Jeremias - Cord Cordes - E-Book

Jeremias E-Book

Cord Cordes

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Beschreibung

Ein sehr inspirierender Mensch ... Magische Begegnungen ... Ein Suchender wird Schüler und Übender ... Zauber des ErLebens ... Mystik des Herzens ... Erwachen in der Wirklichkeit ... Die Sieben Schritte ... Ein wirklich funktionierender ÜbungsWeg zu wachsender persönlicher Entfaltung ... für viele, im Alltag hier und heute ... Wer dieses Buch liest, wird tief im Herzen berührt und bekommt sieben wundervolle 'Werkzeuge' für die eigene Lebenskunst im Alltag in die Hände - und kann sich auf den WEG machen ...

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Seitenzahl: 307

Veröffentlichungsjahr: 2015

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INHALT:

1. Einstimmung

2. Die erste Begegnung

3. Eine himmlische Stille

4. Neugeboren

5. Zwei Becher Kaffee

6. Ein Spaziergang

7. Unterwegs in die Präsenz

8. Morgenfrische auf dem Markt

9. MorgenRituale

10. Tages-Ausklang

11. Ein

Weg

beginnt

12. Der

Innere Thron

& das

Schöpferische Feuer

13. Erschriebenes

14. Wie die Kinder

15. Entschiedene Schritte

16. Der Cosmische Tanz

17. Tanze und singe

heute!

18. Der Tempel der Stille

19. Zuhause

20. Die Kunst des Loslassens

21. Ausklang

Anhang:

Übungsanleitung für ‚Die Sieben Schritte‘

Ich lege dieses Buch

in ehrender Dankbarkeit

allen wirklichen

Lehrern und Meistern,

Männern wie Frauen,

der Menschheit

zu Füßen.

insbesondere

JESHUA,

BUDDHA,

OSHO.

1. Einstimmung

Ich hoffe, es wird mir leidlich gelingen, aufzuschreiben, zu erzählen, was mir widerfahren ist. Besser: was ich geschenkt bekommen habe. Aber ich will es schaffen und werde mein Bestes geben. Das, was ich erfuhr, ist mittlerweile wie eine Lebendige Quelle in mir, die sprudeln, sich verströmen, die sich weiterverschenken muß.

Mein Herz sagt mir, daß das, was mir begegnet ist, was ich gefunden habe und nun leben, nutzen und genießen kann, für viele Menschen eine Möglichkeit, ja ein Weg ist. Und dies insbesondere für Menschen, in denen ein Funke Sehnen lebendig ist nach jenem, was Leben wirklich sein kann. Diesen Menschen möchte ich etwas erzählen und weitergeben, das berührt und inspiriert, das wachrüttelt in Leib und Seele und Herz und Selbst-ver-Antwort-ung!

Zwar gelingt es mir seit einigen Jahren, in meinen Seminaren etwas davon weiterzugeben, aber es erreicht bisher wenige; und auch der Grad des tatsächlich erfolgreich Vermittelten befrie-digt mich überhaupt noch nicht. Deshalb dieses Buch.

Ich werde nicht so sehr viel über mich erzählen; nur eben soviel, als es für den Transport des eigentlich Wichtigen notwendig ist. Es geht ja auch nicht primär um mich. Ich bin lediglich derjenige, dem das eigentlich Wichtige geschenkt wurde, und der es nun weiterverschenkt - auf diesem Wege und mit großer Freude und Dankbarkeit!

Was ich versuchen werde wiederzugeben, hat etwas mit dem Sehnen der menschlichen Seele nach wahrhaftiger Erfüllung zu tun. Nach einer Erfüllung, die nicht nur kurzfristig und eher oberflächlich mit den gewöhnlichen Befriedigungen des Lebens in unserer Kultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu tun hat - sondern die weit darüber hinausreicht, tief in das Wesen des Menschen hinein, wo ein himmlischer Same schlummert. Es hat zu tun mit dem Sehnen nach wirklich tief befriedigendem Weg und wahrem Ankommen, nach wirklichem Zuhause, nach Gott, nach Einheit. - Es geht um nichts Geringeres als das Wasser des Lebens Selbst! - Alle Religionen und spirituellen Wege der Menschheit versuchen auf vielerlei Art, ‘dorthin’ zu zeigen und zu führen.

Ich habe viele dieser Wege erkundet, erforscht, bin auf ihnen gewandelt - und bin doch nicht wirklich ‘dort angekommen’. Unterwegs habe ich zahlreich Menschen getroffen, denen es ähnlich erging.

Viele Menschen, wenn nicht alle, streben doch vom Innersten her, ihrem tiefsten Herzens-Sehnen folgend, auf ein ungewisses Ziel zu ... und sind mehr oder weniger weit fündig geworden - aber alle sind sie doch weiter ‘unterwegs’ und auch ‘suchend’ gewesen – jedenfalls jene, die ich persönlich traf. - Einige, die vorgaben oder gar groß offerierten, sie seien angekommen, hätten wirklich das Ziel erreicht, hielten für mich einer tief wahrnehmenden Überprüfung nicht stand ...

In unsrer heutigen Zeit, hierzulande in der wohl ganzen westlichen Kultur, überfällt immer mehr Menschen, wenn sie denn ihr ‘normales’ Leben relativ gut geregelt und ausgestaltet bekommen haben, irgendwann doch die Erkenntnis, daß es ‘das ja nun aber eigentlich noch nicht gewesen sein kann’: Karriere, materieller Wohlstand, Familie, Unmengen an Unterhaltung und Zerstreuung ...

Dann beginnt oft ein Suchen nach ,jenem noch Fehlenden’: Selbsterfahrung, Therapie, Religionen, Musik, Kunst, Kreativität, Reisen ... Versuche, Wege der Selbst-Verwirklichung. Sicherlich alles, salopp gesagt, besser als TV, aber wenn dann das Leben - im positiven Falle - etwas reicher oder farbiger wird - ist es das?

