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Mitten in der Nacht läuft den beiden Touristen Diana und Robby, die durch Südengland reisen, eine unheimliche Gestalt vors Auto. Es ist eine Vogelscheuche, die sich daraufhin vom Asphalt erhebt und die beiden jungen Leute attackiert. Und damit beginnt ein neuer Fall für die Geisterjäger John Sinclair und Suko, der sie in das unheimliche Dorf Devil’s Cross führt. Dort bekommen sie es mit einem Hexer zu tun, der schließlich eine ganze Armee grausiger Kreaturen gegen sie in die Schlacht führt ...
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2026
Cover
Inhalt
Das Dorf der Vogelscheuchen
Grüße aus der Gruft
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Impressum
Cover
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbeginn
Impressum
von Logan Dee
Die Nacht war so finster, wie der Nebel dicht war.
Beides zusammen ließ die nächtliche Fahrt des Wohnmobils zur wahren Geisterfahrt werden.
Diana kauerte sich noch enger in ihren Beifahrersitz und sagte schaudernd: »Ich weiß nicht, ob diese Nachttour zum Devil's Cross eine gute Idee von dir war, Robby.«
Die rothaarige Diana Muller mit dem hübschen sommersprossigen Gesicht sah ihren Partner am Steuer des Vans von der Seite an. Ihre zierliche Figur schien in dem Sitz fast zu versinken.
»Wenn ich eins an dir liebe, Diana, dann deine Art, im Nachhinein alles infrage zu stellen. Und wenn ich mich recht erinnere, war die Tour deine Idee.«
Robby Cook war ein großer, schlaksiger Mann mit langer blonder Mähne. An seiner Seite fühlte sich Diana geborgen wie bei keinem anderen Partner zuvor.
Zumindest in der Regel.
Heute jedoch beschlich sie ein ungutes Gefühl ...
Robbys Finger umkrampften das Lenkrad des Vans. Er hatte sich leicht nach vorne gebeugt, um besser hinaussehen zu können. Obwohl er im Schritttempo fuhr, konnte er so gut wie nichts erkennen. Noch nicht mal das asphaltierte Band der Straße. Es war alles dicht. Als würde das Wohnmobil eine Nebelsuppe durchwaten.
»Außerdem sehe ich nirgendwo eine Haltebucht. Also müssen wir wohl oder übel weiterfahren.«
»Und wenn uns jemand entgegenkommt?«, fragte Diana. »Und bist du dir sicher, dass wir überhaupt noch auf der richtigen Straße sind?«
»Eine Abzweigung habe ich jedenfalls keine gesehen.«
Das Paar war seit gut einem Jahr zusammen. Beide studierten sie Geschichte in Cambridge. Dort hatten sie sich auch kennengelernt. In einem Seminar über Megalithen in Europa. Steinkreise, Menhire und andere Großsteinsetzungen waren ihre große Leidenschaft.
In den vergangenen Semesterferien hatten sie eine Rundreise durch Schottland gemacht und sämtliche Megalithen abgeklappert. Diesmal war Südengland an der Reihe: Stonehenge war natürlich obligatorisch gewesen. Aber es gab noch zahlreiche weitere Bauten zu besichtigen.
Devil's Cross war dabei laut Robby etwas ganz Einmaliges: Die drei Meter hohen Steine waren in Form eines riesigen Kreuzes angeordnet. Je nach Standpunkt konnte man darin von Süden aus ein frühchristliches Symbol sehen oder aber – von Norden – ein umgedrehtes Kreuz, das Symbol des Teufels. Daher stammte der Name. Aus dem Grund galt Devil's Cross unter Satanisten als beliebte Kultstätte.
Plötzlich drückte Robby so hart auf die Bremse, dass Diana aufschrie.
»W–was war das?«
Der Van war zum Stehen gekommen, aber etwas war gegen die Seitentür gerammt.
