalitäten scharen sich um die Anzeigetafeln oder schieben Gepäck von einem Gleis zum anderen. Kinder laufen umher und aus einer Bäckerei duftet es unverschämt gut nach frischen Croissants. Ich versuche, David in dem Gewusel nicht aus den Augen zu verlieren, während wir uns durch die Menge zum Ausgang schieben. Vor dem Gebäude erwartet uns ein warmer Sommerabend.

„Oh man, ist das genial!”, strahle ich und laufe zum Rand des Vorplatzes, um meinen Blick über die Umgebung schweifen zu lassen. Da der Bahnhof auf einer kleinen Anhöhe liegt, hat man von hier oben eine erstaunliche Aussicht auf Marseille und das Stadtzentrum.

„Ich kann’s gar nicht fassen!”, freue ich mich und denke erneut an das Lied von Álvaro Soler über die Freiheit, in die wir uns aufgemacht haben.

Hier müsste es vermutlich La liberté heißen.

Ich spüre, wie David mir sanft die Haare aus dem Gesicht streicht, und drehe mich lächelnd zu ihm um. „Wir sind tatsächlich hier”, stelle ich überwältigt fest.

Er nickt bedeutsam. „Foto?”

„Foto”, bestätige ich sofort und trete einen Schritt zurück, damit er ein Bild von mir vor dem Marseiller Bahnhof aufnehmen kann.

Er drückt ein paar Mal auf den Auslöser des Handys.

„Sehe ich enthusiastisch genug aus?”

„Absolutamente perfecto, princesa”, versichert er und zeigt mir das Display. „So wunderschön wie immer.”

„Ja, ja.” Ich lege ihm schmunzelnd eine Hand an die Wange. „Das muss am Fotografen liegen”, behaupte ich, auch wenn ich ihm nach vier – na ja, eigentlich eher drei Jahren Beziehung inzwischen problemlos glauben kann, wenn er mir ein Kompliment macht.

Er drückt für einen kurzen Moment seine Lippen auf meine, ehe er den Blick auf die Uhr lenkt. „Okay”, sagt er. „Wollen wir die U-Bahn in die Stadt nehmen oder möchtest du lieber laufen?”

Darüber muss ich nicht lange nachdenken. „Laufen”, entscheide ich sofort. Da wir abgesehen von einem kleinen Zwischenstopp in Paris den ganzen Tag im Zug verbracht haben, kann ein bisschen Bewegung definitiv nicht schaden. Außerdem geht es ja in Richtung Innenstadt ausschließlich bergab, sodass die Koffer beinahe wie von selbst rollen, nachdem wir erst mal die Treppen vor dem Bahnhof überwunden haben.

Gespannt sauge ich die Umgebung in mich auf, während wir einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen. Seit endlich feststand, dass es mit unserer Reise nach Marseille klappen würde, schien in den letzten Wochen jeder zum Frankreich-Experten mutiert zu sein. „Oh, wow, die Provence, wie schön!”, schwärmten die einen. „Oh je, die französische Problemzone, passt bloß auf euch auf”, warnten die anderen. Ich habe beschlossen, nicht mehr hinzuhören und mir lieber selbst ein Bild zu verschaffen, bevor ich der Stadt einen Stempel aufdrücke. Schließlich will ich auch nicht, dass jemand meine Heimat, das Ruhrgebiet, voreilig als Problemzone abtut. Jeder Ort hat seine guten und weniger guten Seiten.

Das gilt garantiert auch für Marseille.

In gemütlichem Tempo spazieren wir die Hauptstraße entlang in Richtung Hafen. Es herrscht nicht allzu viel Verkehr, doch alle paar Meter knattern stinkende Mofas an uns vorbei. „Pass auf, dass sie dich nicht umfahren”, erinnert mich David, als wir mit unseren Koffern die Straße überqueren, um den Rest der Strecke durch die Fußgängerzone zu laufen.

Ich nicke. „Da spricht jemand aus Erfahrung”, stelle ich fest. „Wie oft hast du früher Touristenslalom gespielt?”