Oder fehlt immer noch etwas?

Mir jedenfalls ging es so.

Tief in mir brannte ein Sehnen nach etwas Unbestimmtem, nach einer Erfüllung, die, diese Worte kommen mir hier, größer ist als ich ... Nach etwas, das erhaben ist über alles, was da kommt und aber auch wieder geht ...

Und ich habe gesucht und gerungen, vieles ausprobiert, viele Bücher gelesen ... habe gebetet und gefleht ... geübt und trainiert ... studiert, gegrübelt und geforscht, habe viele Seminare und Lehrer besucht - und in und an vielem war auch Wertvolles - doch ...

Dann, eines tatsächlich sonnigen Tages, habe ich wahrlich gefunden ... allerdings nicht etwas ...

Ich habe jemanden gefunden.

Jemanden, der wirklich angekommen ist.

Oder hat Er mich gefunden, oder aufgesucht, weil ich bereit war, zu finden? Weil ich wirklich finden wollte?!

Weil ich mein tiefstes innerseelisches Sehnen zugelassen, nicht verdrängt, nicht ersatzbefriedigt hatte ...?

Ein altes spirituelles Wort sagt:

Ist der Schüler bereit, zeigt sich der Meister.

* * *

VorBemerkung 1 : Ich empfehle, dieses Buch langsam und bewusst und mit offenem Geist und offenem Herzen zu lesen, den Gehalt der Zeilen wirklich zu fühlen, wichtige Passagen nach Wunsch sogar nachzusprechen! – All die innewohnenden Schätze erschließen sich nicht ‚auf die Schnelle‘!

VorBemerkung 2 : Jeremias lehrte mich vieles in sehr sorgfältig und langsam modulierter Sprache, in der jedes Wort bedeutsam war – womit er mich prägte. In der Weitergabe dem entsprechen wollend, habe ich besonders betonte und wichtige Worte und Satzteile kursiv geschrieben, oder durch ‚Anführungszeichen‘ hervorgehoben.

VorBemerkung 3: Da die deutsche Sprache männlich und weiblich unterscheidet - und das Neutrum meist kein sinnvoller Ersatz ist - habe ich mir nicht (immer) abverlangt, beide Geschlechter zu nennen, was an manchen Stellen sprachliche Knoten produziert, die ich weder erträglich, noch sinnvoll finde. - Gemeint sind immer wir alle, wir Menschen, Frauen und Männer gleichermaßen!

2. Die erste Begegnung

Ich sah Ihn zum ersten Mal im Stadtpark Bremens, der Stadt, in der ich lebe, und in der Er sich auch phasenweise aufhielt, wie ich später erfuhr. Nicht in Indien, nicht in einer spirituellromantischen Einsiedelei in hohen Bergen, fernab der Zivilisation oder in irgendeinem Tempel, Kloster oder Ashram - nein, tatsächlich im Bremer Bürgerpark.

Die Sonne schien an diesem Tag ungewöhnlich kräftig für unsere norddeutschen Gefilde. Es war Anfang März und der erste richtig warme Frühlingstag. Eine Wolldecke auf dem Gepäckträger meines Fahrrades hatte ich vor, dieses schöne Wetter auszukosten. Ich radelte zum Bürgerpark, der sich weit vom Stadtrand im Nordosten her bis in die Innenstadt hinein erstreckt. Das frische Frühlingsgrün war herrlich. Auf einer der vielen Parkwiesen legte ich mich mit meiner Decke zum ersten Mal in diesem Jahr auf den Rasen, draußen auf die Erde, was immer, nach dem Winter, eine besondere Erfahrung für mich ist. Ich schloß die Augen und entspannte, versank zunächst in der wohligen Sonnenwärme in einen tranceartigen Zustand. Ein wundervolles Gefühl, mich fallenzulassen. Vogelgezwitscher in den Bäumen entzückte mein Ohr und Herz.

Nach einiger Zeit jedoch wurde ich wieder unruhig.

Verwundert erforschte ich, warum. Keine besonderen Gedanken oder Gefühle, die in mir wühlten, keine Sorge oder dergleichen ... Etwas ungehalten nahm ich wahr, daß ich mich nun nicht mehr fallenlassen konnte. Die erste süße Entspannung war von einer neuen Anspannung in mir verdrängt worden. Ärgerlich. Warum nur? Zunächst konnte ich mir das nicht erklären.

Dann wurde mir jedoch bewußt, daß ich das Gefühl hatte, daß mich jemand beobachtete ... Und dieses Gefühl nahm an Intensität deutlich zu. Schließlich fühlte es sich sogar so an, als ob mich jemand gezielt ‚anpeilte‘ oder gar ‘anfunkte’!

Nun, dachte ich, es kommt vor, daß in einer öffentlichen Anlage wie diesem Park Menschen einander beobachten. Aber die Intensität dieses ‘Angefunktwerdens’ nahm noch weiter zu. Eigentlich wollte ich am liebsten wieder zurücksinken in meine wohlige Entspannung, doch das ging nun nicht mehr. Schließlich öffnete ich, so, im Liegen, ohne meine körperliche Lage im Geringsten zu verändern, meine Augen und wanderte mit meinem Blick durch das sich mir bietende Sichtfeld.

Etwa zwanzig Meter von mir entfernt saß ein vielleicht fünfzigjähriger, hell gekleideter Mann auf einer Parkbank. - Sofort als ich ihn erblickte, hatte ich das deutliche Gefühl, daß dieser Mann die Quelle meiner Unruhe war.

Trotzdem schaute ich mich dann noch langsam und gründlich in alle übrigen Richtungen um, wozu ich mich auf meine Ellenbogen aufstützte - etwas in mir ‘wußte’ aber bereits intuitiv das Ergebnis vorweg. Nichts, niemand sonst war in der Nähe, außer einem auf einem Parkweg dahinwandelnden, miteinander redenden Pärchen. Die Frau schob einen dieser neuen sportlichen Dreiradkinderwagen vor sich her, und redete deutlich gestikulierend auf ihren Mann ein.