»I–ich weiß auch nicht«, stammelte Robby. »Ich hab ihn erst im letzten Moment gesehen.«
»Wen hast du gesehen? Ich hätte ihn doch auch sehen müssen.«
»Eine Gestalt. Einen Mann, glaube ich.«
»Du hast ihn überfahren?«
»Keine Ahnung. Ich muss nachsehen!«
Er schnallte sich los, aber Diana hielt ihn am Arm fest. »Nein, geh nicht! Und wenn es eine Falle ist?«
Er glaubte, eine Spur von Panik aus ihrer Stimme herauszuhören.
»Unsinn! Was für eine Falle sollte das sein?«
»Irgendjemand, der uns nur aus dem Wagen locken will und dann ... und dann ...« Ihre Finger krallten sich in sein Fleisch.
Er konnte sie sogar verstehen. Als junges Mädchen waren sie und ihre Freundin nach dem Clubbesuch an eine Horde übergriffiger Talahons geraten. Erst in letzter Sekunde waren ein paar beherzte Männer hinzugekommen, bevor Schlimmeres passiert war. Diana hatte Todesängste ausgestanden, und das Ereignis verfolgte sie noch immer in ihren Träumen.
Robby befreite sich aus ihrem Griff und schob sie sanft, aber entschlossen von sich. »Ich muss nachsehen, was passiert ist und ob jemand Hilfe braucht.«
Sie protestierte nicht mehr, aber in ihrem Blick lauerte nach wie vor die Panik.
»Vielleicht war es ja auch nur ein Tier«, sagte Robby. Aber das glaubte er selbst nicht. Tiere auf zwei Beinen gab es in England nicht.
Er hatte die Gestalt zwar nur sekundenkurz gesehen, die direkt auf der Fahrerseite vor ihm aufgetaucht war. Aber es war kein Tier gewesen. Auf keinen Fall. Und Beine hatte er im Grunde auch nicht erkannt. Nur eine aufrecht stehende Erscheinung, die irgendwie einen zerfledderten Eindruck gemacht hatte.
Er öffnete die Fahrertür und sprang auf die Straße. Der Nebel war klamm und hüllte ihn augenblicklich ein.
Viel erkennen konnte er nicht.
»Hallo!«, rief er laut.
Niemand antwortete. War das ein gutes oder schlechtes Zeichen?
Er ging einmal um den Van herum, ohne auf jemanden zu stoßen. Sogar unter dem Wagen sah er nach.
Als er sich wieder aufrichtete, sah er die Gestalt. Urplötzlich war sie seitlich von ihm aufgetaucht. Fast hätte er aufgeschrien, als er erkannte, was da vor ihm stand.
Kein Mensch. Auf keinen Fall ein Mensch! Wo er normalerweise in ein menschliches Antlitz geschaut hätte, bleckte ihm ein Totenschädel entgegen, in dessen Augenhöhlen rote Flammen tanzten, als würde er im Inneren glühen. Den dürren Leib umflatterten Lumpenfetzen und Wurzeln. So als wäre er aus irgendetwas herausgewachsen.
Robby ging einen Schritt zurück. Langsam, bedächtig, als hätte er einen blutrünstigen Wolf vor sich, den jede schnelle Bewegung zum Angriff reizen würde.
Die Kreatur bewegte sich nach wie vor nicht. Auch blieb sie völlig stumm.
Vielleicht ist es ja ein Scherz, dachte Robby verzweifelt. Irgendjemand hat die Figur dort aufgestellt.
Aber warum hatte er sie dann vorher nicht bemerkt?
Nein, das machte alles keinen Sinn.
Robby machte noch einen weiteren Schritt nach hinten. Mit dem Rücken stieß er gegen etwas – jemanden?
Er fuhr herum und blickte in ein schwarzes Nichts. In einen dunklen Schlund, der sich im Innern einer zerrissenen Kapuze vor ihm auftat. Die Gestalt trug ein langes schwarzes Gewand, das Robby an eine Mönchskutte erinnerte.
