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Kaum eine Region der Welt erscheint aus der Ferne so vertraut wie Kalifornien. Die Film- und Fernsehindustrie versorgt seit über hundert Jahren die Welt laufend mit Bildern der Städte und Landschaften. Etwa 50 Millionen Touristen wählen Kalifornien jährlich als Reiseziel. Jeder kennt das Hollywood-Zeichen und die Golden Gate Bridge – Orte, die unter dem Massentourismus leiden. Marion Renk-Rosenthal teilt in diesem Buch ihre Geheimtipps; von den Marihuana-Feldern im hohen Norden bis zur Chicano-Kunstszene nahe der mexikanischen Grenze. Die 50 Tipps beinhalten entlegene Wanderungen, Panorama-Fahrstrecken abseits der üblichen Pfade und Aktivitäten, die Einheimische bevorzugen. Alles so organisiert, dass Besucher sie leicht erreichen und kombinieren können. Es geht von der Wildnis in die Metropolen, wo man mit neuen Aspekten alte Attraktionen ganz neu erfährt wie zum Beispiel ein Eintauchen in das afroamerikanische Los Angeles. Die Tipps vermitteln auch vielen wiederkehrenden Besuchern neue, authentische und unvergessliche Erlebnisse im Golden State.
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Seitenzahl: 186
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Marion Renk-Rosenthal
KALIFORNIEN
USA
IMPRESSUM
Kalifornien – USA
50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Marion Renk-Rosenthal
© 2022 360° medien
Nachtigallenweg 1 I40822 Mettmann
360grad-medien.de
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Elke Gräfe
Gedruckt und gebunden:
LD Medienhaus GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund
www.ld-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 256
ISBN: 978-3-96855-170-8
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Marion Renk-Rosenthal
KALIFORNIEN
USA
VORWORT
„Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit, und viele unserer Leute brauchen es schmerzlich aus diesen Gründen.
Breite, heilsame, wohltätige Ansichten von Menschen und Dingen können nicht erworben werden, wenn man sein ganzes Leben lang in einer kleinen Ecke der Erde vegetiert.“
Mark Twain
Wie hat uns das Reisen während der Pandemie gefehlt! Nie zuvor saßen wir so fest wie in den Jahren 2020 und 2021. Wie wichtig das Reisen für die Seele und die gute Laune ist, haben wir in dieser Zeit erfahren müssen. Der Rückgang an Reisetätigkeiten hat uns aber auch gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen Massen- und Massentourismus auf die Umwelt haben. Ohne Flug- und Autoverkehr war die Luft über Los Angeles glasklar, der Himmel strahlend blau statt braun und grau.
Wie sehr sich unser Alltag langfristig verändern wird, wird sich wohl erst in einiger Zeit herausstellen. Aber eindeutig bietet ein Ende auch immer die Chance für einen neuen Anfang– und die Möglichkeit, aus alten Fehlern zu lernen und es hoffentlich in Zukunft besser zu machen. Und das ist bei „Abseits” immer das Konzept.
Dieses Buch habe ich Ende 2019 begonnen mit dem Ziel, es im Herbst 2020 fertiggestellt zu haben. Natürlich wurde das Schreiben und Verlegen verschoben. So traurig und zermürbend das Frühjahr 2020 auch war, bin ich letztendlich dankbar für die einmalige Gelegenheit, dieses Buch im Laufe der fast zwei Jahre in aller Ruhe zu recherchieren und zu schreiben. Es ist Teil der kalifornischen Kultur positiv zu denken – und mit Wohnwagen zu reisen. Ich habe mit Ehemann und Hund in unserem Wohnwagen den Staat von Oregon bis Mexiko, von der Küste bis ans Tal des Todes bereist, viele Orte mal wieder besucht und einige Erfahrungen auch zum ersten Mal gemacht.
Kalifornien fasziniert mich nach 35 Jahren immer wieder von Neuem. Kaum eine andere Region der Welt bietet eine solche Vielfalt an Natur und Kultur, die durch Fernsehen und Social Media weltweit so berühmt ist. Diese Bekanntheit hat zur Folge, dass viele Besucher mit festen Ideen und Plänen hier landen, um ihr Programm „abzuarbeiten“. Dabei verpassen sie viel, denn etwas abseits von den allseits beliebten Strecken und Attraktionen entfaltet sich das Kalifornien, das die Einheimischen erleben und lieben.