Also kehrte ich, nun wirklich neugierig geworden, mit dem Fokus meiner Aufmerksamkeit wieder zu jenem Manne auf der Park-bank zurück. Ich legte mich wieder hin, den Kopf zur Seite auf meinem Unterarm, so daß ich unauffällig in seine Richtung lugen, ihn beobachten konnte, ohne mich weiter zu bewegen.

Er trug leichte lockere Sommerkleidung, die nicht weiter auffällig war, außer vielleicht durch ihre hellen Farben. Eine weißliche Leinenhose, ein sehr hell blaues Hemd mit halblangen Ärmeln, dazu flache Lederschuhe und eine Art Weste. Seine Haare waren etwas länger, bräunlich, mit Silbergrau durchsetzt und leicht lockig. Er hatte einen kurzen etwas spitzen Vollbart. Am linken Arm trug er ein schwarz-goldenes Armband.

Je länger ich ihn nun beobachtete, desto seltsamer wurde mir. Er schaute geradeaus, über die sonnige Frühlingsparkwiese hinweg, also nicht zu mir her. Ich befand mich aus seiner Sicht halbrechts von Ihm. Er kam mir sofort und schnell stärker werdend so bekannt vor! - Schließlich mußte ich schmunzeln ... Er erinnerte mich irgendwie an mein Innenbild von Jesus ...

Jeshua, wie Er einmal in aramäisch original hieß ...

Hier möchte ich kurz einfügen, wie anfangs angedeutet, daß ich zum Zeitpunkt dieser ersten Begegnung seit über zehn Jahren meinen spirituellen Weg der Suche und Übung ging. Ich meditierte und übte mich in einigem, was dies für mich ausmachte. Und welcher spirituell orientierte Mensch träumt nicht hier und da einmal davon, Ihm, einem der größten spirituellen Lehrer und Meister der bisherigen Menschheitsgeschichte, begegnen zu können! Insbesondere während einer Reise nach Israel, in Kontemplationen und Wanderungen in Jerusalem und am See Genezareth überfielen mich viele tiefe Gefühle, Bilder ... Erinnerungen daran kamen jetzt in mein Bewußtsein, stimuliert durch diesen Mann dort auf der Parkbank ...

Ich schmunzelte also - und doch wurde mir langsam etwas unheimlich damit, was das Sehen dieses Mannes in mir auslöste! Mein Herz war sehr berührt. Ein Gefühlszustand von weiter wachsender Intensität entwickelte sich in mir. Neugier und Sehnen war darin vorherrschend ...

Ich fragte mich, von meinem geschulten kritischen Verstande her, ob ich mir all dies vielleicht nur einbildete, es selbst creirte, quasi wunsch-projizierte. Aber langsam schlich sich noch eine neue Empfindung hinzu, nämlich daß er, sozusagen telepathisch, mit mir kommunizierte, besser: kommunizieren wollte ... Oder, um es noch präziser zu benennen : eine telepathische Wesens- und Kommunikationsverbindung schaffen wollte. Es fühlte sich an, als ob er mich ‘rief’ - und dies, obwohl er nach wie vor nicht zu mir her, sondern geradeaus schaute! Dabei saß er fast regungslos da, hatte seine Hände im Schoß ineinanderliegen, ein Bein übergeschlagen, und wirkte sehr entspannt. Ja mehr noch, je mehr ich ihn beobachtete und tiefer wahrnahm, desto mehr schien er mir voller Frieden zu sein, einfach zutiefst nur da sitzend ...

Wieder und wieder fragte ich mich natürlich, ob ich mir das Ganze, diesen Kontakt, zumindest was seine Seite betraf, nicht einfach nur einbildete!

Ich überprüfte, ob ich mich unterbewußt einsam und allein fühlte, gefühlt hatte, und daher mein Unterbewußtes vielleicht alldies als ‘Füllung’ creirte. - Hier kam ich aber zu einem klaren Nein. Das innere Erleben, das innere ‘rufende Gefühl’, daß Er mit mir in Verbindung treten wollte, wuchs weiter! Es war mittlerweile eine solch starke Empfindung in mir geworden, trotz meiner Bezweiflungen und Überprüfungen, daß ich intuitiv immer stärker erwägen mußte, diesen ‘Ruf’ wirklich als von diesem Mann dort auf der Parkbank ausgehend zu halten ... War das möglich?

Für viele, nennen wir sie ‘nicht so spirituell angehauchte’ Menschen klingt alldies vielleicht schon etwas ‘abgehoben’, zumindest ‘sehr ungewöhnlich’ - und Letzteres war es auch! So deutlich hatte ich etwas dieser Art noch nie auch nur ansatzweise erlebt oder gefühlt! Vielleicht hatte ich derlei in einschlägigen Büchern gelesen, in Geschichten von Begegnungen von spirituellen Meistern und Schülern - aber dies hier war kein Buch, sondern meine eigene reale unmittelbare Erfahrung im Bremer Stadtpark!

Ich wurde aufgeregter, mein Herz schlug kräftiger. Schließlich ließ ich all mein Überprüfen und Bezweifeln beiseite, nahm meinen ganzen Mut zusammen und setzte mich aufrecht auf meine Decke - und schaute, innerlich fragend und offen, einfach weil ich es vom Gefühlszustand her tun mußte, in seine Richtung ... sogar etwas Angst fühlte ich ... - Das Ganze hatte mich nunmehr schon so tief berührt, daß ich feststellen mußte, daß nun Hoffnung in mir war, daß ich mir diesen Kontakt nicht einbildete!

Ich fühlte mich wie ein wie Espenlaub zitterndes Herz! Wie nur konnte es geschehen, daß ich so berührt war?!

Worauf wartete ich nun?!

Was würde jetzt passieren?