Noch während sein Verstand zu begreifen versuchte, in welchen Albtraum er geraten war, erglühten im Innern der Kapuze zwei feurig flackernde Punkte. Zugleich presste sich von hinten eine aus dornigen Ranken bestehende Hand auf seinen Mund.
Gerade hatte er noch schreien wollen. Jetzt konnte er es nicht mehr.
Der Rest war nur noch Schmerz.
Diana kam fast um vor Angst. Zusammengekauert hatte sie sich eng in ihren Sitz gedrückt. Einmal sah sie Robbys Schatten vor der Windschutzscheibe auftauchen. Offenbar ging er um den Wagen herum.
Aber war das wirklich Robby gewesen? Der Nebel schien noch dichter geworden zu sein, sodass sie nun kaum mehr etwas erkennen konnte. Wie Gespenster umwaberten die Schwaden den Wagen, nahmen bizarre Formen an. Bildeten konturlose Gesichter von grotesken Fabelwesen.
Sie schrie auf, als etwas von außen über die Tür kratzte. Wie mit langen Fingernägeln oder Krallen.
War das Robby? Wollte er sie etwa noch mehr in Angst versetzen?
Sie verwarf den Gedanken sofort. Nein, das war nicht Robbys Art. Nie und nimmer würde er sie erschrecken wollen.
Ihr Blick durchdrang die Seitenscheibe, aber sie konnte nichts erkennen. Wenn sich dort jemand befand, so verschluckte ihn der allgegenwärtige Nebel.
Warum nur kam ihr ausgerechnet jetzt der Film ›The Fog‹ von John Carpenter in den Sinn? Auch darin hatten die Opfer immer erst zu spät erkannt, welche tödliche Gefahr im Nebel auf sie lauerte.
Der Van war uralt, hatte keine Zentralverriegelung. Aber zumindest ihre Seitentür verschloss sie, indem sie sich vorbeugte und den entsprechenden Knopf herunterdrückte.
Sie wollte soeben auf den Fahrersitz klettern, um dort ebenfalls die Tür zu verriegeln, als vor ihrem Fenster ein Gesicht auftauchte.
Nein, das war kein Gesicht. Kein menschliches! Das war ein aus alten Säcken zusammengeknautschtes Gebilde, ohne Nase, ohne Mund, dafür aber mit augenähnlichen Höhlen, die wie glühende Kohlenstücke wirkten.
Diana konnte noch nicht einmal schreien, so entsetzt war sie. Sie konnte nicht glauben, was sie sah, und doch wusste sie in ihrem tiefsten Innern, dass die Kreatur dort draußen Wirklichkeit war.
Wie damals die Talahons.
Vor denen hatten beherzt einschreitende Männer sie gerettet. Aber wer rettete sie vor diesem gestaltgewordenen Albtraum?
Robby!
Er war in Gefahr! Viel mehr noch als sie, die in der Fahrerkabine zumindest halbwegs geschützt war.
Die Verriegelung an der anderen Tür!
Sie hatte sie noch immer nicht heruntergedrückt.
Sie überwand ihre Schockstarre und rutschte auf den Fahrersitz.
In dem Moment, wo ihre zitternden Hände den Knopf erfassten, klatschte etwas gegen die Seitenscheibe.
Direkt vor ihr erschien Robbys blutüberströmtes Gesicht!
Eine wurzelartige Klaue presste es gegen das Glas. Blutige Schlieren rannen die Scheibe hinab.
Und dann erkannte Diana, dass man Robby offenbar den Kopf abgehackt oder von den Schultern gerissen hatte, denn die Klaue hielt nur den Schädel!
Jetzt schrie Diana doch. Es musste raus aus ihr, sie wäre sonst erstickt.
Ihr Kreischen wurde übertönt von dem Klirren einer zu Bruch gehenden Scheibe aus dem hinteren Teil des Vans.
Jemand hatte sie eingeschlagen und die Tür geöffnet, um in den Wagen zu klettern.
Und er robbte blitzschnell heran!
Trotz der Panik handelte Diana sofort. Vielleicht auch wegen der Panik.