Sie treffen sie an kleinen Food Trucks am „Taco Tuesday” in spanischsprachigen Stadtteilen und beim Grillen am Strand. Sie gewinnen Einblick in die afroamerikanische Gegenwart bei einem authentischen Gospel-Gottesdienst am Sonntag. Der Zeitgeist wird in der Straßenkunst lebendig.
Eine meiner schönsten Erinnerungen wird meine Wanderung in dem südlichen Hain im Calaveras Big Trees State Park bleiben. Die berühmteren Nationalparks in der Sierra Nevada bieten mit der natürlichen Schönheit auch Verkehrsstau, Lärm und Menschengedränge. Hier in Calaveras Big Trees sind mir innerhalb von zwei Stunden weniger als sechs Leute begegnet. Es roch nach frischem Wald und Erde. Und auf einmal fühlte ich einen tiefen Sinn von Frieden und bemerkte warum: Ich hörte nichts weiter als das Plätschern eines Bergbaches, das Rascheln der Eichhörnchen im Wald und Vogelgesang.
Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne Reise, positive Erinnerungen fürs Leben und ich hoffe, dass ich Sie inspirieren kann wiederzukommen, um ganz in Ruhe mehr zu erleben.
Marion Renk-Rosenthal
INHALTSVERZEICHNIS
WILLKOMMEN IN KALIFORNIEN!
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
DER HOHE NORDEN
1.Jedediah Smith Redwoods State Park: riesige Mammutbäume
2.Klamath River Overlook: atemberaubender Blick
3.Es grünt so grün: die beste Cannabis-Tour
4.Ferndale: viktorianische Architektur in wunderschöner Landschaft
5.Die schönsten Strände an der Küste des hohen Nordens
6.Russian River Brewing Company: Double IPA und Triple IPA
7.Ein Tag mit Snoopy und den Peanuts: im Charles M. Schulz Museum
8.Weinprobe mal anders: Traubenstampfen im Napa Valley
SAN FRANCISCO UND UMGEBUNG
9.Besuch bei Yoda! Die weit, weit entfernte Galaxis ist mitten in San Francisco
10.Flower Power: Tour durch den Sommer der Liebe
11.The Castro: Geburtsort der LGBTQ-Bewegung
12.Golden Gate Fortune Cookie Factory: die besten Glückskekse der Welt
13.Lands End: anders wandern an der Golden Gate Bridge
14.Sammelpunkt der Wandervogelwelt: erstes urbanes Naturschutzgebiet der USA
15.Mavericks: Riesenwelle für die besten Surfer
SIERRA NEVADA
16.Lake Tahoe: Wanderungen im Emerald Bay State Park
17.Ein Tag auf dem berühmten Pacific Crest Trail
18.Highway 395: Traumstrecke im Osten Kaliforniens
19.Mono Lake: Mondlandschaft in uraltem Salzsee
20.„49er” für einen Tag: Abenteuer Goldschürfen…
21.Calaveras Big Trees State Park: Riesen-Mammutbäume
ZENTRALE KÜSTE
22.See-Elefanten bei Hearst Castle: ein wunderbares Naturereignis
23.Nur hier erlaubt: ATV-Fun am Strand in den Oceano Dunes
24.Weingebiet Paso Robles: klein und entspannt
25.Pinnacles National Park: Heimat des Kalifornischen Kondors
26.Kern County Museum: Geschichte des Öls, der Native Americans und der Pioniere
LOS ANGELES
27.Runyon Canyon Park: Prominente und bester Rundblick
28.Will Rogers State Historic Park: großartige Natur im Westen der Stadt
29.Baldwin Hills: beste Sicht auf die Stadt mit neuer Perspektive
30.Venice Beach Art Wall: Kunst zum Mitmachen
31.Mariscos y Mariachi: mexikanisches Fischessen mit Musik und Atmosphäre
32.Romantischstes Restaurant in Los Angeles: Inn of the Seventh Ray
33.Los Angeles: Hauptstadt der Wandkunst
34.Soul of America: die „Black Experience” in Los Angeles
35.Wildlife Learning Center: bei Faultieren, Stachelschweinen und Gürteltieren
HOCHWÜSTE
36.Treffen der Flieger: Plane Crazy Saturday am Mojave Air and Space Port
37.Pappy and Harriet`s Pioneertown Palace: das beste Honkytonk in Kalifornien