Nichts?

* * *

Eine Minute verstrich ungeheuer langsam ... Ich wartete auf irgendetwas, das es nun geschehe ... Ich saß da, und schaute in seine Richtung ... Wartete so heftig, ob ich wollte oder nicht ...

Eine Minute, die mir sehr lang erschien und die ich extrem intensiv erfuhr, in der mein Herz pochte, in der ich die gefühlte Intensität dieser Situation kaum aushielt, in der sich irgendetwas weiter aufbaute, in der ich schluckte und mich über all das weiter wunderte, erwartungsvoll einerseits, aber andererseits auch noch beherrscht von der Idee, daß gleich die Seifenblase platzen würde und sich all dies als nur eingebildet erwiese ...

Mein Wesen schien zu vibrieren ...

Die Zeit schien still zu stehen ...

* * *

Dann drehte Er plötzlich, aber langsam, seinen Kopf genau zu mir her und erwiederte meinen Blick! Ich schaute, wohlgemerkt über etwa zwanzig Meter sonnigen Zwischenraums, in sein Gesicht, in diese zwei Augen ...

Aus diesen Augen kam ein solch mächtiger und gleichzeitig weicher, ungeheuer ruhiger und klarer und vor allem liebe - über - voller Blick ...!

Es war sofort eine reale Energie, eine Art ‘psychische Brücke’ zwischen uns!

Durch meine Augen ‘flutete’ diese Energie in mich, meinen Körper, mein Herz, mein ganzes Wesen herein! Es war, als ob ich plötzlich ‘angeschlossen’ war und nun unter einer Art, so fühlte es sich an, ‘lebendigem Strom’ stand ...!

Die Verbindung zwischen uns in unsrem „Blick-Kanal“ war unbezweifelbar real! Was von Ihm zu mir her kam, war so wirklich und schön, daß ich völlig überwältigt war ... Es war so real und so mächtig, so voller Leben, daß ich fast tatsächlich hintenüber fiel!

Ich fühle all das auch heute, über zehn Jahre später, beim Beschreiben, sofort wieder. Die Erinnerung an jene erste Begegnung ist so klar und stark in mein Wesen eingeprägt, daß ich sie wohl bis in alle Ewigkeit nicht wieder vergessen werde, ja nicht einmal verblassen könnte sie ...!

Ich hatte das Gefühl, diese Augen, diesen Blick und diese Wirkung schon seit ‘Tausenden von Jahren’ zu kennen, und seit meiner Geburt nach diesen Augen, nach Ihm, wieder ... gesucht zu haben, in allem ... in allen ...

Und nun war Er, dieser Mensch, wirklich da, hier, jetzt, 1991, in einer normalen norddeutschen Großstadt, an einem sonnigen Frühlingstag, im Stadtpark! An einem Tag, den ich bis dahin wohl bewußt und schön erlebt hatte, der aber ansonsten kein außergewöhnlicher Tag gewesen war ... Ich hatte nichts Besonderes geträumt in der Nacht und Zeit zuvor, der Morgen und Mittag bis zu dieser Begegnung war nicht gekennzeichnet gewesen von irgendwelchen besonderen Vorahnungen oder ‘Zeichen’ ... und trotzdem passierte mir dies hier jetzt wirklich!

Er schaute mir eine Zeit lang in die Augen, unsere Blicke verbanden sich tief. Und innerlich ‘hörte’ ich, in einem schwer beschreibbaren Zustand des ‘durch-Seine-Energie-immens-Wach-und-Erhoben-Seins’ folgende Botschaft von Ihm, die einfach in ihrem Sinn in meinem Bewußtsein auftauchte, und die ich hier in die entsprechenden Worte unserer gewohnten Sprache kleide:

„Du hast Dir nichts eingebildet! Dies geschieht jetzt wirklich. Ich Bin tatsächlich der, den Du gesucht hast. Die Zeit ist jetzt reif ... - Wir sehen uns bald wieder. Alles wird sich fügen, hab Vertrauen. Du wirst von mir hören, bald, wieder so, innerlich, wo und wann wir uns wiedersehen. Verdaue dieses erst einmal. Das braucht etwas Zeit. - Willkommen zuhause!“

Als ich innerlich diese Worte als ihren Sinn empfangen hatte, lächelte Er mich auf eine Weise an, daß mir Tränen der Freude und Erlösung aus den Augen flossen ... Mein Wesen, meine Seele fühlte sich an, als ob sie im Allerinnersten nun begonnen hätte, zu jubeln und zu tanzen ... Gleichzeitig sah ich sicherlich aus wie ein staunendes beschenktes Kind ...

Die erste Begegnung in der Wirklichkeit ...

* * *

Dann stand Er auf, verabschiedete sich mit Geste und Blick von mir, und ging. Ich schaute Ihm wohl nach wie ein kleiner Junge seinem über alles geliebten Vater, bis Er hinter Bäumen, in einer Wegbiegung im Park dort, meinem Blick entschwand ...

Zwar gab es in mir einen Impuls, Ihm nachzulaufen, Ihn real sprechen, fragen zu wollen, aber der löste sich sofort wieder in mir auf. Alles war gut so, unbezweifelbar, das fühlte und ‚wußte‘ ich völlig. Und ich war noch so übervoll von dieser Begegnung, die mich und mein Leben und meinen Weg völlig verändern sollte, daß ich erst einmal einige Zeit die Augen schloß und mich wieder auf die Wolldecke ins Liegen sinken ließ ...

Eigenartig war auch, aber ich wunderte mich nun über gar nichts mehr, daß ich innerlich gar nicht das Gefühl hatte, daß Er wegging ... Physisch, dort draußen, ja ... Innerlich aber, in mir, floß dieser Strom weiter, eine so erlösende Energie, eine unendlich sanfte, feine und doch starke Liebe ... Ich fühlte mich weiterhin ‘angeschlossen’ an den Strom dieser Kraft, der von Ihm ausging ... Es fühlte sich nicht an, als ob Er fortgegangen wäre ...