„Öfter, als du wissen möchtest”, grinst er.

„Ich fürchte so was.” Schmunzelnd erinnere ich mich an unsere gemeinsamen Fahrten auf seinem Motorroller in Spanien und frage mich, wie viel harmloser sein Fahrstil wohl mit mir als Beifahrerin aussah. Hätte er die Kurven auch nur annähernd so rasant geschnitten, wie ich es hier schon zigmal innerhalb der ersten paar Minuten beobachtet habe, wäre ich vermutlich sofort wieder abgestiegen und gelaufen.

Doch ich kann verstehen, wieso die zweirädrigen Stinkmorcheln in Marseille das Stadtbild bestimmen. Abseits der Hauptstraßen verzweigt sich ein Labyrinth aus schmalen Einbahnstraßen. Lieferwagen parken in zweiter Reihe, um Cafés, Bars und Restaurants zu beliefern, und Touristen wie Einheimische laufen genauso häufig auf der Straße wie auf den schmalen Trottoirs. Wieder einmal muss ich meinen Koffer über eine Bordsteinkante hieven, um die Sitzgelegenheiten einer Außengastronomie zu umgehen. Erst als wir die Haupteinkaufsstraße erreichen, die für den motorisierten Verkehr gesperrt ist, wird das Vorankommen mit unserem Gepäck wieder leichter.

„Sind wir eigentlich bald mal da?”, erkundige ich mich, als David vor mir auf einen kleinen Platz am Rande der Fußgängerzone abbiegt.

Soweit ich weiß, liegt unsere Unterkunft im Herzen der Stadt, ganz in der Nähe des alten Hafens, doch zwischen all den Läden und Restaurants habe ich längst die Orientierung verloren.

„Sí, also … hier müsste es eigentlich irgendwo sein”, murmelt er und mustert mit einem Stirnrunzeln die Karte in seinem Handy. „Ich kann nur die Hausnummer nirgendwo entdecken.”

„Hm.” Ich schaue mich suchend um. Im Schatten der Häuser hat die Hitze des Tages langsam nachgelassen, Kinder spielen um einen Brunnen herum Fangen und die Erwachsenen genießen ihren Feierabend.

„Hat sich die Vermieterin denn noch mal gemeldet?”, frage ich, während ich einen Träger meines Rucksacks zurück auf die Schulter schiebe. Da David im Gegensatz zu mir Französisch spricht, hat er die Organisation unserer Reise übernommen und auch den Check-in für den heutigen Abend vereinbart.

„Ich habe ihr gerade geschrieben, dass wir da sind”, bestätigt er, als ein Stück weiter eine unscheinbare schwere Holztür aufgeht und eine Frau mit dunklen Locken den Kopf herausstreckt.

„Ah.” Synchron schauen wir in ihre Richtung.

„Das wird sie dann wohl sein”, vermutet er und steckt sein Handy weg, um stattdessen nach dem Koffer zu greifen. „Na komm, vamos.”

Zügig steuern wir auf den Eingang zu. „Bonsoir!”

„Bonsoir!”, begrüßt uns die Frau und hält zuvorkommend die Tür auf, damit wir ins Innere treten können.

„Merci.”

„Monsieur Sancho?”, erkundigt sie sich.

„Exactement. Sancho Roca et Püttman”, bestätigt er galant in ihrer Muttersprache.

„Ah, très bien, bienvenus! Suivez-moi, s’il vous plaît.” Die Vermieterin geht voran durch die Eingangshalle, in der die Briefkästen des Hauses angebracht sind, bevor sie auf der anderen Seite eine weitere Gittertür öffnet. „Ici, c’est les escaliers”, erklärt sie und deutet auf das Treppenhaus zu unserer Rechten. „L’ascenseur est en panne pour le moment, je suis desolée.”

Obwohl sie deutlich jünger aussieht, als ich erwartet hätte, scheint sie ausschließlich Französisch zu sprechen. Dass der Aufzug defekt ist und wir unsere Koffer fünf Stockwerke nach oben schleppen müssen, habe ich allerdings trotzdem verstanden.