38.Mojave National Preserve: Lavatunnel und Joshua Trees
39.Wolf Mountain Sanctuary: einmal einen Wolf küssen
40.Lone Pine Museum of Western Film History: ein Muss für alle Westernfans
41.Star Wars Canyon: auf Augenhöhe mit Kampfpiloten
PALM SPRINGS – COACHELLA VALLEY
42.Cholla Cactus Garden im Joshua Tree National Park: die andere Seite der Wüste
43.Tahquitz Falls: Wasserfall mitten in der Wüste
44.Wandern auf der San Andreas Fault: im Naturschutzgebiet bei Thousand Palms
45.Desert X: einmaliges Kunsterlebnis im Coachella Valley
SAN DIEGO
46.Little Italy: Geheimtipp fürs Nachtleben
47.Grenze mit Schlagzeilen: San Ysidro – Tijuana
48.Liberty Station: neues, schickes Stadtviertel
49.Prost! Craftbier-Hauptstadt der USA
50.Barrio Logan: Comeback eines Viertels
REGISTER
BILDNACHWEIS
Protestkunst in Chicano Park, San Diego
In den Monaten vor der Veröffentlichung dieses Buchs mussten Lokale und Besucherattraktionen immer wieder aufgrund der Corona-Pandemie ihre Öffnungszeiten einschränken oder zeitweise komplett schließen. Die in diesem Band angegeben Öffnungszeiten wurden gewissenhaft nach dem letzten bekannten Stand recherchiert – mit weiteren Änderungen ist jedoch nach der Pandemie zu rechnen, weshalb wir Lesern empfehlen, während des Aufenthalts in Kalifornien Öffnungszeiten anhand der hier aufgeführten Internetseiten selbst zu überprüfen.
WILLKOMMEN IN KALIFORNIEN!
Um diesen Staat und seine Kultur zu verstehen und die schönsten und unvergesslichsten Eindrücke richtig einzuordnen und mitzunehmen, lohnt sich ein Blick auf Geschichte und Entwicklung.
Alle US-Staaten haben einen Spitznamen. Kalifornien ist der „goldene Staat“, aufgrund des Goldrausches und des goldenen Sonnenlichts. Ohne den Gold Rush wäre Kalifornien nie der Staat geworden, der er heute ist. Seit Beginn der Besiedlung – ernsthafter Bevölkerungswachstum wurde erst durch den Goldrausch 1848/49 ausgelöst – hat der Westen die abenteuerlustigsten, waghalsigsten und wohl auch unsolidesten Menschen und Träumer aus aller Welt angezogen.
Die Entwicklung lief im Zeitraffer-Tempo ab. Im März 1848 lebten hier 110.000 Native Americans und knapp 8000 Zugezogene, darunter 7000 Menschen mexikanisch-spanischen Ursprungs, 700 Amerikaner und 200 Europäer. Alle wirtschaftlichen Aktivitäten spielten sich im Norden ab. Die südkalifornische Wüste war so gut wie leer, abgesehen von einigen spanischen Missionen entlang dem küstennahen Camino Real und den Natives in den Bergen und Wüsten. Zum Ende des Jahres lebten hier bereits 20.000 Menschen. Ein Jahr später, Ende 1849, waren 100.000 Zugezogene hier angesiedelt. Von 1860 bis 1920 explodierte die Bevölkerung geradezu, von 380.000 auf 3,5 Millionen. Heute, hundert Jahre später, sind es knapp 40 Millionen!
Straßenakrobat in 3rd Street Promenade
Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle: Der Goldrausch machte weltweit Schlagzeilen und zog Asiaten und Südamerikaner an, die auf dem Seeweg die Westküste erreichen konnten. Der Anschluss an das Eisenbahnsystem im November 1869 beendete die lebensgefährliche, monatelange Planwagen-Fahrt durch den gesamten Wilden Westen und erschloss das Gebiet für Siedler aus dem Osten. Und: Im späten 19. Jahrhundert emigrierten 60 Millionen Europäer. 71 Prozent siedelten sich in Nordamerika an. Kalifornien lockte mit fast grenzenlosen Möglichkeiten in der Agrikultur, mit einem Klima, das im Gegensatz zu Europa rund ums Jahr Anbau und Ernten ermöglichte.