Sich den Kreaturen zu stellen, bedeutete ihr Verderben. Rein instinktiv entschied sie sich für die Flucht.
Sie sprang wieder auf den Beifahrersitz. Die sackähnliche Fratze davor war nicht mehr zu sehen. Also blieb nur dieser Fluchtweg.
Sie löste die Verriegelung und warf die Tür auf. Sie tauchte in den Nebel ein. Plötzlich empfand sie ihn nicht mehr als bedrohlich, sondern wie etwas Schützendes, das sie vor den Blicken der Kreaturen verbarg.
Niemand war zu sehen. Aber auch sie war nahezu unsichtbar. Zumindest glaubte sie das.
Dann begann sie zu laufen.
Fort!
Einfach weit weg von hier.
Immer wieder sah sie sich um, bildete sich ein, die Schritte ihrer Verfolger zu hören. Glaubte in dem wallenden Nebel gestaltlose Schatten und glühende Augen zu sehen. Aber sie war sich sicher, dass sie sich das nur einbildete. Eine Folge ihrer überreizten Nerven.
Ihr Atem ging schwer, ihr Puls raste, das Herz pochte so laut gegen ihre Brust, als wollte es sie sprengen.
Unwillkürlich fragte sie sich, wie lange sie das noch durchhielt. Sie lief jetzt schon fünf Minuten in schnellem Tempo die Straße entlang. Ihre Sneaker verursachten dabei kaum einen Laut.
Da hörte sie plötzlich etwas: Es klang wie das Brummen eines Motors irgendwo vor ihr. Rasch trat sie an den Straßenrand. Das Motorengeräusch kam schnell näher.
Bittebittebitte mach, dass er mich sieht und anhält!
Sie war stehen geblieben, den Blick auf die Straße vor ihr gerichtet. Wenigstens die paar Meter, die der Nebel freigab.
Aber noch bevor der Wagen heran war, sah sie die glühenden Augen. Drei Paare waren es. Sie schälten sich aus der Richtung, aus der sie gekommen war.
Sie waren ihr auf den Fersen!
Und diesmal waren sie nicht stumm. Sie wisperten, flüsterten, raunten. In einer Sprache, die Diana nicht verstand, ihr aber nichtsdestotrotz einen Schauer über den Rücken rieseln ließ.
Sie wartete nicht länger, sondern nahm erneut die Beine in die Hand.
Sie lief dem Motorlärm entgegen.
Im nächsten Moment blendeten sie die Scheinwerfer. Ein Wagen schlitterte mit quietschenden Reifen auf sie zu. Nur einen halben Meter vor ihr kam er zum Stehen.
Diana hatte die Augen fest zugekniffen. Jeden Moment hatte sie mit dem Aufprall gerechnet.
Sie hörte eine Autotür schlagen. Hastige Schritte folgten. Dann rief eine Stimme: »Kindchen, was machen Sie denn nur hier auf offener Straße? Ich hätte Sie fast überfahren.«
Als sie die Augen öffnete, sah sie zunächst verschwommen einen weißbärtigen Herrn. Dann versagte ihr Körper.
Die Beine sackten unter ihr weg.
Der Mann beugte sich besorgt über sie. Seine Augen schienen hinter den dicken Brillengläsern groß wie Murmeln zu sein. Wie ein Gelehrter wirkte er auf sie.
»Kommen Sie, ich helfe Ihnen hoch!«
Seine Hand ergriff ihren Arm. Willig ließ sie sich helfen.
Für ein paar Sekunden hatte sie alles vergessen, sich nur darauf konzentriert, nicht die Besinnung zu verlieren. Dennoch drehte sich auch jetzt noch alles um sie, als sie endlich stand und er sie stützte. Dann fiel ihr alles wieder ein, stürzte auf sie herab wie ein Tsunami.
»Robby ... die Monster! Alles war voller Blut! Ich ...«
»Langsam, junge Dame. Hatten Sie einen Unfall?«
Ihr wurde bewusst, dass er sie für eine Irre oder durchgeknallte Drogensüchtige halten musste. Sie atmete ein paarmal tief durch, versuchte sich zu sammeln, wie sie es in ihren Yoga-Kursen gelernt hatte.