Ernsthaft?

Entgeistert blicke ich auf das silberne Monstrum neben meinen Füßen, das nun wirklich nicht dazu gemacht ist, Berge zu besteigen.

Na, das kann ja heiter werden.

Während David mit der Französin höfliche Konversation betreibt, folge ich den beiden leise ächzend die Treppe hoch. Hätten wir mal eben die U-Bahn genommen, um Kräfte zu sparen …

Stattdessen quälen wir uns nun Stockwerk für Stockwerk mit dem Gepäck nach oben. Der Koffer ist absolut ungeeignet, um ihn ergonomisch zu tragen, und immer wieder muss ich das Gewicht auf den Stufen absetzen, um meine Hände auszuschütteln. Ich wünschte, ich hätte weniger eingepackt. Den Pullover werde ich garantiert eh nicht brauchen. Oder die zweite Sonnencreme.

Na gut, die vielleicht doch.

Aber die Trainingsflossen hätten ruhig zuhause bleiben können. Und das eigene Kopfkissen. Der Neoprenanzug ist nicht verhandelbar, aber sind die Faszienbälle eigentlich in Davids Koffer gelandet oder schleppe ich die gerade auch noch mit hoch?

Das Gepäck war definitiv nicht auf Leichtigkeit optimiert, schließlich sind wir nicht bloß für ein paar Tage unterwegs …

Von Marseille wollen wir am Montag direkt weiter nach Spanien, wo Rafael mittlerweile ein eigenes Apartment in Milagromar bewohnt – inklusive Gästecouch, auf der wir übernachten können – und es hat sich angeboten, die beiden Reisen miteinander zu verbinden, wenn wir schon mal so weit im Süden sind. Er möchte uns gerne seine Freundin vorstellen, mit der er inzwischen zusammenlebt, und die beiden Freunde werden sich sicherlich einiges zu erzählen haben, bevor wir für eine Woche zu Davids Verwandten fahren.

Maria und Pedro können es gar nicht mehr erwarten, uns endlich wiederzusehen. Seit wir in Deutschland leben, haben wir es nur noch selten geschafft, sie zu besuchen, und jedes Mal ging die Zeit mit ihnen viel zu schnell rum. Die beiden sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen und ich freue mich riesig, sie persönlich wiederzusehen. Nicht nur, weil dieses Mal sogar Davids Mutter für ein paar Tage zu Besuch kommen wird. Ich bin gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden entwickelt, wenn sein Vater nicht in der Nähe ist.

Doch leider macht die Aussicht auf die kommenden Wochen den Aufstieg auch nicht weniger anstrengend. Mit einem Schnaufen bleibe ich auf einem Treppenabsatz stehen, um mir die verschwitzten Haare aus der Stirn zu streichen. Ich bin ja nun wahrlich nicht unsportlich, aber mussten wir ausgerechnet ein Studio-Apartment in einem Altbau mieten?

Die Stufen scheinen überhaupt kein Ende zu nehmen!

Eine Etage nach der anderen windet sich das Treppenhaus in die Höhe, verursacht tiefe Striemen in meinen Handflächen und ein Brennen in den Muskeln, während über mir die Vermieterin zu allem Überfluss auch noch angefangen hat, dermaßen offensichtlich mit meinem Freund zu flirten, dass ich wünschte, ich könnte wenigstens ein bisschen Französisch, um mich in ihr Gespräch einzumischen. Das ist an Dreistigkeit schon kaum noch zu überbieten. Dabei hat David vor unserer Abreise behauptet, die französischen Männer wären so schlimm.

Ja, ja, von wegen …

Ich hätte vorgewarnt sein sollen – schließlich kenne ich Charlotte.

Während ich mich noch mit den letzten Stufen abmühe, höre ich aus dem Studio auf der fünften Etage bereits ein begeistertes Fantastico.

---ENDE DER LESEPROBE---