Abendstimmung im Pacific Park Santa Monica
Der erste engere Kontakt mit europäischer Kultur – der nicht immer friedlich ablief –, war die Eroberung der Westküste entlang des Camino Real durch spanische Missionare. 1769 entstand die erste Mission im heutigen San Diego. Die Missionare brachten auch den Namen mit: „California” war der Name einer fiktiven, paradiesischen Insel in einem spanischen Liebesroman, „Las Sergas de Esplandían” von Garci de Rodriguez de Montalvo, der in seinem Roman eine tropische Insel namens California unter der Herrschaft der Königin Calafia beschrieb. Spanische Eroberer des 16. Jahrhunderts dachten, die mythische Insel gefunden zu haben.
Bis zum heutigen Tage ist die spanische Sprache und Kultur besonders in Südkalifornien dominant. Auf der Straße, in Geschäften und Restaurants hört man mehr Spanisch als Englisch. Tacos sind der beliebteste schnelle Snack, der Día de los Muertos am 1. November wird sehr groß und auch offiziell gefeiert. Los Angeles hat genauso viele spanischsprachige Radio- und Fernsehsender wie Mexiko. Die Debatte um Grenze und Einwanderung fällt hier dadurch anders aus als in grenzfernen Staaten. Amerikaner mexikanischer Abstammung sehen Kalifornien historisch und kulturell einfach als „Alta California”, einen Teil der alten Heimat.
Im Großraum Los Angeles werden etwa 140 Fremdsprachen gesprochen. Hier befindet sich die größte Thai-Gemeinde außerhalb Thailands, die größte vietnamesische Stadt, die größte japanische Gemeinde der USA, und so weiter. Diese Vielfalt spiegelt sich in Unterhaltung, Mode, Essen, Kunst, Musik und Alltag wider.
Als Besucher bemerken Sie schnell, dass die jeweiligen Stadtviertel dem kulturellen und sprachlichen Hintergrund ihrer Bewohner angepasst sind. Zum Beispiel haben die Geschäfte entlang des Wilshire Boulevard in Koreatown, ein zur Zeit sehr angesagtes Viertel, nur Firmenschilder in koreanischer Schrift. Genauso sieht es in Chinatown und Little Tokyo aus. Keine Sorge, Sie finden immer jemanden, der Englisch kann.
Die Vielfalt spiegelt sich auch in der Kulinarik wider. Genießen Sie das authentische Essen! Kalifornische Küche besteht aus einer Fusion der vielen ethnischen Gemeinden, und das beste Essen finden Sie häufig in den kleinen Familienrestaurants der Gegend. Star-Koch Roy Choi aus Koreatown kombinierte als erster die Grillfleisch-Rezepte seiner Mutter mit den Tacos der Familien seiner Freunde. Kogi BBQ war geboren, der kleine Food Truck war der Grundstein einer landesweiten Karriere. Sie finden die täglichen Standorte der Trucks auf Twitter @KOGIBBQ. Angelenos sind auch überzeugt, das beste mexikanische Essen der Welt zu haben.
San Francisco hingegen kann mit seinem chinesischen und italienischen Essen und den exzellenten Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurants aufwarten. Selbst einige Restaurants im Touristenzentrum bei Fisherman’s Wharf sind empfehlenswert. Aber auch im Landesinneren und in den Bergen, Wüsten und Wäldern finden Sie immer gute Restaurants mit frischer Küche.
Calypso Tumblers Show Venice Beach
Kalifornien ist der drittgrößte Staat mit 423.966 Quadratkilometern und damit größer als Deutschland. Mit fast 40 Millionen Einwohnern steht Kalifornien an erster Stelle der USA. Allerdings ist die Besiedlung nicht ausgewogen verteilt. Um die 30 Millionen leben in den küstennahen Metropolen. Nur zehn Millionen sind im restlichen Staat verteilt.
Venice im Morgengrauen
Die großen Industriezweige sind Unterhaltung, Technologie, Mode, Tourismus, Immobilien und Landwirtschaft. In Kalifornien werden 40 Prozent des Gemüses, der Milchprodukte, von Obst und Nüssen des gesamten Landes angebaut und verarbeitet, hier wächst die einzige Bio-Baumwolle des Landes.
Kalifornien ist ein Staat der Extreme. Er hat 16 Klimazonen, mehr als jeder andere Staat – in Lake Tahoe trainieren die Stars der Olympischen Winterspiele; am selben Tag genießen die Surfer in Malibu und San Clemente das Wellenreiten. Hier liegen der höchste, der tiefste sowie der heißeste Punkt der kontinentalen Staaten. Zudem findet man in Kalifornien die ältesten, höchsten und umfangreichsten Bäume der Welt.