Meine Gedanken spielten zum Teil verrückt, zum Teil waren einfach längere Zeit gar keine Gedanken mehr da, so immens erfüllt war ich vom Erleben und Nacherleben dieser Begegnung.

Ich weinte einige Tränen der Freude und Erlösung ...

Mein Herz saß auf dem Thron, wie noch nie!

Durch eine einzige erste Begegnung mit Ihm!

* * *

So fing meine ‘Lehre’ bei Jeremias an.

In diesem meinem Leben, im Frühling 1991, genau gesagt am Dienstag, den 5. März, zehn Jahre ist es jetzt her ... und doch ist es in mir wie Gegenwart ... fühlbar ... so lebendig und präsent immer noch, wird gar nicht schwächer ...

Fast drei Wochen dauerte es, bis ich Ihn wiedersah. Diese Zeit bestand, natürlich neben dem alltäglichen Leben mit Arbeit, Beziehungen, Freizeitgenüssen, stillen Zeiten - aus Warten und Freude und Liebe in meinem Herzen.

Ich erzählte niemandem von dieser Begegnung. Ich konnte es auch (noch) gar nicht und wollte es auch nicht. Nicht einmal meiner damaligen Liebsten; auch nicht, als sie mich fragte, was denn mit mir sei, weil sie natürlich spürte, daß etwas geschehen war. Ich sagte ihr zunächst nur etwas von ‘grundloser Freude durch meine tiefer werdende Meditation’ ...

Ich schaute nachts in den Sternenhimmel, ging spazieren, allein, summte und sang - schlief wenig, war aber nie müde ... auch an folgenden Morgen nach manchmal nur 3 Stunden Schlaf nicht ... So viel Energie...!

In mein Wesen und Herz war schon durch diese erste Begegnung Andacht eingekehrt, eine tiefe beseeligende Andacht und Dankbarkeit und süße allerinnerste Offenheit zu Gott ... zum Unendlichen ... zu Ihm ... tiefer als je zuvor ...

Es mag dem Leser eigenartig erscheinen, aber es beschäftigte mich zunächst kaum, wer dieser Mann als irdische Person wohl sei, wie Er hieße, womit Er sein Leben verbringe und derlei normale Fakten. - Ich hatte in Ihm und durch Ihn so zweifelsfrei Einen erkannt, der angekommen war, daß alles andere nebensächlich wurde ...

Ich fühlte mich eigentlich schon in jenem ersten Monat nach unserer ersten Begegnung ständig wie in der Seele

neugeboren...

Und oft dachte ich an Jeshua’s Worte:

„Siehe, ich mache alles neu...!“

3. Eine himmlische Stille

Schließlich kam der ersehnte Tag, an dem ich Jeremias endlich wiedersah!

Es war wiederum warm und sonnig, etwa zehn Uhr am Morgen. Ich arbeitete am Schreibtisch und erwartete für den späteren Vormittag noch beruflichen Besuch.

Ich spürte Ihn, plötzlich und ganz deutlich, in meinem Bewußtsein ... Sofort hielt ich in meiner Arbeit völlig inne, schloß die Augen, und konzentrierte mich.

Ich war nicht besonders geübt oder gar geschult in Telepathie, und doch war es überraschend einfach, die sich aufbauende feine Kommunikationsverbindung mit Ihm wahrzunehmen. Nach kurzer Zeit empfing ich die Botschaft, wieder direkt als ‘Sinn’ - also nicht in unseren normalen Worten: Er wolle mich jetzt gleich treffen, und zwar unweit meines kleinen Häuschens, an der Weser. Dann ‘sah’ ich ein Bild, in dem Er auf einer bestimmten, mir bekannten Bank an der Weserpromenade saß ...

Als beides ganz in meinem Bewußtsein ‘angekommen’ war, ‘antwortete’ ich Ihm bestätigend, daß ich gleich kommen könne und würde - einfach auf Ihn, auf unsere Verbindung konzentriert ‘dieses denkend’, und ‘wußte’, fühlte auch sofort, daß Er mich, meine Antwort, verstanden hatte, daß sie ‘angekommen’ war. - Dann schwächte sich diese innere Kommunikationsverbindung wieder ab, bis sie nicht mehr wahrnehmbar war.

Ich freute mich ungeheuer darauf, Ihn gleich und endlich wiederzusehen. Ich zweifelte nicht eine Sekunde an der Realität dieser Kommunikation.

Ich verlegte telefonisch noch schnell den Termin, griff meine Jacke, erwog, Notizblock und Stift mitzunehmen, verwarf diese Idee dann aber wieder - und verließ das Haus.

Draußen ging ich durch kleine Gassen unsres Viertels und kam zunehmend aufgeregt zum Weserdeich. Dort überquerte ich die vielbefahrene Straße, die parallel zum Fluß unter schönen Bäumen endlang zur City führt. Ich schritt eine der Treppen den Deich hinunter, zum Promenadenweg nahe dem Ufer.

Hier blieb ich stehen - und schaute stadtauswärts ...

Das Weserstadion drängte sich mit vier hochaufragenden Flutlichtmasten vor den Deich und erweckte den Anschein, als zwänge es die ihm ausweichende Weser zur Kurve, zum Umweg.

Ich ahnte Ihn mehr, als daß ich Ihn schon erkennen konnte, auf jener Bank, nun etwa noch vierhundert Meter von mir entfernt. Ein heller Punkt, Seine Kleidung.

Ich schritt auf Ihn zu, hörte den Asphalt des Weges extrem deutlich unter meinen Schuhen knirschen, spürte die warme, leicht windige Luft auf meiner Gesichtshaut.

Er blickte wohl in meine Richtung, so fühlte es sich an, schaute mir entgegen - und von jenem Moment an, da ich Seine Sitzposition deutlich erkennen konnte, bestätigte sich dies auch visuell.