»Ja, es war wohl ein Unfall«, sagte sie.
Ihre Stimme vibrierte noch immer, klang selbst in ihren eigenen Ohren wie die einer Fremden.
»Robby glaubte, jemanden angefahren zu haben. Er ist ausgestiegen und – und ...«
Erneut versagte ihr die Stimme.
»Und dann? Was war dann?«, sprach er mit ruhiger Stimme.
»Dann waren da ... Kreaturen. Und Robbys Kopf! Er schlug gegen die Scheibe und war voller Blut.«
»Ich würde mir die Sache ja gern selbst ansehen, aber in diesem Fall rufe ich besser die Polizei. Ist das in Ordnung?«
Sie nickte hastig.
Die schrecklichen rot glühenden Augen waren nicht mehr zu sehen.
»Wahrscheinlich haben Sie einen Schock erlitten.« Fürsorglich legte er ihr einen Arm um die Schulter. »Kommen Sie zu meinem Wagen. Steigen Sie ein. Wir müssen von der Straße. Danach rufe ich die Polizei an.«
Er führte sie zum Wagen, dessen Motor noch immer vor sich hin tuckerte. Es handelte sich um einen alten Bentley Diesel.
Erst als sie erschöpft in den nach Leder duftenden Beifahrersitz sank, fühlte sie sich sicherer.
Ein wenig zumindest.
»Bitte! Bitte verriegeln Sie die Türen!«, flehte sie ihn an.
Er tat es, ohne nachzufragen.
Dann telefonierte er mit der Polizei.
»John, Suko, wisst ihr eigentlich, wo es in England am nebeligsten ist?«, fragte Jamie Barley, den wir, wenn wir unter uns waren, nur noch Cleverhead nannten.
Freunde, ich bin einer der geduldigsten Menschen der Welt, wenn es darum geht, jungen Leuten etwas beizubringen oder sie zu unterstützen. Aber Cleverhead nervte uns mit seinem Geschwätz. Er hielt sich für unglaublich clever und prahlte bei jeder Gelegenheit mit seinem Wissen.
Das Schlimme war: Es stimmte meist. Allerdings war es selten von Belang. Genau wie bei diesen Quizsendungen im Fernsehen. Etwa bei »The 1 % Club«, bei dem Fragen gestellt werden wie »Wie hieß das Schwein, mit dem Matt Turley 1950 die englische Meisterschaft im Schweinerennen gewonnen hat?«
Interessiert natürlich keinen Menschen!
Im Rahmen seiner dreijährigen Ausbildung am renommierten College of Policing durchlief er drei Monate lang die wichtigsten Abteilungen bei Scotland Yard. Ich weiß nicht, wie der Junge Sir James rumgekriegt hatte, dass er auch bei uns mal reinschnuppern konnte. Ich vermute, es war mal wieder einer von Sir James' Clubfreunden, die ihn darum gebeten hatten.
Jedenfalls hatten wir ihn jetzt an der Backe. Und das, obwohl Suko und ich gehofft hatten, ihn erst mal los zu sein, wenn wir nach Devil's Ground fuhren, um den Gerüchten um mordende Vogelscheuchen nachzugehen.
Ich saß am Steuer, Suko auf dem Beifahrersitz. Cleverhead hatte sich hinten auf der Sitzbank ausgestreckt. Der Junge war zwei Meter groß, sodass er, hätte er normal gesessen, mit dem Kopf an den Dachhimmel gestoßen wäre.
»Hey, was ist mit euch?«, nervte Cleverhead.
Wir antworteten demonstrativ nicht, also übernahm Cleverhead das selbst.
»Der nebligste Ort in ganz England ist natürlich – Devil's Ground. Wisst ihr übrigens, warum der so heißt?«
»Wahrscheinlich hat der Teufel einmal dort draufgeschissen«, brummte ich.