Kalifornier haben nicht nur unter Amerikanern aus anderen Regionen den Ruf, etwas verrückter, unkonventioneller und freier zu sein. Nicht umsonst begannen hier die Beatnik- und Hippie-Bewegungen. Das fördert die Kreativität: Apple Computer, PayPal, die Barbie Puppe, das Space Shuttle, iPhones, Levi’s Jeans, Neopren-Anzüge, Videorekorder, der Martini Drink, McDonald’s, Burger King, der Hula-Hoop-Reifen und das Nikotinpflaster sind wenige Beispiele der hier erfundenen Errungenschaften unserer Zivilisation. Google, Yahoo, Facebook, Twitter, Netflix ... Das tägliche Leben in der ganzen Welt wird von Produkten und Technologien aus Kalifornien gesteuert.
Aber die Schönheit des Staates erschließt sich in der Natur und in den Menschen.
TOP 10
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN KALIFORNIEN
1Golden Gate Bridge Die am häufigsten fotografierte Brücke der Welt ist gar nicht golden, sondern orangerot. Die Farbe sticht am besten vom Nebel ab. Seit 1937 verbindet sie San Francisco mit Marin County. Die 1,6 Kilometer lange Hängebrücke wird jährlich von zehn Millionen Menschen besucht. Das Wetter ändert sich hier sehr schnell, es kann innerhalb von Minuten von sonnig und mild auf kalt und nebelig wechseln. Vom Besucherparkplatz auf der Nordseite der Brücke haben Sie einen sehr schönen Blick auf die Bucht, Alcatraz und die Skyline von San Francisco.
2Chinatown San Francisco Chinatown ist die älteste chinesische Gemeinde Nordamerikas. Und auch die Schönste: Die engen Gassen und hügeligen Straßen sind sehr fotogen. Seit 1970 schützen die Drachen des Drachentors am südlichen Ende von Chinatown entlang der Grant Avenue die Gemeinde. Das Tor ist ein guter Ausgangspunkt, um die nähere Umgebung zu erkunden. Mit seinen Steinsäulen, grün gefliesten Pagoden und Drachenskulpturen ist es das einzige authentische Chinatown-Tor des Landes. In Chinatown findet man die besten Souvenirs zu guten Preisen. Das Viertel ist unter Einheimischen angesagt. Junge Bewohner haben das Viertel mit modernen Boutiquen, Nachtclubs, Bars und Lounges wiederbelebt.
3Monterey Peninsula Der 17-Mile-Drive, das Monterey Bay Aquarium und die Kleinstadt Carmel haben diese landschaftlich wunderschöne Bucht weltberühmt gemacht. Nicht verpassen sollte man einen Tag im Aquarium, das mit dem weltweit führenden Meeresbiologieforschungszentrum verbunden ist. Das Unterwassertal in der Bucht ist bis zu 1500 Meter tief. Der eigens hier entwickelte Forschung-Rover Benthic macht die Entdeckung der letzten unbekannten Gegend der Welt, den tiefsten Tiefen der Ozeane, möglich. An der Oberfläche, direkt vor den Restaurant-Terrassen der Cannery Row (John Steinbeck lässt im gleichnamigen Roman die Zeit der 1920/30er-Jahre in Monterey aufleben) tummeln sich die sehr niedlichen Seeotter, die vom Aussterben bedroht sind. Mittagessen mit natürlicher Unterhaltung!
4Highway 1 – Big Sur Eine der berühmtesten Panoramastrecken der Welt: Highway 1 von Carmel bis Morro Bay, die kurvigste Strecke der zentralen kalifornischen Küste. In Big Sur laden die Henry Miller Library und das esoterische Esalen Institute, Mitbegründer des „Human Potential Movement” der 1960er-Jahre, zum Verweilen ein.
5Yosemite Valley So schön, dass Präsident Abraham Lincoln 1864 den „Yosemite Grant Act” unterzeichnete. Es war das erste Mal, dass die US-Bundesregierung Land speziell für die Erhaltung und öffentliche Nutzung gesetzlich schützte. Weiße Pioniere „entdeckten“ das Haupttal 1851 bei der Verfolgung der ansässigen Native Americans. Die Felsformationen Half Dome und El Capitan sind beliebt unter Felskletterern. Im Frühjahr bildet der schmelzende Schnee mehrere Wasserfälle. Das Tal ist vom Westen her rund ums Jahr zugänglich, die Tioga Road wird im Winter je nach Schneebedingungen jedoch geschlossen.