Eine Art unsichtbarer Kanal der Verbundenheit baute sich zwischen Ihm und mir immer deutlicher auf, je näher ich Ihm kam. Dieser fühlte sich ähnlich an, wie der vorangegangene telepathische, war jedoch, da nun in der physischen Wirklichkeit stattfindend, noch ungleich ‘greifbarer’.

Ich war so aufgeregt! Alles in mir freute sich auf Ihn! Als ich nur noch etwa zehn Meter von Ihm entfernt war, wäre ich am liebsten freudig auf Ihn zugelaufen, aber ein mir innewohnender Respekt vor Ihm ließ dies bei der gefühlten Regung bleiben, hielt mich zurück, es real auszuführen.

Dann stand ich vor Ihm - endlich!

Seine wirklich so strahlenden blauen Augen waren so weich und doch solch eine Energie ausströmend, daß ich fast keinen Begrüßungston herausbrachte ... Er machte eine einladende Geste, und ich setzte mich neben Ihn auf die Bank.

Sobald ich dann saß, neben Ihm, meinen Körper entspannen konnte, meine Muskeln mein Gewicht nicht mehr aufrecht halten mußten, durchströmte mich so viel Energie, es war wie ein himmlisches ‘inneres Duschen’! Ich versank in Hingabe, überließ Ihm völlig die Initiative für die Situation, war einfach nur seelig, Ihm wieder begegnen, in Seiner Nähe sein, neben Ihm auf dieser Bank sitzen zu dürfen.

Ich atmete etwas tiefer, mein ganzer Körper kribbelte und strömte in dieser Energie, meine Sinne schienen mindestens doppelt so klar und intensiv wie sonst wahrzunehmen, mein Herz schlug freudig und aufgeregt, war so voller Leben ...!

Die Zeit schien still zu stehen ...

Alles war jetzt, neben Ihm sitzend, so ungeheuer da ...

Ein Küstenmotorschiff, schwer beladen mit Kies, tuckerte vor uns die Weser hinunter ... In den ihm folgenden Wellen brach sich tausendfach das Sonnlicht, tanzte glitzernd auf dem Wasser ...

In mir waren zwar irgendwo viele Fragen, Fragen aus meinem ganzen Leben, die bisher unbeantwortet geblieben waren; Fragen zu mir, meinem Weg und zum Leben überhaupt, zu Gott, zu so vielem ... Und in den gut drei Wochen seit der ersten Begegnung mit Ihm waren noch einige hinzugekommen ... Fragen, die ich Ihm stellen wollte, die ich Ihm in meiner Phantasie schon gestellt hatte - aber als ich nun real neben Ihm saß, schmolzen all diese Fragen, ihre Bedeutung und Relevanz für mich, einfach hinweg ... Auch jede Frage zu Ihm, zu Seiner Person, die mittlerweile vielleicht doch irgendwo in mir existierte, war einfach durch Seine Präsenz, durch dieses Fühlen und Erleben, durch diese Schwingung, diese Süße, diesen Frieden schon existenziell und direkt beantwortet ...

Mit Ihm so dazusitzen war irgendwie, auf eine mir unbegreifliche, mystische und primär fühlend erlebte Art die Antwort auf alle meine Fragen!

Der Zustand, in den ich durch Seine Gegenwart im Wesen und Wahrnehmen und im Herzen geriet, in den ich unzweifelhaft durch Seine Präsenz gebracht wurde, ja ich kann sagen, in den ich erhoben wurde, war so intensiv, die gefühlte Erfahrung so mächtig für mein Herz und mein Bewußtsein und meinen Körper, daß sich all meine Fragen in diesem Erleben einfach auflösten ...

Ich war ungeheuer wach und glücklich ...

Es war, als ob ich in Seiner Gegenwart im Wesen geheilt wurde, als ob ich wie von einem unsichtbaren Licht durchstrahlt, von einer himmlischen Seeligkeit erquickt wurde ...

Da war nur So-Sein, und dieses So-Sein war so intensiv und erfüllt, daß ich einfach nur wie ein tief und lange Dürstender dieses ErLEBEN, diese Präsenz, diese Wirklichkeit, diesen Zustand trank ... ununterbrochen ... fließend ... Liebe, Freude, Frieden ... sind nur Worte für diesen Zustand, der sie alle, der Alles zu ‘enthalten’ schien ...

Wieder fiel mir Worte von Jeshua ein:

„Ich Bin das Alpha und das Omega.“

Ich schaute auf in den klaren blauen wunderschönen Himmel, sah eine grauweiße Möwe mit ihren weiten Schwingen durch Luft und Raum gleiten - und es war, als ob ich nie vorher so eine Möwe gesehen - gefühlt - erlebt hatte ... - Es war wie ein psychedelisches Erwachen in der Wirklichkeit ... Ich war dieser Möwe so ungeheuer nahe ...!

Es war, als ob mein gesamtes Leben vorher nur ein Schlafen, nur ein Träumen gewesen war!

Jetzt, in und durch Seine Präsenz wurde der Vorhang beiseitegeschoben, verflüchtigte sich ein bisher alles vernebelnder Schleier ... Und welch ein Zauber in dieser Wirklichkeit!

Ein kleiner Hund, ein lustiger langhaariger lebhafter Wusel, blieb vor mir stehen und schaute mich neugierig an, neigte den Kopf zur Seite. Seine Augen waren so weich und dunkelbraun und fühlend, daß ich tief berührt von diesem Lebewesen war ...

Ich schaute auf Ihn neben mir, diesen Mann, der all dies in mir auslöste, es ermöglichte. Ich sah Sein Gesicht, Seine Mimik, in einem von Harmonie durchdrungenen leisen Lächeln, daß nicht nur Seinen Mund, sondern Sein ganzes Gesicht, ja eigentlich, für mich fühlbar, intuitiv wahrnehmbar, Sein ganzes Wesen durchfloß und durchstrahlte ...

Welch eine von Innen hervorstrahlende Schönheit ...!

Welch eine Liebe ...!

Welch ein Frieden ...!

Ich weiß nicht sicher, wie lange wir schweigend so dort saßen, die Weser, den Himmel, die Vorbeispazierenden, die ganze Szenerie erlebten. Diese Stille war so süß, so himmlisch, so erfüllt, so mein Herz erquickend und erlösend, daß ich jegliches normale Zeitgefühl verlor - es war wie eine kleine Ewigkeit, einfach eine Seiende Präsenz von allem.

Dies Erleben, dies Wahrnehmen empfand ich auch als so natürlich - als ob ich eigentlich schon immer so hätte sein und erleben müssen ... - als ob all die anderen, ‘normalen’, besser: ‘weitverbreiteten’ Zustände von Streben, Hektik, Gestreßtheit, Alltagsverwicklungen und Zwängen nur Schmutz auf einem darunter wunderbar klaren Spiegel meines Wesens und einer an sich paradiesischen Welt wären ... - als ob ich immer schon nach diesem Zustand, nach diesem Erleben gesucht hatte ...!

Ich fühlte mich - in Seiner Gegenwart - endlich! - absolut wohl und zuhause in mir!

Dieses ErLEBEN, dieser Frieden waren so etwas von paradiesisch - es fällt mir schwer, es zu beschreiben - ich kann hier eigentlich nur stammeln, ringe um passende Worte, bemühe mich, dem Leser wenigstens etwas davon, eine Ahnung, einen Geschmack, durch diese Zeilen zu vermitteln ... Und ich hoffe jene, welche sich auch bewußt ‘nach hause’ sehnen, berühren zu können, ihre Zuversicht nähren zu können.

Ja! ‘Es’ existiert, wonach wir suchen, uns so sehr sehnen!

Es ist nicht nur eine naive Hoffnung, eine unerfüllbare Sehnsucht nach dem Paradies, oder Wunsch nach Rückkehr in die Gebärmutter, wie manche in ihren engen Theoriegebäuden herumirrende Psychologen meinen! All die Rationalisten, Existenzialisten, Nihilisten, Materialisten, Skeptiker und Atheisten irren!

Das Licht, Gott, das Ewige Leben, die Erlösung und Befreiung, die Heimkehr des verlorenen Sohnes ist kein Aberglaube, sondern eine wirklich und wahrhaftig existente reale Tür!

Wer sie wirklich sucht, und nicht aufgibt, der findet sie!

Welch ein Geschenk - dies sehen, fühlen und erleben zu dürfen! Schließlich liefen mir einfach Tränen der Freude und Dankbarkeit über die Wangen ...

Mein Herz tanzte in meiner Brust!

„Wunderschön...!“ sagte Er da plötzlich. Sanft und liebevoll klang Seine Stimme in unsere Stille hinein. - Ich zuckte etwas zusammen - es war, als ob mein ganzes Wesen Sein Wort hörte, besser noch: empfing ...

Ich schaute in Seine Augen ...

„Wunderschön, wie bereit und empfänglich Du bist! Diese Offenheit des Wesens und des Herzens ist die Basis! Wenige erreichen sie, obwohl sich alle im Innersten nach ihr sehnen, denn ohne sie kann das Ersehnte nicht empfangen werden!“

Ich schluckte, nickte nur leicht bestätigend ...

Seine ersten lehrenden gesprochenen Worte an mich.

Seine Augen ... - diese Augen ...! - In ihnen sah ich die Eine Unendliche Göttliche Liebe, sah ich Gott, den Ewigen Vater, die Ewige Mutter ..., sah ich „Es“, das, wonach wir Menschen uns alle im AllerInnersten sehnen ...

Und durch dieses Sehen, durch diese Begegnung, wurde etwas tief in meiner Seele geheilt von einem tiefsten Zweifel, einer tiefsten Urangst ...

Ich war davon erlöst und befreit ...

Nie mehr bis in alle Ewigkeit, daß wußte ich, würde ich diese Augen vergessen können ... selbst wenn mir nie wieder die Gnade zuteil geworden wäre, sie schauen zu dürfen ...!

Ein unbezweifelbares Wissen um Gott, um die Absolute Grenzenlose Bedingungslose Göttliche Liebe ...

Sie existiert!!! Es gibt sie wirklich!!!

Und wieder und wieder dachte ich, erfüllt von Dankbar-keit: welch eine Erlösung, welch ein Segen, dies schauen zu dürfen!

„Mein Name ist Jeremias...“ sagte Er noch, während ich weiter in Seine Augen schaute ... und atmete ... und staunte ... und trank ... das Wasser des Lebens!

Schließlich lösten wir unsere Blicke wieder. Schauten wieder auf das Wasser des vor uns vorbeifließenden Stromes. Schräg gegenüber spielten viele Kinder am Sandstrand, bauten Sandburgen, Eltern saßen dahinter auf Bänken am Strandcafé und genossen die Szene ...

Ein paar schnatternde Enten ...

Ich schloß die Augen ...

Und fiel...

Ließ mich auch, mit absolutem Vertrauen, völlig fallen.

Ich weiß nicht mehr, wo ‘ich’ war ...

Seeligkeit ...

Ich weiß auch nicht, wie lange ich in tiefster innerer seeliger Versunkenheit so auf dieser Bank saß - schließlich jedoch kam ich zurück, öffnete die Augen.

Jeremias saß nicht mehr neben mir.

Ich war zwar etwas überrascht, auch etwas traurig, fühlte mich für einen Moment verlassen - doch schnell nahm ich das, nach diesem himmlischen Geschenk, einfach so an, und gab mich der süßen Freude hin, die mich auch und noch und weiterhin durchströmte ...

Und war ich es, der da dachte:

„Wir werden uns bald wiedersehen!“ ...?

Ich taumelte leicht, himmlisch trunken ...