6Hidden Valley – Joshua Tree National Park Die mondähnliche Landschaft setzt sich von allen anderen Gegenden des Westens ab. Die Felsformationen und Joshua Trees sind einzigartig und nur hier zu finden. Seit 1994 ist dieser Teil der Hochwüste Nationalpark. Hidden Valley ist eine einfache, 1,6 Kilometer lange Rundwanderung durch einen von Felsen umringten Talkessel, der Cowboys sowie Rinder- und Pferdediebe anzog. Auch Skull Rock und die großen Joshua-Tree-Wälder nahe Sheep Pass lohnen einen Stopp. Von Keys View sieht man bei klarem Himmel das gesamte Coachella Valley bis Salton Sea und die berühmte San-Andreas-Verwerfung.
7Santa Barbara Die repräsentativen Gebäude im spanischen Kolonialstil von Santa Barbara ziehen VIPs und Reiche magnetisch an. Die ganze edle Ortschaft liegt an einer beeindruckenden Bucht mit Sandstrand, mit den Santa-Ynez-Bergen als steilem, dramatischem Hintergrund. Die Innenstadt lockt mit exklusiven Läden, Cafés und Restaurants in fußgängerfreundlicher Atmosphäre und stilvoller kalifornischer Architektur. Der Gerichtshof ist bekannt als schönstes öffentliches Gebäude des Landes. Die Mission, ein Museum, hat die beste Sicht über Stadt und Pazifik.
8Hollywood Synonym der Filmindustrie und Zuhause einer der berühmtesten Straßen der Welt, dem Hollywood Boulevard, und dem wohl bekanntesten Schriftzug in den Bergen, sowie dem „Walk of Fame”. Hier ist immer etwas los. Der „Walk of Fame“ zieht jährlich zehn Millionen Besucher aus aller Welt an. Jedes Jahr werden 15 neue Sterne vergeben, immer wochentags um 11:30 Uhr und in Anwesenheit des Stars. Daten und Namen werden auf Twitter @wofstargirl bekannt gegeben. Interessanter ist die Filmgeschichte, die hier geschrieben wurde und die man hier hautnah erleben kann. Die geführten Touren im historischen Chinesischen Theater und im Dolby, wo die Oscar-Zeremonie stattfindet, bieten einen spannenden Einblick in die Welt des Glamours.
9Rodeo Drive Einkaufen gehen hier nur wenige, aber die exklusive Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt Beverly Hills bietet Luxus pur zum Ansehen. Nur einen halben Kilometer lang, aber ein berühmter Name nach dem anderen schmücken die Fassaden. Das Schaufensterdekor lockt. Preisschilder sind verpönt, denn wer fragen muss, kann es sich eh nicht erlauben. Auf der schmalen Straße selbst sind Tourbusse verboten, weil sie den Verkehr zu sehr behinderten. Dafür brummen junge Männer mit ihren italienischen und englischen Sportwagen auf und ab. Auf dem Bürgersteig wandeln elegante Damen, die Touristen die Gelegenheit geben, die Resultate der neuesten Techniken der Schönheitschirurgie zu bewundern. Nördlich von Santa Monica Boulevard beginnt das Villenviertel, das hier für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Spaziergang im Schatten der Baumallee in einem der teuersten Stadtviertel der Welt verschafft weitere schöne Erinnerungen.
10San Diego Zoo Zoologen, Tierschützer und Touristen scheinen sich einig zu sein. Der San Diego Zoo liegt auf Platz 1 vieler Listen der besten Zoos der Welt. Er liegt mitten im Balboa Park im Zentrum von San Diego und beherbergt über 15.000 Tiere von mehr als 650 gefährdeten und seltenen Arten und Unterarten auf etwa hundert Hektar, die von der Stadt gepachtet wurden. Der Park gehört zu einer zoologischen Gesellschaft, die auch den Safari Park und CRES (Conservation and Research for Endangered Species) umfassen. Als Besucher genießen Sie einen Tag in einem landschaftlich schönen, hügeligen Gelände – die Skyfari-Gondel ist sehr zu empfehlen. Von oben können Sie die Bewohner mit perfektem Überblick beobachten. Die Gehege sind frei von Zäunen und Beispiel der besten Haltung, dem Ursprungsland der Tiere angepasst und artgerecht. Besonders schön ist der Panda Canyon und das riesige Africa Rocks Areal. Koalas kann man ganz nah erleben. Sie sitzen gemütlich in ihren Eukalyptusbäumen. Der Zoo ist eine Non-Profit Organisation und alle Einnahmen unterstützen die Tier- und Naturerhaltung.