Irgendwann sank ich zuhause auf mein Bett,

zerfloß in alle Himmelsrichtungen ...

4. Neugeboren

Ich war wie verzaubert ...

In den folgenden zwei Wochen lebte ich in einem Grund legend anderen Zustand, der zwar nach der ersten Begegnung mit Jeremias schon begonnen hatte, doch nun vollends zum Tragen kam. Es war wie die Morgendämmerung eines neuen Menschen, ein wahrhaftiger innerer Sonnenaufgang!

Dieser Zustand läßt sich schwer beschreiben. Sicher, ich könnte sagen, ich fühlte mich von innen her so glücklich und dankbar, oft dies sogar überfließend - bis hin zu jenem Zustand, der bekanntermaßen beschrieben wird mit ‘ich könnte die ganze Welt umarmen’! Ich war auf eine nie gekannte Art so voller Leben und in meiner Mitte. Ich fühlte mich verbunden mit allem und von innen her floß eine wunderschöne grundlose Liebe durch mich, durch mein Herz ... zu allem hinaus ...

Oft setzte ich mich einfach hin, unter der alten Kastanie im Garten meines kleinen Häuschens oder auch während eines Spazierganges, nicht selten natürlich auch auf ‘jener’ Bank an der Weser, und gab mich den Empfindungen, diesem überwältigenden Präsenz-Erleben, hin. Es erreichte zwar meist nicht jenen Intensitätsgrad wie in Jeremias’ Beisein, aber mein Bewußtsein war klarer und mein Erleben intensiver als jemals zuvor in meinem Leben!

Natürlich bemerkten meine damalige Liebste und meine Freunde und Bekannten diese Veränderung meines Zustandes, aber alle nahmen sie es einfach positiv an, wußte man doch allgemein, daß ‘er viel und gern meditiert’ - und schrieben es diesem für einige doch skurrilen Hobby zu, was mir nur recht war. Denn nach wie vor war mir nicht danach, mit irgendjemandem über Jeremias zu sprechen, und das war kein intellektueller Beschluß oder dergleichen, es wurde mir einfach deutlichst von meinem Gefühl her bestimmt.

Empfänglichkeit - dies war der zentrale Begriff in Jeremias’ wenigen ersten gesprochenen Worten an mich gewesen - und sehr tief versenkte ich mich neu in diesen Begriff und seine Bedeutung, die sich mir ganz neu erschloß.

Wer meditiert, oder Stille, Sammlung, einfaches Da-Sein, zeuge-bleibendes So-Sein, eine tiefe wache Ruhe kennt und bewußt in derlei Zustände gelangen kann, der weiß um diesen Schlüssel zu Erfahrungswelten, die mit der in unserer Kultur üblichen Fokussierung auf Aktivität, Ziele, Streben und Macht nichts zu tun haben - ja eben genau den Gegenpol bilden.

Ich lauschte den Vögeln, ihrem Gesang ...

Die Atmosphäre am Abend, in den Farben der Dämmerung, windstill und warm ...

Ich spürte so sehr diese lebendige Energie in mir fließen, fühlte meinen lebendigen Atem ...

... sah so dankbar die Sonne, fühlte ihre Strahlen ...

Ich schaute, endlich, die Menschen aus meinem Herzen her, mit Liebe, an - und beurteilte und gar verurteilte sie nicht mehr ... Dies oft angestrebte oder und mühsam geübte Ziel geschah nun ganz von allein ...

An Jeremias dachte ich natürlich oft, erinnerte jede Nuance des letzten Treffens, schlief oft am späten Abend ‘über und in dieser Szene ein’ ... Welch eine Liebe und Hingabe ich zu diesem Mann fühlte, mit dem ich doch erst wenige Worte gesprochen hatte! - Sicher kommt vielen dies seltsam vor - und wer für einen Erwachten Menschen und Meister noch nicht offen ist, oder einen solchen gar für unmöglich hält, wird mit alledem nicht viel anfangen können - aber dies Buch schreibe ich ja auch für jene, die sich dafür öffnen können oder wollen!

Man muß es vom Herzen her verstehen und miterleben können! Deshalb möchte ich auch gar nicht versuchen, meine Hingabe und mein Vertrauen irgendwie zu erklären. Obwohl ja jeder von Jesus gehört hat, ist doch die Beziehung von einem spirituellen Meister zu seinen Schülern für viele scheinbar etwas, daß nur damals und nur einmalig geschah. Dies beruht allerdings schlichtweg auf Unkenntnis, denn beispielsweise Buddha, Laotse, Mohammed, Krischna und zahllose Meist des Zen, der Sufis oder des Yoga sind bekannt und haben viele Schüler, Jünger oder Anhänger gehabt. Wenn heute hier ähnliches geschieht, ist leider extreme Skepsis oder gar derbe negative, nicht prüfende Vorverurteilung vorherrschend. Ein zusätzlicher Grund für mich, zunächst mit niemandem über Jeremias zu sprechen.

Wenn es meine Zeit erlaubte, machte ich allein lange Spaziergänge oder Fahrradtouren, beides in sehr ruhiger, langsamer, aber umso intensiver erlebender Art ... in die Natur, die Bremer Parks, endlang der Weser hinaus aufs Land ... Oft saß ich dann irgendwo, lang, und erschaute die Landschaft, den Himmel ... genoß das Atmen der frischen Luft ... erlebte in fühlender Anbetung die Schönheiten des Sonnenaufgangs am frühen Morgen oder des Sonnenuntergangs am Abend ...

Seit dieser zweiten Begegnung schien es mir, als ob Jeremias auf eine subtile Art immer bei mir wäre ... und das war ein beglückendes Gefühl der Verbundenheit mit Ihm – und ...

Ich fühlte mich Gott, dem Ewigen, Einen, Unendlichen, Alles-Seienden so nahe! Oft schien es mir, als könne ich das Göttliche in allem erkennen ...