KURIOSES & BESONDERHEITEN
IN KALIFORNIEN
Hier sind alle Rekordbäume der Welt versammelt: Den ältesten Baum, eine Bristlecone-Pinie, findet man in den White Mountains, westlich von Death Valley. Der höchste Baum ist ein Redwood im Redwood National Park, in der Nähe von Crescent City. Und der „General Sherman”, ein Mammut-Sequoia im Sequoia National Park, ist der umfangreichste seiner Art.
Geografische Extreme: Der höchste Berg, Mount Whitney, liegt nur 210 Kilometer westlich vom tiefsten Punkt des Landes, Badwater Basin im Death Valley, 85 Meter unter dem Meeresspiegel, entfernt. Extremsportler lieben diese Wanderstrecke.
Das Death Valley hält den Hitzerekord der Welt, mit der wissenschaftlich bestätigten Messung von 57 Grad Celsius.
Den merkwürdigsten Straßennamen hat die Zzyzx Road. 1944 beschloss Curtis Springer, ein Radioprediger aus Los Angeles, ein Gebiet, das wegen dort entdeckter Mineralquellen offiziell als Soda Springs bekannt war, in ein Resort zu verwandeln. Nachdem er einen Antrag auf Bergbau bei der Regierung eingereicht hatte, erhielt er die unter falschen Voraussetzungen erschlichene Erlaubnis, das Land zu nutzen, und nannte es Zzyzx, weil er den letzten Eintrag in jeglichen Auflistungen und Wörterbüchern haben wollte. Als der Betrug in den 1970er-Jahren auffiel, wurde das Land vom Staat übernommen und dem Universitätssystem als Zentrum für wissenschaftliche Arbeit in der Wüste zugeteilt. Und wie spricht man es aus?„Sizzix” ist korrekt.
Kalifornien hat die meisten Nationalparks aller Staaten, neun insgesamt. Viele sind schnell zu erreichen, da sie nah an den weltberühmten Metropolen liegen.
Das skurrilste Dorf des Staates ist zweifelsohne Baker mit 735 Einwohnern. Es liegt mitten in der Mojave Desert, aber direkt am I-15. Das Dorf weiß sich zu gut zu verkaufen. Abgesehen von Tankstellen und Fast Food gibt es hier mehrere Attraktionen, die man von Weitem sehen kann wie das größte Thermometer der Welt, 41 Meter hoch, und „Alien Jerky“, das mit Raumschifffassade lockt. Und last but not least: der Country „Lucky Lotto“-Store an der Tankstelle hat mit neun Lottogewinnern, die über je eine Million Dollar gewonnen haben, den Rekord der meisten verkauften Gewinnscheine des Staates. Da hat man nach den Verlusten in Las Vegas eine neue Chance.
Kalifornien baut 90 Prozent der amerikanischen Avocados an. San Diego County produziert 60 Prozent aller kalifornischen Avocados und ist damit die anerkannte Avocadohauptstadt des Landes.
Seit 1987 sind die Vereinigten Staaten der größte Mandelproduzent weltweit. Der Erfolg der kalifornischen Ernte in der weltweiten Mandelproduktion ist zu einem großen Teil auf den Einsatz von Bewässerung und Mechanisierung zurückzuführen, was zu höheren Erträgen und Kosteneffizienz führt. 90 Prozent aller Mandeln der Welt kommen aus Kalifornien; der Staat liefert 98,5 Prozent aller Mandeln auf dem amerikanischem Markt.
Ein Teil Kaliforniens, nahe San Francisco, war ein unabhängiges Land – für vier Wochen im Juni/Juli 1846. Während des Bärenflaggen-Aufstands rebellierte eine kleine Gruppe amerikanischer Siedler gegen die mexikanische Regierung und erklärte Kalifornien zur California Republic, einer unabhängigen Republik. Sie wurden schnell von der amerikanisch-kalifornischen Armee eingemeindet, die Kalifornien im Sommer 1846 besetzte.
